Heft 07/08-2018

eclipsed

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Das eclipsed 07/08-2018 ist ab dem 29.06. erhältlich!



1968 - Das Jahr des Erwachens

Sgt. Pepper hatte ganze Arbeit geleistet: Die Popmusik, die 1968 folgte, zündete ein Feuerwerk an neuen Stilen und Genres, dessen Nachwirkungen bis heute zu spüren sind. All dies entrollte sich vor dem Hintergrund gewaltiger politischer und gesellschaftlicher Umwälzungen. Die friedlichen Utopien, die die Hippies noch im Vorjahr zur führenden Kraft der jungen Generation gemacht hatten, schienen sich in kürzester Zeit abgenutzt und überholt zu haben. Rückblick auf ein Musikjahr, das zu einem Symbol wurde.

DAVID SYLVIAN & HOLGER CZUKAY - Heißkalte Nächte in Köln


Vor dreißig Jahren veröffentlichten der ehemalige Japan-Sänger/-Gitarrist David Sylvian und die CAN-Legende Holger Czukay mit „Plight & Premonition“ ein Gemeinschaftsalbum, dessen Experimentiergeist noch heute verblüfft. Ein Jahr später ließen sie mit „Flux + Mutability“ eine weitere Zusammenarbeit folgen. Nun legt das deutsche Label Grönland ihre abenteuerlustigen Arbeiten neu auf. David Sylvian schildert die Entstehungsgeschichte.

MICK RONSON - Der Mann an Bowies Saite

Er war der musikalische Kopf der Band Spiders From Mars, bis 1973 Motor des Erfolgs von David Bowie. Und Mick Ronson machte auch mit anderen Rockgrößen gemeinsame Sache. Er selbst aber blieb der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Was der Anfang der Neunziger verstorbene Meistergitarrist tatsächlich geleistet hat, zeigt der Film „Beside Bowie – The Story Of Mick Ronson“. Wir sprachen mit dem Regisseur und Ronson-Freund Jon Brewer sowie mit Def Leppard-Sänger Joe Elliott, der mit Ronson zusammengearbeitet hat.

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA - Besoffen vor Glück

Was Joe Bonamassa mit dem Blues gelang – ihn aus der Altherrenschmuddelecke wieder ins Rampenlicht zu holen –, könnte The Night Flight Orchestra mit dem AOR gelingen. Die schwedischen Melodic Rocker liefern gerade ihr viertes Album ab und entstauben damit ein Genre, das in den letzten Jahrzehnten nicht nur ein Imageproblem hatte, sondern auch allzu oft in Klischees erstarrte. Björn Strid und seine Band sind verliebt in diese Standards und versehen sie mit einem Spaßfaktor hoch zehn.

DEEP PURPLE 50 - Teil 4: Schlagzeuger, Keyboarder, Bassisten

Deep Purple kennen nur einen Schlagzeuger in ihren Reihen. Auch auf der Keyboarderposition bringen es die Hardrocker nur auf zwei Akteure. Und fragt man nach ihren Bassisten, kommt einem streng genommen nur ein Name in den Sinn. Somit bilden Purple eine festgefügte Instrumentalisteneinheit. Dies erklärt den homogenen, druckvollen Sound, der die Band seit Jahrzehnten ausmacht. Im Folgenden porträtieren wir den Schlagzeuger sowie die Keyboarder und Bassisten in Diensten einer der größten Bands, die die Rockgeschichte kennt.

THE SEA WITHIN - Supergroup wider Willen

Mit The Sea Within hat Roine Stolt ein veritables Allstar-Ensemble – mit Mitgliedern von The Flower Kings, Pain Of Salvation und The Aristocrats – um sich geschart. Namen wie Daniel Gildenlöw, Marco Minnemann oder Jonas Reingold lassen die Erwartungshaltung bei Fans progressiver Musik hochschnellen. Der Bandinitiator ist sich dessen bewusst und versucht daher, den Ball flach zu halten. Was gar nicht nötig wäre, denn das selbstbetitelte Debüt ist ein stilistisch vielseitiges Doppelalbum zwischen Prog, Artpop, Jazzrock und Filmmusik, bei dem die Spielfreude der Beteiligten deutlich spürbar ist.

