Dream Theater

Music is Live

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Dream Theater - Punkt.

... sie haben schon immer die Musikfans gespalten, die einen fanden sie zu "steril" die anderen vergötterten sie.
Ich selber zähle/zählte mich da eher zu zweitgenannten und verfolge die Band seid ´95 - Awake Zeiten.

Nun haben sie ja schon einige Jahrzehnte auf den Kerbholz und haben sich auch gewandelt.
Denkt ihr zum Vorteil oder eher weniger, stagnieren sie oder versuchen sie neue Wege zu beschreiten bzgl. das letzte Album ->> The Astonishing????
Haben sie Live noch was zu bieten im Vergleich zu alten Konzerten???

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ich selber habe lange überlegt, ob ich zum Images and Words Konzert nach Hamburg reise um mir dort sie anzusehen/-hören.... nach Veröffentlichungen der Konzertmitschnitte bin doch recht zufrieden, dass ich mich dagegen entschied... ich hätte dem Geld hinterhergetrauert.....
Mike hat in seinen Konzertbericht wieder mal kein Blatt vorm dem Mund genommen und die eindeutigen Mankos herausgestellt, wie auch ich sie empfinde.... lassen wir mal La Bries Erkältung/Erkrankung aussen vor (wunderte mich schon über seine schlechte Leistung, wusste jedoch nicht davon) hat er auch andere Schwachstellen hervorgehoben..... u.a. diese immer gleichen Drumsolos v. Mangini und die unglückliche Wahl des Basssolos, welches bestimmt ein hochwertiges Stück Musik ist, doch nicht zum Dream Theater Rahmen recht passt....
ich vermute, diese Tour soll nicht nur ein Ausgleich und Schadensbegrenzung zum zwiespältigen Astonishing Part stellen, sondern sie verfolgen auch ganz genau was Mike Portnoy mit seinem Shatterd Fortress Projekt veranstaltet.... welches ja ein Zugpferd der Band ist, weil eigentlich alles gute Songs aus verschiedenen Bandphasen.... Portnoy hat mit den Haken Musikern wohl ganz bewusst sich Musiker geholt, die auf selben Level spielen können wie seine alten Weggefährten und mit Eric Gillette einen "Jungspund" welcher wohl mit dem Gitarrenspiel von John Petrucci aufwuchs, so wie er spielt....
Nur.... den Gesang kann man nicht ersetzen.... weder Ross noch Daniel und Ted können die Dream Theater Songs so singen wie La Brie..... ich mag alle drei genannten Sänger sehr, doch so ist es nun mal..... La Brie ist sehr eigen und gut ausgebildet in seinem Gesang.....

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wie seht ihr dies.... ???
was würdet ihr euch von der Band zukünftig wünschen, wenn man "Mitspracherecht" hättet :D????

eher Mangini oder doch wieder Portnoy.....??? (träumen ist u. bleibt erlaubt)
welchen Keyboarder empfandet ihr als den passenden für die Band???

erscheint die Band als gesättigt und "Ideenlos" ...???
... oder ist es nur eine Schächeperiode, die vorüber gehen kann/wird.....

ich denke hier genügend Fragen und eigene Gedanken als Diskussionsgrundlage vorgelegt zu haben.....
lass was lesen..... ;)
Videobeispiele können hier bereichernd sein.... :)

thx @ all.... die hier Interesse zeigen.....
 

Gast 1

Guest
Sehr interessant aufgemachtes Thema, da werde ich morgen mal in mich gehen und dazu was schreiben. Jetzt mit dem Posting hier werd ich dann wenigstens gleich informiert dazu per Mail
 

colmar

Mitglied
Ob Mangini oder Portnoy ist irrelevant, wenn man so schlechte Alben wie "The Astonishing" veröffentlicht. Beim NOTP werden wir Portnoy ja live erleben mit seinem Projekt. Mal sehn.....

