The Sound of '69

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Ein sehr schöner Bericht, danke Dir. Im Falle von CCR hab ich es leicht: Ich hab die Box "The Studio Album Collection". CCR waren im Grunde meine erste Band, bei der mir nicht nur alle Singles, sondern eigentlich auch alle Alben durchwegs immer gefallen haben. Für mich ist das heute noch eine der zeitlosesten Bands überhaupt.

Was ausserdem noch in meiner Sammlung steht, ist das erste Blue Ridge Rangers Album von 1973, was eigentlich das erste Soloalbum von John Fogerty war, auf welchem er auch alle Instrumente selber spielte. Und dann braucht man natürlich - quasi als gerechten Ausgleich, weil John Fogerty immer der Kopf von CCR war und seine brilliante Rhythmus Gruppe nie im Zentrum stand - das 1974er Album von Doug Sahm mit dem Titel "Groovers Paradise", das niemals diesen wundervollen lockeren Groove besitzen würde, wenn da nicht Doug Clifford und Stu Cook mit dabei wären. Und by the Way: Wenn Du noch gerne was Post-CCR mässiges entdecken magst, dann hör unbedingt auch mal bei der Don Harrison Band rein. Auch dort sind Doug Clifford und Stu Cook die Rhythm Section. Hast Du je eine lockerere Version von "Sixteen Tons" gehört ? Das ist doch allerbeste CCR-Tradition, ne ? Fehlt doch echt nur John Fogerty am Mikrophon...

...auch (wieder mal) lieben Dank für einen erneut ausgezeichneten Tipp.
 

nixe

Inventar
https://musikwirtschaftsforschung.w...e-fakten-eine-spurensuche-von-sabine-nikolay/
Die Rekonstruktion des Line-Ups vom Freitag, dem 15. August 1969:

Richie Havens

Country Joe McDonald solo

John Sebastian

Swami Satchidananda (er flog im selben Helikopter ein wie Sweetwater, die das Festival eigentlich hätten eröffnen sollen. John Morris ließ den Swami von der Bühne aus ein paar Worte an das Publikum richten – ein Zeichen dafür, wie verzweifelt Morris nach jemandem suchte, der das Publikum unterhielt)

Sweetwater

Bert Sommer (Artie Kornfelds Protegé noch aus Capitol-Tagen, den er damals managte)

Tim Hardin (schwer heroinsüchtig, schlecht bei Stimme)

Ravi Shankar (es beginnt zu regnen)

Melanie (ungeplanter Auftritt anstatt der Incredible String Band)

Arlo Guthrie

Joan Baez

Für den Samstag rekonstruierte Michael Lang folgendes Line-Up:

Open with Quill, then Country Joe, then Santana, then John Sebastian, also unscheduled, Keith Hartley Band, Incredible String Band, Canned Heat, Mountain, The Grateful Dead, Creedance Clearwater Revival, Janis Joplin, Sly and The Family Stone and The Who. Closed by the Jefferson Airplane at I think Sunrise.

Das tatsächlich Line-Up für Samstag den 16. August sieht so aus:

Quill (aus Schottland)

Keef Hartley Band

Santana (Durchbruch – einer der großen Erfolge von Woodstock)

The Incredible String Band (hätte eigentlich schon am Freitag auftreten sollen, bestand auf eine Verschiebung auf Samstagnachmittag – der größte Fehler ihrer Karriere. Manager damals: Joe Boyd)

Canned Heat (spielten bei Sonnenuntergang)

Mountain

Janis Joplin

The Grateful Dead

Creedance Clearwater Revival

Sly and the Family Stone

The Who

Jefferson Airplane (6:30 Uhr, Sonnenaufgang, Sonntag)

Quill und die Keef Hartley Band traten ganz sicher als die ersten beiden Acts des Samstag auf. Zu dieser Zeit waren die Kameras noch abgeschaltet. Außer einigen wenigen Film- und Tondokumenten ist von ihren Auftritten nichts überliefert, was wohl auch der Grund ist, warum niemand diese beiden Bands kennt.

