NWOBHM (New Wave Of British Heavy Metal)

Ein paar Zeilen zur EF Band müssen in diesem Fred auch UNBEDINGT sein. Dabei war die EF Band eigentlich gar keine rein britische Muckervereinigung, sondern vielmehr schwedischen Ursprungs.

Allerdings mit einem britischen Drummer in ihren Reihen und zwar keinem geringeren als Dave Dufort, der neben Par Ericson (Gesang, Bass) und Bengt Fisher (Gitarre) das Trio komplettierte.

Angesichts des Namens Dave Dufort dürfte es bei dem einen oder anderen klingeln, denn der Schlagwerker stammt aus einer musikalischen Familie: Seine ebenfalls Schlagzeug spielende Schwester Denise ist Gründungs- und Langzeitmitglied der NWOBHM-Mädelskapelle Girlschool.

Außerdem hat Dave Dufort neben der EF Band noch ganz andere Namen in seinem Portfolio, denn er bereicherte mit seinem Drumming zeitweise auch das Klangbild der Kollegen von Angel Witch und Tytan.

Und nicht nur das: Dufort war bereits lange vor der NWOBHM aktiv (seit 1966 um genau zu sein) und spielte unter anderem bei/mit Kevin Ayers, Screaming Lord Sutch und Ian Hunter, also bei weitem nicht ausschließlich im Heavy Metal-Bereich. Ein vielseitiger Mann.

Aber zurück zur schwedisch-britischen EF Bad, die 1978 gegründet wurde und ungeachtet der genauen regionalen Herkunft ihrer Mitglieder ohne jeden Zweifel perfekt in das musikalische und sonstige Umfeld der NWOBHM hineinpaßte. Das wußte man zu nutzen.

1979 gab es mit "Night Angel" eine erste Single und anschließend mit "Self made suicide" eine zweite, die Anfang 1980 herauskam. Single Nummer 3, "Devil´s eye", erschien ebenfalls noch 1980.

Auf dem ersten "Metal for Muthas"-Sampler konnte man mit "Fighting for Rock and Roll" parallel dazu auch ein Stück platzieren, es ließ sich also alles ganz gut an.

Anschließend folgte eine Tournee mit Angel Witch, welche die Gelegenheit nutzten, Dave Dufort abzuwerben. Er wurde durch Dag Eliason ersetzt

Mit dem neuen Mann hinter den Kesseln wurde 1981 dann die erste richtige LP, das famose "Last Laugh is on you"-Album, herausgehauen. Ein kraftvolles, energisches Stück Heavy Rock/Metal im besten Stil der Zeit, wie man es sich besser kaum wünschen könnte. Eine Power-Perle wie aus dem Bilderbuch.

Man entschl0ß sich anschließend, mit John Ridge einen hauptamtlichen Sänger in die Band zu holen, um Par Ericson von der Doppelbelastung Bass/Gesang zu entbinden. Bald darauf begab man sich erneut ins Studio, um mit "Deep Cut" die nächste LP einzuspielen, welche 1982 veröffentlicht wurde.

Leider kommt diese nicht mehr in Gänze an das kernige Debüt heran. Ein passables Album, mehr aber auch nicht. Zu allem Überfluß ist dort außerdem eine Russ Ballard-Komposition ("Love is a game") verbraten worden und das will meistens nichts gutes heißen.

Anschließend kehrte erst mal für eine Weile Ruhe im Bandcamp ein, da man mit dem Zweitwerk auch nicht sonderlich viel reißen konnte.

John Ridge verließ die Band derweil und wechselte zur Hamburger Roy Last Group.

Sein Ersatz hinterm Mikro hieß Roger Marsden und gleichzeitig stockte man die ursprünglich als Trio gestartete und zwischenzeitlich auf Quartettstärke angewachsene Truppe noch einmal um ein weiteres Mitglied zum Quintett auf: Mit Anders Allhage wurde ein zweiter Gitarrist verpflichtet und der machte nur wenig später unter dem Künstlernamen Andy LaRocque als Sidekick von King Diamond in dessen Soloband Karriere.

