Die Zukunft des Progressive Rock

Ich schätze Dein Bemühen sehr, auch wenn ich gerne mal meinen Arsch, Dir ins Gesicht hänge . Bitte bleibe weiter an Deinen Bällen!
Ist das der übliche Umgangston im eclipsed-Forum?
Deshalb trägt das Buch, an dem ich schreibe, auch den Titel Rock the Future. Und der Roman, den ich danach zu schreiben beabsichtige, handelt nicht nur von der Wende zur Nachhaltigkeit, sondern auch von der Zukunft der Musik, und der Held der Geschichte ist ein Prog-Musiker.
Oh, toll. Wann kommt's raus?
dass dieser Musikrichtung auch noch in diesem Forum Platz eingeräumt wird
Niemand zwingt dich über Disco-Prog zu reden. Das tun wir vom hohen Ross aus schon. :p
 
Na, gut, Jörg, dann bin ich ein Snob, ein Spießer, bei "Mainstream-Pop", bei diesen "Klängen", könnte ich explodieren, das ist "Plastikmüll", es ärgert mich ungemein, dass dieser Musikrichtung auch noch in diesem Forum Platz eingeräumt wird; nö ein arrogante Hochrossreiter bin ich da nicht, sondern mitten im Schlachtfeld, Nix mit "herabschauen", toben mit hochrotem Kopf und rasendem Herzschlag, ja "fangen" musst du mich und einsperren...

mir gefällt dein beitrag auch aus dem grunde, weil ich dieses verbissene amüsant finde, aber natürlich nicht nur deswegen, teilweise kann ich es wohl recht gut nachvollziehen. aber solche themen sind halt komplex.

apropos schlachtfeld, deine kampfgrillen und -amseln kämpfen hoffentlich an deiner seite!! ;)
 
@ WeepingElf

Ich nehme Dich beim Wort und nachkarteln liegt mir nicht, denn ich möchte Dir glauben, dass Du (und auch ich / hoffentlich alle) stets unser Weltbild hinterfragen und weiter lernen…

Was Dein Buch betrifft – Eins nach dem anderen , denn Ideen kann man viele haben, zu der Verwirklichung aber, ist es / kann es gerade beim Schreiben, ein sehr langer Weg werden.

(Warum ich das weiß, verrate ich nun aber nicht )

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Na, gut, Jörg, dann bin ich ein Snob, ein Spießer, bei "Mainstream-Pop", bei diesen "Klängen", könnte ich explodieren, das ist "Plastikmüll", es ärgert mich ungemein, dass dieser Musikrichtung auch noch in diesem Forum Platz eingeräumt wird; nö ein arroganter Hochrossreiter bin ich da nicht, sondern mitten im Schlachtfeld, Nix mit "herabschauen", toben mit hochrotem Kopf und rasendem Herzschlag, ja "fangen" musst du mich und einsperren...

Yeah!
Habe es erst gestern Abend einem Freund erzählt, wie mich eine Freundin in die Front Row eines Pur Konzertes zog.
Das Dynomo war ein Hippi Kreis, gegen diese wütende Menge an Mädels...
Fazit: Auch diese "Pop" Anhänger, können gegen Rock-Shirt Träger sehr argro werden - Somit sind doch alle gleich und es ist und bleibt nur eine Meinungsverschiedenheit, die sich auf erlernten Gewohnheiten beruht.
 
mir gefällt dein beitrag auch aus dem grunde, weil ich dieses verbissene amüsant finde, aber natürlich nicht nur deswegen, teilweise kann ich es wohl recht gut nachvollziehen. aber solche themen sind halt komplex.

apropos schlachtfeld, deine kampfgrillen und -amseln kämpfen hoffentlich an deiner seite!! ;)
Nein, Waldi wirklich nicht, der Amselgesang ist kein Plastikpop, das ist E-Musik, doch, die auch zum mitpfeifen einlädt, das wäre es aber auch mit den Gemeinsamkeiten; der Grillensound war relativ schnell wieder weg, die Frequenz hat den Amseln wahrscheinlich nicht so in ihr Soundkonzept gepasst!;)
 
