Heft 11-2020

Alexboy

Aktives Mitglied
Janis/Jimi/Jim waren ab Ende der 60er im Radio ( Hitparaden, verschiedene Sender )/TV ( BeatClub ) präsent und wirklich jeder der sie hören wollte ;), konnte es!
Die Medien haben hier wirklich nichts unterdrückt.
Das Problem - genau wie jetzt - war der Geschmack eines Anteils der Bevölkerung.
Es gab in meinem 65 jährigen Leben immer nur sehr wenige Freunde und Bekannte, die in dem selben Ausmaß wie ich Musik hörten/sammelten, oder die von mir bevorzugte Musik hören wollten.
Die meisten Menschen in meinem persönlichen Umfeld ( Wohnort/Beruf etc. ) hatten einen anderen Geschmack, und das waren meistens Schlager/Pop/Volkstümliches etc. Ich mußte mich der Mehrheit beugen und auch mithören ( Partys/Arbeitsplatz etc. )
Meine Einwände, dass es auch andere schöne Musik gäbe, wurden rigoros abgeblockt. Fast keiner wollte das hören! ( Fremdsprachig!, laut, schräg, unzugänglich, anstrengend! )
Ich erinnere mich an einige Aussagen zum Thema Blasinstrumente( Jazz/Fusion ): Davon bekomme ich Kopfschmerzen etc.o_O
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ich erinnere mich an einige Aussagen zum Thema Blasinstrumente( Jazz/Fusion ): Davon bekomme ich Kopfschmerzen etc.
Ich weiß noch, dass ich mal eine Free-Jazz-Nummer, die mein Bruder mir vorgespielt hatte, als "Länger und kürzer werdende Saxophone" charakterisiert habe. Das ist dann bei mir zu einem geflügelten Wort geworden.

Aber obwohl ich Jahrgang '69 bin, kenne ich das, was Du sagst, ganz gut. Mein Musikgeschmack ist doch eher exotisch, selbst Leute, die für Rock- und Pop-Musik aufgeschlossen sind, wissen oft nicht mal, dass es so was wie "Progressive Rock" überhaupt gibt ;) Auch wenn sie zwei, drei Stücke von Pink Floyd kennen - aber da hört es in der Regel schon auf. Und denen, die es wissen, gilt es oftmals immer noch als eine üble Geschmacksverirrung, die etwa auf einer Stufe steht mit dem Haarspray-Metal der späten 80er.
 

Lamneth

Aktives Mitglied
Ich erinnere mich sehr gut an den Tag, als meine älteste Schwester und ihr Freund (mein späterer Schwager) traurig den ganzen Tag die Electric Ladyland laufen ließen (die Doppel LP mit dem Original Cover befindet sich heute in meinem Besitz), da Jimi der Gitarrengott gestorben war. Auch Janis Joplin und die Doors waren bei meiner Schwester zu der Zeit angesagt, den Stellenwert ihrer Musik würde ich schon als hoch bezeichnen, schließlich war auch in Deutschland Woodstock und Love and Peace gerade mal ein Jahr her.
Ich würde damals ein großer Fan von Hendrix, meine Lieblingsfarbe ist seitdem ebenfalls Violett.
 

Georg

Alter Hase
Janis/Jimi/Jim waren ab Ende der 60er im Radio ( Hitparaden, verschiedene Sender )/TV ( BeatClub ) präsent und wirklich jeder der sie hören wollte ;), konnte es!
Die Medien haben hier wirklich nichts unterdrückt.
Das Problem - genau wie jetzt - war der Geschmack eines Anteils der Bevölkerung.
Es gab in meinem 65 jährigen Leben immer nur sehr wenige Freunde und Bekannte, die in dem selben Ausmaß wie ich Musik hörten/sammelten, oder die von mir bevorzugte Musik hören wollten.
Die meisten Menschen in meinem persönlichen Umfeld ( Wohnort/Beruf etc. ) hatten einen anderen Geschmack, und das waren meistens Schlager/Pop/Volkstümliches etc. Ich mußte mich der Mehrheit beugen und auch mithören ( Partys/Arbeitsplatz etc. )
Meine Einwände, dass es auch andere schöne Musik gäbe, wurden rigoros abgeblockt. Fast keiner wollte das hören! ( Fremdsprachig!, laut, schräg, unzugänglich, anstrengend! )
Ich erinnere mich an einige Aussagen zum Thema Blasinstrumente( Jazz/Fusion ): Davon bekomme ich Kopfschmerzen etc.o_O
Bei mir war es genau umgekehrt, ich kannte und kenne nur wenig Menschen, die den Mainstream Pop, Schlager, Disco von damals und heute "mtmachten" bzw mitmachen. Ich habe deinen musikalischen Wertegang in "deinem Thread" verfolgt, der zu Beginn durchaus Parallelen zu meinen musikalischen Entdeckungen aufwies, dann aber auseinander driftete.
Könnte etwas mit unseren unterschiedlichen Wegen zu tun haben, während du schon fleißig gearbeitet hattest, habe ich bis zum dreißigsten Lebensjahr noch die Schulbank gedrückt und abends "fleißig" Party gemacht, gab ja keine Abmahnung, wenn ich mal verschlafen hatte...
Allerdings sind viele gleichaltrige Freunde und Bekannte von damals und heute, ähnlich wie Kieran oder Allan Tapper musikalisch stehen geblieben. Du bist ja bei aktuellen Sachen auch manchmal gut dabei.
Zum Glück habe ich auch drei Arbeitskollegen, die Jimi Hendrix den entsprechenden Stellenwert in der Musikgeschichte gewähren, gleichzeitig im aktuellen Progressiv-Rock zu Hause sind...
Trotzdem fehlen mir die Musikfreunde auf aktuellen Musikfestivals, denn gemeinsam Musikhören ist schon was feines...
 

