Was hört ihr grade?

toni

Alter Hase
Zum Abschluss des Tages :
hier im Forum ist doch extrem tote Hose

Die Toten Hosen // „Steh auf, wenn du am Boden bist“
 

Catabolic

Alter Hase
Heute widme ich mich mal wieder einem der grossen Klassiker der 60er Jahre. Nach dem psychedelischen und zeittypischen "Sgt. Pepper"-Album präsentierten die Beatles im Herbst 1968 eine Sammlung an neuen Songs, die - zumindest im Kontext zu ihrem Gesamtwerk - als durchaus radikal zu bezeichnen sind. Den Anspruch, künstlerische Ausdrucksform mit optischer Radikalität zu kombinieren, manifestierten sie in einem Plattencover, das reduktiver nicht hätte ausfallen können: Ein Cover ganz in weiss, ohne zusätzliche optische Reize. Einzig der Bandname, als The BEATLES in - ebenfalls weisser - Prägung gestanzt, liess auf den Inhalt des Doppelalbums schliessen. Heute nahezu unbezahlbar, wurde der ersten Auflage des Albums eine unten rechts schräg gestellte fortlaufende Nummer hinzugefügt. Besonders tiefe Nummern erzielen heute Sammlerpreise im 4-stelligen Bereich.

Das Album bietet unzählige Klassiker der Beatles, vor allem solche, die heute kaum mehr bekannt sind, oder eben nie gross für Radio-affin befunden wurden. Natürlich findet sich auf dem Werk ein Song wie "Ob-La-Di, Ob-La-Da", den man fast schon als eine Art kindlich-naiven Pop bezeichnen könnte, den wohl bis heute Jeder kennt, und auch mit dem Opener "Back In The U.S.S.R." und dem von George Harrison komponierten Ueberflieger "While My Guitar Gently Weeps" gibt es auf diesem Album zwei Songs, die bis heute populär geblieben sind.

Die wahren Perlen jedoch finden sich erst beim seriösen Durchhören der Platte. Perlen wie "Glass Onion", "Rocky Racoon", "Yer Blues" oder "Everybody's Got Something To Hide Except Me And My Monkey" kann man noch heute fasziniert auf sich einwirken lassen, und auch wenn Vieles auf dem Album damals vielleicht als fast schon avantgardistisch hätte verstanden werden können, waren dies aus meiner Sicht schon erste typische Anzeichen für den bald aufkommenden Progressive Rock.

Und dann sind da auch noch diese beiden sehr zu Unrecht mit negativen Assoziationen behafteten Songs "Sexy Sadie" und "Helter Skelter", welche damals vom Serienmörder Charles Manson quasi als Tötungs-Botschaft missverstanden wurden und zu trauriger Berühmtheit gelangten durch die (Sharon) Tate-Morde durch seine Manson Family.

Sehr zu empfehlen ist das "Weisse Album" der Beatles in der 2018 erschienenen Remaster-Version als 3 CD-Box Set. Giles Martin, der Sohn des damaligen Tonmeisters George Martin, hat alle Songs digital komplett neu aufbereitet und einen einzigartigen Sound geschaffen, der zwar einerseits modern klingt, aber den Spirit der originalen Aufnahmen kein bisschen verändert hat. Die dritte CD, eine Art Bonus CD, bietet die kompletten sogenannten "Esher"-Demos: Aufnahmen der späteren Album-Tracks in privaten Skizzen und mit teils drastisch anderen Arrangements, zusammengestellt im damaligen Wohnhaus von George Harrison, einem Bungalow in Esher, einer Stadt in der englischen Grafschaft Surrey.

Euch allen einen schönen Sonntag! :)

 

Marifloyd

Inventar
Mott The Hoople, ohne Ian Hunter, geht das. Ich meine ja, aber mit Abstrichen. Der Sound der Band ohne Hunter hatte sich hörbar geändert. Dennoch sind dabei auch schöne Songs herausgekommen. Nigel Benjamin hat halt eine andere Stimme als der grandiose Ian Hunter.

