Heft 07-08-2020

Music is Live

Aktives Mitglied
Das geht natürlich runter wie Öl...DANKE! Bei all der Meckerei im Internet fragt man sich ja hin und wieder tatsächlich, ob überhaupt noch jemand zufrieden ist...;)
na bis auf Alexboy schreiben wir hier doch nur aus Frust, Langeweile und weil ihr ihr immer so doofe Zeitschriften herausbringt, die uns nur die Kohle aus den Taschen zieht... :p :p

das ihr nie alle gleich gut treffen könnt (mit dem gllücklich machen) ist doch schon aufgrund der Vielseitigkeit eures Publkums einsehbar... die aktuelle 'Ausgabe ist nicht die meine, von wenigen abgesehen... den ganze 70er Bericht steht mir noch bevor... jedoch bisher nur halbherzig...
(und nachher bin ich wieder begeistert.... kenne ich schon v. mir... komische Type eben)

im Gesamtbild betrachtet habt ihr wieder mehr Interesse bei mir hervorgerufen und ein paar tolle Berichte verfasst... und die "Meckerei" hier steht doch auf hohen Fusse.... nach unten gibt es noch viel Luft.....
die ihr hoffentlich auslasst...

ach ja... nur nehme ich es euch übel, dass es seid ein paar Ausgaben keine LIVE Berichte mehr gibt.... da kommt mal so ein kleines Vieh names Corona und sofort verstecken sich die LIVE Berichtsschreiber.... tzzz... 1595437073240.gif

hoffe das Vieh hat euch bisher verschont und ihr seid alle gesund.... ;)
 

Catabolic

Alter Hase
@phonoline @WeepingElf
Und wer es besser kann, kauft sich bitte eine Blockflöte und macht selber Musik oder schreibt eine Rezension und stellt sie uns bitte zur Beurteilung vor. Wäre mal spannend.
Wie schneide dann ich bei Dir ab ? Bitte um eine Rezension. Dann entscheide ich darüber, ob ich weiterhin kontroverse Berichte hier posten werde. Es ist nämlich haargenau so, wie Du schreibst: Als Hörer kann man gut reden (meckern). Aber selber Musik machen, ist dann doch nicht so ganz einfach. Und es braucht da auch wirklich so einige Fähigkeiten. Nicht nur Blockflötenspielen, sondern auch Songs schreiben, Texte schreiben, Produzieren, Arrangieren und wie in meinem Falle: Auch noch das Glück zu haben, grossartige Musiker für meine Songs zu begeistern, dass sie sie auch spielen wollen. Wie ich schon öfters schrieb: Musik ist IMMER subjektiv. Wer versucht, objektiv über Musik zu schreiben, hat m.E. kaum Ahnung von Musik. Oder a propos "Schreiberlinge": Wer einen Artikel für eine Zeitschrift, oder ein Buch oder sonstwas schreibt, braucht eine Idee, zig Anregungen und Nachforschungen, eine gesegnete Ausdrucksweise, enormes Fachwissen und vor allem jede Menge Gefühl, einen Bericht/Artikel oder sonstwas auch so zu Papier bringen zu können, dass es einem überzeugen kann oder gar das Herz trifft und/oder schöne Gefühle erzeugt. Alles nicht so einfach, und schon gar nichts, was Theoretiker in der Regel so verstehen.

Danke für Dein Post. Und ich bin gespannt auf Deine subjektive Kritik. ;)



 
Zuletzt bearbeitet:

