Heft 02-2022

Ich bin noch lange nicht mit dem Heft durch, beginne meist mit den neu vorgestellten Alben. Da ist mir aufgefallen, dass da deutlich mehr deutsche Bands am Start sind, oder täusche ich mich?
 
Bin mit dem neuen Heft durch und muss sagen, das mich der Jethro Tull Bericht positiv überrascht hat, eine richtig gute tiefergehende Analyse. Sonst ist man es gewohnt, das so etwas meistens auf zwei bis drei Seiten mit großen Fotos abgefrühstückt wird.
Mit dem Album des Monats habe ich so meine Probleme, da ist mir zuviel Stil Mischmasch, außerdem ist die Stimme der Dame nach einiger Zeit nervig.
 
Und jetzt lass ich mal Dampf ab, Deckung...

Wo man sich (zu Recht) darüber aufregt, wie hier von einem etwas, äh, analfixierten Ex-Mitglied geschrieben wurde (ich gebe verschämt zu, dass ich leise kichern musste - unlustig war der Post ja nicht, wenn auch unter aller Kanone), wundere ich mich, wieso noch niemand sich den fast genauso ärgerlichen, in diesem Fall frauenfeindlichen Ausrutscher von Alan Tepper vorgenommen hat. Und es ist ja nicht der erste in dieser Art...

'Die Sängerin und Gitarristin Carolyn Wonderland besitzt die Ausstrahlung einer "Mutti aus der Krabbelgruppe" (immer schlecht im Musikbusiness).'

In einem Emoji: o_O (Bitte was)

Mir ist es auch egal, ob sie danach den Hörer noch vom Hocker haut; als jemand, der sie mit John Mayall erlebt hat, würde ich das sowieso bejahen. Und ich fand ihre Ausstrahlung vor allem eines: Sympathisch und bodenständig. Aber lassen wir das mal beiseite. Wieso muss Tepper so oft ein Lob aus einer negativen Feststellung heraus entwickeln? Am Ende ist es nicht das insgesamt positive Urteil, das hängen bleibt, sondern der merkwürdige Anfang der Rezension. Wer schreibt so einen - sorry - Stuss denn über einen männlichen Interpreten? Oha, man stelle sich vor, jede Rezension über Steven Wilson beginne damit, "Eigentlich ist der Kerl ja ein totaler Nerd und deswegen als Projektionsfläche für Fantasien ziemlich ungeeignet". Bin ich der Einzige, der diese unterschiedliche Behandlung merkwürdig und unnötig findet? :(

Mir ist es auch egal, dass Michael Sadler in den 80ern mal gemeint hat, Jennifer Warnes müsse noch an ihrem biederen Lehrerin-Image arbeiten. Abgesehen davon, dass Sadler als erfolgreicher Frontmann sich so einen Satz erlauben darf: Das war eine andere Zeit und die Zeiten ändern sich nun mal. In der Hinsicht fand ich es auch etwas ermüdend, dass gleich mehrere Redaktionsmitglieder im Jahresrückblick stumpf auf dem Thema Gendern herumhacken. Und Heinz Rudolf Kunze muss man dann zu dem Thema auch noch befragen - wobei der seine Meinung wenigstens eloquent und differenziert vorträgt, anders als z.B., wie überraschend, Herr Tepper.

Das Wort "Eclipsed-Redakteur" muss man natürlich nicht gendern, weil die einzige Frau so dermaßen in der Unterzahl ist, dass sie kaum ins Gewicht fällt. (Was ist eigentlich mit Ulrike Rechel passiert?) Ich weiß natürlich auch nicht, ob es intern Wünsche gibt, ein etwas stärker ausgewogeneres Team zu haben, aber wenn es dieses gäbe, sähen die Dinge sicher schon wieder anders aus.

Immerhin zeigt das Album des Monats ja, dass es auch anders geht, sowohl die Wahl an sich als auch die Texte dazu: Keine Kommentare, die nichts mit der Musik zu tun haben, und im "Artverwandt"-Kasten auch nicht nur andere weibliche Acts, wie ich das teilweise auch schon sehen durfte.
 
