Prog und Rock-Geschichtsschreibung

Ich will hier mal einen Gedanken zur Rock-Geschichtsschreibung zur Diskussion stellen.

Bekanntlich gibt es viele Bücher über die Geschichte der Rockmusik, die den Prog entweder gar nicht oder nur am Rande erwähnen. Da wird oft geschickt ein Bogen um den Progressive Rock geschlagen, vom West Coast Psychedelic über Zappa, die Velvet Underground und die Stooges zum Punk. So als sei Prog für die Rock-Geschichtsschreibung etwa so bedeutsam wie der Brill-Building-Sound (eine kurzlebige Renaissance arbeitsteilig produzierter kommerzieller Musik mit Streichern und Bläsern statt E-Gitarren, benannt nach einem Bürohochhaus in New York, in dem damals viele Musikverlage ihren Sitz hatten) in den frühen 60ern zwischen dem Niedergang des Rock'n'Roll und der British Invasion. Unter "Rockmusik der 70er" wird eher Glamrock und Hardrock verstanden.

Tatsache ist: wenn man sich den heutigen Rock, wie er auf Festivals wie Rock am Ring und Hurricane stattfindet, und wie Zeitschriften wie Rolling Stone oder Musik Express darüber berichten, spielt Prog wirklich kaum eine Rolle, so sehr diese Erkenntnis dem Prog-Fan missfallen mag. Es gibt zwar das, was etwa die Visions als "Prog-Rock" bezeichnet, aber da gibt es nur punktuelle Berührungen zum Prog, sei es die Länge der Songs oder ein von Synthesizern geprägter Sound, was eher zufällige Ähnlichkeiten sein mögen als echter Prog-Einfluss.

Insofern ist Prog, mehr noch als Metal, aus heutiger Sicht eher ein eigenes Genre, das zwar im Rock wurzelt, aber - jedenfalls von der Mainstream-Musikjournaille und den Hipstern - nicht mehr als Rock wahrgenommen wird. So wie Rock im Rhythm & Blues wurzelt, aber kein Rhythm & Blues mehr ist. Immerhin wird dieses eigenständige Genre vielleicht wieder mehr wahrgenommen als früher, wenn schon die Visions (November 2015) ein Prog-Special bringt, das zwar nicht sonderlich solide recherchiert zu sein scheint, aber immerhin. Wer weiß, was geschieht, wenn die Leute von der Hipster-Monokultur die Nase voll haben ...

Was meint Ihr? Viel Spaß beim Diskutieren!
 
Also ich glaube so wirklich mitdiskutieren kann ich da nicht, kenne auch den Visions Artikel nicht. Obwohl ich von dieser Zeitschrift, noch weniger als von allen anderen, besondere (neue?) Einsichten in den Prog überhaupt vorraussetzen oder erwarten würde^^... auch wenn sie das fett aufs Cover schreiben... puh...

Verstehe den Seitenhieb auf "Hipster" auch nicht so recht. Prog ist nicht hip. Und ich glaub fast er war es auch nie ;).

Ähm, was mich selber allerdings oft ein bisschen enttäuscht, ist das selbst im eclipsed, dem Prog Magazin (?) scheinbar zunehmend weniger Prog (im Sinne von "aufregender Musik" Ragazzi) stattfindet (mag am Nachwuchs liegen, oder aber an dem schon immer "unhippen", und damit schwerer verkäuflichen Habitus dieser Gruppen), oder nehm ich das nur so wahr? Ich meine jährlich über die "Giganten" (Achtung Luftblase) des (Prog) Rock zu berichten, und sonst oft die (für mich) interessanten Gruppen eher randläufig zu bemerken... hm... hm...

Keine Ahnung, was ist Prog eigentlich ;)?
 
Keine Ahnung, was ist Prog eigentlich ;)?
Ich denke, dies ist erstmal die Frage der Fragen....
Irgendwo hier im Forum hatten wir mal festgestellt, dass Prog etwas von jedem individuell empfunden was anderes ist / sein kann.
doch die Zeit brachte mit sich, dass die Schreiberzunft ProgBands benannte, die von uns weniger als diese wahrgenommen wurden, wie auch ich gerne zum Querverweis neige, einer Band leicht proggigen inhalt zuzuschreiben, nur weil sie für "normalo" Metal ausssergewöhnliches geschrieben haben..... sei es Spielarten, Zusammenspiel der einzelnen Instrumente oder gar die Taktverschiebungen/-änderungen.
Alles irgendwie Stilelemente, die auch im Prockrock angewandt werden.