1985 erschien mit "One Night Stand" dann endlich die dritte, aber auch letzte LP der EF Band. Dieses Album ist zwar musikalisch keine Katastrophe, hat aber mit dem NWOBHM-Sound der Anfangstage nun wirklich überhaupt nichts mehr zu tun und geht eher in die Poser-/Glam Metal-Richtung, welche seinerzeit angesagt war und das wird auch durch das entsprechende Outfit der Band auf dem Albumcover dokumentiert.

Das war es dann und die EF Band verschwand, nachdem natürlich auch diese LP floppte, endgültig in der Versenkung.



 
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Nicht gerade viel bekannt ist über Shywolf, von denen ich deren einziges Lebenszeichen, die bei M.R.S. Records erschienene und ziemlich rare Single "Lucretia", glücklicherweise im Regal stehen habe.

Die genau Herkunft des Trios, welches aus Steve Littlewood (Bass, Gesang), Phil Toone (Gitarre, Gesang) und Jay Melbourne (Drums) bestand, ist mir nicht geläufig und man findet selbst heute, im Zeitalter des Internets, kaum Informationen.

Da die Single aber in den Midland Recording Studios in Walsall aufgenommen wurde, vermute ich mal einen regionalen Bezug. Also dürften Shywolf wohl aus den West Midlands oder umzu gestammt haben.

Die A-Seite der 1982 erschienenen Single, "Lucretia", bietet flotten, Laune machenden Heavy Rock, wie er eigentlich typisch für die Entstehungszeit und die Herkunft ist. Nichts hyperoriginelles, aber absolut in Ordnung.

Die B-Seite "California Jam" (hier singt Phil Toone statt Steve Littlewood, welcher auf der A-Seite den Gesang übernommen hat) klingt lustigerweise ein wenig nach "You really got me" von den Kinks... ;)

Ich habe zu meiner Überraschung sogar bei der Röhre was gefunden:

 
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Auch Bands, die sich musikalisch und/oder äußerlich eher in Richtung Glam orientierten, brachte die NWOBHM hervor. Bekanntere Beispiele dafür sind Girl oder Silverwing.

Ein weniger bekanntes Beispiel wären die 1981 gegründeten Rox, die wie Silverwing ebenfalls aus Manchester stammten. Nach einigen umfassenderen Besetzungswechseln und damit zusammenhängenden musikalischen Entwicklungsschritten schälte sich schließlich die endgültige Marschrichtung heraus.

Zunächst brachte man ein Demo zustande, dem alsbald die erste, (Achtung: Ironie) einfallsreich betitelte 7"-Single "Hot Love in the City" folgte. Das alles fand 1981 / 82 statt.

Dann, 1983, ging es für die hoffnungsvollen Newcomer scheinbar richtig ab, nachdem man einen Deal mit Roadrunner Records eingesackt hatte:

Die bereits bekannte Single wurde dort ein weiteres Mal veröffentlicht, diesmal aber im 12"-Maxiformat, mit dem geänderten und mindestens genauso "originellen" Titel "Love ya like a Diamond".

Nahezu zeitgleich folgte der erste und einzige Longplayer "Violent Breed". Ebenfalls noch 1983 ließ man dann noch eine weitere 12"-Maxi auf die Menschheit los ("Krazy Kutz"), die aber merkwürdigerweise nicht bei Roadrunner, sondern bei Music For Nations erschien.

Mehr passierte nicht und nach diesem Veröffentlichungsoverkill war das Thema Rox dann auch ganz schnell wieder vom Tisch.

Musikalisch ist das alles gut gemachter, solider Heavy Metal, eben mit leichter Glamkante. Aber andererseits auch nichts sonderlich aufregendes, einfallsreiches oder weltbewegendes, da gab es eine Vielzahl deutlich stärkerer Bands.


 

Gast 5

Aktives Mitglied
Fist sind mir auch noch im Gedächtnis, da muß ich mal wieder nachhören. "Throwing In The Towel", "Name, Rank & Serial Number" das ist mir schon noch im Gedächtnis.

