Sinn und Unsinn von Musik-Klassifikation

Ein leidiges Thema: die Klassifikation von Musikstilen, vulgo "Schubladenmeierei". Das ist ein Thema, das immer wieder aufbricht an verschiedenen Stellen hier im Forum, zuletzt hier. Deshalb mache ich hier jetzt ein neues Thema auf.

Konkret geht es darum: Wie viel Sinn machen Versuche, Musik nach Stilrichtungen zu klassifizieren? Man kennt da ja ein ziemliches Klein-Klein vor allem bei den Elektronik- und Metal-Fraktionen. Einerseits sollen solche Klassifikationen dem Ganzen eine übersichtliche Struktur verleihen, andererseits sind diese Klassifikationen immer zu einem gewissen Grad subjektiv, da verschiedenen Hörern unterschiedliche Kriterien wichtig sind. Denn die objektiv feststellbaren Kriterien wie Länge der Stücke, Tempo oder An- bzw. Abwesenheit bestimmter Instrumente sind in der Regel so ziemlich die unwichtigsten, wenn es darum geht, Musik zu klassifizieren. Jeder Musikfreund hat da seine eigenen Kriterien, weshalb Musik ihm gefällt oder nicht - die er oft gar nicht mal so genau benennen kann, weil das einfach ein Bauchgefühl ist.

Ein weiteres Problem ist, dass sich Genres weiterentwickeln und in sich verändern. Hier gibt es doch sicher beispielsweise viele, die den klassischen Rhythm & Blues der 40er bis 60er Jahre zu schätzen wissen, aber mit modernem R&B nichts anfangen können. Ich selbst habe ein Problem mit vielem von dem, was heutzutage als "Prog-Rock" oder "Prog-Metal" bezeichnet wird, wo ich die Merkmale, die ich am klassischen Prog, aber auch an vielen moderneren Erscheinungsformen des Genres, so schätze, nicht mehr wiederfinde, so dass mich die Musik einfach nicht mehr anspricht. Oft habe ich da den Eindruck, dass das nur unter "Prog" läuft, weil sich die Musiker auf Prog-Bands berufen, obwohl sie etwas völlig anderes machen, etwa so wie so ziemlich jeder Techno-DJ sich auf Kraftwerk beruft, aber mit denen nur gemeinsam hat, dass die Instrumente elektronisch sind. Beim Prog-Metal habe ich den Eindruck, dass das Etikett "Prog" entweder auf die Anwesenheit von Keyboards (seltener) oder auf akrobatische Virtuosität an den Instrumenten (häufiger) reduziert wird, nach dem Prinzip "Dream Theater frickeln wie verrückt, also ist extrem verfrickelter Metal Prog-Metal". Und das Ganze völlig abgesehen von der Frage, was denn wirklich "progressiv" ist.

Nun ist es auch so, dass Genre- und Stilbezeichnungen in den seltensten Fällen von den Musikern selbst erfunden werden. Manches geht auf das Konto von Raadio-DJs oder Plattenfirmen, meist sind es Musikjournalisten, die sich so was ausdenken. Und selbst wenn mal Musiker selbst ein Genre "erfinden", versteht die schreibende Zunft es oft falsch (Beispiel: Industrial). Und was für den einen ein wichtiger Unterschied ist, ist für den anderen nebensächlich. Deshalb sind manche Musikzeitschriften (u.a. die Eclipsed) dazu übergegangen, in ihren Rezensionen nicht nur die Stilrichtungen anzugeben, sondern auch unter Stichworten wie "Artverwandt" oder "Klingt wie" weitere Bands zu nennen, die ähnliche Musik machen (sollen). Ich selbst sehe mich immer wieder, wenn ich nach meinem Musikgeschmack gefragt werde, gezwungen, Bandnamen zu nennen - die dem Fragenden aber oftmals schlichtweg nicht bekannt sind. Zumal manche Bands im Lauf der Zeit ihren Stil stark gewandelt haben, wie man etwa an Pink Floyd, Yes oder Genesis erkennen kann. Das hilft also oft auch nicht immer weiter, vor allem dann nicht, wenn unter "Artverwandt" zwei oder drei verschiedene Bands genannt werden, die total unterschiedlichen Genres angehören.

