Steven Wilson / Porcupine Tree etc.

Jester1969

Mitglied
Auch ich wollte auch nichts mehr dazu schreiben. Nach dem Interview im Heft muss ich aber ein paar Gedanken loswerden.
Seinen Ansatz verstehe ich sehr wohl und auch seine Provokation. Wenn er aber "in dem Sinne" sagt, dass was er schonmal gemacht hat, langweilt ihn, er will sich ausprobieren und das alte Publikum ist zweitrangig, ist das mehr als grenzwertig. Er sieht sich als Künstler, der sich entwickelt: dann ist das doch eine schallende Ohrfeige an alle anderen Künstler, die quasi in ihrem Genre bleiben und Freude daran haben, wie sie ihrem Publikum Freude bringen. Jüngstes Beispiel: AC/DC. Aber auch viele Künstler die er offensichtlich verehrt
bleiben ihrem Stil nahezu treu und bauen sich dadurch eine Fanbase auf, um gemeinsam Freude an der Musik zu haben. Was ist daran schlimm. Man kann sich doch im Genre entwickeln?
Klar gibt es auch Gegenbeispiele, die mal funktionieren oder schiefgehen. Ich greife mal 3 heraus, die hier im Forum auch schon öfter genannt wurden: The Elder von KISS: Ich fand die Platte ambitioniert, aber ich verstehe auch dass viele das nicht gut fanden. Gebraucht hätte ich sie auch nicht. Und was ist mit dem Werdegang von Mark Hollis? Das gab es auch Langezeit zwiegespaltene Meinungen, dennoch ist sein Weg für mich wesentlich nachvollziehbarer. Was ist mit Dream Theaters Astonishing. Auch ihnen wurde durch ihre Vergangenheit, die Möglichkeit gegeben, was zu probieren. Darf man ihnen nach so vielen Jahren auch mal zugestehen.

Was will er denn wirklich? Wenn man so eine Gabe hat und sich so viele Anhänger erarbeitet, denen er Freude bringt, warum will er die mit Absicht verscheuchen? Geht es ihm wirklich nur um sich? Wer hat ihm denn zu der künstlerischen Freiheit verholfen? Wie kann er sagen, dass ihm diese Leute jetzt gleichgültig sind? Klar, er kann machen wozu er Lust hat: Im Grunde muss es ihm Spaß machen (und vermutlich Kohle bringen). Es hätte bstimmt aber auch andere Möglichkeiten gegeben um sich auszuleben. Das hat er doch in der Vergangenheit mit seinen vielen Projekten auch gemacht. Ich ziehe nochmals den Vergleich zu Mariusz Duda. Er hat wohl lange nicht den Stellenwert wie SW, aber mir gefällt es wie er seine andere Ader mit Lunatic Soul auslebt und dennoch Riverside liebt. Wenn Lunatic Soul HipHop wäre, würde ich es nicht hören, aber dennoch auf jedes Riverside Album hin fiebern.
Fazit: Das was er sich seit Jahren mit seinem "Käufern" aufgebaut hat, ist ihm wohl scheissgal. Soll die Platten kaufen wer will und ich pfeif auch auf eine komplette Diskographie. Wer will denn, wenn es mal wieder möglich ist, so ein Konzert besuchen? Ich denke nur an Permanating direkt nach Arriving Somewhere aus Home Invasion. Boah :-( Nur meine Meinung.
 

Georg

Alter Hase
Ich denke nur an Permanating direkt nach Arriving Somewhere aus Home Invasion. Boah :-( Nur meine Meinung.
:D witzig. Es wäre trotzdem mal interessant zu erfahren, wie die Setlist aussehen wird und welches Publikum dann seine Live-Konzerte besucht. (Althippies und Metaller werden da bestimmt nicht mehr am Start sein!?) "Stühlchenkonzerte"?, die neue Zielgruppe will sich doch bestimmt auch ein bisschen bewegen?
 

Jester.D

Aktives Mitglied
Ja, dazu muss ich natürlich anfügen, dass ich noch nie ein großer Fan seiner Soloplatten war. Ich fand den aufgebauschten Hype schon immer maßlos übertrieben.
 

soylent_gelb

Mitglied
Manche übertreiben hier ein bisschen mit ihrer Rage. Ich finde es völlig legitim, dass Künstler zu aller erst mal das machen, was sie machen wollen und sich nicht um irgendwelche Schubladen und Fanerwartungen scheren. Die Älteren werden sich erinnern, wie groß die Entrüstung mancher eingeschworenen U2-Fans damals über Zooropa & Pop (heute wird den 90ern als deren kreativste Phase nachgetrauert, so ändern sich die Zeiten!!!) und mitunter sogar über das Meisterwerk Achtung Baby war. Wie sagte Bono zu Achtung Baby-Zeiten damals: "Maybe we'll use some of the pop kids ..." (okay, ob man die U2-Fans als Popkids bezeichnen sollte...) "but we don't need them!"