Mott The Hoople
Album: Shouting & Pointing
Titel: Career (No Such Thing As Rock & Roll)
Erscheinungsjahr: 1976
Dauer: 5:27 Min.

Das Cover ist voll daneben und spiegelt nicht die Qualität des Albums.



 

Alexboy

Aktives Mitglied
Heute widme ich mich mal wieder einem der grossen Klassiker der 60er Jahre. Nach dem psychedelischen und zeittypischen "Sgt. Pepper"-Album präsentierten die Beatles im Herbst 1968 eine Sammlung an neuen Songs, die - zumindest im Kontext zu ihrem Gesamtwerk - als durchaus radikal zu bezeichnen sind. Den Anspruch, künstlerische Ausdrucksform mit optischer Radikalität zu kombinieren, manifestierten sie in einem Plattencover, das reduktiver nicht hätte ausfallen können: Ein Cover ganz in weiss, ohne zusätzliche optische Reize. Einzig der Bandname, als The BEATLES in - ebenfalls weisser - Prägung gestanzt, liess auf den Inhalt des Doppelalbums schliessen. Heute nahezu unbezahlbar, wurde der ersten Auflage des Albums eine unten rechts schräg gestellte fortlaufende Nummer hinzugefügt. Besonders tiefe Nummern erzielen heute Sammlerpreise im 4-stelligen Bereich.

Das Album bietet unzählige Klassiker der Beatles, vor allem solche, die heute kaum mehr bekannt sind, oder eben nie gross für Radio-affin befunden wurden. Natürlich findet sich auf dem Werk ein Song wie "Ob-La-Di, Ob-La-Da", den man fast schon als eine Art kindlich-naiven Pop bezeichnen könnte, den wohl bis heute Jeder kennt, und auch mit dem Opener "Back In The U.S.S.R." und dem von George Harrison komponierten Ueberflieger "While My Guitar Gently Weeps" gibt es auf diesem Album zwei Songs, die bis heute populär geblieben sind.

Die wahren Perlen jedoch finden sich erst beim seriösen Durchhören der Platte. Perlen wie "Glass Onion", "Rocky Racoon", "Yer Blues" oder "Everybody's Got Something To Hide Except Me And My Monkey" kann man noch heute fasziniert auf sich einwirken lassen, und auch wenn Vieles auf dem Album damals vielleicht als fast schon avantgardistisch hätte verstanden werden können, waren dies aus meiner Sicht schon erste typische Anzeichen für den bald aufkommenden Progressive Rock.

Und dann sind da auch noch diese beiden sehr zu Unrecht mit negativen Assoziationen behafteten Songs "Sexy Sadie" und "Helter Skelter", welche damals vom Serienmörder Charles Manson quasi als Tötungs-Botschaft missverstanden wurden und zu trauriger Berühmtheit gelangten durch die (Sharon) Tate-Morde durch seine Manson Family.

Sehr zu empfehlen ist das "Weisse Album" der Beatles in der 2018 erschienenen Remaster-Version als 3 CD-Box Set. Giles Martin, der Sohn des damaligen Tonmeisters George Martin, hat alle Songs digital komplett neu aufbereitet und einen einzigartigen Sound geschaffen, der zwar einerseits modern klingt, aber den Spirit der originalen Aufnahmen kein bisschen verändert hat. Die dritte CD, eine Art Bonus CD, bietet die kompletten sogenannten "Esher"-Demos: Aufnahmen der späteren Album-Tracks in privaten Skizzen und mit teils drastisch anderen Arrangements, zusammengestellt im damaligen Wohnhaus von George Harrison, einem Bungalow in Esher, einer Stadt in der englischen Grafschaft Surrey.

