Luther Allison & Bernard Allison

Music is Live

Alter Hase
tja, da brauchte es gute 1 1/2 Jahre bis mir der Gedanke kommt hier meinen Blueshelden Respekt zu zollen und auch auf seinem Sohn, Bernard, aufmerksam zu machen. Bernard entwickelt sich immer mehr zu dem lebendigen Erbe Luthers. Es ist sich dessen bewusst und zelebriert dies gerne LIVE.
Er nennt Luther liebevoll "Daddy" .... :)

Für mich hat Luther den Blues in mein Herz katapultiert, wie kein anderer Bluesman zuvor. Ich hörte damals auch gerne Robert Cray, Albert Collins und natürlich Steve Ray Vaughan und befand mich im musikalischen Wandel weg vom New Wave und den aktuellen POP Quatsch, wollte mich jedoch nicht sofort an meine Ersterfahrung, HardRock und HeavyMetal, speziell NWoBHM annähern, weil in den 80´s dort echt tote Hose war.... Metallica und Co. bekamen erst später meine Aufmerksamkeit....
Also der Blues hatte das, was ich musikalisch suchte..... etwas lebendiges, fröhlich/traurig aber immer echt....
unbekannte Hörgenüsse trafen mich... nur ein einziges Blueskonzert enttäuschte mich..... von Johnny Copeland, der zu Arrogant rüber kam....

doch Luther wart anders als alle anderen..... er lebte seinen Blues mit den Fans zusammen, ein Wechselspiel der Energien brachten Ausnahmekonzerte zu Tage, die heute ihresgleichen suchen.... Bernard bewegt sich in die selbe Richtung..... mal schauen wie weit er kommt....
an Musik habe ich fast alles, was noch zu bekommen ist..... und es kommen immer noch diese Tage, wo die Boxen ganz alleine Luther gehören.....

da ich eben auf der Homepage von RufRecords eine schönen Nachruf für Luther fand kam mir doch der Gedanke es wird Zeit diese Worte niederzuschrieben und auch den Nachruf euch zu präsentieren....

hört euch einen schönen Song von Luther an und geniesst diesen..... ;)

zum Thema gibt es auch Bilder von damals, da habe ich auch schon gerne LIVE fotografiert, analog eben....

Luther lebte seine Musik und dies war immer in seiner Gesichtsmimik erkennbar.... sein Gesicht spielte mit....
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tja, was soll ich schrieben.... MIL vor 31 Jahren mit Luther.... ich spürte seine Herzlichkeit....
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es ist die einzigste Bildcollage die ich mir erstellt habe..... und so soll es auch bleiben.....
passendes Cover, weil es die Tour dazu war und ich ihn mit dem Album kennenlernte....
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;)
 

Music is Live

Alter Hase
hier nun der erwähnte Nachruf....

von -> Art Tipaldi – Musikredakteur bei Blues Revue und BluesWax und Autor von Children Of The Blues, Profiles of 49 Blues Musicians, in dem er u.a. auch Luther und Bernard Allison porträtiert.

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„Meine letzte Erinnerung an Luther Allison ist unsere Begegnung am Abend des 13. Juni 1997. Ich war damals anderthalb Stunden zu seinem Konzert in New Hampshire gefahren. Nachdem wir zum Abschied einander die Hände gereicht hatten, konnte ich auf der Rückfahrt nach Hause sein süßliches Parfum riechen. Dabei dachte ich an die drei Auftritte von ihm, die ich innerhalb der letzten Woche miterlebt hatte und stellte mir vor, wie oft ich in den kommenden Jahren seine besondere Magie noch erleben würde.

Nur einen Monat danach wurde bei Luther die Krankheit festgestellt, die kurze Zeit später, im August 1997, diesen wunderbaren und gütigen Menschen von uns genommen hat.

Zum Glück wurde Luthers Konzert beim Montreal Jazz Festival am 4. Juli 1997 vom örtlichen Fernsehsender mitgeschnitten. Es gehört zu seinen letzten Auftritten überhaupt, da er schon sechs Tage später die vernichtende Nachricht bekam. Trotzdem betrat Luther am selben Abend in Madison, Wisconsin, die Bühne für seine allerletzte Show.