Für mich ist Prog in erster Linie der Fortschritt im erstellen der Musik, dabei unterscheide ich zwischen den Zeiten, d.h. z.B. Dream Theater waren mal innovativ und haben das bekannte weiterentwickelt..... doch seid Jahren stagnieren sie mal auf hohen, mal auf niedrigen Level.... doch sie bleiben für mich eine ProgBand..... ebenso Rush, Genesis (lassen wir die 80er mal ausser Acht) und auch Yes..... letztendlich machen sie für sich auch nichts neues, fortschriftliches mehr, doch sie bleiben dem Prog angehaftet..... es würde ja auch bedeuten, dass Bands nach gewisser Zeit nicht mehr dem Prog zugeordnet werden dürften, nur weil sie sich und ihrer Musik treu bleiben.... !!??

Um die Jahrtausendwende gab es ein Schwung von neuen Bands.... die dem Prog zuzuordnen sind..... viele existieren nciht mehr oder müssen die Musik als teures Hobby betreiben mit hin u. wieder CD Verkauf....
Poverty´s No Crime fallen mir da sofort ein..... die ich als recht anständige Band erachte..... doch die lange Wartezeit vom vorletzten zum letzten Album zeigt auf, dass sie sich mit der Musik nicht übers Wasser halten können..... ob dies an mangenlder Medienintresse liegt (bei genannter Band weiß ich nicht welche andere Zeitschriften ihr letztes Album noch promotet haben, dank eclipsed wurden sie uns ja gut wieder in Erinnerung gerufen)

Wie moonmadness habe ich auch den Eindruck, dass eclipsed mehr den .... besser an den Mann, die Frau bringen lassenden.... Mainstream beachtet als vor z.B. 10 Jahren.....
es wäre natürlich schön, mehr unbeklannte Newcomer hier vorgestellt zu bekommen, doch hängt dies nicht nur vom eclipsed ab, die Booker der Bands müssen auch ihren Job tätigen.....
und auch hier spielt die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle.... ich nehme gerne dies in Kauf, solange der Prog nicht ganz wegbleibt.....

Jeder hat bestimmt schon Bands kennengelernt, die man für sehr gut erachtete und die es wert wären gefördert zu werden..... entweder zerfällt die Band..... sind beim falschen Booker/Label..... daher gibt es keine Lobby....
Auch gibt es für mach Band die GEMA Falle..... wenn die nämlich ein Projekt vorfinanzieren und dies dann nicht die Erlöse einbringt...... so toll diese Förderungsmöglichkeit ist, es ist ein großes Risiko für die Musiker..... und sein wir ehrlich, auch Musiker müssen Essen, Miete zahlen und sonstiges...... also zählt der Wirtschaftsgedanke immer höher.....

Prog und Hip..... !!???
zum Glück nicht...... die Hipster sollen mal bei ihren alternativen Sounds bleiben oder wo sie sonst mögen.... gelegentliche gegenseitige Besuche sind ja noch ok.... :p

(oder zählt Steven Wilson jetzt zu den hippen Musikern...!!???)