BURG HERZBERG FESTIVAL - Ein halbes Jahrhundert Friede, Freude, Eierkuchen

Der Spirit des größten deutschen Hippiefestivals ist trotz großer gesellschaftlicher und musikalischer Veränderungen über fünfzig Jahre hinweg konstant geblieben. Doch wie fing alles an? Was hat sich verändert? Was sind die Konstanten? Und was steht anno 2018 zum großen Jubiläum an? Gemeinsam mit Veranstalter Gunther Lorz zeichnen wir die historischen Eckpunkte der Zusammenkunft der alten und jungen Blumenkinder nach.

Eine bedrückende Lebensphase hat bei Mariusz Duda neue kreative Energien freigesetzt – mit Riverside und LUNATIC SOUL

Mitte Juni. Einen Interviewtermin mit Mariusz Duda zu bekommen, ist derzeit extrem schwer. Seit März befinden sich Riverside im Studio Serakos in Warschau, um an ihrem siebten Album „Waste7and“ zu feilen, dem ersten ohne den Anfang 2016 verstorbenen Gitarristen Piotr Grudziński. Zudem muss sich die Band auch noch auf drei Sommerfestivals vorbereiten. Für eclipsed nimmt sich Duda dennoch viel Zeit, erklärt, warum das aktuelle Lunatic-Soul-Album „Under The Fragmented Sky“ für ihn „zwischen Leben und Tod“ steht, und beschreibt, wie sich Riverside mit „Waste7and“, das voraussichtlich Ende September erscheinen wird, neu erfunden haben.

Nach der Großtat „Pure Comedy“ schaltet FATHER JOHN MISTY mehrere Gänge zurück

Josh Tillman gibt zu seinem neuen Album „God’s Favorite Costumer“ keine Interviews. Warum auch, wird er sich gedacht haben, immerhin hat er sich für den nicht einmal ein Jahr alten Vorgänger „Pure Comedy“ ohne Rücksicht auf Verluste ins Mediengetümmel gestürzt. Plötzlich war seine Kunstfigur Father John Misty in aller Munde, nicht nur die Musikpresse, auch die Feuilletons wurden auf den Singer-Songwriter aufmerksam. Und der hatte auch ein wirklich wunderbares Album erschaffen, das an den West-Coast-Pop der 70er erinnerte, an grüblerische, schüchterne Songwriter wie James Taylor oder Jackson Browne.

Sozialisiert im Klangbiotop Los Angeles, verleiht KAMASI WASHINGTON dem Jazz ein kosmisches Antlitz

Das Wort Jazz bedeutet Kamasi Washington nicht viel. Es ist eben nur ein Wort. Mit seiner Musik will er ausdrücken, wofür Worte nicht ausreichen. Eine gewisse Neigung zum Gigantismus kann man ihm nicht absprechen, denn Kamasi Washington will nicht weniger als die Welt verändern. Aber geht das denn? Dafür greift er zugleich nach den Sternen und zum Erdkern.

Bei RIVERSEA macht der Text die Musik, während wechselnde Gitarristen für Abwechslung sorgen

Wer in diesen Tagen nach England telefoniert, kommt schnell auch auf die Fußball-WM zu sprechen. Ehe wir Riversea-Keyboarder Brendan Eyre zum neuen Album der Band „The Tide“ befragen können, löchert er den deutschen Interviewer. Als Fan von Manchester City könne er nicht verstehen, dass Joachim Löw City-Stürmer Leroy Sané nicht mit nach Russland genommen habe: „Ist das was Persönliches?“ Die Antwort (starke Konkurrenz auf seiner Position) überzeugt Eyre nicht so recht. Aber egal. Wir wollen ja eigentlich über Musik sprechen! Der Nachfolger des starken Debüts „Out Of An Ancient World“ bietet ausreichend Gesprächsstoff.

...und vieles mehr!
 

micha108

Aktives Mitglied
Oh wie prima - es kommt was von David Sylvian :). Vielleicht bekommen seine Sachen doch noch etwas mehr Aufmerksamkeit ... nicht nur "Plight", da gibt´s noch mehr :p
 

moonmadness

Mitglied
ihn aus der Altherrenschmuddelecke wieder ins Rampenlicht zu holen
Altherrenschmuddelecke?! Hallo?! Vl. hat er die Sache wieder etwas "glamouröser" erscheinen lassen, was aber längst nicht allen gefällt. Im Gegenteil hat er bei manchem damit einiges an Glaubwürdigkeit/Authentizität verspielt. Ist ein guter Gitarrist aber bestimmt nicht der Einzige^^... tja... Blues hat eh nix mit Glamour zu tun, aber ich will nicht wieder in so eine Grundlagendiskussion verfallen.
 