Es gab doch auch ein Namensproblem mit den Fist, da es zur selben Zeit eine kanadische Hardrockband ebenfalls namens Fist gab. Da war doch irgendwas. Oder wars andersrum und die hatten dann Probleme und mußten sich von Fist zu Myofist umbenennen?

Die hatten jedenfalls auch ein ganz starkes Album "Fleet Street" 1981 rausgebracht. Wurde viel gedudelt im Hause Vertigo
Und das hast Du auch in einer Sendung vorgestellt meine ich.
 

Gast 1

Guest
Hört sich sehr interessant an, würde ich gerne mal sehen bzw. hören. Bist Du da immer noch aktiv ?
Nein, schon vor ein paar Jahren ausgestiegen. Da gabs im Forum ein paar solche Vollidioten die immer am rumstänkern waren. Das spitzte sich zu, als einer von denen sich über den Tod von Amy Winehouse lustig machte. Bei sowas hörts bei mir auf, ob man die Musik nun mag oder nicht, so eine gewisse Grundmenschlichkeit sollte schon vorhanden sein. Der Moderator sah das aber anders und machte mich an, weil ich dem ******* da übers Maul gefahren bin in aller Deutlichkeit. Da dachte ich mir, Zeit zu gehen.

Aber an sich hats schon großen Spaß gemacht, ja.
 
Oh, so was kenne ich zu gut. Auch aus einem anderen Forum, ich erzählte ganz am Anfang mal kurz davon.

Da kamen auch unablässig solche Sprüche wie "der Scheiß-Bee Gee mit seiner Drecksvisage ist endlich verreckt, har har" (gemeint war Robin Gibb) oder "ich wünsche all diesen Pop-Schwuchteln einen möglichst grausamen Tod" und ähnliche Kommentare, fast schon am Fließband.

Es wurde bei kritischer Nachfrage zunächst immer als "Spaß" verkauft, aber abgesehen davon, dass ich sowas unabhängig von persönlichen musikalischen Vorlieben überhaupt nicht spaßig finde und mich diese Art von moralischen Grenzüberschreitungen anwidert, merkte ich auch irgendwann, dass es eben kein "Spaß" war, sondern bierernst gemeint wurde.

Es waren vor allem zwei anscheinend gefrustete, lebensverneinende Existenzen (ich will das harte Wort "Versager" jetzt mal nicht benutzen), die das ganze Forum dominiert und sich ständig gegenseitig mit derartigen Sprüchen hochgeschaukelt und die ganze Atmosphäre vergiftet haben. Das glich schon einem menschenverachtenden, totalitären System dort.

Manchmal hatte man das Gefühl, es geht gar nicht mehr um Musik, sondern darum, andere fertigzumachen und seinen persönlichen Frust über "das System", was auch immer das genau sein soll, rauszukotzen.

Nach und nach wurde dann auch jeder kleinste "Fehler" von anderen Forenmitgliedern unter die Lupe genommen und einer nach dem anderen kam unter Beschuß. Und "Fehler" bedeutete etwa, einfach nur einen Musikgeschmack zu haben, der nicht genehm war (obwohl die Herren oft überhaupt keine Ahnung hatten) oder eine eigene Meinung zu äußern, über die sich dann verächtlich lustig gemacht wurde.

Es kamen persönliche Angriffe übelster Sorte. Erzählte man von seinen Kindern, kam als Gegenreation postwendend sowas wie "Ich würde keine Drecksblagen in diese verschissene Welt setzen." oder dergleichen. Aber war ja nur Spaß, ha ha, zum totlachen aber auch.

Jedenfalls ist das ursprünglich aus ungefähr 25 Mitgliedern bestehende Forum nach und nach auseinandergebrochen. Manche sind freiwillig weggeblieben, so wie ich. Andere gingen nach heftigen Streits und Auseinandersetzungen bzw. weil sie gegen die beiden Rädelsführer nicht ankamen und verbal total auseinandergenommen wurden.

