Space Rock

GRACEROOMS

Aus aktuellem Anlass. Gregoor van der Loo, alias Gracerooms, Kolaborateur auf dem aktuellen Ed Wynne Album, macht seit 20 Jahren Alben im Stil der elektronischen Ozrics, auch für Rockmusik Hörer geeignet, ohne das manchmal nervende Goa-Gewummer. Ist ebenfalls mit Pete Mush von Quantum Fantay befreundet und musiziert mit ihm, allerdings bislang ohne Veröffentlichungen.

Er betreibt die "Azijnfabriek" in Roermond, knapp hinter der niederländischen Grenze, und legt dort selbst regelmäßig auf.


 
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Was neues oder altes oder umgekehrt, was altes neues vom Skagerrak:
Øresund Space Collective - Oily Echoes Of The Soul
 
Von der Nordostsee gehts direkt nach Nordostbayern, nach Rottendorf; da gibts Oriental-Space-Rock von Grombira:
"Lunar Dunes" heißt die dritte Scheibe, der "bajuwarischen Tuaregs":
hier Dune Tune

und von der ersten, selbstbetitelten Scheibe von 2017. der Oriental Space-Song "Goats in Space":
 
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THE ULLULATORS

Die meisten aktiven Musikhörer sollten zumindest den Namen "Ozric Tentacles" schon mal gehört haben. Bei "The Ullulators" werden es mit Sicherheit die Allerallerwenigsten sein. Und das ist Stoff für eine schönes Drehbuch.

Die beiden Bands wären in einem Psychothriller Zwillingsbrüder, die kurz nach der Geburt getrennt wurden. Einer machte glamouröse Karriere, der andere wurde kriminell. Den Film müßte aber einer wie Scorsese drehen, denn zu entscheiden, wer von beiden nun der Gute oder Böse ist, würde dem Betrachter überlassen.

Eines der Gründungsmitglieder der Ozrics, Gitarrist Gavin Griffiths, begann dieses Projekt Mitter der 80er, natürlich auch innerhalb der Free Festival Szene. Über die Jahre spielte fast jeder frühere Ozric bei den Ullulators, Joie Hinton und Tig van Gelder waren sogar so etwas wie "feste" Bandmitglieder. Anders als die Ozrics, strebten sie nicht nach einem gepflegten Space Rock, blieben stets experimentell, legten sehr viel mehr Wert auf Weltmusik-Einflüsse, Dub, Improvisation. So könnte man sagen, die Ozrics hätten wie die Ullulators geklungen, wenn sie keine "kommerzielle" Karriere eingeschlagen hätten. Eine "Recording-Career" hat Griffiths ebenfalls nie angestrebt, deswegen gab es fast ausschließlich die obligatorischen Kassetten.

Nach einer langen Pause ist Griffiths wieder mit den Ullulators aktiv und hat sogar eine bandcamp Seite eingerichtet auf der man die Kassetten-Releases downloaden kann: The Ullulators bandcamp
Gavin selbst schreibt dort ausführlich und sehr unterhaltsam über den Hintergrund der jeweiligen Aufnahmen

 
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A.N.O.M.I.E.

StuArt Barton und Goatoid Wilson waren Schulfreunden, fanatische Pink Floyd Fans und gründeten mit jungen Jahren "The Men from A.N.O.M.I.E.", später nur noch A.N.O.M.I.E.
Als Duo deckten sie eine breite Klangpalette ab, von frühen deutschen Elektronikbands, bis zu den experimentellen Seiten von Pink Floyd, Hawkwind usw. Legendär waren ihre multimedialen Liveshows, in denen sie ihre Musik mit gesampleten Videoausschnitten und Filmtext- und Redenauszügen unterlegten.

2004 spielten sie bei einer Record-Release Party von Litmus ihr letztes Konzert. Sie wollten eine Auszeit nehmen und neue Projekte ausprobieren. Kurz später heiratete StuArt, sein Jugendfreund Goatoid war auf ausdrücklichen Wunsch der Braut nicht eingeladen (obwohl ich glaube, dass der Grund für die Ausladung Goatoids Freundin war) und seitdem haben die beiden kein Wort mehr miteinander geredet. Viel Tratsch, ich weiß, und an sich eine traurige Geschichte, aber ich glaube, das hat was von Rock 'n Roll.


