Heft 11-2020

Music is Live

Aktives Mitglied
Schon bemerkt, das ist alles schon verflucht lange her &
Wenn, im Falle von Jimi Hendrix, einem Eric Clapton, oder Pete Townsend schon die KinnLade runter fällt, weil sie sowas anno dunnemal noch nicht gehört, bzw. gesehen haben, dann will das doch was heißen, oder?
schön festgestellt...
ich erinnere mich noch an das Tubenvideo, welches Jimi Hendrix zeigt, wie er einen Tag nach Veröffentlichung John und Paul zum staunen brachte, nachdem St. Pepper in seinem Konzert anspielte...
dies spricht für eine gute musikalische Grundbildung und besonders Gehör und Verständnis...
 

nixe

Inventar
Was wäre, wenn Jimi den 18. September 1970 überlebt hätte?
Was hätte er uns noch zu Gehör gebracht?
Geplant waren, zum Einen, eine ZusammenArbeit mit Miles Davis & eine Band names HELP!
Klar dürfte sein, das diese Projekte bestimmt nicht lange gelebt hätten, denn die Egos waren mega!
Ob Miles, oder Keith Emerson, Gitarristen hatten da wenig Changen.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
klare Falschaussage... !!!
Die Espakaden kenne ich nur vom lesen.... die Musik hörte ich längere Zeit mehr oder minder gerne....
doch die drei Musiker, überings war es Jim Morrison ;) , nur auf ihre Espakaden zu beschränken ist doch zweifelhaft, bei der Menge an teils noch aktiven Musikern, die sich künstlerisch auf sie beziehen.... der LIVEstyle ist bestimmt überbewertet, teils gar "schöngemalt"... doch das musikalische Erbe steht und bleibt....
Zweifellos waren das bedeutende Musiker, die ganze Generationen nach ihnen stark geprägt haben! Die kann man nicht auf ihren selbstzerstörerischen Lebensstil reduzieren.

doch es zählt auch zum öffentlichen Leben bekannter Musiker, die neg. Schlagzeilen schwerer zu bewerten als die pos. ...
Amy Winehouse litt auch drunter...
Ja. Und das ist sicher auch einer der Gründe, warum z. B. Prog in großen Teilen der Musikpresse auf Ablehnung stieß und immer noch stößt - Stichwort "boring old farts": die Prog-Musiker sind einfach zu diszipliniert in ihrem Leben, um Futter für die Skandalpresse zu liefern, sonst könnten sie derart anspruchsvolle Musik gar nicht machen! Aber ein Rockstar in der Entzugsklinik ist natürlich eine "bessere" Nachricht als ein Meisterwerk in Sonatenhauptsatzform ;)

ich behaupte mal, dass in D damals mehr Schlager in den Charts war, lag nicht an den Musikern, sondern an der "Manipulation" der Medien, die damals noch viel mehr konservativ waren als heute... was auch an der politischen Zeit lag... -> Studenten "Revulotion" und Gründung der RAF, Kommune 1 ect.
Hier musste ich schlucken, und das voreilig erteilte Like wieder zurücknehmen. Das hört sich jetzt fast so an, als sei die RAF für Dich die Speerspitze des Progressiven gewesen - ich hoffe doch mal stark, dass ich das falsch verstanden habe! Terrorismus ist immer verwerflich, egal, für welche Sache die Terroristen (angeblich oder tatsächlich) stehen. Im Übrigen hatten die Linksextremisten auch keinen besonders "progressiven" Musikgeschmack. Da gingen doch nur Arbeiterkampflieder, moralinsaure Liedermacher, musikalisch primitiver Politrock und sowjetische Militärmusik ;)

Und die Leute von der Kommune 1 waren meiner Meinung nach einfach nur publicitygeile Spinner! Nichts desto weniger kann ich die Gegenkultur der späten 60er und frühen 70er Jahre in ihrer Gesamtheit durchaus würdigen - ich finde es sehr bedauerlich, dass die Hipster von heute so konservativ und karrieregeil sind; die "Generation Greta" lässt hingegen hoffen - aber sie brachte eben auch einige Blüten hervor, bei denen meiner Meinung nach der Spaß aufhört. Drogen, Sekten und Terrorismus waren NIE progressiv!

Aber es stimmt, dass die Massenmedien zumindest in musikalischen Geschmacksfragen damals konservativer waren als heute.

es war damals die Musik der Minderheit... daher wurde sie von den Medien schlecht gemacht, auf die Espakaden begrenzt oder ganz ignoriert....
die Scherben hatten auch einen schweren Start und erst viel später wurden deren politischen Songs mit einer Gewichtigkeit unterlegt...
Die Scherben waren musikalisch ja auch der reinste Schutt. Meine ich jedenfalls. Und mit ihren Texten kann ich auch nichts anfangen, die sind mir einfach zu radikal und tendenziell gewaltverherrlichend.