Ansonsten waren DT technisch immer brillant und die Alben durchweg gut. Mir scheint aber mittlerweile der Funken erloschen. Die Konkurrenz schläft nicht, siehe Haken, TesseracT, PoS usw
 

nixe

Inventar
wenn man so schlechte Alben wie "The Astonishing" veröffentlicht.
The Astonishing ist kein schlechtes Album, es ist nur kein MetalAlbum! Es ist ein ProgKonzeptAlbum!
Ich habe Dream Theater mit Once in a LIVEtime kennen gelernt & hatte mit der ersten CD so meine Schwierigkeiten, weil ich mit Metal abgeschlossen hatte, aber man versucht es doch immer wieder! So, bzw. umgedreht geht es Euch bei The Astonishing.
Als Derek an die Luft gesetzt wurde, war ich sauer, denn sein Hammond-sound hätte noch viel bringen können. Jordan ist da ein bißchen klinisch steril, wenn sie auch gleich mit Metropolis Pt. 2: Scenes from a Memory vollends überzeugen konnten. Vor Mike*s Abgang war ich schon überfordert, oder was auch immer, nach Octavarium & Score war das Interesse irgendwie nicht mehr dasselbe!
 

Music is Live

Aktives Mitglied
Ob Mangini oder Portnoy ist irrelevant,
dem möchte ich widersprechen.... Mangini ist wohl nur der bezahlte Drummer und bringt sich kaum ein bzgl. Songwriting....
währenddessen Portnoy Songs schrieb/mitschrieb und auch viel mitsprach in der Band.... ich denke schon, dass sein Fehlen bemerkbar ist ....

Die Konkurrenz schläft nicht, siehe Haken, TesseracT, PoS usw
da bin ich deiner Meinung..... speziell Haken haben für mich Dream Theater den rang abgenommen.... sie sind gute Musiker und z.Z. einfallsreicher im Songwriting, hoffe dies bleibt uns noch länger erhalten....

Es ist ein ProgKonzeptAlbum!
ich würde das prog aber recht klein schreiben.... sie haben versucht etwas aussergewöhnliches zu schaffen und haben sich übernommen, auch wenn einzelne Songs noch gut gelungen sind, das Gesamtbild hapert....
wäre für mich interessant, wenn dies mit Portnoys Zusammenarbeit entstanden wäre, was dann raus gekommen wäre....
er hätte bestimmt die eine oder andere "Schnulze" v. La Brie weggebrüllt.... :D (kl. Anspielung auf A Nighmare to Remember von seinem letzten DT Album) :rolleyes:

nach Octavarium & Score war das Interesse irgendwie nicht mehr dasselbe!
man könnte vermuten, dass dies mit dem Wechseln zu Roadrunners (Label) zusammenhängt....
 

BRAIN

Mitglied
Es war ca. 1994 als ich mir Images and Words zulegte.
Pull Me Under gefiel mir auch recht gut aber insgesamt hatte und habe ich keinen Drang mir diese Musik anzuhören.
Zum einen wären da die metallischen Powerchords die ich überhaupt nicht mag, zum andern der gestelzte Gesang.
Awake gab ich dann auch eine Chance, zumal eine nähe zu YES attestiert wurde und Steve Howe zu der Zeit mit der Band spielte.
Aber es bleibt dabei, es zündet bei mir nichts und die Keyboardlinien sind mir auch zu clean.
Die Verbindung von Heavy Metal und Prog-Elementen funktioniert für meinen Geschmack nicht.
Wounded Land von Threshold ereilte damals das gleiche Schicksal.

Es leuchtet mir aber schon ein, dass Dream Theater zu den wichtigsten und besten Bands der letzten Jahre zählen.
Für das Progressive Rock-Revival der 90er sind maßgeblich sie verantwortlich.
 
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Music is Live

Aktives Mitglied
.... oder falsch verstanden.....

wie Brain schon feststellte, haben sie den Weg für vieles bereitet indem sie die anfänglichen Progmetal Ideen aus den ´80er übernahmen und weiterentwickelten (Watchtower u. Fates Warning z.B.)
damit haben sie ihren Beitrag zu Vielfältigkeit in der Musikwelt beigetragen..... dies können nicht viele für sich in Anspruch nehmen.....
.... dass du sie nicht magst, ist ok..... ist eben nicht Jedermanns/Frau Sache.....
doch sie sind nicht überbewertet...... :p

by the Way.... :rolleyes: sie beziehen sich auf eine deiner liebsten Band als Hauptinspiration.... Iron Maiden, für die sie auch supporten, als sie selber schon "groß" waren.... (lt. deren Aussagen gibt es da nur drei Metalbands für die sie dies noch tun würden, neben Maiden wären es Metallica und Deep Purple)
 
Ihren Beitrag zur Musikwelt will ich gar nicht bestreiten und auch nicht ihr technisches Können, aber ich halte sie dennoch für überbewertet. Da gibt es aus meiner (natürlich subjektiven) Sicht deutlich stärkeres und fesselnderes. Bei Threshold, die @BRAIN ja auch kurz nannte, sehe ich das ähnlich.

