Henrik Freischlader - Missing Pieces

Marifloyd

Inventar
Henrik Freischlader – Missing Pieces

Am 23. Dezember brachte der Postbote ein Päckchen, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Vor einigen Wochen hatte ich nämlich an einer Verlosung des Musikmagazins „bluesnews“ teilgenommen. Zu gewinnen gab es eine CD von Henrik Freischlader. Tja, und seitdem ertönen seit einigen Tagen die Klänge von „Missing Pieces“ aus den Boxen meiner Anlage. Dem Päckchen fügte Henrik Freischlader noch ein paar persönliche Zeilen, einige sehr schöne Postkarten und Aufkleber der Band bei. Bevor ich mich zur Musik äußere möchte ich aber die außergewöhnlich schöne künstlerische und wertige Gestaltung des Albums hervorheben. Zu sehen ist ein Mann, der auf der Spitze eines Geschenkberges steht und versucht mühevoll eine Banknote von einem (Geld)baum zu ergattern. Unter ihm liegen hingegen bereits jede Menge Banknoten. Er will halt noch das „fehlende Stück“. Die Frontseite ist teilweise filigran ausgestanzt. Innenliegend im Cover befinden sich Kärtchen mit Bildern und den Songtexten, mit denen man die Titelseite des Albums nach eigenem Belieben umgestalten kann. Ich habe selten so ein schönes Cover in den Händen gehalten.
Nun zur Musik. Der in Wuppertal lebende Bluesmusiker hat ein sehr abwechslungsreiches Bluesalbum mit starken Einflüssen aus Jazz, Funk, Soul und Rock kreiert. Förderlich für die Vielseitigkeit des Albums sei gewesen, so Freischlader, dass seine musikalischen Mitstreiter keinen ausgewiesenen Blues-Background haben. Verantwortlich für die stilistische Vielfalt sind neben Henrik Freischlader-Gitarre und Vocals, Armin Alic-Bass, Roman Babik-Keyboards, Marco Zügner-Saxophone und Moritz Meinschäfer-Drums.
Das Album startet mit ruhigen Klängen einer akustischen Gitarre und Orgel und führt mit einer behutsam gespielten E-Gitarre sachte zum folgenden und ebenfalls leisen Song „New Beginning“ über. Von nun an geht es aber ab in den jazzig, soulig und funkigen Gemischtwarenladen weiter. Das ist nicht despektierlich gemeint. Wie schon oben erwähnt wird den Ohren nunmehr ein Feuerwerk in sich stimmiger Musikvielfalt geboten. Jeder Song hat seinen eigenen Charakter und Charme. Meine Vorstellung von „Missing Pieces“ wirkt schon recht überschwänglich, aber hier bricht einfach nur meine Freude über gute Bluesmusik aus deutschen Landen durch.
Henrik Freischlader ist in Deutschland wahrlich kein Geheimtipp mehr. Bisher habe ich ihn allerdings nur einmal live erleben dürfen und zwar als Special Guest in einem Konzert von Joe Bonamassa. Wenn diese unsägliche Pandemie überstanden ist, dann werde ich hoffentlich mal ein komplettes Konzert von Henrik Freischlader erleben dürfen.

 

Alexboy

Aktives Mitglied
Da läuft mir ja das Wasser im Mund - äh stellen sich meine Ohren auf. ;)
Wunderbare Beschreibung deinerseits! Ich werde mal reinhören!
Aber das mit dem LP-Cover wird bei mir - leider - nix.:oops:
 

The Wombat

Mitglied
Jetzt habe ich die Scheibe auch im Regal. Und ich muss sagen: sie steht sogar bei mir noch ein Treppchen höher im Kurs als der gute Joe B. mit seinem royalen Tee. Warum? Weil sie a) ziemliche Bandbreite besitzt, Elemente aus Jazz wie Funk aufweist und b) allem Anschein nach fast schon extrem gut aufgenommen bzw. produziert wurde. Wenn mich meine alten Lauscher nicht täuschen, könnte der gesamte Aufnahmeprozess mit analogem Equipment durchgezogen worden sein und ich könnte bis zum Beweis des Gegenteils glatt behaupten: eine echt highfidele Scheibe.
Sogar die immer wieder eingestreuten Quietsch- und Schweineörgelchen kommen klar und deutlich verortbar aus meinen Klipsch....und mit Kopfhörer klingt das Ganze dann noch eine Spur besser.
Hifi-Freaks mit ihrer besonders blumigen Sprache würden vielleicht sagen wollen: hervorragend durchgezeichnetes Album.
Das einzige, was vielleicht ein wenig (aber wirklich nur ein ganz klein wenig) zu kritteln wäre: der Mann nebst seiner Band ist sowas wie ein lebendens Metronom. Hier wäre ein klein wenig mehr Blues-Feeling Of The Deep South ganz gut am Platze gewesen.
 

Jester.D

Aktives Mitglied
Das einzige, was vielleicht ein wenig (aber wirklich nur ein ganz klein wenig) zu kritteln wäre: der Mann nebst seiner Band ist sowas wie ein lebendens Metronom. Hier wäre ein klein wenig mehr* Blues-Feeling Of The Deep South ganz gut am Platze gewesen.
Ich wusste, dass du das besser als ich auf den Punkt bringen kannst. :cool:

* Da ich jedoch - deutlich mehr
 

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