Die Zukunft des Progressive Rock

einfach gestrickten Hipstern, die sich nur für Frauen, Autos und Parties interessieren und mit Philosophie, progressiver Politik und dergleichen nichts anfangen können.

Kann man Voruteile, mit Vorurteile ausräumen?
Frauen mag ich z.B. sehr und früher feierte ich die Feste wie diese gefallen sind - auch mit Philosophie Studenten und so einigen, die heute in die Politik gegangen sind... und nur weil jemand etwas nicht mag, ist er gleich ein Gegner?

Wenn meine Mutter die Flippers und ihren Schlager hört, macht sie das glücklich - also freut es mich, auch wenn es nicht mein Genre ist, das ich bevorzuge. Einfach jedem das seine lassen und mal das ständige Erschaffen von Feindbildern vergessen - Dies war noch nie für eine Diskussion hilfreich.
Es reicht zu sagen, dass es andere gibt, die etwas evtl. nicht mögen – aber sie dann immer beschreiben hervorzuheben? Naja….
 
und am Neoprog/Progmetal-Tag würde gähnende Leere herrschen

Nein, das sehe ich nicht so :
der Neoprog ist immer bevorzugt worden , ev. nicht unbedingt bei den Headliner ,
aber sonst war das Festival immer total Neoprog lastig , für mich jedenfalls !

Ich mag einfach keine Schubladen , da sie ja so austauschbar sind und sie jeder unterschiedlich einordnet !

Die Schubladen in du sie einordnen willst überlasse ich dir .
Also zähle mal mit !

Progmetal ist wirklich ein sehr einsames Waisenkind !
Da ist der Veranstalter wohl kein grosser Fan davon ,
dass würde ich mal so in den Raum stellen.

Aber sei's drum , jeder weiss wer da spielt und keiner wird gezwungen da dabei zu sein .
 
Vermutlich sind das die "Alternativ-Progger", die du so hasst. (Warum eigentlich? In der Schule immer gemobbt worden?) Solltest dir die Texte von zB. Tool, Mars Volta, Trail of Dead (willkürliche Auswahl an "grossen" Bands) einfach mal durchlesen.

Alternativ geht Kobaianisch natürlich immer: Kobaïa Is De Hündïn

Ich hasse sie nicht - nicht mehr, jedenfalls. Sie interessiert mich nur einfach nicht. Anfangs habe ich mich immer wieder darüber geärgert, dass Musik, die in meinen Ohren kein Prog war, als "Progressive Rock" bezeichnet wurde, und zog dagegen ins Feld. Später versuchte ich, diese Musik anderweitig zu klassifizieren (z. B. als "Postrock" oder "Industrial") und zu ergründen, warum sie unter "Prog Rock" lief. Ich stellte diverse Theorien zu diesem Thema auf, die aber in den damals von mir frequentierten Gruppen (die [progrock-dt]-Mailingliste, Jogis Forum und noch ein paar andere, kurzlebige) abgelehnt wurden, etwa dass diese Klassifikation an die im Bereich House/Trance gebräuchliche Klassifikation (es gibt "Progressive House", "Progressive Trance" und dergleichen mehr, was nichts mit Progressive Rock zu tun hat, was ich aber speziell bei Tool zu erkennen glaubte) angelehnt sei, was dann prompt als "falsch" zurückgewiesen wurde.

So richtig habe ich die Sache bis jetzt noch nicht aufklären können, aber ich denke, es liegt daran, dass sich diese Bands zumindest zum Teil auf Progressive-Rock-Bands berufen und sich in deren Tradition sehen, auch wenn die Musik doch sehr anders ist. Das ist (abgesehen von den Bandbiographien, die ich noch zu schreiben habe) die größte verbleibende Baustelle in meinem Buch ;)

Und zu den Texten von diesen Bands habe ich doch gar nichts gesagt. Wie es überhaupt anspruchsvolle, intelligente Texte auch in vielen Musikrichtungen gibt, die mit Prog rein gar nichts zu tun haben. Die findet man beispielsweise auch bei Tocotronic oder bei vielen Liedermachen.

Merkst Du was? Irgendwas?

Das ist mal wieder typisch @The Wombat. Im Gegensatz anscheinend zu manchen anderen hier bin ich durchaus in der Lage, eigene Fehler einzusehen und zu korrigieren.

