OstRock & Prog

Georg

Alter Hase
(...)
Oder eben der 16.Juni 1988, wo Pink Floyd vor dem Reichstag spielten, quasi an der Mauer. Da ging auch so richtig die Post ab.
Ich durfte Pink Floyd zum ersten mal in meinem Leben live hören, aber eben von der Ostseite der Mauer.
Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen aus vielerlei Gründen. Aber das zu erzählen, wäre wohl zu viel Text hier ...
...och, würde mich schon interessieren..
 

Senfei

Mitglied

Meine erste LP, die ich mir kaufte, das war die Omega Live im Kisstadion 1979 .... Das war so um 1980 und ich war gerade mit der Schule fertig.
Bis heute haben ich selten ein so lebendiges Livealbum gehört, hier wurde das Publikum mal nicht einfach so weggemischt, nein, es ist sogar sehr präsent.
Man spürt und hört , wie das ganze Stadion mitgeht und mitsingt. Eine richtig schöne Live-LP.
Schade, dass es das Teil nicht auch als CD gibt. Es kam zwar später eine Veröffentlichung auf CD in englischer Sprache, aber damit werde ich nicht warm.
Ich habe das Original über Jahrzehnte in ungarisch verinnerlicht, es dann auf englisch zu hören, wirkt schon sehr fremd. Und überhaupt, ein Livekonzert im Nachhinein sprachlich zu verändern ist ja irgendwie auch ein Fake.

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ProMelodic

Mitglied
@nixe ich bin baff, Deine Übersicht über all die Ostrockgruppen die es mal gab und teilweise noch gibt, ist Phänomenal. Für jeden der all das nicht kennt ist dieser Thread ein wundervoller Einstieg, vieles wichtige ist gesagt, mit Inbrust vorgestellt ... und das sage ich, der diese ganze Ostmucke mal so gehasst hatte.... alte Kammellen!! :)

Heute ist Harry Jeske von den Pudhys gestorben, Ruhe in Frieden.

Bei solch Gelegenheit denke ich immer wieder an die einfühlsamste Musik die jemand bewusst für seinen eigenen kurz bevorstehenden Tod geschrieben und gesungen hat, Tamara Danz mit Silly - Asyl im Paradies


Neben der wunderbaren, einfühlsamen Musik, ist es auch der deutsche, tiefsinnige Text, der mich immer wieder bewegt, alles untermalt vom Gesang von Tamara Danz', die leider bald darauf selbst an Brustkrebs starb.

Dieses Lied wurde auf der Beisetzung meines besten Freundes gespielt, der es sich gewünscht hatte.

Er hat Silly auch öfters auf Konzerten bei uns gesehen, er war von der Ausstrahlung von Tamara begeistert, die Frau hatte was....;)

Ich selber habe Silly leider kein einziges Mal zu Zeiten von Tamara hören dürfen, erst als Anna Loose mit von der Partie war. Es war nicht das gleiche.

Silly war für mich die erste ostdeutsche Band die ich damals schon respektierte, neben Renft.
Nach der Wende kamen dann auch Stark 'Stern-Meißen' dazu. Wie @nixe es sagte, man kannte seine Perle vor de Türe gar nicht.... Zurück Silly - So 'ne kleine Frau':


Text, Musik, Stimmung --> Es ist erste Sahne. Und dann die Spannung mit dem Aufschrei, der knallharten Gitarre... es gab, mal wieder, Ärger mit dem Nachbarn.

Die Texte waren immer Klasse, es wurden Themen angesprochen, die ansonsten nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurden. Silly - Batalion D'Amur


Ich könnte hier noch viele Beispiele nennen in denen die Truppe all Ihre Kunst in die Waagschale geworfen hat um uns zu beglücken, aber wen es interessiert kann auf die schnelle YT durchforsten und sich Anregungen holen, oder eben auch nicht.

