Neofolk

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Ich bin der Ansicht, dass Du das gar nicht hättest betonen müssen oder sollen. Es dürfte wohl niemanden hier geben, der dir in irgendwelcher Form rechtspolitische Gedankenspiele unterstellt, weil dir offenbar einiges an Musik aus dem Bereich Neo-Folk gefällt.
Lasst das Thema Politik außen vor. Das führt nur zu Missverständnissen und Streit! Ich erinnere mich an einen ehemaligen Forianer aus Österreich, der manches mal sehr kontrovers gepostet hat und sich dann über das Echo gewundert hat.
Wie naiv und billig mit dem Thema "Rechts" umgegangen wird, habe ich im "Metaltreff" durch einige Beiträge bzw. Gifs täglich erlebt. Gut, dass ich hier an Bord gegangen bin.
 

The Wombat

Mitglied
Lasst das Thema Politik außen vor. Das führt nur zu Missverständnissen und Streit! Ich erinnere mich an einen ehemaligen Forianer aus Österreich, der manches mal sehr kontrovers gepostet hat und sich dann über das Echo gewundert hat.
Wie naiv und billig mit dem Thema "Rechts" umgegangen wird, habe ich im "Metaltreff" durch einige Beiträge bzw. Gifs täglich erlebt. Gut, dass ich hier an Bord gegangen bin.
Nun ja, dieses Thema wurde von Senfei sicherlich nicht befeuert, nur weil er vielleicht zu etwas neuen Erkenntnissen in Sachen Neo-Folk kam, die er bisher wohl nicht auf dem Schirm hatte.
In Ermangelung eines OT-Bereichs dürfte das große Feld "Politik" hier sowieso keine Rolle mehr spielen.
Dennoch bin ich der Ansicht, dass man es -sollte es denn mal wirklich nötig sein- in Bezug auf gewisse Musik nicht generell fast schon zwanghaft oder reflexartig vermeidet. Gerade auch dann, wenn es um "rechte Politik" geht.
Ein naiver, billiger oder gar agressiver Umgang damit sollte sich doch hier -auch im Einzelfalle- durchaus vermeiden lassen.
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Das funktioniert auf Dauer nicht, Politik komplett außen vor zu lassen. Musik lebt nicht außerhalb von Raum und Zeit. Ich will damit nicht sagen, dass wir politische Diskussionen besonders befördern sollten - nein, ganz gewiss nicht - aber man kann auch in einem Musikforum Politik weder ignorieren noch ganz ausschließen.
Es sollte nur nicht das vorherrschende Thema des Threads sein. Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Nun ja, dieses Thema wurde von Senfei sicherlich nicht befeuert, nur weil er vielleicht zu etwas neuen Erkenntnissen in Sachen Neo-Folk kam, die er bisher wohl nicht auf dem Schirm hatte.
In Ermangelung eines OT-Bereichs dürfte das große Feld "Politik" hier sowieso keine Rolle mehr spielen.
Dennoch bin ich der Ansicht, dass man es -sollte es denn mal wirklich nötig sein- in Bezug auf gewisse Musik nicht generell fast schon zwanghaft oder reflexartig vermeidet. Gerade auch dann, wenn es um "rechte Politik" geht.
Ein naiver, billiger oder gar agressiver Umgang damit sollte sich doch hier -auch im Einzelfalle- durchaus vermeiden lassen.
Das hoffe ich sehr!
 

Okzitane

Aktives Mitglied
IANVA - Italia: Ultimo Atto (2008 / Antico Fonografia Il Levriero)





