KRAUTROCK

Lieber WE,
ich glaube, hier kann und will dir bald niemand mehr folgen.
Du steigerst dich hier in Sachen herein, wo selbst ein Musikprofessor das Handtuch wirft.
Ich denke, hier sind alles normale Hörer, welche einfach abschalten um Musik zu hören und nicht solche Probleme zu lösen, welche in deinem Kopf kursieren. Ich denke, da bist du hier falsch. Du versuchst es immer wieder, mit einer Fragestellung eine Diskussion zu entfachen. Der Schuß ging bis jetzt jedesmal nach hinten los.
Du bist einfach zu klug für diese Sachen.
Ich wollte dir schon auf dieses Buch antworten, denn das ist absoluter Unsinn. Aber, ich wollte dich nicht schon wieder
in Misskredit bringen. Hör Musik, versuche dieses Schubladendenken zu verdrängen. Ich schätze dein Wissen sehr,
aber hier- ich weiss nicht.
In diesem Sinne, ein frdl. Gruß nach BS.
Der Kartoffelnüschel
Das sehe ich aber vollkommen anders, als du. Allerdings müsste sich mal jemand die Arbeit machen und die Krautis nach ihren ursprünglichen Örtlichkeiten auflisten....
Ich bin hier nur in der Halbzeit dabei (Eintracht-Spurs)
 
Das Problem ist folgendes! Das Phänomen "Krautrock" wurde hier schon x-mal aufgedröselt. Ursprünge, was ist Kraut, was nicht? Länderspezifikationen, wichtige Alben, die wiederum einen Einfluss auf nachfolgende Interpreten hatten. Querverweise in andere Länder(SBB als Beispiel). Und so weiter und so fort. Ich finde es immer wieder erfrischend, wenn der von mir geschätzte Forianer mutig wie ein Braunschweiger Löwe versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Das mag manchmal zu verkopft sein und eher Wissenschaftlich als emotional geleitet. Andererseits werden so Bildungslücken geschlossen. Deswegen weiter so!
 
Ich gebe offen und ehrlich zu, solche Fragen manchmal etwas zu verkopft anzugehen, und auch, mich bisweilen zu lange damit aufzuhalten, wenn andere die Sache schon als erledigt erachten, weil mir noch irgendein Detail einfällt, wozu ich meine, noch was sagen zu müssen. Ich bin nun mal ein Systematiker-Typ, der immer versucht, in die Dinge, mit denen er sich befasst, irgendeine Art von Ordnung zu bringen und weiterhin eine Erklärung für diese Ordnung zu suchen. Im Chemieunterricht faszinierte mich von Anfang an das Periodensystem mehr als alles andere, in der Biologie die Taxonomie der Organismen, usw. So versuche ich eben auch zu ergründen, was es so an Musikrichtungen gibt und woher sie kommen und wie sie zustande gekommen sind. Manchmal sehe ich irgendein Muster und frage mich, "Woher kommt das?".

So bemerkte ich bei der (wiedermaligen) Lektüre von Dedekinds Buch, das Krautrock-Bands wie Amon Düül oder Embryo eher aus dem Süden und deutsche Prog-Bands wie Eloy oder Novalis eher aus dem Norden kamen, wenngleich es da auf beiden Seiten Ausnahmen gab, und da fragte ich mich dann, ob das etwas mit "AFN vs. BFBS" zu tun hat, zumal Dedekind selbst von regionalen Unterschieden in der Krautrockszene und den Sendegebieten der verschiedenen Militärsender schreibt, ohne aber diese Unterschiede so genau zu benennen.

Ich verstehe sehr gut, dass es viele Leute gibt, denen das alles schnurzpiepegal ist; was ich nicht verstehe, ist, warum manche davon so darauf brennen, derartige Forschungen zu verdammen. Niemand ist gezwungen, sich mit meinen Gedanken zu befassen; wem es zu viel wird, dem ist es immer noch freigestellt, mich auf seine Ignorierliste zu setzen, das ist mir immer noch lieber als rüde Attacken gegen meine Person ;)
 
... Andererseits werden so Bildungslücken geschlossen. Deswegen weiter so!
Sorry @Grobi, das sehe ich ganz anders: Hier wird ein für MICH einfacher Begriff zerredet, es werden Verbindungen geknüpft, die ICH nicht sehe, man kann es auch Verkomplizieren.

In der Wikipedia (Krautrock) wurde es auf den Punkt gebracht, sogar Platz für Bands-Vertreter fand sich,
Jane, Frumpy, Kraan kannte ich sogar hier in der DDR als Krautrock.