Heute schmoren dort noch die beiden besagten Herren in ihrem eigenen Süppchen vor sich hin, nebst ein oder zwei getreuen Paladinen, die nicht widersprechen.

Und ich weiß, dass die dort auch heute immer noch gegenüber den ausgestiegenen Mitgliedern nachtreten und sich selber feiern, gleichzeitig aber auch herumjammern, dass im Forum fast nix mehr los ist.
 
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Gast 1

Guest
Oh, so was kenne ich zu gut. Auch aus einem anderen Forum, ich erzählte ganz am Anfang mal kurz davon.

Da kamen auch unablässig solche Sprüche wie "der Scheiß-Bee Gee mit seiner Drecksvisage ist endlich verreckt, har har" (gemeint war Robin Gibb) oder "ich wünsche all diesen Pop-Schwuchteln einen möglichst grausamen Tod" und ähnliche Kommentare, fast schon am Fließband.

Es wurde bei kritischer Nachfrage zunächst immer als "Spaß" verkauft, aber abgesehen davon, dass ich sowas unabhängig von persönlichen musikalischen Vorlieben überhaupt nicht spaßig finde und mich diese Art von moralischen Grenzüberschreitungen anwidert, merkte ich auch irgendwann, dass es eben kein "Spaß" war, sondern bierernst gemeint wurde.

Es waren vor allem zwei anscheinend gefrustete, lebensverneinende Existenzen (ich will das harte Wort "Versager" jetzt mal nicht benutzen), die das ganze Forum dominiert und sich ständig gegenseitig mit derartigen Sprüchen hochgeschaukelt und die ganze Atmosphäre vergiftet haben. Das glich schon einem menschenverachtenden, totalitären System dort.

Manchmal hatte man das Gefühl, es geht gar nicht mehr um Musik, sondern darum, andere fertigzumachen und seinen persönlichen Frust über "das System", was auch immer das genau sein soll, rauszukotzen.

Nach und nach wurde dann auch jeder kleinste "Fehler" von anderen Forenmitgliedern unter die Lupe genommen und einer nach dem anderen kam unter Beschuß. Und "Fehler" bedeutete etwa, einfach nur einen Musikgeschmack zu haben, der nicht genehm war (obwohl die Herren oft überhaupt keine Ahnung hatten) oder eine eigene Meinung zu äußern, über die sich dann verächtlich lustig gemacht wurde.

Es kamen persönliche Angriffe übelster Sorte. Erzählte man von seinen Kindern, kam als Gegenreation postwendend sowas wie "Ich würde keine Drecksblagen in diese verschissene Welt setzen." oder dergleichen. Aber war ja nur Spaß, ha ha, zum totlachen aber auch.

Jedenfalls ist das ursprünglich aus ungefähr 25 Mitgliedern bestehende Forum nach und nach auseinandergebrochen. Manche sind freiwillig weggeblieben, so wie ich. Andere gingen nach heftigen Streits und Auseinandersetzungen bzw. weil sie gegen die beiden Rädelsführer nicht ankamen und verbal total auseinandergenommen wurden.

Heute schmoren dort noch die beiden besagten Herren in ihrem eigenen Süppchen vor sich hin, nebst ein oder zwei getreuen Paladinen, die nicht widersprechen.

Und ich weiß, dass die dort auch heute immer noch gegenüber den ausgestiegenen Mitgliedern nachtreten und sich selber feiern, gleichzeitig aber auch herumjammern, dass im Forum fast nix mehr los ist.
Ja, so kenn ich das auch allzu gut und nicht nur aus dem Forum da beim Radiosender. Da hast du gut getan zu gehen.
 

Gast 1

Guest
Ich hab mich für dich mal in die Tiefen meines PCs begeben und wieder rausgefunden.

