Jäger und Sammler

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Zu meinen Jagdrevieren gehörten immer die Plattenbörsen. Meine Lieblingsbörse fand immer in der Halle Münsterland statt. Das war für mich so eine Art "Musik-Sammler-Mekka". Die gesamte Atmosphäre und die vielen unterschiedlichen Gleichgesinnten wurden an den Plattenständen zu meist friedlich ausgelegten Konkurrenten. Und dennoch gab es immer Zeit für ein Pläuschchen mit den Händlern und den anderen Sammlern. Jeder mit seiner Jutetasche in der einen Hand und mit der anderen, inzwischen etwas schmuddeligen Suchhand, bei der Schatzsuche. Der Duft von Knoblauch, Patschuli, Schweiß, und der Alkoholfahne vom Vortag waren zwar ein kleines Handicap, aber die Spannung nach dem nächsten großartigen Fang überwog. Ich möchte diese Erlebnisse nicht missen. Infolge meiner Behinderung liegt der letzte Besuch leider schon einige Jahre zurück. Aber gerne denke ich hieran noch zurück.
Stimmt, Halle Münsterland! Dann noch die größte Schallplattenbörse der Welt in den Niederlanden. Da war Verzichten manchmal mehr als notwendig, dass Auto nach Hause schieben wollte ich nicht!
 

Warren

Aktives Mitglied
Ok und ich war immer nur absolut nach meiner Musik auf irgendwelchen Flohmärkten
oder Schallplattenbörsen unterwegs, aber ich kenne auch Leute die ganze Schallplatten
Sammlung kaufen und dann wieder bei E-Bay die einzel Album mit erfolg verkaufen.
 

Senfei

Aktives Mitglied
Hat ja auch mit sammeln zu tun, schaut es Euch mal an .
Ich finde es sehr ernüchtern , vor allem um den Geld Umsatz.


Eine interessante Statistik der Tonträgerentwicklung.
Bei mir spielte damals neben Plattenspieler und Kassettendeck auch noch das gute alte Tonbandgerät eine Rolle, erst das ZK147, dann das Tesla B116. Laaang ist's her und taucht hier gar nicht mehr auf in der Statistik.

Unitra-ZK-147 - Kopie.jpg Tesla B116.JPG
 
Zuletzt bearbeitet:

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Eine interessante Statistik der Tonträgerentwicklung.
Bei mir spielte damals neben Plattenspieler und Kassettendeck auch noch das gute alte Tonbandgerät eine Rolle, erst das ZK147, dann das Tesla B116. Laaang ist's her und taucht hier gar nicht mehr auf in der Statistik.

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Wobei Geräte aus CSSR oder DDR Produktion(um nur 2 Länder zu nennen), eine eher untergeordnete Rolle spielten. So viel wurde davon auch nicht exportiert!
 

Senfei

Aktives Mitglied
Wobei Geräte aus CSSR oder DDR Produktion(um nur 2 Länder zu nennen), eine eher untergeordnete Rolle spielten. So viel wurde davon auch nicht exportiert!
Mangels familiärer Beziehungen in den Westen oder entsprechender Devisen gab es für mich auch keine großen Alternativen zu den Geräten aus Polen oder der CSSR etc., war aber auch ganz zufrieden damals.
 

Warren

Aktives Mitglied
Sehr interessant und so rum kann man das auch sehen, denn ich habe das meiste von meiner
Musik vor Ebay und Discogs kennengelernt und bin eigentlich nur noch bei den alten Sachen bei
der Lückenfüllung unterwegs oder sonst bei den für mich immer sehr wichtigen neu Entdeckung.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Ok und ich war immer nur absolut nach meiner Musik auf irgendwelchen Flohmärkten
oder Schallplattenbörsen unterwegs, aber ich kenne auch Leute die ganze Schallplatten
Sammlung kaufen und dann wieder bei E-Bay die einzel Album mit erfolg verkaufen.
Wie ich schon erwähnte, auch ich kaufe komplette Sammlungen. Da bleibt es nicht aus, dass einige Scheiben doppelt und dreifach ins Haus kommen. Diese verkaufe ich dann tatsächlich über ebay zu wirklich fairen Preisen, doch dies ist ein mühsames Geschäft, zeitintensiv und aufwendig. Und dann bleibt ein Rest, der wirklich nur verramscht werden kann. Aktuell habe ich in Kisten ca. 1000 LPs mit denen ich dringend auf den Flohmarkt müsste, doch die aktuelle Lage macht da noch einen Strich durch. Und dann ist da auch dieses Kisten schleppen und meine Bandscheibe...
 

