Marillion - F*** Everyone And Run (F E A R)

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Im September 2016 schrieb ich bei Amazon mal folgende Zeilen zu F.E.A.R.

Marillion Alben finden sich reichlich in meiner Musiksammlung. Nunmehr im Jahre 2016 bringen sie ihr neues Album FEAR auf den Musikmarkt. Steve Hogarth erklärte hierzu folgendes in einem Interview der Zeitschrift „eclipsed“: „Es geht um die diffuse Angst, die den Mensch heutzutage umtreibt. Er weiß nicht mehr, von wem er genau regiert wird, wer die Mächtigen sind, alte Schemata lassen sich nicht mehr anwenden. Es herrscht, vor allem in England, wo wir leben, ein Klima der Unsicherheit, und das wollte ich in Stücken wie „El Dorado“ und „The New Kings“ einfangen. Wer sind diese Könige? Diejenigen, die über die Finanzmittel verfügen und alles kaufen können. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, „FEAR“ ist unser Protestalbum. Nach über 30 Jahren wurde es auch mal Zeit.“
Ja es ist textlich ein Album mit politischen Aussagen geworden. Der Albumtitel „FEAR“ steht auch für „F… Everyone And Run“. In dem bereits obengenannten Interview erklärt Hogarth mit britischem Humor: „Nun ja, was macht man als alternde Band, die den Markt aufmischen und ein wenig Aufmerksamkeit erhaschen will? Man provoziert.“
Ich habe mir das Album als Doppel LP zugelegt und habe es jetzt mehrere Male komplett gehört und bin besonders von der musikalischen Darbietung begeistert. Auf „Fear“ sind sechs Songs zu hören, drei Longtracks und drei kürzere Stücke. Die längeren Songs sind wiederum in einzelne Kapitel unterteilt. Das Album beginnt mit „El Dorado“. Es enthält meinem Erachten nach einige Anleihen von alten Pink Floyd Alben. Steve Hogarth nimmt mich mit seinem Gesang voll in Bann. Steve Rothery spielt nicht nur bei diesem Song ein herzergreifende Gitarrensoli. Das gesamte Album überzeugt durch Stimmungs- und Tempowechsel. Man spürt bei jedem Ton die Erfahrung dieser außergewöhnlichen Band. Die ehemals müßigen Vergleiche mit der Fish Ära erübrigen sich, da Marillion 2016 sich von ihren musikalischen Anfängen um Lichtjahre weiterentwickelt haben. Verstärkt wird die Band mit dem Covent Garden String Quartet. Zudem wird die Band bei einigen Songs von Hogarths Tochter Sofi und von Jennie Rothery stimmlich unterstützt. Die Klangqualität ist prima. Das Artwork ist, zumindest was die LP betrifft, sehr ansprechend.
Als Anspieltipp möchte ich den Song „The New Kings (iv) Why Is Nothing Ever True?” empfehlen. Marillion hat mit „Fear“ ein sehr überzeugendes Werk hervorgebracht.


 

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