Na, gut, Jörg, dann bin ich ein Snob, ein Spießer, bei "Mainstream-Pop", bei diesen "Klängen", könnte ich explodieren, das ist "Plastikmüll", es ärgert mich ungemein, dass dieser Musikrichtung auch noch in diesem Forum Platz eingeräumt wird; nö ein arroganter Hochrossreiter bin ich da nicht, sondern mitten im Schlachtfeld, Nix mit "herabschauen", toben mit hochrotem Kopf und rasendem Herzschlag, ja "fangen" musst du mich und einsperren...

Nein, @Georg, Du bist in meinen Ohren kein Snob und kein Spießer, auch wenn Du klipp und klar Deine Meinung äußerst, die nicht immer mit meiner übereinstimmt! Das war mehr als Selbstkritik gemeint. Wir wollen hier die alten Kamellen aus Jogis Forum nicht wieder aufwärmen, wir haben damals beide Fehler gemacht und seither viel dazugelernt.

Mainstream-Pop, Contemporary R&B und Hip-Hop sollen hier nicht diskutiert werden, wir wollen hier nicht über Musik diskutieren, die uns nicht interessiert ;)

Wertungen von Musik sind immer problematisch weil subjektiv und oft verletzend. Und es ist mir auch schon mal (woanders, nämlich in der [progrock-dt]-Mailingliste, die heute nur noch als Facebook-Gruppe existiert, wo ich aber nicht mitmache) passiert, dass jemand mir eine Wertung vorwarf und selbst eine Wertung vornahm - das geschah dort gleich mehrfach, das war da so üblich. Denen ging ich nicht darum, dass ich überhaupt eine Wertung vornahm, sondern dass diese Wertung ihrer Meinung nach falsch war.

Oft ging es darum, dass ich ein "Neoprog-Weichei" sei, und dass der wahre Prog unserer Zeit eben Bands wie Tool, Mastodon oder Periphery seien, wo ich die definierenden Merkmale des Progressive Rock nicht (mehr) erkennen konnte. Diese Bands wären eben viel "progressiver" als Neoprog, Progmetal & Co., von Retroprog natürlich ganz zu schweigen. Das war ein bisschen wie die Darstellung der SPD in der Geschichtsschreibung der DDR - bis ungefähr zum Ersten Weltkrieg eine "fortschrittliche Kraft", danach aber zunehmend "opportunistisch" und "reaktionär", denn damals formierte sich ja die KPD, die von da an an der "Spitze des Fortschritts" stand.
 
Das war ein bisschen wie die Darstellung der SPD in der Geschichtsschreibung der DDR - bis ungefähr zum Ersten Weltkrieg eine "fortschrittliche Kraft", danach aber zunehmend "opportunistisch" und "reaktionär", denn damals formierte sich ja die KPD, die von da an an der "Spitze des Fortschritts" stand.

Hierzu noch ein Nachtrag: Dieses Beispiel illustriert sehr gut den Sachverhalt, dass ein Zweig einer Strömung, etwa einer politischen Ideologie oder eines Musikgenres, aufhören kann, Teil dieser Strömung zu sein, weil definierende Merkmale nicht mehr vorhanden sind. Niemand würde etwa die Sowjetunion oder die DDR als "sozialdemokratisch" bezeichnen, weil hier wesentliche Merkmale der Sozialdemokratie, wie etwa die meisten demokratischen Freiheitsrechte, nicht mehr vorhanden waren. So ähnlich ist das auch mit dem "alternativen" Prog-Rock, der in gewisser Weise vom "klassischen" Prog-Rock abstammt, aber wesentliche Merkmale des letzteren abgeworfen hat.

