Space Rock

Diese jungen Bands können sich ja richtig austoben. Inklusive Splits, Kollaborationen und 'Download only' muss ihre Diskographie an die 30 Titel beinhalten. Da kann man schon eine Menge ausprobieren.
 
35007 - GOMER PYLE - MONOMYTH
(die Sander Evers Konnexion)

Nach dem Lärm der letzten Woche mal etwas für die Seele - fast.
35007 begannen Anfang der 90er und ist einer der Gründe, warum die Differenzierung zwischen Stoner und Space so sauschwer ist. Ein lupenreiner Hybrid. Ihr letztes Album "Phase V" jedoch, ist ein Meisterwerk des (melodischen) Space Rock. Nach einem kurzen Zwischenspiel mit Gomer Pyle (auch lupenrein aber Stoner, hier aus Vollständigkeitsgründen aufgeführt), gründete Evers vor 10 Jahren Monomyth. Ein weiterer Hybrid, diesmal aus Psychedelic, Prog, Kraut, Space, (kein Jam). Als ich sie das erste Mal live sah, musste ich immer wieder denken, so hätten wahrscheinlich Neu! geklungen, wenn sie nur ein Mindestmaß an musikalischem Talent gehabt hätten.

35007 (unter Drogen könnte man auch "Loose" herauslesen)

MONOMYTH
 
PORCUPINE TREE

Begann als 1-Mann-Projekt. Das Rotzplag verkaufte seine im Heimstudio aufgenommen, megaspannenden musikalischen Experimente im Foyer des Brixton Academy während eines Hawkwind Festivals. 1990 oder 91?
Kurz später spielte er, diesmal mit echter Band, in den Niederlanden. Und was für eine Band das war! Live mitreißend und die folgenden Studioalben erst: Psychedelic, Space, Anleihen von Prog; frisch, innovativ, sich ständig verändernd und weiterentwickelnd.
Nur der grosse Erfolg blieb aus. Also schmiess er den überaus unterhaltsamen Drummer raus, brachte einen "schaut mal wie ich die Arme beim spielen verdrehen kann - bin ich nicht toll!" Typen, degradierte seinen kongenialen Keyboard-Spieler zu einer Nebenrolle und machte zwar noch hörbaren aber immer mehr zum Stinknormalen tendierenden Prog-Metal.
Danach machte der Chef eine Zeit lang alleine weiter, irgendwas mit Retro-Prog und was sie jetzt machen, keine Ahnung. Wohl etwas, was das Publikum in großen Mengen anzieht.

Kein Link heute. Komme mit diesen Smartphone Apps nicht klar. Sucht einfach nach: "Porcupine Tree als sie noch aufregend waren".
 
PORCUPINE TREE

Begann als 1-Mann-Projekt. Das Rotzplag verkaufte seine im Heimstudio aufgenommen, megaspannenden musikalischen Experimente im Foyer des Brixton Academy während eines Hawkwind Festivals. 1990 oder 91?
Kurz später spielte er, diesmal mit echter Band, in den Niederlanden. Und was für eine Band das war! Live mitreißend und die folgenden Studioalben erst: Psychedelic, Space, Anleihen von Prog; frisch, innovativ, sich ständig verändernd und weiterentwickelnd.
Nur der grosse Erfolg blieb aus. Also schmiess er den überaus unterhaltsamen Drummer raus, brachte einen "schaut mal wie ich die Arme beim spielen verdrehen kann - bin ich nicht toll!" Typen, degradierte seinen kongenialen Keyboard-Spieler zu einer Nebenrolle und machte zwar noch hörbaren aber immer mehr zum Stinknormalen tendierenden Prog-Metal.
Danach machte der Chef eine Zeit lang alleine weiter, irgendwas mit Retro-Prog und was sie jetzt machen, keine Ahnung. Wohl etwas, was das Publikum in großen Mengen anzieht.

