Heft 12-2019 / 01-2020

Catabolic

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nicht auszudenken, wenn du viel länger bei media markt gewesen wärst... ;)

und du konntest die mengen stets gut bewältigen? das frage ich mich immer als erstes.
Heute kannst Media Märkte abhaken, da findet man kaum mehr etwas Brauchbares. Vor allem hat auch das Personal kaum mehr Ahnung von Musik, wenn sie etwas weiter geht als bis Platz 30 der aktuellen Charts.

Bewältigen war eigentlich nie ein Problem. Meine Freizeit ist grösstenteils meiner Musik gewidmet, das war eigentlich schon immer so, seit ich 12 bin. Gut, habe ich eine Frau, die das nicht nur mitträgt, sondern selbst auch eine stattliche Plattensammlung besitzt. :)
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Es ist unglaublich wer so alles die ECLIPSED liest. Der Leserbrief/Mail von Uli Basener... unterste Schublade. Solche Typen, die 16jährige Jugendliche mit Hass überschütten und Musiker als Helden verehren nur weil sie bis oben hin voll sind mit Dope oder Alkohol? Da wäre bei mir in der Redaktion die Kotzgrenze erreicht. Ich hoffe ihr bekommt so etwas nicht öfters auf den Tisch. Gut, das ihr so etwas auch mal offen abdruckt...
 

Jan

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Heute kannst Media Märkte abhaken, da findet man kaum mehr etwas Brauchbares. Vor allem hat auch das Personal kaum mehr Ahnung von Musik, wenn sie etwas weiter geht als bis Platz 30 der aktuellen Charts.
Generell gebe ich Dir recht; aber unser Media Markt muss ich echt loben. Da gibts ein Freak, der die CD's betreut. Sortiert u.a. nach Prog-, Art- und Krautrock. Entsprechend gut ist auch das Sortiment! Den treffe ich auch immer wieder auf entsprechenden Konzerten... Wird aber eine Ausnahme sein, schätze ich mal ;-)
 

phonoline

Mitglied
Es ist unglaublich wer so alles die ECLIPSED liest. Der Leserbrief/Mail von Uli Basener... unterste Schublade. Solche Typen, die 16jährige Jugendliche mit Hass überschütten und Musiker als Helden verehren nur weil sie bis oben hin voll sind mit Dope oder Alkohol? Da wäre bei mir in der Redaktion die Kotzgrenze erreicht. Ich hoffe ihr bekommt so etwas nicht öfters auf den Tisch. Gut, das ihr so etwas auch mal offen abdruckt...
Davon mal ab, dass der Uli sich da ein wenig arg über Hogarth echauffiert angesichts eines simplen Interviews und - auch wenn das sicherlich nicht eclipsed' erstes Ansinnen war - man nicht genug die Menschheit bitten kann, mehr Rücksicht auf unsere Erde zu nehmen: Ich finds gut, dass eclipsed das abdruckt, auch wenns hart ist und hart klingen mag. Es ist dennoch erfrischend, weil sie damit eine Meinungsblase umgehen wollen, in der sich die halbe Welt eh schon auf facebook befindet. Ich mag auch diese fiesen Leser-Verrisse zwischendurch, es hat wirklich Größe, ausgerechnet das abzudrucken.
Und das wiederum zeichnet ein wirklich demokratisches Medium aus: dass es auch die brutalste Meinung annimmt und öffentlich macht.
 

Fenimore

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Es ist unglaublich wer so alles die ECLIPSED liest. Der Leserbrief/Mail von Uli Basener... unterste Schublade. Solche Typen, die 16jährige Jugendliche mit Hass überschütten und Musiker als Helden verehren nur weil sie bis oben hin voll sind mit Dope oder Alkohol? Da wäre bei mir in der Redaktion die Kotzgrenze erreicht. Ich hoffe ihr bekommt so etwas nicht öfters auf den Tisch. Gut, das ihr so etwas auch mal offen abdruckt...
Lieber @Okzitane: es gibt Menschen wie diesen Herrn U.Basener. Und es gibt große Menschen wie die kleine Greta. Und wer wird wohl in der Geschichte der Menschheit einen verdienten Platz finden?
 

