Musikbücher

passionplayer

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Die rote Ausgabe von Sounds Plattenkritiken habe ich auch. Teilweise überheblicher, naserümpfender Journalismus, speziell Hardrock und Progressive Rock gegenüber, falls diese überhaupt besprochen werden. Ähnlich dem Rolling Stone.
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Die rote Ausgabe von Sounds Plattenkritiken habe ich auch. Teilweise überheblicher, naserümpfender Journalismus, speziell Hardrock und Progressive Rock gegenüber, falls diese überhaupt besprochen werden. Ähnlich dem Rolling Stone.
In der Roten Ausgabe sind einige Rezensionen eingeschwärzt. Folglich müssen sich einige Schreiberlinge nachträglich für ihre Beurteilungen geschämt haben. Tatsache ist auch nachträglich beurteilt, das der Elfenbeinturm der Selbstherrlichkeit doch einige Risse hatte.
"Ist nicht so dolle"
Rezension zu der damals aktuellen LP von Emmylou Harris. Prima auf den Punkt gebracht, wenn ich einem Bekannten vom Hörerlebnis erzähle, aber absolut unpassend in einer Musikzeitschrift.
 
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Catabolic

Alter Hase
Heute möchte ich Euch mal wieder etwas Lesestoff empfehlen, in den ich grad vertieft bin. Das eine Buch ist eine Hommage an die gute alte Compact Cassette (Angegraute Musikfreaks wie wir kennen das noch - damit haben wir in der Mofarocker-Zeit mit unserer Lieblingsmusik missioniert). Beim zweiten Buch handelt es sich um die Autobiographie eines ebenso faszinierenden wie schwierigen Charakters: Charles Mingus.

Der Jazz-Komponist, Bandleader, Bassist und Talente-Entdecker Charles Mingus führte ein Leben, das vor allem von Vorurteilen und der langen und beschwerlichen Suche nach Respekt geprägt war. Mingus galt als sogenannter 'Yellow Nigger', weil er aufgrund seiner gemischtrassigen Herkunft nirgends dazugehörte und entsprechend ausgegrenzt wurde. Mingus wuchs im Schwarzenviertel Watts von Los Angeles auf und in seiner Familie fanden sich Wurzeln aus England, China, Schweden und dem fernen Afrika. Mingus' Stiefmutter, die ihn aufzog, hatte gar indianische Vorfahren.

Duke Ellington war Mingus' erster Lehrmeister, als dieser noch Cello spielte in einem Klassischen Jugendorchester. Viele damalige, später erfolgreiche Jazzmusiker fingen in Jugendorchestern an, ihre ersten Erfahrungen zu sammeln. In den 30er und 40er Jahren begann Charles Mingus in verschiedenen lokalen Bands als Bassist zu spielen, zumeist in kleineren Clubs, 1945 folgten erste Aufnahmen für diverse Künstler. 1951 kam er nach New York und spielte unter anderem mit Miles Davis und Charlie Parker, damals bereits sehr angesagte Protagonisten des Jazz. Durch die Gründung einer eigenen Plattenfirma erlangte er eine in diesen Kreisen bis dato nicht vorstellbare künstlerische Freiheit, die er auch auf vielfältige Weise nutzte. Seine Kreativität ist legendär, sein 'fettes' Bass-Spiel ebenso.

Nach einer langen Krise in den 60er Jahren konnte er 1970 ein Comeback feiern und spielte danach an der Seite der weltbesten Jazzmusiker. Charles Mingus gilt bis heute als einer der wichtigsten Komponisten des Jazz. Er starb am 5. Januar 1979 in Mexico am Lou-Gehrig-Syndrom.
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Als 'Soundtrack einer Generation' bezeichnen Jan Drees und Christian Vorbau ihre liebevolle Hommage an die gute alte Compact Cassette in ihrem Buch Kassettendeck. Das Buch ist eine Art Echo aus der Vergangenheit, das derzeit ja gerade ein unvermutetes Comeback erlebt. Einige Bands neueren Datums haben allen Ernstes damit begonnen, ihre neuesten Aufnahmen auch wieder als MusiCassette (so nannte man die damals, wenn sie bespielte Musik mit Cover enthielt) zu veröffentlichen.

Diese Mixtapes von damals waren auch ein Teil meiner Jugend, ein sehr wichtiger sogar. Damit missionierte ich schon zu Schulzeiten bei meinen Kumpels mit meiner heiss geliebten Underground Pop Musik - schräge Sachen, die man heute wohl in die Progressive-, Jazz- und Avantgarde- Rock Schubladen stecken würde. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals meine Mitschüler mit aussergewöhnlichen Klängen von Bands wie Magma, Colosseum, Yes, Gentle Giant oder King Crimson überraschte, ärgerte oder faszinierte (das weiss ich jetzt nicht mehr so genau...aber letzteres wohl eher nicht....haha).

Cassetten gab es in allen Farben: Gelb, grün, rot, transparent - und in verschiedenen Längenformaten: C60, C90 und C120. Mir persönlich war die erst Jahre später auf den Markt gelangte C46 das liebste Längenformat: Da kriegte man immer eine von einem Freund ausgeliehene LP komplett drauf. Um das Ganze möglichst authentisch aussehen zu lassen, nahm ich so manche Compact Cassette komplett auseinander (die waren mit fünf Schlitzschrauben verschraubt und gut zu öffnen. Die Vorder- und Rückseite der Cassette legte ich dann in lauwarmes Salzwasser, um die originalen Handelskleber zu entfernen. Danach wurde die Cassette getrocknet (üblicherweise mit dem Haarfön auf Stufe 3 - das ist die Stufe, wo die Dauerwelle sich flachlegt), das Band wieder vorsichtig eingelegt, die dünnen Plaste-Schutzfolien drüber gelegt und die beiden Deckel wieder zusammengeschraubt.

