Heft 12-2018 / 01-2019

Perfectionist

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Ein gutes Heft, aber nicht immer ganz optimal.

Bei "...And Then There Were Three..." hatte ich eigentlich darauf gehofft, dass es ein bisschen mehr um die Songs geht. Über die Inhalte und die Musik en detail könnte man ja schon einiges schreiben.

Ich freue mich natürlich immer, wenn meine Helden Tears for Fears im Heft auftauchen (täusche ich mich eigentlich, oder wurde "Rule the World" nie besprochen?). Noch mehr freuen würde ich mich aber, wenn die Jungs es auch in den Süden von Deutschland schaffen würden, oder zumindest endlich mal mit ihrem neuen Album herausrücken, oder wenigstens mit der Wiederveröffentlichung von "The Seeds of Love" (inklusive 5.1-Mix von Steven Wilson!). Das Foto auf S. 46 stammt mit ziemlicher Sicherheit übrigens nicht von 1985, sondern von 1989, also aus der Zeit von "...Seeds...", welches sicher ihr proggigstes Album ist. Auch bei den anderen Acts im Kasten kann ich zustimmend nicken. Wenn man Liveaufnahmen von Nik Kershaw aus den 80ern hört, dann ist da deutlich mehr Rock drin als in den Studioaufnahmen. Und zu Howard Jones... "Hide and Seek" gehört zu den besten Klanggemälden, die ich je gehört habe. Einfach nur grandios!

Das Cover ist ganz gut geworden, ich persönlich hätte allerdings das Foto auf S. 44 unten bevorzugt, auf dem sieht Kate etwas gelöster und weniger "gestellt" aus. Ebenso ist das Foto von MK beim entsprechenden Artikel besser gelungen als das kleine Thumbnail auf der Front. Irgendwie muss man Knopfler bewundern, denn auf seine Weise ist er ja fast so kompromisslos wie Kate Bush. Dass Mark seine alten Songs aber am liebsten gar nicht mehr spielen würde und sogar glaubt, dass andere diese besser spielen könnten (?!?!?!?!), stimmt mich dann allerdings doch etwas traurig... ich hätte ihn zudem mal danach gefragt, ob er nicht wenigstens mal eine CD-Veröffentlichung der EPs, B-Seiten und sonstigen Raritäten seiner alten Band erlauben könnte.

Damit zu dem, was mich stört: Wo ist die Rezension zu "Down the Road Wherever" (in der hoffentlich steht, wie viel besser das Album als sein langweiliger Vorgänger ist)? Wo sind die Reissues von "This Was" und "Clutching at Straws"? Ebenfalls fehlen mir Rezensionen zu den weiteren limitierten Marillion-Livealben.

Dass der Fish-Auftritt so gut bewertet wird, ärgert mich im Nachhinein etwas, denn ich war nicht dabei... man muss allerdings sagen, dass Fish die Tonarten wirklich extrem weit heruntergeschraubt hat.

Bei Saga hätte man durchaus noch erwähnen können, dass die Rock-of-Ages-Show kürzer war als die regulären Auftritte der Farewell-Tour und u.a. das komplette Akustikset fehlte. Auch wenn das vielleicht nicht großartig war, eine Dokumentation, und sei es nur als Bonus, wäre doch wirklich willkommen gewesen...

Was die Status-Quo-Deluxe-Editionen angeht... nun, ich habe ein paar Probleme mit Teppers Rezension. Dass er Andy Pearces Remastering stark komprimiert findet... okay, sie könnten dynamischer klingen, aber die Remasters von 2006 waren stärker komprimiert. Bei "In the Army Now" kommt die Dynamik deutlich stärker zum Tragen als auf der '06er Version, und die relativ (!) niedrigen DR-Werte ergeben sich auch aus einer Frequenzanpassung - wenn man den Bass anhebt und die Höhen vermindert, schrumpfen die Werte automatisch. (Das Substantiv heißt übrigens "Kompression", nicht "Komprimierung".) Aber in erster Linie finde ich die Besprechungen zu kurz und oberflächlich. Dass es bei "Back to Back" zum ersten Mal fast alle kommerziell veröffentlichten Soloaufnahmen von Francis Rossi und Bernie Frost als Bonus gibt, oder dass viele der B-Seiten zu "In the Army Now" und "Ain't Complaining" hervorragend sind und die jeweiligen, an sich eher durchwachsenen Alben (von denen ich "Ain't Complaining" für deutlich kommerzieller als "In the Army Now" halte, letzteres hat mit "End of the Line" einen meiner absoluten Lieblingssongs in petto) teilweise deutlich aufgewertet hätten, oder dass es mit "Rock 'n' Roll Floorboards" endlich einen Parfitt-Song gibt, den es vorher nur auf Bootlegs gab... hätte man alles noch erwähnen können. Außerdem ist es zwar korrekt, dass die neuformierten Quos Mitte der 80er nicht sonderlich viele neue Songs in ihr Programm aufnahmen, der BBC-Auftritt stellt jedoch nicht das komplette Konzert dar, sondern eben nur die gesendeten Ausschnitte. Gerade deswegen sind die raren Liveversionen von "Overdose" und "Dreamin'" interessant (und es sind die einzigen bekannten Liveaufnahmen dieser Songs, weshalb die Frage nach der Qualität zweitrangig ist - und eigentlich hätte "Save Me" auch noch dabei sein sollen).

