Heft 04-2021

Perfectionist

Aktives Mitglied
Ansonsten weiss ich jetzt nicht, ob ich damit gemeint bin, zu viel Kritik zu äußern? Ich finde die Stimme halt sehr bemüht (für mich leider unerträglich) und den Vergleich zu "Rockgiganten" (welcher für mich wiederum ebenso übertrieben ist) und den aktuellen H-Y-P-E sehr übertrieben.

Das sind doch aber eher realistische Einschätzungen, oder? Ich hab ja nun nicht wie "unser" Steven Wilson, rumgewettert. Das fand/fänd ich z.B. auch eher etwas "too much".
Ja, ich hab deinen Beitrag nur als Sprungbrett genutzt. SW wäre so ein Beispiel. Mir scheint auf jeden Fall, dass die Band für Gesprächsstoff sorgt... Hype auf der einen Seite, extreme, teils wüste Ablehnung auf der anderen Seite. Befremdlich? Oder doch ein gutes Zeichen, dass Rock immer noch lebt?
Den letzten Absatz versteh ich leider nicht so ganz, ... Mit guter Produktion meinte ich wohl eher, es klingt nicht wie 70% der anderen Retroalben, die es seit mehr als 20 Jahren in "dieser Szene" gibt, wo man zunächst einmal übelste Gitarrenwände gegen ein Micky Maus-Schlagzeug auffahren lässt ;) Fand das doch sehr aufgeräumt alles, und eine Rockproduktion muss heutzutage halt fett klingen oder nicht? Das meint man wohl mit "modern". Z.B. benutzen Gitarristen/Bassisten ganz andere Effekte/Zerrstärker als es sie vor 50 Jahren gab... PLUS Powerchords all over the place!! Das ist von sich aus schon lauter/fetter, als z.B. jetzt so die meisten Bands der "guten alten Zeit" überhaupt gedacht haben. Das haben uns die 90er eingebrockt ;) ...
In der Hinsicht ist die Produktion der Band wohl wirklich eher im alten Stil gehalten - aber ich vermute, dass man das auf Vinyl deutlich besser hören kann. Mit dem Loudness-War (der bei GVF wohl erst gegen Ende ins Spiel kommt) ist die Band ja nicht alleine - auch die älteren Bands, die noch unterwegs sind, machen da immer noch fleißig mit. Insofern ist das weniger ein Problem von Greta Van Fleet, sondern eines, das praktisch jedes Rockalbum der Neuzeit betrifft (die hochgelobten Blues Pills waren in der Hinsicht auch nicht besser) und mit dafür sorgt, dass diese eben auf lange Sicht meistens gegen die Klassiker verlieren. Und wenn man das dann so direkt mit einem Vorbild vergleichen kann wie bei GVF / LZ, dann fällt es eben schon ins Gewicht, dass die alten Sachen irgendwie angenehmer klingen. (OK, Deep Purple In Rock vielleicht weniger...)

Aber ja: Die von dir angesprochenen Gitarrenwände mag ich auch nicht. Da höre ich nach zwei, drei Songs einfach nicht mehr hin.
PS: die Stones sind also eine authentischere Bluesband als LZ, soso :) ... na in Ordnung, es ist deine Meinung. Ich finde an beiden nichts wirklich authentisches, wenn man das allzu wörtlich nimmt. Aber LZ sind doch wohl sehr viel ausdrucksstärkere Musiker gewesen, damals ...
Das ist mein Problem mit Zeppelin - der Umgang mit Fremdmaterial war teilweise schon sehr frech. Soviel ich weiß, mussten die Stones nicht von Willie Dixon verklagt werden und haben ja sogar Ike & Tina Turner und B.B. King mit auf Tour genommen, während Led Zeppelin... ach, lassen wir das. :rolleyes:
Als Rockband waren Page, Plant & Co. fraglos explosiver als Jagger/Richards - aber ein Album wie Blue & Lonesome hätten sie eben nicht aufnehmen können, und das meinte ich. Andersherum haben die Stones niemals ein "Kashmir" oder "Black Dog" geschaffen. Es hat halt alles seine Daseinsberechtigung.
 