Was meint Ihr? Diskussion eröffnet, viel Spaß beim Debattieren ;)
 
Im Electro-Kosmos sind diese "Klassifizierungen" äußerst sinnvoll. Zwischen Ambient, Synth-Pop oder Noise liegen musikalisch ganze Universen und es ist angebracht, vor einem Kauf oder Konzertbesuch zu wissen, was einen erwartet. Gerade für Musikmagazine wie z.B. den ORKUS, der alle drei genannten Beispiele bedient.
Die Zuschreibungen "Artverwandt" sind hingegen wenig aussagekräftig.
Beispiel: BRIAN ENO "Here Come The Warm Jets" (Rock - Glam) vs. "Ambient 1" (Instrumental - Elektronisch - Ambient)
ANATHEMA "Serenades" (Doom - Metal) vs. "Weather Systems" (Prog/Art - Rock)
Wenn hier jemand bei der Besprechung eines neuen Albums schreibt: "...klingt wie BRIAN ENO..." kann das alles mögliche Bedeuten.
 
Gegenfrage: Was macht es mit uns, Musik nach Stilrichtungen zu klassifizieren?
Sind wir nicht die "Gefangenen" unserer eigenen Schubladen und hören weg, wenn es nicht in die entsprechende Schublade passt oder Elemente in der jeweiligen Schublade vorkommen, die da eigentlich nicht reinpassen?
Kann es sein, dass wir uns dann erschrocken abwenden und gar nicht mehr zuhören, dass uns der Sinn, Musik zu hören abhanden gekommen ist, weil die Klassifiizierung uns ständig im Kopf herumschwirrt?
Muß es wirklich sein, dass ein wunderschöner, melodischer Song sofort ausgestellt werden muß, weil ein "kleiner Growler" darin vorkommt? Ich habe mit dem Tellerrand "Prog-Rock"/ "Prog-Metal" absolut keine Probleme, da sind mir die Schubladen auch relativ egal; ich meine nur, dass Tool, Mastodon, alte Opeth nicht in eine Prog-Schublade gehören, höre die Kapellen trotzdem sehr gerne.
Mein Problem oder innere Gefangenschaft liegt beim Tellerrand "Prog-Rock"/ "Prog-Pop" also alles was so "neudeutsch" unter Neoprog, AOL, Melodic Rock, Ambient, Indie, vielleicht auch folk, zu verstehen ist, also extrem melodische Musik, die ins seichte Fahrwasser, bei absoluter Windstille, abgleitet; wo nichts passiert, die sich aber wie eine Pestbeule festsaugt
So, jetzt komme ich mal zu meiner persönlichen Antwort meiner "Gegenfrage"
Ich sitze beim "Night of the Prog"- Festival zwischen zwei ausgewiesenen Prog-Experten, der eine Spezialist für Sympho-Prog; meine Lieblingsband des Tages hat aufgehört zu spielen, unabhängig von einander, erklären mir die Musikfreunde, das ist kein Prog!
20 Jahre lang habe ich diese Kapelle, mein erstes Album hieß Variations on a Dream gerne gehört und jetzt?...
es gehört nicht in die Prog-Schublade, doch...hat mich nachdenklich gemacht....
 
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Klassifizierung :rolleyes: Ein leidiges Thema. Aus meiner Zeit als Fanzine Schreibstift heraus, kann ich nur sagen, ein Graus:eek:. Erst gab es nur Heavy Metal, dann entwickelten sich die Subgenre. Bis hierhin fast normal. Dann kam das Kreuzüber, wo es schon schwieriger wurde in einer Rezension die richtigen Worte einer Definition zu finden. Das vermischte sich dann noch mehr und, und, und.
 