IANVA

FILE UNDER: Italian Cabaret Melodrama, Soundtrack, Dark Cabaret, Chanson /Canzone d’Autore, Folk Noir, Neoclassical
IANVA nasce nel 2003 a Genova, dall’incontro di musicisti provenienti da diverse esperienze e background (Goth, Prog, Black Metal, Classica e Dark Cabaret), con l’intento comune di far rivivere sonorità del passato – dalle atmosfere a cavallo fra anni ’20/’30/’40, al fumoso dark cabaret, al pop orchestrale degli anni ’60/’70 mescolato a Chanson francese, Melodramma e Canzone d’Autore.
Un flusso fiammeggiante ed epico altamente visionario con un parco uso di sampling e che paga pegno ai più grandi maestri italiani delle sonorizzazioni (Ennio Morricone, Nino Rota, Bruno Nicolai, Franco Micalizzi…) pur restando inequivocabilmente personalissimo. Il risultato è un suono dal sapore rétro senza alcuna implicazione ideologica che ha trovato ottimi riscontri sia tra gli appassionati del dark cabaret e neofolk più elaborato e “suonato”, che tra gli estimatori del cantautorato italiano della sua epoca aurea, come si evidenzia dall’accoglienza riservata da pubblico e stampa specializzata – sia in Italia che all’estero – a tutte le release della band.
L’ensemble – quasi una mini orchestra – ha portato il suo sound inequivocabilmente italiano in molti dei migliori festival europei (Wave Gotik Treffen 2009, 2013 & 2017, Summer Darkness 2010, Entremuralhas 2016) e luoghi di alto interesse storico e culturale (fra i tanti lo Speelklok Museum di Utrecht e soprattutto uno speciale concerto sold out all’interno de Il Vittoriale degli Italiani).



Born in 2003 in Genoa, Italy, IANVA is the result of the unification of nine musicians from different backgrounds (classical and conservatory studies, Goth, Prog, Black Metal, Dark Cabaret) united with the idea of resurrecting the music of older times, from the mood of film noir to the European cafe mood of the ’20s, ’30s and ’40s.

Like a dark cabaret, enchanting their audience not only with their music but also vital stories of Italy’s past. Dark Cabaret, Orchestral Pop of the ’60s, Melodrama, Chanson and Italian “canzone d’autore” flow with epic and highly visual compositions laced with touches of the very finest of Italian film score composers (Ennio Morricone, Nino Rota, etc..) stamped with a style which is uniquely IANVA: an authentic sound, the only sampling utilized being the small bits between the songs resurrecting memories from the past to further enhance the story being told.

IANVA’s artistry results in a rétro flavoured mélange that has been highly anticipated and warmly greeted by the press and audiences in Italy and abroad. Elegant with a hint of melodrama, a sound determined to resurrect the Italian past without whitewashing it and without a trace of a hidden ideological agenda.



Alongside Italian and European gigs, the Italian ensemble – almost a mini orchestra – have performed live in some of the most important European Festivals (Wave Gotik Treffen 2009, 2013 and 2017, Summer Darkness 2010, Entremuralhas 2016) as well as at historical landmarks for cultural events (above all, a sold-out special gig at Il Vittoriale Degli Italiani, D’Annunzio’s personal monumental estate).