Die Tracklisten für die beiden Sendungen, "Altmetall" von mir genannt. Für nen Kenner - und da bist du der wesentlich größere Kenner als ich in dem Genre - sicher nix neues dabei

Altmetall 1:

1. Holocaust – Heavy Metal Mania 4:03 Ep Version

2. AC/DC – Down Payment Blues 6:04

3. Girlschool – Emergency 2:51

4. High Power – Offrande Charnelle 8:35

5. Sledgehammer – Sledgehammer 3:11 Metal for Muthas I Sampler

6. Motörhead – Bomber 3:44

7. Ozzy Osbourne – Diary Of A Madman 6:17

8. Witchfinder General – Witchfinder General 3:53

9. Anvil – March Of The Crabs 2:31

10. Judas Priest – Exciter 5:33

11. Trespass – Visionary 5:11 Metal Explosion Sampler

12. Diamond Head – Sucking My Love 9:30

13. Atomic Rooster – Do You Know Who’s Looking For You 3:04

14. Barón Rojo – Las Flores Del Mal 4:48

15. Praying Mantis – Johnny Cool 6:06 Metal Explosion Sampler

16. Cirith Ungol – Chaos Rising 8:44

17. Iron Maiden – Phantom Of The Opera 7:08

18. Samson – Communion 6:34

19. Killer – I Know 4:32

20. Saracen – Rock Of Ages 3:19

21. Vardis – Out Of The Way 2:58

22. Tygers Of Pan Tang – Insanity 6:27

23. Rose Tattoo – Astra Wally 5:59


Altmetall 2:


1. Saxon – Dallas 1PM 6:26

2. Angel Witch – Angel Witch 3:22

3. The Rods – Wild Dogs 3:28

4. Fist – Fleet Street 4:20

5. Gillan – Mr.Universe 6:15

6. Trust – Antisocial 5:11

7. Tank – Shellshock 3:10

8. Fates Warning – Orphan Gypsy 5:59

9. Queensryche – NM 156 4:29

10. Blitzkrieg – Inferno 5:30 Lead Weight Neat Sampler 1981

11. Witchfynde – Belfast 5:30 Friday Rock Show Sampler

12. Headgirl – Please Don’t Touch 2:50

13. Manilla Road – The Ninth Wave 9:29

14. Grim Reaper – The Reaper 4:07

15. Lionheart – Lionheart 3:56

16. Manowar – Dark Avenger 6:23

17. Riot – Narita 4:38

18. The Handsome Beasts – One In A Crowd 3:29

19. Warlord – Black Mass 5:34

20. Tokyo Blade – If Heaven Is Hell 6:00 von EP Midnight Rendezvous

21. Dark Star – Lady Of Mars 4:28

22. Witchkiller – Riders Of Doom 5:50

23. Metallica – The Four Horsemen 7:13
 
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Ob großer Kenner oder nicht so großer Kenner - die Liste zeugt von Geschmack ! Sogar Barón Rojo dabei und Witchkiller - sehr, sehr geil. :D:)

Von Warlord, Manilla Road, Cirith Ungol und dem ganzen NWOBHM-Zeux ganz zu schweigen....da sind nur geile Sachen genannt! :cool:

Danke für die Auflistung.
 

Gast 1

Guest
Ob großer Kenner oder nicht so großer Kenner - die Liste zeugt von Geschmack ! Sogar Barón Rojo dabei und Witchkiller - sehr, sehr geil. :D:)

Von Warlord, Manilla Road, Cirith Ungol und dem ganzen NWOBHM-Zeux ganz zu schweigen....da sind nur geile Sachen genannt! :cool:

Danke für die Auflistung.
Mein Anliegen war auch, so ein bisserl die verschiedenen Stile zu repräsentieren. Drum gibts sowas wie bluesigen Hardrock von ACDC, epischen Metal von Cirith Ungol oder Manilla Road, ein paar Kracher und Stampfer und ein paar Raritäten wollte ich auch mit reinpacken, falls da doch ein Hörer ist der sich gut auskennt, damit der auch seinen Spaß dran hat.

Kam auch gut an die Sendung.