Santana spielten am frühen Nachmittag. Der legendäre Auftritt ist gut dokumentiert, ebenso wie der Flop der Incredible String Band.

Canned Heat spielten bei Sonnenuntergang, was ein guter Anhaltspunkt ist und als Beweis dafür genommen werden kann, dass sich die Auftritte von Joe McDonald und John Sebastian an diesem Tag gar nicht ausgegangen wären.

Dass Janis Joplin vor The Grateful Dead auf der Bühne stand, wissen wir durch die Geschichte mit den Barschecks, die Joel Rosenman hinter die Bühne lieferte. Janis Joplin muss vor The Grateful Dead aufgetreten sein, da diese nach dem Willen ihres Managers Bill Graham erst spielen durften, sobald die Gage geliefert worden war.

Der Sonntag stellte sich laut Michael Lang folgendermaßen dar:

And Sunday The Grease Band, Joe Cocker, opened, Country Joe and The Fish came on second, Ten Years After was third, then The Band, then Johnny Winter, then Blood Sweat and Tears, Crosby, Stills, Nash & Young, The Paul Butterfield Bluesband, Sha Na Na and Jimi Hendrix who went on at 9 the next morning.

Michael Langs Erinnerung wird durch meine Recherchen bestätigt: Sonntag, 17.August 1969

Joe Cocker and The Grease Band (14 Uhr; vorher die Band instrumental)

Regen und Sturm. Unterbrechung des Programms.

Die als „No Rain Chant“ bekannt gewordene Improvisation des Publikums

Danach: Max Yasgur spricht zu den 500.000 Besuchern und Besucherinnen

Country Joe and the Fish (ca. 18 Uhr)

Ten Years After (auf dem Film ist zu sehen, dass es während ihres Auftritts schon dunkel war)

The Band

Johnny Winter

Blood Sweat and Tears

Crosby, Stills, Nash and Young

Paul Butterfield Blues Band

Sha Na Na (Sonnenaufgang)

Jimi Hendrix mit Gypsy, Sun and Rainbows – der späteren Band of Gypsies (den Namen „Experience“ legte die Band nach der Eskalation beim Auftritt am 29. Juni 1969 in Denver ab, als das Stadium und die Bühne vom Publikum gestürmt wurden)

Insgesamt traten 32 Bands auf, wenn man die Auftritte von Country Joe McDonald und Country Joe And The Fish gesondert als zwei Konzerte zählt.



Quellen:
Belmont, Bill in einem Interview in Berkeley 5. Mai 2009

Evans Mike und Paul Kingsbury, 2009, Woodstock-Chronik. München: Collection Rolf Heine.

Kruger Lewis in einem Interview im November 2008

Lang, Michael in einem Interview in Woodstock, NY, am 22. Mai 2009

Lang, Michael mit Holly George-Warren, The Road To Woodstock. From The Man Behind The Legendary Festival, New York, NY, 2009.

McDonald, Joe in einem Interview in Berkeley am 5. Mai 2009

McDonald, Joe in einem E-Mail vom 25. Mai 2009

Morris, John in einem Interview in Malibu am 10. Mai 2009

Roberts, John, Joel Rosenman and Robert Pilpel, Young Men With Unlimited Capital, New York, NY, 1974.

Rosenman, Joel in einem Interview in New York City am 18. Mai 2009
 

nixe

Inventar
CD#3: Janis Joplin Studio[edit]
CD#4: Janis Joplin Live[edit]
  1. "Raise Your Hand" (Eddie Floyd, Steve Cropper, Alvertis Isbell) – 5:31
  2. "As Good as You've Been to This World" (Nick Gravenites) – 6:25
  3. "To Love Somebody" (Barry Gibb, Robin Gibb) – 5:16
  4. "Summertime" (George Gershwin) – 5:05
  5. "Try (Just a Little Bit Harder)" (Jerry Ragovoy, Chip Taylor) – 5:13
  6. "Kozmic Blues" (Janis Joplin, Gabriel Mekler) – 4:56
  7. "Can't Turn You Loose" (Otis Redding) – 4:25
  8. "Work Me, Lord" (Gravenites) – 8:42
  9. "Piece of My Heart" (Ragovoy, Bert Berns) – 4:57
  10. "Ball and Chain" (Big Mama Thornton) – 7:42
 