Sich auf irgendwelche anderen Bands (Maiden o.ä.) als Einfluß zu berufen, hat nur bedingt Aussagekraft. Denn dass bedeutet noch lange nicht, dass man ebenfalls im Stande ist, vergleichbar packende und überlebensgroße Musik zu kreieren. Egal, wie gut man vielleicht sein Instrument beherrscht - instrumentale Leistungen alleine sind nicht alles und definieren nicht ausschließlichen den musikalischen Wert einer Band.
 

Gast 1

Guest
Ich kann es kurz machen: Ich mochte Dream Theater nie sonderlich und das wird auch so bleiben. Überbewertet.
Also da bin ich aber von dir deutlich differenziertere Aussagen gewöhnt, Mathias. Warum magst sie nicht, was stört dich dran so?

Ob irgendjemand ne Band irgendwo hoch oder flach bewertet hat ja eh keine Relevanz für den eigenen Geschmack, des is mir bei jemandem der zu so ausführlicher Analyse fähig ist wie du, zuwenig.

Also an die Tasten bitte....auf gehts...los!
 
Zuletzt bearbeitet:

WeepingElf

Aktives Mitglied
The Astonishing ist kein schlechtes Album, es ist nur kein MetalAlbum! Es ist ein ProgKonzeptAlbum!
Das trifft es ganz gut. Es ist ein Prog-Konzeptalbum, und die Frage, ob es Metal ist, überlasse ich den Metalheads, zu denen ich nicht gehöre. Ich mag Dream Theater, und insbesondere The Astonishing, weil es guter moderner Prog ist, und ob es auch Metal ist, ist mir ehrlich gesagt schnurzpiepegal.

Aber mein Lieblings-DT-Keyboarder ist und bleibt für mich Kevin Moore. Jordan Rudess ist mir dann doch etwas zu überkandidelt, vor allem sein Pseudo-Gitarrenspiel auf dem Continuum kann manchmal nerven. Irgendwie habe ich da den Eindruck, als hätte er mal folgendes Gespräch mit seiner Mutter gehabt:

Jordan: Mama, ich will Gitarre lernen.
Mutter: Kommt nicht in Frage, du lernst Klavier!
Jordan: Nein, Gitarre!
Mutter: Klavier!
Jordan: Na gut, dann also Klavier. Aber eines Tages werde ich herausfinden, wie man auf dem Ding Gitarrenklänge machen kann!
 

Music is Live

Aktives Mitglied
Da gibt es aus meiner (natürlich subjektiven) Sicht deutlich stärkeres und fesselnderes.
Da würde ich gerne mal einiger deiner Beispiele lesen, was denn da besser war.... Psychotic Waltz, Zero Hour, Payne´s Gray.... !!! alles gute Bands, ohne Frage..... reicht für mich aber nicht heran....
erst in neuerer Zeit kamen Bands nach, die ihnen im ProgMetalbereich das Wasser reichen konnten....
ich behaupte selbst Bands wie Pain of Salvation und Opeth haben vom Run Dream Theaters profitiert, auch wenn sie recht unterschiedlichen ProgMetal produzierten zu damaligen Zeiten.....

in den ´90ern bis in die anfänglichen ´00er waren sie der Maßstab des Progmetals.... alle anderen erhoben sich dann allmählich aus deren Schatten.....

Fates Warning sind die einzigen, die ihre Form von ProgMetal immer weiter voranbrachten, was sie allerdings teilsweise weg vom ProgMetal brachte..... soll nicht heißen, dass sie schlechte Musik machten.....