Catabolic

Aktives Mitglied
Generell gebe ich Dir recht; aber unser Media Markt muss ich echt loben. Da gibts ein Freak, der die CD's betreut. Sortiert u.a. nach Prog-, Art- und Krautrock. Entsprechend gut ist auch das Sortiment! Den treffe ich auch immer wieder auf entsprechenden Konzerten... Wird aber eine Ausnahme sein, schätze ich mal ;-)
Meinst den in Donaueschingen, gell...ja, der ist gut sortiert, da fahr ich öfters mal hin.
 
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Reaktionen: Jan

Catabolic

Aktives Mitglied
Es geht alles den Bach runter!
Ganz so pessimistisch bin ich noch nicht. Ich gehe immer noch davon aus, dass nur ein paar wenige Vollpfosten - interessanterweise alle in der Politik vertreten - auf den Mond geschossen gehören, um die Situation auf der Welt ein bisschen zu verbessern. Allerdings: die Dinosaurier konnten sich 170 Millionen Jahre auf der Erde halten. Der Mensch wird das nicht mal ansatzweise schaffen, da bin ich mir ziemlich sicher.
 

Foxy`s Roadie

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Dieser Leserbrief geht ja noch. Lese ja auch öfters Classic Rock, und da meldete sich Anfang des Jahres ein Captain High zu Wort, der von "Umvolkung" sprach und die Redaktion als "Verbrecherpack" bezeichnete.
 

Alexboy

Aktives Mitglied
Ganz so pessimistisch bin ich noch nicht. Ich gehe immer noch davon aus, dass nur ein paar wenige Vollpfosten - interessanterweise alle in der Politik vertreten - auf den Mond geschossen gehören, um die Situation auf der Welt ein bisschen zu verbessern. Allerdings: die Dinosaurier konnten sich 170 Millionen Jahre auf der Erde halten. Der Mensch wird das nicht mal ansatzweise schaffen, da bin ich mir ziemlich sicher.
Dinos gibt es doch erst seit etwa 6000 Jahren. :confused:
 

Music is Live

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Es ist unglaublich wer so alles die ECLIPSED liest. Der Leserbrief/Mail von Uli Basener... unterste Schublade. Solche Typen, die 16jährige Jugendliche mit Hass überschütten und Musiker als Helden verehren nur weil sie bis oben hin voll sind mit Dope oder Alkohol? Da wäre bei mir in der Redaktion die Kotzgrenze erreicht. Ich hoffe ihr bekommt so etwas nicht öfters auf den Tisch. Gut, das ihr so etwas auch mal offen abdruckt...

wie vor kurzem schon mal festgestellt, zeugt dies nur vom Selbstvertrauen der Schreiber, solche Ansagen uns allen zu präsentieren....
mein Ratschlag an Uli Bausener.... kauf dir doch ´ne Bravo.... und schaue vorher im Görli vorbei, um dein Drogenhaushalt wieder auf aktuellen Stand zu bringen...
Kiffen soll ja bekanntlich helfen etwas gelassener und gleichgültiger zu werden....
und wenn nicht, gibt es bestimmt noch ein DR. Sommerteam für intimere Aufklärung...:p

und meine Bitte an unseren Schreiber wäre diesmal, bitte sendet Greta ein paar Exemplare von euren CD´s.... damit sie auf Reisen immer tolle Musik dabei hat... evt. antwortet sie uns allen auch was schönes.....
macht ihre eigenen Rezis zur Musik und angelt vielleicht mal ein Ulifisch.... :rolleyes:

ach ja... H ist auch nicht zu vergessen.... er kann beim angeln auch helfen.... dabei fallen ihn bestimmt ein paar nettes Melodien ein, die er dann für sein Gretaprojekt verwenden mag/kann...
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Was diesen Leserbrief betrifft - Idioten gibt es halt überall. Irgendwoher müssen die Wählerstimmen für eine gewisse Partei, die ich hier nicht mit Namen nennen möchte, ja kommen. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es diesmal bei einem Vogelschiss auf der Geschichte bleibt ;)