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WeepingElf

Aktives Mitglied
Der Blues ist so glamourös wie die Sonne kalt und dunkel ist, und das macht ihn doch gerade aus! Der hat doch erdig zu sein, gespielt auf einer Gitarre, die aussieht, als hätte sie eine lange Geschichte zu erzählen - wenn Ihr mich fragt, dann ist (authentischer) Blues das exakte Gegenteil von Glam! Welcher Baumwollpflücker vom Mississippi konnte sich schon ein Paillettenkostüm leisten? Das passt nicht zusammen!

Nicht dass ich ein Bluespurist wäre, Ihr solltet schon wissen, wo bei mir der Hammer hängt, aber Blues und Glam sind wirklich zwei Welten, die mindestens so weit auseinander liegen wie Prog und Punk.
 

Tortoise

Mitglied
Ich habe ein Abo und das Heft 202 ist Stand heute 02.07.2018 immer noch nicht da. Bisher war die Abo Lieferung immer pünktlich.
 

Catabolic

Aktives Mitglied
Gemischte Gefühle bei mir in punkto aktuellem Heft. Zuerst das Negative: Leute, ich gehe gegen die 60. Macht mich bitte nicht permanent noch älter, als ich bin, oder andersrum gesagt: Lasst mich mit diesen Nostalgie-Artikeln nicht dauernd wissen, wie alt ich bin. Ich würde mich viel mehr über eine 20 Seiten umfassende Story zum Thema New Progressive Rock freuen als zum Jahr 0 des Rock.

In krassem Kontrast zu meinem obigen Gemeckere: Der Sampler. Leider leider ist das wieder mal eine herrliche Zusammenstellung - immer diese ollen Kamellen, die man einfach nicht aus der Birne kriegt. Es ist zum verzweifeln geil...

Und das Highlight für mich: Ronno. Ich liebe diesen Gitarristen, schon immer. Bowie wäre - naja, zumindest eine kurze Zeit lang - nie das gewesen was er war, ohne Ronno. Das Beste, was man sich von diesem Ausnahmetalent antun kann, ist die viertelstündige Live-Version von "The Width Of A Circle" auf der 30th Anniversary Ausgabe von "Ziggy Stardust - The Original Motion Picture Soundtrack". Das ist irgendwie nicht von dieser Welt....darum:


Rockige Grüsse
Der alte Sack
 

Mike

Moderator
Teammitglied
Ich habe ein Abo und das Heft 202 ist Stand heute 02.07.2018 immer noch nicht da. Bisher war die Abo Lieferung immer pünktlich.
Hallo Tortoise,
lass uns noch mal bis morgen bitte warten...es kann immer mal bei der Post auch etwas schief laufen. Falls es morgen Abend immer noch nicht da ist, schick mir bitte deine Anschrift und ich lasse dir ein Exemplar nachschicken. Okay?
Grüße,
Mike
 
Zuletzt bearbeitet:

micha108

Aktives Mitglied
Gemischte Gefühle bei mir in punkto aktuellem Heft. Zuerst das Negative: Leute, ich gehe gegen die 60. Macht mich bitte nicht permanent noch älter, als ich bin, oder andersrum gesagt: Lasst mich mit diesen Nostalgie-Artikeln nicht dauernd wissen, wie alt ich bin. Ich würde mich viel mehr über eine 20 Seiten umfassende Story zum Thema New Progressive Rock freuen als zum Jahr 0 des Rock.

In krassem Kontrast zu meinem obigen Gemeckere: Der Sampler. Leider leider ist das wieder mal eine herrliche Zusammenstellung - immer diese ollen Kamellen, die man einfach nicht aus der Birne kriegt. Es ist zum verzweifeln geil...