ADDENDUM
Die beiden betrieben auf dem Glastonbury Zeltplatz eine der zahllosen unabhängigen Bühnen und nannten sie "Free Energy Stage". Der Generator wurde von zwei aufgebockten Fahrrädern angetrieben und Livemusik gab es nur, wenn sich Freiwillige bereit erklärten, in die Pedale zu treten. Bevor wir eine Technologie weiter benutzen, die in der Lage ist, ganze Landschaften innerhalb von Sekunden zu veröden und hunderttausende Menschen obdach- und heimatlos zu machen, wäre Free Energy das überzeugendere Konzept.
 
LITMUS

Wurde wiederholt genannt. Echter "Rock", hart, uptempo, Grobi-Material. Warum sie hierzulande bekannter sind, obwohl veröffentlichungstechnisch nicht aktiver als viele andere britische Bands, hat seinen Grund, auf den ich hier eingehen will.

Präambel:
Hawkwind sind zweifellos eine "people's band". Bodenständig, bewegen sich auf Augenhöhe mit den Fans, veranstalten ein jährliches Hawkfest, auf dem es keinen Backstage gibt, Bands und Besucher zelten im selben Bereich.
Der sicherste Weg, sich furchtbar mit ihnen zu überwerfen, ist in irgendeiner Form geschäftlich in Verbindung zu treten.

Colin Allen war Hochschuldozent und großer Hawkwind Fan, der mehrere Konzerte jedes Jahr besuchte. Irgendwann trat er mit ein paar Ideen an Dave Brock heran und kurz später wurde er Hawkwinds "business manager". Das weckte den Neid von Rik Richardson, ebenfalls langjähriger Fan der ab und zu das Artwork für HW machte und bis dahin das Ohr von Brock hatte. Also streute er das unbegründete Gerücht, Allen würde sich hinter Brocks Rücken bereichern, indem er Bootlegs verkaufte. In typischem Hawkwind Standgerichtstil, wurde Allen rausgeschmissen. (Das selbe Schicksal ereilte Richardson wenige Jahre später übrigens auch).

Colin Allen war so stinksauer, daß er sich eine Band aus dem Hawkwind Umfeld schnappte, Litmus, und versuchte, sie mit seinen Methoden erfolgreicher zu machen als HW. Und tatsächlich hat er sie fast auf jedem einschlägigen europäischen Festival zu der Zeit, erste Dekade der 2000er, untergebracht. Darunter auch Roadburn, Herzberg, das kurzlebige "2 Days of Love and Peace" in Wuppertal. In den Zeitraum fielen auch die einzigen Album Veröffentlichungen.
Vor 10 Jahren war aber abrupt Schluss. Keine Ahnung was passiert ist. Zu Colin Allen habe ich seit Jahren keinen Kontakt mehr gehabt.
 
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ROVO

Und da wir gerade von Musikstilen sprechen..

Rovo aus Japan sind seit über 20 jahren aktiv, instrumental, wo Psychedelic aufhört und Space Rock anfängt überlasse ich dem Hörer. Die Jazz-Elemente kann er dann auch gleich mit einordnen. Von den ganzen Space Rock Bands, die ich kenne, sind sie zweifelsohne technisch die versiertesten.
2013 veröffentlichten sie mit Steve Hillage und Miquette Giraudy (System 7) das Album "Phoenix Rising". Ein weiteres Muss.... für jede vielseitige Rock Sammlung.

 
ROVO

Und da wir gerade von Musikstilen sprechen..

Rovo aus Japan sind seit über 20 jahren aktiv, instrumental, wo Psychedelic aufhört und Space Rock anfängt überlasse ich dem Hörer. Die Jazz-Elemente kann er dann auch gleich mit einordnen. Von den ganzen Space Rock Bands, die ich kenne, sind sie zweifelsohne technisch die versiertesten.
2013 veröffentlichten sie mit Steve Hillage und Miquette Giraudy (System 7) das Album "Phoenix Rising". Ein weiteres Muss.... für jede vielseitige Rock Sammlung.