Jester.D

Alter Hase
Mangels familiärer Beziehungen in den Westen oder entsprechender Devisen gab es für mich auch keine großen Alternativen zu den Geräten aus Polen oder der CSSR etc., war aber auch ganz zufrieden damals.
War bei mir ganz genauso, aber ich war mit meinem Tesla B54, dass ich mir mit dem Geld meiner Ferienarbeit (war in den Sommerferien zwei Wochen im Betrieb, wo mein Vater Monteur war, und hab da mit Trafos verkabelt) kaufen konnte, sehr zufrieden. Nein, ich war sehr glücklich.

Sich etwas selber zu erarbeiten und anschließend darüber stolz und glücklich zu sein - das erlebe ich heute leider nur noch sehr selten.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Flohmarkt2.jpg
Seit einigen Wochen bin ich dabei, meine Plattensammlung deutlich zu verkleinern. Einerseits benötige ich Platz für neue Anschaffungen, andererseits will ich auch tatsächlich etwas verkleinern, dabei künftiger gezielter sammeln. Obwohl, "sammeln" trifft es nicht.
Beispiel: Ich besitze von Led Zeppelin sämtliche Werke in bester 180 Gramm Neupressung. Die ganzen alten Sachen benötigte ich nicht mehr. Ein "echter" Sammler wäre stolz drauf. Oder nehmen wir "Camel", ich höre mir die LPs wirklich nicht an.
Binnen zwei Monate ließen sich über Ebay ca. 500 LPs wirklich gut verkaufen (trotz der hohen Nebenkosten).
Am vergangenen Samstag war ich bei bestem Wetter auf einem proppenvollen Mainzer Flohmarkt. Die Bilanz war ziemlich ernüchternd. Ich bin mit knapp 1.000 LPs, einigen Singles und CDs angereist, hatte relativ hohe Standgebühren zu zahlen, war neben einem zweiten LP-Stand der einzige Vinyl-Anbieter, doch der Verkauf lief zäh. Knapp 150 LPs wurde ich auf diesem Weg los.
In der Analyse muss ich mir die Frage nach dem Warum stellen. Okay, mir war klar, dass Sampler und Klassik so niemand wirklich will, doch dies war nicht der Punkt.
Tatsache war, dass die Menschen sich meinen Kram nicht mal angeschaut haben, sie gingen vorbei. Gefragt waren Klamotten. Der so oft gepriesene Run nach dem Vinyl war hier nicht festzustellen. Selbst ein neugieriges wühlen in meinen Kisten fand nicht statt. Die verkauften 150 LPs gingen gefühlt an vier bis fünf Besucher.
Fazit für mich:
Hohe Standgebühren und vor allen Dingen die körperliche Anstrengung des Kisten schleppen, werden bei mir dafür sorgen, dass ich Flohmärkte als Anbieter künftig meide und meinen Verkauf übers Internet fortsetze oder ganz einstelle, da ich auch einsehen muss, dass eben nicht alles zu Verkaufen ist. So schmerzlich es auch ist, trotz Wertschätzung gegenüber dem Vinyl und trotz aller Überlegungen der Nachhaltigkeit wird Vieles in der Tone landen...
 