Meine Volltreffer-Sendung war allerdings ein zweiteiliges Uriah Heep Special. Nie hatte ich mehr Zuhörer
 
Weiter geht es mit Tröjan / Taliön.

Tröjan waren eher ein spätes Kind der NWOBHM-Ära, welches mit seiner Gründung 1982 zu einem Zeitpunkt das Licht der Welt erblickte, als die erste große Welle bereits ihren Höhepunkt erreicht und zahlreiche wegweisende Genreklassiker hervorgebracht hatte.

Die Band stammte aus der Grafschaft Greater Manchester und tat das, was man als junge Band im Allgemeinen so macht: Sie nahm noch im Gründungsjahr ein Demo auf, welches sich im Laufe der nächsten Monate über dreitausend Mal verkaufen ließ, was schon eine ganz ordentliche Hausnummer für eine Demokassette ist.

Unter anderem kam diese Stückzahl auch dadurch zustande, dass dieses Demo vom damals federführenden britischen Metal-Magazin "Kerrang" nachdrücklich gefeatured wurde.

Auch eine geplante EP-Veröffentlichung stand 1983 zunächst im Raum, wurde dann aber nicht realisiert, obwohl das Material bereits fertig aufgenommen vorlag. Stattdessen feuerte Gitarrist Pete Wadeson, der die Band auch ins Leben gerufen hatte, sämtliche anderen Mitglieder und fing mit neuem Line-Up noch mal von vorne an.

Ein weiteres Demo mit der neuen Besetzung wurde im Frühjahr 1984 aufgenommen und dieses führte dazu, dass man einen Plattenvertrag mit Roadrunner Records unter Dach und Fach bringen konnte.

Noch im gleichen Jahr produzierte man erneut ein Demo, diesmal unter professionelleren Bedingungen, da man bereits die finanzstarke Company im Rücken hatte und dieses Demo mündete schließlich in die Aufnahmen der ersten und einzigen LP "Chasing the storm", die dann 1985 auf den Markt kam und speedigen Heavy Metal enthält.

Für die LP wurden teilweise auch Songs verwertet, die vorher bereits auf den Demos enthalten waren.

Man spielte einige Konzerte - nachdem man in den Jahren zuvor nur sehr wenige Liveauftritte absolviert hatte - aber irgendwie entwickelte sich die ganze Chose nicht wunschgemäß.

Es folgte dann fast schon erwartungsgemäß das Ende der Beziehung zu Roadrunner und anschließend, 1988, die endgültige Trennung der Band, ohne dass man vorher noch mal in irgendeiner Form den Hintern hochbekommen hätte.

Pete Wadeson gründete im Anschluß die Band Lethal, welche sich nach kurzer Zeit in Taliön umbenannte und musikalisch in vergleichbarer Richtung unterwegs war.

Doch auch hier blieb es bei einer einzigen LP ("Killing the world", Peaceville Records), welche 1989 erschien, sowie einem im gleichen Jahr aufgenommenen Demo.



 
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Mit Trespass habe ich mich in diesem Thread auch noch nicht beschäftigt, sofern mich meine Erinnerung nicht trügt. Aber das hole ich jetzt nach. :)

Also schlagen wir hier nun ein weiteres Kapitel des Fortsetzungsromans "NWOBHM-Bands, die es nicht geschafft haben" auf.

Warum ist das eigentlich so ? Faktisch war schließlich alles vorhanden, was die Band zu einem ganz heißen Eisen hätte machen können: Talent, kompositorische und spieltechnische Kompetenz, Feeling und sicherlich ohne jede Frage auch ausreichend Motivation und Ehrgeiz.

Beim Namen Trespass fangen außer meiner Wenigkeit noch viele andere ausgewiesene NWOBHM-Liebhaber sofort an zu sabbern, einen solch exzellenten Ruf genießt die Band aus Suffolk in der Szene. Völlig zu recht im Übrigen.

Und das, obwohl die Truppe während ihrer besonders bedeutsamen Frühphase - es gab später noch einen Reunionsversuch, in den 90ern - nicht einmal eine komplette LP zustande brachte.