@nixe - HELP halte ich bis heute nur für ein Gerücht. Hendrix hätte niemals zu den Klassikrockern Emerson, Lake & Palmer gepasst, dafür waren die musikalischen Haltungen zu verschieden!
 

nixe

Inventar
@nixe - HELP halte ich bis heute nur für ein Gerücht. Hendrix hätte niemals zu den Klassikrockern Emerson, Lake & Palmer gepasst, dafür waren die musikalischen Haltungen zu verschieden!
Immerhin ein Gerücht von dem ich hörte. Ob es je passiert wäre, kann keiner mehr sagen, Carl vielleicht?
Wenn es aber dazu gekommen wäre, dann hätten wir was gehabt, worüber wir uns auslassen hätten können.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ich weiß auch nicht, wie viel an dem Gerücht dran ist, aber ich meine vor nicht allzu langer Zeit gelesen zu haben (ich weiß leider nicht mehr, wo), dass ELP das in einer Pressekonferenz, in der sie darauf angesprochen wurden, dementierten. Das soll nur eine Phantasie eines Musikjournalisten gewesen sein, von wegen des Bandnamens, der daraus resultiert hätte. Bestenfalls eine Überlegung eines Plattenmanagers, die aber durch Hendrix' Tod durchkreuzt wurde. Wie gesagt, Hendrix hätte meiner Einschätzung nach vorne und hinten nicht zu ELP gepasst.
 

Music is Live

Aktives Mitglied
Hier musste ich schlucken, und das voreilig erteilte Like wieder zurücknehmen. Das hört sich jetzt fast so an, als sei die RAF für Dich die Speerspitze des Progressiven gewesen - ich hoffe doch mal stark, dass ich das falsch verstanden habe! Terrorismus ist immer verwerflich, egal, für welche Sache die Terroristen (angeblich oder tatsächlich) stehen. Im Übrigen hatten die Linksextremisten auch keinen besonders "progressiven" Musikgeschmack. Da gingen doch nur Arbeiterkampflieder, moralinsaure Liedermacher, musikalisch primitiver Politrock und sowjetische Militärmusik
also mal ganz ehrlich, diesen, deinen Gedankensprung musst du mir erklären... was hast du denn eingenommen, um solch Quergedanken mir zuzuordnen... ???
es ging um Jimi, Jim und Jane... die nicht wirklich zu dem progessiven gezählt werden können, wenn nur bedingt... ich schrieb nie was von progressive zu diesem Thema...
ich verband dies auch nur mit der Aussage, dass in D eben damals andere Musik in den Charts war, weil durch die Entstehung genannter Gruppen die Medien dies zusammenführte und daher nicht berichtete....
aber dein LIKE behalte mal dafür schreibe ich hier nicht...

Die Scherben waren musikalisch ja auch der reinste Schutt. Meine ich jedenfalls. Und mit ihren Texten kann ich auch nichts anfangen, die sind mir einfach zu radikal und tendenziell gewaltverherrlichend.
und die Scherben sind auch deutsches Kulturgut, ob man sie mag oder nicht... ich äusserte nichts zur deren "Qualität"...
wobei sie für mich tatsächlich einiges tolles erschaffen haben.... Geschmacksache.....
 

Jester.D

Aktives Mitglied
Es ist leider zur Gewohnheit geworden, Pauschalbeurteilungen eines Zustands abzugeben.
"Die Deutschen haben 1970 (oder in jedem anderen Jahr) überwiegend ... (nach Belieben eine Musikrichtung einsetzen) gehört...", ist totaler Quark.
 
Zuletzt bearbeitet:

WeepingElf

Aktives Mitglied
also mal ganz ehrlich, diesen, deinen Gedankensprung musst du mir erklären... was hast du denn eingenommen, um solch Quergedanken mir zuzuordnen... ???
Es tut mir leid, dass Du das falsch verstanden hast, ich hatte beim ersten Lesen den Eindruck, Du würdest die RAF positiv einordnen, habe aber doch geschrieben, dass ich das wohl falsch verstanden habe. Nein, ich glaube nicht, dass Du wirklich mit der RAF sympathisierst!

es ging um Jimi, Jim und Jane... die nicht wirklich zu dem progessiven gezählt werden können, wenn nur bedingt...
Natürlich sind das keine Prog-Musiker, und das wollte ich auch nie behaupten! Allerdings wurde in den späten 60ern ziemlich vieles als "progressiv" bezeichnet, was aus heutiger Sicht nichts mit Progressive Rock zu tun hat. Das war damals so ein Modeschlagwort, und ist auch Ursprung der Genrebezeichnung "Prog", über die wir uns hier schon so oft unterhalten haben. Aber es wurde eben sehr inflationär verwendet, durchaus auch beispielsweise für die Musik von Jimi Hendrix.
 

