Grateful Dead

Gast 1

Guest
Der Thread heißt Diskussionsthread, weil ich ausdrücklich NICHT hier ein Clipfestival machen möchte. Ich möchte diskutieren über die Band und nicht nur kommentarlos Clips hier sehen. Über ihre Platten, ihre Konzerte, ihren Stil, was gefällt, was nicht. Über die Soloalben der Musiker.

Und noch ein kleines Märchen:
Es gab eine Zeit vor You Tube, liebe Kinder. Da gab es auch schon Musik-Foren. Da trafen sich Leute die Musik gerne hören und ja, sie sprachen resp. schrieben zu den Themen. Und kein einziger kleiner Clip ward gesehen. Und es war spannend. Und es war lustig. Es war informativ und es war lebendig.

Ob diese Zeit noch einmal wiederkehrt?
 

Gast 1

Guest
Da ich grad mal wieder ein Dead-Konzert komplett höre und von keiner Band in meiner Sammlung mehr CDs als von den kalifornischen Hippies stehen, würd ich gerne mal so hören wer wie zu der Band steht.
 

micha108

Aktives Mitglied
Eigentlich weiss ich einiges von den Grateful Dead, aus Literatur und Reportagen und mag diese Dead-Head- Kultur und kann sie als grosse Inspiration ehren. Mit den Platten - nun von Zeit zu Zeit höre ich meist einen Live-Mitschnitt, konnte mich aber nie so richtig mit der Musik erwärmen. Die einzigen Platten die ich habe sind Terrapin Station und die Live Dead. Die Cover fand ich oft genial.

Wenn auch musikalisch nicht vergleichbar, kenne ich von der Hingabe nur noch Fans von Pearl Jam, die, wie ich finde, das Agieren in vielen Teilen von GD übernommen haben. z.B. mit den official Bootlegs ( die allerdings eine zeitlang etwas kosten), Bootlegs im Netz und Fan-Betreuung.

Grateful Dead an sich halte ich (historisch) in der Musik für wesentlich! ;)
 

BRAIN

Mitglied
Hier steht auch fast ein halber Regalmeter GRATEFUL DEAD.
Für mich sind die Dead eine der facettenreichsten Rockbands überhaupt.
Aus Country, Folk, Psychedelic, Jazz, Blues und Rock machten sie ihren eigenen Stil.
Als Liveband erweitern sie ihr Stilspektrum durch Jam-Sessions, Electric-Space-Jazz und psychedelischen Improvisationen.
Garcia’s federleichte, perlende Gitarrenlinien, das melodische sehr kraftvolle Spiel des experimentell angehauchten Bassisten Phil Lesh, das dichte Rhytmusgeflecht von Kreutzman/Hart und vor allem das traumwandlerische Zusammenspiel macht die Magie dieser einmaligen Band aus.

Mein Einstiegsalbum von GD war die Live/Dead.
Dark Star nimmt einen gleich gefangen, es gibt noch eine Menge anderer Versionen dieses Titels, die auf einer unzähligen Menge von Livescheiben vertreten sind.
Experimenteller Hippierock bieten die beiden besten Studiowerke aus den 60ern:
Anthem of the Sun (1968)
Aoxomoxoa (1969)


Zwei Perlen im Dead-Katalog sind Workingman`s Dead und American Beauty.
Folk, Blues, Country, Rock und ausgefeilte Songs machen diese Lps für Americana-Fans unverzichtbar.
Für mich das Beste was die Dead im Studio gemacht haben.

Weitere sehr empfehlenswerte Rockalben der 70er sind die :
From the Mars Hotel (1973)
Wake of the Flood (1974)
Blues for Allah (1975)


Die Magie die diese Band ausmacht geht zweifelsfrei von ihren Liveauftritten aus.
Deshalb sind auch diese Livealben essentiell:

Grateful Dead (1971) (oder auch Skull + Roses genannt)
Europe 72
Hundred Year Hall
Ladies and Gentlemen... the Grateful Dead
Fillmore West 1969
Sunshine Daydream


In den 80ern holten die Dead mit dem Studioalbum In the Dark noch mal zum großen Schlag aus.
Touch of Grey wurde zu ihrem größten Singelhit.

US-Bands wie die Grateful Dead haben eine andere musikalische Mentalität, es fehlt ihnen das rockende, rollende, packende Elemente.
Dafür ziehen sie einen durch viele fliessend-harmonische Details und diesen typischen kalifornischen Wohlklang in ihren Bann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Gast 1

Guest
@BRAIN: Also besser hätt ichs auch nicht sagen können, ich sehe schon, du liebst die Truppe so sehr wie ich und begreifst die ebenso wie ich das tue, sehr schön.