Aber mein Lieblings-DT-Keyboarder ist und bleibt für mich Kevin Moore. Jordan Rudess ist mir dann doch etwas zu überkandidelt,
mir gefiel auch das Keyboardspiel von Kevin sehr gut..... und es wäre bestimmt spannend geblieben, wäre er nicht gegangen.... was, soweit ich weis, seine eigene Entscheidung war, weil er wo anders hin wollte....
siehe Chroma Key und auch O.S.I. mit Jim Matheos v. Fates Warning, bei denen Kevin ja auch oft aushilf.....

hat das Continuum nicht sogar Jordan mitentwickelt... !!??
bei dem Octavarium Song war noch hin u. weg davon..... doch dies lies dann auch nach....
 

Gast 1

Guest
Ich hab Dream Theater mit dem ersten Album bereits kennengelernt. Hab ich in nem Second Hand Laden gefunden und reingehört, ich mein, weil ich irgendwo was drüber gelesen hatte, kann mich da aber auch täuschen. War (und bin) von der Scheibe sofort begeistert gewesen. Das war endlich mal intelligenter Heavy Metal. Da war ich ja gegen Ende der 80er am Verdursten mit dem ganzen Hair-Metal Quatsch.


Als dann drei Jahre später endlich die zweite rauskam, gierte ich schon danach. Blätterte immer Monat für Monat in den Metalmagazinen ob mal was drinsteht über die Band, dass da ne zweite käme. Neuer Sänger, aha, da war ich erstmal nicht so erfreut weil ich Charlie Dominici's Stimme sehr gern mag. Hab mich aber sehr schnell mit James LaBrie angefreundet, der passt schon ganz gut da rein. Obwohl ich die "Images & Words" dann rauf- und runterdudelte, jedem der es hören wollte oder nicht die unbedingt empfehlen mußte, hatte ich und hab ich bis heute einen großen Kritikpunkt an der Scheibe: Die getriggerten Drums sind einfach scheußlich. Und Schwachsinn obendrein, wenn du eh nen Drummer wie Portnoy in der Band hast, der sowas trommeln kann. Warum da der Trigger? Ich würd mich so richtig freuen, wenn sie die irgendwann neu rausbringen mit der reinen Drumspur wie Portnoy sie spielte.


Die "Awake" fand ich deutlich schwächer. Zuviel langweiliger Durschnittsmetal war mir das. Nicht im technischen Können, aber in den Songs. Bis heute werd ich mit der nicht richtig warm. Auf der Tour hab ich sie aber gesehen, das heißt mit Kevin Moore. War ein beeindruckendes Erlebnis, obwohl ich sagen muß, Dream Theater machen mir mehr Spaß am Bildschirm wo ich den Herren auf die Finger schauen kann. Da brauch ich das Live-Erlebnis nicht, weils sich eh nicht so groß von dem im Studio unterscheidet. Sie können perfekt spielen, das weiß ich und das muß ich nicht unbedingt dann in der Halle mitbekommen. Da fehlt mir das was für mich ein Livekonzert erst so richtig gutmacht: Das Unberechenbare, das Spontane aus dem Moment Geborene.


Die "Change Of Seasons" gefiel mir gut, außer den Covern, die fand ich halt so okay, mehr nicht. Die "Falling Into Infinity" hatte ich ausgelassen. Zum einen hörte ich in der Zeit eh kaum hartes Zeugs und zum anderen hat sie nach reinhören auch nicht so getaugt. Die Livescheibe „Once In A Livetime“ hatte ich mir gekauft, aber da mir damals nicht so danach war nicht oft gehört und einfach ins Regal gepackt. Dann hab ich die Band jahrelang nicht mehr verfolgt.


Ausgerechnet als die „Train Of Thought“ rauskam, dachte ich, ich hör da mal wieder rein. Lag an dem sauguten Cover, das ich bis heute ihr bestes finde. Das sind die Cover die mich neugierig machen können, Surrealismus. Aber wie gesagt, ausgerechnet bei der hörte ich rein. Brrr. Bis heute die Scheibe die ich von ihnen am wenigsten mag. Die Art Metal die mir meist sehr schnell auf den Sack geht. Und viel zu metallica-artig. Und Metallica mag ich nicht.


Also wieder Dream Theater ignoriert. Dann kam die „Octavarium“. Zweitliebstes Cover bei mir, von der Band. Da hatte ich vorab gelesen, dass sie diesmal eine Hommage an klassischem Prog draufhaben und vor allem die Metal-Anteile der letzten Scheibe zurückgefahren haben. Also wieder neugierig gewesen, gekauft und endlich!!! hats wieder gezündet bei mir. Bis heute ist die „Octavarium“ eines meiner Lieblingsalben von ihnen. Das Titelstück ist zum Niederknien schön.