Georg

Alter Hase
Ich weiß noch, dass ich mal eine Free-Jazz-Nummer, die mein Bruder mir vorgespielt hatte, als "Länger und kürzer werdende Saxophone" charakterisiert habe. Das ist dann bei mir zu einem geflügelten Wort geworden.

Aber obwohl ich Jahrgang '69 bin, kenne ich das, was Du sagst, ganz gut. Mein Musikgeschmack ist doch eher exotisch, selbst Leute, die für Rock- und Pop-Musik aufgeschlossen sind, wissen oft nicht mal, dass es so was wie "Progressive Rock" überhaupt gibt ;) Auch wenn sie zwei, drei Stücke von Pink Floyd kennen - aber da hört es in der Regel schon auf. Und denen, die es wissen, gilt es oftmals immer noch als eine üble Geschmacksverirrung, die etwa auf einer Stufe steht mit dem Haarspray-Metal der späten 80er.
off topic: Kannst du vielleicht mal beim "Eure top 25 Prog/Artrock Kompositionen aller Zeiten" mitmachen?
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ah, musikalische Sozialisation. Obwohl ich erst 1969 geboren bin, kam ich schon in den 70ern mit den Rockklassikern jener Zeit in Berührung. Der Grund: ich wuchs in einem 3-Generationen-Haushalt auf, in dem auch noch ein unverheirateter jüngerer Bruder (Jg. '55) meines Vaters wohnte. Dessen Zimmer lag direkt neben meinem, nund er hörte viel Musik, und so lieferten die Rock-Klassiker der 70er Jahre den Soundtrack zu den Abenteuern meiner LEGO-Raumschiffe ;)

Einen eigenständigen Musikgeschmack bildete ich so richtig aber erst in den 80ern aus. So um '88 existierte ein kleiner Zirkel von Gymnasiasten (4 Jungs und 2 Mädels), der sein eigenes subkulturelles Süppchen kochte (wir nannten das "Froods"), wozu das Hören von Prog gehörte, auch wenn wir eigentlich nur die "Big Six" sowie Rush und Marillion kannten. Nach dem Abi fiel das aber bald auseinander, und irgendwie bin ich es, der in der damaligen Zeit "stehen geblieben" bin, denn soweit mir bekannt, bin ich der einzige der sechs originalen Froods, der immer noch Prog hört - wenn auch vor allem Prog von heute, obwohl ich die Klassiker nach wie vor gern mal auflege.

@Georg - Du bist schon der zweite, der mich deswegen fragt. Da muss ich erst mal überlegen, was denn meine Top 25 sind, das weiß ich gar nicht so genau!
 

Jester1969

Mitglied
Da muss ich erst mal überlegen, was denn meine Top 25 sind, das weiß ich gar nicht so genau!
Das ist ja genau der Spaß. Hier ist doch niemand der die auf Anhieb nennen konnte und wenn die Liste mal fertig ist, dann fällt einem wieder was ein. Ich zitiere mich mal selbst aus eben diesem Thread.
"Schöne Herausforderung. Zuerst denkt man zwangsläufig an DEN Lieblingssong einer Band (wenn man da glücklicherweise nur einen hat), dann muss es auch noch eine herausragende Komposition sein.
Für mich gilt: Abwechslungsreich, einfallsreich, packend vielleicht sogar wegweisend und der Wert muss sich auch ein paar Jahre gehalten haben."

Aber das hab ich mir selbst auferlegt.
Du hast doch noch fast 2 Monate Zeit :D
 

Georg

Alter Hase
@Georg - Du bist schon der zweite, der mich deswegen fragt. Da muss ich erst mal überlegen, was denn meine Top 25 sind, das weiß ich gar nicht so genau!
Na...ja, Jörg, es ist auch die aktuelle Diskussion, kann eine Rock-Ballade, wie Stairway to heaven dem progressiven Rock zugeordnet werden?......aber ich will hier nicht unser aktuelles Eclipsed-Heft "vollkritzeln" ;)
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Na...ja, Jörg, es ist auch die aktuelle Diskussion, kann eine Rock-Ballade, wie Stairway to heaven dem progressiven Rock zugeordnet werden?......aber ich will hier nicht unser aktuelles Eclipsed-Heft "vollkritzeln" ;)
Ich verwende in meinem Buch für solche Sachen wie Stairways to Heaven oder Bohemian Rhapsody, also für einzelne Stücke von Nicht-Prog-Bands, die Prog-Merkmale aufweisen, die Bezeichnung "Slipstream-Prog". Angelehnt ist das an die von Bruce Sterling geprägte Bezeichnung "Slipsream SF" für Literatur oder Filme, die zwar nicht unter dem Genre "Science Fiction" laufen, aber de facto Science Fiction sind.