IANVA – Italia: Ultimo atto (CD)
Der eine oder andere mag beim Namen IANVA bereits wissend nicken, ich hingegen muß gestehen, daß mir diese italienische Formation bis zu ihrem großartigen Auftritt im Leipziger Schauspielhaus beim diesjährigen WGT vollkommen unbekannt war. Ein schwerer Fehler!
IANVA (auszusprechen übrigens Ja–nu–ah) kommen aus Genua und setzen sich zusammen aus acht Musikern und Gästen unterschiedlichster Prägung, sowohl klassisch ausgebildete als auch Mitglieder von Rock-, Black Metal- oder experimentell ausgerichteten Bands. Nach eigener Auskunft auf ihrer MySpace-Seite erstreben IANVA das Ziel, unter Wahrung eines typisch italienischen Charakters mit Leidenschaft und Würde einen musikalischen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft zu schlagen, ein Konzept, das sie mit dem Kunstwort „archäofuturistisch“ beschreiben. Als Einflüsse werden frühe italienische New Wave-Bands sowie das Genre des Folk Noir genannt, aber auch Filmmusiker wie ENNIO MORRICONE oder die Brüder GUIDO und MAURIZIO DE ANGELIS (die im kommerziellen Popsektor in den späten 70ern unter dem Namen OLIVER ONIONS recht erfolgreich waren) sowie stilistisch so unterschiedliche Sänger und Sängerinnen wie JACQUES BREL, MARC ALMOND und sogar MILVA – und tatsächlich erinnert an deren Stimme auch die der IANVA-Chanteuse Stefania d’Alterio, die die Songs im Wechsel mit Sänger Mercy präsentiert. Wie großartig ihr künstlerisches Konzept aufgehen kann, das stellen IANVA nach ihrem Debüt „Disobbedisco!“ aus dem Jahr 2006 nun auch auf dem neuen 2009er Album „Italia: Ultimo atto“ unter Beweis. Inhaltlich wird wieder eine durchgehende Linie verfolgt; war es auf „Disobbedisco!“ der 1. Weltkrieg, beleuchtet „Italia: Ultimo atto“ verschiedene Stationen italienischer Geschichte seit den frühen 1940er Jahren bis heute – ein für deutsche Hörer nicht zuletzt wegen der durchweg italienischen Texte vielleicht eher fremdes und schwer zugängliches Thema. Umso mehr fällt die Musik ins Gewicht, und die ist aller Ehren wert. Dank der ausgefeilten Arrangements gehen Akustik- und Elektrogitarren, Percussion, Streicher, Klavier, Akkordeon und Trompete eine geniale Symbiose ein. Klassische Neofolk-Elemente finden sich ebenso wie treibende Marschrhythmen („Bora“), von italienischer Folklore Beeinflußtes („In compagna dei lupi“) oder Stücke, die an Chansons aus den 30er Jahren erinnern („Luisa Ferida“, das sich am Ende in einen immer schneller werdenden Walzerrhythmus steigert). Das alles fügt sich zu einer einzigartigen Einheit, die ich so im doch manchmal stark im Immergleichen verhafteten Neofolk- und Military Pop-Genre noch nie gehört habe. Eigentlich bleibt nur noch eins zu sagen: Öffnet eine Flasche guten italienischen Rotwein und genießt diese brillante Mischung aus Pathos, Romantik und Dramatik! 10 von 10 Punkten. (SVE)
Format: CD
Vertrieb: Antica Fotografia / Dark Vinyl
Mailorder: Going Underground

Stichworte:
BLACK 50, IANVA, REZIS
 

Okzitane

Aktives Mitglied
ROMOWE RIKOITO - Undēina (2014 / Dangus)







Romowe Rikoito is a dark folk group based in the Baltic Lands, Prussia, Lithuania, founded in 1995 by Niktorius.
Romowe Rikoito performs acoustic and neoclassical music filled with symbols of magic emptiness, wasted spaces and secrets of the Baltic World. (Bandcamp)
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Syth is an Albanian project that produces atmospheric acoustic music. Their first album “Purgatori” is directly inspired by Dante’s Divine Comedy. When you listen to the album it feels like you enter a strange forest; somewhere is dark and chilly and somewhere a sunny glade appears suddenly. As you go through the album you can have the experience of a spiritual journey and a deep connection with Nature. Their music feels very meditative and has a strong Mediterranean character.

 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Alles was Populärmusik betrifft, kann instrumentalisiert werden. Ist leider so. Das gilt es zu beobachten und darauf aufmerksam zu machen. Das gilt auch für die Antifa, die hinter jeder Schwarzmetallischen oder folkloristischen Band gleich Adolfs Urenkel vermutet.
Nicht nur Populärmusik - man muss beispielsweise Wagner nicht mögen, aber man kann ihm nicht wirklich ankreiden, Hitlers Lieblingskomponist gewesen zu sein (na gut, ein bisschen kann er natürlich dafür, er war halt eben ein antisemitischer deutscher Nationalromantiker mit einen Hang zu GANZ GROẞEM PATHOS, und gerade deshalb mochten ihn Hitler und seine Spießgesellen so sehr). Und nicht jeder, dem Wagner gefällt, ist deshalb schon ein Rechter!