Georg

Alter Hase
Ja Freunde des aktuellen Progs :) , so ganz kann ich eure Kritik auch nicht nachvollziehen; Phonoline hat es doch wirklich gut auf den Punkt gebracht:
Das ist kein Jammern – eher ein Zurückblicken auf eine schöne Zeit, ohne dabei die Zukunft aus den Augen zu verlieren.
Und genau das ist es, was Jörg noch mal verdeutlichen wollte; die schöne Zeit als Jugendliche mit unserer Musik und "der heißen Schnecke in der Milchbar" (sorry, muß natürlich heißen mit der Umstellung vom Jugendlichen in die Adoleszenz-Phase) unserer Vergangenheit sind Erinnerungen, die mit bestimmten Erlebnissen verklärt sind, die wir so nie wieder erleben werden und auch nicht zurückbekommen wenn wir uns die Stones oder Pink Floyds ehemalige Mitglieder als Einzelkünstler anschauen, da kommt höchstens ein "Glücksgefühl" auf, " ein Segen, sehe ich noch nicht sooo alt aus, wie die da auf der Bühne....
Nur, diesen Absolutheitsanspruch von Alan Tepper und verschiedenen Forumsmitgliedern, dass die heutige Musik nichts mehr "hat", kann und will ich für mich nicht akzeptieren; ich bin da auch nicht böse, sondern bedauere die Jungs eher....
 

Music is Live

Aktives Mitglied
Nur, diesen Absolutheitsanspruch von Alan Tepper und verschiedenen Forumsmitgliedern, dass die heutige Musik nichts mehr "hat", kann und will ich für mich nicht akzeptieren; ich bin da auch nicht böse, sondern bedauere die Jungs eher....
du hast das Kreuz vergessen, wo ich unterschreiben darf...

ich frage mich auch, wenn die heutige Musik nix mehr zu bieten hat, warum übe ich denn so willig an meiner Klampfe....
will damit ausdrücken... jeder Musiker (nicht, dass ich mich so ansehe und bezeichne), egal welches Level er beherrscht, hat was zu bieten....

wer bleibt von euch nicht mal gerne einen kurzen Moment stehen und lauscht Strassenmusikern zu, auch wenn sie nicht unsere Musik praktizieren... !!??
auch da gibt es was... Musik ist Magie... die nicht in den 70ern aufhörte ....

hier in Berlin gibt es natürlich ein "Überangebot" an Strassenmusikern, nicht bei jedem schenke ich meine Zeit - der Hammer war in den 80ern ein einzelner Musiker aus den USA, welcher an der Gedächniskirche ein Solokonzert gab, mit einer guten Laune die anstecken war.... ein Freund und ich mussten ihn einfach zu ende anhören/-sehen... damals kannte ich ihn nicht, heute auch nicht persönlich, doch er hört wohl auf den Namen --> Neal Morse
(es gibt irgendwo im Netz ein Foto davon, finde es nicht mehr)
 

Fenimore

Aktives Mitglied
Für mich waren die beiden Beiträge (Zitate hatte ich ja eingefügt) schon eine Jammerei. Wie kommt man darauf, dass die Musik in unserer Gesellschaft keine herausragende Rolle mehr spielt? Der Musikmarkt wächst wieder seit Jahren. Und die Jugendlichen haben meist Musik auf den Ohren. Dass sie eine andere Musik hören, ist eine andere Sache. Wir hatten ja auch nicht den Geschmack unserer Eltern. Und Raum für Kreativität wird auch nirgends eingeschränkt, eher durch die bei mir unbeliebten Protool‘s erweitert.

Und an @WeepingElf : ich bin 8 Jahre älter als du und verhalte mich in dem Fall progressiver als du. Ich warte nicht auf eine neue, sensationelle Platte alter Lieblinge sondern schaue, was es auf dem Markt gibt. Neue Musik zu entdecken ist eigentlich ganz einfach: Ohren auf und zuhören. Gerade hier im Forum oder den einschlägigen Websites gibt es eine Unmenge guter Musik. Was Stellar, Georg, Jan, Okzitane und andere posten ist (zu) oft 1a. Klar, nicht jedes gepostete Stück ist meins, die Erfolgsquote ist aber immens hoch. Behauptet zumindest mein Kontoauszug.
 