Tatsache ist: wenn man sich den heutigen Rock, wie er auf Festivals wie Rock am Ring und Hurricane stattfindet, und wie Zeitschriften wie Rolling Stone oder Musik Express darüber berichten, spielt Prog wirklich kaum eine Rolle, so sehr diese Erkenntnis dem Prog-Fan missfallen mag. Es gibt zwar das, was etwa die Visions als "Prog-Rock" bezeichnet, aber da gibt es nur punktuelle Berührungen zum Prog, sei es die Länge der Songs oder ein von Synthesizern geprägter Sound, was eher zufällige Ähnlichkeiten sein mögen als echter Prog-Einfluss.
es ist doch schon immer so, dass "normale" Metal-/Rockfans mit anspruchsvollerer Musik - Progrock / ProgMetal - weniger was anfangen können...... sie hören eben "einfacher" und leichter......
gerade Dream Theater haben dies immer wieder zu spüren bekommen, wenn sie auf Festivals spielten..... trotz manch einfacherer Songs, die richtig nach vorne gehen zünden sie dort nicht so intensiv wie in der eigenen Halle oder auf einem Progfestival..... (klassische Aussage, die Musik ist gut, nur der Instrumentalpart nervt - ich finde diese meist am besten.... :D)
... und Visison haben eine andere Spielfläche, wenn sie über den Prog berichten ist es für deren Publikum..... sie haben da bestimmt es ein wenig angepasst..... :D:D
trotzdem ist dies immer noch eine der besseren Zeitschriften...... als Ersatz für die Urlaubszeit hier geht es noch..... :D

Die Progwelt bleibt eine kleine, aber feine...... dank eclipsed und solch Foren wie dies hier incl. den ganzen Forumsaktivisten.... ;)
 
(Zweiter Versuch. Der erste scheiterte daran, dass der Beitrag zu lang war.)

Zum Thema "Zu wenig Prog in der eclipsed?":

Ich habe auch den Eindruck, dass der Prog-Anteil in der eclipsed tendenziell leicht rückläufig ist, und überhaupt zu viel über alte Größen des Genres und zu wenig über die aktuelle Szene berichtet wird. Insofern scheint die eclipsed solchen Blättern wie der Good Times immer ähnlicher zu werden. Aber das liegt nicht zuletzt daran, dass die "Dinosaurier" eben immer noch ihre alten Fan-Gemeinden haben, so dass sich damit mehr Exemplare verkaufen lassen als wenn man über Newcomer-Bands schreibt, die im Schatten der Dinosaurier herumkrabbeln und die kaum jemand kennt. Was natürlich schade ist.

Im englischen Sprachraum gibt es eine eigene Zeitschrift für Prog, schlicht Prog genannt. Aber auch die legt den Schwerpunkt auf die Klassiker, aus oben genannten Gründen.

Nichtsdestotrotz ist die eclipsed die beste deutschsprachige Musikzeitschrift, die ich kenne (und die einzige, die ich im Abo habe).

Zum Thema "Was ist Prog?":

Dazu sei hier auf den vorzüglichen Wikipedia-Artikel verwiesen.

"Progressive Rock" ist nicht dasselbe wie Rockmusik, die im Wortsinn "progressiv" ist, sondern einfach eine Genrebezeichnung. Wenn heute eine Band so klingt wie Yes anno '73, dann ist das nicht besonders progressiv, aber es ist Prog. Überhaupt hatte Prog nie ein Monopol auf musikalische Progressivität. Da waren Bands wie Velvet Underground oder die Residents viel "weiter". Prog machten sie nicht, dazu waren sie schon wieder zu extrem.

Auf jedem Fall gibt es keine scharfe Grenzen zwischen "Prog" und "Nicht-Prog". Da gibt es einen Randbereich, wozu solche Sachen wie Krautrock, Technical Extreme Metal oder "Progrock" im Sinne der Alternative-Rock-Presse (s.u.) gehören, und wo die Meinungen auseinander gehen, was davon Prog ist und was nicht.

Zum Thema "Prog und Metal":

Die Metalszene ist zumindest in Teilen für Prog, zumindest für Progmetal, aufgeschlossener als das Hipster-Milieu, was natürlich kein Kunststück ist. Solche Zeitschriften wie Rock Hard oder Metal Hammer wissen das schon zu würdigen. Nichtsdestoweniger ist Progmetal in der Metalszene nicht unumstritten; oft wird alles, was irgendwie in die proggige Richtung geht, mit dem Präfix "Prog-" versehen, und sei es nur, dass die Band einen Keyboarder hat, um zu signalisieren, "Vorsicht, das Zeug ist nicht true!".

