Heft 03-2019

moonmadness

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Auch ich vermisse die "Arschlöcher"! (In vielen Bereichen, nicht nur in der Musik.) Wir machen in Gesprächen mit jüngeren Musikern oft die gleiche Erfahrung wie Sportjournalisten mit Fußballern: Das, was wir zu hören bekommen, ist leblos, brav, gleichförmig.
Vielleicht auch mal "andere" Fragen stellen? Nicht selten lesen sich eclipsed Interviews so, als würde es dafür vorgefertigte Fragen geben (oder vl. online gemacht?) ... evtl. um blos nicht anzuecken, und "politisch korrekt unpolitisch" zu bleiben? NAJA,... ab und an taucht doch mal Interessantes ;) auf z.B. angesprochenes Wheel-Zitat und auch das Interview mit Rival Sons war ganz gut zum Beispiel.

Hab mir letztens seit langem mal wieder ein Rock Hard gekauft - jaja, andere Szene, andere Leute - aber da ists irgendwie bissel aufgeweckter. Will damit aber nicht sagen, die machten nun alles besser, deren Layout sieht tatsächlich oller aus als eclipsed (ich glaube fast da hat sich nie viel verändert seit den 90ern) und die Hälfte der Bands würde ich mir nie anhören, aber die Interviews sind schon interessant gewesen.

Ansonsten irgendwie ein interessantes Statement "Ich vermisse Arschlöcher".

Allerdings haben die Jungen es auch schwer: Die ganzen Tabubrüche wurden, wie Du sagst, bereits begangen, von Keith Moon, Alice Cooper, Iggy Pop und all den anderen. Ich erinnere mich daran, als Oasis aufkamen und die ersten Bad-Boys-Storys von ihnen kursierten und ich Interviews von ihnen las, dass ich das als total aufgesetzt empfand. Es wirkte inszeniert, wie von der PR-Abteilung ihres Labels ausgedacht und gelenkt. Schon Bands wie Mötley Crüe oder Guns N' Roses waren in der Hinsicht einfach zu spät dran.
Find ich lachhaft! Das sind eure Idole? Verstehe ich nicht so ganz... man muss also ein Arschloch sein, um in der Welt was zu bewegen? Oder wie?

Der war hingegen eher mal ein Highlight, ebenso der Wüstenblues. Auch von mir mal Danke!
 
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Catabolic

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Verstehe ich nicht so ganz... man muss also ein Arschloch sein, um in der Welt was zu bewegen? Oder wie?
Es ist vielleicht ein etwas provozierender Kraftausdruck, okay. Vielleicht trifft es "Rüpel" besser ? Wichtig einfach dies: Es waren Rüpel oder eben Arschlöcher (Noddy Holder etwa oder Wayne Kramer, die ich beide vorsichtig ausgedrückt geil finde), die immer etwas zu sagen hatten und dabei auch richtig gute Musik gemacht haben. Nicht wie dieser ganze blöde Abziehbildchen-Mimikri-Haufen aus den 80er Jahren, die allerhöchstens dem sehr guten Image des Glam Rocks einen Klatsch verpasst haben. Ich fand damals auch schon diesen ganzen bescheuerten "ö-Pünktchen"-Blödsinn immer affig, ausser bei Motörhead, aber das waren bei mir trotzdem immer Motorhead. Warum kam man überhaupt auf dieses Ge-"ö"-e ? Mötley Crüe, oh jessas, wofür standen diese Pünktchen eigentlich ? Örschlöcher... :p:D:D:D
 

Lamneth

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Es ist vielleicht ein etwas provozierender Kraftausdruck, okay. Vielleicht trifft es "Rüpel" besser ? Wichtig einfach dies: Es waren Rüpel oder eben Arschlöcher (Noddy Holder etwa oder Wayne Kramer, die ich beide vorsichtig ausgedrückt geil finde), die immer etwas zu sagen hatten und dabei auch richtig gute Musik gemacht haben. Nicht wie dieser ganze blöde Abziehbildchen-Mimikri-Haufen aus den 80er Jahren, die allerhöchstens dem sehr guten Image des Glam Rocks einen Klatsch verpasst haben. Ich fand damals auch schon diesen ganzen bescheuerten "ö-Pünktchen"-Blödsinn immer affig, ausser bei Motörhead, aber das waren bei mir trotzdem immer Motorhead. Warum kam man überhaupt auf dieses Ge-"ö"-e ? Mötley Crüe, oh jessas, wofür standen diese Pünktchen eigentlich ? Örschlöcher... :p:D:D:D
Der sogenannte "Heavy-Metal Umlaut" geht auf Blue Öyster Cult zurück. Wobei die Bezeichnung viel später entstand, als Bands die Umlaut Pünktchen in ihren Namen aufnahmen. BÖC wurde 1967 gegründet, da gab es Heavy-Metal noch gar nicht.
Ich liebe BÖC, sie sind auch die Einzigen, die ich mit Umlaut respektiere.
 