Ok, N'8 PM

PS: @Georg sagte es in einem Satz ...
 
In der Wikipedia (Krautrock) wurde es auf den Punkt gebracht, sogar Platz für Bands-Vertreter fand sich,
Jane, Frumpy, Kraan kannte ich sogar hier in der DDR als Krautrock.
& jetzt?
Sorry, aber für mich wird der Begriff 'Krautrock' zu weit gefasst, meine Einschätzung:
Aller Rock aus der BRD (60 - 70er Jahre), die DDR-Mucke zähle ich definitiv nicht dazu.
Sowieso nichts aus Ungarn, Polen usw....
 
Jetzt sehe ich es klarer
alt-fuldaer-klarer-07-liter.jpg
 
Auf Wunsch eines einzelnen Herren, hier zum Nachschlagen .... Krautrock in der Wolke
Zufrieden @nixe :p ?

Ist auch was für @WeepingElf !!
118 Krautrockbands, wow, alle kenne ich da nicht, Aber man kann anscheinend auch in eine Krautrockschublade noch weitere kleine Schubladen "einbauen", hier als Beispiel ELOY (die Kapelle, bei der meine Musikfreunde
WeepingElf und nixe vermutlich mit brachialer Gewalt, die CDs aus meinem Krautrockregal entfernen würden ;)) :
art rock, german prog, krautrock, neo-progressive, progressive rock, space rock, symphonic rock
 
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Lieber WE,
ich glaube, hier kann und will dir bald niemand mehr folgen.
Du steigerst dich hier in Sachen herein, wo selbst ein Musikprofessor das Handtuch wirft.
Ich denke, hier sind alles normale Hörer, welche einfach abschalten um Musik zu hören und nicht solche Probleme zu lösen, welche in deinem Kopf kursieren. Ich denke, da bist du hier falsch. Du versuchst es immer wieder, mit einer Fragestellung eine Diskussion zu entfachen. Der Schuß ging bis jetzt jedesmal nach hinten los.
Du bist einfach zu klug für diese Sachen.
Ich wollte dir schon auf dieses Buch antworten, denn das ist absoluter Unsinn. Aber, ich wollte dich nicht schon wieder
in Misskredit bringen. Hör Musik, versuche dieses Schubladendenken zu verdrängen. Ich schätze dein Wissen sehr,
aber hier- ich weiss nicht.
In diesem Sinne, ein frdl. Gruß nach BS.
Der Kartoffelnüschel
Erläuterung: Mit dem Buch meine ich nicht jenes, was du verfassen möchtest sondern das erwähnte vom Dedekind.
LG
 
118 Krautrockbands, wow, alle kenne ich da nicht, Aber man kann anscheinend auch in eine Krautrockschublade noch weitere kleine Schubladen "einbauen", hier als Beispiel ELOY (die Kapelle, bei der meine Musikfreunde
WeepingElf und nixe vermutlich mit brachialer Gewalt, die CDs aus meinem Krautrockregal entfernen würden ;)) :
art rock, german prog, krautrock, neo-progressive, progressive rock, space rock, symphonic rock
Och Nee, lasse ma drinn!
Kraut ist doch letztendlich auch nur dt. Prog... oder?
 
Erläuterung: Mit dem Buch meine ich nicht jenes, was du verfassen möchtest sondern das erwähnte vom Dedekind.
LG
War es dieses Buch, das du kritisierst?
Und was ist darin für dich "absoluter Unsinn"?
 
118 Krautrockbands, wow, alle kenne ich da nicht, Aber man kann anscheinend auch in eine Krautrockschublade noch weitere kleine Schubladen "einbauen", hier als Beispiel ELOY (die Kapelle, bei der meine Musikfreunde
@WeepingElf und @nixe vermutlich mit brachialer Gewalt, die CDs aus meinem Krautrockregal entfernen würden ;)) :

Ach, Du kannst Deine CDs sortieren, wie Du willst, meinetwegen auch den Radetzky-Marsch in die Reggae-Abteilung, Hauptsache Du findet sie wieder ;) Ich sortiere, wie ich ja schon mal gesagt habe, meine Tonträger überhaupt nicht nach Genre, trenne nicht mal "E" und "U", denn ich bin der Meinung, dass Genre-Klassifikationen zwar beim Beschreiben von Musik hilfreich sind (wenn man es nicht übertreibt mit der Schubladenmeierei), weniger jedoch beim Sortieren von Platten. Allein schon wegen der vielen Grenz- und Zweifelsfälle!