Marifloyd

Inventar
Anhang anzeigen 14501
Seit einigen Wochen bin ich dabei, meine Plattensammlung deutlich zu verkleinern. Einerseits benötige ich Platz für neue Anschaffungen, andererseits will ich auch tatsächlich etwas verkleinern, dabei künftiger gezielter sammeln. Obwohl, "sammeln" trifft es nicht.
Beispiel: Ich besitze von Led Zeppelin sämtliche Werke in bester 180 Gramm Neupressung. Die ganzen alten Sachen benötigte ich nicht mehr. Ein "echter" Sammler wäre stolz drauf. Oder nehmen wir "Camel", ich höre mir die LPs wirklich nicht an.
Binnen zwei Monate ließen sich über Ebay ca. 500 LPs wirklich gut verkaufen (trotz der hohen Nebenkosten).
Am vergangenen Samstag war ich bei bestem Wetter auf einem proppenvollen Mainzer Flohmarkt. Die Bilanz war ziemlich ernüchternd. Ich bin mit knapp 1.000 LPs, einigen Singles und CDs angereist, hatte relativ hohe Standgebühren zu zahlen, war neben einem zweiten LP-Stand der einzige Vinyl-Anbieter, doch der Verkauf lief zäh. Knapp 150 LPs wurde ich auf diesem Weg los.
In der Analyse muss ich mir die Frage nach dem Warum stellen. Okay, mir war klar, dass Sampler und Klassik so niemand wirklich will, doch dies war nicht der Punkt.
Tatsache war, dass die Menschen sich meinen Kram nicht mal angeschaut haben, sie gingen vorbei. Gefragt waren Klamotten. Der so oft gepriesene Run nach dem Vinyl war hier nicht festzustellen. Selbst ein neugieriges wühlen in meinen Kisten fand nicht statt. Die verkauften 150 LPs gingen gefühlt an vier bis fünf Besucher.
Fazit für mich:
Hohe Standgebühren und vor allen Dingen die körperliche Anstrengung des Kisten schleppen, werden bei mir dafür sorgen, dass ich Flohmärkte als Anbieter künftig meide und meinen Verkauf übers Internet fortsetze oder ganz einstelle, da ich auch einsehen muss, dass eben nicht alles zu Verkaufen ist. So schmerzlich es auch ist, trotz Wertschätzung gegenüber dem Vinyl und trotz aller Überlegungen der Nachhaltigkeit wird Vieles in der Tone landen...
Interessanter Bericht. Wäre ich da gewesen, ich hätte sehr gerne "gewühlt" und bestimmt auch etwas gefunden. :)
 

Flossensauger

Mitglied
Hm, ich kaufe im dreistelligem Bereich monatlich Tonträger, gerne gebraucht. Vor Corona war ich im Sommerhalbjahr jeden Samstag und Sonntag los. Händler, die es für nicht nötig erachten ihre Kisten aufzubocken oder auf eine Tisch zustellen ignoriere ich mittlerweile. Zum einem wegen meinem Kreuz, zum anderen merkt man daran sehr schnell, wie wichtig ihnen ihre eigene Ware ist. Und Sampler/Klassik Konvolute erkennt man sehr schnell auch mit einem Blick. Die interessieren mich sowieso nicht.
 

