Jäger und Sammler

Warren

Aktives Mitglied
Interessante Geschichte von dir und ich habe damals in den Achtziger die guten
alten LP die hier immer wieder eingestellt werden auf Schallplattenbörsen,
Flohmärkten und kostenlosen Anzeigen als originale gekauft. Teilweise super erhaltene
LP und ich vermutet mal das die vorher noch nie gespielt wurden und das für 2 DM gekauft.
Auf einer von vielen damaligen Privat LP Auktion habe ich mich mal auf einhundert DM hoch
schaukeln lassen, aber sonst habe ich das nicht gemacht. Ich habe eher die regionalen unterscheide
genutzt und die um die Preise überschaubar zu halten damit ich mehr LPs kaufen kann.

z.b.
Im Grünspan haben die immer ein paar richtig gute Songs gespielt und die waren hier dann auch
richtig teuer und in einer anderen Regionen, weil die Musik da nicht unbekannt war, waren die LPs
bezahlbar und dann habe ich die da gekauft :) .
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Eine andere Geschichte war die eines Studenten der dachte, dick ins Geschäft einsteigen zu können. Nur dumm, dass er sich über mögliche Verkaufsquellen keine Gedanken gemacht hatte. Durch einen Arbeitskollegen ist er auf mich aufmerksam geworden.
"Nur Singles?"
"Ja"
"Menge und ungefährer Zeitraum?"
"Ca. 800, bunt gemischt"
Hin und schauen. Nach der 4. Kiste war mir klar, dass es hier bestimmt um mehr als 1000 geht. Durchaus interessant inklusive Schwund. 500DM und ich nehme alle. Zuhause sortiert und jetzt kommt der Zufall ins Spiel. Es gab damals ein kleines Fanzine für Sammler und da schickte mir jemand seine Wunschliste. Im Laufe der Wochen hat der dann ca. 700 Singles gekauft, den Rest habe ich beim 2nd Hand Händler verhökert. Das der kurz danach den Laden zugemacht hatte war aber nicht meine Schuld.
Selber habe ich bei Raritäten immer abgewartet und auf Zufälle gewartet. Hat meistens auch funktioniert.
 

Warren

Aktives Mitglied
Eine kleine Geschichte habe ich auch noch und es geht die dritte Schallplatte
von der Band Mandingo und die LP Mandingo - III. Die LP habe ich mir damals so
Mitte/Ende der 70iger im einem bekannten und grossen Schallplattenladen gekauft
und Zuhause festgestellt das die Schallplatte an einer stelle spring und die
Schallplatte habe ich sofort wieder zurück gebracht und auch gleich eine
andere neuen LP bekommen, aber die springt leider an der gleichen stelle.
Die LP habe ich auch wieder zurückgebracht und das war leider die letzte LP von
der Band, aber der Verkäufer sagte mir das er in der nächste Woche eine neue
Lieferung bekommt und dann kann ich eine neue LP bekommen. Super und gewartet:(.

Von da an hatte ich ca. 30ig Jahr lang nicht mehr die Möglichkeit die LP zu
kaufen so das ich dann ein Freund überredet habe mir seine Mandingo III
zu verkaufen, damit ich endlich meine Lücke in der Sammlung geschlossen habe :) .
 

Fenimore

Aktives Mitglied
Hat ja auch mit sammeln zu tun, schaut es Euch mal an .
Ich finde es sehr ernüchtern , vor allem um den Geld Umsatz.

Wie es scheint sind es US-Angaben. DE ist da etwas anders, die Richtung passt in etwa. Witzig ist, dass zeitweise Klingeltöne 10% des Umsatzes ausgemacht haben.
Der Markt in DE beträgt ca. 1,7 Mrd.€. Werden diese korrekt verteilt, könnten viele Künstler davon leben.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Lumineers.jpgBuddy Guy.jpg