Ich hab das Album natürlich noch nicht gehört. Bisher noch nicht mal die runtergeladenen B-Seiten. Hier aber auch mal wieder eine positivere Stimme:

 

Senfei

Mitglied
Manche übertreiben hier ein bisschen mit ihrer Rage. Ich finde es völlig legitim, dass Künstler zu aller erst mal das machen, was sie machen wollen und sich nicht um irgendwelche Schubladen und Fanerwartungen scheren.
.... Hier aber auch mal wieder eine positivere Stimme:
Mir gefallen alle Porcupine Tree Alben, mir gefallen auch nahezu alle Steven Wilson Solowerke. Bei seinem letzten Album "To the bone" war da aber schon ein heftiger "Spurwechsel" und witzigerweise fand ich die Bonus-CD wesentlich interesanter als das eigentliche Album. Und mit seinem neuesten Werk kann ich bislang rein gar nichts anfangen, das habe ich auch schon mehrfach geschrieben hier.
Was der Rezensent Andreas Schiffmann da aber von sich gibt, so einen Käse habe ich lange nicht mehr gelesen.
Und in diesem Kontext Steven Wilson mit den großen CAN zu vergleichen, das grenzt für mich an Blasphemie.
 

Senfei

Mitglied
.... Wer will denn, wenn es mal wieder möglich ist, so ein Konzert besuchen? Ich denke nur an Permanating direkt nach Arriving Somewhere aus Home Invasion. Boah :-( Nur meine Meinung.
Es ist wirklich ein schwieriger Spagat, aber genau deswegen will ich ihn versuchen.
Wir haben uns Karten gekauft für das Steven Wilson Konzert im September in Hamburg. Bisher habe ich ihn dreimal live erleben dürfen und es war jedesmal genial. So hoffe ich sehr, dass er auf der neuen Tour (falls sie denn stattfindet) eben nicht nur sein neues Zeug spielt, sondern auch wenigstens zur Hälfte altes Material. Ein Liveerlebnis ist ja ohnehin immer anders als die "Konserve im Sessel".
Ich frage mich gerade: Ist das Konzert dann die letzte Chance, die ich ihm gebe, in Zukunft noch zu meinen Favoriten zu gehören oder ist es eine Chance für mich, das neue Material zu begreifen ?
 

Jester1969

Mitglied
Es ist wirklich ein schwieriger Spagat, aber genau deswegen will ich ihn versuchen.
Wir haben uns Karten gekauft für das Steven Wilson Konzert im September in Hamburg. Bisher habe ich ihn dreimal live erleben dürfen und es war jedesmal genial. So hoffe ich sehr, dass er auf der neuen Tour (falls sie denn stattfindet) eben nicht nur sein neues Zeug spielt, sondern auch wenigstens zur Hälfte altes Material. Ein Liveerlebnis ist ja ohnehin immer anders als die "Konserve im Sessel".
Ich frage mich gerade: Ist das Konzert dann die letzte Chance, die ich ihm gebe, in Zukunft noch zu meinen Favoriten zu gehören oder ist es eine Chance für mich, das neue Material zu begreifen ?
Also ich fühl mich mittlerweile von ihm verarscht. Er sagt es doch auch im Interview im Heft mit seiner Ironie. Er kann machen was er will - die Leute kaufen es. Der Kommerz eben.
Zitat: "Ihr wollt mehr von dem alten Scheiß? Den gebe ich euch nicht. Seit gefälligst offen für Neues"
Ätsch! Was soll man dazu sagen? Wir finanzieren ihm seine Selbstdarstellung.
 