Dann hab ich angefangen mich mit den ausgelassenen Alben zu beschäftigen und festgestellt, dass ich mit der „Scenes From A Memory“ schonmal eine ganz wichtige, sehr gute Scheibe verpasst hatte. Mit der „Six Degrees Of Inner Turbulence“ und da vor allem mit dem 42minütigen Titelwerk noch mehr. Durch die Scheibe hab ich mich dann auch an die Metallica-Teile bei ihnen gewöhnt. Das sind zwar bis heute die Teile auf die ich bei ihnen sofort verzichten könnte, aber wenn sie es nicht übertreiben damit, wie auf der „Train Of Thought“ ists okay.


So nach und nach hab ich mir dann die Alben von ihnen geholt, alle Livealben, die Live-Coveralben, wo sie andere Alben anderer Bands komplett spielten, die DVDs usw.


Beim Wechsel von Portnoy zu Mangini dachte ich erst, sehr schade, aber Mangini ist auch ein echter Könner, das passt schon.


Heute wünsch ich mir sehnlichst den Portnoy in der Band zurück. Mangini ist einfach ein Schlagzeugroboter mit langen Haaren. Alles was nen Mensch da ausmacht fehlt ihm. Er hat kein Charisma, keine Ecken und Kanten, kein bißchen Verrücktheit, keine Leidenschaft, er wirkt auf mich als ob da ein riesiges Computer-Gehirn am Drum-Stuhl sitzt und spielt was programmiert wurde. Stinklangweilig ist er einfach, es ist ein Graus.


Ob er nicht anders kann oder nicht anders darf, ich weiß es nicht. So wie es ist, ists schlimm. Wenn ich mir z.B. das göttlich-geniale „YTSE Jam“ mit Portnoy und mit Mangini hintereinander anschaue brauch ich keine Diskussion mehr über die beiden. Portnoy rockt, Mangini klotzt und wirkt trotz seiner überragenden Technik total schwerfällig, weil einfach nix aus dem Bauch raus passiert.


Portnoy ist halt ein Charakter zum sich dran reiben. Den willst du bestimmt manchmal an die Wand klatschen. Aber manchmal willst ihn einfach nur umarmen und herzen, weil er dauernd so überläuft mit Emotionen und Ideen. Und bei aller geilen Technik die auch er drauf hat, der ist immer Mensch. Der ist manchmal einfach nur ein großer Kindskopf der nix als Unsinn im Kopf hat. Das Element fehlt mir total bei der Band jetzt.


Zudem – fatal wie ich finde - seit Portnoy nicht mehr da ist wird mir das zu LaBrie-lastig. Es scheint als ob er all die Jahre nur drauf gewartet hat Balladen mit Dream Theater singen zu dürfen. Und nicht eine, nein, wir klatschen das Album voll damit. Und zwar vom Übelsten. Vom amikitschigsten wie es nur geht (und das als Kanadier).


„A Dramatic Turn Of Events“ fand ich ein sehr, sehr gutes Album. Das erinnerte an beste Zeiten wie zu Anfang der 90er rum. Weniger Metal – was ich sehr gut fand, mehr Melodie wieder – was ich ebenso sehr gut fand. Da war ich noch sehr euphorisch, dass es nun gut und weniger hart weitergehen wird.


Aber dann kam ihr „Dream Theater“-Album. Schon der überaus einfallsreiche Titel zeigte, dass es diesmal mit der Kreativität nicht so weit her war. Die Platte hat noch sehr gutes, wie die „Enigma Machine“, die „False Awakening Suite“ (viel zu kurz, weil gut) und die sehr schöne „Illumination Theory“, aber halt auch schon einige völlige Durchschnitts-Songs. Gut, sowas schlich sich immer mal ein bei ihnen, aber dann wars halt ein Song, vielleicht mal zwei. Nun wars das halbe Album.


Und dann kam „The Astonishing“. Was für ein Quatsch. Was für ein hanebüchener Blödsinn von dieser zu so großartigen Taten fähigen Band.