Ich kann mich an andere Diskussionen hier im Eclipsed-Forum erinnern, wo es um vermeintliche Zusammenhänge zwischen Musikgeschmack und politische Einstellung ging, und wir zu dem Ergebnis kamen, dass das eine nicht viel mit dem anderen zu tun hat.

Aber es gibt im rechtsextremen Musikleben, soweit ich das als Außenstehender, der das nur von Büchern von Leuten wie Christian Dornbusch und Jan Raabe sowie von Dokus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kennt, beurteilen kann, keine Freiheit der Kunst, sondern einen festen Kanon von Musikstilen, die als "erlaubt" gelten - alles andere ist "entartet" oder "kulturfremd". Dieser Kanon umfasste bis vor ca. 40 Jahren keinerlei moderne Stile, sondern beschränkte sich auf Marschmusik und sogenannte Fahrtenlieder.

Erst um 1980 herum, im Zusammenhang mit der Vereinnahmung der Skinhead-Subkultur (die, das darf man nicht vergessen, ursprünglich kein gefestigtes rechtes Welt- und Menschenbild hatten, sondern nur Ressentiments, die diesbezüglich anschlussfähig waren), begannen jüngere Fascho-Funktionäre, Oi!-Punk als Medium für rechte Propaganda zu akzeptieren, wogegen sich die Altnazis natürlich mit Händen und Füßen wehrten, das sei ja schließlich "Negermusik". So wurden nach und nach dem "Kanon" weitere Genres hinzugefügt, jedes Mal gegen Abwehrreaktionen seitens des rechten Establishments ankämpfend.

So kam dann irgendwann um 1990 rum einerseits der ganze Stilkomplex um Neofolk, Neoklassik und Industrial dazu (auch mit Rückgriff darauf, dass der Industrial, aus dem ja durch ein "Umschlagen ins Gegenteil" der Neofolk hervorging[1], im Prinzip auf den gleichen Gedanken basierte wie der italienische Futurismus vor dem Ersten Weltkrieg, von dem sich ja auch viele Vertreter den Faschisten anschlossen), andererseits der Black Metal sowie der NSHC. Und jetzt wird in der rechten Szene kontrovers über rechten Hip-Hop diskutiert.

[1] Um dies zu verstehen, muss man bedenken, dass die Kernidee des Industrial darin lag, die Entfremdung des Menschen von der Natur im Industriezeitalter durch Musik zum Ausdruck zu bringen, die nach Industrielärm klingt. (Was haargenau der Ansatz der italienischen Futuristen war.) Es ist dies eine der ganz wenigen Stilbezeichnungen, die von den Künstlern selbst geprägt - und von der Presse prompt missverstanden wurde. Irgendwann kamen dann einige Musiker auf die Idee, dass man dieser Entfremdung und dem Unbehagen an der industriellen Moderne auch ganz im Gegenteil mit den "natürlichen" Klängen akustischer Instrumente Ausdruck geben konnte, und so kamen dann die Stile auf, die heute "Neofolk" und "Neoklassik" heißen, was sich schwer gegeneinander abgrenzen lässt.

Bei dieser Vereinnahmung des Neofolk wie auch des Black Metal spielte auch die schlüpfrige Bahn vom Neopaganismus zur "Neuen Rechten" eine Rolle. Dabei gibt es zwei grundverschiedene Richtungen im Neopaganismus. Auf der einen Seite das, was ich den "universalistischen" Neopaganismus nennen möchte, der nicht rechts ist, sondern viel mit Erdbewusstsein zu tun hat; hier stehen die heidnischen Götter für Aspekte des universellen Göttlichen, wenn ich das richtig verstanden habe, und es spielt auch keine so große Rolle, wo man herkommt und unter welchen Namen man diese Aspekte anruft. So kann ein Deutscher genauso gut zu keltischen, ägyptischen oder indianischen Göttern beten wie zu germanischen. Auf der anderen Seite gibt es den "völkischen" Neopaganismus, der die Götter der eigenen heidnischen Vorfahren als die wahren Götter ansieht und alles andere als "artfremd" und daher schädlich ansieht. Da müssen es eben Odin & Co. sein, alles andere geht nicht. Und von da ist man in der Tat nicht mehr weit vom politischen Rechtsextremismus entfernt.