passionplayer

Mitglied
Es ist wirklich ein schwieriger Spagat, aber genau deswegen will ich ihn versuchen.
Wir haben uns Karten gekauft für das Steven Wilson Konzert im September in Hamburg. Bisher habe ich ihn dreimal live erleben dürfen und es war jedesmal genial. So hoffe ich sehr, dass er auf der neuen Tour (falls sie denn stattfindet) eben nicht nur sein neues Zeug spielt, sondern auch wenigstens zur Hälfte altes Material. Ein Liveerlebnis ist ja ohnehin immer anders als die "Konserve im Sessel".
Ich frage mich gerade: Ist das Konzert dann die letzte Chance, die ich ihm gebe, in Zukunft noch zu meinen Favoriten zu gehören oder ist es eine Chance für mich, das neue Material zu begreifen ?
Da wird er nicht drumherum kommen, die neue Platte ist ja nur 42 Minuten lang.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Also mich erinnert die Diskussion teilweise an die 90er, als Teenie-Groupies ihre CDs, Shirts etc. verbrannten... weil ihr geliebter Boy-Group-Hüpfer (nennen wir ihn mal Justin), dem sie alles, aber auch wirklich alles abgekauft haben in der Hoffnung, er werde sie erhören... sich irgendwann mal outete und bekanntgab: ich steh auf Jungs. Das war Verrat!!! ...und führte zu suicidalen Weinkrampf-Orgien bis hin zu Morddrohungen gegen das Jungchen... ;):p ...also soweit ist hier hoffentlich niemand....

....neeeee... garantiert nicht.... :cool: ...alle cool wie Sheldon.

Mal abgesehen davon gab es z.B. bei ANATHEMA auch einen Terz der Metal-Fans, als diese plötzlich Art-Rock mit viel (gutem) Pop-Appeal spielten.
Auch ULVER bringen jedesmal eine Platte raus, die sich von allen anderen unterscheidet. Der Zorn der Gemeinde hält sich da aber in Grenzen.
Und rein wirtschaftlich hat das was SW macht nun nicht wirklich etwas vorteilhaftes an sich. er bringt ein Album raus, mit dem er den Dogmatikern unter seinen Anhängern eine vor den Latz knallt, und so schon mal einen großen Teil Käufer verliert.
das Album ist zudem so kopflastig, das er es schwer hat eine große Käuferschicht dafür aufzutun, zumindest im Bereich der Club-Szene, der einige hier das Album wohl zuschreiben werden. Macht sich darüberhinaus im Lockdown, wo jeder Tanz-Tempel zu hat, auch nicht gerade verkaufsfördernd bemerkbar. Also ihm da Abzocke zu unterstellen ist ökonomisch gesehen Unsinn.
Also schön locker zurücklehnen... und das Album denen überlassen die etwas mit Musik jenseits von Rock anfangen können.

P.S.: weil angesprochen: AC/DC waren... sind... und werden wohl auch künftig eine reine Marketing-Band bleiben. Der Wein verschiedener Jahrgänge wird solange verschnitten bis die Brühe immer gleich schmeckt. Natürlich darf da aus unternehmerischer Sicht nichts am Produkt geändert werden. Der Masse gefällts, und fertig
 

soylent_gelb

Mitglied
@Jester1969 : Sorry, aber diese Einstellung ist doch prinzipiell genau die richtige bzgl. Fans, die immer nur "den alten Sound" hören wollen. Sehe da nix Arschiges dran. Siehe oben (U2 in den 90ern). :)

Und Konzerte werden doch hoffentlich länger als ne knappe Dreiviertelstunde und sind daher doch sowieso ne Mischung aus alt und neu...

Und er will sich wohl auch mehr an Künstlern orientieren, die ihre Richtung immer wieder mal ändern. Also ganz bestimmt an so jemanden wie David Bowie mehr als an eine Band wie AC/DC...
 
Zuletzt bearbeitet:

Jester1969

Mitglied
@Jester1969 : Sorry, aber diese Einstellung ist doch prinzipiell genau die richtige bzgl. Fans, die immer nur "den alten Sound" hören wollen. Sehe da nix Arschiges dran. Siehe oben (U2 in den 90ern). :)
Hab ich das gesagt? Nein! Die Frage ist doch die. Was stört ihn an den Fans die den alten Sound mögen und ihn finanziert haben, damit er sich jetzt ausleben kann? Wieso denkt er sie wären nicht offen für neues, nur weil sie sein neues Zeug nicht mögen?

Und Konzerte werden doch hoffentlich länger als ne knappe Dreiviertelstunde und sind daher doch sowieso ne Mischung aus alt und neu...
Eben, aber warum soll ich mir das antun, nur um am Ende des Konzerts nochmal alte PT Sachen zu hören oder den Raben?
Ist auch nur meine Ansicht. Muss ja nicht der Allgemeinheit entsprechen.
Und er will sich wohl auch mehr an Künstlern orientieren, die ihre Richtung immer wieder mal ändern. Also ganz bestimmt an so jemanden wie David Bowie mehr als an eine Band wie AC/DC...
Hab ich doch gesagt. Soll er doch. Dennoch entwickeln sich andere, die ihrem Stil nahezu treu bleiben, auch weiter. Glaubt er denn allen Ernstes, dass sie im Genre bleiben, nur wegen der Kohle und dem Kommerz. Dass mag für manche so sein, aber den meisten macht es hoffentlich Freude ihre Musik zu spielen.
Nochmal: Ich kauf doch Platten, wenn sie mir gefallen und nicht weil SW oder sonst was drauf steht. Somit kann er sich gerne austoben.
Es geht doch eher um Grundsätzliches.
Sein Interview, war für mich Kritik an seinen engstirnigen Ex-Fans und an anderen Künstlern, die nix Neues wagen.