Silly gehört in diesen Thread und ist nun drinnen ;)
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Bei mir besteht ein riesiger Nachholbedarf. Was gibt es alles zu entdecken! So mächtig konnte kein Staatsapparat sein, um diese Musik zu unterdrücken. Ich erinnere mich an ein Interview mit dem Bassisten von Moshquito, wo es auch um die Texte ging.
Aus dem Gedächtnis geschrieben

"Klar,, da wurde vorm Konzert schon kontrolliert. Das wusste man. Dann haben wir die Gitarre genommen, irgendeinen hanebüchenen Text geschrieben und gut war"
 

nixe

Inventar
und das sage ich, der diese ganze Ostmucke mal so gehasst hatte
Auch ich war bzw. bin so einer!
Über electra*s Adaptionen bin ich wenigsten mit dem OstProg konfrontiert worden, also der SachsenDreier.
Pudhys gehören bis heute nicht so richtig dazu. Da gilt auch meine Meinung, die da heißt:
"Sie haben genug andere Fans, da brauchen die mich nicht mehr!" Ist aber alles nicht 100%-ig!
Auf dem XXL Sampler sind zwei longtracks von ihnen, die einfach nur gut sind!
 

nixe

Inventar
der darf auch zweimal:
Wer noch kein rechtes Vertauen zu der Musik hat, könnte ja mit diesem Sampler beginnen:

DIE EXTRALANGEN XXL ROCK KLASSIKER

Erscheinungsjahr / Releaseyear: 2009

Tracklist:

CD 1
1. electra - Tritt ein in den Dom 10:14
2. Horst Krüger Band - Die Tagesreise 7:23
3. Reform - Feuerball 10:03
4. City - Am Fenster 17:27
5. 4 PS & Vroni Fischer - Träume wie Segel 7:33
6. Lift - Meeresfahrt 15:17
7. Elefant - Wo das Meer beginnt 7:02

CD 2
1. Stern-Combo Meißen - Der Kampf um den Südpol 8:22
2. Jürgen Kerth - Gloriosa 17:05
3. Reinhard Lakomy - Dass kein Reif 18:36
4. Modern Soul Band - Tief in uns 7:05
5. Karat - Albatros 8:12
6. Puhdys - Geh dem Wind nicht aus dem Wege 6:46
7. Wir - Nach dem Konzert 6:39

CD 3
1. Kreis - Auf Engel schießt man nicht 7:34
2. City - Bulgarien Rock 9:19
3. Wir - Black Power 13:01
4. Puhdys - Es fällt mir schwer 7:16
5. die Skalden - Krywán, krywán 19:54
6. Pop-Projekt - Dreamtime 7:07
7. Bayon - El Sonido 12:35
 

nixe

Inventar
und das sage ich, der diese ganze Ostmucke mal so gehasst hatte.... alte Kammellen!! :)
Mir ging das auch so, ich habe deutsche Texte schon verabscheut & andere Sprachen, außer english waren nicht drin! Das hat sich alles erst nach der Wende gelockert, als französische, italienische, spanische usw. Bands dazu kamen. Jetzt ging es nur noch um die Musik, vorzugsweise natürlich Prog & die Stimme wurde zum Instrument. Die Texte haben mich nur bei speziellen Alben interessiert!
 

ProMelodic

Mitglied
@nixe ... und das sage ich, der diese ganze Ostmucke mal so gehasst hatte.... alte Kammellen!! :)
Hallo, ich muss mich hier mal selbst zitieren, weil das geschriebene so nicht meine Erfahrungen mit der ostdeutschen Musik wiederspiegelt.

Ich habe zu DDR Zeiten schon immer auch ausgewählte Werke der Ost- Gruppen als gut befunden,
Renft, Omega, Stern-Meissen, Elektra, SBB, Karat ua.
Ich konnte aber auch auf Westplatten zurückgreifen: Saga, Deep Purple, Eloy, Jarre ua. nannte ich meine eigen.
Die Wertung war da aber schnell geschehen.