Georg

Alter Hase
"Wir hatten ja auch nicht den Geschmack unserer Eltern." und unsere Eltern waren von unserer Musik nicht begeistert.
Waldi hat da für mich eine Sonderstellung,; er entdeckt Musik und....seine Mutter mag großtenteils seine Musik; das imponiert mir; das finde ich auf jeden Fall spannender, als jetzt beispielsweise die siebte bootleg Fassung einer Methusalem-Band...
 

phonoline

Mitglied
@phonoline @WeepingElf
Leute, Leute. Ein Jammer-Wettbewerb, der jeder Grundlage entbehrt.
„der Raum für Kreativität schwindet“ - blanker Unsinn. Bezogen auf Musik: es war noch nie so einfach Musik zu machen und zu veröffentlichen wie heute. Wie überall muss man halt die Spreu vom Weizen trennen.
Du missverstehst mich da, Fenimore. Ich bin 44, von den 70ern habe ich gar nichts mitbekommen, in die 80er stieg ich erst mit George Harrisons "I Got My Mind..." ein, eine meiner ersten 12"-Maxis. Ich würde zudem sagen, dass ich einen äußerst langweiligen Musikgeschmack habe. Mit Prog kenne ich mich null aus, überhaupt fallen mit Kategorisierungen schwer. Ich höre das, was mir gefällt.

Ich bin also vom Jammern relativ weit entfernt. Ich kann aber die Rückschau auf Vergangenes durchaus nachvollziehen und erfreue mich auch oft daran. Nicht, weil früher alles besser war, sondern weil ich dieses "Gedenken" einfach schön und oft genug auch interessant finde, weil es z.B. eine Zeit war, die ich so nicht (mit)erlebt habe.

Um mal mit ein paar Missverständnissen aufzuräumen.
1. Der Musikmarkt IST seit mehr als zwei Jahrzehnten rückläufig, die Verkaufszahlen physischer Tonträger sinken von Jahr zu Jahr, bei Vinyl ist er natürlich ansteigend, aber Vinyl kommt auch von gaaaaaanz unten. Und die heutigen Zahlen sind nicht im Ansatz mal so, wie sie vielleicht noch Anfang der 90er waren. Digital hat das Wegbrechen bisher nur bedingt auffangen können.
2. Musik hat in unserer durchdeklinierten "Uns-Gehts-Doch-Gut"-New-Economy-Gesellschaft nicht im Ansatz mehr den Stellenwert, den sie mal hatte und wodurch mehrere Kultur-Revolutionen im letzten Jahrhundert angeschoben/begleitet wurden. Elvis, Beatles, Led Zepplin, Sex Pistols, Nirvana - Musik war Teil und Ausdrucksmittel der Jugend, ob nun selber gemacht oder nur Fan. Sie steckte an, riss mit, drehte auf.
Heute ist es gar nicht mal so, dass da draußen nur noch Bullshit wäre. Es interessiert einfach nicht mehr so. Musik hat nicht mehr viel zu sagen, was auch daran liegt, dass sie an monetärem Wert verloren hat, einer der Hauptgründe, warum Bands vor 50, 60 Jahren überhaupt entstanden: weil sie Rockstars werden und viel viel Geld verdienen wollte. Und weil das tatsächlich im Rahmen des Möglichen war. Heute? Geld mit Musik zu verdienen, ist heute ein Witz. Nenn mir eine Band, die es in den vergangenen 10 Jahren zu Multimillionären geschafft haben. Von den 60ern bis tief in die 90er feierten wir diese Übermusiker und -bands täglich ab.
3. Natürlich fehlt der Raum für Kreativität. Geld verdienen ist ein enormer Ansporn, warum sollte man sonst eine Platte machen? Für sich selbst, für Mama und Papa, weil die einen immer so gelobt haben beim Blockflötespielen? Selbst Straßenmusiker wollen Geld verdienen. Denn die Möglichkeit, mit dem, was einem Freude bringt, auch noch seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sich zu verwirklichen und keinen Nine-to-five-Job zu machen, ist Ansporn und kreativer Impuls genug, um diesen Weg gehen zu wollen.