Ja, die Phoenix Rising, Hinotori und von System 7 "Seventh wave" habe ich
 
Acid Mothers Temple & the Melting Paraiso U.F.O, Kawabata Makoto & the Mothers of Invasion, Acid Mothers Temple SWR, Acid Mothers Gong, Acid Mothers Afrirampo, Acid Mothers Temple & the Cosmic Inferno,
Acid Mothers Temple & the Pink Ladies Blues, Acid Mothers Temple & the Incredible Strange Band, Acid Mothers Guru Guru, MMMH!, Acid Mothers Temple & Space Paranoid, Acid Mothers Temple schlag-mich-tot, Acid Mothers Temple schlag-dich-tot


Ich wünschte, weeping elf würde sich des Themas "Kawabata Makoto" annehmen und etwas Ordnung in seine (Makotos) Birne bringen.
Und wenn jemand behaupten sollte, AMT wären nicht wirklich Space Rock, dann schleppe ich denjenigen zum ihrem nächsten Konzert in eine Frankfurter Bar und fessle ihn an den Audio Generator. Ich garantiere, danach fühlt er sich 3 Wochen lang, als hätte er beim Start der Discovery zu ihrer Odyssee im Weltraum direkt neben der Rampe gestanden.

 
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(...)
Und wenn jemand behaupten sollte, AMT wären nicht wirklich Space Rock, dann schleppe ich denjenigen zum ihrem nächsten Konzert in eine Frankfurter Bar und fessle ihn an den Audio Generator. Ich garantiere, danach fühlt er sich 3 Wochen lang, als hätte er beim Start der Discovery zu ihrer Odyssee im Weltraum direkt neben der Rampe gestanden.

:) Sehr schöne Beschreibung; an Acid Mothers Temple für diesen Thread hatte ich auch schon gedacht, allerdings ein bisschen Angst vor den Psychedelic Thread-Erstellern, die vielleicht dann schreiben würden, ey... das ist unsere Kapelle
 
Ja, das habe ich auch nicht verstanden; es würde mich sehr wundern, wenn Acid Mothers Temple in deine Musikwelt passen würde; da würde ich eher, mit ziemlicher Sicherheit, nixe vermuten...
Joerg hat eine analytische Herangehensweise, wenn es darum geht, Phänomene in der Musikwelt zu verstehen und zu erklären. Und deswegen erwarte ich von ihm eher eine Erklärung, wie, wann und warum Makoto seiner Band einen neuen Aufhänger gibt, als von allen anderen.
Es geht um die Anschauung, nicht um den Geschmack. Daß er keine 5 Minuten Pink Lady Lemonade erträgt, steht ausser Frage.
 
Joerg hat eine analytische Herangehensweise, wenn es darum geht, Phänomene in der Musikwelt zu verstehen und zu erklären. Und deswegen erwarte ich von ihm eher eine Erklärung, wie, wann und warum Makoto seiner Band einen neuen Aufhänger gibt, als von allen anderen.
Es geht um die Anschauung, nicht um den Geschmack. Daß er keine 5 Minuten Pink Lady Lemonade erträgt, steht ausser Frage.
Achso, jetzt hab ichs. "Ordnung in Makotos Birne zu bringen" heißt das Thema....
 
DIE RAUMPATROUILLE

Kenne genausowenig von denen wie fast alle anderen Menschen auf diesem Planeten. Das allererste Konzert findet am 10. November in Heidelberg statt. Besetzung?
Ax Genrich, Sula Bassana, Conni Maly, Steff Bollack!

Wer beim ersten Konzert von ELP nicht anwesend sein konnte, oder beim ersten Auftritt von Transatlantic, sollte sich das nicht entgehen lassen. Später könnte man sagen, man war bei der Geburt einer neuen Superband dabei gewesen. Und wenn es nicht dazu kommen sollte, für gute Unterhaltung sorgen diese Namen allemal.

Bleibt noch die Frage, ob es Space Rock oder Jam werden wird. Keine Ahnung, siehe oben. Aber Constanze wird bestimmt für ordentlich Gequietsche sorgen.

Die Raumpatrouille - Premiere
 
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JOHNSON NOISE

Über Liquid Vision wurde bereits geschrieben. Zwei der ehemaligen Mitglieder, Kiryk Drewinski und Dave Schmidt, haben sich in der alternativen Musikszene einen Namen gemacht, um den Schlagzeuger Chris Schwartzkinsky ist es still geworden.
Vor Liquid Visions hatte er eine tolle, urig-psychedelische Space Rock Band am start, Johnson Noise, mit denen er ein gleichnamiges Album veröffentlichte und das durch seine Minimalproduktion herrlich nach proto-Kraut klang. Nach seiner Zeit bei LV machte er noch ein zweites Album, "Undine", das jedoch völlig anders klang, sehr Ozrics-inspiriert, glasklar produziert, sauber gespielt. Bekommt man heutzutage wahrscheinlich nur noch über discogs, lohnt aber die Suche. Finde leider nirgendwo im Netz Hörproben davon.

 

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