KRAUTROCK

Georg

Alter Hase
Ich mag nur Grünkohl
Ich auch, aber Sauerkraut (ohne Kümmel) auch.
So, Hölderlin steht für mich in der Grünkohl-Abteilung, direkt neben dem Rosenkohl (Novalis)
Die Kapelle kommt zwar vom Niederrhein, würde ich aber eher in den Folk-Rock, Art-Rock-Bereich einsortieren; aber wie ich schon geschrieben hatte, stört mich das heute nicht mehr so sehr, wenn das alles unter Krautrock vermatscht wird....
 
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Senfei

Aktives Mitglied
Zudem spielte der politische Aufbruch der 68er für den Krautrock eine ganz wesentliche Rolle, und den gab es in DDR nicht - konnte es in einer Diktatur ja gar nicht geben. Gerade der Flirt der 68er mit dem Marxismus musste in einem Land, in dem der Marxismus brutal durchgesetzte Staatsdoktrin war, auf freiheitlich gesinnte junge Menschen befremdlich wirken. Auch waren die Briten und Amerikaner nicht "die Besatzer", das waren in der DDR die Russen. Von daher gab es keinen Grund, sich von der angloamerikanischen Rockmusik abzusetzen, das war aus ostdeutscher Sicht ja gerade die "Musik der Freiheit".
Nun, politischen Aufbruch gab es auch in den Ostblock-Diktaturen.
Im Juni 1953 (schon 15 Jahre vor den 68er Studentenrevolten) gab es den Volksaufstand in der DDR mit den Bemühungen um politische und wirtschaftliche Verbesserungen. Oder 1968, der Prager Frühling, als man versuchte, dem Sozialismus ein menschlicheres Antlitz zu geben. Beides wurde von sowjetischen Panzern niedergewalzt mit vielen Toten. Oder die Streikbewegung bzw. Gründung der Gewerkschaft "Solidarnosc" 1980 in Danzig, Polen verhängte daraufhin sogar das Kriegsrecht (1981-1983). Neben Gorbatschow's Glasnost und Perestroika war das die Keimzelle der politischen Umbrüche in ganz Osteuropa 1989 / 1990.

Kunst & Kultur sind nicht immer, aber oft eine Widerspiegelung der politischen und gesellschaftliche Verhältnisse.
Wenigstens Renft haben sich getraut zu singen, was sie denken, kassierten dafür dann aber auch Berufsverbot.


 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Ich auch, aber Sauerkraut (ohne Kümmel) auch.
So, Hölderlin steht für mich in der Grünkohl-Abteilung, direkt neben dem Rosenkohl (Novalis)
Die Kapelle kommt zwar vom Niederrhein, würde ich aber eher in den Folk-Rock, Art-Rock-Bereich einsortieren; aber wie ich schon geschrieben hatte, stört mich das heute nicht mehr so sehr, wenn das alles unter Krautrock vermatscht wird....
Rosenkohl :eek:
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Natürlich gab es Opposition und Aufbruchversuche (die letztlich von dem "großen Bruder" niedergeschlagen wurden)! Aber ich denke, die Bedingungen sind nicht vergleichbar. Fassen wir mal zusammen, welche Faktoren in der Alten Bundesrepublik zur Herausbildung des Krautrock geführt haben:

1. Totale Diskreditierung der nationalen Kulturtradition durch die Nazi-Katastrophe.
2. Demokratische Freiheit der Kunst in Verbindung mit einer freien sozialen Marktwirtschaft, die der künstlerischen Entfaltung der Musiker kaum Grenzen setzte.
3. Saturierte Wohlstandsgesellschaft, die das Gefühl der Vernachlässigung immaterieller Werte aufkommen ließ, was wiederum Kapitalismuskritik aufkeimen ließ.
4. Gefühl der kulturellen Überfremdung durch Kulturimporte aus den englischsprachigen Ländern.

Schauen wir uns mal an, was davon auch in der DDR der Fall war:

1. Ja, das war gemeinsames Schicksal aller Deutschen.
2. Klares NEIN. Es gab weder eine demokratische Freiheit der Kunst - jede Band brauchte eine Spielerlaubnis, die von einer Kommission von musikalisch meist stockkonservativen Kulturbürokraten ausgestellt wurde - noch einen freien Markt - AMIGA hatte das Monopol.
3. Ebenfalls NEIN. Es hatte in der DDR kein Wirtschaftswunder gegeben, materielle Wünsche blieben unerfüllt, weil es viele Waren schlicht und einfach nicht gab; Mangelwirtschaft aller Orten.
4. Nicht wirklich - Westkultur war Opposition gegen das Regime.