Es ist ein Konzeptalbum, ja. Nur ergibt das ja noch lange nicht ein Prog-Album. Da ist nix, aber auch gar nix von der großen Kunst der Band zu hören. Bis auf „Moment Of Betrayal“ ist da kein einziges Stück auf zwei CDs, dass ich so unbedingt wieder hören möchte. Metal gibt’s auf dem Album aber auch so gut wie gar nicht (außer dem erwähnten). Wenns dann wenigstens ein Rock-Album mit guten und schönen Songs wäre.


Dieses Doppelalbum ist einfach nur randvoll mit Blödsinn. Endlos berechenbares durchschaubares Zeugs und zwar textlich wie musikalisch. Dagegen sind Rosamunde Pilcher Filme Dramen, ach was DRAMEN sind das, gegen „The Astonishing“. Astonishing (erstaunlich) ist hier nur, dass sie ernsthaft an das Ding geglaubt haben, oder zumindest Petrucci tats wohl, von ihm kam das ja.


Als ob er alle Groschenheftchen, schlechte Superheldencomics und US-Blockbuster-Filme in den Topf geworfen hat und dreimal kräftig umgerührt hat.


Wenns überhaupt irgendeine musikalische Enttäuschung für mich in den letzten Jahren gab, dann dieses Album. Denn das diese Band so tief stürzen kann hätte ich nicht für möglich gehalten.


Dream Theater können Metal spielen.

Dream Theater können Prog spielen.

Dream Theater können Werke schreiben und – etwas begrenzter –

Dream Theater können Songs schreiben die funktionieren.


Und tatsächlich schaffen sie es ein Doppelalbum rauszuhauen wo fast nichts von diesen Talenten drauf zu finden ist, wirklich astonishing.


Als ob man Usain Bolt beim Gassi-gehen mit seinem Hund zuschauen muß. Würde dafür irgendjemand ins Stadion gehen? Oder möchte jemand von nem Literaten einen Groschenroman lesen?

Eben, so ist das mit der Platte. Das will man von dieser Band einfach nicht hören, denn man weiß, sie können viel viel mehr.


Wenn ich banale La-La Musik hören will, brauch ich wirklich kein neues Dream Theater Album dafür, wenn mir nach sowas ist gibt’s Hunderte anderer Künstler die seicht sind, weil sie seicht sein müssen.

Seicht zu sein ist okay, wenn man nicht mehr drauf hat ist das sogar völlig okay und kann bei guten Songs sogar richtig schön!! kitschig sein.


Aber „The Astonishing“ ist Mist. Kalkulierter naiver infantiler Mist, der textlich als Gute-Nacht-Geschichte für Petruccis Kinder taugt und musikalisch das Niveau von „König der Löwen mit harten Gitarren“ hat.


Ob ich auf die nächste Dream Theater Scheibe neugierig bin? Na klar bin ich! Ich mag die Band von Anfang an, sie schlagen eine Saite in mir an und ich weiß, dass sie Großes können. Oder doch konnten? Lag alles an Mike Portnoy? Mal schauen, noch hab ich sie nicht aufgegeben.


Dream Theater berühren mich übrigens niemals direkt emotional. Das ist eher so eine durchs Hirn ausgelöste Emotion, weils Hirn sich freut wie man intellektuell einen losfetzen kann. Also quasi jubelt erstmal das Hirn und hüpft herum und sagt dabei dem Herzen, hey mach auch mit, des ist auch irgendwo was für dich. So in etwa funktioniert die Band bei mir.


Wenn aber nach der Selbstbetitelten und dem König der Löwen Album nun nochmal sowas kommt, ich glaube, dann muß ich die Band mal wieder fünf Jahre ignorieren um mich davon zu erholen.
 
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nixe

Inventar
Dream Theater - Diskussion zur Band - angeregt durch Mike sein LIVE Bericht
Hab ich was verpaßt, aber sorry: Wo ist Mike sein Bericht?
 

nixe

Inventar
Eigentlich emfind ich ja Dein Statement hier ja auch als gelungen, Vertogo, wenn Du The Astonishing nicht ganz so mieß gemacht hättest, gäbe es auch ein: I like it, aber so?