Das alles hat natürlich einen gewaltigen Flurschaden angerichtet. Es gibt sie, die übereifrigen Nazijäger, die "Faschos" sehen, wo keine sind. Selbst heute noch sind längst nicht alle Skinheads rechtsextrem. Und nicht alle Neuheiden, und nicht alle Neofolkies oder Schwarzmetaller. Leider wird dies in der öffentlichen Diskussion und insbesondere in den Boulevardmedien oft vergessen.
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Eine sehr gute und nachvollziehbare Analyse und Beschreibung eines Zustands. Die sollten sich manche Szenepolizisten hinter den Spiegel hängen. Erst Zustände in ihren Ursprüngen erkennen und dann urteilen. Das kann, wie im vorherigen Post zu lesen, auch mal anstrengend sein. Aber eins greift ins andere und entsteht nicht im Luftleeren Raum.
 

Georg

Alter Hase
Als alter "Nazijäger" und "Szenepolizist" bin ich da eher vorsichtig, zumal Folk-Music schon lange nicht mehr zu meiner bevorzugten Musikrichtung gehört....
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ich habe mir ein paar von den hier geposteten Neofolk-Songs angehört, und sie gefallen mir nicht sonderlich, und weil ich die Texte nicht verstand (ich kann z. B. viel zu wenig Italienisch und gar kein Litauisch oder was das ist, worin Romove Rikoito singen), weiß ich auch nicht, was da für Botschaften drin stecken. Da kauft man, wenn man die Sprache nicht beherrscht, die sprichwörtliche Katze im Sack. Das Cover von Ianva sieht mir arg nach faschistischer Ästhetik aus. Auch behagt mir nicht die Verwendung von Symbolen, die sich irgendwo in der Grauzone zwischen germanischen Runen (an und für sich ein harmloses Alphabet, das aber eben in gewissen Kreisen beliebt und daher belastet ist) und Hakenkreuz-Variationen bewegen. Es kommt nicht von ungefähr, dass Neofolk in rechten Kreisen beliebt ist.

Echte Folk-Musik mag ich durchaus, weil die selbst dann, wenn sie traurig ist, lebensbejahend ist, und das fehlt mir bei den mir bekannten (nicht vielen) Neofolk-Nummern.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
SIEBEN - Our Solitary Confinement (2002 / Iceflower)




Dead Bird3:51
Broken Greenhouse4:04
Loading Bay2:47
Harding's Lament2:30
Peterson's Lament2:49
The Mechanics Of Intuition5:57
Fire Drill5:15
Picture Of Corridor4:30
Harding's Wish2:35
Tolson's Dream1:57
Factory Floor3:47
Peterson's Seat4:18
Workshop Window4:54


Matt Howden (* 1967) ist ein britischer Violinist und Sänger, der 1997 das Musikprojekt Sieben gründete.

Howden war vor und ist während seiner Zeit bei Sieben vielfach musikalisch aktiv, so z. B. als Musikproduzent, Hochschullehrer und Gastmusiker in diversen Bands. In seiner Heimatstadt Sheffield betreibt er zudem das Tonstudio Red Room, welches gelegentlich auch als Label fungiert. Nachdem das Debütalbum „Forbid the Sun’s Escape“ noch zusammen mit weiteren festen Bandmitgliedern wie den Sängerinnen Sally Doherty und Jane Howden eingespielt wurde, entwickelte sich Sieben mehr und mehr von einer Band zum alleinigen Projekt Howdens, der für Komposition, Gesang und einen Großteil der Instrumentierung verantwortlich zeichnet. Statt weiterhin mit festen Mitgliedern zusammenzuarbeiten, lässt Howden an späteren Werken gelegentlich Gastmusiker teilnehmen. Meist sind dies Künstler aus anderen Bands wie Spiritual Front, Larsen, The Walkabouts und Faith and the Muse.