Das samstägliche Bummeln über diverse Flohmärkte im Rhein-Main-Gebiet und der damit verbundenen Suche nach kleinen Schätzen unentdeckten Vinyls in irgendwelchen muffigen Kellerkisten fehlt mir schon. Da die Plattenläden coronabedingt ebenfalls geschlossen sind, kam ich heute auf die Idee, einen Markt aufzusuchen, der neben Lebensmittel und Drogeriebedarf auch über eine kleine Plattenabteilung verfügt. Man sah die ansonsten kleine aber feine Plattenabteilung kläglich aus. Die Regale waren leer. Lediglich zwei Kisten waren mit LPs gefüllt, wohl der Rest. Also nahm ich zumindest die Buddy Guy & Junior Wells LP (weißes Vinyl) "Drinkin' TNT 'N' Smokin' Dynamite" und The Lumineers "III" mit.
Nach Monaten mal wieder in einer Plattenkiste gekramt, etwas heraus genommen, mit LPs unterm Arm zur Kasse gegangen, bezahlt und zuhause ausgepackt... Schön, doch Flohmarktfeeling, langes suchen, in Kisten wühlen und dann irgendwie fündig werden, ist nochmal etwas anderes.
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Auch wenn ich seit etlichen Jahren nicht mehr in ranzigen Kisten, Ratten verseuchten Kellern oder bei armen Studenten auf der Suche nach dem schwarzen runden Gold bin, dass Gefühl das im vorherigen Post geschildert wurde, kann ich sehr gut nachvollziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Auch wenn ich seit etlichen Jahren nicht mehr in ranzigen Kisten, Ratten verseuchten Kellern oder bei armen Studenten auf der Suche nach dem schwarzen runden Gold bin, dass Gefühl das im vorherigen Post geschildert wurde, kann ich sehr gut nachvollziehen.
Ja, ich gebe zu, man muss schon wissen, wo man selbst die Grenze zieht, was ist noch wieder in Ordnung zu bringen? Verdreckte Sachen gehen, Schimmel geht gar nicht. Sind die Platten noch zu reinigen, denn sich absoluten Müll ins Regal zu stellen, macht ja auch keinen Spaß.
Die Kehrseite sieht allerdings so aus, dass ich bereits mehrfach kleinere gut sortierte Sammlungen in einer Stückzahl von 100 bis 1.500 zu fairen Preisen aufkaufen konnte, mehrfach wurden mir sogar Sammlungen geschenkt und ins Haus gebracht.
Ich kenne allerdings auch noch einige Haushalte, in denen kleine Sammlungen schlecht archiviert auf dem Speicher oder im Keller stehen und die aktuellen Besitzer:Innen sich noch nicht dazu entschließen konnten, die Scheiben abzugeben.
Irgendwann wird das Sammeln dann auch zu einem kleinen Problem, wenn das vorhandene Platzkontigent erschöpft ist...
 

Warren

Aktives Mitglied
@Andie:

sehr gut Beschriebung und wie schon weiter oben geschreiben habe ich früher sehr oft mit viel erfolg
sehr gute Flohmärkte Schätze gekauft, aber leider ist die Amortisation für mich nicht mehr so gut.
 

Marifloyd

Inventar
Zu meinen Jagdrevieren gehörten immer die Plattenbörsen. Meine Lieblingsbörse fand immer in der Halle Münsterland statt. Das war für mich so eine Art "Musik-Sammler-Mekka". Die gesamte Atmosphäre und die vielen unterschiedlichen Gleichgesinnten wurden an den Plattenständen zu meist friedlich ausgelegten Konkurrenten. Und dennoch gab es immer Zeit für ein Pläuschchen mit den Händlern und den anderen Sammlern. Jeder mit seiner Jutetasche in der einen Hand und mit der anderen, inzwischen etwas schmuddeligen Suchhand, bei der Schatzsuche. Der Duft von Knoblauch, Patschuli, Schweiß, und der Alkoholfahne vom Vortag waren zwar ein kleines Handicap, aber die Spannung nach dem nächsten großartigen Fang überwog. Ich möchte diese Erlebnisse nicht missen. Infolge meiner Behinderung liegt der letzte Besuch leider schon einige Jahre zurück. Aber gerne denke ich hieran noch zurück.
 