Immerhin zeigt das Album des Monats ja, dass es auch anders geht, sowohl die Wahl an sich als auch die Texte dazu: Keine Kommentare, die nichts mit der Musik zu tun haben, und im "Artverwandt"-Kasten auch nicht nur andere weibliche Acts, wie ich das teilweise auch schon sehen durfte.
Allerdings mit reichlich Verspätung, wie im Vorwort reumütig eingeräumt wird:
"Trotzdem übersieht man natürlich hier und da auch mal eine Perle"
Da hätte "unsere eclipsed Redaktion" mal am 23.10.2021 in den Frauenpower-Thread schauen können, da hatte ich Rachel Flowers vorgestellt...hatte aber auch nur nixe registriert...
 
Allerdings mit reichlich Verspätung, wie im Vorwort reumütig eingeräumt wird:
"Trotzdem übersieht man natürlich hier und da auch mal eine Perle"
Da hätte "unsere eclipsed Redaktion" mal am 23.10.2021 in den Frauenpower-Thread schauen können, da hatte ich Rachel Flowers vorgestellt...hatte aber auch nur nixe registriert...
Na ja, weil ich die Lady vorher schon auf'm Schirm hatte & sie mich mit ihrem Können, trotz Blindheit überzeugt hat. Wie übrigens auch Peter Jones!
 
dass gleich mehrere Redaktionsmitglieder im Jahresrückblick stumpf auf dem Thema Gendern herumhacken.
sie werden einfach nur müde und genervt von diesen volksverdummenden Genderthema sein...
wir leben in einem Land, wo man trotz bestes fachlichen Wissen, welches in einer Klasur nachgewiesen wird, trotzdem durchfällt, weil man nicht gendergerecht es verfasste... !!?? (lieber politisch korrekte Sozialbefähigung als fachliche Qualität..!!???)
ich empfinde dies Thema als unsinnig, schwachsinig und total übertriebene Volksverdümmung, weil sich viel zu viele darüber aufregen und die wirklich wichtigen Dinge liegen bleiben....
und mir ist es auch egal, welche Regeln da festgelegt werden...
ich konnte früher respektvoll zwischen Männlein und Weiblein unterscheiden und brauche dafür keine neuen Wortverfassungen....

'Die Sängerin und Gitarristin Carolyn Wonderland besitzt die Ausstrahlung einer "Mutti aus der Krabbelgruppe" (immer schlecht im Musikbusiness).'
dies ist natürlich nicht nett.... dabei waren die Krabbelgruppenmuttis immer so nett..... :p
doch besonders schlimm empfinde ich es auch nicht... da habe ich ganz andere Kaliber im Blatt gelesen....

Ich weiß natürlich auch nicht, ob es intern Wünsche gibt, ein etwas stärker ausgewogeneres Team zu haben,
ausgewogen nach Geschlechter oder doch lieber nach Fachkompetenz...???
mir ist klar zweiteres lieber...
zumal auch dir bekannt sein dürfte, dass die Progwelt nicht unbedingt die holde Weiblichkeitkeit vom Hocker haut...
Ausnahmen bestätigen die Regel und sind gerne gesehen...

wenn es ums lesen politisch korrekter / Gendertreue Lektüre geht, sollte man sich diese besorgen und nicht andere kritisieren, die sich für einen anderen Weg entschieden haben....

Eclipsed bleibt Genderfrei - ich bin dabei....;)
 
Bin mit dem neuen Heft durch und muss sagen, das mich der Jethro Tull Bericht positiv überrascht hat, eine richtig gute tiefergehende Analyse. Sonst ist man es gewohnt, das so etwas meistens auf zwei bis drei Seiten mit großen Fotos abgefrühstückt wird.
Mit dem Album des Monats habe ich so meine Probleme, da ist mir zuviel Stil Mischmasch, außerdem ist die Stimme der Dame nach einiger Zeit nervig.
ja.... der Tull Bericht ist schon klasse....
nur schade, dass es keine Annähung an Martin geben wird, wie Ian klar stellte....
dies ziemlich deutlich mit seiner Aussage bzgl. seiner eigenen Person... :confused:
 
Die Mutti aus der Krabbelgruppe hatte ich noch gar nicht gelesen - aber dass die Männlichkeit immer unbeschadet davon kommt wage ich zu bezweifeln. Wie las ich doch vor einiger Zeit über Clapton (nicht in der Eclipsed, aber egal): Ohrensessel-Blueser oder blutleerer Langeweile-Bluesonkel.