Jester.D

Aktives Mitglied
Es hat halt alles seine Daseinsberechtigung.
Ja, und um das zu verinnerlichen braucht's halt auch ein bisschen Toleranz. Darüber sind wir uns sicher einig.

Ich komme nochmal zum aktuellen Titelblatt - neben meinen beiden Kritikpunkten (schlechte Patzierung der Bandnamen unter Einkaufsliste und Coverbildchen zum Krautrock) sticht mir die Wachablösung ins Auge, die ja hier schon in den vorangegangenen Posts eine Rolle gespielt hat. Um es klar zu sagen - ich halte das für ausgemachten Humbug. Kein Mensch, selbst die Harten ausm (Rock)Garten ;) warten weder auf einen neuen Rock-Messias a la Springsteen seinerzeit (als er noch so angepriesen wurde), noch auf neue Supergruppen a la Stones, Zepp oder Sabbath oder oder. Das ist grober Unfug. In Zeiten wo Bands mit Plattenverkäufen kaum noch etwas verdienen und lieber selber am Merch-Stand stehen und Sammeltassen verkaufen ist das eine Erwartungshaltung, die offenbar nur noch in irgendwelchen Redaktionsstuben gedeiht und da auch gepflegt wird. Und rein logisch gesehen - wie kann man nach so langer Zeit jemanden ablösen, der gar nicht mehr am Start ist?
 

Music is Live

Aktives Mitglied
Ja, und um das zu verinnerlichen braucht's halt auch ein bisschen Toleranz. Darüber sind wir uns sicher einig.

Ich komme nochmal zum aktuellen Titelblatt - neben meinen beiden Kritikpunkten (schlechte Patzierung der Bandnamen unter Einkaufsliste und Coverbildchen zum Krautrock) sticht mir die Wachablösung ins Auge, die ja hier schon in den vorangegangenen Posts eine Rolle gespielt hat. Um es klar zu sagen - ich halte das für ausgemachten Humbug. Kein Mensch, selbst die Harten ausm (Rock)Garten ;) warten weder auf einen neuen Rock-Messias a la Springsteen seinerzeit (als er noch so angepriesen wurde), noch auf neue Supergruppen a la Stones, Zepp oder Sabbath oder oder. Das ist grober Unfug. In Zeiten wo Bands mit Plattenverkäufen kaum noch etwas verdienen und lieber selber am Merch-Stand stehen und Sammeltassen verkaufen ist das eine Erwartungshaltung, die offenbar nur noch in irgendwelchen Redaktionsstuben gedeiht und da auch gepflegt wird. Und rein logisch gesehen - wie kann man nach so langer Zeit jemanden ablösen, der gar nicht mehr am Start ist?
ich denke eher, dass dieser Vergleich auch von GVF gewollt ist, bessere Werbung kann es doch gar nicht geben...
wegen meiner könnte Eclipsed GVF sofort mit Totalsanktionen belegen.... :D :D :cool:

habe das Blatt noch nicht und stelle fest, einzigster Kaufanreiz ist LTE..... (bis jetzt)
ein bissle mager....
 

Jester.D

Aktives Mitglied
ich denke eher, dass dieser Vergleich auch von GVF gewollt ist, bessere Werbung kann es doch gar nicht geben...
Der Zepp-Vergleich wurde doch schon beim Debüt von den Musikmedien gezogen. Der Band wird es sicher gefallen/geschmeichelt haben, aber ich glaube nicht, dass sie das in die Welt gesetzt haben. Da wurde einfach mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Und nun ein weiteres Mal.