Vielleicht braucht es einen Thread für "Bands/Künstler mit Stilwechsel und die Auswirkungen auf die Karriere".
 

toni

Alter Hase
Ich kauf doch Platten, wenn sie mir gefallen und nicht weil SW oder sonst was drauf steht.
So sollte es auch sein !

Aber warum gebt ihr ihm so eine Plattform hier ? o_O

Immer im Gespräch und Diskussionen über ihn ,
eine bessere Werbung gibt es wohl nicht .
Lasst es sein und gut ist , an sonst profitiert er ja nur davon !


Nur schon alleine hier im Forum hat er 35K Aufrufe
Es läuft für ihn , also alles richtig gemacht , würde ich meinen !
 
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Jester1969

Mitglied
So sollte es auch sein !

Aber warum gebt ihr ihm so eine Plattform hier ? o_O

Immer im Gespräch und Diskussionen über ihn ,
eine bessere Werbung gibt es wohl nicht .
Lasst es sein und gut ist , an sonst profitiert er ja nur davon !


Nur schon alleine hier im Forum hat er 35K Aufrufe
Es läuft für ihn , also alles richtig gemacht , würde ich meinen !
Geb dir absolut Recht. Ich bin meine Meinung zu seinem Interview losgeworden. Das soll auch genügen.
Dann hör ich mir später auf DVD den alten "Scheiß" von PT an und freu mich.
 

Senfei

Mitglied
So sollte es auch sein !

Aber warum gebt ihr ihm so eine Plattform hier ? o_O

Immer im Gespräch und Diskussionen über ihn ,
eine bessere Werbung gibt es wohl nicht .
Lasst es sein und gut ist , an sonst profitiert er ja nur davon !


Nur schon alleine hier im Forum hat er 35K Aufrufe
Es läuft für ihn , also alles richtig gemacht , würde ich meinen !
Immer im Gespräch zu sein oder zu bleiben, bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass das von Vorteil sein muss.
Wir halten uns hier auf dem Laufenden und neueste Auskopplungen seines Albums sind hier auch sofort präsent. In der Konsequenz dessen habe so einige hier ihre Vorbestellungen rückgängig gemacht und storniert.
Ich denke, von seiner bisherigen Hörerschaft wird er einen beachtlichen Teil verlieren.
 

Georg

Alter Hase
So sollte es auch sein !

Aber warum gebt ihr ihm so eine Plattform hier ? o_O

Immer im Gespräch und Diskussionen über ihn ,
eine bessere Werbung gibt es wohl nicht .
Lasst es sein und gut ist , an sonst profitiert er ja nur davon !


Nur schon alleine hier im Forum hat er 35K Aufrufe
Es läuft für ihn , also alles richtig gemacht , würde ich meinen !
Mmh, er gehört ja auch viele schöne Jahre zu unserer eigenen Musiksozialisation (remember 2013 NoTP, für mich unvergesslich, dieser "Dolby Surround sound" oder was das so war, (er spielt vorne und die Musik kommt von hinten)
Anscheinend "schreibt" er seine musikalische Autobiografie, wer weiß schon, was da noch kommt, nachdem er momentan seine Gitarre weggelegt hat und auf dem "Orgelchen" rumklippert, vielleicht spielt er später mal auf einem "tiefer gelegten" Bass ?
 
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Okzitane

Aktives Mitglied
Wäre zumindest interessanter als die Heulboje von BLACK SABBATH noch mal neu abzumischen... oder er beherrscht digitale Technik mittlerweile so gut, das selbst aus O.O. noch was brauchbares wird... :p

...ne, das schafft nicht mal die teuerste Software
 

Senfei

Mitglied
Es gibt noch Hoffnung. Wilson hat die Deluxe Box Vol.4 von Black Sabbath neu abgemischt. (VÖ 02/2021) Vielleicht wird das nächste Album Heavy Metal, ich hätte nichts dagegen. :cool:
Ja, beim remixen hat Herr Wilson ein sehr gutes Händchen.
Das wissen inzwischen King Crimson, Jethro Tull, Gentle Giant, Yes, ELP und viele andere sehr zu schätzen.
Jetzt auch Black Sabbath mit Kultsänger Ozzy Osbourne, das gefällt mir.
 

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