Es gibt natürlich Ausnahmen, wie immer. Aber die Tendenz zeigt m.E. ganz deutlich in Richtung Bedeutungslosigkeit. Die Zeiten, als Musik noch etwas zu sagen hatte, einer ganzen Menge Leute aus der Seele sprach – die sind vorbei.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Du magst ja Recht haben, @Fenimore. Aber dass der Musikmarkt am Wachsen sein soll, ist mir neu, vor nicht allzu langer Zeit wurde doch immer nur gejammert, dass die Musikbranche vor der Pleite stehe, weil die Leute nur noch raubkopieren oder streamen. Anscheinend hat sich die Branche wieder einigermaßen gefangen. Es stimmt schon, dass man immer mehr Leute auf den Straßen sieht, die irgendwelche Kopfhörer tragen (bei den besonders beliebten AirPods von Apple konnte ich mir nicht verkneifen, für die Dinger einen Spitznamen zu erfinden, nämlich "Ohrzichten"). Was auch immer die damit hören.

Aber in unseren Zeiten der Political Correctness ist anscheinend jeder, der die Feststellung macht, dass ihm besimmte aktuelle Entwicklungen nicht gefallen, ein "Jammerlappen". Damit kann und konnte ich nie etwas anfangen, denn der Ausschluss von Kritik an aktuellen Trends ist das Gegenteil von Meinungsfreiheit, das führt dazu, dass offiziell alles eitel Sonnenschein sein muss und niemand über Probleme reden darf wie einst in der DDR. Es sollte jeder das Recht haben, laut zu sagen, was ihn bekümmert, nur so lassen sich Probleme öffentlich bearbeiten. Sonst klappt irgendwann wegen der vielen unbearbeiteten Probleme das ganze System zusammen. Das hatte Gorbatschow ja ganz richtig erkannt, aber da war es schon zu spät.

Es kann mir aber auch ziemlich egal sein, was für Musik die Mehrheit hört, so lange ich an die Musik herankommen kann, die ich hören will, und das macht bislang keine Probleme. Und nicht die Musik hören muss, die die Mehrheit hört, oder der die Trendscouts das Potenzial zusprechen, das nächste große Ding zu werden! Noch schwirren keine NOMACs über unseren Köpfen herum, die uns mit Anti-Musik zwangsbeschallen ;)

Ich will den Kids also ihren Hip-Hop nicht verbieten, auch wenn es gerade dort viele Lyrics gibt, die sexistisch, antisemitisch oder sonstwie inhaltlich bedenklich sind, und da muss man aufpassen. Das soll freilich kein Generalverdikt gegen Hip-Hop an sich sein, es gibt da viele Texte, die ganz anders sind und zu aktuellen Themen in einer intelligenten, informierten und kritisch-engagierten Weise Stellung nehmen. Und natürlich auch ganz, ganz viel harmlosen Blödsinn. Aber ich finde es irgendwie schade, dass damit einer ganzen Generation die Wertschätzung für handgemachte Musik verloren zu gehen droht, denn der größte Teil des Hip-Hop ist doch, und da stimmen mir sicherlich die meisten hier zu, musikalisch dermaßen dürftig, dass man sich sogar fragen kann, ob man dem überhaupt noch Gerechtigkeit widerfahren lässt, wenn man das als Musik bewertet, oder das nicht vielleicht eine ganz andere Kunstform ist, für die ganz andere Kriterien gelten.
 

Fenimore

Aktives Mitglied
Hi Phonoline.

der deutsche Musikmarkt ist 2019 um ca 8% gewachsen. Bei ca. 1,5 Milliarden Euro ist es doch eine bedeutsame Größe. Klar ist er geringer als in den 80-ern, damals hatten die Kids aber keine Smartphones. Die Entwicklung geht aber steil nach oben. Kaum ein Wirtschaftszweig weist solches Wachstum aus.

Die New-Economy-Gesellschaft ist auch schon lange vorbei. Ich sage nur Friday-for-Future. Unsere Kinder sind besser als der Ruf.

Übrigens waren Elvis und die Sex Pistols durch Ihre Manager gemachte und gestylte Stars. Ein gewisser Malcolm McDowell und Vivienne Westwood haben den Punk erfunden. Die Jugend ist drauf angesprungen.

