Heft 05-2020

Catabolic

Alter Hase
BRAVO kenne ich noch aus meiner Jugend - war das ein Musikmagazin?o_O Und was ist POP?:confused:

Bei se wei - netter Text Herr Euch!:cool:
POP war ab 1965 bis weit in die 70er das deutschsprachige Musikmagazin schlechthin. Vom Schweizer Jürg Marquardt ins Leben gerufen. Mein Basiswissen stammt zu einem grossen Teil von dort. BRAVO war kein Musikmagazin - Musik kam zwar drin vor, ja. Die BRAVO kaufte zu meiner Jugendzeit zwar kaum einer, aber alle kannten immer die Inhalte jeder Ausgabe, besonders, wie man Gesichtspickel entfernt, wie man sich einen lebensgrossen Donny Osmond übers Bett zusammenklebt und ob Küssen schwanger macht.

https://bravoarchiv.com/pop
 

moonmadness

Mitglied
Herzlich grüsse Euch Marcel, 13, aus Zürich
hahaha ... ja ich hab irgendwo auch mal ein gutes Statement zu dieser Zeit (jetzt - im Allgemeinen) gelesen, was da irgendwie an den alten Foyer des Artes-Titel anlehnte: "Das Leben ist uninteressant" (aber immer wieder schön)


Was will ich eigentlich sagen... es ist schon erstaunlich, aber diese "alte Bands-Cover" verkaufen sich scheinbar trotzdem immer noch besser als wenn "junge" Band XY drauf wär o_O

Ein bisschen Licht in dunklen Zeiten möchte übrigens das Bravo Archiv spenden:

https://bravo-archiv-shop.com/ein-wenig-licht-in-dunklen-zeiten

Ist das nicht alles verrückt? Was meint ihr ...
 

Catabolic

Alter Hase
Die Frage "Was hätte aus den Beatles werden können?" halte ich für total bescheuert by the way.
Tja, was hätte aus den Beatles werden können ? Träumen ist durchaus erlaubt, finde ich. Nach der weltgrössten Popband wäre der Vierer vielleicht eine der anpassungs- und trotzdem experimentierfreudigsten Rockbands der 70er Jahre geworden. Die Tendenzen waren ja seit 1966 da. Dank dem umsichtigen Produzenten Glyn Johns, der das nächste Album produziert hätte, wäre ihnen vielleicht ein glorreiches Comeback geglückt. Billy Preston wäre als inzwischen festes fünftes Bandmitglied mit dabei gewesen. Diese 'Fab Five' hätten mit dem 1974 endlich fertiggestellten Album "Get Back" für Furore gesorgt (den Schwanengesang, das Album "Let It Be", hätte es natürlich nicht gegeben). Aber wie Matthias Bergert in seiner spekulativ gestellten Frage argumentiert, gab es genügend kreative Möglichkeiten musikalischer Eventualitäten. Wie lange das Ego der fünf Musiker da jedoch mitgemacht hätte, kann man nicht erahnen. Die Beatles waren aus meiner Sicht ein einmaliges Konstrukt von vier unterschiedlichen Charakteren, das zusammen etwas schuf, was keiner anderen Popband gelang: In knapp 7 Jahren die moderne Unterhaltungsmusik, wie wir sie heute kennen, nicht nur zu erfinden, sondern diese neue Musik am Ende auch noch in alle möglichen Richtungen öffnen zu können.
 

Jester.D

Alter Hase
Ja klar ist träumen erlaubt, aber dann mache ich mal weiter und träume doch mal schnell, was aus Jimi, Janis, Jim (hier könnt ihr noch ein paar Namen reinträumen...) hätte werden können, wenn... ich finde das albern. Es bringt einfach nichts.
 