passionplayer

Aktives Mitglied
Anhang anzeigen 14501
Seit einigen Wochen bin ich dabei, meine Plattensammlung deutlich zu verkleinern. Einerseits benötige ich Platz für neue Anschaffungen, andererseits will ich auch tatsächlich etwas verkleinern, dabei künftiger gezielter sammeln. Obwohl, "sammeln" trifft es nicht.
Beispiel: Ich besitze von Led Zeppelin sämtliche Werke in bester 180 Gramm Neupressung. Die ganzen alten Sachen benötigte ich nicht mehr. Ein "echter" Sammler wäre stolz drauf. Oder nehmen wir "Camel", ich höre mir die LPs wirklich nicht an.
Binnen zwei Monate ließen sich über Ebay ca. 500 LPs wirklich gut verkaufen (trotz der hohen Nebenkosten).
Am vergangenen Samstag war ich bei bestem Wetter auf einem proppenvollen Mainzer Flohmarkt. Die Bilanz war ziemlich ernüchternd. Ich bin mit knapp 1.000 LPs, einigen Singles und CDs angereist, hatte relativ hohe Standgebühren zu zahlen, war neben einem zweiten LP-Stand der einzige Vinyl-Anbieter, doch der Verkauf lief zäh. Knapp 150 LPs wurde ich auf diesem Weg los.
In der Analyse muss ich mir die Frage nach dem Warum stellen. Okay, mir war klar, dass Sampler und Klassik so niemand wirklich will, doch dies war nicht der Punkt.
Tatsache war, dass die Menschen sich meinen Kram nicht mal angeschaut haben, sie gingen vorbei. Gefragt waren Klamotten. Der so oft gepriesene Run nach dem Vinyl war hier nicht festzustellen. Selbst ein neugieriges wühlen in meinen Kisten fand nicht statt. Die verkauften 150 LPs gingen gefühlt an vier bis fünf Besucher.
Fazit für mich:
Hohe Standgebühren und vor allen Dingen die körperliche Anstrengung des Kisten schleppen, werden bei mir dafür sorgen, dass ich Flohmärkte als Anbieter künftig meide und meinen Verkauf übers Internet fortsetze oder ganz einstelle, da ich auch einsehen muss, dass eben nicht alles zu Verkaufen ist. So schmerzlich es auch ist, trotz Wertschätzung gegenüber dem Vinyl und trotz aller Überlegungen der Nachhaltigkeit wird Vieles in der Tone landen...
Das Flohmarktpublikum ist doch ein gänzlich anderes, als auf einer Plattenbörse, ich habe früher auf beiden Lokalitäten verkauft, wobei auf den Börsen immer ein höherer Umsatz erzielt wurde. Es ist aber auch Tatsache, das über das Internet so viel verkauft wird, das sich solche Veranstaltungen kaum noch lohnen. Schnäppchen macht man dort als Kunde kaum mehr.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Das Flohmarktpublikum ist doch ein gänzlich anderes, als auf einer Plattenbörse, ich habe früher auf beiden Lokalitäten verkauft, wobei auf den Börsen immer ein höherer Umsatz erzielt wurde. Es ist aber auch Tatsache, das über das Internet so viel verkauft wird, das sich solche Veranstaltungen kaum noch lohnen. Schnäppchen macht man dort als Kunde kaum mehr.
Stimme ich in vollem Umfang zu. Auf dem Flohmarkt habe ich für Rory Gallagher-LPs 2,50 - 3,00 erhalten. David Bowie "Diamond Dogs" habe ich für 4,00 € abgegeben. (sämtliche LPs VG).
Im Internet habe ich gerade für EAV "Café passé" einen richtig guten Verkaufserlös erzielt...
Flohmarkt als Verkäufer war für mich eine einmalige Erfahrung, die ich nicht wiederholen werde. Im Internet habe ich für diesen Monat mein Kontingent erschöpft und dort mache ich jetzt im September weiter. Dann gehen noch einmal 300 LPs weg und danach habe ich dann für neues Material wieder Platz...
 

passionplayer

Aktives Mitglied
Stimme ich in vollem Umfang zu. Auf dem Flohmarkt habe ich für Rory Gallagher-LPs 2,50 - 3,00 erhalten. David Bowie "Diamond Dogs" habe ich für 4,00 € abgegeben. (sämtliche LPs VG).
Im Internet habe ich gerade für EAV "Café passé" einen richtig guten Verkaufserlös erzielt...
Flohmarkt als Verkäufer war für mich eine einmalige Erfahrung, die ich nicht wiederholen werde. Im Internet habe ich für diesen Monat mein Kontingent erschöpft und dort mache ich jetzt im September weiter. Dann gehen noch einmal 300 LPs weg und danach habe ich dann für neues Material wieder Platz...
Die Zeiten für privaten Vinyl Verkauf werden nicht einfacher. Gerade bei discogs, eBay und auf Börsen werden Platten zu unfassbaren Mondpreisen angeboten, die keiner, der ein wenig Ahnung hat, kaufen wird. Ich frage mich manchmal, warum die Leute dafür so viel Kohle haben wollen und zu 99% darauf sitzenbleiben.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Selbst stelle ich bei mir ebenfalls fest, dass die früher vorhandene Leidenschaft nach dem Stöbern auf Flohmärkten total nachgelassen hat. Heute kaufe ich mir lieber Neuware und erfreue mich hieran.
Allerdings gibt es in Deutschland Flohmärkte, die eine richtige Fundgrube für Sammler sind. Eine Fachzeitschrift für Vinyl stellt sogar immer mal wieder ganz spezielle Märkte dieser Art vor.
Auch ich habe in Frankfurt am Main auf diversen Flohmärkten bereits richtig tolle Sachen gefunden.
Für mich hatte diese Aktion aber auch etwas Gutes. Ich bin meine Sammlung nochmals komplett durch gegangen, habe über mehrere Tage nochmals neu geordnet, hatte dabei jede LP in der Hand und mir nochmals ein Bild gemacht. Die Platten, von denen ich mich trennen möchte, habe ich in Kisten verpackt. Diese Platten werde ich nun zum Teil nach und nach verkaufen aber auch verschenken.
Selbst werde ich natürlich weiter sammeln, doch deutlich gezielter.
 

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