Klangqualität / Loudness-War

Perfectionist

Aktives Mitglied
Wie oft angedroht, hier nun endlich mein langer und kritischer Text zu diesem Thema. Könnte genauso gut im allgemeinen Forum stehen, aber wenn man schon eine Hi-Fi-Ecke hat..

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Das ist ein Thema, welches ich immer wieder mal anspreche, aber ich finde, es sollte noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Im eclipsed ist es vor allem Alan Tepper, der gerne mal darauf eingeht. Bei anderen schüttelt es mich aber regelmäßig, wenn absolut grottig klingende CDs wie "Clockwork Angels" oder "La Futura" auch noch für ihren fürchterlichen Klang gelobt werden, auch bei den Genesis-Remixen fand ich die Berichterstattung viel zu unkritisch. Klar, man muss teilweise zwischen Produktion, Mix und Mastering unterscheiden, aber von Musikjournalisten erwarte ich eigentlich auch, dass man sich mit der Materie ein wenig befasst. Immerhin ist Dynamik (Lautstärke und Variation) neben Rhythmus (Tempo, Taktart) und Tonhöhe (Melodie, Harmonie) einer der absoluten Grundpfeiler der Musik schlechthin. Wer das nun quasi "wegzüchtet" und an Aufnahmen so lange herumdoktert, bis sie keine innere Dynamik mehr haben, der rüttelt an den Grundfesten der gesamten Kunstform und begeht einen immensen Schaden an ihr. Wir reden hier nicht von einem Thema, das nur für Hi-Fi-Freaks relevant ist. Ich bin auch nicht der Meinung, dass Platten perfekt klingen müssen. Aber Musik hatte über Jahrtausende immer Dynamik. Wenn das plötzlich fehlt, wirkt sich das auf fast alle Hörer aus, ob sie es nun bemerken oder nicht. Ich habe es auch erst nach einiger Zeit verstanden. Es war schon faszinierend zu sehen, wie groß die Korrelation zwischen DR-Werten und meinen "Gefühlen" einer CD (oder auch einem Song) gegenüber tatsächlich ist. Nervig wird es für mich meistens ab DR 8; richtig schlimm dann bei DR 6 oder weniger.

Aber anstelle dass das angemessen beleuchtet und kritisiert wird, muss ich Sachen lesen wie "knackige Produktion" oder "druckvoll" - mittlerweile absolute Reizworte für mich, da sie meistens andeuten, dass man eine solche CD kaum ohne Kopfschmerzen (nach einer gewissen Zeit) oder Zwischendrin-Leisermachen durchhören kann, und meistens auch nicht noch einmal anhören will. Und zudem zeigen solche Adjektive auch, dass gewisse Rezensenten offenbar nicht mit ihrem Lautstärkeregler umgehen können: Wenn ich z.B. von Saga "Silent Knight" und "20/20" miteinander vergleiche, klingt die CD von 2012 natürlich im ersten Moment deutlich kraftvoller und "besser" und die aus den Achtzigern lasch und flach. Tatsächlich ist aber die alte CD rein klangtechnisch um ein Vielfaches besser. Der Trick hierbei ist die Angleichung der Lautstärke (sogenannte "Normalisierung" auf Basis der durchschnittlichen Lautstärke). Klingt kompliziert, wird aber mittlerweile von vielen Anbietern (YouTube, Spotify, Apple Music) vorgenommen - und manuell natürlich auch. Wenn ich eine CD anhöre, passe ich die Lautstärke praktisch immer an. Neue CDs werden dabei fast immer leiser gemacht, alte dagegen lauter. Und erst dann kann ich wirklich sagen, was auf Dauer gut klingt und was nicht.

Das ist im Übrigen auch die Krux bei vielen Remasters, besonders solchen aus den frühen 2000ern (aber auch heutzutage werden noch einige Sünden begangen - siehe wieder Saga, mit der abgebrochenen Reihe von 2015er-Remasters). Klingen sie lauter? Ja. Besser? Nicht immer, und oft werden die Klanggewinne durch das Remastering (z.B. höhere Transparenz, mehr Details) durch ein Übermaß an Dynamikkompression sogar wieder zunichtegemacht. Teilweise liegt es auch daran, dass die Unterschiede zwischen den Transfers so gering ausfallen, dass man sich wohl denkt, der Normalo-Hörer WILL einen solchen Lautstärkezuwachs, damit es für ihn offensichtlich "remastert" klingt. Deswegen wurden viele Alben ja mittlerweile auch schon zum zweiten oder sogar dritten Mal remastert!

