Jäger und Sammler

Andie Arbeit

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Am vergangenen Samstag brachte ich u.a. eine Nana Mouskouri-LP vom wöchentlichen Flohmarktbesuch mit nachhause, „Nana Mouskouri singt...“, Philips 6399398.
Ich höre und sehe förmlich, wie manch einer die Hände über den Kopf schlägt und voller Entsetzen feststellt: Oh Gott (oder wer auch immer), was ist denn in den gefahren; Nana Mouskouri, ich fass´ es nicht.
Doch wenn man sich etwas näher mit Nana Mouskouri befasst, stellt man fest, dass es nicht unbedingt diese Schlagerschnulzen sind, die aus dieser Frau eine gute und bekannte Sängerin gemacht haben. Ganz bestimmt bin auch ich nicht über die Schlagerschnulzen zu mehreren Mouskouri-LPs und CDs gekommen. Schon allein diese Flohmarktmitnahme hat einige Songs die aufhorchen lassen. Gut ein Cover von James Taylor überrascht weniger, ein Cover von Kate McGarrigle schon etwas mehr, doch ein Cover von Townes van Zandt läßt aufhorchen. Allerdings konnte auch Townes van Zandt richtig schöne und herzergreifende Schnulzen.
Nana Mouskouri selbst sieht als ihre Vorbilder u.a. Ella Fitzgerald, Billie Holiday, ja, sie hatte stets eine Schwäche für den Jazz. In den 1960ziger Jahren öffnete ihr Quincy Jones die Türen zum amerikanischen Markt, wodurch auch Harry Belafonte auf sie aufmerksam wurde. Die Folge war ein ganz starkes Album aus dem Jahre 1966 „An Eveing with Nana Mouskouri & Harry Belafonte“ Zu diesem Zeitpunkt trällerte man in Deutschland bereits seit Jahren ihre „Weißen Rosen aus Athen“. Auch wenn diese Schlagermucke nicht so wirklich mein Ding ist, muss man feststellen, dass Mouskouri gemeinsam mit Paul Kuhn eine wirklich schöne jazzige Nummer von diesem Song einspielte.
Nana Mouskouris Diskographie hat einen gigantischen Umfang und ist fast unüberschaubar. Okay, es wird Fans geben, die den genauen Überblick haben, doch dazu zähle ich wirklich nicht, doch möchte ich es an dieser Stelle nicht versäumen, einige Tipps zu geben, die wirklich hörenswert sind.

Da ist zunächst einmal das Album „Rendez Vous“ (Nana Mouskouri & Friends). Dieses Album wurde zweimal aufgelegt. In Blau für den internationalen Markt, in Rot für den deutschen Markt. Die Alben unterscheiden sich nur marginal, doch ist auf dem „roten Album“ Neil Youngs „After the Gold Rush“ nicht enthalten. Das Album „Passport“ enthält ebenfalls schöne Coverversionen. Besonders gut gefällt mir „Seasons in the sun“. Dann haben wir da noch „Hollywood“ (Great songs from the movies“ mit Songs wie „The windmills of your mind“, „As time goes by“ und zwei Duets mit Harry Belafante. Im Jahre 2018 wurde die Kompilation „Athens Berlin Paris New York“ veröffentlicht. Diese Kompilation enthält Songs aus den Jahren 1959 bis 1962 und ist ein Album, welches ich wirklich nur empfehlen kann. Der absolute Kracher ist aber das Album „Nana Mouskouri in New York“. Dieses Album ist aus den 1960ziger Jahren und ein Produkt der bereits erwähnten Zusammenarbeit mit Quincy Jones, typischer sechziger Jahre Sound, viel Hall, viel getragener Herz-Schmerz, dabei unheimlich intensiv, unter die Haut gehend. Das Album ging bei der Erstveröffentlichung komplett unter, weil da in Deutschland niemand die „richtige“ Seite von Nana Mouskouri hören wollte, gefragt waren da, naja die Schlagerdinger. Gut 30 Jahre später war die Sache gänzlich anders, da wurde das Album in bundesrepublikanischen Breiten zu einem gefragten Werk. 2017 erschien eine Doppel-LP, eine LP enthält dieses Werk „The girl from greece sings“.

Unterschlagen möchte ich in diesem Zusammenhang nicht, dass Nana Mouskouri 2018 nochmals eine LP veröffentlichte. Allerdings habe ich zu den Coverversionen von „Forever young“ ein sehr ambivalentes Verhältnis. Da sind einige wirklich starke Coverversionen, doch mit 83 Jahren hatte Nana Mouskouri nicht mehr die Stimme, wie einige Dekaden vorher. Wenngleich zwischen CD und LP deutliche qualitative Unterschiede feststellbar sind (die CD kommt nicht annähernd an den Sound der LP) so ist die CD für wirklich kleines Geld zu bekommen und ein durchaus interessantes Tondokument für jede Sammlung.
 

