Roger Waters - Solo

Ich bin mit ab Ummagumma mit Pink Floyd aufgewachsen, Pink Floyd waren mit Waters ein Maßstab, an dem sich kaum wer messen konnte. Die Alben ohne Waters sind eben nicht mehr die Pink Floyd, mit denen ich erwachsen geworden sind, Deshalb stehen sie in meinem Ranking auch weiter hinten, insbesondere A Momentary Lapse of Reason, dass eigentlich von einem Duo Gilmour/Manson stammt. The Division Bell ist ein prima Album, das man stets komplett hören sollte.
Die Soloalben von Waters sind alle klasse, Amused To Death ist für mich ein Inselalbum.
Live habe ich Pink Floyd ohne Waters, und Waters Solo gesehen, die Konzerte mit Waters waren haben bei mir immer einen größeren, nachhaltigeren Eindruck hinterlassen.

Gut, lag vielleicht auch daran, die Konzerte von Pink Floyd waren Open-Air, die von Waters in Hallen. Spektakulär waren sie aber alle. Für noch ein Pink Floyd Konzert würde ich praktisch jeden Preis zahlen, aber leider ist Rick Wright nicht mehr da.
The Dark Side Of The Moon wird für immer mein absolutes Lieblingsalbum sein, auch heute noch einfach grandios.
 
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Mal ein Wort zu Waters und seinen politischen Äußerungen. In Bezug auf Rußland ist er dem Beißreflex der westlichen Linken verfallen die nach allem schnappt wer Moskau kritisiert. Da ist das Verständnis nicht vorhanden, das es sich bei Rußland mittlerweile um einen imperialistischen Staat reinster Prägung handelt, in Verbindung mit stalinistischen Methoden der SU.
Sein Engagement in Bezug auf den BDS sehe ich hingegen als völlig akzeptabel an, da sich die israelische Regierung mittlerweile; durch den Einzug Itamar Ben-Gvir's; als eindeutig rechtsextrem positioniert. Damit hat Israel den Weg zum Apartheid-Staat endgültig vollzogen.
Eine mir befreundete israelisch-jüdische Künstlerin bezeichnete die erste Netanjahu Regierung schon als faschistisch, und ihr wird man ja wohl kaum Antisemitismus vorwerfen können. Ich sehe die Aktionen des BDS allerdings als wenig erfolgreich an, auch wenn es dazumal in Südafrika ja doch glücklicherweise funktioniert hat.
Die Konzerte von Waters verbieten zu wollen ist somit für mich eine Farce, da sich das Verbot nicht auf die Verharmlosung des Diktators Putin bezieht, sondern lediglich auf die berechtigte Kritik an Tel Aviv.

Ich häng dazu noch mal einen kleinen Artikel an:

Israels Ex-Botschafter: „Was in Palästina geschieht, ist Apartheid“ (berliner-zeitung.de)
 
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Auch ich bin schon seit langem der Meinung, dass Israel keine Demokratie, sondern eine "Ethnokratie" ist - Menschenrechte gelten nur für das eigene Volk, nicht aber für andere ethnische Gruppen im eigenen Herrschaftsgebiet. Insofern ist der Unterschied zum ehemaligen Apartheid-Regime in Südafrika in der Tat gar nicht so groß. Und es ist jedes Demokraten gutes Recht und eigentlich sogar Pflicht, diktatorische Regimes jeglicher Art offen zu kritisieren.

Was mir aber bei BDS fehlt, ist die Abgrenzung gegenüber Antisemiten (selbst gegen mörderische Antisemiten), die dem Land Israel das Existenzrecht absprechen und es angreifen, nicht weil dort Palästinenser unterdrückt werden, sondern weil da Juden wohnen und an der Macht sind. Denn dass Israel ein Recht auf Frieden und sichere Grenzen hat, steht nicht zu bezweifeln; wenn es so wäre, dass ein Land durch Verbrechen gegen die Menschlichkeit sein Existenzrecht verwirken könnte, müsste jetzt hier irgendwo in der Nähe die niederländisch-polnische Grenze verlaufen.

Im Übrigen ist Israel kein faschistischer Monolith; da wird durchaus eine öffentliche Debatte ausgetragen, ob es überhaupt rechtens ist, mit den Palästinensern so umzuspringen, und wie eine Friedenslösung aussehen kann (denn dass Israel das Recht hat, sich gegen Terroristen zur Wehr zu setzen, muss man auch anerkennen). Und als Deutsche sollten wir immer vorsichtig sein, wenn es um Israel bzw. um Juden geht.
 
Jedem seine Meinung außerhalb der musikalischen Aktivität! Mag sein, dass Roger Waters zu Bisswütig ist. Etwas mehr denken schadet sicherlich nicht. Bestes Beispiel Ted Nugent! Der nur Dünnpfiff absondert, der nur auf Ablehnung stößt und nicht Diskussionswürdig ist.
 
Wenn ein Künstler ein Extremist ist, dann kann ich mich schlecht auf sein Werk einlassen, auch wenn sich sein Extremismus darin nicht äußert. Ich sehe da immer den ganzen Menschen, und kann so was nicht beiseite schieben nach dem Motto "Der Kerl ist zwar ein A..., aber seine Musik ist einfach geil!"
 
Wenn ein Künstler ein Extremist ist, dann kann ich mich schlecht auf sein Werk einlassen, auch wenn sich sein Extremismus darin nicht äußert. Ich sehe da immer den ganzen Menschen, und kann so was nicht beiseite schieben nach dem Motto "Der Kerl ist zwar ein A..., aber seine Musik ist einfach geil!"
Nach "Bibis"-Wahlerfolg könnte man vielleicht doch mal wieder eine Roger Waters-Platte auflegen?
 
Diese Aufnahme und die dazu gehörige Animation gefällt mir immer noch sehr. Da bekomme ich immer noch eine Gänsehaut.

Comfortably Numb


...und hier Waters gemeinsam mit Gilmour

 
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Seine neue Version von "Comfortably Numb" ist soeben als Single bei Spotify aufgeploppt.

Mein Eindruck: Die Refrains sind lahm. Der Schlussteil - der Elemente von "Echoes" und "The Great Gig in the Sky" in sich vereint - ist aber ganz nett geraten.
 
Comfy so zu reduzieren ist schon mutig. (Vor allem ohne Gitarren - Solo)
Die dunkle Atmosphäre und die Chöre passen gut zusammen.
Im Grunde ein neuer Song...

Na ja, eine Cyberpunk-Electronica-Version ... hat so ihre Reize, aber die Originalversion gefällt mir besser. Man hört beispielsweise überdeutlich die Leerstellen, die die fehlenden Gitarrensoli hinterlassen haben ;)
 

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