Bei den Rezensionen zu "And Justice for All" und "Hemispheres" hat es sich unser guter @Mike etwas zu leicht gemacht, finde ich. Ich bin beileibe kein Metallica-Fan, aber wenn man die jahrelangen Diskussionen verfolgt hat, wäre es doch nur fair gewesen, dem Remaster auch einen kompletten Remix als Alternative beizugeben. Bei dem Preissegment der Boxen hätte das auch keinen preislichen Unterschied mehr gemacht. Und dass Rush uns immer noch keine komplette Liveaufnahme des "Cygnus X-1"-Zyklus liefern, ist ja wohl schon fast ein Frevel! Ehrlich: Ich bin wirklich sauer! Die Wiederveröffentlichungen der Band sind komplett durcheinander und ein schlechter Witz! Wo ist das Konzept? Warum gibt es die Surroundmixe nur in den überteuerten Boxen? Wem gefallen diese neuen Coverbilder? Ich finde sie hässlich!

Und, na ja, den "Blowjob" in der McCaslin-Überschrift finde ich nicht witzig, aber vielleicht habe ich ja auch keinen Humor.

(Ach ja: Was muss ich eigentlich tun, damit auch mal einer meiner Forumsbeiträge auf der Leserbriefseite gedruckt wird? ;) )
 

Foxy`s Roadie

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Marifloyd und Catabolic sind ja in der aktuellen Ausgabe. Ich war auch schon zweimal mit kleinen Beiträgen drin, aber noch unter meinem bürgerlichen Namen, da war ich hier noch nicht.
 

Catabolic

Aktives Mitglied
Marifloyd und Catabolic sind ja in der aktuellen Ausgabe. Ich war auch schon zweimal mit kleinen Beiträgen drin, aber noch unter meinem bürgerlichen Namen, da war ich hier noch nicht.
Dass mein Abledern über die Greta Van Fleet Platte abgedruckt wurde, hat mich selber überrascht. Ich gehe davon aus, dass mein Generve quasi als Gegenpol zum offiziellen Heft-Bericht über die "Gralshüter" und "Zukunft" der Rockmusik gedacht war. Herrlich: "Gralshüter", "Zukunft der Rockmusik": Ich habe noch nie so einen Schwachsinn über so eine derbdoofe Rockband in einer Eclipsed gelesen, ganz ehrlich. Kriegt Ihr soviel Knete der Plattenfirmen, dass Ihr so blindohrig lobhudeln könnt ?
 

Foxy`s Roadie

Mitglied
Okay, hab´ mir jetzt eben mal "When The Curtain Falls" auf Youtube angeschaut. Will mir da jetzt nach einem Song noch kein abschließendes Urteil erlauben, aber die klingen schon seeeehr nach Zep. Und die Behauptung, beide Bands hätten halt ähnliche Einflüsse, greift da auch nicht, schon gar nicht in Bezug auf den Gesang, da die alten Blueser ja noch ganz anders gesungen haben. Wobei Robert Plant ja auch nicht der Erste war, das war wohl Rod Stewart in der Jeff-Beck-Group-Phase. Na ja, hör´ mir noch ein paar Songs an, glaub´ aber nicht, dass Greta was für mich sind.
 

Catabolic

Aktives Mitglied
Okay, hab´ mir jetzt eben mal "When The Curtain Falls" auf Youtube angeschaut. Will mir da jetzt nach einem Song noch kein abschließendes Urteil erlauben, aber die klingen schon seeeehr nach Zep. Und die Behauptung, beide Bands hätten halt ähnliche Einflüsse, greift da auch nicht, schon gar nicht in Bezug auf den Gesang, da die alten Blueser ja noch ganz anders gesungen haben. Wobei Robert Plant ja auch nicht der Erste war, das war wohl Rod Stewart in der Jeff-Beck-Group-Phase. Na ja, hör´ mir noch ein paar Songs an, glaub´ aber nicht, dass Greta was für mich sind.
Robert Plant und Rod Stewart können singen. :rolleyes:
 

