Fates Warning

Jester1969

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Fates Warning ist eine US-amerikanische Metal-Band, die zu den Begründern des Progressive Metals zählt. Nach der Gründung im Jahr 1983 in Connecticut erschien 1984 ihr erstes Album unter dem Titel Night on Bröcken, das noch stark vom Einfluss traditioneller Heavy-Metal-Bands wie Iron Maiden geprägt war.
Das Debütalbum galt als wenig bedeutend, wohingegen die nachfolgenden fünf Alben der Gruppe als wegweisend für die Entwicklung des Progressive Metal angesehen werden, was besonders auf ihre Veröffentlichungen zwischen den Jahren 1985 und 1988 zutrifft mit den Platten The Spectre Within (1985), Awaken the Guardian (1986) und No Exit (1988). Diese Alben zeichnen sich durch komplexe und filigrane Vokalstrukturen aus, die östliche Einflüsse zeigen. Hinzu kommt das professionelle Gitarrenspiel von Matheos und Arduini/Aresti, welches sich durch komplexe Riffs, Tempowechsel, songdienliche, aber auch angepasst-virtuose Soli und Akustikpassagen auszeichnet.

Die Bandgeschichte lässt sich allgemein in drei Phasen unterteilen: Die erste Phase wird durch die ersten drei Alben geformt, auf denen John Arch sang. In dieser Zeit entwickelten Fates Warning ausgehend vom „Iron-Maiden-artigen“ Debütalbum ihren eigenen Stil. Die Texte auf diesen Alben kamen aus dem Fantasy-Bereich und hatten zum Teil okkultisch-philosophische Anklänge.
Die folgenden vier oder fünf regulären Studioalben bilden die zweite Phase mit Ray Alder als Sänger. Akustische Elemente hielten Einzug, die Musik wirkt insgesamt weniger aggressiv, die Texte werden zunehmend introspektiv, handeln von Abschied, Missverständnissen und Sinnsuche. Dieser Stil war bereits auf Perfect Symmetry – dem zweiten Album der Phase – perfektioniert, was zu vergleichsweise großem kommerziellem Erfolg dieses und des darauf folgenden Parallels führte. Mit Parallels und Inside Out erschienen zwei melodischere und weniger komplexe Alben, die teilweise gute Kritiken erhielten, aber zum Teil auch als zu kommerziell kritisiert wurden.
Mit A Pleasant Shade of Gray (1997), spätestens aber mit Disconnected (2000) beginnt die dritte Phase der Band, bei der zunehmend elektronische Elemente Einzug halten. In Jim Matheos' Nebenprojekt OSI dominieren diese streckenweise sogar deutlich.

Aktuelle Besetzung:
Gesang: Ray Alder (seit 1987)
Gitarre: Jim Matheos
Gitarre: Frank Aresti (1985–1995, seit 2003)
Bass: Joey Vera (seit 1996)
Schlagzeug: Bobby Jarzombek (seit 2007)


Studioalben
1984: Night on Bröcken
1985: The Spectre Within
1986: Awaken the Guardian
1988: No Exit
1989: Perfect Symmetry
1991: Parallels
1994: Inside Out
1995: Chasing Time (Best-of-Album)
1997: A Pleasant Shade of Gray
2000: Disconnected
2004: FWX
2013: Darkness in a Different Light
2016: Theories of Flight
2020: Long Day Good Night


Livealben
1998: Still Life (Live-Album)
2017: Awaken the Guardian Live (DVD, 2 CD)
2018: Live Over Europe


Sonstige
2003: The View from Here (DVD)
2005: Live in Athens (DVD)
2017: Awaken the Guardian Live (DVD, 2 CD)


Quelle:

Homepage:

Reviews:
 
Zuletzt bearbeitet:

Jester1969

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Ein paar kleine Einstiegsworte:
Zu Fates Warning kam ich erst 1988 mit No Exit.
The Ivory Gate of Dreams war der Schlüssel.


Bis A Pleasant Shade of Gray, dem Überalbum, blieb ich auch fleißiger Hörer.
Disconnected und FWX ging leider an mir vorbei. Werde ich jetzt wieder rauskramen.
Die beiden Nachfolger Darkness in a Different Light und Theories of Flight laufen dagegen wieder regelmäßig.
2012 und 2017 durfte ich sie Live erleben. Ich bin begeistert. Nicht nur The Eleventh Hour bleibt ewig im Ohr.


Das war´s vorerst.
 

Jester1969

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OMG. Ich schau mir gerade auch selbst das von mir gepostete Video an. Gänsehaut überall. So viele Leute die Spaß haben. Wann ist das endlich wieder so ...:(
 

Jester1969

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Heute zitiere ich mal aus den "babyblauen" zur Huldigung von A Pleasant Shade of Gray.