Und überhaupt, und auch wenn es derzeit so aussieht, als ginge alles den Bach runter, so weigere ich mich standhaft, die Hoffnung auf eine Wende zum Besseren aufzugeben. Denn eins können wir uns wirklich nicht leisten, und das ist Defätismus. Und es gibt auch Sachen, die Mut machen, und die von der besagten "vorlauten Göre" in Gang gesetzte Bewegung ist nur eine davon!
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Der erste Leserbrief ist ja giftig.

Generell ehrt es das eclipsed-Team, dass sie verschiedenen Meinungen Raum bieten und auch verbale Breitseiten abdrucken. Aber irgendwo sollte es auch eine Grenze geben, und Beleidigungen gehören m.E. dazu. Auch sollte man unbelegbare Behauptungen nicht einfach so im Raum stehen lassen - zumal der Leserbriefschreiber ja offenbar Steve Hogarth den Mund verbieten möchte bzw. selbst Tendenzen zeigt, die sich gegen die Pressefreiheit richten. Diese Art von missverstandener Meinungsfreiheit (speziell im Internet) hat ja auch mit zum Wahlsieg von Figuren wie Trump oder Bolsonaro, genauso wie dem unseligen Brexit-Votum und dem Aufstieg der AfD geführt. Fakten sind wichtig: Unwissenheit ist ja keine Sünde, aber ein Dauerzustand sollte sie auch nicht sein.

Interessant dabei ja, dass v.a. Greta Thunberg (die ja letztlich nur das Sprachrohr einer breiten Bewegung ist und vielen Jugendlichen wie Erwachsenen aus der Seele spricht) angefeindet und beleidigt wird, nicht etwa die Wissenschaftler, die das Phänomen der menschengemachten Erderwärmung schon seit Langem erforschen und publizieren. Und wenn Thunberg eine "vorlaute Göre" ist, was sind dann die Marillion-Songs "Seasons End" (1989), "Costa Del Slough/Under the Sun" (1998) oder "Last Century for Man" (2007)? Oder "Beds are Burning" von Midnight Oil (1988)? Alleine die Jahreszahlen zeigen doch, dass es sich hier mitnichten um einen Hype handelt, sondern eher um das verspätete öffentliche Aufwachen.

Ebenso ulkig übrigens, dass Hogarths Kommentar eine solche Reaktion hervorruft - obwohl "Fridays for Future" ja schon zuvor von diversen Künstlern (darunter CDU-Unterstützer Leslie Mandoki!) UND eclipsed-Redakteuren (im Woodstock-Roundtable) gelobt wurde. Und gleich im gleichen Heft wieder von Heather Nova :)

Klar, ich kann behaupten, dass der Mond aus Käse besteht, oder dass Roger Waters ein Alien ist, und das als meine "Meinung" bezeichnen - falsch ist es trotzdem. Und wer sich nicht mal die Mühe macht, sich ein bisschen mit dem Kohlenstoffkreislauf sowie den fundamentalen Grundsätzen der Thermodynamik auseinanderzusetzen, hat keine Grundlage, um mitdiskutieren zu können. Einzig beim Thema Kreuzfahrten spricht der Leser (angesichts des sarkastischen Tons weiß ich nicht genau, ob es so gedacht war) einen wunden Punkt an. Ansonsten sei aber auch mal gesagt, dass es zwar klar eine Abkehr von der momentanen Wegwerf-Konsumgesellschaft mit all ihren Problemen (Plastikmüll im Meer, Ausbeutung von Menschen, Umweltzerstörung etc.) braucht, wenn die Menschheit auch auf lange Sicht weiterbestehen will, es aber nicht um ein komplettes Ende der Mobilität geht. Nur sind momentan längst nicht alle Transportmittel so klimafreundlich wie der Zug, und daran muss eben endlich gearbeitet werden!

Damit zur TItelstory.