Zum Thema "Progrock in der Alternative-Rock-Presse":

Das ist ein Phänomen, das zu durchschauen ich ein paar Jahre brauchte. Einerseits schreiben die über "Progrock", der meiner Meinung nach kein Progressive Rock ist, andererseits wird "echter" Prog komplett ignoriert. Hä? Ganz einfach. "Progrock" ist nicht die Kurzform für "Progressive Rock" (das heißt einfach "Prog", ohne "Rock" dahinter), sondern für "Alternative Rock mit Prog-Einflüssen". So einfach ist das. Das Metier dieser Leute ist Alternative Rock, und da gehört Prog nicht dazu, darüber schreiben sie genauso wenig wie die Kollegen von der Jazzpresse.

Zu guter Letzt sei hier noch kurz auf zwei Antworten aus der progrock-dt-Mailingliste eingegangen, wo ich denselben Text zeitgleich gepostet habe. "Ch.an" meint, das Übergehen des Prog in der Rockgeschichtsschreibung sei Geschichtsfälschung, weil Prog zu seiner Zeit durchaus groß war. Recht hat er. Man kann ein Musikgenre nicht einfach unter den Teppich kehren, weil es einem nicht gefällt. Stephan Glück weist darauf hin, dass Metal im Unterschied zu Prog heute eine große Nummer ist, mit Großevents und Platzierungen in den Albumcharts. Auch das ist richtig. Mir ging es im Eingangspost nur darum, dass sowohl Prog als auch Metal oft aus dem Genre Rock ausgegliedert werden, meiner Meinung nach zu Unrecht.
 
"Die Progwelt bleibt eine kleine, aber feine...... dank eclipsed und solch Foren wie dies hier incl. den ganzen Forumsaktivisten...."

Das sehe ich genauso. Allerdings habe ich den Eindruck, dass in den vergangenen Jahren viele Bands hinzugekommen sind. Jedenfalls habe ich, Dank des Forums, viele, wirklich viele, Bands kennengelernt. Ich meine, dass Alben wie "We Can't Dance" oder "Abacab" nichts Prog zu tun haben. Dennoch gefallen auch mir hier einzelne dieser
Popsongs, denn mit Rock hat das nicht mehr zu tun. Wenn ich mir die Sortierung meiner Musik anschaue, dann wird es viele von Euch geben, die sagen würden, dass hat doch nichts mit Prog zu. Zum Beispiel habe ich hier auch Krautrocksachen stehen. Da könnte man wahrscheinlich schon unterschiederlicher Meinung sein. Pink Floyd vom Psychodelic, Artrock, vielleicht auch ein Prockrock. Jethro Tull. Klar "Thick As A Brick" kann ja wahrlich zum Progrock gezählt werden. Was ist aber mit "This Was" oder "Under Wraps"? Das macht für mich deutlich, dass es nicht auf die Band sondern auf das Album ankommt.
 
Zuletzt bearbeitet:
"Nichtsdestoweniger ist Progmetal in der Metalszene nicht unumstritten; oft wird alles, was irgendwie in die proggige Richtung geht, mit dem Präfix "Prog-" versehen, und sei es nur, dass die Band einen Keyboarder hat, um zu signalisieren, "Vorsicht, das Zeug ist nicht true!"." (dein Zitat)
:) Mein (Metal) Arbeitskollege meint generell, eine Band mit Keyboarder, sei für ihn keine Metalband...
 
Ja, ich habe mal folgenden Witz gehört, der in der Metalszene in Umlauf sein soll:

F: Was haben Keyboards mit Kondomen gemeinsam?
A: Ohne ist schöner.

Das sehen sicher nicht alle Metaller so, aber doch recht viele, wie es scheint. Da gehen die Meinungen eben auseinander. Überhaupt ist die Metalszene ja intern ziemlich zersplittert, da wird - so mein Eindruck - gestritten wie bei den Kesselflickern, was denn nun "wahrer Metal" ist und was nicht. Irgendwoher müssen die Dutzende von Stilbezeichnungen, die da im Schwange sind, ja kommen, das deutet doch auf ein kleinteiliges Abgrenzungsbedürfnis hin. (Na gut, ich verwende, wie viele in der Progszene, auch etwa ein Dutzend Bezeichnungen für Prog-Stile, ohne dass da ein Abgrenzungsbedürfnis dahinter steht, einfach nur, um ein bisschen Ordnung in die Vielfalt der Prog-Welt zu bringen. Aber bei den Metallern ist das ja schon fast so arg wie bei den Elektroniknerds, bei denen es teilweise schon um Nachkommastellen der BPM-Zahl gehen soll ;))

Langer Rede kurzer Sinn: Beim Progmetal scheiden sich in der Metalszene die Geister.
 