So was gibt es sogar in der Biologie, wo es vorkommen kann, dass ein Entwicklungsweg aus einer Klassifikationseinheit heraus führen kann. Man hat dafür sogar einen Fachterminus, so häufig ist das: Man nennt solche Klassen, denen bestimmte Unterklassen nicht mehr angehören, paraphyletisch. So sind etwa die Reptilien eine paraphyletische Klasse, weil Vögel und Säugetiere von Reptilien abstammen, aber selbst keine Reptilien mehr sind. Weil ihnen nämlich viele definierende Merkmale der Reptilien, etwa die schuppige Haut oder die Eigenschaft, wechselwarm zu sein, fehlen. (Es gibt unter den Biologen Hardliner, die solche paraphyletischen Klassifikationen per se ablehnen, aber die Mehrheit lehnt zwar das willkürliche Ausschließen von Unterklassen ab, akzeptiert es aber dort, wo eben definierende Merkmale im Lauf der Evolution verloren gegangen sind.)

So ähnlich sehe ich das mit dem Progressive Rock. Was zwar vom Progressive Rock abstammt, aber nicht mehr seine definierenden Merkmale aufweist, ist eben kein Progressive Rock mehr!
 
(...) dass ein Zweig einer Strömung, (...) eines Musikgenres, aufhören kann, Teil dieser Strömung zu sein, weil definierende Merkmale nicht mehr vorhanden sind.
(...)
So ähnlich sehe ich das mit dem Progressive Rock. Was zwar vom Progressive Rock abstammt, aber nicht mehr seine definierenden Merkmale aufweist, ist eben kein Progressive Rock mehr!
Bin gerade vom Broselmaschine (über 50 Jahre auf der Bühne) und Lazuli zurückgekommen...
Spontane, etwas andere Assoziation, zu deinen Inputs:
Was ist passiert, mit meiner Generation (Stichwortgeber "50 Jahre Foxtrot" im neuen Eclipsed-Magazin), die die Quelle des Stroms aktiv miterlebt hat? Aus der Quelle das Wasser getrunken, im Bächlein Wassermühlen gebastelt, kleine Stauseen gebaut, im Bach rumgeplanscht, im Fluß geschwommen, am Strom Wasservögel beobachtet haben?

Andere Lebensabschnitte wurden wichtiger, die Peer-Group änderte sich, musikalisch kam es zu einem Stillstand; "der musikalische Strom" versiegte oder hatte sein Ende erreicht, das Meer war uninteressant geworden...
Meine These: Die Mehrheit meiner Generation ist stehen geblieben oder neutraler ausgedrückt, aus dem Musikgeschehen der jüngeren Vergangenheit ausgestiegen.
In der "Altherrenveranstaltung" im Berufskolleg Schloß Neuhaus, organisiert vom ehemaligen Pädagogen Herrn Schubert, (doch nixe, es gab genügend Sitzplätze, von denen man auch einen guten Blick auf die Bühne hatte) waren nach seinen Schätzungen etwa 300 TeilnehmerInnen. Ich war überrascht, dass die Duisburger Kapelle solange spielen durfte, bis ich verstanden hatte, dass die Senioren ihre alte Kapelle spielen sehen wollte; danach spielte Lazuli mit etwa der Hälfte der TeilnehmerInnen weiter und es wurden immer weniger :(
Die Zukunft des progressive Rock wird nicht mehr von meiner Generation beeinflusst, die gehen wahrscheinlich dann höchstens mal zu einem Pink Floyd- oder Genesis- Coverbandkonzert....
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin gerade vom Broselmaschine (über 50 Jahre auf der Bühne) und Lazuli zurückgekommen...
Spontane, etwas andere Assoziation, zu deinen Inputs:
Was ist passiert, mit meiner Generation (Stichwortgeber "50 Jahre Foxtrot" im neuen Eclipsed-Magazin), die die Quelle des Stroms aktiv miterlebt hat? Aus der Quelle das Wasser getrunken, im Bächlein Wassermühlen gebastelt, kleine Stauseen gebaut, im Bach rumgeplanscht, im Fluß geschwommen, am Strom Wasservögel beobachtet haben?