Vor allem Faktor 2 war natürlich der Grund, warum es keinen Krautrock auf AMIGA-Platten oder im Radio und TV der DDR gab. Aber weil auch Faktor 3 nicht und 4 kaum erfüllt war, gab es wahrscheinlich auch im Underground kein starkes Krautrock-Momentum.

Ich will nicht behaupten, dass es in der DDR keinen Krautrock geben konnte, aber die genannten Unterschiede dürften maßgeblich dazu beigetragen haben, dass sich die Rockmusik in der DDR in eine ganz andere Richtung entwickelte als in der Alten Bundesrepublik. Wahrscheinlich nicht nur in dem, was tatsächlich in Vinyl gepresst im regulären Schallplattenhandel erhältlich war, sondern wahrscheinlich auch in privaten Sessions.
 

Senfei

Aktives Mitglied
Natürlich gab es Opposition und Aufbruchversuche (die letztlich von dem "großen Bruder" niedergeschlagen wurden)! Aber ich denke, die Bedingungen sind nicht vergleichbar. Fassen wir mal zusammen, welche Faktoren in der Alten Bundesrepublik zur Herausbildung des Krautrock geführt haben:

1. Totale Diskreditierung der nationalen Kulturtradition durch die Nazi-Katastrophe.
2. Demokratische Freiheit der Kunst in Verbindung mit einer freien sozialen Marktwirtschaft, die der künstlerischen Entfaltung der Musiker kaum Grenzen setzte.
3. Saturierte Wohlstandsgesellschaft, die das Gefühl der Vernachlässigung immaterieller Werte aufkommen ließ, was wiederum Kapitalismuskritik aufkeimen ließ.
4. Gefühl der kulturellen Überfremdung durch Kulturimporte aus den englischsprachigen Ländern.

Schauen wir uns mal an, was davon auch in der DDR der Fall war:

1. Ja, das war gemeinsames Schicksal aller Deutschen.
2. Klares NEIN. Es gab weder eine demokratische Freiheit der Kunst - jede Band brauchte eine Spielerlaubnis, die von einer Kommission von musikalisch meist stockkonservativen Kulturbürokraten ausgestellt wurde - noch einen freien Markt - AMIGA hatte das Monopol.
3. Ebenfalls NEIN. Es hatte in der DDR kein Wirtschaftswunder gegeben, materielle Wünsche blieben unerfüllt, weil es viele Waren schlicht und einfach nicht gab; Mangelwirtschaft aller Orten.
4. Nicht wirklich - Westkultur war Opposition gegen das Regime.

Vor allem Faktor 2 war natürlich der Grund, warum es keinen Krautrock auf AMIGA-Platten oder im Radio und TV der DDR gab. Aber weil auch Faktor 3 nicht und 4 kaum erfüllt war, gab es wahrscheinlich auch im Underground kein starkes Krautrock-Momentum.

Ich will nicht behaupten, dass es in der DDR keinen Krautrock geben konnte, aber die genannten Unterschiede dürften maßgeblich dazu beigetragen haben, dass sich die Rockmusik in der DDR in eine ganz andere Richtung entwickelte als in der Alten Bundesrepublik. Wahrscheinlich nicht nur in dem, was tatsächlich in Vinyl gepresst im regulären Schallplattenhandel erhältlich war, sondern wahrscheinlich auch in privaten Sessions.
Jaaaaa - das haben wir ja nun alles zig mal festgestellt.
Ich hatte nur auf deine Irrung reagiert, dass es im Osten angeblich keinen politischen Aufbruch geben konnte.
Zitat:
Zudem spielte der politische Aufbruch der 68er für den Krautrock eine ganz wesentliche Rolle, und den gab es in DDR nicht - konnte es in einer Diktatur ja gar nicht geben.
 