Abgesehen davon mag ich die Burschen und freue mich auf die neue CD.
 

moonmadness

Mitglied
wie kann man nach so langer Zeit jemanden ablösen, der gar nicht mehr am Start ist?
Seit 1980 übrigens LOL ... Heisst das demnach "die Wache" war seitdem unbesetzt? Die Wache über den Gral des Rrrrrrrock :D ........ ha-ha-ha

Als Rockband waren Page, Plant & Co. fraglos explosiver als Jagger/Richards
Ich hatte mich schon auch konkret auf Blues Rockiges bezogen, aber du kannst mir gern etwas ebenbürtiges z.B. zu "You Shook Me" oder "Since I've Been Loving You" aus dem Rolling Stones-Backkatalog zeigen. Ich mein höre mal die BBC Sessions von LZ. Ich finde beide Bands übrigens gut. LZ sind halt schon eine Große Nummer gewesen, ... ich meine so was ihre Fertigkeit an den Instrumenten zB angeht (objektiv bewertet, falls das möglich ist)! Rolling Stones sind für mich im Vergleich doch eher recht diletantisch, was auch seine Reize haben kann ... Alles gut, und natürlich hat alles seine Berechtigung!

Mir scheint auf jeden Fall, dass die Band für Gesprächsstoff sorgt...
Hey, die haben mal eben vier komplette Seiten im eclipsed Rock Magazin bekommen!!

Jetzt zeig mir mal eine junge Band aus den letzten Jahren, und es gab viele sehr gute, wo man das gemacht hätte. Ich bin müde meine Lieblingsgruppen aus "dieser Szene" hier nochmal zu posten, alles qualitativ hochwertiger Stoff, manches evtl. nicht ganz so gut produziert, was leider auch eine Geldfrage ist. Ist es jedoch ein Wunder das GvF nun derart gut produziert wurden, bei einem Deal mit einem Majorlabel?!

Mich nervt einfach dieser Kommerz, um was anderes geht es leider nicht dabei. Das kann man mir nicht erzählen, und damit hat sich eclipsed irgendwie auch einer kleinen Lächerlichkeit ausgesetzt, die Wachablösung, die große Hoffnung auf Erlösung aus der Mittelklasse ... alles klar ...

Wem es gefällt, okay. So wird sich halt nichts ändern, kleine Bands bleiben klein. Das es auch anders gehen kann zeigen dann lustigerweise einige wenige Magazine aus dem Metalbereich, wo halt doch auch "kleine Rock Bands" ordentlich(er) gewürdigt werden. Damit muss ich leider nochmal die eclipsed-Mini-Interviews kritisieren - die in keinem Verhältnis zu diesen jungen "Rockhelden" stehen. Mit objektiver Bewertung hat das nichts zu tun.

Darum geht es auch eigentlich, dieses vier hübschen Bübschen haben nun also soviel Relevanz, während alles andere (aktueller Rockbands) sein Mauerblümchendasein fristet... oder man halt weiter im großen Stil über längst vergangene Tage schreibt. Da gibt es irgendwie kein Gleichgewicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Catabolic

Alter Hase
Das ist mein Problem mit Zeppelin - der Umgang mit Fremdmaterial war teilweise schon sehr frech. Soviel ich weiß, mussten die Stones nicht von Willie Dixon verklagt werden und haben ja sogar Ike & Tina Turner und B.B. King mit auf Tour genommen, während Led Zeppelin... ach, lassen wir das. :rolleyes:
Als Rockband waren Page, Plant & Co. fraglos explosiver als Jagger/Richards - aber ein Album wie Blue & Lonesome hätten sie eben nicht aufnehmen können, und das meinte ich. Andersherum haben die Stones niemals ein "Kashmir" oder "Black Dog" geschaffen. Es hat halt alles seine Daseinsberechtigung.
Bezüglich dem Blues in der Musik der Stones und Zep habe ich auch eine relativ einsame Meinung. Die Rolling Stones halte ich von 1962 bis 1964 für eine der allerbesten Blues-Coverbands, weshalb ich bis heute ihr Debutalbum "12x5" für ein echtes 'Must Have' halte. Allerdings muss man den Stones zugute halten, dass sie zwar für ihr erstes Album nebst fünf eigenen Songs (inkl. den Nanker Phelge Pseudonym-Songs) prima klingende Coversongs einspielten, diese und viele weitere jedoch im Umfeld von Alexis Korner's Incorporated jammen konnten, weshalb sie bezüglich der - sagen wir mal - 'Authentizität' des frühen britischen Blues durchaus auch fast schon als 'Pioniere' genannt werden dürfen. Jedenfalls waren sie diesbezüglich sicherlich relevanter als Zep.