Als ich die TextÜbersetzung von Eloy*s Planets & Time to turn laß, war mir auch klar, das das ein Science Fiction wäre, den ich mir nie ansehen würde!
Klar, was wäre es für ein Album geworden, wenn Mike dabei gewesen wäre? Kann man nur hoffen besser! Warum wird bei KonzeptAlben auf die solos verzichtet, weil zuviel Text?
 

Gast 1

Guest
Eigentlich emfind ich ja Dein Statement hier ja auch als gelungen, Vertogo, wenn Du The Astonishing nicht ganz so mieß gemacht hättest, gäbe es auch ein: I like it, aber so?

Als ich die TextÜbersetzung von Eloy*s Planets & Time to turn laß, war mir auch klar, das das ein Science Fiction wäre, den ich mir nie ansehen würde!
Klar, was wäre es für ein Album geworden, wenn Mike dabei gewesen wäre? Kann man nur hoffen besser! Warum wird bei KonzeptAlben auf die solos verzichtet, weil zuviel Text?
Macht nix, Nixe, ich schreib ja nicht damits jeder gut finden muß, sondern weil meine Meinung dazu raus will.

Klar - Dream Theater sind nicht die einzigen mit einem lächerlichen blöden Konzept hinter einem Album, aber sie sind die einzigen mir bekannten die da so einen Riesentamtam drumrum gemacht haben und vor allem hätte ich ihnen einfach mehr Niveau zugetraut und nicht so einen unterirdischen Schwachsinn, den sie dann auch noch dementsprechend musikalisch umsetzen.

Zu hohe Erwartungshaltung meinerseits? Nein, man muß Menschen an dem messen was sie im Stande sind zu leisten und dass da viel viel mehr möglich ist als diese Kindergeschichte im Musicalformat, diese Latte haben sie sich ja selber so hoch gelegt.
 
Zuletzt bearbeitet:

nixe

Inventar
Ich geb Dir recht, das es sich auch bei mir noch nicht festgesetzt hat, das Prog mehr kann, aber durch dieses Album sind sie nicht im Metal versunken & haben Aufsehen provoziert!
live wäre ich gern dabei gewesen!
 

Music is Live

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Dream Theater - Diskussion zur Band - angeregt durch Mike sein LIVE Bericht
Hab ich was verpaßt, aber sorry: Wo ist Mike sein Bericht?
Sorry, da hätte ich diese Quelle wohl besser beschreiben sollen.... in der neuen Ausgabe hat er zur aktuellen Tour einen Live Bericht verfasst.....
ich habe sie nur über YouTube verfolgen können, weil sie diesmal Berlin ausliessen..... was ich schade und frech finde.... :D
... und empfand vieles schon ähnlich, bevor ich Mike seinen Bericht lass...... (womit die Enttäuschung sich über auslassen des Berlin Konzertes in Grenzen hielt)
nur wusste ich nichts von LaBries Erkältung, wunderte mich nur über seine ungewohnt schlechte Leistung..... die mit diesem Wissen erklärt wurde....
 

Music is Live

Aktives Mitglied
Heute wünsch ich mir sehnlichst den Portnoy in der Band zurück. Mangini ist einfach ein Schlagzeugroboter mit langen Haaren. Alles was nen Mensch da ausmacht fehlt ihm. Er hat kein Charisma, keine Ecken und Kanten, kein bißchen Verrücktheit, keine Leidenschaft, er wirkt auf mich als ob da ein riesiges Computer-Gehirn am Drum-Stuhl sitzt und spielt was programmiert wurde. Stinklangweilig ist er einfach, es ist ein Graus.
sehr gut beschrieben..... im Boxen wären das zwei mal linke Gerade zum anwärmen, die rechte zum Weichmachen und den Uppercut zum Niederstrecken.... Plumps - umgefallen.... :D

danke für deinen tollen Bericht, der mir viel Spass beim lesen bereitete.....
auch deine Idee dein kennenlernen und deine Hörempfindungen den einzelnen Alben zu zuordnen ist sehr interessant..... auch wenn sie recht unterschiedlich zu der meinen eigenen ist.....

solch Beschreibung sind immer subjektiv, dafür sind wir ja auch hier in einem Forum..... also darfst du auch -> the Astonishing niederwalzen..... genauso wie die Liebhaber dieses Albums es hochloben dürfen.....
mich interessieren da alle Meinungen, habe jedoch meine eigene...... :)
 

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