Alexboy

Aktives Mitglied
Tja, was hätte aus den Beatles werden können ? Träumen ist durchaus erlaubt, finde ich. Nach der weltgrössten Popband wäre der Vierer vielleicht eine der anpassungs- und trotzdem experimentierfreudigsten Rockbands der 70er Jahre geworden. Die Tendenzen waren ja seit 1966 da. Dank dem umsichtigen Produzenten Glyn Johns, der das nächste Album produziert hätte, wäre ihnen vielleicht ein glorreiches Comeback geglückt. Billy Preston wäre als inzwischen festes fünftes Bandmitglied mit dabei gewesen. Diese 'Fab Five' hätten mit dem 1974 endlich fertiggestellten Album "Get Back" für Furore gesorgt (den Schwanengesang, das Album "Let It Be", hätte es natürlich nicht gegeben). Aber wie Matthias Bergert in seiner spekulativ gestellten Frage argumentiert, gab es genügend kreative Möglichkeiten musikalischer Eventualitäten. Wie lange das Ego der fünf Musiker da jedoch mitgemacht hätte, kann man nicht erahnen. Die Beatles waren aus meiner Sicht ein einmaliges Konstrukt von vier unterschiedlichen Charakteren, das zusammen etwas schuf, was keiner anderen Popband gelang: In knapp 7 Jahren die moderne Unterhaltungsmusik, wie wir sie heute kennen, nicht nur zu erfinden, sondern diese neue Musik am Ende auch noch in alle möglichen Richtungen öffnen zu können.
Peter Jackson arbeitet an einem Film über die Beatles: Get back
https://www.imdb.com/title/tt9735318/?ref_=nm_flmg_prd_3
 

phonoline

Mitglied
Was wäre aus AC/DC geworden, wenn in der verhängnisvollen Februarnacht Bon Scotts Kumpel ihn nicht den Rausch im Wagen hätte ausschlafen lassen?
Was wäre aus Phil Collins geworden, wenn PG bei Genesis geblieben wäre?
Gäbe es heute die Foo Fighters, hätte sich Cobain nicht das Leben genommen?

Im Prinzip alles Quatsch. Lädt aber dennoch zu Spekulationen und Träumereien ein. Manchmal ist so was dann doch spannend.
 

Alexboy

Aktives Mitglied
Was wäre aus AC/DC geworden, wenn in der verhängnisvollen Februarnacht Bon Scotts Kumpel ihn nicht den Rausch im Wagen hätte ausschlafen lassen?
Was wäre aus Phil Collins geworden, wenn PG bei Genesis geblieben wäre?
Gäbe es heute die Foo Fighters, hätte sich Cobain nicht das Leben genommen?

Im Prinzip alles Quatsch. Lädt aber dennoch zu Spekulationen und Träumereien ein. Manchmal ist so was dann doch spannend.
Dann hätte ich wahrscheinlich noch mehr Scheiben und viel weniger Platz.
Ich träume lieber mit dem Kopfhörer auf und der schon vorhandenen Musik - feuchte Träume mit Ohrgasmus.:oops:
Ich habe mir eigentlich noch nie solche Gedanken gemacht, wie, was wäre wenn?
Wenn etwas negatives - Musikerverlust , Bandauflösung etc. - passierte, war ich traurig, aber die vorhandenen Erinnerungen/Stücke reichten mir dann immer aus. Und neue kamen ununterbrochen dazu. So what?;)
 

phonoline

Mitglied
AC/DC mit Bon Scott waren großartig, aber ich liebe das, was sie mit Brian Johnson machten, ganz genauso. Ich bin saufroh, dass sich PG von Genesis trennte und sein unfassbar geiles Solowerk anging. Foo Fighters? Für mich die letzte große Stadionband dieses Planeten. Die Welt wäre ein großes Stück ärmer ohne Dave Grohls Geschrei!. :)
 

Catabolic

Alter Hase
Ja klar ist träumen erlaubt, aber dann mache ich mal weiter und träume doch mal schnell, was aus Jimi, Janis, Jim (hier könnt ihr noch ein paar Namen reinträumen...) hätte werden können, wenn... ich finde das albern. Es bringt einfach nichts.
Ach, ist doch reizvoll. Bei Jimi wäre ich mir sicher, dass der irgendwann als einer der grössten Jazz-Gitarristen in die Geschichte eingegangen wäre. Er war in so kurzer Zeit so nahe dran, dem Rock den Rücken zu kehren.
 

Catabolic

Alter Hase
AC/DC mit Bon Scott waren großartig, aber ich liebe das, was sie mit Brian Johnson machten, ganz genauso. Ich bin saufroh, dass sich PG von Genesis trennte und sein unfassbar geiles Solowerk anging. Foo Fighters? Für mich die letzte große Stadionband dieses Planeten. Die Welt wäre ein großes Stück ärmer ohne Dave Grohls Geschrei!. :)
Das Schönste, was ich je gehört habe in Zusammenhang mit den Foo Fighters ist das hier....da kniest einfach nieder bei soviel Ehrerbietung.