Nicht so relevant ist die Thematik, wenn man ausschließlich in der analogen Domäne Musik hört. Clipping (das schlimmste aller Übel, da es im digitalen Bereich einfach grauenhaft klingt und aggressive Verzerrungen hinzufügt - leider mittlerweile praktisch Standard!) ist auf einer LP so gar nicht möglich, und auch sonst werden LPs meistens etwas umsichtiger gemastert. Das geht so weit, dass sich Fans teilweise mit Vinylrips behelfen müssen, wenn sie ein Album auch im digitalen Bereich genießen wollen. Selbst die hochauflösenden Downloads, die auf diversen Plattformen zu oft hohen Preisen angeboten werden, sind nämlich oft genauso ruiniert wie die entsprechenden CDs. Bei so etwas, oder auch bei zu Tode komprimierten Blu-Rays oder DVDs frage ich mich schon, was das soll. Wer sich für solche Medien interessiert, möchte ja wohl doch mehr als nur "nebenbei hören" (z.B. im Auto oder im Zug, wo eine recht gleichmäßige Lautstärke durchaus sinnvoll sein kann, um nicht im Umgebungslärm unterzugehen - aber man könnte das ja auch per DSP integrieren, sodass sich jeder selbst die gewünschte Kompression einstellen kann).

Also, was soll das Ganze? Beinahe alle Probleme der Musikindustrie sind Kinder dieses Loudness-Wahnsinns. Illegale Downloads (Einnahmen gleich null) und Streamingdienste (Einnahmen eher mickrig) wären doch nicht so ein großes Thema geworden, wenn man die Musik nicht konsequent dermaßen entwertet und von etwas, das Freude bereitet, berührt, bewegt, animiert, zu einem Hintergrundbrei degradiert hätte. Der Absturz der CD als Medium hängt damit direkt zusammen; zwar wurde sie eigentlich eingeführt, weil sie MEHR Dynamik bietet als Vinyl (und in der Klassik gibt es diesen Back-to-vinyl-Trend eben deswegen nicht), aber ab Anfang der Neunziger fingen die Toningenieure an, kollektiv durchzudrehen und in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Heutzutage ist bei einer typischen Mainstreamproduktion praktisch alles in den lautesten dB konzentriert, dafür braucht es die 16 Bits der CD eigentlich nicht, geschweige denn die 24 von HiRes-Formaten (die eine Dynamikspanne bieten, welche bei einem fertigen Album praktisch nie notwendig ist).

Habt ihr euch nicht mal gefragt, warum so viele Bands und Künstler aus demselben Genre heutzutage einander ähneln, während man früher jede Band innerhalb von Sekunden identifizieren konnte? Auf der Ebene eines Albums gilt dasselbe - liegt es wirklich an Instrumentierung und Produktion, wenn viele Songs einer CD "irgendwie ähnlich" klingen, oder doch eher daran, dass man die Unterschiede wegkomprimiert hat? Oder warum sägt eine Adele in ihren Studioproduktionen so dermaßen an den Ohren, während sie live eigentlich recht angenehm klingt? Warum geht das Schlagzeug im Soundwust unter, wenn doch eigentlich der Sinn eines Schlagzeugs sein sollte, dass es hervorsticht und für Druck sorgt? Bei vielen aktuellen Acts empfinde ich die Gesamtproduktion mittlerweile nur noch als akustische Zumutung. Es macht mich als Hörer richtig aggressiv und versaut mir die Laune. Nicht, weil ich mich über die Inkompetenz aufrege, sondern einfach wegen der psychoakustischen Wirkung, die ein solcher Sound hat - da läuft vieles auch übers Unterbewusste. Wenn die Künstler dann aber für Radiosender Unplugged-Versionen einspielen, dann entpuppen sich die Songs oft als richtig gut! Das kann einfach nicht im Sinne des Künstlers oder auch der Plattenfirma sein.