Die wiederum trieben meiner Meinung nach etwas auf die Spitze, was andere Bands ein bis zwei Jahre zuvor schon auf den Weg gebracht hatten: den Blues in den Rock zu integrieren, noch eine Ecke konsequenter, als dies Cream bereits gemacht hatten (denen ich mit Blick auf "Disraeli Gears", auf jeden Fall aber mit "Wheels Of Fire" die entsprechenden Pioniertaten attestieren würde). Eric Clapton war allerdings ein konsequenter Blueser, was Zep jedoch nicht waren, von Anfang an nicht. Sie übernahmen vielmehr den dreckigen Garagenrock der Marke Yardbirds, Kinks und Blue Cheer, ver-psychedelisierten ihn auf recht eigenwillige Art, weshalb Zep den Blues der 60er Jahre quasi in seine Bestandteile zerlegten. Man muss dabei bedenken, dass zu dem Zeitpunkt ihres Debutalbums gerade immer noch die British Blues Boom-Welle lief, mit all ihren berühmten Protagonisten wie Savoy Brown, Chicken Shack, Fleetwood Mac, Ten Years After - denen eines gemeinsam war: Sie spielten ihre Art von früher britischer Blues-Rockmusik als stark vom Blues inspirierte Künstler. Zep machten genau das Umgekehrte: Sie spielten den Blues als Rocker.

Das mit diesen Prozessen 'wer hat bei wem geklaut' fand ich damals schon sehr komisch. Meiner Meinung nach hat ein Blues Song einen vorgegebenen Ablauf. Wenn man sich das normale Bluesschema anschaut, klaut also jeder Musiker, der einen Blues spielt, und der jünger als 100 Jahre alt ist, von irgendjemandem.

Abschliessend finde ich, dass es gut ist, dass Zep nie ein reines Bluesalbum der Marke "Blue & Lonesome" abgeliefert haben. So ein schlechtes Album hätte ich ihnen nämlich nicht verzeihen können. Bei den Stones lasse ich diesbezüglich aber schon mal Milde walten, weil sie halt auch gute Alben gemacht haben (so bis 1973 oder so), die Besten übrigens mit Mick Taylor, einem bis heute sträflich unterbewerteten Bluesmusiker.
 

moonmadness

Mitglied
die Besten übrigens mit Mick Taylor, einem bis heute sträflich unterbewerteten Bluesmusiker
Manche der Besten bleiben halt irgendwie "unter dem Radar". Aber ich glaube er war ganz zufrieden. Hab letztens erst irgendwo gelesen, dass es für ihn das beste war aus den Stones auszutreten. Stimmt den hab ich etwas unterschlagen, der ist auch definitiv kein Dilettant. Will das auch nicht so abwertend sagen, wie es wahrscheinlich klingt. LZ waren halt teils profilierte Studiomusiker. Ist ja alles bekannt. Ich hab da auch nur versucht objektiv zu bewerten, was letztlich evtl. auch Quatsch ist.

Aber danke für deine Weitsicht @Catabolic!
 

Catabolic

Alter Hase
Manche der Besten bleiben halt irgendwie "unter dem Radar". Aber ich glaube er war ganz zufrieden. Hab letztens erst irgendwo gelesen, dass es für ihn das beste war aus den Stones auszutreten. Stimmt den hab ich etwas unterschlagen, der ist auch definitiv kein Dilettant. Will das auch nicht so abwertend sagen, wie es wahrscheinlich klingt. LZ waren halt teils profilierte Studiomusiker. Ist ja alles bekannt. Ich hab da auch nur versucht objektiv zu bewerten, was letztlich evtl. auch Quatsch ist.