Und warum muss ein Musiker Multimillionär werden? Übrigens sind es diverse, vor allem in den Staaten. Aber auch diverse deutsche Stars leiden keinen Hunger.
Dies trifft natürlich nicht auf unsere Musikrichtung zu. Wer kreativ ist, kann sich sehr gut ausdrücken. Dass man davon leben können sollte, steht außer Frage. Aber andere Künstler wie Maler oder Schriftsteller haben sicher die gleichen Probleme.

Vielleicht bin ich einfach positiver gestimmt als andere. Da uns aber ständig neue Musik erreicht, denke ich, dass es eher gut aussieht. Vor dem September hab ich z.Bsp. schon richtig Bammel. Was da schon jetzt alles angekündigt ist.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Es gibt natürlich Ausnahmen, wie immer. Aber die Tendenz zeigt m.E. ganz deutlich in Richtung Bedeutungslosigkeit. Die Zeiten, als Musik noch etwas zu sagen hatte, einer ganzen Menge Leute aus der Seele sprach – die sind vorbei.
Den Eindruck habe ich auch ein Stück weit. Wo etwa ist der Soundtrack der "19er", FFF & Co.? Das findet alles keine eigenständige musikalische Ausdrucksform mehr. Da wird dann einfach ein Klimaschutz-Rap gemacht, der sich musikalisch in nichts von Tausenden anderer Raps zuvor unterscheidet, nur das Thema der Lyrics ist neu.

Vor ein paar Monaten las ich im Spiegel, dass Hip-Hop, vor allem deutschsprachiger Hip-Hop, zumindest auf dem Streaming-Markt (und das ist nun mal der dickste Kuchen heutzutage) einen Marktanteil von ca. 70% hat. Eine solche Marktdominanz eines Genres hat es meines Wissens seit dem Aufkommen des Rock'n'Roll nie zuvor gegeben.

Oder von einer anderen Warte her: wie ihr alle wisst, interessiere ich mich für Musik-Klassifikation. Da kenne ich ein paar teils schöne, teils weniger ansehnliche Stammbäume von Musikgenres im Netz, siehe etwa hier, hier und hier. Was sieht man da? Nach 2000 kamen anscheinend kaum noch neue Genres, nach 2010 sieht es dann ganz düster aus. Bei meinen eigenen Recherchen zur Geschichte des Prog bin ich ebenfalls zu dem Eindruck gelangt, dass nach den 90er Jahren praktisch nichts Neues mehr passierte, abgesehen von ein paar Alternative-Rock-Bands, die sich zwar auf Pink Floyd (aber vor allem der Syd-Barrett-Ära) oder King Crimson berufen, und Extreme-Metal-Bands, die sich zwar auf Rush oder Dream Theater berufen, die aber in ihrer Musik kaum bis gar nicht die Merkmale aufweisen, die Prog eigentlich ausmachen. Deshalb habe ich mich beim Schreiben meines Buches beim Kapitel über den Prog nach 2000 hoffnungslos festgefressen ;)

Kurzum: man kann leicht den Eindruck bekommen, dass mit dem "Ende der Spaßgesellschaft", das nach dem 11. September 2001 proklamiert wurde, die ganze abendländische populäre Musiklandschaft mit all ihrem Stilpluralismus von Grunge bis Techno, mit einem aschgrauen Einheitsbrei aus Hip-Hop (für die Jungs) und Plastik-R&B (für die Mädels) zuasphaltiert wurde.