:) Mein (Metal) Arbeitskollege meint generell, eine Band mit Keyboarder, sei für ihn keine Metalband...
Mannomann, was haben wir für ein Glück gehabt.... ich dachte immer, Deep Purple sein eine RockBand mit Heavy Seitenwind....
doch Dank deines obernetten HeavyKollegen kann ich mich ja nun beruhigt zurücklehnen und weis --> Deep Purple sind einfach eine zu laut geratene Bluescombo..... Puh.... nochmal Glück gehabt.....

Hoch lebe die Welt der Schubladen..... ein Prost auf diese.... :rolleyes:

Metal rules..... :cool::p
 
Mannomann, was haben wir für ein Glück gehabt.... ich dachte immer, Deep Purple sein eine RockBand mit Heavy Seitenwind....
doch Dank deines obernetten HeavyKollegen kann ich mich ja nun beruhigt zurücklehnen und weis --> Deep Purple sind einfach eine zu laut geratene Bluescombo..... Puh.... nochmal Glück gehabt.....

Hoch lebe die Welt der Schubladen..... ein Prost auf diese.... :rolleyes:

Metal rules..... :cool::p
:) Robert, so heißt der Bub, hat mir heute seine "Metallwelt" genau erklärt... (diese Metallschubläden) ich weiß es aber nicht mehr so genau..Iron Maiden, Motorhead und Metallica, Manovar und noch andere seien Metalbands; Judas Priest haben anscheinend mal ein Album mit Keyboardspieler gemacht.. "Vorsicht das Zeugs ist nicht true"... und.... Metalballaden gehen für Robert gar nicht:
"Musikalisch" haben wir uns über Titanic kennengelernt; er suchte das Album mit der Ballade Isee no reason", das ich zufällig doppelt hatte:
Er wollte mich mal zum Loreley-Felsen (best place around) ... nein nicht zu Deep Purple, da wäre ich noch mitgefahren... zu Status Quo..entführen... und die gehören in meine Schublade der "Antilieblingsbands"...ansonsten habe ich besonders mit unseren Schubladen hier zu Hause größte Probleme, entweder sie gehen nicht auf oder nicht mehr zu (Feinmotorik gehört nicht zu meinen Stärken) Prost Music is live, mit einem Glas Frischmilch 3,7%!:cool:
 
eine Anmerkung von mir, wenn es denn gerade um Metal, ProgMetal, Keyboards und Freunde geht. Ein guter Freund von mir hört gerne Prog-Metal (zugegeben eher die "True"-Prog-Metal Bands ohne Synthies :cool::D) Flirren und schwirren ihm die Soundteppiche von den Keyboards um die Ohren, zumeist irgendwelche Tips von mir, verdreht er jedesmal die Augen und schreit laut auf: " Jan, bitte verschone mich mit diesem kitschigen Mistsound..." Beleidigt rede ich mit ihm bestimmt keine Woche mehr o_O;)

Zu diesem SchubladenThema: ich finds irgendwie ganz lustig. Am Lustigsten allerdings die Genrebezeichnungen im Rezibereich unserer geliebten Eclipsed... :)
 
Zu diesem SchubladenThema: ich finds irgendwie ganz lustig. Am Lustigsten allerdings die Genrebezeichnungen im Rezibereich unserer geliebten Eclipsed... :)
Ja, das ist manchmal schwer nachvollziehbar. Vor allem die Kategorie "Artrock" ist bei denen so dehnbar, dass da so verschiedene Sachen wie Pink Floyd und Sonic Youth reinpassen. Pink Floyd und Sonic Youth ?!?!?!?!? Geht's noch, oder soll ich einen Arzt rufen? ;) Über "New Artrock" haben wir uns in diesem Forum auch schon ein paar mal unterhalten. Und was bitteschön ist "Modern Prog"?
 