Was mir auch gar nicht gefiel: Die andauernde Berieselung in Radio und Fernsehen NUR mit dieser Musik.
Renft war ja verboten, kam also nichts. Omega aus Ungarn war auch nicht so oft zu hören, immer wieder Pudhys und CO., das war abtörnend und manche Gruppen wurden auch so aufgeputscht ... :(

Erst Silly hat mir vor der Wende gezeigt, wie gut DDR Mucke sein kann, von der Musik, dem Text, also in Gänze - Parallel zum Westfundus!!

---------------- Wende----------------

Die andauende Berieselung hörte auf und man freute sich dann auf einmal, das zB. Stern Meißen während eines Konzertes was wir besuchten, 'Weißes Gold' spielte oder 'Kampf um den Südpol'. Die Klangkulissen rissen einen förmlich mit, es war berauschend. Ich bin auch unheimlich froh Reinhard Fissler noch 2 x live gehört zu haben. Zumindest habe ich Stern Meißen und Renft noch einmal in der Originalformation gehört, bei Silly blieb es mir ja verwehrt, leider.

Erst jetzt/so erkannte ich den Wert dessen was die Gruppen damals schon so zustande gebracht hatte, ich ging nun ohne Vorurteile ran und vieles steht bei mir im Schrank und ich höre es mir immer wieder an...

Als Beispiel RENFT: Diese Musik ist einfach nur GEIL:

 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Ich bin nach wie vor Lehrling in Sachen Musik hinterm eisernen Vorhang. Egal ob DDR oder angeschlossene Bruderstaaten, vieles ist mir noch nicht mal nach der Wende untergekommen. Insofern nochmals danke für diesen Thread. Bleibe ich mal in der DDR. Wo sich unabhängig westlicher Wahrnehmung sicherlich auch durch die Möglichkeit Feindsender zu empfangen oder Mitbringsel in Form von Schallplatten von Verwandten aus der BRD/West-Berlin eine eigenständige Szene entwickelte, die genauso wie hier die bekannten Größen zum Vorbild nahm und versuchte ähnliches in Richtung Prog-Rock oder Heavy Metal auf die Beine zu stellen. Das die "Einheimischen" lieber die Originale hören wollten, verständlich, die Muttersprache als lyrischen Hintergrund eher belächelten, nachvollziehbar. Allerdings stelle ich mir vor, dass die allgegenwärtigen Kulturoberen an jedem Wort, jeder Formulierung, irgendwas zu finden hofften, dass Dekadenz oder zu starke westliche Beeinflussung sein könnte. Ein immer wieder zu vollziehender Spagat der Erklärung zwischen Musik und textlichen Konzept. Dokumentationen gibt es bei YT, wo die, die dabei und auch betroffen waren, dass besser erklären.

OK, dass waren die Worte von einem, dem der Hintergrund komplett fehlt und deswegen bitte mein Geschreibsel nur unter dem Aspekt "Amateur" betrachten.
 

Jester.D

Aktives Mitglied

Eine kleine Rarität - zum Abspann der Jugend(FDJ)-Sendung RUND spielte hier, nach den Rubettes wie man sehen kann, die Horst Krüger Band. Diese Band war zeitweise sowas wie ein Sammelbecken für talentierte junge Musiker. In der Mitte ist Bernd Römer zu sehen - später Gitarrist bei Karat und ganz außen rechts singt und tänzelt Tamara Danz, die legendäre Frontfrau von Silly, noch als Background-Sängerin.
 

nixe

Inventar
electra 1980 Die sixtinische Madonna 1 Der Maler
electra 1980 Die sixtinische Madonna 2 Das Bild
electra 1980 Die sixtinische Madonna 3 Der Betrachter
 

Senfei

Mitglied

Was man alles so entdeckt in der Tube ... ein Kurzfilm von 1976
Die Antwort auf die letzte Frage des Interviewers wurde gestern wohl endgültig gegeben :(
 

Waldmeister

Alter Hase
omega, leider noch eine lücke bei mir. aber ich will unbedingt mit den frühen alben anfangen, und zwar mit den ungarischen versionen. die findet man in üblichen läden nirgends und noch dazu war ich immer inkonsequent, hätte mir durchaus ja etwas davon übers netz bestellen können. :confused:
 

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