Andie Arbeit

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Fette Pakete
Vor einigen Tagen erhielt ich eine Anfrage, ob ich die LP-Box „Golden Super Stars“ (Warner, WEA 68016) besitzen würde.
Tatsächlich habe ich einige „fette Pakete“ doch dieser Dreierpack steht nicht, also noch nicht, in meiner Sammlung, doch das Teil klingt wirklich ausgezeichnet. Eine tolle Zusammenstellung und ich habe sofort eine Bestellung getätigt und bei mir mal einige Pakete aus dem Regal gezogen.
Über „Superstars of the 70´s“ (Warner Special Products) hatte ich bereits gesondert berichtet. Heute habe ich mit dann „Pop History“ (Philips 27550-3) raus geholt. Die Box besteht aus fünf Langspielplatten, also insgesamt zehn LP-Seiten. Neun LP-Seiten sind jeweils einem Künsterler/Band gewidmet: Dave Dee,Dozy, Beaky, Mick & Tich, Aphrodite´s Child, Johnny Halliday, Fats Domino, Shocking Blue, The Beatles, The Walker Brothers, The Rattles, Manfred Mann. Seite acht beinhaltet Titel von The Rivets, The Searchers, The Nice, The Berman Bonds, The Faces. Solche Sachen machen hin und wieder richtig Spaß und sind für kleines Geld auf Flohmärkten und natürlich bei Discogs erhältlich.
Ein ähnliches Konzept verfolgt eine Box von EMI Electrola (27459-7). Hier sind es ebenfalls fünf LPs, allerdings ist jeweils eine LP einem Künstler gewidmet. Mit dabei sind: The Mamas & Papas, The Hollies, The Dave Clark Five, The Animals und Herman´s Hermits.
Auch bei diesem Paket handet es sich um beliebte und günstige Flohmarktware.
Ein letztes Paket, welches ich noch erwähnen möchte, ist Pop History von Sonocord (27104-9) aus dem Jahre 1976. Die Box beinhaltet eine illustre und bunte Mischung an Pop- und Beatklamotten. Das Ganze ist nach Jahrgängen geordnet, LP1: 1958-63, LP2: 1964-66, LP3: 1966-69, LP4: 1969-72, LP5: 1972-75. Dazu ein Booket, mit Infos zu den einzelnen Jahrgängen. Beispiel gefällig:
1967: Das erste Farbfernsehen in Europa (nach PAL-System) startet auf der 25. Funkausstellung in Berlin durch Knopfdruck Außenminster Brandts. Auch hier gilt: Augen auf, bei euren Flohmarktbesuchen...​
 

Andie Arbeit

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Golden Super Stars
Vor einigen Tagen erhielt ich eine Anfrage: „Hast du die Warner-LP-Box Golden Super Stars“. Hatte ich nicht, habe mich dann aber mal damit beschäftigt und nun ist das Ding da.
Warner veröffentlichte 1977 diese 3-LP-Box und blickte in einer überragenden Zusammenstellung auf die Highlights der Labels „Warner“, „Elektra“ und Atlantic“. Jede LP ein Label mit jeweils zehn Songs, eine Zusammenstellung der Extraklasse: Doobie Brothers, Fleetwood Mac, James Taylor, Rod Stewart, Alice Cooper, George Benson, Frank Zappa, Eagles, Carly Simon, Linda Ronstadt, Jackson Browne, Harry Chapin, Doors, Judy Collins, Aretha Franklin, Jan Akkerman, Roberta Flack. Dazu noch einige etwas weniger bekannte Songs und Interpreten, die aber diesen Aha-Effekt auslösen.
Das Album ist richtig fein gemacht, okay etwas bunt und poppig, doch so waren die 70er.. Abgebildet sich sämtliche LP-Cover der Werke, denen der jeweilige Song entnommen wurde.
Nun das Beste: Die drei LPs sind in einer hervorragenden Qualität. Ich habe das Teil über discogs gekauft und (muss es hier einmal sagen) zwei Euro plus Versand dafür bezahlt. Der Preis ist mehr als fair, nee, eigentlich ist der Preis für diese Zusammenstellung ein Witz, doch tatsächlich verhält es sich nun einmal so, dass Sampler absolut keinen Wert haben. Ich sage es offen; Sampler sind (aus Sicht eines Sammlers) Schrott!! Trotzdem, mir machen die Dinger richtig Spaß, doch aufgepasst, da gab es auch LPs, die hatten zwei oder drei gute Songs und der Rest war wirklich Mist. Hier ist es anders und es gibt verdammt viele gute Sampler, die für ganz, wirklich ganz kleines Geld im Internet und auf Flohmärkten zu bekommen sind. Oftmals kann man sich sogar wenig bis ungespielte Platten ins Haus holen.
Klar, das Gros streamt heute die Musik, doch streamen ist halt konsumieren und nicht kaufen und schon gar nicht sammeln. Darüber hat der gestreamte Sound mit einem guten Stereosound nichts zu tun. Okay, ich schweife ab und werde mich an anderer Stelle noch einmal ausgiebig über die Leidenschaft „Vinyl“ auslassen. Hier geht es um Sampler im allgemeinen und spezial um „Golden Super Stars“ (WEA 68 016) und dieses Ding ist ein Hammer.
 

DerGrobeWestfale

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Eigentlich wollte ich um 1986 herum mit dem jagen und Geld scheffeln aufhören. Es gab kaum einen Keller, Dachboden oder Flohmarkt wo ich nicht fündig wurde und dann über den Oldie Markt mein schmales Einkommen verbesserte. Ich schlüre nichts ahnend über den Flohmarkt gegenüber der Uni, ein paar kleine Krabben und eine Kiste mit LPs. Heute ist mein Glückstag! Was wollt ihr für die LP haben? 50 Pfenning. Hier habt ihr `ne Mark! Das Cover etwas wellig, hinten ein paar Bemerkungen zu den Titeln. Vorsichtig mit G+/W eingestuft, ein paar Tage später über den Erlös von 100DM gefreut!
 

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