@Zeips - fühl Dich doch nicht angesprochen, wenn ich was von "Prog-Gegnern" sage. Ich meine damit niemanden hier im Forum, sondern Leute, die meinen, Prog sei "pompös", "übertrieben", und was noch so negative Eigenschaften von gewissen Musikjournalisten genannt werden. Natürlich sind nicht alle Prog-Gegner "einfach gestrickte Hipster", aber eine gewisse anti-intellektuelle Haltung scheint in manchen Kreisen weit verbreitet zu sein. Das kann man sogar ein Stückweit verstehen, wer den ganzen Tag im Büro sitzt und beim Programmieren, Planen oder sonstiger Kopfarbeit sein Gehirn anstrengen muss, der hat in seiner Freizeit vielleicht keine Lust mehr, sich weiter mit "intellektuellem Kram" zu beschäftigen - da geht er lieber in die Muckibude :) Und die, die den ganzen Tag körperlich schuften, tun das oft, weil ihnen die intellektuelle Kapazität zu den besser bezahlten Kopfarbeiter-Jobs fehlt, und die wollen auch keine komplizierte Musik haben.
 
Das ist mal wieder typisch @The Wombat. Im Gegensatz anscheinend zu manchen anderen hier bin ich durchaus in der Lage, eigene Fehler einzusehen und zu korrigieren.

Kalter Kaffee, typisch Wombat gibts nicht.
Bei allem Respekt und so weiter.....aber wenn Du in Bezug auf so etliche deiner Ans- und Einsichten etwas mehr nachdenken und überlegen würdest, bevor Du in die Tastatur haust, müsstest Du vielleicht nicht gar so viele "eigene Fehler einsehen und korrigieren".
Allerdings bin ich mir trotzdem nicht ganz sicher, ob Du tatsächlich gerafft hast, was ich meinte.


@Zeips - fühl Dich doch nicht angesprochen, wenn ich was von "Prog-Gegnern" sage. Ich meine damit niemanden hier im Forum, sondern Leute, die meinen, Prog sei "pompös", "übertrieben", und was noch so negative Eigenschaften von gewissen Musikjournalisten genannt werden. Natürlich sind nicht alle Prog-Gegner "einfach gestrickte Hipster", aber eine gewisse anti-intellektuelle Haltung scheint in manchen Kreisen weit verbreitet zu sein. Das kann man sogar ein Stückweit verstehen, wer den ganzen Tag im Büro sitzt und beim Programmieren, Planen oder sonstiger Kopfarbeit sein Gehirn anstrengen muss, der hat in seiner Freizeit vielleicht keine Lust mehr, sich weiter mit "intellektuellem Kram" zu beschäftigen - da geht er lieber in die Muckibude :) Und die, die den ganzen Tag körperlich schuften, tun das oft, weil ihnen die intellektuelle Kapazität zu den besser bezahlten Kopfarbeiter-Jobs fehlt, und die wollen auch keine komplizierte Musik haben.

Gewagt.....gewagter.....WeepingElf
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Eigentlich hast Du keine Fehler im engeren Sinne gemacht.
Nach meiner Ansicht bist Du einfach nur ein Typ, der sich in "Diskussionen" und Threads wie diesem (oft noch von dir selbst erstellt) schier das Gehirn zermartert, dabei vom Hundertsten ins Tausendste gerät oder sich auch mal selbst ein Beinchen stellt.
Dazu kommt noch, daß -sobald man dir von irgendwoher ein Stöckchen hinhält- Du das Hauptgleis 1 sehr schnell verlässt und auf Nebengleis 15 - 25 abdriftest.....falls Du verstehst, was ich meine. Natürlich passiert sowas jedem das eine oder andere Mal, bei dir arbeiten allerdings Stellwerk und Weichen manchmal auf Hochtouren.

Das ist jetzt alles nicht böse oder aggro gemeint, mitnichten. Aber so sehe ich die Sache bzw. die Lage. Trenne einfach mal wichtige Dinge von unwichtigen und sortiere ein wenig mehr deine Gedanken, bevor Du loslegst.
Bei dir habe ich manchmal das Gefühl, daß Du Threads aufmachst mit Themen, die dich offensichtlich schon einige Zeit vorher "gequält" haben und dir allem Anschein nach schlaflose Nächte bereiteten.
 