Das Cover gefällt mir, aber der Anspruch, ein vielseitiges Porträt der Ära zu zeichnen, das nicht nur sattsam bekannte Klischees und Vereinfachungen wiederkäut, wird an mehreren Stellen gehörig torpediert. Da wäre z.B. die Behauptung, der Drumsound wäre "fürchterlich", "missraten", "unangenehm" (Gated-Reverb) oder "weichgespült" (E-Drums). Und dann auch noch Alben neu mischen, um sie dem heutigen, ebenfalls überhaupt nicht zeitlosen Zeitgeist anzupassen? Na danke. Wenn "So" trotz Drumsound als Kaufrausch durchgeht, dann würden sich viele wohl die Ohren reiben, könnten sie die Songs mit trockendem Schlagzeug hören. Ich würde vermuten, das wäre keine Verbesserung. Man muss den Schlagzeugsound einfach als das nehmen, was er ist, nämlich ein integraler Bestandteil der Musik. Bei "Born in the U.S.A." ist er sogar, so würde ich meinen, das entscheidende Kriterium, das den Song definiert, ohne wäre das Stück für mich gar nicht vorstellbar! Auch "Grace under Pressure" ist bei euch im Kaufrausch gelandet, *obwohl* Neil Peart auf dem gesamten Album NUR elektronische Pads spielt! Oder die hochgelobten Talk Talk - "The Party's Over" ist voller E-Drums.
Ich habe bei Lektüre des Hefts mal wieder "Ammonia Avenue" von The Alan Parsons Project gehört und mir ist der Drumsound aufgefallen. Anders? Ja. Schlechter? Nicht unbedingt. Es hängt ja immer vom Maßstab ab. Zudem klingt der letzte Satz ja positiv, aber das Gegenteil ist der Fall: Da der Loudness-War in jüngerer Zeit das Schlagzeug immer mehr in einer Klangsoße verschwinden ließ, wurden die Drumsounds aktueller Acts immer aufgeblasener, mittlerweile haben sie einen Grad an Adipositas erreicht, der nur noch ungesund ist! Hört euch doch mal die letzten paar Alben von P!nk an. Oder (leider) "Hope for the Future" von Paul McCartney: Ein unschönes Dröhnen und die Snare wurde durch andauernden Kanonendonner ersetzt. Unerträglich.

Klar war es eine Mode, die damals überhand genommen hat und sicher auch in einigen Fällen nicht zur Musik gepasst hat (Eric Claptons "Behind the Sun" fällt mir mit als erstes ein). Und ich kann verstehen, dass man es damals irgendwann nicht mehr hören konnte. Aber heutzutage sollte man das doch differenzierter betrachten und nicht alles über einen Kamm scheren. Richtig nervig finde ich eigentlich bloß diese synthetischen Claps, die ab Mitte der 80er im R&B- und Popbereich überhand nahmen (siehe z.B. diverse Whitney-Houston-Intros). Oder wenn ich an das 90s-Programming denke - siehe Lisa Stansfield, Pet Shop Boys oder auch ein Song wie "The Simple Things" von Joe Cocker. Simpel ist anders. Da gefallen mir die rudimentären LinnDrums der frühen 80er deutlich mehr.

Einfach nur falsch ist es, Real Life als One-Hit-Wonder zu bezeichnen, "Catch Me I'm Falling" läuft auch heute fast genauso oft wie "Send Me an Angel" (und ist m.E. der deutlich stärkere Song - das Vocoder-Intro ist spannend und das Gitarrensolo richtig gut).

Dass die New-Romantic-Bewegung der Soulmusik mindestens genauso viel zu verdanken hat wie Kraftwerk, scheint außer mir auch noch niemand so richtig behandelt zu haben. Obwohl Spandau Ballet Marvin Gaye die Ehre erwiesen haben (in "True"), ABC wiederum Smokey Robinson huldigen ("When Smokey Sings"), Human Leagues "Mirror Man" wie ein Motown-Song klingt (genauso wie "Heartache Avenue" von den Maisonettes, aber das ist ein anderes Thema), Soft Cell fast nur Soulklassiker gecovert haben...
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Ganz persönlich bin ich auch angep*sst, weil eine meiner Top-3-Bands (neben Pink Floyd und Rush) fast gar nicht vorkommen, obwohl sie doch sicher zu den herausragendsten 80er-Bands zählen: Wo sind Tears for Fears?! Gerade mal eine Erwähnung von Wolfram Porr in seinen Top 5, dann auch noch mit "Shout" (besser zwar als "Everybody Wants to Rule the World", aber nicht einer meiner absoluten Lieblingssongs der Band).