Bereits 1976 - also quasi noch zu Prä-NWOBHM-Zeiten - gegründet und damit ein besonders zeitiger Vertreter der ersten (und wichtigeren) Welle, brachte die Band um die Sutcliffe-Brüder Mark und Paul im Jahr 1979 ihre erste 7"-Single "One of these days" heraus.

Da man wohl keine große Lust hatte, sich mit halbseidenen und unfähigen Wald-und Wiesen-Labels rumzuärgern, geschah dieses gleich in Eigenregie auf dem bandeigenen Label Trial Records.

Die Single gilt, zumindest unter Eingeweihten, bis zum heutigen Tage als einer der ganz großen NWOBHM-Klassiker schlechthin. Damals sorgte der Dreher dafür, dass die Band ihren Bekanntheitsgrad deutlich erweitern konnte und sich ein steigendes Interesse an der Gruppe verzeichnen ließ.

So ließ man schon 1980 die nächste 7" namens "Jealousy" folgen, auch wieder im Eigenvertrieb via Trial Records. "Jealousy" wurde in den Spaceward Studios zu Cambridge aufgenommen und enthielt mit den beiden Songs "Jealousy" und "Live it up" durchweg starkes Material, wenn auch nicht ganz so herausragend wie die Stücke auf der ersten Single.

Noch im gleichen Jahr bekam man die Chance, Material für zwei Sampler zur Verfügung stellen zu können, was der Band natürlich eine wunderbare Möglichkeit bot, sich einer noch breiteren Öffentlichkeit präsentieren zu können und vor allem bei größeren, professionelleren Plattenfirmen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Als erstes tauchte man auf dem "Metal Explosion"-Sampler der BBC auf, wo man die atemberaubende Halbballade "Visionary" darbot. Die Kritiken waren hervorragend.

Anschließend schien dann der ganz große Deal zum Greifen nah, denn beim zweiten Sampler handelte es sich um die legendäre "Metal for Muthas, vol.II"-Kompilation, welche von der EMi (die damals noch was zu sagen hatte) aufgelegt wurde.

Dort waren Trespass die einzige Band, die zwei Stücke beisteuern durfte, wie zuvor schon Iron Maiden beim ersten Teil der "Metal for Muthas"-Serie.

Trespass waren mit dem bereits bekannten "One of these days" sowie der Überhymne "Stormchild" vertreten (ein absoluter Hammer !). Doch im Gegensatz zu Iron Maiden zuvor wurden Trespass anschließend nicht zur ganz großen Nummer, sondern gingen im Sturzflug zu Boden wie ein Düsenjäger, bei dem die Triebwerke ausgefallen sind. Das Musikbusiness war eben noch nie von Gerechtigkeit geprägt, was in diesem speziellen Fall ganz besonders bedauerlich ist.

Unglaublich, wie dumm und ignorant (und taub?) die Verantwortlichen bei der EMi waren, dieser erstklassigen Band keinen Anschlußdeal offeriert zu haben! Vermutlich hatten sich diese Volldeppen mit den Fingern in beiden Ohren und Kissen überm Kopf im Keller eingeschlossen....

Natürlich machte sich daraufhin im Bandcamp Frust breit, was Trespass allerdings nichts davon abhielt, eine weitere Single in Eigeninitiative zu veröffentlichen. Noch steckte man den Kopf nicht in den Sand, sondern sammelte vielmehr seine Kräfte und lieferte mit der 1981 erschienenen "Bright lights"-Single das ultimative Highlight der gesamten Bandgeschichte ab.

Die Sutcliffes und ihre Bandkollegen zeigte sich in höchst potenter Form und lieferten eine bestechende Mischung aus songschreiberischer Klasse, Komplexität und hartem, kraftvollem Riffing ab. Die drei Stücke "Bright lights", "The duel" (!!!!!!! *lechz*) und "Man and machine" sind von zeitloser Güte und gehören zu den überwältigendsten Momenten der gesamten NWOBHM.