"A pleasant shade of gray" von 1997 fällt jedoch in einem solchen Maß aus der Reihe, daß es hier eigens vorgestellt werden soll. Auf der Platte befindet sich nur ein einziger Song, der allerdings in 12 Abschnitte unterteilt ist. Die Musik ist recht ruhig gehalten, es handelt sich nur teilweise um Heavy Metal im engeren Sinne. Die Keyboards, die sich nun auch bei Fates Warning finden, werden vom ehemaligen Dream Theater-Tastenzauberer Kevin Moore gespielt. Die Effekte, die er seinem Instrument entlockt, haben großen Anteil an der unverwechselbaren Stimmung, die die Platte ausstrahlt. "A pleasant shade of gray" erschließt sich nicht beim ersten Hören, dazu fehlt es an einprägsamen Melodien. Mit der Zeit wird dem Hörer die filigrane und melancholische Atmosphäre der Platte jedoch vertrauter. Man entdeckt wiederkehrende Motive, Spannungsbögen und erhält eine Ahnung vom Gesamtkonzept dieses Meisterwerks. Eine Platte, die wie dazu geschaffen ist, Kritiker und Belächler des progressiven Metals davon zu überzeugen, daß auch hier Alben veröffentlicht werden, deren Komplexität und musikalische Intensität den Vergleich mit den Klassikern des Progressiv Rock nicht scheuen müssen.

Es ist einfach ein Monument

 

passionplayer

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Da hast du das richtige Album vorgestellt, es ist mein liebstes von ihnen. Auch nach zigmaligem Hören entdecke ich immer wieder neue Feinheiten. An einem dunklen verregneten Winterabend, ein Glas Wein und Kopfhörer auf, für mich ein Trip ohne Drogen. (Wein ist keine Droge) ;)
 

Jester1969

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Überwiegt jetzt die Freude über das neue Werk oder aber der Schmerz dass es tatsächlich das letzte Album sein soll. Auf jeden Fall haben sie gezeigt, dass sie immer noch hervorragende Songs abliefern können.
Habe jetzt etliche Reviews verschiedenster Quellen gelesen und die meisten bewegen sich auf sehr hohem Niveau. Zwar wenig Höchstnoten, aber das ist okay. Es ist kein Meisterwerk, allerdings wesentlich besser wie vieles in dem Genre. Einigen wird es bestimmt zu ruhig sein - ich finde die Abwechselung diesmal passend.

 

Jester1969

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auch wenn sich das zu meinem Thread entwickelt, :)
Geh mal in der Historie zurück. Ein Hammersong von 1986 aus Awaken the Guardian.

Guardian

Answer me
Save my will
Have you forgotten me
 

toni

Alter Hase
Hier noch eine Rezi von Metal Factory

FATES WARNING - Long Day Good Night (2 LPs Gatefold)
Metal Blade/Sony

Wenn der ganze Corona-Schrecken überhaupt einen Sinn abwirft, dann höchstens den, dass die Szene aus Mangel an Konzerten mit einen Kreativ-Schub im Studio reagiert. Das allerdings besitzt den schwanzbeissenden Haken, dass dafür finanzielle Mittel nötig sind, die aber zunehmend fehlen. Nichtsdestotrotz und ob nun, getrieben durch Corona oder nicht, neue Musik entsteht, erfreut den geneigten Fan sowieso. So gesehen wird die Bilanz des hoffentlich bald endenden Jahres 2020 letztlich sogar noch besser ausfallen als gedacht. Ihren Beitrag dazu leisten erfreulicherweise auch die Kult-Progger Fates Warning, die vier Jahre nach der Top-Scheibe «Theories Of Flight» ihr mittlerweile dreizehntes Masterpiece raus hauen. Gitarrist Jim Matheos und Frontmann Ray Alder nahmen mitte 2019, nach der gemeinsamen Tour mit Queensrÿche, die enge Zusammenarbeit beim Songwriting wieder miteinander auf. Das jetzt vorliegende Resultat entstand nach harter Arbeit, respektive dem ständigen Abwägen, ob der jeweilige Song was taugt oder nicht. Insgesamt ist womöglich das bisher variabelste, sprich verspielteste Album entstanden, das stilistisch verschiedene Bereiche im eigenen Universum abdeckt. Man wollte bewusst, dass sich nicht alles gleich anhört. Deshalb erfreuen einen die bekannten Power-Songs wie der Opener «Destination Onward» oder ein Double-Bass Drum Gewitter der Marke «Shuttered World», umrahmt von Ray Alders kräftigem Gesang. Der Beginn von «Alone We Walk» wird jedoch durch cleanen Gesang veredelt, wo sich Ray verblüffend ähnlich wie Pop-Sänger Seal anhört, ehe sich nachher ein Groove-Monster erster Güte auftürmt.