Erläuterung: Mit dem Buch meine ich nicht jenes, was du verfassen möchtest sondern das erwähnte vom Dedekind.

Ach so, das. Dann habe ich da was zu persönlich genommen ;) Aber ich finde nicht, dass Dedekind Unsinn schreibt, auch wenn ich das mangels Zeitkenntnis nicht beurteilen kann. Auf mich macht Dedekinds Buch wenigstens den Eindruck, gut recherchiert zu sein, einschließlich Interviews mit Krautrock-Musikern und sonstigen Zeitzeugen. Und gut geschrieben ist es auch. Ich glaube, das hat eine höhere Qualität, als ich selbst hinbekomme!

Kraut ist doch letztendlich auch nur dt. Prog... oder?

Würde ich so nicht sagen. Was man bei Can, Faust & Co. zu hören bekommt, ist doch sehr anders als das, was Yes, Pink Floyd und dergleichen gemacht haben. Natürlich gab es in der "Krautrock-Ära" auch westdeutsche Bands, die eher wie die letzteren geklungen haben (wenngleich viele davon kaum über die Stufe eines billigen Imitats hinaus kamen), insofern kann man zwischen Krautrock und deutschem Prog unterscheiden, auch wenn die Grenzen wie immer unscharf sind (z. B. Grobschnitt).

Dennoch sind Krautrock und Prog in gewisser Hinsicht enge Verwandte, weil sie eben aus ähnlichen Milieus hervorgegangen sind. Woran das nun im einzelnen liegt, dass die Deutschen zu so anderen Ergebnissen gelangt sind als die Engländer, lässt sich schwer ergründen; ich vermute mal, dass die unterschiedliche jüngere Geschichte der beiden Länder da eine Rolle spielt. Die Deutschen konnten wegen der Nazi-Sache eben nicht so unbefangen an ihre eigene Tradition anknüpfen wie die Engländer, auch wenn die letzteren mit dem jahrhundertelangen Kolonialismus ihre eigene Leiche im Keller hatten.

Und weil es weniger anti-britische als anti-amerikanische Ressentiments in der deutschen Gegenkultur gab, konnten die Norddeutschen, die bei BFBS britische Musik hörten, besser an dem dort Gehörten anknüpfen als die Süddeutschen, die von AFN amerikanische Musik serviert bekamen. Deshalb war im Süden das Bedürfnis, etwas völlig Eigenes auf die Beine zu stellen, größer als im Norden. Im Ergebnis hat man von der Tendenz her eher Prog im Norden und Krautrock im Süden. So meine Vermutung, die natürlich auch falsch sein kann ;)
 
Ach so, das. Dann habe ich da was zu persönlich genommen ;) Aber ich finde nicht, dass Dedekind Unsinn schreibt, auch wenn ich das mangels Zeitkenntnis nicht beurteilen kann. Auf mich macht Dedekinds Buch wenigstens den Eindruck, gut recherchiert zu sein, einschließlich Interviews mit Krautrock-Musikern und sonstigen Zeitzeugen. Und gut geschrieben ist es auch. Ich glaube, das hat eine höhere Qualität, als ich selbst hinbekomme!
Ausschließlich Ohren- und Augenzeugen lässt Christoph Dallach in seinem Buch FVTVRE SOVNDS (Suhrkamp Verlag) zu Wort kommen. Grundtenor, "wir wollten etwas anderes machen, als die Briten und Amerikaner". Explizit zu AFN oder diesem britischen Sender (von dem ich hier das erste Mal erfahren habe, gabs auch einen französischen Sender?) haben sie sich nicht geäußert...
 
Auf Wunsch eines einzelnen Herren, hier zum Nachschlagen .... Krautrock in der Wolke

Da sieht man es ja deutlich, prinzipiell ALLE Bands der BRD in den 70ern werden unter Krautrock gelistet ... eigentlich ein ganz schöner Quatsch, diese alle mit einem, diesen einen "Genre" belegen zu wollen. Folk, Jazz Rock, Hard Rock, und "echte" krautige Gruppen (die angeblich ganz was Neues machen wollten - kann man letztlich fast an einer Hand abzählen) alles durcheinander.
 