Da hätte ich aus Sicht des Clapton-Fans wahrscheinlich den Krabbelgruppen-Opi vorgezogen... ;)
 
Allerdings mit reichlich Verspätung, wie im Vorwort reumütig eingeräumt wird:
"Trotzdem übersieht man natürlich hier und da auch mal eine Perle"
Da hätte "unsere eclipsed Redaktion" mal am 23.10.2021 in den Frauenpower-Thread schauen können, da hatte ich Rachel Flowers vorgestellt...hatte aber auch nur nixe registriert...
Falsch! Ich hatte die Dame auch mal vorgestellt. Aber gut, die jüngeren haben das Vorrecht!
 
Die Mutti aus der Krabbelgruppe hatte ich noch gar nicht gelesen - aber dass die Männlichkeit immer unbeschadet davon kommt wage ich zu bezweifeln. Wie las ich doch vor einiger Zeit über Clapton (nicht in der Eclipsed, aber egal): Ohrensessel-Blueser oder blutleerer Langeweile-Bluesonkel.

Da hätte ich aus Sicht des Clapton-Fans wahrscheinlich den Krabbelgruppen-Opi vorgezogen... ;)
Na ja, so ganz unrecht mit dem Ohrensessel Langweiler hat der Kritiker nicht, hätte man weniger hart ausdrücken können.
 

Mike

Moderator
Teammitglied
Sind definitiv einige, aber statistisch ausgewertet bzw. verglichen haben wir das nicht....;)
 
U

Universal Mind

Guest
Jedem Menschen Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. Sehen wir hier im Kleinen und ich sehe es auch ganz deutlich bei der gegenwärtigen Bundespolitik. Sorry, dass ich da jetzt etwas zur Seite springe. ;)
Den Seitensprung nehme ich gern kurz auf.

Ich sage "endlich endlich endlich".
Die große Koa hatte sich verrannt und es nicht geschafft, gegensätzliche Ansätze zu überwinden.
Und die Schwarzen erwiesen sich einmal mehr als Blockierer und Verweigerer.

Die neue Bundesregierung wird zu Recht progressiv genannt und das
war einfach über-über-überfällig.

Wie die Eclipsed ihren Ursprung als ein Pink Floyd Fanzine hat,
der Band, die als DIE Ikone und Wappen der Underground Bewegung gilt,
und das Magazin damit Teil der alternativen Kulturbewegung angesehen wird,
von den Idealen der intellektuellen '68er und der Hippiebewegung ausgehend,
haben
auch die Grünen ihren Ursprung
in der Kultur und Jugendkulturrevolution der '68er und der
ökologisch ausgerichteten Hippie-Bewegung.

---

Fazit, mit der Eclipsed im Gepäck ; ) und der neuen Bundesregierung im Amt,
ist ein frischer Wind da, der in die richtige Richtung weht.

Die FDP und Die Grünen zusammen, rufen viele gute Projekte ins Leben
und werden endlich seit Jahrzehnten überfällige Reformen umsetzen.

Gute Zeiten für jeden, der den konservativen Mief endlich mal
mehr konsequent ausgeblasen sehen will,
was die SPD ohne Unterstützung
und mit dem unaufhörlichen Aufweichen und Tändeln der CDU
nicht geschafft hat.

Ich bin sicher, die neue Bundesregierung schafft viel mehr, wird viel mehr verändern und in Bewegung setzen,
als es seinerzeit das Bündnis von SPD und Grünen
unter der Führung der SPD geschafft hat.

Die neue Regierung ist gebildeter, hat eine viel bessere Agenda, ein Klotz wie Kanzler Schröder es war,
steht nicht im Weg, und die Art und Weise des Handelns
und der kommunikativen Artikulation ist - endlich - zeitgemäß,
in der Moderne angekommen.

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