Sinn und Unsinn von Musik-Klassifikation

meine ordnung (oder eher unordnung) in der sammlung ist derzeit eine baustelle. ich strebe eine gewisse vereinfachung an, womöglich sogar nur drei grosse bereiche, so in etwa:

- gb alles zusammen
- usa alles zusammen
- und als drittes dann all die bands aus den restlichen ländern zusammen.


in den letzten jahren hatte ich es meistens so eingeteilt:

- gb rock/blues
- gb prog/jazzrock/folk
- folk-bereich (den gab es in dieser form aber nur wenige jahre)
- usa plus kanada
- skandinavien
- krautrock/deutschland
- südeuropa bzw. romanische länder (italien, frankreich, spanien)
- südamerika


und der rest der übrigbleibt kommt dort rein wo er noch am besten reinpasst. leider habe ich aus den bereichen osteuropa oder japan immer noch zu wenig, als dass da eine abtrennung sinn machen würde. und bei den südamerikanern reicht es gerade so noch dazu. da fällt mir ein, japaner und holländer waren stets in den gb-abteilungen drin...

aber wie gesagt, das ist eh alles fraglich jetzt.
So ähnlich siehts bei mir auch aus, polnische und isländische Scheiben finde ich immer; schwieriger wirds bei Scheiben die ich selten oder nie mehr höre, (kate Bush habe ich nicht mehr gefunden) ich versuche aber auch nach Genren zu sortiern, zb Beispiel stehen Ayreon neben Pendragon und Arena, Fish natürlich neben Marillion, ebenso Jon Anderson, Rick Wakeman neben YES, Peter Gabriel neben Genesis, in die Krautrockgemeinde habe ich Eloy, Hölderlin, Novalis, aber auch das, was ich persönlich als Schublade so hasse, Neo Krautrock, (Electric Orange) integriert...Es gibt auch Türme, die vollkommen unsortiert sind...
 
(manchen ist Metal zu hart, anderen ist Melodic Rock zu weich)
Deshalb mische ich. Ich brauche beides. ;) Diese Rock-Genres haben den ähnliche Spirit, der das Jahrzehnt mit der Nummer 8 (mit)prägte. Melodic Rock und Metal haben für mich ihren Ursprung in den 80er. Danach ist alles Retro oder Neo.

Neulich entdeckte ich Andy Rock (saublöder Name :D), der seit 2012 aktiv ist und 80er Melodic Rock/AOR macht. Der Spirit ist da, aber 30 Jahre später.


Oder Steel Panther. Ist Glam Metal, aber neueren Datums.

 
Deshalb mische ich. Ich brauche beides. ;)

Du kannst natürlich klassifizieren, wie Du willst, und so was wie den "Spirit eines Jahrzehntes" gibt es auch, insofern ist es legitim, danach zu klassifizieren. Was mal wieder beweist, dass Musik-Klassifikation subjektiv ist - dem einen sind diese Kriterien wichtiger, dem anderen jene. Aber wenn man sich mit anderen Musikfreunden austauschen oder gar Rezensionen oder dergleichen schreiben will, sollte eine gewisse gemeinsame Basis da sein, sonst reden alle aneinander vorbei und niemand wird daraus schlau ;)
 
Ich unterteile privat eigentlich nur noch in 'gefällt mir' und 'gefällt mir nicht', wenn ich Musik höre. Meine CD-Sammlung ist nicht nach Genre, sondern nach Band/Künstler geordnet. Will jemand, dem ich nicht mal eben was vorspielen kann, wissen, welcher Musikstil das ist, gebe ich nur grob die stilistische Richtung vor (sofern noch möglich) und schicke dann einen YouTube-Link aufs Handy, schreibe ihn in die Mail usw. Dank YouTube kann doch jeder mal kurz überall reinhören. Sollte YouTube irgendwann nicht mehr existieren, wird es sicherlich ähnliche Optionen geben (es sei denn, die Rechteinhaber ticken in der Zukunft völlig aus). Auf Bandcamp kann man zum Beispiel auch ausgiebig probehören (logischerweise nur, wenn die Band dort vertreten ist). Auf Amazon habe ich schon ewig nicht mehr testweise reingehört. Wenn das immer noch diese kurzen Samples sind, wäre mir das zu wenig zum Antesten.
 
Zuletzt bearbeitet:
In einem anderen thread schrieb ich "Als ich in den 90er Jahren in den USA eine Rundreise im Osten des Landes machte und diverse Platten/CD Läden aufsuchte fiel mir auf, dass es überall eigene Fächer für AOR und Easy Listening gab. Kannte ich von D nicht."
Ich teile meine Sammlung A-Z auf, außer Sampler die in einer Kiste sind. Dann noch kleinere Unterteilungen mit Klassik, kölsche Partyhits ... und ein Regal mit Maxi CDs von denen ich keine Longplay CDs/LPs habe.
 
Das sehe ich genauso. Ich höre was mir gefällt. Ich liebe die Vielfalt. Das macht für mich Musik aus. Mein Stimmungsbarometer ist oft mein Wegweiser für die Auswahl meiner Musik.

ich glaube, ohne VIELFALT könnte ich mich wirklich aufhängen. wer sich mit den musikepochen der 60er und 70er einigermassen auskennt, wird bemerken dass ich viele verschiedene musikstile schätze und höre, um ehrlich zu sein bin ich sogar richtig verrückt nach all denen. dazu hatte meine "allererste band" - das berühmte liverpooler quartett - schon eine enorme stilvielfalt zu bieten (in extremer form besonders auf dem weissen album zu hören) und das war vermutlich schon in jungen jahren irgendwie prägend.
 
Mich würde mal interessieren, wie jemand ein Album oder Konzert einer bis dato noch unbekannten Band rezensiert, ohne das er Genre benennt, oder Vergleiche zu anderen Bands zieht. Also selbst Dinge wie: rockig, bluesig etc. weglassen muß.
Und das in keinem Musikmagazin, welches ja Rückschlüsse zuläßt. Sollte man mal ausprobieren... und das eventuelle Kaufverhalten beobachten. Ganz frei von Klassifizierungen...
 
Mich würde mal interessieren, wie jemand ein Album oder Konzert einer bis dato noch unbekannten Band rezensiert, ohne das er Genre benennt, oder Vergleiche zu anderen Bands zieht. Also selbst Dinge wie: rockig, bluesig etc. weglassen muß.
Und das in keinem Musikmagazin, welches ja Rückschlüsse zuläßt. Sollte man mal ausprobieren... und das eventuelle Kaufverhalten beobachten. Ganz frei von Klassifizierungen...

Ist wahrscheinlich nicht möglich.
 

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