nixe

Inventar
Auch waren die Briten und Amerikaner nicht "die Besatzer", das waren in der DDR die Russen. Von daher gab es keinen Grund, sich von der angloamerikanischen Rockmusik abzusetzen, das war aus ostdeutscher Sicht ja gerade die "Musik der Freiheit".
Das kann man so stehen lassen. Was haben wir den Amis hinterher gegeift! Heute sehe ich das auch anders.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ich denke mal, wir können die Diskussion um Krautrock in der DDR hiermit abschließen, weil das nichts bringt und nur in Debatten um Genre-Definitionen und darüber, wie widrig die Umstände in der DDR wirklich waren, ausartet. Ich kenne die DDR als alter Westler nur aus Besuchsreisen und Dingen, die ich darüber gelesen oder im Fernsehen gesehen habe, und die auch nicht immer objektiv sind.

Ich denke, man kann resümieren, dass die Entwicklung der Rockmusik in den beiden deutschen Staaten aufgrund der völlig unterschiedlichen Rahmenbedingungen ganz verschieden war, sowohl was "offizielle" VÖ-Möglichkeiten als auch was die Empfindungen von Musikern und Publikum betrifft, und die Frage nach "Krautrock in der DDR" sich ganz einfach nicht stellt.

Mag sein, dass auf der einen oder anderen privaten Session Kollektivimprovisationen entstanden, die westdeutschem Krautrock nahe kamen, und dass vielleicht sogar Kassettenmitschnitte solcher Sessions existieren - eine Krautrockszene wie im Westen gab es in der DDR anscheinend nicht.
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Legen wir dieses Thema zu den Akten. Den Gedanken das im stillen Kämmerlein das ein oder andere entstanden sein könnte, hatte ich allerdings auch. Fährtenhunde und Sherlock Holmes bitte übernehmen.
 
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Georg

Alter Hase
Während sich die saturierten Wohlstandsspießbürger in der BRD nicht darauf einigen konnten, welche neue LP sie jetzt zuerst kaufen sollte, gilt mein größter Respekt, den Musikfreunden aus der Ex-DDR, die vielleicht auch nicht ganz ungefährlich (?) sich die Platten über Polen, Ungarn, Ex-Jugoslawien oder die BRD besorgt hatten. Nicht nur der materielle Wert einer solchen Platte war da vermutlich ein ganz anderer als in der BRD.
Es war keine "Nazi-Katastrophe" es waren Verbrechen die insbesondere Polen und die Sowjetunion betroffen hatten.
Die DDR Bürger haben durch 40 Jahre Entbehrungen eine Reparationsleistung erbracht, die sie sensibel für Konsum-Artikel gemacht haben, (Tässchen Koffein-Kaffee wurde genossen, Bananen mit braunen Flecken nicht weggeworfen) Gleichzeitig wurde das Kollektiv staatlich gefördert (gefordert) aber auch privat rückten die DDR Bürger näher zusammen (Tauschgeschäfte, gemeinsame Aktivitäten auch in der Freizeit)
Wäre es tatsächlich zu einem globalen Frieden gekommen, hätte es diese, auch "kulturelle Aufrüstung" dieser beiden deutschen Staaten vielleicht nicht gegeben; so wurden die DDR u. BRD zu "Spielfiguren" im Kalten Krieg.
 
Zuletzt bearbeitet:

Senfei

Aktives Mitglied
Während sich die saturierten Wohlstandsspießbürger in der BRD nicht darauf einigen konnten, welche neue LP sie jetzt zuerst kaufen sollte, gilt mein größter Respekt, den Musikfreunden aus der Ex-DDR, die vielleicht auch nicht ganz ungefährlich (?) sich die Platten über Polen, Ungarn, Ex-Jugoslawien oder die BRD besorgt hatten. Nicht nur der materielle Wert einer solchen Platte war da vermutlich ein ganz anderer als in der BRD.
Ja, aus heutiger Sicht war das schon ziemlich verrückt. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre ging es jeden Sommer nach Budapest. Das Wichtigste bei Ankunft war erstmal, sich am Bahnhof eines der sehr begehrten Schließfächer zu sichern, damit man die Schätze aus Vinyl später gut wegschließen konnte. Kohle für eine Unterkunft war nie übrig, denn die ging ja für die Platten drauf. Also zelten am Stadtrand. Bei einem Stückpreis von umgerechnet 100 DDR-Mark war nach 7 bis 8 LPs ein Monatsgehalt aufgebraucht.