Der 80-minütige Konzertmitschnitt schließt 11 Klassiker von Allison ein, darunter den Song des Jahres 1996 “Cherry Red Wine”, “Serious”, “Will It Ever Change” und “Move From The Hood” – drei Titel, mit denen er für mehr soziales Engagement appelliert hat – sowie “It Hurts Me Too’, bei dem Luther für gewöhnlich Slidegitarre spielend durch Clubs ging. Ob mit stechendem Slide, durchdringenden Single Note-Riffs oder feurigen Saitenattacken, mit seinen Fingern führte Allison Gospel und Blues mit Rock und Soul zusammen. Weil das Konzert für das Fernsehen damals auf 56 Minuten verkürzt wurde, beschränkt sich die DVD auf sieben von Luthers energischsten Titeln. Beim zweiten Song, “Livin’ In The House Of Blues”, ist bei ihm der Schweiß schon ausgebrochen. Bis zu “Cherry Red Wine” an vierter Stelle wird ein Handtuch dringend nötig. Bis er bei “Move From the Hood” ankommt, fließen Allisons Gitarrensoli wie glühendheiße Lava. Während wir zuschauen springt Luther vom Bildschirm in unser Wohnzimmer und fesselt uns mit seiner innigen Trance.

Bedenkt man, dass er nur einen Monat später tot war, ist dieser Auftritt echt verblüffend.

Es gibt Musiker, die es schaffen, jeden im Publikum am spontanen, kreativen Prozess teil haben zu lassen. Luther Allison verfügte über diese seltene Gabe und ermutigte seine Zuschauer, in seinem musikalischen Geist aufzugehen. So waren am Ende seiner äußerst persönlichen und leidenschaftlichen Auftritte die Mitglieder des Publikums meist genau so körperlich, emotional und geistig erschöpft wie der nassgeschwitze Musiker selbst. Er ermöglichte es jedem Zuschauer, mit seinen Seelenbotschaften eins zu werden – ein natürlicher Fluss, bei dem er die empfangenen Impulse in pure, raue, emotionale Musik verwandelt hat. Deshalb gehören die Konzerte von Luther zu den aufwühlendsten Erfahrungen meines Lebens.

Seine Lebensgefährtin Rocky Brown sagte einst zu mir: “Jedes Mal, wenn er anfängt zu singen, kriege ich eine Gänsehaut.”

Ein Zitat von Luther selbst über seine berühmten, nie enden wollenden Konzerte trifft es am besten: “Auch wenn solche Shows anstrengend sind: Wenn das Publikum seine Arbeit leistet, bin ich am Schluss nicht sehr müde. Ich bin auf der Bühne sehr spontan. Bekomme ich die Chance, für drei Stunden zu spielen, dann tue ich das. Ich möchte aber vermeiden, dass meine Shows von anderen programmiert werden. Wenn es passiert, dann betrachte ich das als Bonus! Ich sage den Menschen: Sie haben für die ersten 90 Minuten bezahlt. Alles, was danach noch kommt, zahle ich aus meiner eigenen Tasche.”

Luther hat uns viele Lektionen erteilt: über die Beharrlichkeit, die Akzeptanz, die Erlösung, den Triumph, die unerwiderte Freundschaft und selbstlose, unermessliche Liebe. Seine vielleicht nachhaltigste Botschaft ist allerdings, diese: Lebe das Leben im Hier und Jetzt. Weil er immer in seinem eigenen Hier und Jetzt blieb, wollte Luther nie Schluss machen. Jeden Abend kämpfte er gegen den Erzfeind eines jeden Performers – die Sperrstunde. Seine Zugaben konnten Stunden dauern. Aus einem Lied wurden schnell fünf und dann noch mal fünf. Er weigerte sich, die Leute nach Hause gehen zu lassen, bevor nicht jeder im Publikum persönlich ergriffen war.

Solche herrlichen Augenblicke wurden von Luther nie ignoriert. Seine endgültige Botschaft an uns alle lautete: “Leave your ego, play the music, love the people.” Wir sollten nie vergessen, wie warmherzig er war und zwar allen gegenüber. Wir sollten niemals vergessen, wie er immer nur den Menschen vor ihm sah und nie die Hautfarbe. Wir sollten uns tagtäglich nach seinen letzten Worten richten.

Über den Verlust, der durch Luther Allisons Tod entstand, sagt Thomas Ruf, Besitzer von Ruf Records und ein lieber Freund: “Der Blues hat einen wahren Helden verloren. Luther besaß die einmalige Fähigkeit, neue Fans für diese Musik zu gewinnen.”