nixe

Inventar
CD#7: Jefferson Airplane Studio[edit]
CD#8: Jefferson Airplane Live[edit]
  1. "Introduction" – 0:23
  2. "The Other Side of This Life" (Fred Neil) – 8:18
  3. "Somebody to Love" (Darby Slick) – 4:31
  4. "3/5 of a Mile in 10 Seconds" (Marty Balin) – 5:30
  5. "Won't You Try / Saturday Afternoon" (Paul Kantner) – 5:06
  6. "Eskimo Blue Day" (Grace Slick, Kantner) – 6:55
  7. "Plastic Fantastic Lover" (Balin) – 4:35
  8. "Wooden Ships" (David Crosby, Kantner, Stephen Stills) – 21:25
  9. "Uncle Sam Blues" (Traditional, arranged by Jorma Kaukonen, Jack Casady) – 6:12
  10. "Volunteers" (Balin, Kantner) – 3:16
  11. "The Ballad of You & Me & Pooneil" (Kantner) – 15:29
  12. "Come Back Baby" (Traditional, arranged by Kaukonen) – 6:05
  13. "White Rabbit" (G. Slick) – 2:27
  14. "The House at Pooneil Corners" (Balin, Kantner) – 9:17
 

nixe

Inventar

nixe

Inventar
Personnel[edit]
Santana[edit]
Janis Joplin[edit]
  • Janis Joplin – vocals
  • John Till – guitar
  • Richard Kermode – keyboards
  • Brad Campbell – bass
  • Maury Baker – drums
  • Terry Clements – tenor saxophone
  • Cornelius "Snooky" Flowers – baritone saxophone, vocals
  • Luis Gasca – trumpet
Sly & the Family Stone[edit]
Jefferson Airplane[edit]
Johnny Winter[edit]
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Ein sehr schöner Bericht, danke Dir. Im Falle von CCR hab ich es leicht: Ich hab die Box "The Studio Album Collection". CCR waren im Grunde meine erste Band, bei der mir nicht nur alle Singles, sondern eigentlich auch alle Alben durchwegs immer gefallen haben. Für mich ist das heute noch eine der zeitlosesten Bands überhaupt.

Was ausserdem noch in meiner Sammlung steht, ist das erste Blue Ridge Rangers Album von 1973, was eigentlich das erste Soloalbum von John Fogerty war, auf welchem er auch alle Instrumente selber spielte. Und dann braucht man natürlich - quasi als gerechten Ausgleich, weil John Fogerty immer der Kopf von CCR war und seine brilliante Rhythmus Gruppe nie im Zentrum stand - das 1974er Album von Doug Sahm mit dem Titel "Groovers Paradise", das niemals diesen wundervollen lockeren Groove besitzen würde, wenn da nicht Doug Clifford und Stu Cook mit dabei wären. Und by the Way: Wenn Du noch gerne was Post-CCR mässiges entdecken magst, dann hör unbedingt auch mal bei der Don Harrison Band rein. Auch dort sind Doug Clifford und Stu Cook die Rhythm Section. Hast Du je eine lockerere Version von "Sixteen Tons" gehört ? Das ist doch allerbeste CCR-Tradition, ne ? Fehlt doch echt nur John Fogerty am Mikrophon...

... Konnte zwei LPs ersteigern.
 

Marifloyd

Inventar
1969 erschien auch dieses tolle Livealbum von Johnny Cash.