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Ausschließlich Ohren- und Augenzeugen lässt Christoph Dallach in seinem Buch FVTVRE SOVNDS (Suhrkamp Verlag) zu Wort kommen. Grundtenor, "wir wollten etwas anderes machen, als die Briten und Amerikaner". Explizit zu AFN oder diesem britischen Sender (von dem ich hier das erste Mal erfahren habe, gabs auch einen französischen Sender?) haben sie sich nicht geäußert...

Das ist ein sehr empfehlenswertes Buch, das mir sehr viel Lesevergnügen und zugleich einen guten Einblick in das damalige Geschehen gebracht hat. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass da irgendwo von AFN und BFBS die Rede sei. Vielleicht bewerte ich die beiden Militärsender auch über, und die Unterschiede in den progressiven Musikszenen des Nordens und des Südens haben andere Ursachen. Es gab ja in Süddeutschland anscheinend eine viel lebendigere Jazz-Szene (siehe hierzu auch den Aufsatz zum deutschen Nachkriegsjazz in Ein Fenster aus Jazz von Joachim Ernst Berendt) als in Norddeutschland, wo es mit Kristallisationspunkten wie dem Hamburger Star-Club dafür eine vitalere Beat-Szene gab. Und es scheint ja der Free Jazz einer der Hauptimpulsgeber für den Krautrock gewesen zu sein, da stimmen Dedekind und die Zeitzeugen bei Dallach überein - die Free-Jazzer zeigten den deutschen Rockmusikern, dass es eben auch "frei" und ohne konventionelle Regeln ging.

Ob das jetzt an den Militärsendern lag (die sicher vorwiegend Musik aus den jeweiligen Heimatländern spielten, aber in beiden Fällen wahrscheinlich vor allem die jeweilige Mainstream-Musik), oder "direkt" an den in den verschiedenen Regionen stammenden Soldaten (was ja auch der Grund für die militärradiotechnische Zweiteilung der Republik war), oder ob die "Übereinstimmung" mit denen (die so groß ja gar nicht war, Krautrock hat schließlich nichts mit US-Rock zu tun, außer im negativen Sinne) reiner Zufall ist, kann ich nicht sagen.

Überhaupt sagen ja manche Zeitzeugen, die Krautrock-Szene im Sinne einer in der ganzen Alten Bundesrepublik einheitlichen Szene habe es gar nicht gegeben! Und man darf nicht vergessen, dass die Bezeichnung "Krautrock" bekanntlich eine englische Erfindung ist, die in Deutschland niemand gut fand, geschweige denn selbst gebrauchte. In Deutschland gab es keine allgemein übliche Bezeichnung für "das Ganze", das in den Ohren der Musiker eben kein "Ganzes" war. Am nächsten kam dem die Bezeichnung "progressive Musik", aber die war damals bedeutungsmäßig so allgemein gehalten, dass das alles und nichts sein konnte, von Jimi Hendrix bis Pink Floyd.

So wollten zum Beispiel Can und Kraftwerk mit den ganzen "Hippie-Gruppen" wie Amon Düül nichts zu tun haben. Und West-Berlin war sowieso eine Welt für sich. In einer Zeit, in der es noch kein Internet gab und Ferngespräche noch richtiges Geld kosteten, war die Szene nicht besonders stark vernetzt, und ein kulturelles Zentrum wie London in England gab es in Deutschland auch nicht. Das waren eher viele Bands, die über das Land verstreut (oft auf dem Land in alten Bauernhöfen und dergleichen) vor sich hin wurschtelten.

Manche Gruppen, wie z. B. Faust, kapselten sich bewusst vom Rest der Welt ab, um ungestört an ihren musikalischen Visionen zu basteln. Die hatten in ihrem alten Dorfschulhaus in Wümme (einem Kaff, das so klein ist, dass es noch nicht einmal die Wikipedia einen Stichwortartikel wert ist ;)) angeblich noch nicht einmal ein Radio, von Fernsehen ganz zu schweigen. Man wollte eben sein eigenes Ding machen und sich nicht von anderen beeinflussen lassen. In die Städte kam man eigentlich nur, um Konzerte zu geben (oft vom AStA der örtlichen Hochschule in der jeweiligen Mensa oder im Audimax veranstaltet), da hatte man natürlich schon mal Austausch mit anderen Bands, und bekam mit, was andere Leute so machten.
 
War es dieses Buch, das du kritisierst?
Und was ist darin für dich "absoluter Unsinn"?
Lies es, mach dich schlau. Oder lies die Rezensionen bei AMAZON. Die passen. Ich bin hier müde......!
Mag mich nicht mehr beteiligen.
MfG
 

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