Trotzdem brachten alle Bemühungen nichts mehr. Sowohl der Enthusiasmus als auch die musikalische Klasse der Band zielten bedauerlicherweise komplett ins Leere und zogen an keiner Stelle die verdiente Aufmerksamkeit nach sich. Man spielte noch einige Konzerte (die auch allesamt sehr gute Kritiken bekamen) und löste sich dann irgendwann enttäuscht auf.

Die Sutcliffe-Brüder sowie Dave Crawte, ein weiteres Trespass-Mitglied, ließen aus der Asche von Trespass etwas später die-Formation Blue Blud auferstehen. Obwohl die Band aus drei Vierteln Trespass bestand, klang sie musikalisch weitgehend anders und bediente sich stattdessen vielmehr sämtlicher Insignien mainstreamiger Kommerzsounds, so dass am Ende ein Mix aus typischem 80er Glam Metal und AOR / Melodic Hardrock dabei herauskam. Also kein Vergleich zu Trespass.

Und tatsächlich schafften Blue Blud das, was Trespass immer verwehrt geblieben war: man konnte einen Deal mit einem größeren Label einsacken (in diesem Falle: Music For Nations) und stockte das Quartett durch Hinzunahme eines Keyboarders auf Quintettgröße auf.

Musikalisch muß man darüber keine großen Worte verlieren und letztlich blieben auch Blue Blud, trotz Majordeals und kommerzieller Ambitionen, nur eine unbedeutende Fußnote in der Rockgeschichte.

Da der Name Trespass in Undergroundkreisen, vor allem in Japan und England, aber immer noch einen ausgezeichneten Ruf genoss, trug man Blue Blud Anfang der Neunziger Jahre wieder zu Grabe und versuchte sich tatsächlich an einem Trespass-Comeback.

1993 traten die reformierten Trespass auch wieder live auf europäischem Boden auf, unter anderem zusammen mit Holocaust beim damals noch sehr kleinen und übersichtlichen Wacken-Festival (kein Vergleich zu der nervtötenden Party-Event-Bespaßungskultur mit übermächtiger Medienpräsenz, die heute dort inszeniert wird).

Kurz darauf gab es dann gar tatsächlich neue Aufnahmen von Trespass zu bestaunen: "Head", übrigens der erste und einzige richtige Langspieler in der "Karriere" der Kapelle und auf einem seltsamen Label namens Alien Egg veröffentlicht, konnte jedoch überhaupt nicht überzeugen und bot einen unausgegorenen, nicht sonderlich mitreißenden Mix aus wenigen alten Trespass-Elementen, die mit modernen (und damals trendigen) Grunge-Sounds und gemäßigten Metallica-/Megadeth-Einflüssen gekreuzt wurden.

Keine Spur des früheren Niveaus und ergo ziemlicher Müll, wenn man ehrlich ist. Weit weg von der alten Magie und Qualität und eigentlich an keiner Stelle auch nur ansatzweise mit den Klassikern dieser begnadeten Truppe vergleichbar. Kann und sollte man vergessen.

Anschließend war das Thema Trespass dann - erwartungsgemäß - auch schon wieder erledigt, denn so ließen sich natürlich auch keine Blumentöpfe gewinnen. Chance vertan. Seitdem hat man auch keine neuen Lebenszeichen mehr von der Band vernommen, allerdings scheint sich seit einiger Zeit wieder was zu rühren und irgendwo habe ich die Information her, dass man wohl auf die alten Tage gedenkt, doch noch mal mit neuem Material über den Deich zu kommen. Wir warten ab.

Sehr empfehlenswert (gerade für Einsteiger, denen die Geduld oder das nötige Kleingeld fehlt, die Originalsingles aufzutreiben) ist aber noch "One of these days - The Trespass Anthology", die 2004 released wurde und sämtliches Material der Singles sowie diverse weitere Aufnahmen aus sonstigen Sessions enthält. Kurzum so ziemlich alles, was die Band zwischen 1979 und 1982 in irgendeiner Form aufgenommen hat.




 
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