Es gibt natürlich Ausnahmen. Das sind die Künstler, die um die Wichtigkeit von Dynamik wissen. Im Prog natürlich an allererster Stelle Steven Wilson. Auch der musste seine Lektion erst lernen. Als die "Aqualung"-Box zum 45. Geburtstag umverpackt wurde, hat kaum jemand in der Presse (auch nicht in eclipsed) diesem Aspekt Beachtung geschenkt, aber der entscheidende Unterschied war genau der, dass Wilsons Mixe nun ohne Mastering auf die Tonträger kamen, nachdem er mit dem, was Peter Mew mit seinen Mixen beim Mastering der 40th Anniversary Edition "angerichtet" hat, nicht gerade zufrieden war. (Auf die ungemasterte Version von "Thick as a Brick" warte ich übrigens immer noch. Als Download gibt es sie, aber (noch) nicht auf CD.)

Im Bereich des Mainstream haben wir auch immer wieder mal positive Beispiele. Mark Ronson z.B. hat als Produzent ein Händchen dafür, einen sogenannten "oldschool"- oder "Vintage"-Sound zu zaubern. Tatsächlich macht er vor allem eines, er lässt den Songs ihre Dynamik. Wenn man "Uptown Funk" mit ähnlichen Werken von Pharrell Williams vergleicht, ist der Unterschied eklatant. Ich konnte "Happy" nach drei Mal Hören nicht mehr ertragen. "Uptown Funk" dagegen hat sich seinen ansteckenden Groove bis heute bewahrt. Auch die neueren Aufnahmen von Lady Gaga klingen recht natürlich. Mein Lieblings-Pop-Newcomer The Night Game bzw. deren Mastermind Martin Johnson gehen sogar noch deutlich weiter, denn hier ist tatsächlich so etwas wie Raum und Platz zwischen den Noten in der Musik "eingebaut". Auf der anderen Seite werden die Charts aber nach wie vor von klanglichem Sondermüll beherrscht.
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Klar, das müsste uns hier alles nix angehen. Aber leider beherrscht dieses kommerzielle Denken nach wie vor viele ach so unabhängige und freigeistige Bands: Bloß nicht untergehen! Und dann muss man sich halt an den Standard halten, der von der Industrie vorgegeben wird. Wie absurd das ist, hat der Experte Ian Shepherd mal gezeigt, indem er vorführte, dass Justin Bieber mittlerweile lauter ist als Metallica.

Und natürlich ist Kompression, meinetwegen sogar Brickwall-Limiting ein Effekt, der künstlerisch gewollt sein kann (ob mir das gefällt, steht auf einem anderen Blatt). Meistens ist er das aber eben nicht, sondern wird eher aus Verzweiflung verwendet, weil man ja "druckvoll" klingen muss, um (angeblich) mehr zu verkaufen. Schöner Schlamassel.

Was könnte eclipsed nun tun? Nun, ein bisschen kritischer rezensieren wäre schon mal nicht schlecht. Wenn z.B. eine Band wie Marillion auch mal öffentlich und von "echten" Journalisten dafür kritisiert wird, wie schlecht ihre letzten paar regulären Alben klingen, könnte das die Jungs vielleicht mal zum Grübeln bringen. Oder "inFinite" von Deep Purple - teilweise ein breiiger Klangmatsch, den man so einfach nicht hätte veröffentlichen dürfen. Oder Steve Hacketts Alben, seit Roger King die Produktion übernommen hat

Sehr interessant, und meiner Meinung nach eine klare Pflichtlektüre ist dieser Thread, in dem die Genesis-Remixe von Nick Davis und Steven Wilsons Remixe verglichen werden. Plan9, ein Freund von Wilson und selbst Toningenieur, erklärt es (im 21. Beitrag) am besten: http://forums.stevehoffman.tv/threa...ut-steven-wilsons-remixes-are-admired.400386/
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
PS - Der Text ist über ein Jahr alt, aber viel hat sich seitdem nicht geändert. Im Heft wird mittlerweile etwas öfter schlechte Produktion kritisiert, aber oft noch nicht konsequent.
 

