KRAUTROCK

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ok, Ok, ist alles Geschmackssache. Ich diskutiere halt gern und bringe eigene Gedanken an, anscheinend im Gegensatz zu Dir, von dem ich noch kaum einen konstruktiven Beitrag gesehen habe. Manche der von Dir geposteten Weblinks sind nicht uninteressant, aber wenn Du Dir mal wieder ein ach so tolles Boxset gekauft hast, interessiert mich das nicht die Bohne, und eingebettete YouTube-Videos habe ich immer schon für eine Unsitte gehalten. Wir haben einfach verschiedene Kommunikationsbedürfnisse ;)
 
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nixe

Inventar
Stimmt, "im Gegensatz zu mir"
Ich bin kein großer Redner & demzufolge auch kein großer Schreiber!
Zumal alles schon im net schön vorgekaut Massivfach präsentiert wird & dafür gibt's dann die Links!
 

Georg

Alter Hase
In meinem CD-Regal gibt es überhaupt keine Genre-Klassifikation - nicht mal nach Makro-Kategorien wie Klassik, Jazz, Rock usw. Einfach alles alphabetisch durch, und die Alben eines Künstlers in chronologischer Reihenfolge. Weil ich oft einfach gar nicht weiß, was wohin gehörte, oder gar das Werk einer Band auseinander reißen müsste. Denn wie ich schon früher mehrfach geschrieben habe, gibt es keine scharfen Genregrenzen, sondern mehr oder weniger breite Grenzgebiete und Überlappungen.
Ich habe da auch schon an eine alphabeitsche Reiehenfolge gedacht, aber insbesondere wegen den verschiedenen Sideprojects verworfen; so steht zwar Kraan im Krautrock-Bereich, aber seine Sideprojects "TabTwo" "Hattler" u. "Siyou" stehen daneben und die haben mit Krautrock nix zu tun. 4 CDs von "Randy Pie" finde ich nicht mehr; vermutlich hatte mich mal ein "Krauti" missioniert, mit dem Hinweis, Randy Pie ist kein Krautrock (standen neben Rumpf, Frumpy, Atlantis)
Peter Gabriel steht neben Genesis und Rick Wakeman neben YES. Lou Reed neben Velvet Underground, Pendragon neben Arena, usw
Ich fühle mich sehr unwohl, bei dem Gedanken, alles auseinander zu reißen und alphabetisch zu sortieren...irgendwo, irgendwie bin ich dann doch auch ein Schubladenfreak.... :(
 

soylent_gelb

Mitglied
Aber alphabetisch findet man doch einfach alles am besten. Bei der Suche nach Randy Pie kann dann nicht viel schiefgehn, irgendwo zwischen den Ramones und Lou Reed müssen sie dann stehn, außer du hast Lou Reed unter V stehn, aber das ist dann ja auch nicht so schlimm. :)
 

soylent_gelb

Mitglied
Ich hab einfach alles alphabetisch sortiert. Aber ist ghupft wie gsprungen. Wenn du weißt wo, findest du Wakeman eben unter W oder unter G neben Genesis. Dazu kommen bei mir aber noch so einige Kartons, in denen ich einfach jeweils einige Künstler nach Belieben versammle (steht ja auf den Kartons...), um in der alphabetischen Reihung wieder mehr Platz zu haben. Und diverse Boxsets stehn natürlich sowieso einfach irgendwo, wo noch Platz ist. Aber irgendwann wird platzmäßig eh mal alles zu spät sein. :)
 

Chris Flieder

Mitglied
Als Frischling habe ich auch nach Genre sortiert. Da konnte man so schön vor Schulkameraden-Besuchern mit dem ausgefallenen Zeug, wie "Jazz" angeben. Und mit zunehmendem Umfang der Sammlung hatte man in der prä-digitalen Zeit stets Geburtstagsgeschenke vorrätig.
Als die Besucher und die Nachfrage an Geschenken immer weniger wurden, bin ich auf alphabetisch umgestiegen (bis auf ein paar wenige Bands). Macht das Leben leichter...
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Aber alphabetisch findet man doch einfach alles am besten. Bei der Suche nach Randy Pie kann dann nicht viel schiefgehn, irgendwo zwischen den Ramones und Lou Reed müssen sie dann stehn, außer du hast Lou Reed unter V stehn, aber das ist dann ja auch nicht so schlimm. :)
Ich hatte mal Anderson Bruford Wakeman Howe unter Yes stehen, weil das ja als Yes-Album gemeint war, aber aus rechtlichen Gründen nicht Yes heißen durfte. Davon bin ich aber wieder abgekommen, auch von dem Gedanken, etwa die Nebenprojekte von Arjen Lucassen unter Ayreon einzusortieren. Wenn man eine Regel hat, dann zieht man die am besten ohne Ausnahmen durch, sonst wird es ganz schnell unübersichtlich. Und außerdem: wenn man Nebenprojekte bei den Hauptbands einsortiert, wie handhabt man dann Supergroups wie Transatlantic, die als Nebenprojekte von vier verschiedenen Bands gelten könnten? (Und warum steht bei Euch Wakeman unter Genesis, der hat da doch nie gespielt?)