Aber danke für deine Weitsicht @Catabolic!
Objektivität bei der Bewertung von Musik, oder generell von Kunst, ist denke ich wirklich Quatsch.
Da sind so unendlich viele Gefühle, Emotionen und Betrachtungsweisen mit drin. Im Falle unseres ähm eher schon fortgeschrittenen Alters auch Erinnerungen, für mich inzwischen etwas vom Wichtigsten und Schönsten...dieses 'Weisst Du noch ?'.... ;)
 

Lamneth

Aktives Mitglied
Mein Heft ist heute auch nicht gekommen :( Werde halt mal eine Mail schreiben müssen ...
Wird wohl eher an DHL liegen, bei mir scheint neuerdings ein HiFi Fan dort zu arbeiten, die Januar, Februar und März Ausgaben von Stereoplay kamen nicht wie gewohnt 3-4 Tage, bevor sie am Kiosk zu kaufen waren, für die März Ausgabe mussten sogar 2 Ersatzlieferungen geschickt werden, letztlich kam es dann später an als das April Heft.
Das waren noch Zeiten, als viele Jahre immer der gleiche Postbote kam...
Shit happens....
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Mal ganz ketzerisch formuliert...
aber du kannst mir gern etwas ebenbürtiges z.B. zu "You Shook Me" oder "Since I've Been Loving You" aus dem Rolling Stones-Backkatalog zeigen.
Kann ich eben nicht (wenn ich wollte, würde ich jetzt "Midnight Rambler" und "Goin' Home" anbieten). Die Stones sind vielleicht nicht sonderlich virtuos, aber gerade so etwas Aufgesetztes wie "Since I've Been Loving You" - ein Song, der mir absolut gar nichts gibt (und ich bin mit afroamerikanischem Blues aufgewachsen, ansonsten würde ich ja auch nicht von Authentizität faseln) - haben sie, zumindest meines Wissens nach, nie fabriziert. Das Solo klingt für meine Ohren leider völlig seelenlos. Dann doch lieber was Eigenständigeres wie "Stairway to Heaven" oder (wenn es schon bluesbasiert sein muss) "When the Levee Breaks".

Aber vielleicht ist auch gerade die Tatsache, dass ich nie ein großer Zeppelin-Fan war, ein Grund dafür, weshalb ich die Kontroverse rund um GVF für überhitzt halte.
Wem es gefällt, okay. So wird sich halt nichts ändern, kleine Bands bleiben klein.
Kann man schlussfolgern, wenn man will.

Man kann aber auch das Ganze pragmatischer betrachten und hoffen, dass die Majorlabels und nicht zuletzt auch die Massenmedien von einem Erfolg á la GVF erstaunt werden und als Konsequenz auch wieder mehr Rockmusik ins Auge fassen.
Also sorry, ich glaube fast du bist auch so einer, der nie auf Festivals geht?? Als es sie noch gab meine ich ;) -- Wie viele mindestens ebenbürtige Bands hab ich auf jedem Desertfest gesehen.
Da gibt es nichts fast zu glauben, es ist so. Aber es kann sich auch nicht jeder leisten, zu jedem Konzert zu fahren bzw. zu gehen. Mich hat schon der Sommer 2019 mit einer ganzen Reihe Lieblingskünstler, die mir wirklich am Herzen lagen, genug belastet. Und letztlich ist es auch nicht so relevant, wie viele Underdogs jetzt "mindestens ebenbürtig" sind. Das klingt nach sauren Trauben. Es wird immer jemanden geben, der eine Band kennt, die besser sind als die Beatles oder so. Das Entscheidende hier ist, dass eine Rockband Aufmerksamkeit von Seiten bekommt, die Rock ansonsten nur noch mit dem Hintern anschauen würden. Was soll eclipsed da tun, einfach stoisch weitermachen wie bisher und hoffen, dass möglichst niemand davon angefixt wird, der vielleicht sonst nie auf die Musik aufmerksam würde??
Zep machten genau das Umgekehrte: Sie spielten den Blues als Rocker.
Daran ist nichts Verwerfliches und viel Innovatives. Mir gefallen halt einfach andere mehr, die dasselbe gemacht haben. Seien es nun Cream oder Stretch.
Das mit diesen Prozessen 'wer hat bei wem geklaut' fand ich damals schon sehr komisch. Meiner Meinung nach hat ein Blues Song einen vorgegebenen Ablauf. Wenn man sich das normale Bluesschema anschaut, klaut also jeder Musiker, der einen Blues spielt, und der jünger als 100 Jahre alt ist, von irgendjemandem.
Das wiederum kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Bei Plagiatsvorwürfen geht es ja schon um sehr konkrete Ähnlichkeiten. Bei "Whole Lotta Love" z.B. ist der Text ziemlich stark kopiert. Man kann LZ nur dadurch in Schutz nehmen, dass sie sich bei den Small Faces bedient haben, die bereits Vorarbeit leisteten. Aber es gibt genügend andere Fälle, in denen Jimmy Page sich schamlos bei anderen Musikern bedient hat, ohne diesen einen Credit einzuräumen (nicht nur Blues).