Eh...wenn ich es richtig verstanden habe, Ursprung des Progs und seine heutige Interpretation, bzw Verwässerung des Begriffs oder "Mißbrauchs" ?
Ursprünglich ging es hier darum, wie viele Rock-Geschichtsschreiber meinen, den ganzen Prog unter den Teppich kehren zu dürfen. Dass das nichts anderes als Geschichtsklitterung ist, sollte hier allen klar sein. Von dort kamen wir dann darauf, wie in der Alternative-Rock-Presse Prog weitgehend ignoriert und gleichzeitig als "Progrock" Musik bezeichnet wird, die nur am Rande mit Prog zu tun hat. Das war dann der Punkt, an dem wir uns über Schubladenmeierei generell auszulassen begannen ;)

Und so nebenbei bekam dann auch die Prog-Presse ihr Fett weg, nämlich dafür, dass sie mehr über die Klassiker als über die aktuellen Entwicklungen im Prog schreibt, was wahrscheinlich ganz einfach daran liegt, dass die Klassiker auch heute noch viel mehr Fans haben als die Newcomer. Man kann ja davon ausgehen, dass die Fangemeinde der letzteren eine echte Teilmenge derjenigen der ersteren ist. Welcher Freund modernen Progs steht denn nicht auch auf die Klassiker?
 
...und das viele meiner Lieblingsalben dem "Eclectic-Prog" zugeordnet werden, habe ich gerade "gegoogelt":
http://www.progarchives.com/subgenre.asp?style=42
Ok dann nenen wirs halt Eclectric Prog, dann sind wir alle, der Jazzer, der Klassiker, der Beatnik, der Poper, der Metaller, der Hippie, der Rocker, der Blueser, der Schmuser, dann sind wir alle Progger...
Ah ja, ProgArchives. Mit deren Forum habe ich Schluss gemacht, weil da nicht viel lief, was mich interessierte, manche Leute dort arrogant wie Schwefelsäure waren, und technische Probleme nervten. Aber das hat mit der hier aufgeworfenen Frage natürlich gar nichts zu tun.

Ich denke, King Crimson, Gentle Giant und Van der Graaf Generator gehören zum klassischen Prog, auch wenn sie deutlich anders (von der Kompositionshaltung her "avantgardistischer") als Yes, Genesis oder Pink Floyd sind. Insofern könnte man da schon ein Unter-Unter-Genre aufmachen, wenn man denn unbedingt will. "Eclectic Prog", hm, ich weiß nicht, ob das der richtige Ausdruck dafür ist. Scheint mir doch eher ein Verzweiflungsakt zu sein, nach dem Motto, wir finden nichts, was die Sache gut trifft, also nehmen wir was Nichtssagendes.

Die Frage ist natürlich, ob man so ein Untergenre überhaupt braucht, oder ob es nicht reicht, einfach ein paar Adjektive oder dergleichen hinzuzufügen, um die Musik zu charakterisieren. Wir haben es hier einfach mit einem weiten Kontinuum zu tun, das sich kaum sinnvoll untergliedern lässt.
 
(...)
Und so nebenbei bekam dann auch die Prog-Presse ihr Fett weg, nämlich dafür, dass sie mehr über die Klassiker als über die aktuellen Entwicklungen im Prog schreibt, was wahrscheinlich ganz einfach daran liegt, dass die Klassiker auch heute noch viel mehr Fans haben als die Newcomer. Man kann ja davon ausgehen, dass die Fangemeinde der letzteren eine echte Teilmenge derjenigen der ersteren ist. Welcher Freund modernen Progs steht denn nicht auch auf die Klassiker?
Oh...zumindest für meine Altersklasse möchte ich das stark für den Umkehrschluss bezweifeln; da sind viele bei Pink Floyd, Yes, Genesis und wie unsere Klassiker allo so heißen, einfach stehen geblieben und wollen auch nix neues mehr hören... immer und immer wieder die ollen Kamellen abdudeln oder auf der Suche nach verlorengegangenen "Kamellen". Na...ja, ich will dieses rückwärtsgewandte Hörverhalten nicht verteufeln, das hat ja auch viel mit Emotionen, hormonellen Umbrüchen oder einfach nur mit schönen Erinnerungen zu tun; aber die, bei vielen Altersgenossen. fehlende Bereitschaft und Neugierde sich Neues wenigstens mal anzuhören, macht mich doch immer mal betroffen...oder so was...
 