Natürlich sind nicht alle Prog-Gegner "einfach gestrickte Hipster", aber eine gewisse anti-intellektuelle Haltung scheint in manchen Kreisen weit verbreitet zu sein. Das kann man sogar ein Stückweit verstehen, wer den ganzen Tag im Büro sitzt und beim Programmieren, Planen oder sonstiger Kopfarbeit sein Gehirn anstrengen muss, der hat in seiner Freizeit vielleicht keine Lust mehr, sich weiter mit "intellektuellem Kram" zu beschäftigen - da geht er lieber in die Muckibude :) Und die, die den ganzen Tag körperlich schuften, tun das oft, weil ihnen die intellektuelle Kapazität zu den besser bezahlten Kopfarbeiter-Jobs fehlt, und die wollen auch keine komplizierte Musik haben.

Lass' es dir von einem Soziologen gesagt sein: Das ist so hanebüchender Stuss, es lohnt in gar keiner Weise darauf einzugehen. Mit so einem Menschenbild behauptest du als nächstes, Frauen gehören an den Herd und können wegen ihrer Verpflichtung als Mutter gar keinen Progrock verstehen sondern sollen sich auf Schlager und Kinderlieder beschränken.
 
Lass' es dir von einem Soziologen gesagt sein: Das ist so hanebüchender Stuss, es lohnt in gar keiner Weise darauf einzugehen. Mit so einem Menschenbild behauptest du als nächstes, Frauen gehören an den Herd und können wegen ihrer Verpflichtung als Mutter gar keinen Progrock verstehen sondern sollen sich auf Schlager und Kinderlieder beschränken.

Dazu sage ich nur so viel: Nichts liegt mir ferner als solches reaktionäres Gedankengut. Ansonsten bin ich kein Soziologe, und werde mit dem, was ich mir da so laienhaft zurechtanalysiert habe, falsch liegen. Aber das hättest Du mir auf freundlichere Weise sagen können.
 
Dazu sage ich nur so viel: Nichts liegt mir ferner als solches reaktionäres Gedankengut. Ansonsten bin ich kein Soziologe, und werde mit dem, was ich mir da so laienhaft zurechtanalysiert habe, falsch liegen. Aber das hättest Du mir auf freundlichere Weise sagen können.
Ich halte mich ja meistens raus aber was Du oben gesagt hast, kann ich als Programmierer teilweise bestätigen. Wenn es stressig war ist AC/DC um längen besser als King Crimson und ich liebe King Crimson. Und in unserem Betrieb finde ich in der Produktion kaum Gespräche zum Thema Progmusik, in der Entwicklung schon. Insofern halte ich das nicht für reaktionäres Gedankengut.
 
Dazu sage ich nur so viel: Nichts liegt mir ferner als solches reaktionäres Gedankengut. Ansonsten bin ich kein Soziologe, und werde mit dem, was ich mir da so laienhaft zurechtanalysiert habe, falsch liegen. Aber das hättest Du mir auf freundlichere Weise sagen können.
Ich bin auch kein Soziologe, hatte nur eine mündliche Prüfung im Fach Soziologie, aber welcher Bildungsstand welche Musik hört, würde ich eher gesicherten Statistiken überlassen, wenn es überhaupt wichtig für die Zielführung "Die Zukunft des progressive Rock" ist...
 
Ich bin auch kein Soziologe, hatte nur eine mündliche Prüfung im Fach Soziologie, aber welcher Bildungsstand welche Musik hört, würde ich eher gesicherten Statistiken überlassen, wenn es überhaupt wichtig für die Zielführung "Die Zukunft des progressive Rock" ist...

Ja - es ist nicht wirklich zielführend. Man kann nur festhalten, dass Prog im Unterschied zu Klassik und Jazz bislang die gesellschaftliche Anerkennung versagt blieb, weshalb er musiksoziologisch "zwischen den Stühlen sitzt".
 
"Bevorzugte Musikrichtungen nach Altersgruppen"


"Sag mir, was du hörst und ich sag dir, wer du bist"

Eine englisch Sprachige (meine Amerikanische) Umfrage, die mir in Erinnerung ist, finde ich gerade nicht mehr.