Und das Highlight für mich: Ronno. Ich liebe diesen Gitarristen, schon immer. Bowie wäre - naja, zumindest eine kurze Zeit lang - nie das gewesen was er war, ohne Ronno. Das Beste, was man sich von diesem Ausnahmetalent antun kann, ist die viertelstündige Live-Version von "The Width Of A Circle" auf der 30th Anniversary Ausgabe von "Ziggy Stardust - The Original Motion Picture Soundtrack". Das ist irgendwie nicht von dieser Welt....darum:


Rockige Grüsse
Der alte Sack

Sieh das doch mal anders: Die scheinbar nostalgischen Artikel haben bei unserem Alter womöglich den Sinn, durch das Lesen bestimmte Neurotransmitter (aus der Erinnerung) anzuregen, was für einen Schub in der Verjüngung sorgt und uns - auch als Eclipsed-Kunden- länger leben lässt mit einem freudvollen, jugendlichen Geist. Und die Strähnen im Haar sind natürlich und wenn keine mehr da sind, passt es ja auch .... :D
 

Catabolic

Aktives Mitglied
Sieh das doch mal anders: Die scheinbar nostalgischen Artikel haben bei unserem Alter womöglich den Sinn, durch das Lesen bestimmte Neurotransmitter (aus der Erinnerung) anzuregen, was für einen Schub in der Verjüngung sorgt und uns - auch als Eclipsed-Kunden- länger leben lässt mit einem freudvollen, jugendlichen Geist. Und die Strähnen im Haar sind natürlich und wenn keine mehr da sind, passt es ja auch .... :D
Haha...das ist natürlich klasse geschrieben gezz...weil....so wahr :):):)
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Die 20 Seiten über 1968 handeln zwar naturgemäß von "Anno Tuck", aber in einer Weise, die ich als Freund des Prog von heute durchaus zu würdigen weiß. Schließlich wurden in der damaligen Zeit die Fundamente jener Musikrichtung gelegt, die ich heute so schätze (und ohne diese Ereignisse wäre unsere Gesellschaft heute weniger frei, bunt und problembewusst - es gäbe immer noch Krawattenzwang in den meisten Restaurants, auf dem Lande zumindest würden die Frauen noch Kopftücher tragen, Homosexuelle würden in psychiatrischen Kliniken "kuriert" werden, es gäbe keine Energiewende, und die Berliner Mauer würde wohl auch noch stehen und Seehofer Kanzler sein, weil Angela Merkel irgendwo in der immer noch existierenden DDR versauerte[1]).

Aber es stimmt schon, in der Eclipsed läuft zu viel Zeug von gestern, oder sagen wir es mal anders herum, zu wenig Zeug von heute. Für die Nostalgiefraktion gibt es doch schon Good Times, Classic Rock & Co. Da wäre es doch ein willkommenes Alleinstellungsmerkmal, wenn die Eclipsed sich stärker auf aktuelle Entwicklungen (und damit meine ich nicht, was die alten Helden heute so veranstalten) fokussieren würde. Aber was rede ich, das habe ich hier schon das eine oder andere Mal zum Besten gegeben, geändert hat sich bislang nicht viel ;)

[1] Wenn Ihr jetzt fragt, was hat denn der Mauerfall mit "68" zu tun? Nun, ohne "68" wohl keine Entspannungspolitik in den 70ern, sondern ein härterer Kurs gegen die UdSSR → Verschiebung des Kräfteverhältnisses im Kreml zugunsten der Hardliner → kein Gorbatschow, keine Perestroika etc. → Demos von 1989 werden blutig niedergeschlagen → Berliner Mauer steht noch. Schlimmstenfalls entzündet sich daran gar der 3. Weltkrieg, und wir hätten andere Sorgen, als darüber zu diskutieren, was eine bestimmte Zeitschrift alles so besser machen könnte ;)
 

moonmadness

Mitglied
Lasst mich mit diesen Nostalgie-Artikeln nicht dauernd wissen, wie alt ich bin.
da weiss man grad nicht ob man schmunzeln oder traurig gucken soll...

