Was hört ihr grade?

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Yeah, superpünktlich waren sie da - angekündigt von 11 - 14 Uhr - standen sie schon kurz vor 10 vor der Tür.
Erlebt man heutzutage nur noch selten, aber nicht umsonst haben wir beim lokalen Händler bestellt, wo noch Fachleute sorgsam arbeiten. Spüler läuft und ich kann jetzt gaaaaaaaaaaaaaaanz entspannt Musik hören.



(2016)
Fachhandel gehört unterstützt
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Joan Armatrading.JPG
Joan Armatrading
Meine heutige Tages-LP führte über ein kleines Büchlein (142 Seiten aus dem Jahre 1987) von Veronika Matho „Die 100 besten Rock & Pop LPs“, wie gesagt aus dem Jahre 1987, fein alphabetisch geordnet, auf den Plattenteller.
Nummer eins des Buches im Inhaltsverzeichnis: Abba „The Visitor“. Kam ich nie dran. Nr. 2 America „America“. Hat sich irgendwie tot gelaufen, vielleicht später mal wieder. Nr. 3 Joan Armatrading „Walk under Ladders“. Da lohnte es sich doch mal, zum Regal zu gehen und die Scheibe direkt auf den Plattenteller zu legen.
Rückblende: Aufmerksam wurde ich auf Joan Armatrading durch ihren Auftritt in der 6. WDR Rockpalastnacht am 19./20. April 1980. Okay, ansehen wollte ich mir die Rocknacht vorrangig aufgrund der Auftritte von Ian Hunter (feat. Mick Ronson) und natürlich ZZ Top. The Blues Band und Joan Armatrading dienten eigentlich mehr zur Einstimmung und zur Feinabstimmung der Technik. Über den Fernseher kam das Bild und den Ton lieferte die Stereoanlage, damals hatte ich eine relativ einfache Dual Kompaktanlage mit Zwei-Weg-Lautsprecherboxen, nix Komponenten-Anlage, nicht einmal der damals sehr beliebte Schneider-Würfel, ebenfalls eine Kompaktanlage, allerdings eine angesagte Kompaktanlage.
An diesem Abend lief alles wie geschmiert. Die Anlage stand vom ersten Moment, keine Aussetzer, Bild und Ton waren fast synchron, das Bier gut gekühlt und ging gut durch die Kehle, es konnte ein schöner Abend werden. Es wurde ein schöner Abend und zwar musikalisch früher als ich gedacht hatte. Spätestens nach The Blues Band, übrigens mit Tom McGuinness und Hughie Flint, nah klingelt es bei McGuinnes Flint, doch dies ist eine andere Geschichte, in der es bei mir erst viel später funkte.
Joan Armatrading startete mit „Mama mercy“ von ihrer 77er LP „Show some emotion“. Ich erinnere mich nicht mehr an sämtliche Songs, doch gleich dieser Einstieg rief bei mir einen absoluten Gänsehautschauer hervor. Die Musikerin, für ihre komplizierten Arrangements bekannt (was ich damals noch nicht wusste), überzeugte vom ersten Moment ohne irgendwelchen Schnickschnack, keine großartige Lightshow, keine Rumgehampel, irgendwelche Tanzschritte, hier überzeugte einzig und allein die Musik und die Interpretin. Van Morrison ließ grüßen, Joan Armatrading hatte was, sie konnte Musik und zog die Hörer*Innen in ihren Bann. So wie der Opener blieb bei mir der Titelsong des 1980 erschienenen Albums „Me myself I“ und „Rosie“, den ich leider nur auf der 83er Compilation „Track Records“ besitze. Das Armatrading Konzert war für mich so intensiv, dass ich mich an alles in dieser Rocknacht Folgende nicht mehr erinnern kann. Gleich am nächsten Tag kaufte ich mir die Live-LP „Steppin´ out“ und wenig später das damals aktuelle Werk „Me myself I“. Beide LPs drehten sich bei mir wochen- ja monatelang auf dem Plattenspieler.
Eine dieser beiden LPs wäre für mich persönlich immer eine Option für irgendwelche Chartlisten gewesen, doch „Walk under Ladders“? Was bewegte Veronika Matho dazu, „Walk under Ladders“ zu wählen. Matho hob in ihren Ausführungen auf den damals vollzogenen Stilwechsel ab. Topmusiker wie Joe-Jackson-Gitarrist Gary Sandford und Peter-Tosh-Schlagzeuger Robbie Shakespeare gaben dem Armatrading-Sound einen deutlich rockigeren Touch. Geblieben sind typische Armatrading-Balladen wie „Only one“ und „No love“. Hinzu kommt, dass der Gesang (Mezzo-Sopran) noch intensiver, noch ausdrucksstärker daher kommt. Aus heutiger Sicht, nachdem ich mir die LP gerade mehrmals angehört habe, muss ich feststellen, dass die Bläser-Sequenzen deutlich rupiger, bluesiger klingen und sich das Gitarrenspiel ebenfalls in kurze aber feine Blues-Figuren verliert. Dichte Klangteppiche bilden ein Wechselspiel mit sehr zurückhaltenden Instrumentierungen. Verglichen mit dem Vorgänger „Me myself I“ hat Armatrading hier tatsächlich einen spannenden Wechsel vollzogen. Von ihrer früheren Folkphase ist nicht mehr viel geblieben.
Tatsächlich, „Walk under Ladders“ wird, wie einige andere Armatrading-Scheiben auch, in den kommenden Tag des öfteren auf meinen Plattenteller landen. Es ist ein klasse Werk, schafft es bei mir aber nicht, die Faszination der frühen Armatrading-Phase auszulöschen. Dafür schwingen da einfach zu viel persönliche Emotionen mit, „Walk under Ladders“ ist aber ein wirklich fantastisches Rockwerk, wobei das einfache Cover (damals üblich) in der Gestaltung viel Potential nach oben hat.
Übrigens: Das Buch „1001 Alben – Musik, die sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist“, hat weder „Walk under Ladders“ noch „Me myself I“ oder „Steppin´ out“ im Programm sondern lediglich das selbst betitelte 76er Album. Dies wäre erneut eine andere Geschichte.
 