Statistiken sind für mich aber so zuverlässig wie Einschaltquoten. Mal interessant zu sehen, aber wie weit wirklich aussagekräftig? – Sollte man mal eine Umfrage dazu machen …
 
Zuletzt bearbeitet:
Von Seiten des Konsumenten:

Ja - es ist nicht wirklich zielführend. Man kann nur festhalten, dass Prog im Unterschied zu Klassik und Jazz bislang die gesellschaftliche Anerkennung versagt blieb, weshalb er musiksoziologisch "zwischen den Stühlen sitzt".

"... versagt blieb..." ??? Wie kommst Du den darauf? In meiner Jugend waren Pink Floyd, Genesis u.a. in den Medien vollends präsent. Ich schrieb schon: Sie prägten mich, um die Gruppen herum wurde in den Medien stundenlang palavert.... Das ist leider vorbei!
Viele hier schreiben ja selber, Genesis ohne Gabriel ist nicht mehr meins, die neueren PF gefallen nicht mehr usw...
Aber, das ist eben die Entwicklung der Bands, ihre Evolution, vielleicht auch dem Kommerz geschuldet.
Und dann ...... heute? Unsere Jugend? Die hört und sieht Rap, HipHop oder was auch immer. Und warum? Weil sie nur diese Kanäle in den Medien finden.

Das es auch anders geht sehe ich an meinen Kindern: Alle hören gerne Prog. Aber sie haben von mir auch die Möglichkeit erhalten überhaupt diese Musik kennenzulernen, durch mich.

Es gibt auch Prog-Musik, die geeignet ist, Stress abzureagieren ;)

AUCH? Oh konträr! Im Bereich des Prog sehe ich fast die einzige Musik zum Stress Abbau, weil sie fast die Einzige ist, die mich im innersten ergreift und mich bewegt.
 
Von Seiten des Konsumenten:

"... versagt blieb..." ??? Wie kommst Du den darauf? In meiner Jugend waren Pink Floyd, Genesis u.a. in den Medien vollends präsent. Ich schrieb schon: Sie prägten mich, um die Gruppen herum wurde in den Medien stundenlang palavert.... Das ist leider vorbei!

Mit "gesellschaftlicher Anerkennung" meine ich was anderes als nur Medienpräsenz. Medienpräsenz hat auch Hip-Hop. Ich meine damit, dass die Musik nicht nur populär ist, sondern in der bürgerlichen Gesellschaft als Kulturgut anerkannt ist. Und das ist Jazz heutzutage in ganz anderer Weise als Prog! Freilich krankt der Jazz mittlerweile an ähnlichen Symptomen wie die Klassik - er ist ein Genre, das von einem Fundus von Standards lebt, wo nicht viel interessantes Neues mehr dazukommt, und es herrscht in den Jazzclubs der gleiche heilige Ernst wie in den Konzertsälen, auch wenn es nach außen den Anschein hat, dass es legerer zuginge. Das ist freilich nichts, was ich dem Prog wünschen würde! Jedenfalls machen Klassik und Jazz mir bei weitem nicht so viel Spaß wie Prog.

Viele hier schreiben ja selber, Genesis ohne Gabriel ist nicht mehr meins, die neueren PF gefallen nicht mehr usw...
Aber, das ist eben die Entwicklung der Bands, ihre Evolution, vielleicht auch dem Kommerz geschuldet.


Ja, Yes und Genesis haben sich in der 2. Hälfte der 70er Jahre vom Prog verabschiedet und sich an die Brust des Kommerzes geworfen, King Crimson und ELP hörten ganz auf, usw. - das ist doch nichts Neues. Für diesen Niedergang des klassischen Prog wird oft der Punk verantwortlich gemacht, aber das war wahrscheinlich mehr Symptom als Ursache der Krise. Aber ich habe noch keine so richtig befriedigende Antwort auf die Frage gefunden, warum in den späten 70ern "alles vorbei" war (es war ja nicht wirklich alles vorbei: mit neuen Bands ging es munter weiter, wenn auch abseits des Mainstreams).