Danach wurden die entfernten original Papierchen mit Bleistift nachgezeichnet, mit bunten Filzstiften (helle Farbtöne!) bemalt und das A4 Blatt, auf welchem die zwei Papierchen nachgezeichnet wurden, in die Schreibmaschine gespannt. Das war immer der tollste Moment, als man dann die selbst aufgenommene Compact Cassette benennen konnte, zum Beispiel mit "Ägi's Rock Special" oder sowas in der Art. Danach wurden die beiden bemalten und beschrifteten Papierchen vorsichtig mit der Schere ausgeschnitten und mit Pritt Klebestift auf die Compact Cassette geklebt. Natürlich wurden auch Einleger für die Hülle der Compact Cassette gefertigt. Dazu kaufte ich damals farbige Papierbögen in der Papeterie oder beim Zeichnungsbedarf und beschrieb die aufs passende Einleger-Format ausgeschnittenen "Hüllen" ebenfalls mit der Schreibmaschine und bedruckte somit Innen- und Aussenteil mit den auf der Cassette enthaltenen Songs, inklusive exakter Songlänge, denn dafür hatte ich eine Stoppuhr.

Um die Länge des Songs zu eruieren, musste man den Song also in voller Länge anhören und die Zeit stoppen, wenn er zu Ende war. Hilfreich waren dabei LP's, auf welchen die Songlängen-Angaben bereits vorhanden waren. Doch auch da gab es die Möglichkeit der Abhilfe, wenn dies mal nicht der Fall war: Ich habe heute noch eine LP, bei welcher ich die fehlenden Songlängen damals selber von Hand mit Kuli auf die Cover-Rückseite hinter die Songtitelangaben geschrieben habe.

Doch zurück zum Buch: Das liebevolle Statement an die gute alte Compact Cassette bietet allerlei Interviews mit 'Zeitzeugen', aber auch Prosastrecken, PopEssays und natürlich die wahre Geschichte der MusiCassette. Grund für das Interesse an dem Buch ist der Tod von Lou Ottens, dem Erfinder der Compact Cassette. Er starb im März diesen Jahres im Alter von 94 Jahren. Seine Erfindung gehörte zu den wichtigen Dingen, die mein Leben entscheidend mitprägten.

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nixe

Inventar
Neue Musikbücher frisch ausgepackt.
Statt olé, olé, olé, olé heißt es heute: yeah, yeah, yeah! Denn jede Menge Musikbücher sind an unserem Lager gelandet. Von Debbie Harrys „Face it!“ bis Wolfgang Niedeckens „70 Jahre“. Wir haben also allen Grund zum Jubeln und teilen den gerne. In dem Sinne: Ran an die Musik!
 

Alexboy

Aktives Mitglied
Neue Musikbücher frisch ausgepackt.
Statt olé, olé, olé, olé heißt es heute: yeah, yeah, yeah! Denn jede Menge Musikbücher sind an unserem Lager gelandet. Von Debbie Harrys „Face it!“ bis Wolfgang Niedeckens „70 Jahre“. Wir haben also allen Grund zum Jubeln und teilen den gerne. In dem Sinne: Ran an die Musik!
2001 - der Laden war früher für mich wichtiger als amazon jetzt.;)
Den habe ich praktisch leergekauft - speziell die mood-records.:cool:
 

Marifloyd

Inventar
Zu meinem Geburtstag schenkte mir ein sehr guter Freund und ebenfalls leidenschaftlicher Musikfreund mir das Buch:
"Mister Franks fabelhafte Talent für Harmonie" von Rachel Joyce
Der Roman ist pickepacke mit Musik und Vinyl gefüllt, ja und auch mit einer großen Liebe. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

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nice_psycho

Mitglied
Allen Fans von Led Zep sei dieses Buch ans Herz gelegt:

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Über 1000 single und 2000 LPs wurden von (nicht alle nach Absprache) weltweit veröffentlicht. Hier finden sich skurrile Cover aus der Türkei oder Asien (unter anderem eine Veröffentlichung von Led Zep 1 aus Vietnam von dem nur ein Exemplar weltweit bekannt ist). Zu dem eine 40seitige vollständige Diskographie inkl. Bootlegs.
 

Catabolic

Alter Hase
Allen Fans von Led Zep sei dieses Buch ans Herz gelegt:

Anhang anzeigen 14447

Über 1000 single und 2000 LPs wurden von (nicht alle nach Absprache) weltweit veröffentlicht. Hier finden sich skurrile Cover aus der Türkei oder Asien (unter anderem eine Veröffentlichung von Led Zep 1 aus Vietnam von dem nur ein Exemplar weltweit bekannt ist). Zu dem eine 40seitige vollständige Diskographie inkl. Bootlegs.
Wird grad in der aktuellen Ausgabe des Magazins Classic Rock vorgestellt und beschrieben. Ein absolutes Must Have, auch für mich. Klasse!
 

Catabolic

Alter Hase
Offiziell schon, aber nicht von Zeppelin genehmigt. Die wollten das garantiert nicht!
Gemäss Bericht in der Classic Rock ist wohl lediglich Jimmy Page etwas angepisst, weil in dem Buch ultraseltene Vinylveröffentlichungen drin sind, von denen der Autor jeweils ein Exemplar hat, aber Jimmy Page nie eines fand. Das Geilste ist eine vietnamesische Pressung des Debutalbums, in Vietnam 1970 veröffentlicht mit einem gruseligen Cover. Es ist das einzige Exemplar, das je aufgetaucht ist und zwar in rotem Vinyl. Angeblich wurde diese Pressung vor allem für amerikanische Armeeangehörige, die damals in Vietnam stationiert waren, gepresst. Sachen gibts....
 

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