Anderes Thema. Wer übersetzt bitte die Werbung von Kscope? Schaut euch mal den Marillion-Text auf S. 77 unten genauer an. :oops:
 
Zuletzt bearbeitet:

Warren

Aktives Mitglied
Hallo, es scheint ja so das die meisten Eclipsed Abonnement das aktuelle Helft bekommen zu haben!
Ich habe das aktuelle Helft bist jetzt leider noch nicht bekommen was bist jetzt zum Glück noch nicht passiert ist.
 

Mike

Moderator
Teammitglied
Hallo, es scheint ja so das die meisten Eclipsed Abonnement das aktuelle Helft bekommen zu haben!
Ich habe das aktuelle Helft bist jetzt leider noch nicht bekommen was bist jetzt zum Glück noch nicht passiert ist.
Es hat wohl beim Vertrieb Verzögerungen gegeben. Falls das Heft bis morgen immer noch nicht da ist, bitte beim Aboservice melden...
 

moonmadness

Mitglied
Man kann aber auch das Ganze pragmatischer betrachten und hoffen, dass die Majorlabels und nicht zuletzt auch die Massenmedien von einem Erfolg á la GVF erstaunt werden und als Konsequenz auch wieder mehr Rockmusik ins Auge fassen.
Ist leider eine sehr naive Hoffnung. Die meisten Leute (Massenmedien^^) sind scheinbar eher lethargisch und wollen scheinbar nichts entdecken, was einem kein "Meinungsmacher" vorgekaut vorsetzt.

Aber es kann sich auch nicht jeder leisten, zu jedem Konzert zu fahren bzw. zu gehen.
Ich hatte ein Festival angesprochen ;) -- alternativ zum Desertfest gibt es etliche ähnliche: Freak Valley, Stoned From The Underground, Roadburn, Krach Am Bach etc alles voller junger bis mitteljunger Hardrock-Bands ;) -- manche haben in all den "sauren Jahren" (90er bis in etwa 2012) das Zepter hochgehalten, und nie besondere Beachtung gefunden, bei Auftritten draufgezahlt, etc whatever.

Mir geht es z.B. aber auch darum, selbst hier im Forum tauchen immer mal so Stimmen auf wie "Ach der richtige Rock ist halt irgendwann Ende der 70er gestorben, alles neue ist sch..." und DAS ist eben nicht so! Wenn man nun aber so lauwarme Brühe wie GvF als eine tolle heisse Sache anbietet, ähm wenn ich's nicht besser wüsste ...

Es wird immer jemanden geben, der eine Band kennt, die besser sind als die Beatles oder so. Das Entscheidende hier ist, dass eine Rockband Aufmerksamkeit von Seiten bekommt, die Rock ansonsten nur noch mit dem Hintern anschauen würden.
Es geht weniger um besser oder schlechter, als eine verzerrte Wahrnehmung, und eclipsed als "Fachblatt" macht da lustig mit. Mir geht es v.a. darum, um das WARUM ...