Übrigens waren Elvis und die Sex Pistols durch Ihre Manager gemachte und gestylte Stars. Ein gewisser Malcolm McDowell und Vivienne Westwood haben den Punk erfunden. Die Jugend ist drauf angesprungen.
Recht hast Du, abgesehen davon, dass das Malcolm McLaren war. Malcolm McDowell ist ein Schauspieler. Aber auch die haben nur jeweils aus einer Strömung, die sich abzuzeichnen begann, ihr Kapital geschlagen. Im Fall Elvis war es die Erkenntnis, dass immer mehr weiße Jugendliche Rhythm & Blues hörten, was im rassengetrennten Amerika der 50er Jahre natürlich ein Unding war, also kamen gewisse Musikmanager auf den Trichter, weiße Coverversionen schwarzer Musik müssten sich doch verkaufen lassen wie geschnitten Brot. Und damit lagen sie richtig. Und Malcolm McLaren und Vivienne Westwood hatten erkannt, dass man mit einem Imitat der Ramones oder der New York Dolls (beides US-Gruppen) bei einer Jugend landen konnte, die angesichts handfester Probleme (exorbitante Jugendarbeitslosigkeit, vor allem im geringqualifizierten Bereich) mit den hehren postmaterialistischen Zukunftsvisionen des Prog nichts anfangen konnte.

Und warum muss ein Musiker Multimillionär werden? Übrigens sind es diverse, vor allem in den Staaten. Aber auch diverse deutsche Stars leiden keinen Hunger.
Dies trifft natürlich nicht auf unsere Musikrichtung zu. Wer kreativ ist, kann sich sehr gut ausdrücken. Dass man davon leben können sollte, steht außer Frage. Aber andere Künstler wie Maler oder Schriftsteller haben sicher die gleichen Probleme.

Vielleicht bin ich einfach positiver gestimmt als andere. Da uns aber ständig neue Musik erreicht, denke ich, dass es eher gut aussieht. Vor dem September hab ich z.Bsp. schon richtig Bammel. Was da schon jetzt alles angekündigt ist.
Wer den Sinn von Musikmachen darin sieht, Multimillionär zu werden, der hat meiner Meinung nach den Schuss nicht gehört! Natürlich gibt es viele Musiker, die vor allem auf Ruhm und Geld aus sind, aber das allermeiste dessen, was die fabrizieren, ist doch nur dünne kommerzielle Plempe. Mit Prog etwa wird man heutzutage kein Superstar mehr, der nicht mehr weiß, wohin mit seiner ganzen Knete. Musik macht man, um sich auszudrücken, wenn man damit den Nerv der Zeit trifft und ein gutes Geschäft macht, dann ist das natürlich schön, aber wenn nicht, dann eben nicht.

Aber ich bin grundsätzlich auch positiv gestimmt! Ich denke nämlich, dass irgendwann die Leute den oben genannten Einheitsbrei aus Hip-Hop und Plastik-R&B so was von leid sein werden, dass wieder was anderes zum Durchbruch kommt. Was, kann man derzeit natürlich nicht sagen. Vielleicht gibt es schon Tausende junger Bands, die in ihren Probenräumen eben doch den "Soundtrack der 19er" zusammengekocht haben, und damit dieses Jahr groß rausgekommen wären, hätte COVID-19 nicht auf das ganze Konzertleben den Deckel geknallt.

Und wie ich vorhin schon sagte, hindert die gegenwärtige Dominanz bestimmter Genres niemanden daran, was anderes zu hören oder zu machen!
 
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phonoline

Mitglied
WeepingElf schrieb:
Wer den Sinn von Musikmachen darin sieht, Multimillionär zu werden, der hat meiner Meinung nach den Schuss nicht gehört! Natürlich gibt es viele Musiker, die vor allem auf Ruhm und Geld aus sind, aber das allermeiste dessen, was die fabrizieren, ist doch nur dünne kommerzielle Plempe. Mit Prog etwa wird man heutzutage kein Superstar mehr, der nicht mehr weiß, wohin mit seiner ganzen Knete. Musik macht man, um sich auszudrücken, wenn man damit den Nerv der Zeit trifft und ein gutes Geschäft macht, dann ist das natürlich schön, aber wenn nicht, dann eben nicht.
Der Punkt ist: es ging, es konnte funktionieren. Sie hatten was zu sagen, konnten etwas bewegen und dabei sogar richtig Asche verdienen. Dieser Anreiz ist doch großartig: Es schaffen, nur mit den eigenen Texten, der eigenen Stimme, den eigenen Kompositionen! Diese Aussicht gibt es in dieser Form nicht mehr. Das gibts eigentlich nur noch bei Fußballern. :)
 