Alexboy

Aktives Mitglied
Janis/Jimi/Jim waren ab Ende der 60er im Radio ( Hitparaden, verschiedene Sender )/TV ( BeatClub ) präsent und wirklich jeder der sie hören wollte ;), konnte es!
Die Medien haben hier wirklich nichts unterdrückt.
Das Problem - genau wie jetzt - war der Geschmack eines Anteils der Bevölkerung.
Es gab in meinem 65 jährigen Leben immer nur sehr wenige Freunde und Bekannte, die in dem selben Ausmaß wie ich Musik hörten/sammelten, oder die von mir bevorzugte Musik hören wollten.
Die meisten Menschen in meinem persönlichen Umfeld ( Wohnort/Beruf etc. ) hatten einen anderen Geschmack, und das waren meistens Schlager/Pop/Volkstümliches etc. Ich mußte mich der Mehrheit beugen und auch mithören ( Partys/Arbeitsplatz etc. )
Meine Einwände, dass es auch andere schöne Musik gäbe, wurden rigoros abgeblockt. Fast keiner wollte das hören! ( Fremdsprachig!, laut, schräg, unzugänglich, anstrengend! )
Ich erinnere mich an einige Aussagen zum Thema Blasinstrumente( Jazz/Fusion ): Davon bekomme ich Kopfschmerzen etc.o_O
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ich erinnere mich an einige Aussagen zum Thema Blasinstrumente( Jazz/Fusion ): Davon bekomme ich Kopfschmerzen etc.
Ich weiß noch, dass ich mal eine Free-Jazz-Nummer, die mein Bruder mir vorgespielt hatte, als "Länger und kürzer werdende Saxophone" charakterisiert habe. Das ist dann bei mir zu einem geflügelten Wort geworden.

Aber obwohl ich Jahrgang '69 bin, kenne ich das, was Du sagst, ganz gut. Mein Musikgeschmack ist doch eher exotisch, selbst Leute, die für Rock- und Pop-Musik aufgeschlossen sind, wissen oft nicht mal, dass es so was wie "Progressive Rock" überhaupt gibt ;) Auch wenn sie zwei, drei Stücke von Pink Floyd kennen - aber da hört es in der Regel schon auf. Und denen, die es wissen, gilt es oftmals immer noch als eine üble Geschmacksverirrung, die etwa auf einer Stufe steht mit dem Haarspray-Metal der späten 80er.
 

Lamneth

Aktives Mitglied
Ich erinnere mich sehr gut an den Tag, als meine älteste Schwester und ihr Freund (mein späterer Schwager) traurig den ganzen Tag die Electric Ladyland laufen ließen (die Doppel LP mit dem Original Cover befindet sich heute in meinem Besitz), da Jimi der Gitarrengott gestorben war. Auch Janis Joplin und die Doors waren bei meiner Schwester zu der Zeit angesagt, den Stellenwert ihrer Musik würde ich schon als hoch bezeichnen, schließlich war auch in Deutschland Woodstock und Love and Peace gerade mal ein Jahr her.
Ich würde damals ein großer Fan von Hendrix, meine Lieblingsfarbe ist seitdem ebenfalls Violett.
 

Georg

Alter Hase
Janis/Jimi/Jim waren ab Ende der 60er im Radio ( Hitparaden, verschiedene Sender )/TV ( BeatClub ) präsent und wirklich jeder der sie hören wollte ;), konnte es!
Die Medien haben hier wirklich nichts unterdrückt.
Das Problem - genau wie jetzt - war der Geschmack eines Anteils der Bevölkerung.
Es gab in meinem 65 jährigen Leben immer nur sehr wenige Freunde und Bekannte, die in dem selben Ausmaß wie ich Musik hörten/sammelten, oder die von mir bevorzugte Musik hören wollten.
Die meisten Menschen in meinem persönlichen Umfeld ( Wohnort/Beruf etc. ) hatten einen anderen Geschmack, und das waren meistens Schlager/Pop/Volkstümliches etc. Ich mußte mich der Mehrheit beugen und auch mithören ( Partys/Arbeitsplatz etc. )
Meine Einwände, dass es auch andere schöne Musik gäbe, wurden rigoros abgeblockt. Fast keiner wollte das hören! ( Fremdsprachig!, laut, schräg, unzugänglich, anstrengend! )
Ich erinnere mich an einige Aussagen zum Thema Blasinstrumente( Jazz/Fusion ): Davon bekomme ich Kopfschmerzen etc.o_O
Bei mir war es genau umgekehrt, ich kannte und kenne nur wenig Menschen, die den Mainstream Pop, Schlager, Disco von damals und heute "mtmachten" bzw mitmachen. Ich habe deinen musikalischen Wertegang in "deinem Thread" verfolgt, der zu Beginn durchaus Parallelen zu meinen musikalischen Entdeckungen aufwies, dann aber auseinander driftete.
Könnte etwas mit unseren unterschiedlichen Wegen zu tun haben, während du schon fleißig gearbeitet hattest, habe ich bis zum dreißigsten Lebensjahr noch die Schulbank gedrückt und abends "fleißig" Party gemacht, gab ja keine Abmahnung, wenn ich mal verschlafen hatte...
Allerdings sind viele gleichaltrige Freunde und Bekannte von damals und heute, ähnlich wie Kieran oder Allan Tapper musikalisch stehen geblieben. Du bist ja bei aktuellen Sachen auch manchmal gut dabei.
Zum Glück habe ich auch drei Arbeitskollegen, die Jimi Hendrix den entsprechenden Stellenwert in der Musikgeschichte gewähren, gleichzeitig im aktuellen Progressiv-Rock zu Hause sind...
Trotzdem fehlen mir die Musikfreunde auf aktuellen Musikfestivals, denn gemeinsam Musikhören ist schon was feines...
 