Sieben genießt eine wachsende Popularität bei Hörern von Neofolk, Dark Wave und Indie-Pop. Bislang fanden zahlreiche Sieben-Konzerte im Rahmen des Leipziger Wave-Gotik-Treffens statt, das zahlenmäßig größte Publikum fand das Projekt bisher als Vorgruppe von New Model Army. Zur größeren Bekanntheit Howdens trägt weiterhin seine Mitarbeit am Soundtrack vom Saw II bei.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Zum "rechten Musik-Kanon" sei noch hinzuzufügen, dass die rechtsextreme Musikszene meines Wissens noch keinen einzigen Musikstil selbst hervorgebracht, sondern sich lediglich verschiedene Musikstile angeeignet hat. Zu musikalischer Originalität scheinen diese Dumpfbacken also schlichtweg nicht fähig zu sein, und man kann in jedem Fall auch nicht rechtsextreme Varianten der betreffenden Musikrichtungen finden, und sieht sich nie mit der Verlegenheit konfrontiert, rechte Musik in den eigenen Plattenschrank zu holen, weil die Musik "so geil" ist. Es gibt immer nicht-rechte Alternativen!

Nur hat mich bislang noch kein Stil, den sich die Rechten unter den Nagel gerissen haben, so recht angesprochen. Wahrscheinlich weil ich von meiner ganzen Haltung her so weit von diesem Gekrätz weg bin, dass Musik, die diesen Leuten gefallen kann, mir schon von vorn herein nicht gefällt ;) Man kann eben schlecht menschenverachtende Ideologien mit lebensbejahender Musik vereinbaren, die die Vielfalt feiert. Alle von der rechten Szene vereinnahmten Stile hatten bisher schon vorher ein mehr oder weniger negatives, zynisch-nihilistisches Welt- und Menschenbild kultiviert, das für die extreme Rechte anschlussfähig war.
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Zum "rechten Musik-Kanon" sei noch hinzuzufügen, dass die rechtsextreme Musikszene meines Wissens noch keinen einzigen Musikstil selbst hervorgebracht, sondern sich lediglich verschiedene Musikstile angeeignet hat. Zu musikalischer Originalität scheinen diese Dumpfbacken also schlichtweg nicht fähig zu sein, und man kann in jedem Fall auch nicht rechtsextreme Varianten der betreffenden Musikrichtungen finden, und sieht sich nie mit der Verlegenheit konfrontiert, rechte Musik in den eigenen Plattenschrank zu holen, weil die Musik "so geil" ist. Es gibt immer nicht-rechte Alternativen!

Nur hat mich bislang noch kein Stil, den sich die Rechten unter den Nagel gerissen haben, so recht angesprochen. Wahrscheinlich weil ich von meiner ganzen Haltung her so weit von diesem Gekrätz weg bin, dass Musik, die diesen Leuten gefallen kann, mir schon von vorn herein nicht gefällt ;) Man kann eben schlecht menschenverachtende Ideologien mit lebensbejahender Musik vereinbaren, die die Vielfalt feiert. Alle von der rechten Szene vereinnahmten Stile hatten bisher schon vorher ein mehr oder weniger negatives, zynisch-nihilistisches Welt- und Menschenbild kultiviert, das für die extreme Rechte anschlussfähig war.
Prrimär geht es darum das die Musik die diese Bagage gerne als "entartet" ansieht, letztendlich ein Transportmittel ist, um Jugendliche, die politisch eher unmotiviert sind, abzuholen. Die Texte, egal ob Hip Hop, Heavy Metal oder auch (Neo)Folk sind perfekt kaschierte klare Aussagen hinsichtlich Gesellschaften Missverständnissen(als Beispiel), gut formulierte Deutschtümelei ohne Brechstange. Unter der Ladentheke werden die harten Geschütze gehandelt. Oberflächlich ist das manchmal gar nicht erst zu durchschauen.
Ganz krass war das was ich mal in einem griechischen Heavy Metal Fanzine gelesen hatte. Da wurden die Texte einer einheimischen Band zwar als rechtsgerichtete Propaganda bemängelt, aber immerhin wäre die Musik "Heavy Metal pur" und somit für die Leserschaft des Magazins geeignet.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Es gibt, genau genommen, zwei verschiedene Motivationen für rechte Musik, und dementsprechend auch verschiedene Ausformungen. Neben dem, was Du meinst, nämlich Musik, die rechtes Gedankengut verklausuliert und "Noch-Nicht-Rechte" für die rechte Szene ködern soll (Stichwort: "Schulhof-CD"), gibt es Musik für den "internen Gebrauch" und ganz offenen Hasstexten, die den Rechtsextremisten dazu dient, sich für Aufmärsche, Anschläge und sonstige Aktionen "in Stimmung zu bringen", wie z. B. das von vielen Rechtsrock-Bands gespielte "Lange-Messer-Lied" (wie das "richtig" heißt, habe ich wieder vergessen) und andere "klassische" Nazikampflieder im Rock- (meist Oi!-Punk-)Gewand. Aber die Grenzen zwischen diesen beiden "Arten" von rechter Musik sind unscharf, und es geht quer durch die Genres.