Georg

Alter Hase
Der Punkt ist: es ging, es konnte funktionieren. Sie hatten was zu sagen, konnten etwas bewegen und dabei sogar richtig Asche verdienen. Dieser Anreiz ist doch großartig: Es schaffen, nur mit den eigenen Texten, der eigenen Stimme, den eigenen Kompositionen! Diese Aussicht gibt es in dieser Form nicht mehr. Das gibts eigentlich nur noch bei Fußballern. :)
:) Ja da hat es sich umgekehrt, vielleicht abgesehen von Helmut Hattler... eh nee, der hieß Helmut Haller und Karl-Heinz Schnellinger, die in Italien vielleicht Lire-Millionäre wurden, dafür aber aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen wurden, wurden die Fußballer in den 60ern nicht reich, die kleinen Ersparnisse reichten dann vielleicht noch um einen Kiosk aufzumachen...
So unkritisch ist die Jugend von heute wirklich nicht, auch wenn der Sound vielleicht nicht in unser "Musikmuster" passt, sind die Texte doch kritisch, z.B. die Hamburger "Neonschwarz" oder "Feine Sahne Fischfilet", "Chefdenker" und andere...
 
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Georg

Alter Hase
Den Eindruck habe ich auch ein Stück weit. Wo etwa ist der Soundtrack der "19er", FFF & Co.? Das findet alles keine eigenständige musikalische Ausdrucksform mehr. Da wird dann einfach ein Klimaschutz-Rap gemacht, der sich musikalisch in nichts von Tausenden anderer Raps zuvor unterscheidet, nur das Thema der Lyrics ist neu.

Vor ein paar Monaten las ich im Spiegel, dass Hip-Hop, vor allem deutschsprachiger Hip-Hop, zumindest auf dem Streaming-Markt (und das ist nun mal der dickste Kuchen heutzutage) einen Marktanteil von ca. 70% hat. Eine solche Marktdominanz eines Genres hat es meines Wissens seit dem Aufkommen des Rock'n'Roll nie zuvor gegeben.

Oder von einer anderen Warte her: wie ihr alle wisst, interessiere ich mich für Musik-Klassifikation. Da kenne ich ein paar teils schöne, teils weniger ansehnliche Stammbäume von Musikgenres im Netz, siehe etwa hier, hier und hier. Was sieht man da? Nach 2000 kamen anscheinend kaum noch neue Genres, nach 2010 sieht es dann ganz düster aus. Bei meinen eigenen Recherchen zur Geschichte des Prog bin ich ebenfalls zu dem Eindruck gelangt, dass nach den 90er Jahren praktisch nichts Neues mehr passierte, abgesehen von ein paar Alternative-Rock-Bands, die sich zwar auf Pink Floyd (aber vor allem der Syd-Barrett-Ära) oder King Crimson berufen, und Extreme-Metal-Bands, die sich zwar auf Rush oder Dream Theater berufen, die aber in ihrer Musik kaum bis gar nicht die Merkmale aufweisen, die Prog eigentlich ausmachen. Deshalb habe ich mich beim Schreiben meines Buches beim Kapitel über den Prog nach 2000 hoffnungslos festgefressen ;)

Kurzum: man kann leicht den Eindruck bekommen, dass mit dem "Ende der Spaßgesellschaft", das nach dem 11. September 2001 proklamiert wurde, die ganze abendländische populäre Musiklandschaft mit all ihrem Stilpluralismus von Grunge bis Techno, mit einem aschgrauen Einheitsbrei aus Hip-Hop (für die Jungs) und Plastik-R&B (für die Mädels) zuasphaltiert wurde.