nach längeren überlegungen: scheinbar spaltet sich die musikhörerschaft in lager derer, deren musikgeschmack in etwa nach dem 25.-30. lebensjahr kaum noch eine grosse rolle spielt (quasi später dann die "ewiggestrigen" welche hier z.b. gern in ihrer 50 jahre zurückliegenden jugend schwelgen - "ach och 1968, was für ein jahr, da gab's noch 'richtige' musik" haha - GANZ krass dann ein AT, der in etwa meint nach dieser zeit gab's in etwa gar keine relevante musik mehr -> BIG HAHAHA) und dann gibts da einige eher wenige freaks (siehe forum, wieviel sind hier aktive nutzer von angemeldeten leuten, das sagt auch einiges aus), die gern immerwieder neue musik entdecken und sich generell interessieren, selbst wenn diese musik nur in ihren geschmacksmustern (ist das jetzt noch prog?) verhaftet ist... dann gibts noch eine minimale zahl derer, die offen für sehr vieles sind, kamasi washington na okay... so der überbrüller find ich das jetzt wie so vieles nicht, aber zumindest macht er jazz wieder bissel populärer hm? früher war alles besser, kann man so auch nicht sagen, manches sicher... und da gabs dann aber wesentlich mehr als hendrix, zeppelin und coltrane, geschweige denn bands wie den beatles, wo nun wirklich jeder atemzug im studio anderweitig dokumentiert wurde... ein grosses TJA...

wer soll also das eclipsed kaufen?

ich schätze den prozentsatz der "freaks" (die immer wieder neues entdecken wollen) auf höchstens 10% ein. massig neue geile bands und musiker hingegen gibt's tatsächlich sehr sehr viele. viele sind dann aber auch nicht bei labels, die freudig mit promotiongeld um sich werfen (können). ich hab im eclipsed die besten gruppen immer nur zwischen den zeilen entdeckt, und das wird sich wohl kaum je ändern. ich glaub das war jetzt auch mein letzter beitrag zu dieser endlosen diskussion.

zum letzten mal auch ein paar vorschläge für meines erachtens interessante themen:

- der neue krautrock, gabs mal auf einer seite sehr oberflächlich, muss man halt auch mal bissel recherchieren (nicht nur bei bekannten labels)
- canterbury prog-special (selbst wenns das vor 10 jahrne schonmal gab), lieber da nochmal nachhaken als bei den beatles, stones oder yes und co
- steve hillage, mike bloomfield und solche leute mal dick featuren, nicht nur in einer einkaufsliste und nem kommentar - euch fallen da besztimmt ganz ganz viele ein (oder auch nicht)
- "obskurer" 70s heavy rock á la bang, iron claw, leafhound, poobah etc (alles bands, die seit den 70ern noch oder wieder existieren)
- "obskurer" folk, selbst die für ältere leser bekannte gruppen wie pentangle, oder gar fairport convention - da kann man bestimmt schöne themen draus stricken, (für mich) 1000 mal interesssanter als die beatles
- label specials, alte labels á la vertigo, pilz und haste nicht gesehen - neue minilabels wie nasoni, elektrohasch (obwohl die fast nicht mehr so relevant sind, wie in den früheren 2000ern)
- spart euch diese miniartikel auf einer viertelseite, jede band entweder auf ner halben seite oder gar nicht - eher jeder band eine seite zugestehen (classic rock machts vor)
- diese musikerartikel sind teils ganz witzig, aber ich frage mich, muss das im eclipsed stattfinden, wo so schon echt viel kuddelmuddel stattfindet? (bands wie nightwish haben im eclipsed nichts zu suchen find ich)
...

wo man hingegen platz machen könnte:
- die undergroundseite ist oft eher tiefgrund und daher nicht so sehr relevant imho
- diese "längst vergessen" ist oft eher nur noch murks seit jahren
- diese uraltnews und radio-fernsehtips können raus
- die textübersetzung kann raus (vorbild bravo??)
- zwei seiten musikertheorie für wen??

ich hör jetzt auf, weil einige dieser dinge wurden hier oft genug angesprochen.

ich finde das eclipsed am ende nicht schlecht, frage mich aber auch was man in 5 jahren dann machen will. immer wieder beatles und co?
 
Zuletzt bearbeitet:

WeepingElf

Aktives Mitglied
Ein sehr gehaltvoller Beitrag, moonmadness, und die Kleinschreibung "nevt" oder nervt mich keineswegs (auch wenn sie ein wenig den Lesefluss beeinträchtigt, weil es keine Großbuchstaben gibt, an denen man sich wie gewohnt orientieren kann). Wichtiger ist, was Du schreibst!

da weiss man grad nicht ob man schmunzeln oder traurig gucken soll...