Solltest du nicht an deinem Buch weiterschreiben? ;)
Hast schon Recht. Ich wollte diese Diskussion auch nur aus einem Thema herausziehen, in dem sie sich entwickelt hatte, aber dort nicht hingehörte. Im Moment gehen mir aber eben diese Gedanken durch den Kopf, Du kennst das sicher, dass irgendwas in Deinem Kopf kreist, das Du erst mal loswerden musst, egal was Du eigentlich vor hast.
 
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Ja, da rolle ich mal mit den Äuglein mit. :rolleyes:

Ich sag es mal ganz schlicht - meine Schubladen sind normalerweise grob eingeteilt Beat, Rock'n'Roll/Rockabilly, Metal, Hardrock, AOR/Melodic Rock, Progrock, Blues, Country/Americana, Jazz, Soul/Funk, Pop, Dancefloor, Electronics, Soundtracks, Schlager und Klassik. Alles andere überlasse ich den amtlichen oder selbst ernannten Experten.

Und - ich versuche niemals auf Teufel komm raus irgendjemand in eine Schublade zu pressen.
 
m Electro-Kosmos sind diese "Klassifizierungen" äußerst sinnvoll. Zwischen Ambient, Synth-Pop oder Noise liegen musikalisch ganze Universen und es ist angebracht, vor einem Kauf oder Konzertbesuch zu wissen, was einen erwartet.
Ja, "Electro" ist natürlich ein riesiges Gebiet, das ist etwa auf einer Stufe mit "Rock". Hier kommen wir zu einem weiteren Punkt: Genre-Insider klassifizieren in ihrem Genre viel feiner als anderswo. Da kann es passieren, dass ein Techno-Jünger auf Nachkommastellen der BPM-Zahl abfährt, aber Yes und Frei.Wild in eine Schublade packt ;) (OK, ich habe hier jetzt mal bewusst übertrieben.) Es ist jetzt natürlich auch so, dass in verschiedenen Genres unterschiedliche Dinge für die Klassifikation relevant sind. Ich kann schon irgendwo nachvollziehen, dass für einen Techno- oder House-DJ die BPM-Zahl sehr wichtig ist, weil er sie zum Ineinanderfahren von Tracks braucht, während in den meisten Rock-Genres diese keine nennenswerte Rolle für die Klassifikation spielt und in manchen Genres, etwa im Prog, innerhalb eines Stücks wechseln kann.

Gegenfrage: Was macht es mit uns, Musik nach Stilrichtungen zu klassifizieren?
Sind wir nicht die "Gefangenen" unserer eigenen Schubladen und hören weg, wenn es nicht in die entsprechende Schublade passt oder Elemente in der jeweiligen Schublade vorkommen, die da eigentlich nicht reinpassen?
In einem gewissen Grad schon, wenn etwa eine in einer Rezension angegebene Klassifikation uns davon abhält, in eine vielleicht wahnsinnig interessante Platte reinzuhören, weil uns "das Genre nicht interessiert".

Kann es sein, dass wir uns dann erschrocken abwenden und ga nicht mehr zuhören, dass uns der Sinn, Musik zu hören abhanden gekommen ist, weil die Klassifiizierung uns ständig im Kopf herumschwirrt?
Kann schon passieren ;) Man darf das eben nicht zu weit treiben und zu ernst nehmen, und sich nicht in eine Echokammer einschließen.

Muß es wirklich sein, dass ein wunderschöner, melodischer Song sofort ausgestellt werden muß, weil ein "kleiner Growler" darin vorkommt? Ich habe mit dem Tellerrand "Prog-Rock"/ "Prog-Metal" absolut keine Probleme, da sind mir die Schubladen auch relativ egal; ich meine nur, dass Tool, Mastodon, alte Opeth nicht in eine Prog-Schublade gehören, höre die Kapellen trotzdem sehr gerne.
Das bleibt Dir völlig ungenommen. Auch ich höre gern einige Sachen, die mit meinem "Hauptinteressengebiet" Prog wenig bis gar nichts zu tun haben. Musik, die ich gern höre, gibt es auch in benachbarten Gebieten wie elektronische Musik der 70er Jahre, AOR, Epic/Power/Symphonic Metal sowie ganz woanders wie etwa in der Klassik und im Jazz. Was zum Beispiel hat die französische Band Air mit Prog zu tun? Trotzdem lege ich gern mal ihren fluffigen Loungepop auf.