Alexboy

Aktives Mitglied
Nun, ich staune!
Über Deinen Text, und noch viel mehr über Deine Ohren.
Einiges kann ich nachvollziehen, aber vieles nicht, weil mir sowohl das Fachwissen als auch die entsprechende Tonaufnahme fehlt, soll heißen ich höre eher mit dem Bauch oder dem Herzen.
Das angesprochene Thema liest sich sehr interessant und ich bin gespannt wie die Reaktion darauf ausfällt.;)
 

The Wombat

Mitglied
Ich bin da relativ nahe an Alexboy. Die Diskussion ist sicherlich interessant, aber ab einem gewissen Punkt (oder auch ab einer gewissen Masse an Text) wird mir das ganze zu "technisch".
Dann muss ich auch ehrlicherweise zugeben, dass mir ein wenig die Lust daran vergeht, mich über wahrlich sehr subjektive unterschiedliche Höreindrücke zu unterhalten.
Es gibt Alben, die halte ich (trotz vielleicht einiger Kompressionseffekte) für klanglich gut bis sehr gut, manche gar für audiophil. Jedenfalls, soweit ich das mit meinen eigenen Ohren und dem mir zur Verfügung stehenden Equipment wahrnehme.
Ich kann auch längst nicht immer verifizieren, ob tatsächlich Kompression oder Loudness-War (und wenn ja, wie stark und ausgeprägt) im Spiel sind. Ich erkenne zwar manch eine klanglich sehr flache Scheibe daran, wenn die Bässe fehlen, die Mitten überpräsent sind und die Höhen mumpfig klingen. Dann sagen meine Klipsch mir, dass sie gerade ein wenig unterfordert sind.
Gerade im HardRock und Metalbereich gibt es sicher viele Alben, die ich als mehr oder weniger undifferenzierten Klangbreikrach bezeichnen würde. Aber das ist erst einmal mein persönliches Empfinden, andere mögen das nicht unbedingt teilen oder hören ganz anders.
Dass beim Mainstream-Radiopop oder Mucke, die man oft auch gerne, aber sehr unsinnig als "Rhythm & Blues" bezeichnet, Kompression und Loudness-War an der Tagesordnung sind, ist wohl Fakt. Wer das in dieser Form hören möchte, soll es gerne tun.
Und da ich öfter auch das böse Formatradio bei dieser oder jener Gelegenheit höre, nehme ich es in Kauf, es stört mich nicht weiter.
Wenn ich aber in Ruhe das neue Album von Seasick Steve höre, höre ich ein für mein Empfinden sehr sauber und ohne Kompression produziertes Album.
In diesen Bereichen (Singer-Songwriter / Americana / Folk / Blues) sind Kompression oder Loudness War nach meiner Erfahrung eher die absolute Ausnahme.
 

Jester.D

Aktives Mitglied
Da hänge ich mich mal mit dran - ich bin kein Experte, hab keine sauteure Anlage und analytisches Hören war noch nie mein Ding. Ich höre und genieße, aber habe dabei eine recht klare Vorstellung von für mich gutem Klang.

Dieses ganze Remastering-Ding ist Fluch und Segen zugleich. Rein technisch gesehen sicher hochinteressant und in vielen Fällen wurden/werden Feinheiten freigelegt, die mancheiner staunenderweise erstmalig zur Kenntnis nimmt. Soweit so gut. Von den Künstlern, deren "Produkte" da teilweise Jahrzehnte später aufgemöbelt werden, kommt überwiegend Zuspruch und auch da hat es die staunenden Bewunderer schon gegeben (Ian Anderson z.B., wenn ich mich nicht irre).

Aber - wenn eine Platte z.B. in den 70ern entstanden ist und ein Soundfreak 40 Jahre später dran herumschraubt, dann beraubt er das Werk eigentlich - für mich - zu einem Gutteil seiner Originalität. Musik ist immer auch Ausdruck eines Zeitgeistes und der gerade vorhandenen technologischen Entwicklungsstufe.

Keiner der heute Aktiven stellt sich doch bei einer aktuellen Produktion die Frage, wie das was man da gerade macht, wohl in 40 Jahren klingen könnte. Musik entsteht im Hier und Jetzt. Gute als auch schlecht produzierte.

Und noch ein Wort zur Dynamik. Ja, da ist mehr dran als mancheiner denkt und ich halte die Dynamik in der Musik für einen ultrawichtigen Baustein. Nichts ist im Normalfall langweiliger, als eine Musik die durchweg auf einem durchgehend gleichen Lautstärkelevel daherkommt. Mit dieser These kommt man heutzutage allerdings nicht sehr weit. Leider.