 

Waldmeister

Alter Hase
Tja, was hätte aus den Beatles werden können ? Träumen ist durchaus erlaubt, finde ich. Nach der weltgrössten Popband wäre der Vierer vielleicht eine der anpassungs- und trotzdem experimentierfreudigsten Rockbands der 70er Jahre geworden. Die Tendenzen waren ja seit 1966 da. Dank dem umsichtigen Produzenten Glyn Johns, der das nächste Album produziert hätte, wäre ihnen vielleicht ein glorreiches Comeback geglückt. Billy Preston wäre als inzwischen festes fünftes Bandmitglied mit dabei gewesen. Diese 'Fab Five' hätten mit dem 1974 endlich fertiggestellten Album "Get Back" für Furore gesorgt (den Schwanengesang, das Album "Let It Be", hätte es natürlich nicht gegeben). Aber wie Matthias Bergert in seiner spekulativ gestellten Frage argumentiert, gab es genügend kreative Möglichkeiten musikalischer Eventualitäten. Wie lange das Ego der fünf Musiker da jedoch mitgemacht hätte, kann man nicht erahnen. Die Beatles waren aus meiner Sicht ein einmaliges Konstrukt von vier unterschiedlichen Charakteren, das zusammen etwas schuf, was keiner anderen Popband gelang: In knapp 7 Jahren die moderne Unterhaltungsmusik, wie wir sie heute kennen, nicht nur zu erfinden, sondern diese neue Musik am Ende auch noch in alle möglichen Richtungen öffnen zu können.
man kann sich die imaginären weiteren beatles-werke ja durchaus auch anhand der real vorliegenden solowerke vorstellen - also als mischung aus den besten songs von diesen. ich finde, diese vorstellung wäre bereits mehr als nur reizvoll. natürlich wäre die musik dann etwas anders geworden, hätten sie da noch als richtige band agiert...

aber so um 1975/76/77 herum hätten sie sich dann von mir aus definitiv auflösen können, um nicht in die 80er falle (cleane produktion, patsch-drums usw) zu tappen. :D
 
Zuletzt bearbeitet:

pandeiro

Mitglied
Ringo Starr. Der war mir einfach immer schon sympathisch, weil er auf seinen vielen Soloplatten und Kollaborationen stets offen ausspielte, was er immer war: Ein Teamplayer, ein mittelmässiger Sänger, aber hervorragender Drummer
Einspruch euer Ehren;) was die letzte Behauptung angeht.
Etwas tiefer in Beatles Bios gebuddelt ist belegt wie verzweifelt Lennon/McCartney oft waren, weil der liebe Ringo auch beim x-ten Take nicht das erwartete spielte. Zumal auch damals die Tontechniker aus vielen Takes einen Song zusammengebastelt haben. Dass er songdienlich spielte ist bestimmt richtig. Aber das hat z.B. Nick Mason und viele andere auch.
Ist nur die Meinung eines Drummers ;)
Grüße vom Trommelfell:)
 

Catabolic

Alter Hase
Einspruch euer Ehren;) was die letzte Behauptung angeht.
Etwas tiefer in Beatles Bios gebuddelt ist belegt wie verzweifelt Lennon/McCartney oft waren, weil der liebe Ringo auch beim x-ten Take nicht das erwartete spielte. Zumal auch damals die Tontechniker aus vielen Takes einen Song zusammengebastelt haben. Dass er songdienlich spielte ist bestimmt richtig. Aber das hat z.B. Nick Mason und viele andere auch.
Ist nur die Meinung eines Drummers ;)
Grüße vom Trommelfell:)
Dem Begriff "kreativer Songdienlichkeit" begegnet man immer wieder, wenn man über Ringo stolpert. Auch in den zwei dicken Wälzern über die Beatles, die bei mir im Regal stehen, wird das thematisiert. Ich hatte nicht umsonst in einem früheren Post auf Bev Bevan (ELO) hingewiesen. Meiner Meinung nach spielt auch er genau diesen 'songdienlichen' Drum-Stil - nie zu viel, immer ganz einfach auf den Punkt. Wenn ich mir heute noch regelmässig Beatles-Alben auflege, höre ich das stets heraus: Diese Reduktion in der Rhythmik durch Ringo. Er schuf damit eine bemerkenswerte Transparenz im Gesamtsound. Ich meine ganz ernsthaft, dass sich viele der bekannten und längst verinnerlichten Beatles Songs ganz anders anhören würden, wäre Ringo stärker von seinen Idolen beeinflusst gewesen, resp. hätte er mehr technisches Drumming angewendet. In seiner frühen Phase war er ein Fan u.a. von Buddy Rich, nicht unbedingt eine Adresse für stoisches, simples Drumming. Was die Beatles später in den vielen Aufnahmesessions alles ausprobiert und collagiert (imho zusammengestückelt) haben, darüber habe ich auch gelesen. Ich denke, ohne solche studiotechnische Spielereien wären viele psychedelische Werke der 60er nicht möglich gewesen. Neue Technik, vor allem die Mehrspur-Maschinen boten geradezu abenteuerliche Spielerei-Möglichkeiten. "Sgt. Pepper" zum Beispiel: Man kann es heute kaum mehr glauben, dass dieses Album lediglich mit Vierspur-Bandmaschinen aufgenommen sein soll.