Kein Link heute. Komme mit diesen Smartphone Apps nicht klar. Sucht einfach nach: "Porcupine Tree als sie noch aufregend waren".
Stimmt, bis zum Millenium waren sie besser!
Aber seine solo Werke gefielen mir auch, okay, die letzten Beiden ließen doch viele Wünsche offen & die neuen Porcupine Tree hören sich nicht besser an, als die Alten nach 2000, nur ohne Colin!
Das Video, was ich mir ansah, hatte allerdings mehr Bass als Keyboards, Shit!
 
Passt vielleicht nicht ganz hier rein, aber irgendwie doch
ATS is a spaced out instrumental loungerock outfit with vibes of folk music, jazzy surf & psychedelia
 
NUKLI

Wir bleiben in Großbritannien.
Space von Stoner zu unterscheiden ist schwierig. Space von "Free Festival" eine Sache der Unmöglichkeit. Liegt nicht zuletzt daran, daß die Psychos, die sich in dieser Szene bewegen, meist selbst keine Ahnung haben, was sie dort verbrechen. Free Festival an sich ist auch keine Bezeichnung einer Musikrichtung, man packt dort alles rein, wovon man nicht weiß, wo man es sonst hinstellen soll.

Und manche der Teilnehmer sind wirkich schwer zu ertragen. Leider habe wir im Vorprogramm von Hawkwind zu viele davon erlebt. Zumindest lernt man dadurch die eigene Krautrock-Vergangenheit wert zu schätzen.
Nukli ist jedoch eine schöne Ausnahme, mit ihren britischen Eigenarten natürlich: Kamen in den frühen 80ern in die Szene, veröffentlichten zuerst nur selbstvertriebene Kassetten (wie damals üblich), nach einer längeren Pause ihr erstes "ordentliches" Album 1997 und nach einer weiteren Pause das nächste Studioalbum 22 Jahre später, wobei es eigentlich 30 Jahre alte Aufnahmen waren, die sie nun erst zu Ende bearbeitet hatten. Und dazwischen immer wieder Liveaufnahmen, mehr oder weniger professionell aufbereitet.
Ich hatte das Vergnügen die Band ca. 2010 auf einem Festival in Belgien zutreffen. Sehen aus wie Hundert, sind wahrscheinlich älter haben aber eine erfrischende, unerschütterliche Begeisterung für das, was sie machen.


 
NUKLI

Wir bleiben in Großbritannien.
Space von Stoner zu unterscheiden ist schwierig. Space von "Free Festival" eine Sache der Unmöglichkeit. Liegt nicht zuletzt daran, daß die Psychos, die sich in dieser Szene bewegen, meist selbst keine Ahnung haben, was sie dort verbrechen. Free Festival an sich ist auch keine Bezeichnung einer Musikrichtung, man packt dort alles rein, wovon man nicht weiß, wo man es sonst hinstellen soll.

Und manche der Teilnehmer sind wirkich schwer zu ertragen. Leider habe wir im Vorprogramm von Hawkwind zu viele davon erlebt. Zumindest lernt man dadurch die eigene Krautrock-Vergangenheit wert zu schätzen.
Nukli ist jedoch eine schöne Ausnahme, mit ihren britischen Eigenarten natürlich: Kamen in den frühen 80ern in die Szene, veröffentlichten zuerst nur selbstvertriebene Kassetten (wie damals üblich), nach einer längeren Pause ihr erstes "ordentliches" Album 1997 und nach einer weiteren Pause das nächste Studioalbum 22 Jahre später, wobei es eigentlich 30 Jahre alte Aufnahmen waren, die sie nun erst zu Ende bearbeitet hatten. Und dazwischen immer wieder Liveaufnahmen, mehr oder weniger professionell aufbereitet.
Ich hatte das Vergnügen die Band ca. 2010 auf einem Festival in Belgien zutreffen. Sehen aus wie Hundert, sind wahrscheinlich älter haben aber eine erfrischende, unerschütterliche Begeisterung für das, was sie machen.