Entschuldigung, aber wenn eine Band nach zwei sehr starken Platten ohne Durchhänger ein Album veröffentlicht, das nicht zuletzt von Steven Wilson als "incredible", "in my Top Ten" und das am besten klingende neben "Dark Side of the Moon" bezeichnet wird, dann kann man das ja wohl nicht so dermaßen unter den Teppich kehren! Das hat die Band nicht verdient. Nicht mal ein "Weltkulturalbum" ist bislang herausgesprungen... :(

Ich hoffe wirklich, dass sich das in Teil 3 der Serie noch ändert. Jedenfalls fällt mir kein triftiger Grund ein, weshalb bei 80 Alben aus den 80ern nicht Platz für alle drei (!!!) Studioalben der Band aus diesem Jahrzehnt sein sollte. Und ein Blick darauf zeigt auch, wo man überall über die Band hätte reden können - "The Hurting" ist mit seinem Fokus auf Traumata und der Düsternis in Texten wie "Mad World" oder "Start of the Breakdown" durchaus Goth-verwandt, zeigt gleichzeitig aber auch musikalisch, was möglich ist, wenn man die Synthese von Elektronik und akustische Gitarren (siehe Pink Floyds "Welcome to the Machine") konsequent weiterverfolgt, und echte mit falschen Drums mischt. Das von vorne bis hinten sehr gut fließende "Songs from the Big Chair" ist für meinen Geschmack weitaus besser gealtert als Platten wie "Thriller" (finde ich am Stück gehört ehrlich gesagt langweilig) oder "Brothers in Arms" (ditto). Ist Matthias Bergert wirklich der Meinung, dass Madonna, Whitney Houston, Aerosmith, Def Leppard oder Bon Jovi musikalisch gehaltvoller sind als ein Song wie "The Working Hour"?! Überhaupt: Wenn das, oder "Broken", kein Prog ist, dann weiß ich auch nicht...

Und über "The Seeds of Love" habe ich ja oben schon geschrieben, das Album steht für mich definitiv auf einer Stufe mit "Spirit of Eden"! Ich meine, ich liebe (die viel häufiger erwähnten) Talk Talk auch, aber TFF sind für mich kompositorisch doch noch mal was Anderes. Ob Steve Hogarth bei seinen Top 5, äh 4, die Band vergessen hat? Ich meine, hört euch doch nur mal die Songs auf "Afraid of Sunlight" oder "Marbles" ("The Damage"! "Drilling Holes"!) an, da stecken nicht nur Talk Talk und Radiohead drin, sondern auch eine Menge Roland Orzabal und Curt Smith...

Bei SAGA finde ich es interessant, dass ihnen "dezente Synthie-Pop-Anleihen" angedichtet werden. Ich sag's mal so: Als ich "Humble Stance" das erste Mal gehört habe, hat es mich sehr gewundert, wie dieser affektierte 80er-Gesangsstil und das Manfred-Mann-Keyboardsolo zusammenpassen sollen, aber der Song ist von 1978! Oder vergleicht mal die Anfänge von "How Long" (1978) und "Don't You Want Me" (1981). Verblüffend, nicht?!