Eine Vermutung von mir ist, dass die Leute, die in den frühen 70ern Prog hörten, zu etablierteren, gesellschaftlich anerkannten Musikrichtungen wie Klassik und Jazz wechselten, nachdem sie die Uni verlassen und ihre Berufskarriere begonnen hatten, von wegen, "Wenn schon anspruchsvolle Musik, dann richtige - gesellschaftlich anerkannte - anspruchsvolle Musik". (Und jetzt, wo sie im Rentenalter sind, entdecken sie die Musik ihrer Studentenjahre wieder.) Aber das ist auch nur eine Vermutung von mir, die ich nicht belegen kann.

Aber wie gesagt, waren es die Musiker selbst, denen das "kreative Feuer" ausging, und die Abwendung der "Generation Prog" hatte vielleicht genau darin ihre Ursache. Möglicherweise waren die Musiker zu erfolgreich, wurden selbstzufrieden und begannen sich an das süße Rockstar-Leben zu gewöhnen. Wer dermaßen saturiert ist, hat nicht mehr viel zu sagen und bringt keine große Kunst mehr zustande. Im krassen Gegensatz zu dem Niedergang der klassischen Prog-Bands steht ja, dass die Bands der folgenden Generationen, wie Marillion oder Dream Theater, es schafften, über Jahrzehnte ein hohes Niveau zu halten und sich im positiven Sinne weiter zu entwickeln - vielleicht, weil sie eben nicht zu Superstars wurden und so der Saturationsfalle entgingen!

Vielleicht lag das auch ganz einfach an der allgemeinen Desillusionierung der Gegenkultur, die der bürgerlichen Gesellschaft nur ein paar kleinere Veränderungen abtrotzen konnte, die große kulturelle Wende hingegen nicht erreichte. Jedenfalls waren Punk und Heavy Metal die Sache einer neuen Generation, das waren nicht dieselben Leute, die in den frühen 70ern Prog gehört hatten, denke ich.

Und dann ...... heute? Unsere Jugend? Die hört und sieht Rap, HipHop oder was auch immer. Und warum? Weil sie nur diese Kanäle in den Medien finden.

So ist es. Im Kommerzfernsehen findet Prog überhaupt nicht statt, im öffentlich-rechtlichen aber auch nicht. Ich habe noch nie einen Bericht über Prog in irgendeiner Erscheinungsform in Tracks (arte) gesehen, und auch im Rockpalast (WDR) werden kaum Prog-Konzerte gezeigt, da haben Reggae und Stoner-Rock mehr Raum.

Das es auch anders geht sehe ich an meinen Kindern: Alle hören gerne Prog. Aber sie haben von mir auch die Möglichkeit erhalten überhaupt diese Musik kennenzulernen, durch mich.

Ich glaube, dass es sehr viele Leute, auch junge Leute, gibt, die für Prog empfänglich wären, wenn sie nur davon wüssten. Aber es gibt selbst unter Musikinteressierten viele, die davon noch nie etwas gehört haben - ich kenne da so einige!

AUCH? Oh konträr! Im Bereich des Prog sehe ich fast die einzige Musik zum Stress Abbau, weil sie fast die Einzige ist, die mich im innersten ergreift und mich bewegt.

Ich würde sagen: sie ergreift und bewegt mich mehr als andere Genres. Es gibt auch anderswo Musik, die mich bewegt, so wie es auch Prog-Musik gibt, die mich eher kalt lässt. Aber ja, Prog ist in sich so vielfältig, dass er alle Emotionen abdeckt.
 
Eine Vermutung von mir ist, dass die Leute, die in den frühen 70ern Prog hörten, zu etablierteren, gesellschaftlich anerkannten Musikrichtungen wie Klassik und Jazz wechselten, nachdem sie die Uni verlassen und ihre Berufskarriere begonnen hatten, von wegen, "Wenn schon anspruchsvolle Musik, dann richtige - gesellschaftlich anerkannte - anspruchsvolle Musik". (Und jetzt, wo sie im Rentenalter sind, entdecken sie die Musik ihrer Studentenjahre wieder.) Aber das ist auch nur eine Vermutung von mir, die ich nicht belegen kann.

Du vermutest relativ viel. Für dein Sachbuch wird das aber nicht hilfreich sein. Verlass dich auf Fakten. Ausschließlich Fakten.
 