https://www.drumheads.de/lesen/ringo-starr-der-unterschaetzte-beatle/
 

pandeiro

Mitglied
Danke erstmal für die ausführliche Antwort und den Link. Ich nehme mal an wir kommen aus 2 ziemlich unterschiedlichen Ecken (oder bist du auch Drummer?)
Sobald du ein Instrument spielst, hörst du es mit anderen Ohren. Du achtest auf andere Feinheiten, fokussierst dich auf dein Instrument. Da spielt natürlich auch Technik, Timing, Virtuosität und Songdienlichkeit ;)eine Rolle. Und dann kommen wir schnell und fließend in den Bereich Geschmacksache.
Für mich ist z.B. was Songdienlichkeit und Virtuosität betrifft, Steve Gadd ein glänzendes Beispiel.
Er lässt sein großes Können nur manchmal durchblitzen, ohne den Song zu verdreschen:)
Da gäbe es noch viele Beispiele aber immer mit großem subjektiven Geschmacksanteil und darüber möchte ich nicht streiten.
Ringo betreffend wissen wir natürlich nicht genau welchen eigenen kreativen DrumAnteil er bei den Beatles hatte.

Grüße
von den Trommelfellen;)
 

Catabolic

Alter Hase
@pandeiro:

Ich bin kein Drummer, habe aber mit verschiedenen Drummern zusammengearbeitet. Zuletzt und am längsten mit Peter Kumpf (Anyone's Daughter). Er ist ein sehr perkussiv spielender Drummer, den ich manchmal bremsen musste, weil einige meiner eher bluesigen Stücke dann fast zu verspielt wirkten. Wenn ich als alter Dinosaurier Namen von Drummern nennen müsste, deren Spiel ich sehr mag, wären dies auf jeden Fall Steve Ferrone (vor allem dessen Zeit beim Brian Auger Oblivion Express und natürlich später bei der Average White Band), Sly Dunbar (Lieblingsarbeit: "Infidels" von Bob Dylan) und natürlich Klaus Dinger (Neu, Michael Rother).

Hier trommelt Peter Kumpf auf einem meiner Stücke so, wie ich das richtig mag:

 

Jester.D

Alter Hase
Einspruch euer Ehren;) was die letzte Behauptung angeht.
Etwas tiefer in Beatles Bios gebuddelt ist belegt wie verzweifelt Lennon/McCartney oft waren, weil der liebe Ringo auch beim x-ten Take nicht das erwartete spielte. Zumal auch damals die Tontechniker aus vielen Takes einen Song zusammengebastelt haben. Dass er songdienlich spielte ist bestimmt richtig.
Es gibt da diese Kategorie der "Institutionen" von Musikern - es sind oft nicht die besten ihres Fachs wie eben auch Ringo, aber sie sind aus einem bestimmten Sound nicht wegzudenken bzw. haben mit ihren Eigenarten mit zu besonderen Aufnahmen beigetragen. Außer Ringo fällt mir da immer Charlie Watts ein. Er wurde mal befragt, wie er diesen einen so besonderen Rhythmus in einem Song geschafft hat. Charlie kratzte sich am Kopf und meinte nur, dass er es halt nicht besser hinbekommen habe. Es ist nicht immer das technisch super versierte oder uferlos inspirierte Spiel, es sind die Eigenheiten (Macken manchmal auch), einfach das menschliche Element, was eine Musik besonders macht. Ich mag Ringo on drums, aber er ist kein hervorragender Drummer. Ganz sicher nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Perfectionist

Aktives Mitglied
Dafür, dass mein Zeitschriftenhändler schon dachte, die Ausgabe wäre komplett ausgefallen, ist das leicht verspätete Heft erstaunlich gut geraten. Da will ich mich auch nicht über das etwas labbrige Cover aufregen (dünnerer Umschlag?).