Oh...da musste ich erst mal am Receiver kontrollieren, ob das Enkelchen am Bassregeler rumgespielt hatte.
Hört sich auch wie "Cassette" an, was die älteren Herrschaften da spielen.
"Free Festival" habe ich auch schon gehört, ich bin da aber eher von einem Festival für "Umme" ausgegangen; könnte man ja auch in die "Jam-Session"-Schublade stecken.
So richtig starten, nach meinem Dafürhalten, die alten Herrschaften nicht durch, zumindest haben sie noch "Bodenhaftung" ;)
 
Sehr empfehlenswert ist dieser 3 CD Sampler mit 39 Tracks und fettem Booklet mit einer Story zu jedem Track von Ian Abrahams. (der auch das Buch Sonic Assasins über Hawkwind geschrieben hat)

Dave Brock presents: This was your future - Space Rock and other Psychedelics 1978-1998.


 
Das sind natürlich Festivals ohne Eintrittsgeld, aber man darf sich darunter nicht die gesponsorten und kulturamtgeförderten "Umsonst und Draussen" Veranstaltungen hierzulande vorstellen.

Im Grunde begannen sie Ende der 60er /Anfang der 70er Jahre als unabhängig organisierte Events als Gegenbewegung zu den kommerziellen Veranstaltungen. Besonders im Umfeld der "Traveller" (die britische Version der Hippies - unabhängige Kommunen die in Wohnwagen über Land zogen und wo es möglich war solche Festivals veranstalteten), waren sie besonders wichtig, weil sie auf denen u.a. ihr Handwerk verkaufen konnten. Das vielleicht bekannteste Free Festival fand bis 1984 zur Sonnenwende in Stonehenge statt.
Eine Bühne wurde improvisiert, die Bands, meistens eher lose Projekte die sich von Festival zu Festival neu zusammensetzten, spielten dort natürlich umsonst und mussten auch noch das komplette Equipement mitbringen. Sie wurden "Free Festival Bands" genannt und ihr Mix aus Psychedelic, Improvisation, Electronic, Free Jazz, Rock, Punk in Ermangelung einer musikwissenschaftlichen Bezeichnung unter den Fans eben "Free Festival" abgekürzt.
Hawkwind haben noch bis 1991 an solchen Free Festivals teilgenommen
 
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Das sind natürlich Festivals ohne Eintrittsgeld, aber man darf sich darunter nicht die gesponsorten und kulturamtgeförderten "Umsonst und Draussen" Veranstaltungen hierzulande vorstellen.

Im Grunde begannen sie Ende der 60er /Anfang der 70er Jahre als unabhängig organisierte Events als Gegenbewegung zu den kommerziellen Veranstaltungen. Besonders im Umfeld der "Traveller" (die britische Version der Hippies - unabhängige Kommunen die in Wohnwagen über Land zogen und wo es möglich war solche Festivals veranstalteten), waren sie besonders wichtig, weil sie auf denen u.a. ihr Handwerk verkaufen konnten. Das vielleicht bekannteste Free Festival fand bis 1984 zur Sonnenwende in Stonehenge statt.
Eine Bühne wurde improvisiert, die Bands, meistens eher lose Projekte die sich von Festival zu Festival neu zusammensetzten, spielten dort natürlich umsonst und mussten auch noch das komplette Equipement mitbringen. Sie wurden "Free Festival Bands" genannt und ihr Mix aus Psychedelic, Improvisation, Electronic, Free Jazz, Rock, Punk in Ermangelung einer musikwissenschaftlichen Bezeichnung unter den Fans eben "Free Festival" abgekürzt.
Hawkwind haben noch bis 1991 an solchen Free Festivals teilgenommen
Nicht zu vergessen, die Edgar Broughton Band. Die wurden sogar von Mutti zu solchen " kost' nix"Festivals gefahren.
 