Recht hast Du, abgesehen davon, dass das Malcolm McLaren war. Malcolm McDowell ist ein Schauspieler. Aber auch die haben nur jeweils aus einer Strömung, die sich abzuzeichnen begann, ihr Kapital geschlagen. Im Fall Elvis war es die Erkenntnis, dass immer mehr weiße Jugendliche Rhythm & Blues hörten, was im rassengetrennten Amerika der 50er Jahre natürlich ein Unding war, also kamen gewisse Musikmanager auf den Trichter, weiße Coverversionen schwarzer Musik müssten sich doch verkaufen lassen wie geschnitten Brot. Und damit lagen sie richtig. Und Malcolm McLaren und Vivienne Westwood hatten erkannt, dass man mit einem Imitat der Ramones oder der New York Dolls (beides US-Gruppen) bei einer Jugend landen konnte, die angesichts handfester Probleme (exorbitante Jugendarbeitslosigkeit, vor allem im geringqualifizierten Bereich) mit den hehren postmaterialistischen Zukunftsvisionen des Prog nichts anfangen konnte.



Wer den Sinn von Musikmachen darin sieht, Multimillionär zu werden, der hat meiner Meinung nach den Schuss nicht gehört! Natürlich gibt es viele Musiker, die vor allem auf Ruhm und Geld aus sind, aber das allermeiste dessen, was die fabrizieren, ist doch nur dünne kommerzielle Plempe. Mit Prog etwa wird man heutzutage kein Superstar mehr, der nicht mehr weiß, wohin mit seiner ganzen Knete. Musik macht man, um sich auszudrücken, wenn man damit den Nerv der Zeit trifft und ein gutes Geschäft macht, dann ist das natürlich schön, aber wenn nicht, dann eben nicht.

Aber ich bin grundsätzlich auch positiv gestimmt! Ich denke nämlich, dass irgendwann die Leute den oben genannten Einheitsbrei aus Hip-Hop und Plastik-R&B so was von leid sein werden, dass wieder was anderes zum Durchbruch kommt. Was, kann man derzeit natürlich nicht sagen. Vielleicht gibt es schon Tausende junger Bands, die in ihren Probenräumen eben doch den "Soundtrack der 19er" zusammengekocht haben, und damit dieses Jahr groß rausgekommen wären, hätte COVID-19 nicht auf das ganze Konzertleben den Deckel geknallt.

Und wie ich vorhin schon sagte, hindert die gegenwärtige Dominanz bestimmter Genres niemanden daran, was anderes zu hören oder zu machen!
Die drei geposteten "Stammbäume" sind schon interessant; da ist es schon wesentlich einfacher in der Diskussion zu sagen, ich höre die Musik, die mir gefällt. :D
 

Georg

Alter Hase
Ich mache das auch nur so & ich glaube, andere auch?
Och, ich würde bei manchen Gelegenheiten schon mal gerne sagen, ich höre Noise-Rock; allerdings habe ich das Problem, dass ich überhaupt nicht weiß, mit was diese "lärmende Schublade" eigentlich gefüllt ist oder gefüllt werden könnte...
:D
 
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C

CaptainMorgan

Guest
So, heute das neue Heft geholt. Mal schauen wann ich dazukomme darin etwas zu schmökern. Momentan habe ich viel um die Ohren...
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
In deinem Fall klingt das nicht sonderlich positiv.
Ist es auch nicht wirklich, nicht im Moment jedenfalls... ich muss endlich herausfinden, was ich eigentlich mit meinem Leben machen will. eclipsed, GoodTimes und Comics waren für mich willkommene Ablenkung davon, aber ich merke jetzt, dass sich mein Fokus verschiebt. Auf die Dauer kann das nur gut für mich sein, aber momentan fühl ich mich einfach merkwürdig.
 

Georg

Alter Hase
Ist es auch nicht wirklich, nicht im Moment jedenfalls... ich muss endlich herausfinden, was ich eigentlich mit meinem Leben machen will. eclipsed, GoodTimes und Comics waren für mich willkommene Ablenkung davon, aber ich merke jetzt, dass sich mein Fokus verschiebt. Auf die Dauer kann das nur gut für mich sein, aber momentan fühl ich mich einfach merkwürdig.
Das sind die Hormone, geht beim Mann mit Anfang 40 oder später, Mitte 40 los...
 

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