Dass angesichts der aktuellen Lage alles ein wenig durcheinandergeraten ist, kann ich auch niemandem anlasten. Der Artikel zu den bisherigen Auswirkungen der Corona-Krise auf das Musikgeschäft ist sehr gut recherchiert und aus verschiedenen Blickwinkeln beschrieben. Sicher, ein paar Dinge sind schon wieder überholt (Dezember 2019 als Ausbruchsdatum kann ja nicht stimmen, wenn es schon im November Covid-19-Fälle im Elsass gab), aber irgendwann muss halt Redaktionsschluss sein.

Dass Haken gerade jetzt ein Album namens "Virus" veröffentlichen, ist unglücklichstes Timing. Ich vermute mal, das wird nächstes Mal thematisiert?

Alan Tepper ist wie gewohnt für einige hysterische Lacher gut (der Frischegrade von Ramses II und die Frauen, die noch keine Tussen waren), schade finde ich, dass er bei "Rock 'Til You Drop" nicht erwähnt, dass die Liveaufnahmen von dem Weltrekord-Konzertmarathon 1991 stammen (aber ich hätte es auch gerne etwas prominenter auf der Verpackung gehabt). Klanglich finde ich die Stücke eigentlich ziemlich ordentlich, nur bei den Wembley-Tracks mangelt es etwas an Höhen. Allerdings weiß ich aus guter Quelle, dass eine komplette Dokumentation des Irrsinns in der Mache ist (auch auf DVD), und dafür werden dann hoffentlich alle Multitracks neu abgemischt. Das Studioalbum ist übrigens kaum komprimierter als die Original-CD, und deutlich dynamischer als das Remaster von 2006, hat aber leider trotzdem ein paar Macken.

Mit dem Rest muss ich mich später noch genauer auseinandersetzen.

Damit zu dem wohl von einigen Forumsmitgliedern schon erwarteten Kopfschüttel-Monolog.

"Ich weiß ganz sicher, dass die Erde kein sich drehender BalI in endloser Leere ist." Soso. Also, ich weiß, dass die endlose Leere sich irgendwo zwischen Steve Thorne Ohren befindet. Sorry, aber so einen hanebüchenen Quatsch habe ich auch schon lange nicht mehr gelesen....
Soll er doch mal mit Alexander Gerst sprechen, ob die Erde von der ISS aus wie eine Scheibe aussah. Und wie können sich die ganzen Satelliten in einer Umlaufbahn halten, wenn sie um etwas kreisen, das gar nicht (abgeflacht) kugelförmig ist? Das GPS, das jeder in Echtzeit nutzen kann, wird wohl auch durch Freimaurer vorgegaukelt? Was für ein Blödsinn...
Mit geeigneten Flugzeugen könnte man sicher auch kreuz und quer um die Erde fliegen (OK, dafür reicht wohl der Sprit nicht). Schon die ersten Weltumseglungen haben ganz klar bewiesen, dass die Erde keine Scheibe ist!

Wissenschaft bedeutet, Vermutungen mit Beweisen zu unterlegen und bereits bekannte Erkenntnisse immer wieder zu hinterfragen. Steve Thorne tut das nicht. Er glaubt (in seinen Worten: Er weiß.). Er hat eine Überzeugung, in die er sich irgendwie verrannt hat. Sein Ansatz ist dem einzig anwendbaren und verallgemeinerbaren diametral entgegengesetzt.
Und es ist eine Frechheit und Beleidigung für die Lebensleistung aller Mathematiker und Physiker, die Phänomene wie Gravitation (bzw. das, was sich für uns als Gravitation äußert, was ja eigentlich nur eine Krümmung der Raumzeit ist) schon seit Jahrhunderten erforschen, in Formeln fassen und per (mittlerweile unglaublich sensibler) Datenmessmethoden auch immer wieder belegen, solche Behauptungen aufzustellen. Er diffamiert damit die wohl klügste Berufsgruppe als Verein von Lügnern, obwohl es in den unterschiedlichen Disziplinen so viele Wissenschaftler gibt, die auch immer bereit sind, bereits Existierendes zu widerlegen (was aber nur selten geschieht, und z.B. ersetzen Einsteins Relativitätstheorie oder auch Schrödingers Quantenmechanik ja die Newton'sche Physik nicht wirklich, denn für unser Leben spielen beide kaum eine Rolle bzw. nähern sich den älteren Modellen so weit an, dass der Unterschied für uns nicht spürbar ist) - da ist es platterdings gar nicht möglich, irgendwelche fundamentalen Wahrheiten zu vertuschen, alleine aufgrund der schieren Menge an beteiligten Personen.