Das letzte große Prog-Album? 1977? Was ist mit "Songs from the Wood" (1977), "Hemispheres" (1978), "Spectral Mornings" (1979), "Drama" (1980), "Moving Pictures" (1981)...
Und dass man auf "simplere" Formen herabschaut, will mir auch nicht einleuchten, das hat ja schon fast Babyblaue-Seiten-Geschmäcklerisches. Ich möchte jedenfalls nicht ohne "Animals" (1977), "Even in the Quietest Moments..." (1977), "Going for the One" (1977), "SAGA" (1978), "WATCH" (1978), "Angel Station" (1979), "Breakfast in America" (1979), "The Turn of a Friendly Card" (1980), "Silent Knight" (1980), "Worlds Apart" (1981), "Signals" (1982), "Headlines" (1982), "Eye in the Sky" (1982), "Love Over Gold" (1982), "Somewhere in Afrika" (1983) oder "Brother Where You Bound" (1985) sein!

Es ist doch so: Moden kommen und gehen, und auch der Progressive Rock war eben eine solche Mode. Für kompetente Musiker sicher eine reizvolle Sache, aber irgendwann will man dann vielleicht auch etwas Anderes machen. Der Hype war ja spätestens bei Platten wie "A Passion Play", "Tales from Topographic Oceans" oder "Works, Volume 1" ins Bröckeln geraten. Mike Rutherford hat sich bei euch zu dem Thema ja schon mal geäußert. Progressiv bedeutet aber auch eben gerade NICHT das krampfhafte Festhalten an einer bestimmten Sound-Ästhetik, sondern immer wieder neue Klänge auszuprobieren und miteinander zu verquicken.
Ich finde Prog auch was Feines, aber es ist für mich nicht die einzig wahre Lehre. Wenn man *nur* Prog hört, klar, dann müssen die 80er eine schwierige Zeit gewesen sein, aber genauso wird es Fans des Merseybeat oder Girlgroup-Pop nach den 60ern gegangen sein, oder Fans des Synthie-Pop nach den 80ern - auch hier gab es wieder eine Zeitenwende, und nur sehr wenige Bands wie Human League hielten mehr oder weniger an ihrem Sound fest. Depeche Mode setzten mehr und mehr auf Gitarren, a-ha haben sich ebenfalls in Richtung AOR/Pop entwickelt, andere Bands haben sich einfach aufgelöst...

Bei den Flop-Songs kann ich vieles nachvollziehen (@Mike Klaus & Klaus sagen mir gar nichts - aber das ist wohl auch besser so :)), nur der arme Mike Oldfield wird für meinen Geschmack etwas zu sehr geprügelt. Zumindest sehe ich nach wie vor nicht, was an "Moonlight Shadow" oder "Innocent" (das im ROCK-Buch mit 3! Punkten extrem schlecht bewertet wurde) so schlimm sein soll, "Islands" mag ich aber auch nicht so sehr. Wolfgang Thomas hat sich ein bisschen arg auf Phil Collins eingeschossen - "In the Air Tonight" ist sicher abgenudelt, aber in meinen Ohren doch einer seiner besseren Solosongs. Selbst das so oft gescholtene "Sussudio" finde ich in kleinen Dosen annehmbar, über das billige "Invisible Touch" müssen wir aber nicht reden. Erstaunt hat mich, dass "I've Had the Time of My Life" und "Major Tom" unter den Top-Songs auftauchen, die hätte ich eher bei den Flops erwartet (und selbst verortet)...

Danke übrigens für den Steely-Dan-Einkaufszettel, sehr aufschlussreich. Leider ist euch hier zum x-ten Mal derselbe Fehler unterlaufen - ein doppeltes und dadurch an einer Stelle falsches Cover, hier hat es "Two Against Nature" erwischt... Ich habe übrigens mal Donald Fagens "Kamakiriad" gehört und fand es geradezu unverschämt langweilig...

Den Verriss des neuen The-Who-Albums fand ich geradezu absurd. Nicht, weil ich das Album toll finde (ich habe es nicht gehört), sondern weil es so wirkt, als ob Wolf Kampmann erst jetzt gemerkt hat, dass John Entwistle und Keith Moon nicht mehr leben, und sich auf diesen Fakt einschießt, anstelle die Platte für sich zu bewerten...