nach längeren überlegungen: scheinbar spaltet sich die musikhörerschaft in lager derer, deren musikgeschmack in etwa nach dem 25.-30. lebensjahr kaum noch eine grosse rolle spielt (quasi später dann die "ewiggestrigen" welche hier z.b. gern in ihrer 50 jahre zurückliegenden jugend schwelgen - "ach och 1968, was für ein jahr, da gab's noch 'richtige' musik" haha - GANZ krass dann ein AT, der in etwa meint nach dieser zeit gab's in etwa gar keine relevante musik mehr -> BIG HAHAHA)
Ja, manche Leute mögen nur, was in ihrer Jugend oder frühen Erwachsenenzeit angesagt war - eben die "Früher war alles besser"-Typen, die meinen, alle jüngere Musik sei einfach nicht mehr "relevant" oder was weiß ich. Für die gibt es genug andere Zeitschriften, allen voran die programmatisch betitelte Good Times, das muss die Eclipsed nicht nachmachen.

und dann gibts da einige eher wenige freaks (siehe forum, wieviel sind hier aktive nutzer von angemeldeten leuten, das sagt auch einiges aus), die gern immerwieder neue musik entdecken und sich generell interessieren, selbst wenn diese musik nur in ihren geschmacksmustern (ist das jetzt noch prog?) verhaftet ist...
Es ist bei den meisten Leuten anscheinend so, dass sich der Musikgeschmack irgendwann in der späten Jugend oder im frühen Erwachsenenalter verfestigt und sich danach nicht mehr allzu sehr verändert, so dass sie die Entwicklungen vor allem in "ihrem" Genre verfolgen und ganz anderen neuen Genres wenig abgewinnen können.

Ich selbst würde mich mit Vorbehalt zu dieser Gruppe zählen. Ich fing etwa mit 18 an, vornehmlich Prog zu hören, und tue das bis heute. Prog ist immer noch meine Lieblingsmusik, aber nicht nur der klassische und der Neoprog, mit dem alles anfing (in den späten 80ern), sondern vor allem aktuellere Entwicklungen im Prog, wobei ich aber andererseits die Klassiker auch angemessen zu würdigen verstehe. Ich muss aber immer wieder feststellen, dass heute Sachen (vor allem in Hipsterpostillen wie der Visions) unter "Prog-Rock" oder "Prog-Metal" (seltener schlicht unter "Prog") laufen, wo ich mich frage, was das denn noch mit Prog zu tun hat. Anscheinend ist damit nur prog-beeinflusster Alternative Rock bzw. Extreme Metal gemeint. Oder bin ich einfach zu sehr "alter Sack", um mit der Weiterentwicklung des Prog noch mithalten zu können?

Es gibt auch Musik, die ich nicht so mag, der ich das Prädikat "Prog" aber dennoch nicht abspreche (z. B. der größte Teil des Werks Steven Wilsons). Und natürlich gibt es auch jenseits des Progs Musik, die mir gefällt. Aber ich konnte bislang etwa Hip-Hop und elektronischer Tanzmusik nicht viel abgewinnen, obwohl ich etwa dem Metal gegenüber heute viel toleranter bin als früher, als das für mich nur höllischer Kreisch war.

Ich kenne aber auch Leute, bei denen sich der Musikgeschmack auch noch in reiferem Alter wandelt - sie entdecken etwas, was in ihren Ohren "noch besser" ist als die alte Lieblingsmusik. Wenn ich etwa an den guten Herrn denke, mit dem ich vor 7 Jahren den hiesigen (mittlerweile eingegangenen) Prog-Stammtisch gegründet hatte, der ist gut über 50 und hat im Laufe der letzten 2, 3 Jahre das Interesse am Prog weitgehend verloren, der interessiert sich jetzt vor allem für flitzfingerige Gitarrenakrobaten. (Er spielt selbst Gitarre, muss man dazu anmerken.) Und bekanntlich sind '77 ja auch einige ehemals Prog-freundliche Journalisten zur "Gegenseite" übergelaufen ...

dann gibts noch eine minimale zahl derer, die offen für sehr vieles sind,
Die gibt es, aber es sind nicht viele.

kamasi washington na okay... so der überbrüller find ich das jetzt wie so vieles nicht, aber zumindest macht er jazz wieder bissel populärer hm?
Vielleicht.