Eine meiner Lieblingsplatten damals schon war die Ballermann von Grobschnitt, schön krautig.

 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Hübsch und auch ein bisschen "krautig". Aber doch nicht in der Liga von Amon Düül, Can, Faust, NEU! & Co. Was wiederum zeigt, dass die Genregrenzen wie eigentlich immer fließend sind. Aber wir wollten diese Diskussion hier ja beenden.
 

Jester.D

Alter Hase
Einmal noch zurück in die DDR

Von Reform gibt es neue neue Doppel-CD


Zitat: "Die drei Studio-Alben „Reform“ (1979), „Der Löwenzahn“ (1982) und „Uhren ohne Zeiger" (1985) brachte die aus Magdeburg stammende (der Stadt) und hervorgehende (der Band) Gruppe um Stefan Trepte bis Mitte der achtziger Jahre heraus. Herausragend auch die Musiker wie Jörg Blankenburg, Ritchie Barton (Silly), Michael Lehrmann (u. a. Stern Combo, Vroni Fischer Band), Hans, die Geige, Wintoch oder Reinhard Repke, der später mit Rockhaus ein und viel später mit dem „Club der toten Dichter“ sein neues Projekt fand.

Brillante Songs, die zu zeitlosen Klassikern avancierten. Ein fetter Eintrag in die Geschichtsbücher des Rock „Made In GDR“ ist garantiert. Hier ERSTMALS die Anthologie!"
 

Jester.D

Alter Hase
Ja, aus heutiger Sicht war das schon ziemlich verrückt. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre ging es jeden Sommer nach Budapest. Das Wichtigste bei Ankunft war erstmal, sich am Bahnhof eines der sehr begehrten Schließfächer zu sichern, damit man die Schätze aus Vinyl später gut wegschließen konnte. Kohle für eine Unterkunft war nie übrig, denn die ging ja für die Platten drauf. Also zelten am Stadtrand. Bei einem Stückpreis von umgerechnet 100 DDR-Mark war nach 7 bis 8 LPs ein Monatsgehalt aufgebraucht.
Bei mir war es ähnlich - es ging, aber nicht jeden Sommer, nach Ungarn an den Balaton bzw. in dessen Nähe nach Veszprem. Geld für Unterkunft brauchten wir keins, denn wir hatten einen ungarischen Freund mit Familie, bei denen wir unterkamen. 7 - 8 LPs waren bei mir auch nicht drin, denn meine Frau hat sich mit Klamotten eingedeckt. Am Ende hatte ich meistens 3 bis 4 Platten ergattert. Und einmal war eine einfache Akustik-Gitarre dabei.
 

Georg

Alter Hase
Hübsch und auch ein bisschen "krautig". Aber doch nicht in der Liga von Amon Düül, Can, Faust, NEU! & Co. Was wiederum zeigt, dass die Genregrenzen wie eigentlich immer fließend sind. Aber wir wollten diese Diskussion hier ja beenden.
Ja, eigentlich müsste man auch im Krautrock wieder Untergruppierungen suchen.
Z. B. Ihre Kinder, gesponsert durch den BRD-Aushängeobersozialsten Photo Porst in Nürnberg; das einzige psychedelische Moment war da die "Orgelei", aber sonst fast Pop-Musik. oder?
Gerade die Grenze zur Hippie-Beat-Musik war doch sehr fließend...
oder die Petards, da ist ein schöner Schlager in Englisch (Golden Glass); damals war das für uns Krautrock der in den englischen Charts gelistet wurde. Wir waren mächtig stolz auf unsere Krautrocker aus einem kleinen Dorf in Nordhessen. Für uns Jugendliche war der Begriff "Krautrock" nicht negativ besetzt, sondern eher eine Auszeichnung nach dem Motto, ja wir können auch englische Rock-Musik komponieren.
Petards Pretty Liza (eher sone lustige Beatles Musik, aber sehr erfolgreich):
und der "Kinks-Schlager" Golden Glass:
 

Senfei

Aktives Mitglied
... Wir waren mächtig stolz auf unsere Krautrocker aus einem kleinen Dorf in Nordhessen. Für uns Jugendliche war der Begriff "Krautrock" nicht negativ besetzt, sondern eher eine Auszeichnung nach dem Motto, ja wir können auch englische Rock-Musik komponieren.
Ja man liest oder hört gelegentlich, dass KRAUTROCK-Musiker diese Genre Bezeichnung als eine Abwertung empfunden haben. Aber ist es denn überhaupt erwiesen, dass jemals irgendwer das tatsächlich negativ gemeint hat ?
Ich kann mir gut vorstellen, dass diejenigen, die den Begriff Krautrock damals in Umlauf brachten, einfach keine bessere Idee hatten, diese neuen so faszinierenden Klänge aus good old Germany einzuordnen.
 