Mein Problem oder innere Gefangenschaft liegt beim Tellerrand "Prog-Rock"/ "Prog-Pop" also alles was so "neudeutsch" unter Neoprog, AOL, Melodic Rock, Ambient, Indie, vielleicht auch folk, zu verstehen ist, also extrem melodische Musik, die ins seichte Fahrwasser, bei absoluter Windstille, abgleitet; wo nichts passiert, die sich aber wie eine Pestbeule festsaugt
Teils, teils. Neoprog höre ich auch ganz gern, und ist meiner Meinung nach definitiv Prog. Wenn Du ihn nicht magst, ist das Dein Bier, Du braucht Dir ja keine Neoprog-Platten und -Konzertkarten zu kaufen ;) AOR und Melodic Rock sind manchmal ganz nett anzuhören, auch wenn da eher wenig passiert, also eher was zum Nebenbeihören. Ambient ist zum Nebenbeihören gemacht, das basiert letztendlich auf dem Gedanken der "Musique d'ameublement" von Erik Satie. Die meisten Folk-Songs und -Tunes sind auch eher einfach gestrickt, weil sie von und für dörfliche Feierabendmusiker gemacht sind, da kann man auch keinen komplizierten Kontrapunkt oder was weiß ich erwarten. Aber Folk hat was Frisches und Lebensbejahendes, deshalb höre ich den auch ab und zu mal gern. Mit Indierock kann ich aber auch nichts anfangen.

So, jetzt komme ich mal zu meiner persönlichen Antwort meiner "Gegenfrage"
Ich sitze beim "Night of the Prog"- Festival zwischen zwei ausgewiesenen Prog-Experten, der eine Spezialist für Sympho-Prog; meine Lieblingsband des Tages hat aufgehört zu spielen, unabhängig von einander, erklären mir die Musikfreunde, das ist kein Prog!
20 Jahre lang habe ich diese Kapelle, mein erstes Album hieß Variations on a Dream gerne gehört und jetzt?...
es gehört nicht in die Prog-Schublade, doch...hat mich nachdenklich gemacht....
Ich weiß selber nicht so genau, ob Pineapple Thief nun Prog ist oder nicht. Es ist nur so, dass diese Musik mich einfach nicht so recht anspricht, Klassifikation hin oder her, und dass ich die Merkmale, die für mich Prog (oder zumindest guten Prog) ausmachen, da nicht so recht wiedererkenne. Was @hero anbelangt, weiß ich nicht, wie er zu diesem Ergebnis kam - am Samstag sprach er auch Lazuli das "Prog-Sein" ab, da gehe ich aber nicht mit! Man sieht an solchen Episoden eben allzu deutlich, dass Klassifikationen dieser Art immer subjektiv sind ;)
 
Aus Sicht der angewandten Schubladenistik:

Macht es Sinn: Absolut! Solange mir niemand erklärt, wie ich eine neue Band den Musikfans beschreiben soll, entweder im Promo-Sheet oder dem Festival-Programmheft, ohne auf Schubladen zurückzugreifen, bzw. artverwandte etablierte Bands zu nennen, sind sie für mich völlig unerlässlich.

Ist es Unsinn: Absolut! Wenn man es zu weit runteranalysiert und dutzende Unterschubladen aufmacht, unter denen am Ende doch jeder sich was anderes drunter vorstellt, bringt es mir auch nichts.