früher war alles besser, kann man so auch nicht sagen, manches sicher... und da gabs dann aber wesentlich mehr als hendrix, zeppelin und coltrane, geschweige denn bands wie den beatles, wo nun wirklich jeder atemzug im studio anderweitig dokumentiert wurde... ein grosses TJA...
Ich finde eher, dass die späten 60er eine Zeit waren, in denen die Fundamente dessen gelegt wurden, was später zu großer Kunst heranreifte. Aber genau so, wie man in einem Rohbau schlecht wohnen kann, und sei das fertige Haus noch so toll, ist die meiste Musik der Zeit "noch nicht" das, was ich gerne höre. Ich habe jedenfalls beim Durchhören der Heft-CD das so empfunden, dass mir die Musik, die darauf ist, größtenteils nicht so recht gefiel, weil das entweder "unfertig" wirkt oder auch in Richtungen geht, aus denen nie etwas wurde, die ich zu schätzen weiß.

Aber ich bin schon seit langem der Meinung, dass es zwar gut ist, wenn alte, längst vergriffene Klassiker wieder neu aufgelegt werden, und es Tributebands gibt, die die Shows längst verblichener Bands wieder auf die Bühne bringen, aber der Pseudoraritätenkult schon lange pathologische Züge angenommen hat. Muss wirklich jeder Bandschnipsel, auf dem irgendwelche Äußerungen berühmter Musiker drauf sind, auf Vinyl gepresst und zu Mondpreisen unters Volk gebracht werden? Aber so lange es Trottel gibt, die so was kaufen, wird das so weitergehen. Nur sollte eine Zeitschrift wie die Eclipsed solchen Machwerken den Platz einräumen, der ihnen gebührt - nämlich gar keinen.
 

Foxy`s Roadie

Mitglied
aber der Pseudoraritätenkult schon lange pathologische Züge angenommen hat. Muss wirklich jeder Bandschnipsel, auf dem irgendwelche Äußerungen berühmter Musiker drauf sind, auf Vinyl gepresst und zu Mondpreisen unters Volk gebracht werden? Aber so lange es Trottel gibt, die so was kaufen, wird das so weitergehen
Sehe ich genauso! Gibt sicherlich Veröffentlichungen in der Richtung, die sich für mich lohnen würden, aber das ist mit Sicherheit eine kaum messbare Minderheit. Und außerdem ist das eben alles schweineteuer.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Antwort Teil 2 (musste ich teilen, weil es zu lang wurde):

wer soll also das eclipsed kaufen?

ich schätze den prozentsatz der "freaks" (die immer wieder neues entdecken wollen) auf höchstens 10% ein. massig neue geile bands und musiker hingegen gibt's tatsächlich sehr sehr viele. viele sind dann aber auch nicht bei labels, die freudig mit promotiongeld um sich werfen (können). ich hab im eclipsed die besten gruppen immer nur zwischen den zeilen entdeckt, und das wird sich wohl kaum je ändern. ich glaub das war jetzt auch mein letzter beitrag zu dieser endlosen diskussion.
Ja, es sieht so aus, als wären die Klassikerfans, die alles und noch viel mehr von ihrer Lieblingsband von früher meinen haben zu müssen, aber sich nicht für Musik von heute intereesiert, zahlreicher als die "Freaks", wie Du sie nennst.

Und sie haben Kaufkraft. Was sind das für Leute? Das sind Leute, die damals an der Uni waren, die sitzen jetzt in gut bezahlten Akademikerjobs oder saßen da mal und genießen eine entsprechend großzügige Rente, und das Eigenheim ist längst abbezahlt, die Kinder sind aus dem Haus und im Beruf, die muss man also auch nicht mehr ernähren. Da steht also genug Geld für Boxsets zur Verfügung (und der Thorens-Plattenspieler will gefüttert werden).

Die Leute, die offen für neue Musik sind, sind in der Mehrzahl jünger, und weniger kaufkräftig, weil sie noch nicht die Zeit hatten, zum Studiendirektor oder was weiß ich aufzusteigen (wie viele 30jährige hängen heute in einer Praktika-Schleife fest?). Da ist auch nix mit einem abbezahlten Eigenheim, da muss Miete gezahlt oder der Bausparvertrag abgestottert werden. Oft sind auch noch Kinder im Haus. Da bleibt dann eben weniger Geld für Platten übrig. Es gibt auch keinen Thorens-Plattenspieler, sondern nur eine 1000-Euro-Stereoanlage aus dem Media Markt, wenn's hochkommt.