Catabolic

Aktives Mitglied
Solche bösen Gedanken gingen mir auch schon durch den Kopf, nicht nur aufs Eclipsed bezogen, sondern ganz generell auf die Rockmedien, die die Band momentan so auffällig unauffällig in den Himmel loben.
Ich würde mir auch wünschen, es kämen mal andere Kritikerstimmen zu Wort. Es muss ja nicht gleich ein Sky Nonhoff sein (wobei ich dessen Buch schlicht liebe). :rolleyes:

Sky Nonhoff.jpg
 

Foxy`s Roadie

Mitglied
Robert Plant und Rod Stewart können singen. :rolleyes:
So isses. Na ja, der Greta-Bengel ist halt noch seeeeehr jung. Und wenn man dann in dem Alter womöglich dauernd gesagt kriegt, wie geil man ist, kann man auch mal den Bezug zur Realität verlieren. Mark Knopfler hat ja auch neulich in einem Interview gesagt, dass er froh ist, erst mit knapp 30 berühmt geworden zu sein. Aber das ist eben auch ein HERAUSRAGENDER MUSIKER. ;)
 

moonmadness

Mitglied
Robert Plant und Rod Stewart können singen. :rolleyes:
Also ich glaube ja das heutzutage der Massstab bei Rockredakteuren wie bei Rockhörern deutlich niedriger ist als noch vor 20 Jahren... oder damals bei Led Zep, weil die wurden bekanntlich in ihren ersten Reviews teils arg verrissen.

Bei Greta wirkt halt vieles viel zu sehr aufgesetzt, unglaubwürdig, kitschig... wenn Rockmusik Anno 2018 nur noch so aussehen würde, oh je... es gibt aber noch einige wirklich gute (Retro-/70s/Wasever) Bands, nur die bleiben halt nach wie vor eher im Untergrund und finden oft nur als Randbemerkung Erwähnung.

Beim Rockpalast waren letztens z.B. Child, sowas find ich gut, weil ist auch irgendwie noch "glaubwürdig"...


Oder so Bands wie Five Horse Johnson, Mos Generator etc. wo kommt denen die neue Rockwelle zugute? Und die sind teils seit 20 Jahren aktiv und haben nur coole Sachen am Start gehabt... nur hat sie halt kein Majorlabel unter Vetrag genommen.

Ich tu mal noch bissel "richtigen" ;) Rock hierher, und bin schon gespannt auf den großen eclipsed Artikel zur "neuen" Hard Rock-Welle :D ...




 

phonoline

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Was die Status-Quo-Deluxe-Editionen angeht... nun, ich habe ein paar Probleme mit Teppers Rezension.
Quo ist eine meiner Lieblingsbands, ich bin quasi mit 3 Akkorden aufgewachsen. Die Reissues von AC und ITAN sind sicherlich nicht schlecht, vor allem wegen der Extras (von denen die meisten schon auf zig 90er-Bootlegs existierten). Aber: die Alben an sich sind einfach nicht besonders durchschlagend, auch wenn Quo mit dem Titelsong von ITAN ein Wahnsinns-Comeback feierten. Bei Ain't Complaining ist maximal der Titelsong okay, der Rest ist schlicht und ergreifend nicht Quo. Wer die hören will, geht entweder zurück in die 70er oder skippt "Perfect Remedy" von 1989 (schreckliches Album) und legt gleich das grandiose "Rock Til You Drop" von 1991 auf - Quo reichten an diese Qualität danach nie wieder heran.
Die schlimmen Bootleg-Aufnahmen von Dreamin und Overdose gehen einfach gar nicht, noch nicht mal als Zeitdokument. Ich kauf mir doch kein teures Reissue, nur um dann basslastigen Bootleg-Schrott zu hören. Kein Ahnung, was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben. Schön ist indes, Ricks Halloween zu hören, wie es ursprünglich eingespielt wurde.

Das Cover knallt, wunderschönes Bild, ich mag diese Ernsthaftigkeit bei Bush.
 