Und überhaupt gibt es eine weite Grauzone von Musik, wo man gar nicht so genau sagen kann, ob die nun rechts ist oder nicht, und viele Musiker, die zwar rechts stehen, aber unpolitische Musik machen. In dieser Grauzone wird das Rechts-Sein oft verleugnet, wenn etwa Frei.Wild behaupten, sie wollten nur keine Italiener sein, weiter nichts.

Aber wir kommen hier immer mehr vom eigentlichen Thema Neofolk ab.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Dann machen wir es mal etwas "einfacher" mit der Deutung (sogar in Deutsch, falls es zuviel Mühe macht sich mit anderen Sprachen zu beschäfftigen) ;):

FORSETI (...ehemalige Band aus Jena)

Zum ersten die Vertonung eines Gedichtes von Hermann Hesse (1933): Welkes Blatt


Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zum zweiten die Vertonung eines Gedichtes von Ricarda Huch: Nicht alle Schmerzen sind heilbar


Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie schreien zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.

....und hierzu nun eines der drei Album-Cover:

 

Okzitane

Aktives Mitglied
Kleiner Ausflug nach Schweden.

LEAKH

LEAKH, eine aus Schweden stammende Band, die vormals unter dem Namen Coven aktiv war. Die Bandgeschichte reicht bis ins Jahr 1997 zurück, als Bandgründer Jimmy S. Coven erstmals einige Lieder auf einem Festival spielte. 1998 wurde zeitgleich mit Veröffentlichung des Debütalbums "The Wreckoming" der Bandname in Leakh umgeändert, was nicht zuletzt daran lag, dass Johan und Ivan zu der Band in jenem Jahr zugestoßen waren und sie einen gleichen Anteil an dem Musikprojekt hatten.
Die Musik dürfte für die breite Masse eher extrem gewöhnungsbedürftig sein - "Sick Drug Music" würde am ehsten eine würdige Beschreibung darstellen. Nach dem Hören ist man nicht mehr Derselbe, denn die verrückte, kranke und verzweifelt-aggressive Musik zieht einen in ihren Bann. "The Wreckoming" ist nichts für Freude des gesunden Menschenverstandes und sollte auf keinem Fall in eine Psychatrie geschmuggelt werden, die Patienten würden wie die Fliegen wegsterben.

"The Wreckoming" erhielt von zwei Musikmagazinen folgende Bewertungen:

>>Dieses Album gleicht einem Trip in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. SO muß es sich anfühlen, wenn man sich allerlei Pillen einverleibt, durch die verregnete Nacht stolziert und dem Rausch im Wahne dunkle Lieder singt. 9,5/10 Punkten<<

>>LEAKH ist ideal für alle Musikfreunde, die gerne Drogen nehmen und ihrem Rausch den ultimativen Kick geben möchten. 6/7 Punkten<<
(Last.fm)
LEAKH - The Wreckoming (2000 / Prophecy Productions)




...musikalisch so verstörend wie das Cover.
 

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