Aber überhaupt ist das alles Amateurkram! Profis machen das ganz anders! Ich habe ja über 10 Jahre im Magazin einer Universitätsbibliothek gearbeitet. Da wird nur nach Medienart (weil es besondere Schränke für Mikrofiches, CD-ROMs, Landkarten usw. gibt) sowie nach Format (damit man da, wo die kleinen Bücher stehen, die Regalböden enger einstellen und so mehr Bücher unterbringen kann; sonst müsste man bei den Regalbodenabständen immer nach den größten Büchern gehen und viel Platz verschwenden) sortiert, ansonsten gilt Numerus currens: die Dinger erhalten laufende Nummern, so wie sie reinkommen, und werden danach aufgestellt, ganz egal, wie die Autoren heißen und worüber sie geschrieben haben. Was wo steht, weiß der Computer (ohne den geht bei 1 Million Büchern eh nichts).

So läuft das im Magazin. Im Freihandbereich hingegen werden die Bücher nach Sachgebieten geordnet aufgestellt, damit man auch ohne den Katalogcomputer fragen zu müssen findet, wonach man sucht. (Natürlich steht der Freihandbestand auch im Katalogsystem verzeichnet.)
 

soylent_gelb

Mitglied
Oops, Yes meinte ich natürlich. Wollte erst Gabriel und Genesis nehmen, aber da beide mit G anfangen ... Und so schnell hat man dann nen Wurm drin. :)

Na, Gott sei Dank habe ich noch keine Million, da komm ich um die Nummer mit den Nummern rum...
 
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WeepingElf

Aktives Mitglied
@soylent_gelb - Schon klar.

Und zum Thema Nummern: ich habe schon gebrauchte CDs gekauft, wo kleine Aufkleber mit Nummern (wenn auch nur zweistellig) drauf waren, es gibt also durchaus Leute, die ihre Tonträger nummerieren. Das mache ich aber nicht, denn das geht eigentlich nur, wenn man Numerus currens macht, und dann braucht man zwingend einen Katalog, entweder als Computer-Datenbank oder als Zettelkasten. Das ist mir dann doch zu nerdig!

Da ist es bei ein paar hundert CDs einfacher, die Dinger einfach alphabetisch nach Künstlern und bei gleichem Künstler chronologisch aufzustellen. Das geht auch ohne Katalog, auch wenn bei Neuzugängen oder Aussonderungen oftmals Umräumen angesagt ist - also nicht das Regal pickepackevoll stellen, sondern Platz zum Rangieren lassen.
 

Georg

Alter Hase
Ich hatte mal Anderson Bruford Wakeman Howe unter Yes stehen, weil das ja als Yes-Album gemeint war, aber aus rechtlichen Gründen nicht Yes heißen durfte. Davon bin ich aber wieder abgekommen, auch von dem Gedanken, etwa die Nebenprojekte von Arjen Lucassen unter Ayreon einzusortieren. Wenn man eine Regel hat, dann zieht man die am besten ohne Ausnahmen durch, sonst wird es ganz schnell unübersichtlich. Und außerdem: wenn man Nebenprojekte bei den Hauptbands einsortiert, wie handhabt man dann Supergroups wie Transatlantic, die als Nebenprojekte von vier verschiedenen Bands gelten könnten? (Und warum steht bei Euch Wakeman unter Genesis, der hat da doch nie gespielt?)

Aber überhaupt ist das alles Amateurkram! Profis machen das ganz anders! Ich habe ja über 10 Jahre im Magazin einer Universitätsbibliothek gearbeitet. Da wird nur nach Medienart (weil es besondere Schränke für Mikrofiches, CD-ROMs, Landkarten usw. gibt) sowie nach Format (damit man da, wo die kleinen Bücher stehen, die Regalböden enger einstellen und so mehr Bücher unterbringen kann; sonst müsste man bei den Regalbodenabständen immer nach den größten Büchern gehen und viel Platz verschwenden) sortiert, ansonsten gilt Numerus currens: die Dinger erhalten laufende Nummern, so wie sie reinkommen, und werden danach aufgestellt, ganz egal, wie die Autoren heißen und worüber sie geschrieben haben. Was wo steht, weiß der Computer (ohne den geht bei 1 Million Büchern eh nichts).

