Jethro Tull - alte Alben vs. Re-releases

Mike

Moderator
Teammitglied
Gefällt mir sehr gut erinnert an die schönen britischen Folk-Sachen der späten 60er/frühen 70er.
Welche Vergleiche würdest du genau ziehen? Mir gefällt das ganz gut, aber britischer Folk ist jetzt nicht unbedingt mein Spezialthema. Comus fallen mir gerade ein... Oder liege ich da komplett daneben?
 

moonmadness

Mitglied
An Tull denk ich dabei aber nicht.
Dito.

Ich denke ein ganz klein wenig an eine männliche Version von Marissa Nadler oder sowas, obwohl sie ist irgendwie "attraktiver" auch für meine Ohren^^... Na es gibt ja noch genug Witchcraft Fans. Der Heul-Gesang nervt mich total sorry. So singt Ian Anderson soweit ich es nachvollziehen kann nie. Der Pelander hat wohl auch echt viel Bobby Liebling gehört.
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Erstmal ganz generell, egal ob bei Tull oder anderen Bands: Ich bin da puristisch veranlagt und will die Platten so haben, wie sie vor 30, 40 oder 45 Jahren oder wann auch immer rausgekommen sind. Das Original ist eben das Original. Wenn da klangliche Schwächen dazugehören, weil sie dem damaligen Stand der Technik oder sonstigen Gründen (Producer hinterm Mischpult eingeschlafen, was weiß ich) geschuldet sind, dann ist das eben so.

Natürlich gab es auch damals schon Platten, die klangtechnisch derart exzellent betreut wurden, dass aus meiner Sicht eine Neubearbeitung sowieso ziemlich bizarr wäre - beispielsweise quasi sämtliche Produktionen von Martin Birch (Deep Purple, Blue Öyster Cult, Whitesnake, Black Sabbath, Iron Maiden, MSG, Fleetwood Mac etc.), die nahezu unübertroffen und bis heute für mich beispielhaft und state of the art sind.

So oder so sind sie aber allesamt Zeitdokumente und die transportieren für mich durch Ihr ursprüngliches so-sein eben auch die entsprechende Atmosphäre und das Flair zum Zeitpunkt der Aufnahme. Klar kann man heute durch Remastering in manchen Fällen beeindruckende Resultate rausholen und es kann auch durchaus mal interessant sein, da reinzuhören und mit dem Original zu vergleichen, aber letztlich brauch ich das aus genannten Gründen nicht wirklich. Ich ziehe prinzipiell das Original konsequent vor, mit allem was dazugehört. Bei der Mona Lisa käme ja auch niemand auf die Idee, nachträglich was am Bild zu verändern...

Abgesehen davon sind Jethro Tull zwar ganzjährig ein Thema für mich, aber auch für mich entfaltet ihre Musik im Herbst oder Winter einen ganz besonderen Reiz. ;-)
Ich denke der Mona-Lisa-Vergleich ist sehr daneben. Es geht nicht darum, etwas zu "verändern" (wie z.B. die missglückten Genesis-Remixe), sondern nur darum, den Sound so klingen zu lassen, wie er auch im Studio ursprünglich war, bevor viele Nuancen im Mix untergegangen sind. Wilson vergleicht seine Arbeit mit der Restaurierung der Sixtinischen Kapelle. "Clean up" ist ein Wort, das da oft fällt. Auch "gleam" (also "glänzen"). Es geht darum, die Originale heller strahlen zu lassen - nicht darum, sie nachträglich dem Zeitgeist anzupassen. Und Wilson kennt die Alben, er weiß, wie sie zu klingen haben.
 

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