War das ein sinnvoller Beitrag? Absolut keine Ahnung. Mir fällt aber eine Geschichte ein.
Meine Frau mag keinen "Prog". Sie war Ballettänzerin und Ballettmusik kommt meist schnell auf den Punkt. Da bei mir aber häufig die eingereichten Promos laufen, blieb er ihr nicht immer erspart. Trotzdem hatte ich mir irgendwann angewohnt, sobald sie vom Büro kam die Anlage auszuschalten. Also kommt sie eines Tages rein, ich mache aus und sie sagt "Lass doch laufen, das war schön!". "Aber du magst doch kein Prog!", antworte ich. "Das war Prog?", fragt sie darauf erstaunt. "Das klingt gar nicht wie die Sachen, die du sonst immer hörst!"
Das besagte Album war 'Genesis Revisited' von Hackett. Instrumentalpart von 'Firth of Fifth', glaube ich mich zu erinnern.
 
Aus Sicht der angewandten Schubladenistik:

Macht es Sinn: Absolut! Solange mir niemand erklärt, wie ich eine neue Band den Musikfans beschreiben soll, entweder im Promo-Sheet oder dem Festival-Programmheft, ohne auf Schubladen zurückzugreifen, bzw. artverwandte etablierte Bands zu nennen, sind sie für mich völlig unerlässlich.
Ja! Einer der Hauptgründe, warum ich mein Empire-Abo wieder kündigte, war, dass aus den Rezensionen und sonstigen Texten oftmals nicht hervorging, um was für Musik es bei den besprochenen Alben und Bands überhaupt ging! Keine (Unter-)Genreangaben (das meiste war ja "irgendwie Prog", aber auch nicht alles), keine "Artverwandt"-Vermerke, nichts! Man konnte da eine Rezension einer unbekannten Platte, das Interview mit einer unbekannten Band lesen, und wusste über deren Musik oft nicht wirklich mehr als vorher. (Ein weiterer Grund für meine Empire-Kündigung lag darin, dass das ganze Ding nur ein etwas besseres Fanzine war, das ausschließlich aus Interviews, Rezensionen und - viel zu vielen! - Konzertberichten bestand, und es gar keine journalistische Qualitätsarbeit, etwa in Form von Hintergrundgeschichten, wie man sie aus der Eclipsed kennt, gab. Dennoch war der Preis pro Heft fast der gleiche wie bei der Eclipsed.)

Ist es Unsinn: Absolut! Wenn man es zu weit runteranalysiert und dutzende Unterschubladen aufmacht, unter denen am Ende doch jeder sich was anderes drunter vorstellt, bringt es mir auch nichts.
Ja! Man kann es mit dem Klassifizieren übertreiben und Kriterien heranziehen, die für die meisten Hörer einfach keine Rolle spielen. Und es ist immer auch eine Frage der Perspektive - wie ich schon gesagt habe, klassifizieren die meisten von uns in "ihrem eigenen" Genre feiner als in weiter entfernten Genres. Beim Metal kann ich noch einiges (aber nicht alles!) nachvollziehen, glaube sogar zwischen Black und Death Metal unterscheiden zu können, obwohl ich beides fürchterlich finde. Aber was House, Techno und Artverwandtes betrifft, rake ich gar nicht mehr durch ;)

Aber irgendwann kommt man zu "Klassifikationskriterien", die für den einen von Bedeutung, für die meisten anderen aber völlig pillepalle sind. Der eine mag etwa den Klang des Saxophons nicht, darum ist es ihm wichtig, dass bei einer Band kein Saxophon mitspielt. Der andere findet, dass bei Instrumentalstücken das Wichtigste fehlt. Und so weiter.

War das ein sinnvoller Beitrag? Absolut keine Ahnung.
Es war durchaus ein sinnvoller Beitrag. Sonst hätte ich ihn wohl weder geliket noch ausführlich beantwortet ;)