Ein Beispiel aus meiner langjährigen Praxis. Als Musiklehrer hat man ja das Glück, sehr viel auch unterschiedliche Musik im Unterricht hören zu können, darüber zu sprechen, Gefühle zu offenbaren oder auch mal relativ streng zu analysieren usw. Dynamik wurde bei mir hoch gehandelt. Da habe ich viel Wert drauf gelegt, dass den Schülern irgendwie zu verklickern, wobei man in Dresden natürlich erstmal damit "zu kämpfen" hat, dass die lieben Kleinen bei Dynamik zuallererst an DYNAMO denken. Geschenkt. ;)

Ein Stück mit einer besonders hohen Dynamik ist die "Wolfsschluchszene" aus dem "Freischütz" von Carl Maria von Weber. Sie beginnt sehr, sehr leise, steigert sich kurz vor Schluss enorm, um dann in den letzten Sekunden mit dem 1-Uhr-Glockenschlag (der Spuk ist vorbei) extrem leise zu verklingen.

In der Oper kein Problem, aber in einer Schulstunde schon. Zu Beginn hört man statt der Musik nur die Geräusche in der Klasse und trotz Einführung zum Stück fragt der erste Depp, wann es denn endlich losgeht. :rolleyes: Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaalso - muss man etwas hochregeln, damit die Mehrzahl der Klasse erstmal etwas hört. DAS ist natürlich eine Todsünde für die Dynamik - die Lautstärkeanpassung. Im Mittelteil musste ich dann zurückregeln, was genauso doof war, aber nicht zu ändern. Zurückblickend war das aber die absolute Ausnahme, da bei dieser von mir benutzten Aufnahme die Dynamik wirklich extrem stark ausgeprägt ist.

Wie ich gerade sehe gibt es von meiner "historischen Aufnahme" mittlerweile auch eine remasterte Version.



Ich habe die hier benutzt:



Ich wage gerade nicht mir vorzustellen, wie die Blu-ray-Audio wohl klingen mag...

Tja, und ansonsten mag ich ein ausgewogenes Klangbild mit schönen runden Bässen, die auch mal herrlich knarzig klingen können, kräftigen, gut akzentuiertem Schlagzeug, Gitarrensound in allen Varianten... und und... insgesamt alles was klingt im Gesamtklang gut abgebildet.
 
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ProMelodic

Mitglied
Loudness War ... SO krass hätte ich das nicht gesehen. Was mir mal aufgefallen war, dass die Werbung im Fernsehen immer lauter war. Das empfand ich damals als sehr negativ. Im Artikel wurde ja genau dieses Problem beschrieben und das eine Einigung der Sender dazu erzielt wurde, gleiche Lautstärke!

Die Entwicklung finde ich nicht gut, zumal ich bei einigen CD's dieses Übersteuern ja auch heraushören.

Hans Zimmer, Prag: Da habe ich die BR, habe aber einen guten Gesamteindruck, ich glaube hier wurde viel Wert auf Qualität gelegt.
 
Zuletzt bearbeitet:

The Wombat

Mitglied
Jester.D: sehr guter Beitrag.
Vielleicht noch ein Beispiel, das ich in dem Zusammenhang gerne bringe: Pjotr Iljitsch Tschaikowski - Ouverture 1812.
Zu alten Vinylzeiten hüpfte schon mal bei der Kanone der Tonarm des Plattenspielers und manch einer Lautsprecherbox wurden die Grenzen aufgezeigt.

Bei YT (natürlich) gibt es einen Kommentar eines witzischen Menschen dazu:
" WARNING: Cannons may make dogs bark, scare your mom, leave your neighbor dumbfounded, make cats panic, wake you up in the middle of the night shouting at the top of your lungs because you think you are being robbed, scare the crap out of you, and/or blow up your ears and brains;"
 

Music is Live

Aktives Mitglied
ich mache es mal kurz...
bin selber nicht so geschult um als Audiophiler zu gelten, dafür war mir immer die Machart der Musiker viel zu interessant... solange der Sound ein Erkennen zulies....
doch ein Album, egal aus welcher Zeit, welches ein schlechten oder unpassenden Sound hat, kann noch so gute Musik beinhalten und geiles Soundwriting, es wird zerstört....
 