Weitere Diskussion dieses Themas, weil es sich nicht mehr auf das aktuelle Heft bezieht, bitte hier.
 
Zuletzt bearbeitet:

Perfectionist

Aktives Mitglied
Ich muss mal Alan Tepper loben, den ich sonst ja gerne mal kritisiere.

1) Das Interview mit Achim Reichel ist richtig gut.

2) Die Rezension zu dem JJ-Cale-Tribute hat einen richtig witzigen Aufhänger.

3) Auch mit der Review zur "Seeds of Love"-Box bin ich weitgehend zufrieden. Natürlich kann man sich immer noch über Details streiten (wieso wird Oleta Adams' Name nie erwähnt, warum kein Lob für die großartigen Klangmonumente in "Swords and Knives" sowie "Year of the Knife" oder das Talk-Talk-hafte "Standing on the Corner of the Third World"), aber insgesamt wird die Rezi dem Boxset gerecht. Nur ein wirklich wichtiger Kritikpunkt fällt unter den Tisch: Die Bewertung von CD 1. Die Audiophilen haben nämlich schnell herausgefunden, dass es sich hier um eine nur minimal veränderte Version des 1999er Masterings von Jon Astley handelt. Nun bin ich generell nicht dagegen, alte Remasters in neuen Veröffentlichungen zu verwenden, wie z.B. bei der Dire-Straits-Box geschehen (da sind es Bob Ludwigs 1996er Remasters). Das Mastering sollte dann aber auch wirklich gut sein, und das ist die doch stark vom Limiter geprägte Astley-Version von "The Seeds of Love" eben nicht. Und es sollte transparent geäußert werden - Universal versucht hier den Käufern ein über zwanzig Jahre altes Mastering als 2015er Version von Andrew Walter zu verkaufen, was man schon mal kritisch sehen kann.

Immerhin, wenn man die Höhen etwas herunterdreht, klingt das Mastering schon gleich deutlich besser...
 

Senfei

Aktives Mitglied
... und die Scherben sind auch deutsches Kulturgut, ob man sie mag oder nicht... ich äusserte nichts zur deren "Qualität"...
wobei sie für mich tatsächlich einiges tolles erschaffen haben.... Geschmacksache.....
Absolute Zustimmung: Ton Steine Scherben waren wichtig und sind Kult !!!
Natürlich war das kein kunstvoller Prog-Rock, das wollte und sollte er auch nicht sein.
Das war wunderbare Revoluzzer-Mucke mit teils richtig guter Atmosphäre und die Texte mussten damals so radikal sein, schließlich befand sich die ganze Politik- und Kulturlandschaft im Umbruch.
Dass Claudia Roth Managerin der Scherben war, macht sie mir noch sympathischer :)
 

Jester1969

Mitglied
Mit Erschrecken stelle ich fest, das mehr als die Hälfte meiner Liste wackelt. Bei einigen Bands ist es so gut wie unmöglich, sich für eine Komposition zu entscheiden (wenn man so wie ich einen Titel pro artist listet).
Das geht schon irgendwie. Wir haben uns auch alle angestrengt ;)
Bei mir wird die Liste einen Tag später vermutlich auch anders aussehen. Macht ja nix.
 

32 Doors

Mitglied
Kurze Anmerkung zum Artikel S. 27 über Simon Collins und sein neues Album "Becoming Human".
Am Ande des Interviews wird Collins zu seinen ersten Inspirationsquellen folgendermaßen zitiert:
"Ich war als Kind bei der 'Seconds Out'-Tour dabei..."
Also es gibt von Genesis das Live-Album SECONDS OUT, aber KEINE Tour, die so hieß.
Auf dem Album ist 1 Aufnahme (Cinema Show) von der 76er Trick of the Tail - Tour, der Rest von der 77er Wind & Wuthering - Tour.
Simon Collins ist am 14.09.1976 geboren, das letzte Konzert der 77er Tour war am 03.07.1977 in München.
Ist schon erstaunlich, dass man ein Kleinkind unter 1 Jahr mit auf Tour nimmt und sich Simon an diese Sachen so toll erinnert! :cool:
 

Wolfram Porr

Neues Mitglied
Ist schon erstaunlich, dass man ein Kleinkind unter 1 Jahr mit auf Tour nimmt und sich Simon an diese Sachen so toll erinnert! :cool:
Ich hab's gerade nochmal abgehört, und er hat das wirklich gesagt! Möglicherweise meinte er ja eine andere Tour (Abacab? Die 1983/84er-Tour?). Hätte mir natürlich auffallen müssen, habe ich in dem Moment aber nicht hinterfragt.
 

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