passionplayer

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Der sogenannte "Heavy-Metal Umlaut" geht auf Blue Öyster Cult zurück. Wobei die Bezeichnung viel später entstand, als Bands die Umlaut Pünktchen in ihren Namen aufnahmen. BÖC wurde 1967 gegründet, da gab es Heavy-Metal noch gar nicht.
Ich liebe BÖC, sie sind auch die Einzigen, die ich mit Umlaut respektiere.
BÖC gibt es erst seit 1971, vorher hießen sie "Soft White Underbelly", "Stark-Forrest Group" und "Oaxaca. Ich liebe sie ebenfalls, intelligenter Hardrock mit starken Texten. Motörhead kann man frühestens nach dem zehnten Bier "genießen".
 

Lamneth

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BÖC gibt es erst seit 1971, vorher hießen sie "Soft White Underbelly", "Stark-Forrest Group" und "Oaxaca. Ich liebe sie ebenfalls, intelligenter Hardrock mit starken Texten. Motörhead kann man frühestens nach dem zehnten Bier "genießen".
Lemmy als Typ - sensationell ,bei Hawkwind klasse - mit Motörhead für mich unhörbar.
Vor ziemlich genau 30 Jahren stand ich nach einem Konzert mit einem Kumpel am Ausschank , als Eric Bloom dazu kam. Zuerst schnorrte er eine Zigarette (es müssen insgesamt so 6-7 gewesen sein, dann unterhielt er sich mit uns über das Konzert, Musik allgemein und über Motorrad fahren. Er war total locker, sehr freundlich und lachte viel. Es war für uns eine epochale Begegnung. Leider gibt es keine Bilder davon, heute würde ich wohl meine ersten Selfies mit ihm machen.
Zu schade, dass sie wohl nie wieder nach Deutschland kommen.
20190316_121507.jpg
 

passionplayer

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Lemmy als Typ - sensationell ,bei Hawkwind klasse - mit Motörhead für mich unhörbar.
Vor ziemlich genau 30 Jahren stand ich nach einem Konzert mit einem Kumpel am Ausschank , als Eric Bloom dazu kam. Zuerst schnorrte er eine Zigarette (es müssen insgesamt so 6-7 gewesen sein, dann unterhielt er sich mit uns über das Konzert, Musik allgemein und über Motorrad fahren. Er war total locker, sehr freundlich und lachte viel. Es war für uns eine epochale Begegnung. Leider gibt es keine Bilder davon, heute würde ich wohl meine ersten Selfies mit ihm machen.
Zu schade, dass sie wohl nie wieder nach Deutschland kommen.
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Weiß man es? Angeblich soll in diesem Jahr eine letzte neue Platte erscheinen, das wäre super.
 

Okzitane

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Der sogenannte "Heavy-Metal Umlaut" geht auf Blue Öyster Cult zurück. Wobei die Bezeichnung viel später entstand, als Bands die Umlaut Pünktchen in ihren Namen aufnahmen. BÖC wurde 1967 gegründet, da gab es Heavy-Metal noch gar nicht.
Ich liebe BÖC, sie sind auch die Einzigen, die ich mit Umlaut respektiere.
Ich vermute mal, sie könnten das von MAGMA übernommen haben. Die wurden 1969 gegründet und begannen bereits auf ihrem ersten Album "Kobaia" mit ihrem Kobaianisch zu arbeiten. Schließlich hatten BÖC ja auch starke Prog-Anleihen in ihrer Musik und benannten sich just 1970 um, wohl zuerst noch ohne ö.
 

WeepingElf

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Eine andere Theorie führt den "Heavy-Metal-Umlaut" auf die Krautrockband Amon Düül zurück, aber ich weiß nicht, ob da was dran ist. Man kann aber davon ausgehen, dass Motörhead und Mötley Crüe (sorry, Metalpuristen, dass ich die in einem Atemzug nenne ;)) das von Blue Öyster Cult entlehnt haben, wie auch immer die auf die Idee gekommen sein mögen.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Eine andere Theorie führt den "Heavy-Metal-Umlaut" auf die Krautrockband Amon Düül zurück, aber ich weiß nicht, ob da was dran ist. Man kann aber davon ausgehen, dass Motörhead und Mötley Crüe (sorry, Metalpuristen, dass ich die in einem Atemzug nenne ;)) das von Blue Öyster Cult entlehnt haben, wie auch immer die auf die Idee gekommen sein mögen.
Würde zeitlich auch ganz gut passen...
 