Waldmeister

Alter Hase
free - highway (1970)

die melancholischen seiten von free rechne ich der band hoch an. dieses album hier ist ein gutes beispiel dafür. vor wenigen tagen hab ich erstmals free at last angehört, das letzte was mir noch fehlt (ich dachte lange zeit aufgrund des titels, dass es ein livealbum ist). früher oder später wird es auch hier landen.

 

Georg

Alter Hase
Nein, keine Country&Western-music, das sind nur die ersten 5 Sekunden...
Nofx vom neuen Album "Single" den Song "Doors and Fours":
 

Waldmeister

Alter Hase
Ersetzen wir "Arthur" durch "Boris" und setzen aktuell noch "The stupidity of the English people" im Untertitel dazu. Dann ist die prophetische Aussage sehr aktuell!
boris ist optisch durchaus eine kultfigur für mich. bei manchen fotos denke ich mir... wow, der sieht ja wie der perfekte grobschlächtige unhold aus, wahnsinn.




zur der eu sache gäbe es wohl einiges zu sagen. ich war noch nie ein befürwörter davon, und finde all die machtblöcke auf der welt grundsätzlich widerlich. genauso finde ich es traurig, dass wir überhaupt gar nicht anders können, als solche blöcke bilden zu müssen um mit anderen grossen wirtschaftszentren zu konkurrieren. all diese zwänge der wirtschaft und der märkte, in denen wir stecken, sind einfach nur jämmerlich und armselig. aber je älter die menschheit wird, desto mehr und desto hoffnungsloser scheint sie sich in solchen zwängen und problemen zu verstricken. macht wahnsinnig viel hoffnung für die zukunft.
 

Waldmeister

Alter Hase
panama limited jug band - s/t (1969)

eine britische band, aber mit ziemlich amerikanischer musik. haupteinfluss sind us-folk und blues.

 

Georg

Alter Hase
La Dispute imStudio 4 mit einer Live Session vor einem Jahr:
1.Footsteps at the pond
2.Rhodonite and grief
3.View from our bedroom
 

Waldmeister

Alter Hase
...die Band erinnert mich an die mich weniger begeisternden Songs von Mungo Jerry (also an die weniger rockigen)...
es haben genau genommen gar nicht wenige bands solche einflüsse gehabt, natürlich vor allem in den usa. the lovin spoonful sind ja auch so ein beispiel. allerdings haben wohl wenige diesen stil über ein ganzes album durchgezogen. das zweite panama limited album könnte VIELLEICHT eher etwas für dich sein, es ist deutlich rauher und hat auch etwas ähnlichkeiten mit herrn beefheart. aber ich glaube, du hast es nicht so sehr mit folk-blues...?

nun ja, hier zwei beispiele:


 

Bayou60

Aktives Mitglied
es haben genau genommen gar nicht wenige bands solche einflüsse gehabt, natürlich vor allem in den usa. the lovin spoonful sind ja auch so ein beispiel. allerdings haben wohl wenige diesen stil über ein ganzes album durchgezogen. das zweite panama limited album könnte VIELLEICHT eher etwas für dich sein, es ist deutlich rauher und hat auch etwas ähnlichkeiten mit herrn beefheart. aber ich glaube, du hast es nicht so sehr mit folk-blues...?

nun ja, hier zwei beispiele:


...auch ich hatte außer an Mungo Jerry gleich an Lovin' Spoonful gedacht (da ist deren Übersong Summer in the city eigentlich auch ziemlich untypisch für die Band. Ja und auch mit Folk-Blues kann ich mich nicht so anfreunden, zumindest nicht in dieser Kombination. Folk an sich finde ich schon gut (hab mir erst kürzlich noch die erste CD von Folque zugelegt...aber der urtypische Blues ist mir auf Dauer zu unspannend (um nicht langweilig zu sagen ;)). Aber es kommt halt immer auf die jeweilige Instrumentierung und vor allem die Qualität der Songs an. Indian summer von Panama Limited finde ich ganz gut. Von Captain Beefheart hab ich nen DoCD-Sampler, aber den höre ich eigentlich so gut wie nie an, ist halt schon speziell diese Art von Musik. Aber generell will ich gar nichts ausschließen :D So nun will ich meinen Post nicht ohne einen Song abschließen. Vielleicht gefällt dir ja diese Version des Byrds bzw. Bob Dylan-Songs von Unit 4+2 (ist halt melodisch und eigentlich auch schon kommerziell)...

 
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