Früher, als ich nach den Konzerten von Luther nach Hause ging, wünschte ich mir jedes Mal, dass ich diese Erfahrung immer wieder neu erleben könnte. Mit Songs From The Road wird Luther Allisons bedeutende Botschaft an die Menschheit gebührend gefeiert.“
 

Music is Live

Alter Hase
und auch hier das heute erst gefundene Minikonzert von ´95....

geniesst es, trotz der schlechten Bildqualität, der Sound stimmt....
mit einer sehr schönen Version von Seriuos.... als Abschluss..... :)
 

Music is Live

Alter Hase
Luther hat ja selber einiges erlebt, wo folgender Song gut passt....
na ja.... irgendwie kennt dies wohl jeder..... mal läuft es gut, mal wird man gefi..t.... :eek:

Luther & Bernard gemeinsam....
Life is a Bitch
 

Warren

Aktives Mitglied
Hallo Music is Live, und das ist ein schöner Bericht über ein guten Musiker und
Luther Allison habe ich so ca. mitte der Achtziger zweimal Live gesehen und das hat
mir damals gut gefallen, aber zu der Zeit war Blues nicht meine bevorzugte Musikrichtung.
 

The Wombat

Aktives Mitglied



Tracklist CD:

01 – Night Train
02 – Stay With Me Tonight
03 – You’re Gonna Need Me
04 – I Can’t Get You Out Of My Mind
05 – Call Me Momma
06 – Feels Kinda Funny
07 – Cruisin For A Bluesin
08 – Same Ole Feeling
09 – Let’s Try It Again
10 – Meet Me Half Way
11 – Backdoor Man
12 – Something’s Wrong
13 – Slide Master

Setlist DVD:

1. Stanky Issues
2. Night Train
3. Stay With Me Tonight
4. The Way Love Was Meant To Be
5. I Can't Get You Out Of My Mind
6. Call Me Momma
7. Feels Kinda Funny
8. Cruisin For A Bluesin
9. Same Ole Feeling
10. Let's Try It Again
11. Meet Me Half Way
12. Backdoor Man
13. Storms Of Life
14. You're Gonna Need Me
15. Something`s Wrong
16. Slide Master

Der geneigte Fan / Hörer / Möger kann gerne bei einem ausnahmsweise mal recht ordentlichen "Waschzettel" bei RUF-Records lesen.
Das einzige, was mich ein ganz klein wenig störte, war auf dieses "Fade Out" bei jedem Track auf der Live-CD, eigentlich ist sowas bei einer Live-Aufnahme gar nicht mehr so en vogue. Trotzdem hat der Tonmeister es so ordentlich hingekriegt, dass man immer noch das obligatorische "thank you very much" bei fast jedem Track am Schluss hören konnte und das Ende der Tracks sich nicht jeweils wie eine Art von Sollbruchstelle anhörte. ;)
Die Klang- oder von mir aus auch Soundqualität finde ich bei der CD mehr als in Ordnung. Selbst ohne den visuellen Eindruck der DVD ist beim Hören dieses herrliche Club-Feeling sehr deutlich spür- und hörbar. Und nebenbei: wäre Dortmund nicht so weit weg von mir, das Musiktheater Piano wäre ein Club, wie ich ihn mir kaum cooler für Blues, Jazz und Singer-Songwriter vorstellen könnte. :cool:
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Bernhard Allison.jpg
Meine Anmerkungen zu Bernard Allison hatte ich bereits an anderer Stelle veröffentlicht, bin aber der Meinung, dass es hier der Vollständigkeit halber ganz gut rein passt:

„Songs from the road“ ist eine klasse Serie von Ruf Records. Wenn ich es richtig überschaue, dürften es mittlerweile 19 Künstler sein, die sich in diese Serie eingereiht haben, von denen ich mir mittlerweile die Sachen von Dana Fuchs, Thorbjörn Risager, Savoy Brown und jetzt Bernard Allison, Jeff Healey zugelegt habe. Das aktuellste Album ist das von Bernard Allison. Es erscheint am kommenden Freitag, ist aber im Rahmen der Konzerte bereits für einen fairen Preis zu bekommen. Aufgenommen wurde Allisons Konzert im Oktober in Dortmund, liegt also auch noch nicht so lange zurück. Ich hatte die Möglichkeit, Allison gestern (28. Januar) live erleben zu dürfen. Nachdem die CD nun in Dauerschleife lief, stelle ich fest; viel verändert hat sich seit der Dortmunder Aufnahme nicht, warum auch, denn das was Allison live bietet, ist absolute Spitzenklasse. Die CD wie auch DVD bieten einen tollen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens und sie vermitteln ebenfalls einen tollen Eindruck über das, was Allison und seine Band auf der Bühne abliefern.
Bernard Allison ist ein versierter Gitarrist, dennoch macht er aus der Live-Performance keine „Bernard Allison-Show“. Alle Akteure haben auf der Bühne Zeit und Gelegenheit sich zu entfalten. Klar fällt Allisons Gitarrenspiel augenscheinlich besonders auf, doch dieses Spiel wird erst dadurch so richtig perfekt, indem Dylan Salfer mit der zweiten Gitarre die zusätzlich gekonnten Akzente setzt. Am Saxophon ist José James eine Granate und als immer gut gelaunter Frontman eben für die Stimmung zuständig. Einen überragenden Bass spielt George Moye (Dr. Funk). Die Rhythmusabteilung wird komplettiert durch Mario Dawson am Schlagwerk. Ich erwähne sämtliche Protagonisten explizit, da sie zusammen eine komplette Show liefern. Das Schöne, sie lassen sich bei allen Songs deutlich mehr Zeit als bei den Studio-Darbietungen, diese sich entwickeln zu lassen.
Somit ist diese CD/DVD einerseits eine schöne Konzerterinnerung, anderseits ein tolles Live-Dokument, welches zeigt, so kann es gehen und zum Dritten einfach ein fantastischer Hör- und Sehspaß.
Was habe ich vergessen, gehört doch eigentlich in jede Bemerkung über Bernard Allison, nämlich, dass er auch Sohn ist, eben von, ach ja, ist doch egal, ich höre Bernard Allison, weil er Bernard Allison ist.
 

Music is Live

Alter Hase
Was habe ich vergessen, gehört doch eigentlich in jede Bemerkung über Bernard Allison, nämlich, dass er auch Sohn ist, eben von, ach ja, ist doch egal, ich höre Bernard Allison, weil er Bernard Allison ist.
ich glaube Bernard ist es nicht egal vom wem er Sohn ist, jedenfalls wird er nicht müde seinen Vater in jedem Konzert zu ehren.... meist zum Serious Song....:)
bei meinem ersten Bernard Konzert sprach ich mit ihm und überreichte ein gut gelungenes und sehr lebendiges Bild seines Vater aus dem Jahre 1988... seine rührende Reaktion zeigt auf, dass er sich sehr zu seinem Vater verbudnen fühlt....
auch die Fülle der "Vatersongs", welche Bernard covert spricht für sich....

und... sorry.... :confused:
wer seinen Vater erlebte, empfindet Bernard zwar als gut und sehr ansprechend, doch eben nur als -> Allison Light....

du hast Songs from the Road nicht von Luther... !!??
selber schuld.... :D

aber wie sang Luther so schön... !!??

Life is a Bitch

hier beide gemeinsam...
 

Music is Live

Alter Hase
sehr interessant auch seine Aufnahmen v. 1959... seine ersten wohl....
2007 als Underground veröffentlicht....
sein -> Rock me Baby gab es da auch schon zu hören (landete schliesslich auf dem ´73er Album Bad News is Coming)


sein Gesang ist unverkennbar, doch noch nicht so erfüllt mit dem Volumen späterer Jahre....
auch sein Gitarrenspiel ist schon fein (da wüde so manch junger, bekannter Blueser etwas von abhaben wollen)
er verbesserte es noch um einiges....:)

gleiches erkenne ich bei seinem Sohn... auch er wird immer besser... :cool:
beide schaffen es aus der Routine Kraft zu schöpfen und mehr aus sich rauszuholen....

never ending learning.. ;)
 

The Wombat

Aktives Mitglied
Es war für Söhne / Töchter noch nie einfach, in die Fußstapfen großer Eltern zu treten.
Bernard Allison hat das vor Jahrzehnten in diversen Interwies sehr ehrlich auch das eine oder andere Mal zum Thema gemacht. Unabhängig davon, dass hier das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ganz sicher ein sehr gutes war und auch nach dem Ableben von Luther Allison so geblieben ist, hatte Bernard Allison bis etwa Anfang der Nullerjahre wirklich Probleme damit, aus dem großen Schatten des großen Vaters zu treten.

Noch ein Wort zu den beiden "Castle-Tracks" da oben, die Andie Arbeit postete: hier gefällt mir die Version von Luther Allison besser. Sie ist getragener, mit wärmerer Stimme gesungen und (wenn ich mich nicht täusche) mit akustischer Gitarre begleitet. In der Summe wird das dem Song eher gerecht.
Dennoch: auch die Version vom Sohnemann hat ihren Reiz.
 

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