Georg

Alter Hase
Ja man liest oder hört gelegentlich, dass KRAUTROCK-Musiker diese Genre Bezeichnung als eine Abwertung empfunden haben. Aber ist es denn überhaupt erwiesen, dass jemals irgendwer das tatsächlich negativ gemeint hat ?
Ich kann mir gut vorstellen, dass diejenigen, die den Begriff Krautrock damals in Umlauf brachten, einfach keine bessere Idee hatten, diese neuen so faszinierenden Klänge aus good old Germany einzuordnen.
:) Das muss uns WeepingElf noch belegen, sonst kaufen wir sein ProgRock-Buch nicht!
(Doch doch, wir feuen uns drauf)
Manni Neumeier hat mal gesagt, Guru Guru würden keinen Kraut-Rock spielen, ob er das Genre oder den Begriff meinte, weiß ich allerdings nicht....
 

nixe

Inventar
Xhol Caravan, seit 1970 nur Xhol, war eine Krautrock-Band aus Wiesbaden. Die oft als „Pioniere des Krautrock“ bezeichnete Gruppe ist vor allem mit ihrer LP Electrip von 1969 bekannt geworden. Xhol Caravan entstand aus der Gruppe Soul Caravan, die vor allem Soul mit gelegentlichen Jazz- und Blues-Einlagen spielte. Wikipedia
 

nixe

Inventar
:) Das muss uns WeepingElf noch belegen, sonst kaufen wir sein ProgRock-Buch nicht!
(Doch doch, wir feuen uns drauf)
Manni Neumeier hat mal gesagt, Guru Guru würden keinen Kraut-Rock spielen, ob er das Genre oder den Begriff meinte, weiß ich allerdings nicht....
Na ja, da würde ich auch nur die ersten Drei, eventuell Vier dazu zählen.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ja man liest oder hört gelegentlich, dass KRAUTROCK-Musiker diese Genre Bezeichnung als eine Abwertung empfunden haben. Aber ist es denn überhaupt erwiesen, dass jemals irgendwer das tatsächlich negativ gemeint hat ?
Ich kann mir gut vorstellen, dass diejenigen, die den Begriff Krautrock damals in Umlauf brachten, einfach keine bessere Idee hatten, diese neuen so faszinierenden Klänge aus good old Germany einzuordnen.
Nun, "Kraut" ist nun mal ein Schimpfwort aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg - einen Deutschen "Kraut" zu nennen, ist ungefähr so schmeichelhaft, wie einen Afroamerikaner als "Nigger" zu titulieren. Zumal hier der negativste Aspekt des "Deutschseins" konnotiert war: die von den deutschen Soldaten begangenen Kriegsverbrechen nämlich. Und "Rock" war ja gerade die anglo-amerikanische "kulturimperialistische Besatzermusik", von der man sich so vehement absetzen wollte. Ob die englischen Musikjournalisten, die das erfunden hatten, es tatsächlich abwertend oder eher liebevoll-ironisch meinten, weiß ich nicht, ich vermute aber durchaus letzteres - aber es ist eben eine Bezeichnung, die den so titulierten Musikern nicht passte, weil sie eben aus einer herabwürdigenden Bezeichnung ihrer Herkunftsnation, die überdies mit den von ihren Vätern und Großvätern begangenen Kriegsgräueln in Verbindung stand, und dem Namen eines Genres, dem sie sich nicht zugehörig fühlten, zusammengesetzt war. Schließlich würde sich ja auch jeder R&B-Musiker dagegen verwahren, seine Musik als "Niggerrock" bezeichnet zu hören, denn es ist ja kein "Rock", was er macht, und "Nigger" geht schon gar nicht.
 

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