Was hört ihr grade?

Andie Arbeit

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Dem Forum entnahm ich den Tipp aufs neue CACTUS-Werks „Tightrope“.
Laut Internet war der Veröffentlichungstermin am 02. April, JPC verweist darauf, dass die DLP ab 21. Mai lieferbar sei. Wie auch immer, ich habe die zwölf Songs erst einmal als Download erworben. Bereits nach drei Hördurchgängen steht fest, dieses Werk wird auch als Vinyl bei mir landen. Zu hören gibt es reichlich pulsierenden Bluesrock, wobei die Betonung und der Schwerpunkt auf der zweiten Silbe, nämlich dem Rock, liegt. Was da mit einer enormen Wucht und Intensität an unsere Ohren dringt, ist allererste Sahne.
In verschiedenen Kritiken las ich, dass der Motown-Klassiker „Papa was a Rolling Stone“ das Highlight, das zentrale Stück dieses Albums ist. Meine persönliche Einschätzung sieht etwas anders aus. Zwar ist „Papa was a Rolling Stone“ perfekt inszeniert, beginnt ebenfalls mit dieser Wucht, mit der die Band durchweg zu überzeugen weiß, setzt mit sehr akzentuierten Mundharmonika-Passagen feine Akzente, die ein überzeugendes Wechselspiel mit Gesang und Gitarre eingehen, doch diesen Track als zentral ansehen zu wollen, greift für mich schlicht zu kurz. Keine Frage, das Stück ist spannend, doch das Werk hierauf zu reduzieren, ist gegenüber den anderen Stücken schlicht unfair. Mich packt schon der Opener und das dem Motown-Klassiker folgende „All Shook up“, bei dem schon allein der Eröffnungschor höchst innovativ ist. „Poison in Parade“ ist dann der erste so richtig getragene Blues, Zeit zum Verschnaufen, denn danach geht’s mit Volldampf weiter. Mit „Shake That Thing“ haben wir zur Hälfte meinen ersten persönlichen Lieblingssong, der wird im zweiten Teil nur noch von „Headed for a Fall“ getoppt. Dazwischen liegt noch die siebenminütige „Cactus-Suite 1 & 2“.
Insgesamt ist „Tightrope“ nichts sensationell Neues, aber richtig gut gemachter frischer Hardrock mit dem gewissen Schuss Blues, der die Angelegenheit so prickelnd macht.
Ach so, dass Cactus als die „amerikanischen Led Zeppelin“ gefeiert wurden, habe ich mir erspart zu erwähnen, eine gewisse Nähe ist aber nicht von der Hand zu weisen. Wer allerdings eine Nähe zu Deep Purple sucht, dürfte ebenfalls fündig werden.
Unterm Strich bleibt: „Tightrope“ ist ein absolut hörenswertes, gut in die Zeit passendes Werk, ohne einen schwachen Song. Absolute Kaufempfehlung!
 

Georg

Alter Hase
Na, jetzt sind wir aber wieder am rumblödeln, da passt doch: "Alles Geschmacksache, ob Ohrenschmaus oder Ohrenschmalz bleibt jedem selber überlassen...."
 

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