Was soll eclipsed da tun, einfach stoisch weitermachen wie bisher und hoffen, dass möglichst niemand davon angefixt wird, der vielleicht sonst nie auf die Musik aufmerksam würde??
Ein Fachblatt ... oje ... wo soll ich jetzt anfangen. Es ist einfach lächerlich, ja fast schon eine Art "Bild-Niveau" (sorry ist halt irgendwie so), da von Rettung des Rock (oder Wachablösung) zu schreiben. Wenn das die Bravo oder irgendein fachfremdes Blatt schreiben täte, aber im eclipsed wo Monat um Monat einige wesentlich interessantere Gruppen in diesen Mini-Artikeln vorgestellt werden, ... das ist einfach traurig.
 

moonmadness

Mitglied
Oh was mir auch noch einfiel, ich hatte im Lauf der letzten Wochen auch manches wiederentdeckt, z.B. dieses wie ich finde, wunderbare Album von Robert Plant...


Man achte auch einmal darauf, das hier gesungen wird ;)

Was ich echt aber immer wieder krass finde, Led Zeppelin hat es ganze zwölf Jahre lang gegeben, mit der "kreativsten" Zeit in etwa bis 1975 (?), und Jimmy Page ist scheinbar so voll in der Zeit hängengeblieben. Sehr beachtlich war z.B. auch "Walking Into Clarksdale" aus den 90ern, aber es wird diese kultische Heldenverehrung ihrer Frühtage zelebriert. Nicht nur von eclipsed... man fragt sich, was soll das? Weil wir in unserer Jugend manches intensiver empfanden? Aus Verdruss über die Neuzeit? Weil Rock scheinbar abgeschrieben in der Ecke liegt?
 

phonoline

Mitglied
Die Diskussion ist sau anstrengend. Ihr zerrupft da etwas, was nicht zu zerrupfen ist. Led Zeppelin waren Innovatoren, GvC sind technisch gut, haben ihre Berechtigung im Rock, bleiben aber Plagiatoren einer vergangenen Zeit, angefangen mit der Wahl der Klamotten. Das ist nichts Neues. Led Zeppelin WAREN was Neues, der ganz heiße Scheiß damals.
Freunde, die Zeit der Über-Rockbands, der großen gesellschaftlichen Bedeutung von Musik ist vorbei. Rock lebt, aber er hat schlichtweg nicht mehr den Stellenwert, den er noch bis, sagen wir, Mitte der 00er Jahre hatte. Danach kam nix mehr.
Außer vielleicht ein paar geiler Foo Fighters-Scheiben. :)
 

moonmadness

Mitglied
Die Diskussion ist sau anstrengend. Ihr zerrupft da etwas, was nicht zu zerrupfen ist.
Ja, am besten wir nehmen ab sofort alles unkommentiert hin ... Prog/Nichtprog Guru Steven und Gralswächterin Great Greta, unsere neuen Helden.

Danach kam nix mehr.
Nur ein paar der besten harten Rock Scheiben, die ich kenne ... warum das die Masse u.a. nicht erreichen kann, wurden versucht zu erklären, ist allerdings ... anstrengend, und wahrscheinlich vergebene Liebesmüh.
 

phonoline

Mitglied
Nur ein paar der besten harten Rock Scheiben, die ich kenne ... warum das die Masse u.a. nicht erreichen kann, wurden versucht zu erklären, ist allerdings ... anstrengend, und wahrscheinlich vergebene Liebesmüh.
Das ist immer relativ. Ich sag ja auch: nahezu alle Foo Fighters Scheiben danach sind großartig. Es geht aber darum nicht mehr. Es geht darum, dass diese Musik keinen gesellschaftlichen Stellenwert mehr hat, zumindest nicht in einer Form, der auch nur ansatzweise an die Bedeutung von Musik in den 60er bis 90er-Jahren herankommen könnte.
So ziemlich jedem müsste klar sein, dass es in unserer Zeit keine Wachablösung mehr geben wird. Es wird immer gute Musik, guten Rock geben, aber die Bedeutung dessen wird nie mehr so groß sein wie zu zeiten Led Zeppelins.
 

Das aktuelle Magazin

Neueste Beiträge

Oben