Zum Rest äußere ich mich vielleicht später noch, eine Sache jetzt aber noch: Gewundert hat mich Bernd Sievers' Kommentar zu "The Wall", gerade angesichts seiner Kompetenz in Sachen Pink Floyd (wenn er aber in der Rezension zu "The Later Years" noch ein negatives Wort über "Coming Back to Life" verliert, dann keimt sogar in mir der Wunsch nach Zensur... nicht ernst gemeint, aber ich liebe diesen Song! ;)).

"Was hätte auch mit "The Wall passieren sollen? Eine Deluxe-Edition mit unendlich viel Extramaterial ist bereits 2012 mit der "Immersion"-Box veröffentlicht worden."
Aaaalso.... schon 2011 hat James Guthrie verraten, dass er an einem 5.1-Surroundmix von "The Wall" arbeitet. Weiterhin gibt es von den Shows 1980 und 1981 eine Menge Bildmaterial unterschiedlichster Qualität, und selbst als Nicht-Fan von "The Wall" finde ich die Vorstellung, das Spektakel endlich auch mal im Original sehen zu können, sehr reizvoll. Reizvoller jedenfalls als die schlecht geschnittene und ebenso schlecht abgemischte Blu-Ray-Version von einem praktisch nur noch Playback "singenden" Roger Waters und seiner Pink-Floyd-Coverband, die in ihrer übersteigerten Performance nichts mehr von den emotionalen Nuancen des Originals übrig gelassen hat. Zumal ich "Is There Anybody Out There? The Wall Live" wirklich mag, deutlich mehr als das unter Wright-Mangel leidende Studioalbum.

Dann gibt es ja auch noch immer den von Fans lange gewünschten Soundtrack zur Verfilmung des Albums, mit teilweise deutlich anderen Versionen der Songs. Von den Single-Versionen ("Young Lust" mit Intro und Outro) und den aufgrund der LP-Länge gekürzten Parts ("What Shall We Do Now", Intro/Strophe von "The Show Must Go On") ganz zu schweigen. Auf einer Blu-Ray hätten auch die kompletten Wall-Demos Platz...

Ach ja: "Worst Bassist Records" :D Komet Lulu hat Humor - gefällt mir! Und falls die nette Julia Vetter mal hier reinschaut, würde ich sie gerne fragen, was "Bonbonbonfarben" sind ;)

Noch was Komisches: Das Tuvaband-Album hat auf S. 89 7,5 Punkte, auf S. 26 aber nur 7 - und ein anderes Cover... o_O Und was ist bitte mit Steven Wilsons Haaren passiert? :eek:
 
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Catabolic

Aktives Mitglied
Danke übrigens für den Steely-Dan-Einkaufszettel, sehr aufschlussreich. Leider ist euch hier zum x-ten Mal derselbe Fehler unterlaufen - ein doppeltes und dadurch an einer Stelle falsches Cover, hier hat es "Two Against Nature" erwischt... Ich habe übrigens mal Donald Fagens "Kamakiriad" gehört und fand es geradezu unverschämt langweilig...
Deine Einschätzung zu "Kamakiriad" teile ich hundertprozentig. Das Album hat mich damals auch negativ überrascht, nachdem ich mich jahrelang an dem genialen, wenn auch leider etwas zu kühl klingenden "The Nightfly" erfreut hatte. Dass "Can't Buy A Thrill" nicht als Top Album gewählt wurde, macht vielleicht im Kontext zu den späteren Werken Sinn, weil es sich stilistisch noch ein bisschen abhob von den späteren Alben, aber Hand auf's Herz: "Can't Buy A Thrill" steht rückblickend betrachtet doch eher für etwas Anderes, als alle nachfolgenden Alben der Band, oder ? "Can't Buy A Thrill" fehlte es gottseidank noch an fast allen Steely Dan-typischen Elementen wie kalter Aufnahmetechnik, verkopften Kompositionen und sterilen Mixdowns. "Can't Buy A Thrill" war diesbezüglich genau das Gegenteil: Es klang warm, wirkte ästhetisch und die Songs waren gefühlvoll inszeniert. Für mich klar die Top-Veröffentlichung der Band.
 

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