Mir fällt aber eine Geschichte ein.
Meine Frau mag keinen "Prog". Sie war Ballettänzerin und Ballettmusik kommt meist schnell auf den Punkt. Da bei mir aber häufig die eingereichten Promos laufen, blieb er ihr nicht immer erspart. Trotzdem hatte ich mir irgendwann angewohnt, sobald sie vom Büro kam die Anlage auszuschalten. Also kommt sie eines Tages rein, ich mache aus und sie sagt "Lass doch laufen, das war schön!". "Aber du magst doch kein Prog!", antworte ich. "Das war Prog?", fragt sie darauf erstaunt. "Das klingt gar nicht wie die Sachen, die du sonst immer hörst!"
Das besagte Album war 'Genesis Revisited' von Hackett. Instrumentalpart von 'Firth of Fifth', glaube ich mich zu erinnern.
Mir ging es mit Heavy Metal ähnlich wie Deiner Frau mit Prog. Bis ich irgendwann über meinen eigenen Schatten sprang und einen Freund, der Metal-Fan war, darum bat, mir ein paar seiner Lieblings-Metal-Platten anzuspielen. Das meiste davon mochte ich zwar in der Tat nicht, aber es erschütterte doch nachhaltig meine Vorurteile, und danach ging ich offener an die Sache heran. Ein Metal-Fan bin ich bis heute nicht wirklich, aber es gibt eben Metal-Spielarten, die mir zusagen, hauptsächlich natürlich Prog-Metal, aber auch einige andere. Überhaupt bin ich heute viel offener als früher, und achte verstärkt darauf, persönliche Vorlieben und Abneigungen von Genre-Klassifikationen zu trennen, was mir aber zugegebenermaßen nicht immer gelingt.
 
Ja! Einer der Hauptgründe, warum ich mein Empire-Abo wieder kündigte, war, dass aus den Rezensionen und sonstigen Texten oftmals nicht hervorging, um was für Musik es bei den besprochenen Alben und Bands überhaupt ging! Keine (Unter-)Genreangaben (das meiste war ja "irgendwie Prog", aber auch nicht alles), keine "Artverwandt"-Vermerke, nichts! Man konnte da eine Rezension einer unbekannten Platte, das Interview mit einer unbekannten Band lesen, und wusste über deren Musik oft nicht wirklich mehr als vorher. (Ein weiterer Grund für meine Empire-Kündigung lag darin, dass das ganze Ding nur ein etwas besseres Fanzine war, das ausschließlich aus Interviews, Rezensionen und - viel zu vielen! - Konzertberichten bestand, und es gar keine journalistische Qualitätsarbeit, etwa in Form von Hintergrundgeschichten, wie man sie aus der Eclipsed kennt, gab. Dennoch war der Preis pro Heft fast der gleiche wie bei der Eclipsed.
Klar, es ist (oder war) die Zeitschrift der kleinen Prog-Family, man kannte sich, hörte die gleichen Bands; besuchte gleiche oder ähnliche Konzerte. Unsere ehemalige Chefin im Progrock-Forum "Jamina" Maria Ortner, war oder ist da auch beteiligt, natürlich die Nähe zu Prog Promotion Records und damit auch zum "Prog-Rocker" Chris Flieder
Ich bin da aber schon lange nicht mehr dabei, seit der Zahlungsumstellung auf IBAN, der "Michel" Becker hatte es nicht geschnallt, jetzt will ich auch nicht mehr; zumal du mal was zu einer, :eek: ich glaube es war eine Guildo Horn-Rezension geschrieben hattest....
 
Ich kann mich jetzt nicht an eine Guildo-Horn-Rezension in der Empire erinnern, aber ich weiß noch, dass zuletzt mehr als die Hälfte der Konzertberichte Jazz-, Pop- und sonstige definitive Nicht-Prog-Veranstaltungen zum Thema hatten (bei den Interviews und Rezensionen war das nicht so leicht zu erkennen, ob das Prog war oder nicht - wie oben gesagt, gab es da weder Stilbezeichnungen noch "Artverwandt"-Angaben); insofern könnte da durchaus ein Guildo-Horn-Konzert dabei gewesen sein. Jedenfalls war es mir irgendwann nicht nur journalistisch zu dünn, sondern auch von der Musikrichtung her zu beliebig. Dabei hatte ich die Empire abonniert in der Hoffnung, eine Zeitschrift zu bekommen, die schwerpunktmäßig über aktuellen Prog berichtete und nicht so viel über Blues, Americana, alte Rock-Giganten und dergleichen wie die Eclipsed. Nun ja, wahrscheinlich ist diese Nische doch zu eng, als dass sich da eine Zeitschrift halten könnte ;)
 