An demselben Problem scheitern übrigens auch die meisten anderen Verschwörungstheorien wie z.B. die angeblich nicht stattgefundene Mondlandung.

Ich bin leider auch schon mehrfach mit Leuten aneinandergeraten, die eine solche Weltsicht vertreten. Es gibt eine ganze Szene von Leuten, die den Klimawandel entweder leugnen oder behaupten, er sei natürlichen Ursprungs, inklusive selbst ernannter Experten, deren Beiträge regelmäßig von Klimawissenschaftlern seziert und widerlegt werden. Einer konfrontierte mich mit der Behauptung, es gäbe keinen Treibhauseffekt, da man diesen nicht im Labor nachweisen könnte, und es gäbe dazu auch irgendwelche Preisausschreiben von berühmten "Skeptikern". Irgendwann hab ich's dann kapiert: Ich werde hier nach Strich und Faden verarscht! Da die Bedingungen im Labor gar nicht reproduzierbar sind (wer hat schon eine Sonne und eine kilometerdicke Atmosphäre in seinem Labor), handelt es sich um eine typische Nebelkerze, die nur dazu gedacht ist, schlichte Gemüter zu verwirren und den Eindruck zu erwecken, dass es den wissenschaftlichen Konsens gar nicht gäbe. Man muss da echt aufpassen, dass man nicht auf irgendwelche falschen Fährten hereinfällt.
Natürlich wirkt eine Kugel von den Ausmaßen unseres Planeten annähernd flach - das liegt in der Natur der Sache (so wie man an jede Kurve eine Tangente anlegen kann). So kann man ja auch eine Deutschlandkarte auf ein flaches Papier drucken, ohne dass es dabei nennenswerte Abweichungen bei den Längen bzw. Größenverhältnissen gäbe. Bei ganzen Kontinenten liegt die Sache schon anders.

Rant over.

Ja, da stimmt, allerdings kaufen die unserer Erfahrung nach nur bedingt das eclipsed. Egal, was auf dem Cover oder im Heft ist...
Huhu! ;)

Tja, was war zuerst Ei oder Huhn. Vielleicht kaufen die jungen Eclipsed nicht, weil eben Beatles, Pink Floyd oder LED Zeppelin drauf sind.
Ich liebe Pink Floyd, die Beatles... Led Zeppelin sind nicht ganz so meins, weil ich v.a. Pages Gitarrenspiel nicht so mag.

Die Beatles auf dem Cover. Gähn...
Man hätte stattdessen ein Special zum 40ten von Rush's Permanent Waves bringen können.
Warum sind die neu gestalteten Rush-Covers alle so furchtbar hässlich?
Und dass die Box dank nicht auffindbaren Multitracks, also auch keinem 5.1-Mix, deutlich weniger Mehrwert gegenüber der 2-CD bietet als bei früheren Boxen, sei auch nicht unerwähnt.

Ich glaube, John Lennon wird mit seiner Yoko jetzt nur noch dadaistische Urschrei-Therapie vertonen.
Als Tears-for-Fears-Fan-und-damit-mit-Arthur-Janov-Vertrauter kann ich diesen mehrfach im Heft benutzten Begriff übrigens nicht so stehen lassen. Es heißt korrekt Primärtherapie.

Es gibt da diese Kategorie der "Institutionen" von Musikern - es sind oft nicht die besten ihres Fachs wie eben auch Ringo, aber sie sind aus einem bestimmten Sound nicht wegzudenken bzw. haben mit ihren Eigenarten mit zu besonderen Aufnahmen beigetragen. Außer Ringo fällt mir da immer Charlie Watts ein. Er wurde mal befragt, wie er diesen einen so besonderen Rhythmus in einem Song geschafft hat. Charlie kratzte sich am Kopf und meinte nur, dass er es halt nicht besser hinbekommen habe. Es ist nicht immer das technisch super versierte oder uferlos inspirierte Spiel, es sind die Eigenheiten (Macken manchmal auch), einfach das menschliche Element, was eine Musik besonders macht. Ich mag Ringo on drums, aber er ist kein hervorragender Drummer. Ganz sicher nicht.
Und auch Watts ist nicht unfehlbar - "You Can't Always Get What You Want" hat er nicht hinbekommen (und es klingt live mit ihm auch irgendwie nicht richtig).

Aber wenn sogar Phil Collins die Parts von Ringo bei "A Day in the Life" lobt und meint, heutige Drummer könnten so etwas gar nicht mehr, kann der Herr Starkey nicht so schlecht sein.
 

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