"Cash spielte bereits zum vierten Mal in San Quentin; die Stimmung unter den Strafgefangenen, die zusammen mit den Aufsehern Cashs Publikum bildeten, war emotional sehr aufgeladen. Cash hatte schon einige Songs, auch zusammen mit seiner Frau gespielt, als er ankündigte, er habe nachmittags einen Song über seine Eindrücke, die er von San Quentin habe, geschrieben. Als er zu singen begann, verstummten die Gefangenen, um kurz darauf in frenetischen Jubel auszubrechen. Jede Zeile des Songs wie „San Quentin, may you rot and burn in hell“ oder „Do you think I'll be different when you're through“ wurde mit lauten Kommentaren und Zwischenrufen quittiert. Cash präsentierte außerdem das erste Mal den Silverstein-Hit A Boy Named Sue in voller Länge, die Single wurde ebenfalls ein Nr.-1-Hit. Beim Schlussmedley waren alle beteiligten Musiker nochmals zusammen auf der Bühne.

Auf die Frage von Ralph J. Gleason, Reporter beim San Francisco Chronicle und Mitbegründer des Rolling-Stone-Magazins, warum Cash bei den Inhaftierten so beliebt sei, antwortete einer der Strafgefangenen, Cash sei echt, und wer ein „falscher Fuffziger“ sei, würden die Gefangenen sofort merken. Cash wiederum sagte hinter der Bühne zu Gleason: „Strafgefangene sind das beste Publikum der Welt“.

Wikipedia
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Bee Gees Odessa.jpg
Bee Gees „Odessa“
Wow, in diesem Jahr wurden ja einige musikalische 50jährige gefeiert. Dabei ist ein Werk, welches mir (zumindest in meiner Jugend) viel bedeutete, ganz in Vergessenheit geraten. Odessa von den Bee Gees.
Um es zu Beginn gleich unmissverständlich, klar und deutlich zum Ausdruck zu bringen, die Bee Gees haben mir eigentlich nie so richtig was bedeutet. Klar, da waren ihre frühen Hits, als da sind „New York Mining Disaster“, „Massachusetts“, „World“, und „Words“, doch diese Titel konnte ich nie wirklich gut finden, waren das doch so richtige „Mädchensongs“. Aber auf der anderen Seite war dies auch schon die Zeit, in der ich meine ersten Versuche startete und Platten auflegte. In Erinnerung hängen geblieben ist eine tolle Schulfete, bei der ich gemeinsam mit Ulli B., der übrigens viel zu früh verstarb, auflegte. Wir haben uns gegenseitig gepuscht, es kam auch gut an, doch wir standen halt auf der einen Seite der Plattenteller und die Mädels, die so ab 1968 hier und da schon einmal einen Gedanken in unseren Überlegungen spielten, tanzten respektive hüpften auf der anderen Seite mit anderen Klassenkameraden. Doch dies nur am Rande, spielt dies bei den Gedanken zu Odessa eine eher untergeordnete Rolle. '
Nach den ersten Hits kam das Jahr 1969 und die Bee Gees veröffentlichten das Album „Odessa“. Noch heute besitze ich dieses rote Album, in Samt mit dem goldenen Aufdruck „Bee Gees – Odessa“, Polydor 583049. Damit die Samthülle nicht so abgegriffen wird, habe ich die LP schnell in eine Schutzhülle verpackt und gepflegt. An den Original-Innenhüllen ist der Zahn der Zeit dennoch nicht ohne Spuren vorüber gegangen. Sie sind vergilbt.