Lamneth

Aktives Mitglied
Lemmy soll über den Namen Motörhead gesagt haben :"Es sieht halt böser aus. Deutscher halt." Lemmy war ja bekannt für seine Faszination für die Wehrmacht.
Auch Queensryche oder Hüsker Dü gehören zur Umlaut Fraktion, Blue Öyster Cult haben auch Alben mit Umlaut (Cultösaurus Erectus, Revölution By Night) und sogar Fates Warning (Night On Bröcken).
Das witzige daran ist, dass niemand in den Herkunftsländern die Namen so schreiben kann.
 

Catabolic

Aktives Mitglied
Kennst du "Space Ritual"? Ich glaube schon, da spielt Lemmy den Bass aber in der ersten Reihe.
Natürlich habe ich die "Space Ritual" und ganz viele weitere Hawkwind Alben, immer schon. Ich bezog meine Aussage auch nicht auf sein Spiel am Bass, eher auf seine Rolle als Komponist oder Arrangeur - da war Dave Brock schon klar übermächtig. Vermutlich finde ich auch genau deswegen den Song "Motorhead" von Hawkwind so geil...jener letzte Track auf der CD-Version von "Warriors On The Edge Of Time" (nicht mal vertreten auf dem originalen Vinyl!!), mit welchem sich Lemmy so vielsagend bei den Spacerockern verabschiedet hat.
 

Perfectionist

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Das Netz dient mir zur Information. Wenn mir dann Musik gefällt, dann lasse ich die nicht bei YT oder Spotify. Früher, als junger Bursche holte ich mir diese Informationen aus dem Radio. Also wenn mir Musik gefällt, dann möchte ich die auch haben. Das Visuelle und Haptische ist mir neben der Musik äußerst wichtig. Gehöre insofern eben zum alten Schlag. :)
Darum ging es mir. Und um Mikes Frage (nicht die Antwort). Denn die trifft des Pudels Kern ziemlich gut.
350.000 Klicks bei Spotify sagen per se wenig aus. Man kann aus der Zahl z.B. nicht ableiten, wie viele Hörer den Song tatsächlich bis zum Ende gehört haben, oder ob sie nach kurzer Zeit abgeschaltet haben. Genauso wenig wie man sagen kann, ob es sich um 350.000 verschiedene Personen handelt, oder tatsächlich nur um 35.000, die den Song aber alle schon zehn Mal gehört haben. Es ist einfach nur eine Zahl. Man müsste das erst mal in Relation setzen. Und Spotify ist nicht wirklich gut für kleinere Bands und Nischenmusik. Die einzigen, die dabei wirklich verdienen, sind die Giganten des Business.
Mein eigentlicher Punkt kreist um die Wertschätzung von Musik. Es ist ja nicht so, dass die Musiker alle im Lotto gewonnen hätten. Instrumente kosten Geld. Effektgeräte, Verstärker ebenso. Auch eine Konzertreise ist nicht automatisch eine Geldquelle, wenn das Geld für Plattenaufnahmen draufgeht.
Ich finde es nicht töricht, eine Einstellung zu kritisieren, die Künstler zu unfreiwilligen Ehrenamtlichen macht. Ich finde es eher töricht, dass die Industrie sich so dermaßen selber kaputtmacht. Und die Künstler sind daran ja nicht ganz unschuldig. Das Thema schlechter Klang habe ich oben schon angesprochen (es gibt Untersuchungen, dass die auf Dauer langlebigsten Alben der Musikgeschichte oft besonders hohe Dynamik haben, nicht besonders niedrige). Und beim Streaming kann man sich doch auch mal überlegen, ob man das nicht besser für sich nutzen kann, als sich einfach damit abzufinden, dass diese Anbieter ein paar mickrige Pfennige für Millionen Klicks springen lassen. Nur als Beispiel: Eine Band kann durchaus sagen: Wir veröffentlichen auf Spotify, aber nicht alles. (Genauso wie man früher Songs als Single-Edit veröfentlicht hat, wer das Werk in Gänze hören wollte, musste die LP kaufen.) Wenn wir echte Fans generieren wollen, müssen wir dafür sorgen, dass diese die Musik auch tatsächlich kaufen (ob nun als digitaler Download oder physischer Tonträger), und am besten nicht nur einzelne Songs, sondern ganze Alben. Gerade im Progbereich ist die Integrität der LP doch besonders wichtig.
Wer YouTube als Medium für sich nutzt, sollte es auch dafür nutzen, um auf die offensichtlichste Möglichkeit hinzuweisen, die Band zu unterstützen: Alben kaufen. Ich jedenfalls sehe nicht ein, wieso ich als regelmäßiger CD-Käufer dafür mithaften soll, dass ein Großteil der Hörerschaft ihr kollektives Hirn verloren hat und glaubt, professionell produzierte Musik könne kostenlos sein, und deshalb andauernd Mondpreise für Konzertkarten bezahlen soll.
 

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