JFK

Aktives Mitglied
Mir war das zum ersten mal bei Metallica's Death Magnetic aufgefallen. Ich habe ständig an den Reglern rumgedreht und keinen angenehmen Sound hinbekommen. Wenn man es lauter machte wurde es einfach nur äußerst unangenehm. Das Album hat musikalisch was zu bieten, aber deswegen höre ich es kaum.

Im netzt gab es dann für die armen geplagten wie mich, die Version , die für das Guitar Hero Programm gemacht wurde mit tatsächlich viel besserem Klang! Ich hoffe immer noch auf ein neues Release.. vielleicht guck ich mal in Japan, wenn nicht gibt es irgendwann Vinyl, das sollte besser sein.

Auch bei A different kind of truth von Van Halen oder Gold&Grey von Baroness und noch vielen anderen bin ich abgeturnt vom Sound. Und in letzter Zeit wird es immer mehr...

Wenn ich die Erstpressung (CD) von Van Halen II auflege muss ich zwar lauter drehen aber dann ist alles bestens, ich bin Glücklich... Warum müssen die lauter klingen? ich raffe es nicht...
 

Dandysaurus Rex

Aktives Mitglied
@JFK
Der am lautesten klingehnde bleibt halt hängen. Das bekommst ja auch aktuell in Österreich mit dieser Hofer(Aldi Süd) Werbung mit....

Ein anderer Grund dürfte in der Dezibel Beschränkung der EU liegen. Um also auch Songs in angemessener Lautstärke auf dem Handy zu hören , wurde wohl bei der Musik im Studio heftigst nachgetrickst. Du kannst es ja morgen Mal mit unterschiedlichen Versionen der Van Halen 2 probieren,und wirst feststellen dass die neuere auf dem Handyladesprecher besser klingt. Besser weil subjektiv lauter. Den Loudness-War gab's übrigens schon im Soul der 60er Jahre. Und hier ging der Sieg ganz klar an Motown,da deren Songs für schlechtes Heimequipment optimiert wurden.

@eclipsed Rockforum

Der Durchschnittskonsument hat nunmal keine Anlage ab 500 aufwärts ,welche es bei passendem Material schafft eine Musikgruppe möglichst originalgetreu wiederzugeben.
Otto Normalverbraucher macht's sich's halt nunmal nicht mit einem Joint im Stereodreieck gemütlich, sondern versteht Musik als Hintergrundbeschallung beim Konservativsein.
Daher macht's irgendwie schon Sinn,dass Musiker/Produzenten zu jedem Preis gehört werden wollen.
Wie auch unter Köchen oder Handwerkern müssen Musiker und Produzenten nicht zwangsläufig idealistisch eingestellt sein.
Für manche ist's halt einfach nur Business und nicht Lebensinhalt....
 

The Wombat

Mitglied
Die Chose mit Metallica's Death Magnetic ging ja 2008 / 2009 dermaßen durch die Decke, daß man schon sagen könnte, sie war einer der großen Auslöser für die gesamte Kompressions- und Loudness War-Diskussion in so ziemlich allen damaligen (Musik)foren im Net.
Ich kaufte mir das Album damals eigentlich nur aus dem Grund, um selbst herauszufinden, was da wirklich dran war. Und ich wurde nicht enttäuscht. Im gesamten HardRock und Metal-Bereich hatte ich noch nie solch ein Mumpf- und Sumpf-Ding gehört, ein Metal-Klangbrei allererster Güte. Dass einige andere Musiker und Bands im Heavy-Bereich auf diesen Zug aufgesprungen sind und teils immer noch mitfahren, verstand ich nie.
Es war und ist mit ein Grund, dass ich danach mit diversen Metal-Spielrichtungen eigentlich gar nichts mehr anfangen konnte und mich auch davon verabschiedete.
Von daher komme ich auch mittlerweile kaum bis gar nicht mehr mit diesen Tricksereien in Berührung, sie sind mir ziemlich schnuppe.
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Die Chose mit Metallica's Death Magnetic ging ja 2008 / 2009 dermaßen durch die Decke, daß man schon sagen könnte, sie war einer der großen Auslöser für die gesamte Kompressions- und Loudness War-Diskussion in so ziemlich allen damaligen (Musik)foren im Net.
Ich kaufte mir das Album damals eigentlich nur aus dem Grund, um selbst herauszufinden, was da wirklich dran war. Und ich wurde nicht enttäuscht. Im gesamten HardRock und Metal-Bereich hatte ich noch nie solch ein Mumpf- und Sumpf-Ding gehört, ein Metal-Klangbrei allererster Güte. Dass einige andere Musiker und Bands im Heavy-Bereich auf diesen Zug aufgesprungen sind und teils immer noch mitfahren, verstand ich nie.
Es war und ist mit ein Grund, dass ich danach mit diversen Metal-Spielrichtungen eigentlich gar nichts mehr anfangen konnte und mich auch davon verabschiedete.
Von daher komme ich auch mittlerweile kaum bis gar nicht mehr mit diesen Tricksereien in Berührung, sie sind mir ziemlich schnuppe.
Ich habe Death Magnetic seinerzeit über den CD Player in meinem Daihatsu gehört. Gut, kein Superklang. Zu Hause noch mal gehört! Ob Auto oder Anlage von NAD, das Ergebnis war das geiche.
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Während ich die Beiträge lese, höre ich via YouTube Spooky Tooth(The Mirror) mit dem OneOdio Kopfhörer. Ich weiß nicht, welche Quelle der Kanalbetreiber benutzt hat, aber ich fühle mich im Moment wie im Jahr 1974. Breite Bühne, klarer Bass, der Schlagzeuger ist auch präsent. Kurz, alles ist da wo es es gehört. Im Gegensatz zu mancher auf vermeintliche Höchstleistung getrimmte Aufnahme aus heutiger Zeit!
 