Später kam noch die Polydor Kurzversion (Club-Edition) sowie die Hochglanzversion von Karussell – Goldserie“ und die Polydor Box 184199/200 (deutsche Pressung) sowie einige CDs hinzu.
Was macht das Album so interessant? Zumindest die Geschichten um das Werk.
Wurde es tatsächlich aus rein kommerziellen Gründen als Doppelalbum geplant und veröffentlicht? Ist es tatsächlich ein Konzeptalbum oder hat es nur den Touch eines solchen?
Diskussionen gab es auch um die Veröffentlichung der damals zum Album gehörenden Single. Der Titelsong „Odessa“ war nämlich über sieben Minuten lang und somit eigentlich absolut Single untauglich. In Deutschland wurde zudem „Lamplight“ als Single veröffentlicht. Und genau dieser knapp fünf-minütige Song ist mein Song der Bee Gees. Seit 1970 bis heute spiele ich bei fast jeder Gelegenheit, bei der ich Platten auflege, diesen Bee Gees-Titel. Dieser Song bringt den damals bombastischen Bee Gees-Sound bestens zum Ausdruck. Der Song hat einen gewissen Touch „Schmalz“ ohne jedoch ganz ins kitschige abzudriften. Schlicht und ergreifen ein gelungenes rockmusikalisches Dokument der damaligen Zeit (wobei; damals sprach man wohl noch von Beat-Musik).
Ganz nebenbei: Das Album hat drei Instrumentaltitel. Bei diesen glänzten die Herren Gibb durch Abwesenheit, d.h. bei „Seven Seas Symphony“ bediente Maurice die schwarz/weißen Tasten.
Noch eine Anmerkung zum Cover der Erstauflage:
Das Cover hatte die Optik eines roten Samtüberzugs (wie schon erwähnt). Tatsächlich war es aber nur Filz. Wie auch immer, es ist schon ein besonderes Cover. Leider besitze ich nur die UK-Version. Dort blieb es bis zunächst auch dabei, später wurden die LPs einzeln verkauft.
In Deutschland wurde dann aus dem Samt (respektive Filz)- ein Hochglanzcover. Aus hygienischen Gesichtspunkten absolut die bessere Variante, muss das Filz von Zeit zu Zeit immer wieder vorsichtig gereinigt werden, damit es auch weiterhin die perfekte Optik behält.
Die Hochglanzversion erschien beim Label „Karussell“. Die Gründe hierfür erschließen sich mir nicht, war „Karussell“ zunächst ein Label für Märchenplatten und später ein Synonym für niederpreisige Veröffentlichungen. Diese Bee-Gees-Platte ist übrigens die einzige Karussell-Veröffentlichung in meiner Sammlung...
Im Jahr nach „Odessa“ brachten die Bee Gees (Barry & Maurice) die LP „Songs Of Cucumber Castle“ (natürlich wieder bei Polydor) heraus. Auf dieser LP ist der Song „I.O.I.O.“, dem ich ebenfalls noch etwas abgewinnen kann, doch weder vor noch nach „Odessa“ hatten die Bee Gees diese Faszination für mich, wie eben im Jahr 1969.
 