1654694380620.png

Nik Turner & The Trance Dimensionals - "Synchronicity"

"Synchronicity" heißt das aktuelle Album von Nik Turner (Ex-"Bläser" von Hawkwind). Nicht schlecht , eher äußerst einfach und unkompliziert. Es gibt wenig meditative Musik darauf und viel monotone Synthie-Rhythmen und Gitarrenriffs. Eine Art extrem reine "kosmische" Musik, als würde sie irgendwo aus den Tiefen des Universums zu uns durchbrechen.
 
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Anhang anzeigen 19232

Nik Turner & The Trance Dimensionals - "Synchronicity"

"Synchronicity" heißt das aktuelle Album von Nik Turner (Ex-"Bläser" von Hawkwind). Nicht schlecht , eher äußerst einfach und unkompliziert. Es gibt wenig meditative Musik darauf und viel monotone Synthie-Rhythmen und Gitarrenriffs. Eine Art extrem reine "kosmische" Musik, als würde sie irgendwo aus den Tiefen des Universums zu uns durchbrechen.
:rolleyes:Lust oder Unlust
 
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Nik Turner & The Trance Dimensionals - "Synchronicity"

"Synchronicity" heißt das aktuelle Album von Nik Turner (Ex-"Bläser" von Hawkwind). Nicht schlecht , eher äußerst einfach und unkompliziert. Es gibt wenig meditative Musik darauf und viel monotone Synthie-Rhythmen und Gitarrenriffs. Eine Art extrem reine "kosmische" Musik, als würde sie irgendwo aus den Tiefen des Universums zu uns durchbrechen.
Das ist ein Steve Hillman Projekt. Ein britischer Elektronik/Ambient Künstler, der (ich wage es nicht auszuschreiben) aus der Free Festival Szene stammt und seit Anfang der 80er ca. 2 Mio Kassetten und CDs mit Soundschnipsel veröffentlicht hat.
Ich nehme an, NT hat diesmal etwas dazu geflötet.

(Memo an mich: melde dich endlich von den Turner Mailinglisten ab, du Dödel!)
 
Das ist ein Steve Hillman Projekt. Ein britischer Elektronik/Ambient Künstler, der (ich wage es nicht auszuschreiben) aus der Free Festival Szene stammt und seit Anfang der 80er ca. 2 Mio Kassetten und CDs mit Soundschnipsel veröffentlicht hat.
Ich nehme an, NT hat diesmal etwas dazu geflötet.

(Memo an mich: melde dich endlich von den Turner Mailinglisten ab, du Dödel!)
OK, liest sich nicht so spannend. Muss trotzdem mal Hörproben riskieren.
 
OMNIA OPERA

Ich fürchte, ich habe mit meinem letzten Beitrag den Eindruck erweckt, Free Festival Bands seien ausschließlich durchgeknallte Stümper. Das ist keineswegs der Fall. Omnia Opera wären z.B eine meiner Lieblingsbands gewesen. Knalllharter, vorwärtsgehender Hard Rock, meist im Uptempo, mit einem im Vordergrund stehenden, treibenden Bass, eingehenden Gitarrenriffs, Synthesizer begleiten und schaffen die typische Space Rock Atmosphäre. Und ausnahmslos Alben, die in jede einschlägige Sammlung gehören... wenn man sie auftreiben kann.

Der obligatorische Haken. Sie haben drei Kassetten in den 80ern veröffentlicht und sich getrennt. Zwei CDs in den 90ern und sich wieder getrennt. Um 2010 herum wieder live gespielt, 2012 ein neues (Doppel-) Album herausgebracht und seitdem herrscht wieder Funkstille.

 
Ein bisschen steinig ist der Weg schon, den Psychlona auf ihrem Trip zur Venus bewältigen; na und das Filmchen ist "psychedelic pur"
Psychlona - "Venus Skytrip" (zweites Album, nach "Mojo Rising" von 2018)
hier: blast off

Rezension und weitere Musikbeispiele aus Österreich:
 
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