Euch allen einen schönen Sonntag! :)

Sehr gute Reklame für die " Weissen Riesen"! Dann nehme ich die auch mal zur Gehörreinigung.;)
 

Waldmeister

Alter Hase
andromeda - s/t (1969)

eine echte granate aus dem härteren sektor. schade, dass bei john du cann meist nur die gitarrenkünste gelobt werden, denn er ist auch ein sehr guter sänger.

 

Jester.D

Alter Hase
20 years ago...


(2001)

Mir ist, als sei es gestern gewesen, dass ich die CD in einem M-Markt gekauft habe. Danach war ein kleines Konzert mit den damals kurzzeitig bekannten Lohan & Lomax im Markt bzw. davor. Die Tochter wollte es sehen/hören und sich ein Autogramm holen. Längst abgehakt. ;)
 

Jester.D

Alter Hase
Und dann sind da auch noch diese beiden sehr zu Unrecht mit negativen Assoziationen behafteten Songs "Sexy Sadie" und "Helter Skelter", welche damals vom Serienmörder Charles Manson quasi als Tötungs-Botschaft missverstanden wurden und zu trauriger Berühmtheit gelangten durch die (Sharon) Tate-Morde durch seine Manson Family.
Kleine Ergänzung (Quelle: rollingstone.com 9. August 2019):

Charles Manson had an easy explanation for why he ordered the deaths of the family of Leno LaBianca and residents at Sharon Tate’s house at the hands of his “Family”: “It’s the Beatles, the music they’re putting out,” he told the district attorney who sent him to death row. “These kids listen to this music and pick up the message. It’s subliminal.”

A half-century has passed since the Manson Family carried out the brutal, stunning Tate-LaBianca murders in August of 1969, and their supposed link to the Beatles remains confounding. The words “Healter [sic] Skelter” had been painted in victims’ blood on the LaBiancas’ fridge, but the reference’s significance did not come to light until the trial. When Charles Manson and his followers faced a judge for the crimes a year later, prosecutor Vincent Bugliosi explained that the motive for the killings came from Manson’s twisted misinterpretation of lyrics on the White Album, which was released in November 1968, months before the murders. In Manson’s mind, benign songs like “Blackbird,” “Piggies” and, most prominently, “Helter Skelter,” foretold a bloody, apocalyptic race war. But when the battle never began, he decided to kick-start it with the murders...
 

Catabolic

Alter Hase
Kleine Ergänzung (Quelle: rollingstone.com 9. August 2019):

Charles Manson had an easy explanation for why he ordered the deaths of the family of Leno LaBianca and residents at Sharon Tate’s house at the hands of his “Family”: “It’s the Beatles, the music they’re putting out,” he told the district attorney who sent him to death row. “These kids listen to this music and pick up the message. It’s subliminal.”

A half-century has passed since the Manson Family carried out the brutal, stunning Tate-LaBianca murders in August of 1969, and their supposed link to the Beatles remains confounding. The words “Healter [sic] Skelter” had been painted in victims’ blood on the LaBiancas’ fridge, but the reference’s significance did not come to light until the trial. When Charles Manson and his followers faced a judge for the crimes a year later, prosecutor Vincent Bugliosi explained that the motive for the killings came from Manson’s twisted misinterpretation of lyrics on the White Album, which was released in November 1968, months before the murders. In Manson’s mind, benign songs like “Blackbird,” “Piggies” and, most prominently, “Helter Skelter,” foretold a bloody, apocalyptic race war. But when the battle never began, he decided to kick-start it with the murders...
Charles Manson gab dem Family-Mitglied Susan Atkins zuerst den Spitznamen 'Sadie Mae Glutz', später wurde daraus "Sexy Sadie", nachdem Manson das "White Album" gehört hatte. Im Sommer 1969 war Susan Atkins an der Ermordung von sechs Menschen beteiligt, und im November prahlte sie vor den Häftlingen eines Gefängnisses in Los Angeles mit ihren Taten und half damit bei der Aufklärung der Tate/LaBianca-Morde.
 

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