Marifloyd

Inventar
Anhang anzeigen 6094
Bee Gees „Odessa“
Wow, in diesem Jahr wurden ja einige musikalische 50jährige gefeiert. Dabei ist ein Werk, welches mir (zumindest in meiner Jugend) viel bedeutete, ganz in Vergessenheit geraten. Odessa von den Bee Gees.
Um es zu Beginn gleich unmissverständlich, klar und deutlich zum Ausdruck zu bringen, die Bee Gees haben mir eigentlich nie so richtig was bedeutet. Klar, da waren ihre frühen Hits, als da sind „New York Mining Disaster“, „Massachusetts“, „World“, und „Words“, doch diese Titel konnte ich nie wirklich gut finden, waren das doch so richtige „Mädchensongs“. Aber auf der anderen Seite war dies auch schon die Zeit, in der ich meine ersten Versuche startete und Platten auflegte. In Erinnerung hängen geblieben ist eine tolle Schulfete, bei der ich gemeinsam mit Ulli B., der übrigens viel zu früh verstarb, auflegte. Wir haben uns gegenseitig gepuscht, es kam auch gut an, doch wir standen halt auf der einen Seite der Plattenteller und die Mädels, die so ab 1968 hier und da schon einmal einen Gedanken in unseren Überlegungen spielten, tanzten respektive hüpften auf der anderen Seite mit anderen Klassenkameraden. Doch dies nur am Rande, spielt dies bei den Gedanken zu Odessa eine eher untergeordnete Rolle. '
Nach den ersten Hits kam das Jahr 1969 und die Bee Gees veröffentlichten das Album „Odessa“. Noch heute besitze ich dieses rote Album, in Samt mit dem goldenen Aufdruck „Bee Gees – Odessa“, Polydor 583049. Damit die Samthülle nicht so abgegriffen wird, habe ich die LP schnell in eine Schutzhülle verpackt und gepflegt. An den Original-Innenhüllen ist der Zahn der Zeit dennoch nicht ohne Spuren vorüber gegangen. Sie sind vergilbt.
Später kam noch die Polydor Kurzversion (Club-Edition) sowie die Hochglanzversion von Karussell – Goldserie“ und die Polydor Box 184199/200 (deutsche Pressung) sowie einige CDs hinzu.
Was macht das Album so interessant? Zumindest die Geschichten um das Werk.
Wurde es tatsächlich aus rein kommerziellen Gründen als Doppelalbum geplant und veröffentlicht? Ist es tatsächlich ein Konzeptalbum oder hat es nur den Touch eines solchen?
Diskussionen gab es auch um die Veröffentlichung der damals zum Album gehörenden Single. Der Titelsong „Odessa“ war nämlich über sieben Minuten lang und somit eigentlich absolut Single untauglich. In Deutschland wurde zudem „Lamplight“ als Single veröffentlicht. Und genau dieser knapp fünf-minütige Song ist mein Song der Bee Gees. Seit 1970 bis heute spiele ich bei fast jeder Gelegenheit, bei der ich Platten auflege, diesen Bee Gees-Titel. Dieser Song bringt den damals bombastischen Bee Gees-Sound bestens zum Ausdruck. Der Song hat einen gewissen Touch „Schmalz“ ohne jedoch ganz ins kitschige abzudriften. Schlicht und ergreifen ein gelungenes rockmusikalisches Dokument der damaligen Zeit (wobei; damals sprach man wohl noch von Beat-Musik).
Ganz nebenbei: Das Album hat drei Instrumentaltitel. Bei diesen glänzten die Herren Gibb durch Abwesenheit, d.h. bei „Seven Seas Symphony“ bediente Maurice die schwarz/weißen Tasten.
Noch eine Anmerkung zum Cover der Erstauflage:
Das Cover hatte die Optik eines roten Samtüberzugs (wie schon erwähnt). Tatsächlich war es aber nur Filz. Wie auch immer, es ist schon ein besonderes Cover. Leider besitze ich nur die UK-Version. Dort blieb es bis zunächst auch dabei, später wurden die LPs einzeln verkauft.
In Deutschland wurde dann aus dem Samt (respektive Filz)- ein Hochglanzcover. Aus hygienischen Gesichtspunkten absolut die bessere Variante, muss das Filz von Zeit zu Zeit immer wieder vorsichtig gereinigt werden, damit es auch weiterhin die perfekte Optik behält.
Die Hochglanzversion erschien beim Label „Karussell“. Die Gründe hierfür erschließen sich mir nicht, war „Karussell“ zunächst ein Label für Märchenplatten und später ein Synonym für niederpreisige Veröffentlichungen. Diese Bee-Gees-Platte ist übrigens die einzige Karussell-Veröffentlichung in meiner Sammlung...
Im Jahr nach „Odessa“ brachten die Bee Gees (Barry & Maurice) die LP „Songs Of Cucumber Castle“ (natürlich wieder bei Polydor) heraus. Auf dieser LP ist der Song „I.O.I.O.“, dem ich ebenfalls noch etwas abgewinnen kann, doch weder vor noch nach „Odessa“ hatten die Bee Gees diese Faszination für mich, wie eben im Jahr 1969.
Eine richtig schöne und informative Rezension zu diesem Album. Es steht als Vinyl auch in meiner Sammlung. Leider in einem etwas angeschlagenen Zustand. :)
 

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