Waldmeister

Alter Hase
Auch wenn ich seit etlichen Jahren nicht mehr in ranzigen Kisten, Ratten verseuchten Kellern oder bei armen Studenten auf der Suche nach dem schwarzen runden Gold bin, dass Gefühl das im vorherigen Post geschildert wurde, kann ich sehr gut nachvollziehen.
der junge grobi im heldenhaften kampf gegen die heimtückischen nager... diese vorstellung hat echt was.
 

Warren

Aktives Mitglied
Auch wenn ich seit etlichen Jahren nicht mehr in ranzigen Kisten, Ratten verseuchten Kellern oder bei armen Studenten auf der Suche nach dem schwarzen runden Gold bin, dass Gefühl das im vorherigen Post geschildert wurde, kann ich sehr gut nachvollziehen.
Sehr interessant so sehen wie so die Prioritäten verteilt sind, denn der eine (wie ich)
will nur einfach gewinnen und schafft das meist auch und andere sehen da kein erfolg.
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Sehr interessant so sehen wie so die Prioritäten verteilt sind, denn der eine (wie ich)
will nur einfach gewinnen und schafft das meist auch und andere sehen da kein erfolg.
Irgendwann mal war das Thema für mich durch. Gewinnmaximierung oder der Adrenalinkick wenn das Objekt der Begierde erlegt war, standen nie so gross im Vordergrund. Es war immer die Lust am jagen das wichtigste.
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Ausschlaggebend dem ganzen ein Ende zu setzen, waren die teilweise sehr seltsamen Sammlerkollegen(Kolleginnen waren eher die überschaubare Minderheit). Ein Beispiel. Von Udo Jürgens gab es eine "Best of" Doppel LP auf K-Tel erschienen. Versehentlich von mir als "Arcade" Pressung angegeben. Nachts um 23.00 Uhr ruft mich einer an, entschuldigte sich für den späten Anruf, weil er Koch von Beruf ist. OK, komm auf den Punkt. Ich wurde auf den Fehler hingewiesen, danke dafür. Ob ich den oder den Udo Jürgens Sammler kenne, das wären alles linke Vögel, mit denen sollte ich keine Geschäfte machen. Na toll, du willst doch nur die LP haben!
Eins von vielen anderen Erlebnissen, die mich dazu bewogen haben, mich zurückzuziehen!
 

Georg

Alter Hase
Ausschlaggebend dem ganzen ein Ende zu setzen, waren die teilweise sehr seltsamen Sammlerkollegen(Kolleginnen waren eher die überschaubare Minderheit). Ein Beispiel. Von Udo Jürgens gab es eine "Best of" Doppel LP auf K-Tel erschienen. Versehentlich von mir als "Arcade" Pressung angegeben. Nachts um 23.00 Uhr ruft mich einer an, entschuldigte sich für den späten Anruf, weil er Koch von Beruf ist. OK, komm auf den Punkt. Ich wurde auf den Fehler hingewiesen, danke dafür. Ob ich den oder den Udo Jürgens Sammler kenne, das wären alles linke Vögel, mit denen sollte ich keine Geschäfte machen. Na toll, du willst doch nur die LP haben!
Eins von vielen anderen Erlebnissen, die mich dazu bewogen haben, mich zurückzuziehen!
Böser Koch :mad:
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Interessant was du da schreibst und super gut ist das ich nie nicht in der Udo Jürgens Liga unterwegs war :) .
Ich auch nicht! Ich versuche die Geschichte kurz zu halten. Eigentlich wollte ich auf dem Flohmarkt nur 20 für mich interessante Singles mitnehmen. Der Händler hatte aber keine Lust die Kiste wieder ins Auto zu packen, ich bin ja gutmütig! Am Bahnhof noch Tabak kaufen. Kurz vorher war einer der Beach Boys ertrunken, also dachte ich erst an Sonderheft, war aber der Oldie Markt Zu Hause studiert, die Kiste mit den Singles durchgeguckt. Da geht was! Na ja, so kam der Stein ins Rollen. Ein Heavy Metal Liebhaber mutiert zum Experten für Singles aus dem Zeitraum 1964-1970, Schwerpunkt obskures und deutsch gesungene Coverversionen, Schlager als Beifang dazu!
 

Das aktuelle Magazin

Oben