So läuft das im Magazin. Im Freihandbereich hingegen werden die Bücher nach Sachgebieten geordnet aufgestellt, damit man auch ohne den Katalogcomputer fragen zu müssen findet, wonach man sucht. (Natürlich steht der Freihandbestand auch im Katalogsystem verzeichnet.)
Anderson Bruford Wakeman Howe stehen bei Yes; Transatlantic bei Spock´s Beard, Dream Theater u, den Flower Kings (Marillion u. Fish allerdings ganz wo anders, nämlich bei Pendragon, Arena und Ayreon)
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Anderson Bruford Wakeman Howe stehen bei Yes; Transatlantic bei Spock´s Beard, Dream Theater u, den Flower Kings (Marillion u. Fish allerdings ganz wo anders, nämlich bei Pendragon, Arena und Ayreon)
Diese ganze Diskussion hat jetzt gar nichts mehr mit Krautrock zu tun, also habe ich dazu unter "Allgemeines" ein neues Thema aufgemacht, wo wir nach Herzenslust darüber reden können, wie wir unsere Platten- bzw. CD-Sammlungen ordnen.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Mal eine Überlegung zum Thema KRAUTROCK an sich.
Vielleicht wird der Begriff im allgemeinen zu weit gefaßt? Eine der wichtigsten Definitionen war doch seine Unterscheidbarkeit vom bis dahin existierenden UK/US-Rock, besonders in seiner psychedelischen Ausrichtung. Innerhalb kürzester Zeit tauchten (besonders in GB) ein paar Bands aus Deutschland auf, die Rock mit völlig neuen Elementen interpretierten bzw. verbanden. Hauptsächlich mit Elektronik, aber auch mit anderen experimentellen Klangerzeugungen (TANGERINE DREAM, CAN). Ihre Gemeinsamkeit waren Herkunft (egal ob deutsch oder nicht gesungen) und ihre nicht machbare Zuordnung zum bisher bestehenden.
Nimmt man das zur Bedingung für das Label KRAUTROCK, ist lediglich etwas darunter zu verstehen, was tatsächlich NEUE Wege im Rockgenre ging, und aus Deutschland kam. Damit dürften lediglich die Bands der ersten Stunde darunter fallen, alle anderen wären nur Kopisten (natürlich im positiven Sinn).
KRAUT wäre als solches z.B. nur zu verwenden, wenn es sich um tatsächliche, bisher nicht gegangene Wege handelt. NEOKRAUT würde als solches völlig überflüssig, da KRAUT das NEU als Grundelement beinhaltet.

Und jetzt höre ich mal wieder CAN, um die Theorie zu festigen... o_O
 
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Georg

Alter Hase
Mal eine Überlegung zum Thema KRAUTROCK an sich.
Vielleicht wird der Begriff im allgemeinen zu weit gefaßt? Eine der wichtigsten Definitionen war doch seine Unterscheidbarkeit vom bis dahin existierenden UK/US-Rock, besonders in seiner psychedelischen Ausrichtung. Innerhalb kürzester Zeit tauchten (besonders in GB) ein paar Bands aus Deutschland auf, die Rock mit völlig neuen Elementen interpretierten bzw. verbanden. Hauptsächlich mit Elektronik, aber auch mit anderen experimentellen Klangerzeugungen (TANGERINE DREAM, CAN). Ihre Gemeinsamkeit waren Herkunft (egal ob deutsch oder nicht gesungen) und ihre nicht machbare Zuordnung zum bisher bestehenden.
Nimmt man das zur Bedingung für das Label KRAUTROCK, ist lediglich etwas darunter zu verstehen, was tatsächlich NEUE Wege im Rockgenre ging, und aus Deutschland kam. Damit dürften lediglich die Bands der ersten Stunde darunter fallen, alle anderen wären nur Kopisten (natürlich im positiven Sinn).
KRAUT wäre als solches z.B. nur zu verwenden, wenn es sich um tatsächliche, bisher nicht gegangene Wege handelt. NEOKRAUT würde als solches völlig überflüssig, da KRAUT das NEU als Grundelement beinhaltet.