;) Wenn ich mir die Sortierung meiner Schallplatten- und CD Sammlung anschaue, dann komme ich mit einer relativ groben Katalogisierung klar. Deutschsprachig (Liedermacher und deutschsprachiger Rock), Blues (Traditionell und Bluesrock), Jazz (Easy Listening Jazz, Jazzrock), Rock, Pop und Folk (alles was man hier dazu zählen kann) und Klassik. Würde ich hier noch zwischen Pop, Rock, Metall, Prog, Neoprog usw. untergliedern, führte das für mich zu weit. Um aber meine Scheiben bzw. CD's zu finden, ist das absolut ausreichend. Ich habe auch nicht den Anspruch, die Klassifikationen alle zu kennen. Was mir gefällt, wird gehört. Bei den CD's unterscheide ich in meinen Regalen allerdings auch Rock und "Prog (was ich zumindest darunter großzügig verstehe). Um in meinem Regal keinen Streit mit David Gilmour und Roger Waters hervorzurufen, habe ich zwischen den beiden Richard Wright und Nick Mason platziert. Und es scheint ganz gut zu klappen, denn ich hatte noch keinen Zoff mit den beiden im Regal.
 
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Schon bei den Beatles fällt die Einordnung schwer.
Als aktuelles Beispiel würde ich Wilson/ Porcupine Tree nennen- da wird oft unwirsch reagiert, weil "das ist ja kein Prog mehr".
Spoiler: War es im Grossen und Ganzen auch nie!

Oder die endlosen Kapriolen von Zappa oder Bowie....
....man könnte endlos weitermachen.

Bei mir wird daher nach Alphabet sortiert.
Alles andere ergibt einfach keinen Sinn.
 
Wenn ich mir die Sortierung meiner Schallplatten- und CD Sammlung anschaue, dann komme ich mit einer relativ groben Katalogisierung klar.
Ich auch. Entsprechend der Anteile gibt es in dieser Reihenfolge
1. Pop/Rock international
2. Pop/Rock deutschsprachig
3. Sampler jeder Art
4. Soundtracks
5. Klassik
6. Jazz
7. Sondergrößen aller Art
 
meine ordnung (oder eher unordnung) in der sammlung ist derzeit eine baustelle. ich strebe eine gewisse vereinfachung an, womöglich sogar nur drei grosse bereiche, so in etwa:

- gb alles zusammen
- usa alles zusammen
- und als drittes dann all die bands aus den restlichen ländern zusammen.


in den letzten jahren hatte ich es meistens so eingeteilt:

- gb rock/blues
- gb prog/jazzrock/folk
- folk-bereich (den gab es in dieser form aber nur wenige jahre)
- usa plus kanada
- skandinavien
- krautrock/deutschland
- südeuropa bzw. romanische länder (italien, frankreich, spanien)
- südamerika


und der rest der übrigbleibt kommt dort rein wo er noch am besten reinpasst. leider habe ich aus den bereichen osteuropa oder japan immer noch zu wenig, als dass da eine abtrennung sinn machen würde. und bei den südamerikanern reicht es gerade so noch dazu. da fällt mir ein, japaner und holländer waren stets in den gb-abteilungen drin...

aber wie gesagt, das ist eh alles fraglich jetzt.
 
Ganz einfach bei mir.... ich weiß wer, was oder irgendwie zusammengehört. Da steht das dann! Ich finde das in ca. 1-32 min. .Aber ich ich finde das, weiß auch genau, daß ich das Teil besitze!
Ich werde blöde dabei, ein System zu erfinden. Geht nicht. Allein Zappa und Zappa-Ableger erfüllen ein gesamtes Regal.
Hilft euch das weiter?
MfG:p
 

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