Jester.D

Aktives Mitglied
Vor einiger Zeit hat mir z.B. in einem anderen Forum mal jemand etwas von der remasterten Sgt. Pepper vorgeschwärmt. Ganz ehrlich? Die mag ich wie sie ist (war). Und wenn sie tausendmal besser klingen sollte - in dem Fall wäre natürlich zu sagen: Definiere besser. s.o.

edit: Die Sgt. Pepper muss ich dringend auch mal wieder hören... :oops:
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Vor einiger Zeit hat mir z.B. in einem anderen Forum mal jemand etwas von der remasterten Sgt. Pepper vorgeschwärmt. Ganz ehrlich? Die mag ich wie sie ist (war). Und wenn sie tausendmal besser klingen sollte - in dem Fall wäre natürlich zu sagen: Definiere besser. s.o.

edit: Die Sgt. Pepper muss ich dringend auch mal wieder hören... :oops:
Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band ist ein gutes Beispiel dafür, was nach wie vor falsch läuft.


CD-Version von 1987 - DR 11
CD-Remaster von 2009 - DR 10 - durchaus noch vertretbar, eine so geringe Absenkung des Werts kann auch einfach an erhöhtem Bass liegen
Remix von 2017 - DR 8 - da wird es dann schon kritisch, zumal ein Track sogar auf mickrige DR 6 gedrückt wurde. (Und bei dem hochauflösenden Stereomix auf Blu-Ray ist es dann schon etwas dämlich.)

Das ist aber auch ein gutes Beispiel für den Unterschied zwischen Steven Wilson und Giles Martin (oder so ziemlich jedem anderen Remixer). Wilson lässt die Dynamik intakt.

Besser weil subjektiv lauter. Den Loudness-War gab's übrigens schon im Soul der 60er Jahre. Und hier ging der Sieg ganz klar an Motown,da deren Songs für schlechtes Heimequipment optimiert wurden.
Das ist mir auch bewusst. Allerdings gab es damals ja noch keine digitalen Limiter und dementsprechend ist der Effekt auch nicht zu 100% vergleichbar. Mit dem Aufkommen von HiFi und CD in den 1970ern und 1980ern ging der Trend aber generell in Richtung besserer Klang. Steely Dan werden da gerne als herausragendes Beispiel genannt.

Natürlich kann Kompression auch ein künstlerisches Mittel sein, und Rockmusik lebt ja auch irgendwie davon, dass sie einen gewissen Druck aufbaut. Auf den einzelnen Spuren (besonders Bass, Gesang) braucht es die gleichbleibende Lautstärke sowieso.

Aber wenn durch viel Genres hinweg quasi derselbe "Standard" herrscht, dann ist das einfach nur nervig. Was Handylautsprecher, Autoradios etc. angeht: Warum kann man denn nicht einfach das DSP im Endgerät einbauen und es dem Hörer überlassen, wie viel Kompression er haben will?
 

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