Und jetzt höre ich mal wieder CAN, um die Theorie zu festigen... o_O
Ja, Sidnew hat da in seinem Rough Guide geblättert und eine passende Definition gefunden:
"Ich halte mich da an die Definition des alten "Rough Guide der Rockmusik":
Alles seltsame, originäre, genuin Deutsche (Can, Amon Düül II, Faust, Kraftwerk, Cluster, Popol Vuh etc.) ist für mich "Kraut".
Sachen wie Eloy, Birth Control, Scorpions usw, die englischen/ amerikanischen Vorbildern nacheifern, sind Deutschrock.
Grenzfälle gibt es natürlich genügend... " (Seite 21 hier im Thread)

Jetzt könnten wir uns noch ein paar Gedanken über das "genuin Deutsche" machen...
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Hmm, diese "Schreiberlinge" in dem von dir hier geposteten Rolling Stone-Forum, fand ich aber auch teilweise recht ätzend...
und immer wieder gehts um diese blöden Schubladen; ich bin für offene Regale Britbeat meets Jazz-Rock meets Folk-Rock meets Psychedellic Rock meets Prog Rock, meets Brit Rock im großen Krautrock-Regal... :D (so ähnlich siehts in meinem Regal aus z.b. Amon Düül steht zwischen Lake und Kraan, Faust zwischen Aera und Schwefel....
:eek:
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
@Okzitane, @Georg - genau so sehe ich das auch. Wobei ich aber die von @Okzitane als "überflüssig" gewertete Kategorie "Neo-Kraut" zulasse für Musik, die nicht aus der Krautrock-Ära stammt, aber eindeutig in der Tradition des Krautrock steht. Eloy und die Scorpions sind kein Krautrock, weil sie zwar aus West-Deutschland kommen, aber eher konventionelle (nicht unbedingt schlechte, aber eben konventionelle) Rockmusik machen, die sich problemlos in andere Genres einsortieren lässt (Eloy machen Prog, die Scorpions Hardrock), und mit Amon Düül, Can, NEU! & Co. nicht allzu viel zu tun hat.

Den Begriff "Deutschrock" würde ich aber an deutschsprachige (inkl. mundartliche) Texte binden, also fallen Eloy und die Scorpions auch da raus. Es handelt sich hier im Grunde genommen um eine Kategorie, die quer zu den "internationalen" Genrebegriffen läuft, weil sich ja im Prinzip jede Musikrichtung mit deutschsprachigen Texten kombinieren lässt.

Und der ganze DDR-Rock, jedenfalls die Bands, die eine Spielerlaubnis hatten und bei AMIGA Platten rausbringen konnten, bleibt beim Begriff "Krautrock" auch außen vor, weil das dortige Zensursystem bestehend aus Einstufungskommissionen sowie Rundfunk- und Plattenmonopol Experimenten, wie sie im Westen betrieben wurden, keinen Raum ließ. (Ob auf privaten Sessions "gekrautet" wurde und davon Kassettenmitschnitte existieren, entzieht sich meiner Kenntnis.)
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Wobei ich aber die von @Okzitane als "überflüssig" gewertete Kategorie "Neo-Kraut" zulasse für Musik, die nicht aus der Krautrock-Ära stammt, aber eindeutig in der Tradition des Krautrock steht.
Naja, wenn es in der Tradition steht sind es halt nur Kopien früherer Experimente, die KRAUTROCK ausmachten. Bringen sie tatsächlich etwas neues, dann ist es halt KRAUT und es braucht das NEO nicht. So meinte ich den Ansatz.
Deswegen meine ich, das es in diesem Bereich kaum noch etwas geben wird. Es sei denn, man erfindet gänzlich unbekannte Arten der Klangerzeugung.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Man hat heutzutage eh den Eindruck, als sei alles schon mal dagewesen, und es gäbe nichts Neues mehr. Oder vielleicht fallen den Musikjournalisten auch nur keine neuen Stilbezeichnungen mehr ein ;) Oft lässt sich ja auch nur im Nachhinein beurteilen, was kurzlebiger Modetrend und was zukunftsweisend war.
 

passionplayer

Aktives Mitglied
Eine tolle Reihe, steht in meinem Regal.
 

soylent_gelb

Mitglied
Könnte ganz interessant sein. Krautrock-Sampler mag ich ganz gerne. Ich kauf mir aus dem Bereich jetzt nicht die immense Anzahl an Alben, aber auf Samplern ist da immer wieder was zu entdecken. :)
 

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