Ich mag die Dead ja in allen Phasen, aber meine Lieblingsphase ist so vermutlich zwischen 1974 und 1980. Die Livescheiben aus der Zeit gehen mir alle besonders gut rein. Grade die gestern gehörte "San Francisco 1976" z.B. ist phantastisch gut. Da spielen sie das ganze Set über sehr langsam, sehr inspiriert. Knapp 16 Minuten "Wharf Rat" oder 11 Minuten "Stella Blue" z.B. Und gleich zum Konzertbeginn starten sie mit dem wunderbaren Schunkler "Mississippi Half-Step Uptown Toodeloo" in knapp 10 Minuten.

Kennst den längsten "Dark Star" den sie je gespielt haben? 48:09 Minuten in Rotterdam 1972. Gibts in der Europe 72 Städteserie, kann ich dir nur empfehlen wenn du die nicht hast.
 

Gast 2

Guest
Von den sog. "Solo-Projekten" will ich zunächst nur mal zwei ganz besonders hervorheben - die sind m.E. unglaublich toll:

* Jerry Garcia & Howard Wales - Hoteroll?
Was Jerry Garcia hier zusammen mit dem Pianisten/Organisten Howard Wales, der ursprünglich aus dem Jazz kommt, zaubert, ist schon phantastisch anzuhören.
Mit dabei sind auch noch einige Musiker aus dem Umfeld dieser beiden, was die ganze Sache noch spannender macht. Eine "typische" Dead-Musik ist das allerdings
nicht - und dennoch verschmelzen die beiden beim Jammen und Improvisieren Neues mit "erkennbar Altbekanntem". Sehr zu empfehlen !

* Phil Lesh & Friends - There And Back Again
Phil Lesh, Ursprungs-Bassist der Grateful Dead, welcher sich im Laufe der Jahre/Jahrzehnte rasch zu einem Multi-Instrumentalisten entwickelte und auch Background-Sänger
ist, lässt auf dieser Doppel-CD ein brilliantes Feuerwerk aus vielerlei Stil-Richtungen abbrennen. Rock, Blues, einige ordentliche Prisen Rock´n´Roll und Americana/Country
dazu - es macht Laune und Freude, diese beiden Silberlinge anzuhören. Und sein "Friends", die mitspielen, die sind auch nicht von schlechten Eltern. Allen voran
darf man sicherlich Warren Haynes nennen, den Worcoholicer aus Leidenschaft; dazu noch vor allem Rob Barraco, John Molo und Jimmy Herring. Weitere Freunde
spielen auf einzelnen Stücken mit - da passt und sitzt einfach alles.
Ach ja: Unbedingt versuchen, die "Limited Edition" als Doppel-CD zu bekommen!
 

spreewilder

Neues Mitglied
ich liebe grateful dead...fahre auch gern auf deadhead happenings oder organisiere ab und zu selber solche. mein lieblingsalbum seit einiger zeit (wechselt auch) Anthem of the Sun.
 

Volkeris

Mitglied
Lustig, da bin ich gestern darüber gestoßen. Beim Lesen von Valis (Philip K. Dick):
...
»Mein Lieblingsalbum der Dead ist ›Workingman’s Dead‹«, erklärte Gloria unvermittelt. »Aber ich finde es nicht gut, dass sie Kokain verherrlichen. Viele Kids hören Rockmusik.« »Sie verherrlichen es nicht. Das Lied handelt nur von jemandem, der es nimmt. Und indirekt tötet es ihn – er wirft sich vor einen Zug.« »Aber deshalb habe ich mit den Drogen angefangen«, sagte Gloria. »Wegen der Grateful Dead?« »Weil«, erwiderte Gloria, »jeder wollte, dass ich es tue. Ich bin es leid, immer das zu tun, was andere Leute von mir verlangen.«
...
 

Gast 1

Guest
Lustig, da bin ich gestern darüber gestoßen. Beim Lesen von Valis (Philip K. Dick):
...
»Mein Lieblingsalbum der Dead ist ›Workingman’s Dead‹«, erklärte Gloria unvermittelt. »Aber ich finde es nicht gut, dass sie Kokain verherrlichen. Viele Kids hören Rockmusik.« »Sie verherrlichen es nicht. Das Lied handelt nur von jemandem, der es nimmt. Und indirekt tötet es ihn – er wirft sich vor einen Zug.« »Aber deshalb habe ich mit den Drogen angefangen«, sagte Gloria. »Wegen der Grateful Dead?« »Weil«, erwiderte Gloria, »jeder wollte, dass ich es tue. Ich bin es leid, immer das zu tun, was andere Leute von mir verlangen.«
...
er redet vom Song "Casey Jones" da
 

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