Und wie das im Kapitalismus so ist, werden die Kaufkräftigen besser bedient als die weniger Kaufkräftigen.

zum letzten mal auch ein paar vorschläge für meines erachtens interessante themen:

- der neue krautrock, gabs mal auf einer seite sehr oberflächlich, muss man halt auch mal bissel recherchieren (nicht nur bei bekannten labels)
- canterbury prog-special (selbst wenns das vor 10 jahrne schonmal gab), lieber da nochmal nachhaken als bei den beatles, stones oder yes und co
- steve hillage, mike bloomfield und solche leute mal dick featuren, nicht nur in einer einkaufsliste und nem kommentar - euch fallen da besztimmt ganz ganz viele ein (oder auch nicht)
- "obskurer" 70s heavy rock á la bang, iron claw, leafhound, poobah etc (alles bands, die seit den 70ern noch oder wieder existieren)
- "obskurer" folk, selbst die für ältere leser bekannte gruppen wie pentangle, oder gar fairport convention - da kann man bestimmt schöne themen draus stricken, (für mich) 1000 mal interesssanter als die beatles
- label specials, alte labels á la vertigo, pilz und haste nicht gesehen - neue minilabels wie nasoni, elektrohasch (obwohl die fast nicht mehr so relevant sind, wie in den früheren 2000ern)
Alles interessante Themen, jedenfalls interessanter als "50 Jahre Album XYZ von PQR"-Titelgeschichten!

- spart euch diese miniartikel auf einer viertelseite, jede band entweder auf ner halben seite oder gar nicht - eher jeder band eine seite zugestehen (classic rock machts vor)
- diese musikerartikel sind teils ganz witzig, aber ich frage mich, muss das im eclipsed stattfinden, wo so schon echt viel kuddelmuddel stattfindet? (bands wie nightwish haben im eclipsed nichts zu suchen find ich)
...
Überhaupt mehr Raum für aktuelle Acts! Es gibt eine Menge interessante neue Bands, von denen man gar nichts hört. Wenn ich mir ansehe, dass es in dieser Stadt, wo ich wohne, auf 250.000 Einwohner zwei aktive Progbands gibt - und zwar solche, die guten neuen Prog machen und keine Classic-Prog-Coverbands (eine Pink-Floyd-Coverband haben wir hier aber auch) - dann kann man sich ausrechnen, was da für Schätze auf Entdeckung warten!

wo man hingegen platz machen könnte:
- die undergroundseite ist oft eher tiefgrund und daher nicht so sehr relevant imho
- diese "längst vergessen" ist oft eher nur noch murks seit jahren
- diese uraltnews und radio-fernsehtips können raus
- die textübersetzung kann raus (vorbild bravo??)
- zwei seiten musikertheorie für wen??

ich hör jetzt auf, weil einige dieser dinge wurden hier oft genug angesprochen.

ich finde das eclipsed am ende nicht schlecht, frage mich aber auch was man in 5 jahren dann machen will. immer wieder beatles und co?
Ja, die Eclipsed ist nicht schlecht, aber man könnte da einiges verbessern. Aber andererseits kann man's nicht jedem Recht machen, denn die Geschmäcker und Interessen sind verschieden.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Fände es auch besser, wenn weniger über diese Boxsets berichtet werden würde.
Einfache wirtschaftliche Rechnung. Wer die Boxsets kauft, ist meist auch Leser der Zeitung und hat die Kohle. Also werden sie weiterhin beworben werden, denn das Magazin lebt von Verkaufszahlen. Nimmst du solche Sachen raus kostet das Magazin wahrscheinlich das dreifache. Und wie das Gejammer da los geht kannst du dir vorstellen. Also wird ECLIPSED weiterhin den Spagat machen müssen, und im Gegensatz zu anderen bekommen sie das meiner Meinung nach recht gut hin.
 

passionplayer

Mitglied
nevt? ja?

im internet kann man sich ja schnell ankacken, deswegen nur mal so viel, ich mach mir gedanken und hab mich bemüht sie möglichst freundlich und konstruktiv auszudrücken. was dein beitrag soll, weisst wohl nur du...

sowas "nevt" mich dann nämlich.
Mein Gott, du weißt doch was ich meine. Zur guten Lesbarkeit von Texten sollte man sich an die Regeln der Rechtschreibung halten, oder bist du einfach nur zu faul dazu?
 

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