Andere Lebensabschnitte wurden wichtiger, die Peer-Group änderte sich, musikalisch kam es zu einem Stillstand; "der musikalische Strom" versiegte oder hatte sein Ende erreicht, das Meer war uninteressant geworden...
Meine These: Die Mehrheit meiner Generation ist stehen geblieben oder neutraler ausgedrückt, aus dem Musikgeschehen der jüngeren Vergangenheit ausgestiegen.
In der "Altherrenveranstaltung" im Berufskolleg Schloß Neuhaus, organisiert vom ehemaligen Pädagogen Herrn Schubert, (doch nixe, es gab genügend Sitzplätze, von denen man auch einen guten Blick auf die Bühne hatte) waren nach seinen Schätzungen etwa 300 TeilnehmerInnen. Ich war überrascht, dass die Duisburger Kapelle solange spielen durfte, bis ich verstanden hatte, dass die Senioren ihre alte Kapelle spielen sehen wollte; danach spielte Lazuli mit etwa der Hälfte der TeilnehmerInnen weiter und es wurden immer weniger :(
Die Zukunft des progressive Rock wird nicht mehr von meiner Generation beeinflusst, die gehen wahrscheinlich dann höchstens mal zu einem Pink Floyd- oder Genesis- Coverbandkonzert....

Beim ersten Guru Guru Konzert, das wir im Rind veranstaltet haben, habe ich abgezählte eine (!) CD verkauft. Dabei war die Altersstruktur dieser Besuchergruppe nicht radikal älter als auf unseren Prog-Konzerten. Die bewegen sich bloß seit den 70ern auf unterschiedlichen Planeten. Die Guru Fans mögen natürlich auch Progbands..... solange die vor 1972 gegründet wurden. So habe ich das an dem Abend mitbekommen.
 
Beim ersten Guru Guru Konzert, das wir im Rind veranstaltet haben, habe ich abgezählte eine (!) CD verkauft. Dabei war die Altersstruktur dieser Besuchergruppe nicht radikal älter als auf unseren Prog-Konzerten. Die bewegen sich bloß seit den 70ern auf unterschiedlichen Planeten. Die Guru Fans mögen natürlich auch Progbands..... solange die vor 1972 gegründet wurden. So habe ich das an dem Abend mitbekommen.
Seit 2009 organisiert der ehemalige Studiendirektor Hans-Werner Schubert (übrigens der einzige Alte, der mit einer schönen, perlweißen Matte, da rumgelaufen ist, wir werden ihn am 23.September in der Paderhalle sehen) in seiner ehemaligen Schule (Berufskolleg) Konzerte, die Palette der Bands, die da bisher spielten, sind fein säuberlich im "Foyer" der Toilettenanlagen ausgestellt. HAMBURG BLUES BAND (feat. Chris Farlowe und Clem Clempson), COLOSSEUM, GURU GURU, JANE, FISH, WISHBONE ASH, UFO, KRAAN, TEN YEARS AFTER, BIRTH CONTROL, FOCUS, NEKTAR; ULI JON ROTH, BLUES COMPANY, EPITAPH, INGA RUMPF, FARGO, von daher lasse ich das, mit dem "verwundert sein", dass Lazuli anscheinend nicht der Headliner war...
Ja, das war auf den PPR-Festivals was ganz anderes, alleine wenn ich an M!ndgames (BE), Cast (Mx), Retrospective (Pl),Tnne (Lux), Cosmos (Ch), Moongarden (It) Nemo (F), Sunchild (Ukr) oder Subsignal (D/Nl) denke...na ja, trotzdem waren da nicht viel mehr Besucher (aus dem bevölkerungsreichen Rhein/Main-Gebiet, als gestern in Schloss Neuhaus, doch, einige Autos mit dem BI-Kennzeichen habe ich auch gesehen ;)
Ja..nur mal wieder als zwei unterschiedliche Beispiele, warum Progressive Rock anscheinend keine Zukunft hat:
- Es wird nur das angeboten und angenommen, was vor langer Zeit bereits verinnerlicht ist
-Die Gewohnheiten haben sich geändert, die Leute ziehen "Sitzkonzerte", wenn überhaupt noch Konzerte angesagt sind, vor. Dort spielen, in der Regel, keine kleinen, aber innovative, allerdings No-Name-Progressive-Rock-Bands.
(Winfried Völkleins NotP ist da sicherlich die Ausnahme, da haben kleine Bands gegen Mittag oder am frühen Nachmittag immer eine Chance, die will jedoch nur eine Minderheit sehen, richtig voll wird da Amphi-Theater doch nur Abends/Nachts bei den sogenannten Hauptacts...)
 