Jan

Aktives Mitglied
zum Thema: Greta Van Fleet...

bestimmt gar nicht meins... aber dieses Gebashe kann ich gar nicht nachvollziehen. Es gibt bahnbrechende Rezis im Netz; auch bei der Punkteverteilung eines nicht ganz kleinen Online-Versandhandel hagelt es eine Bestzahl nach der Anderen. Warum sollen dann keine 8 Punkte bei der Eclipsed drin sein?!? Nur weil sie zu sehr nach Led Zeppelin klingen? Es gibt nunmal Bands, die immer mal wieder gehyped werden/wurden. Gerade im Nachwuchsbereich. Mir fallen da spontan die Blues Pills (Eclipsed) und Dool (RockHard) ein. Na ja... und jetzt?!? Auf der anderen Seite bin ich eigentlich froh darüber, dass so geschrieben wird. Weil... sich ab so etwas echauffieren können fast nur Proggies... o_O;)
 
Zuletzt bearbeitet:

Perfectionist

Aktives Mitglied
Die schlimmen Bootleg-Aufnahmen von Dreamin und Overdose gehen einfach gar nicht, noch nicht mal als Zeitdokument. Ich kauf mir doch kein teures Reissue, nur um dann basslastigen Bootleg-Schrott zu hören. Kein Ahnung, was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben.
Hast du die Bootlegs gehört, die auf den Reissues von "Quo" oder "Never Too Late" verwurstet wurden? Dagegen klingen diese beiden Songs deutlich besser, und es sind wirklich so gut wie die einzigen Aufnahmen dieser Songs, die nicht lange in der Setlist überlebt haben. Alleine das macht sie interessant. Die andere Option wäre gewesen, entweder komplette auf Liveaufnahmen zu verzichten (wie z.B. bei "If You Can't Stand the Heat..." geschehen - welches übrigens eine mickrige Bonus-CD war) oder eben technisch bessere Aufnahmen aus der Ära zu nehmen, aber ohne Songs, die irgendeine Relevanz in Verbindung zum Album selbst hätten.
 

Catabolic

Aktives Mitglied
zum Thema: Greta Van Fleet...Nur weil sie zu sehr nach Led Zeppelin klingen?
Sie klingen eben nicht zu sehr nach Led Zeppelin, sondern zu sehr nach einer Band, die wie Led Zeppelin klingen WILL und das dann im Interview auch noch kleinredet. Wie dämlich kann man denn als sog. 'ernsthafter' Musiker eigentlich sein ? Aber wenn man halt vier Grammy-Nominationen hat, dann glaubt man schon, dass man nahe am heiligen Gral ist. Also ich glaube nicht, dass ihre Leistung und ihr Können eine langfristige Karriere verspricht. Ich gehe eher davon aus, dass diese Band vielleicht noch eine weitere Platte herausbringen wird, die dann selbstverständlich 'reifer' klingen wird als die erste, um dann relativ rasch die Segel zu streichen, weil das Plattenlabel bereits die nächste 'Zukunft der Rockmusik' im Fokus hat. Dann bitte gerne aus Skandinavien, denn da gibt es so unendlich viele gute neue Rockbands, die leider keine so grosse Aufmerksamkeit erfahren, obwohl sie es verdienen würden.
 

nixe

Inventar
Das sehe ich auch so, laßt sie erstmal das zweite Album machen & sehen, bzw. hören, wie's klingt! Selbst Led Zeppelin haben sich Album für Album verändert & das müssen sie erstmal hinbekommen!
 

Otto

Mitglied
Sie klingen eben nicht zu sehr nach Led Zeppelin, sondern zu sehr nach einer Band, die wie Led Zeppelin klingen WILL und das dann im Interview auch noch kleinredet. Wie dämlich kann man denn als sog. 'ernsthafter' Musiker eigentlich sein ? Aber wenn man halt vier Grammy-Nominationen hat, dann glaubt man schon, dass man nahe am heiligen Gral ist. Also ich glaube nicht, dass ihre Leistung und ihr Können eine langfristige Karriere verspricht. Ich gehe eher davon aus, dass diese Band vielleicht noch eine weitere Platte herausbringen wird, die dann selbstverständlich 'reifer' klingen wird als die erste, um dann relativ rasch die Segel zu streichen, weil das Plattenlabel bereits die nächste 'Zukunft der Rockmusik' im Fokus hat. Dann bitte gerne aus Skandinavien, denn da gibt es so unendlich viele gute neue Rockbands, die leider keine so grosse Aufmerksamkeit erfahren, obwohl sie es verdienen würden.

Wenn ich mir so überlege, wie viele ach so hochgelobte Bands der letzten Jahre mehr oder weniger in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind oder vermutlich demnächst verschwinden werden:

The Darkness, einst als Wunderkinder und Quasi-Hybrid aus Queen und Led Zeppelin gefeiert - von denen redet kaum noch jemand.

The Answer - ebenfalls als DIE Classic Rock-Hoffnung gehyped. Um die wird es von Album zu Album auch immer stiller.

Wolfmother - laufen irgendwie auch nur noch unter ferner liefen, dabei wurden die ebenfalls als uneheliche Söhne von Zep hochgejubelt. Und da hatte man auch immer das Gefühl, die klingen eigentlich nicht nach Led Zeppelin, sondern WOLLEN danach klingen.

Und so weiter und so fort.
 

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