Halbballadesk zeigt sich anschliessend das wunderbare «Now Comes The Rain», wo Fates Warning unter Hinzunahme von kongenialen Backing Vocals eindrücklich beweisen, wieviel Gefühl man in vergleichsweise kurze 4:15 Minuten rein packen kann. Nicht weniger Gänsehaut erzeugt das initial ruhige «The Way Home», wo Ray einmal mehr brilliert, bevor das proggige Element wieder die Oberhand ergreift und keine Gefangenen macht. Akustische Gitarren und Streicher-Arrangements (!) verwandeln «Under The Sun» ergreifend in eine der besten Balladen, die je an mein Gehör drang. Ganz zu schweigen vom fluffig startenden «Begin Again», bevor einen die nachfolgende Groove-Dampfwalze regelrecht platt macht! Allerspätestens hier weiss der Kenner zudem die wiederum knackige Produktion zu schätzen. Selbst vor etwas Electronica (!) und Xylophon-Klängen (!!) schrecken die Amis, wie bei «When Snow Falls», nicht zurück und wo man den Schnee im Geiste wirklich rieseln sieht. Das kurze und knackige «Glass Houses» legt schliesslich den roten Teppich für den über elfminütigen Rausschmeisser «The Longest Shadow Of The Day» aus, wo sich unter anderem Armored Saint Bassist Joey Vera jazzig in Szene setzen darf und sich auch Jim Matheos keine Blösse gibt, ehe der Prog-Part einsetzt und Fates Warning damit einmal mehr eindrucksvoll unterstreichen, wie geil erstens «Long Day Good Night» in der Tat geworden ist und zweitens welche nach wie vor begnadete Band hier am Werk ist! Ein Jammer zudem, dass es noch lange dauern wird bis..., ach lassen wir das.
Rockslave
Punkte: 10 von 10

 

Jester1969

Mitglied
Punkte: 10 von 10
Das ist schon sehr mit Fanbrille. Mir gefällt es auch super, aber eine 10?

So sieht es anderswo aus. Hab die Punkteverteilung mal auf 100% berechnet und einen Schnitt genommen.
Mit knapp 82% Punkte liegt es auch bei meiner Einschätzung (ich gebe auch 8.5/10). Wie sich das im Fates Warning Back-Katalog einordnet weiß ich noch nicht. Mal schauen.


 

Jester1969

Mitglied
Dieser Thread ist selbstverständlich auch die Plattform für Jim Matheos, Ray Alder und John Arch.
Sowohl What the water wants von RA als auch Winter Ethernal von Arch/Matheos gefallen mir sehr gut.

Der hier ist z.B. fantastisch Tethered

 

Jester1969

Mitglied
Ich tendiere zwischen 9 - 9.5 Punkten. Wenn nur nicht diese 2 oder 3 Füller darunter wären, gebe es eine glatte 10. Nichtsdestotrotz sehr wahrscheinlich meine Platte des Jahres.
Ja, die Songs sind alle klasse und ich würde jetzt auch keinen direkt als "Füller" bezeichnen, da sie ja bewusst auf Vielfalt gesetzt haben und das haben sie in allen Facetten geschafft - auf sehr sehr hohem Niveau.
Grundsätzlich könnte es mir insgesamt etwas "härter" sein. Deswegen die kleine Abwertung.
Als Platte des Jahres muss es für mich auch keine 10 sein.
Wäre es die erste Scheibe die ich von FW gehört hätte, dann wäre es vermutlich eine 10 :). Nicht, dass mir jetzt schon eine andere bessere gefällt. Nur weiß ich was FW im Querschnitt schon alles gemacht haben.
 

DerGrobeWestfale

Aktives Mitglied
Ob es nun das letzte Album ist oder eine kreative Pause folgt, egal! Während Dream Theater wie Ikarus eine harte Bruchlandung nach der anderen hinleg(t)en, ist auf Fates Warning Verlass. Die Magie des Erstkontakts z.B 1985 ist sicherlich im laufe der Jahre einer etwas objektiveren Betrachtung gewichen. Nach einigen Hördurchgängen bleibe ich bei 85% von 100%. Alles andere darunter hätte ich FW nicht zugetraut!
 

Lamneth

Aktives Mitglied
Beim Progressiv Metal steht bei mir Fates Warning mit Dream Theater auf einer Stufe, ich liebe den unvergleichlichen Sound von FW. Aber mein Lieblingsalbum bleibt Perfect Symmetry !
Fates Warning - Perfect Symmetry - Nothing Left To Say
 
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