Du vermutest relativ viel. Für dein Sachbuch wird das aber nicht hilfreich sein. Verlass dich auf Fakten. Ausschließlich Fakten.

Du hast schon Recht, ich vermute viel - aber ich werde keine Vermutung als Fakt präsentieren. Ich sehe hingegen kein großes Problem darin, eine Vermutung als Vermutung zu präsentieren. Aber Threads wie dieser hier dienen genau dem Zweck, Vermutungen zur Diskussion zu stellen und andere Meinungen einzuholen, bevor ich sie in mein Buch aufnehme.
 
Ich möchte an dieser Stelle noch zu meiner "Obsession" mit dem "falschen Prog" was sagen. Ich denke, da hat sich im Lauf der Zeit was aufgebaut in meinem Kopf, und ich wollte heute mit meiner Therapeutin darüber sprechen, aber leider hat sie den Termin wegen Krankheit abgesagt.

Also, das kam so. Ich bin ja seit über 30 Jahren Prog-Fan, und ärgerte mich lange Zeit darüber, dass diese Musikrichtungen in den einschlägigen Medien, etwa im Musik-Express oder dem Rolling Stone, nicht gewürdigt und auch kaum im Radio gespielt wurde. Dann ging das in den 90ern los damit, dass doch Bands, die unter dem Genre-Namen "Progressive Rock" liefen, erwähnt und gewürdigt wurden, aber wenn ich in die Musik reinhörte, musste ich feststellen, dass da so gut wie nichts von dem zu hören war, was ich unter "Progressive Rock" verstand und daran so schätzte; all das, während der "echte" Progressive Rock weiter totgeschwiegen wurde. Ich glaube, Tool war der erste derartige Fall.

Ich machte mir dann so meine Gedanken über dieses scheinbar so paradoxe "Phänomen" und versuchte, sie in diversen Internetforen wie der [progrock-dt]-Mailingliste zu diskutieren - und stach damit in ein Wespennest. Meine Theorien, etwa dass das mit Bezeichnungen wie "Progressive House" und "Progressive Trance", die ja nichts mit Progressive Rock zu zun haben, zusammenhinge, wurden rundweg abgelehnt (mittlerweile bin ich von diesen Theorien abgerückt). Stattdessen bekam ich von Anhängern dieses "falschen" Prog zu hören, dass das der "einzig wahre Prog heutzutage" sei. Ähnliches widerfuhr mir im Zusammenhang mit Bands wie Opeth oder Meshuggah. Diese Sache fing dann an, immer lauter in meinem Kopf zu brummen, und so richtig bearbeitet habe ich das bis heute noch nicht.

Das Ganze stellt sich mir in etwa so dar, als würden Ornithologen und Säugetier-Zoologen darauf bestehen, dass die von ihnen studierten Tiere Reptilien seien und all die Schlangen, Eidechsen, Krokodile und Schildkröten nicht der wissenschaftlichen Betrachtung würdig sein, von den Dinosauriern ganz zu schweigen. Denn ich halte Progressive Rock für ein Genre, das die Biologen paraphyletisch nennen würden: so wie Säugetiere und Vögel zwar von Reptilien abstammen, aber selbst keine Reptilien mehr sind, weil sie viele der definierenden Merkmale der Reptilien nicht mehr aufweisen, gehen Nu Prog und Techmetal zwar auf Prog zurück, ohne aber selbst Prog zu sein, weil eben viele definierende Merkmale des Progressive Rock nicht mehr vorhanden sind. Der Unterschied ist, dass die Zoologen in Wirklichkeit gar nicht so vorgehen, wie in obigem Vergleich dargestellt; die sind sich im Klaren darüber, dass Säuger und Vögel keine Reptilien und die eigentlichen Reptilien ein völlig legitimes Forschungsobjekt sind. Aber in einem großen Teil der Musikpresse ist das so!

Das hat mich lange Zeit gekränkt. Ich habe aber eingesehen, dass diese Kränkung irrational ist, weil das eigentlich nichts mit mir zu tun hat und eigentlich einen eher unwichtigen Gegenstand betrifft, und versuche, darüber hinweg zu kommen. Aber um darüber hinweg zu kommen, muss ich erst einmal die Sache durchdringen und verstehen. Das kann ich nicht einfach so "abhaken" und an die Seite schieben.
 

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