Georg

Alter Hase
Ich weiß noch, dass ich mal eine Free-Jazz-Nummer, die mein Bruder mir vorgespielt hatte, als "Länger und kürzer werdende Saxophone" charakterisiert habe. Das ist dann bei mir zu einem geflügelten Wort geworden.

Aber obwohl ich Jahrgang '69 bin, kenne ich das, was Du sagst, ganz gut. Mein Musikgeschmack ist doch eher exotisch, selbst Leute, die für Rock- und Pop-Musik aufgeschlossen sind, wissen oft nicht mal, dass es so was wie "Progressive Rock" überhaupt gibt ;) Auch wenn sie zwei, drei Stücke von Pink Floyd kennen - aber da hört es in der Regel schon auf. Und denen, die es wissen, gilt es oftmals immer noch als eine üble Geschmacksverirrung, die etwa auf einer Stufe steht mit dem Haarspray-Metal der späten 80er.
off topic: Kannst du vielleicht mal beim "Eure top 25 Prog/Artrock Kompositionen aller Zeiten" mitmachen?
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ah, musikalische Sozialisation. Obwohl ich erst 1969 geboren bin, kam ich schon in den 70ern mit den Rockklassikern jener Zeit in Berührung. Der Grund: ich wuchs in einem 3-Generationen-Haushalt auf, in dem auch noch ein unverheirateter jüngerer Bruder (Jg. '55) meines Vaters wohnte. Dessen Zimmer lag direkt neben meinem, nund er hörte viel Musik, und so lieferten die Rock-Klassiker der 70er Jahre den Soundtrack zu den Abenteuern meiner LEGO-Raumschiffe ;)

Einen eigenständigen Musikgeschmack bildete ich so richtig aber erst in den 80ern aus. So um '88 existierte ein kleiner Zirkel von Gymnasiasten (4 Jungs und 2 Mädels), der sein eigenes subkulturelles Süppchen kochte (wir nannten das "Froods"), wozu das Hören von Prog gehörte, auch wenn wir eigentlich nur die "Big Six" sowie Rush und Marillion kannten. Nach dem Abi fiel das aber bald auseinander, und irgendwie bin ich es, der in der damaligen Zeit "stehen geblieben" bin, denn soweit mir bekannt, bin ich der einzige der sechs originalen Froods, der immer noch Prog hört - wenn auch vor allem Prog von heute, obwohl ich die Klassiker nach wie vor gern mal auflege.

@Georg - Du bist schon der zweite, der mich deswegen fragt. Da muss ich erst mal überlegen, was denn meine Top 25 sind, das weiß ich gar nicht so genau!
 

Jester1969

Mitglied
Da muss ich erst mal überlegen, was denn meine Top 25 sind, das weiß ich gar nicht so genau!
Das ist ja genau der Spaß. Hier ist doch niemand der die auf Anhieb nennen konnte und wenn die Liste mal fertig ist, dann fällt einem wieder was ein. Ich zitiere mich mal selbst aus eben diesem Thread.
"Schöne Herausforderung. Zuerst denkt man zwangsläufig an DEN Lieblingssong einer Band (wenn man da glücklicherweise nur einen hat), dann muss es auch noch eine herausragende Komposition sein.
Für mich gilt: Abwechslungsreich, einfallsreich, packend vielleicht sogar wegweisend und der Wert muss sich auch ein paar Jahre gehalten haben."

Aber das hab ich mir selbst auferlegt.
Du hast doch noch fast 2 Monate Zeit :D
 
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