Auf der einen Seite gibt es diesen riesigen dehnbaren Begriff "Prog", unter den alles und nichts passt. Und auf der anderen Seite dutzende Schubladen und Schachteln in den Laden. Darüber und dazwischen: der Kosmos Musik... Aber Klassifikationen sind schon OK, geht wohl nicht ohne.
 
Oh...zumindest für meine Altersklasse möchte ich das stark für den Umkehrschluss bezweifeln; da sind viele bei Pink Floyd, Yes, Genesis und wie unsere Klassiker allo so heißen, einfach stehen geblieben und wollen auch nix neues mehr hören... immer und immer wieder die ollen Kamellen abdudeln oder auf der Suche nach verlorengegangenen "Kamellen". Na...ja, ich will dieses rückwärtsgewandte Hörverhalten nicht verteufeln, das hat ja auch viel mit Emotionen, hormonellen Umbrüchen oder einfach nur mit schönen Erinnerungen zu tun; aber die, bei vielen Altersgenossen. fehlende Bereitschaft und Neugierde sich Neues wenigstens mal anzuhören, macht mich doch immer mal betroffen...oder so was...
Nun, ich stimme Dir da durchaus zu. Ich denke auch, dass eine Definition, was true ist oder nicht zu ausschliessend ist, sei es "true" Metal oder "true" Prog oder "true" was auch immer ... :cool:

Für mich massgeblich ist eher, ob eine Erweiterung der Möglichkeiten/Hörgewohnheiten da ist. Durchaus inklusive der Bezug auf "Dagewesenes" ....

Vermutlich hängen die Hörgewohnheiten auch von der Zeit ab, in die man reingeboren wurde. :rolleyes:

Foxtrot war für mich ein solches Album, oder auch Close to the Edge. Ohne diese Hörgewohnheit wäre ich womöglich nicht bei Platten wie Lateralus oder Tao of the Dead gelandet.

Eine weitere Komponente ist sicherlich, was technisch was Instrumente angeht dann da ist. Das Mellotron/Keyboards hat ja schon einiges verändert - man denke an In the Court of the Crimson King ...

Nach spätestens Trick of the Tail war bei Genesis Schluss bei mir, bei Going for the One mit Yes (beispielhaft). Aber es gab da so ein subjektives Sounderlebnis, was ich wiederfinden wollte, aber nicht reproduziert. Auf der Road of Bones z.B. gab es das wieder, was für mich bei Genesis verloren war. Bei Spock´s Beard "Snow" sind dann Passagen, die mich an Tarkus erinnern, ohne plagiatorisch zu wirken.

So ist es für mich eher so, dass was als Prog bewertet wird von den Hörgewohnheiten anhängt, jemand mit z.B. Metal-Hörgewohnheiten wird dies sicherlich anders tun, als jemand mit eher Psychedelic Hörgewohnheiten.

Eine true/false Definition ist meiner Meinung limitierend und nimmt Bereicherung.

Ich zweifele, dass es tatsächlich Prog-Gruppen gibt, sondern Alben, die eine Prog-"Spielart" beinhalten. z.B. Grobschnitt ist nicht zwangsläufig eine Prog-Gruppe wegen Rockpommels Land, der oftmals zitierte Steven Wilson mit all seinen Projekten auch nicht. Ich mag es, wenn Musiker machen, was sie wollen und dabei ihre Wiedererkennung haben. :rolleyes::p
 
Insofern könnte man da schon ein Unter-Unter-Genre aufmachen
na klar kann man das machen - und wenn man es denn bis zum Exzess betreibt erhält jede Band ihre eigenes Unter-Unter-Unter-Genre.

Ich bin ja der Meinung das man NICHT die Bands einordnen sollte SONDERN die Alben die sie publizieren - ein gutes Beispiel ist doch wohl Steven Wilsons neues Werk, das ist doch nicht im Prog einzuordnen oder sehe nur ich das so ?.

Jeder Künstler hat die künstlerische Freiheit zu tun was er will (wenn die Plattenfirma ihn läßt)
 

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