Zuletzt bearbeitet:
An den genannten Beispielen sieht man schon, dass der Zuspruch selbst in der Kulturellen Diaspora Ostwestfalen nur funktioniert, wenn die Dinos der Zunft vor Ort sind. Fehler im System? Vielleicht! Mehr Aufklärungsarbeit das es eine musikalische Progression gab, die die Platzhirsche zwar nicht verdrängt aber auf die Plätze verwiesen hat? Schwer! Ohne Neuerer funktioniert das ganze nun mal nicht. Da sehe ich die Krux bei der ganzen Sache! Wir etwas älteren in unserem kuscheligen Reservat sind so etwas die einsamen Rufer in der Wüste. Eine Zukunft gestalten können nur jüngere, aber die unterstützen uns noch mal nicht durch aktive Teilnahme.
Sic est!
 
(Winfried Vökleins NotP ist da sicherlich die Ausnahme, da haben kleine Bands gegen Mittag oder am frühen Nachmittag immer eine Chance, die will jedoch nur eine Minderheit sehen, richtig voll wird da Amphi-Theater doch nur Abends/Nachts bei den sogenannten Hauptacts...)
Ich denke nicht unbedingt :
1. Das Wetter : in den letzten Jahren war es immer sehr heiss und der Schatten ist Mangelware.
2. 3 Tage : sind zu viel mit 19 Band und dies über ca. 30 std. lang.
3. Leute : der altersdurchschnitt ist hoch , daher ist das lange Sitzen auch noch sehr anstrengend.
4. Diverses : Musikfreunde treffen im Biergarten und fachsimpeln, spaziergang auf dem Felsen , u.s.w

Gazpacho war auch schon mal Headliner .
Gazpacho - Desert Flight
 
Bin gerade vom Broselmaschine (über 50 Jahre auf der Bühne) und Lazuli zurückgekommen...
Spontane, etwas andere Assoziation, zu deinen Inputs:
Was ist passiert, mit meiner Generation (Stichwortgeber "50 Jahre Foxtrot" im neuen Eclipsed-Magazin), die die Quelle des Stroms aktiv miterlebt hat? Aus der Quelle das Wasser getrunken, im Bächlein Wassermühlen gebastelt, kleine Stauseen gebaut, im Bach rumgeplanscht, im Fluß geschwommen, am Strom Wasservögel beobachtet haben?

Andere Lebensabschnitte wurden wichtiger, die Peer-Group änderte sich, musikalisch kam es zu einem Stillstand; "der musikalische Strom" versiegte oder hatte sein Ende erreicht, das Meer war uninteressant geworden...
Meine These: Die Mehrheit meiner Generation ist stehen geblieben oder neutraler ausgedrückt, aus dem Musikgeschehen der jüngeren Vergangenheit ausgestiegen.
In der "Altherrenveranstaltung" im Berufskolleg Schloß Neuhaus, organisiert vom ehemaligen Pädagogen Herrn Schubert, (doch nixe, es gab genügend Sitzplätze, von denen man auch einen guten Blick auf die Bühne hatte) waren nach seinen Schätzungen etwa 300 TeilnehmerInnen. Ich war überrascht, dass die Duisburger Kapelle solange spielen durfte, bis ich verstanden hatte, dass die Senioren ihre alte Kapelle spielen sehen wollte; danach spielte Lazuli mit etwa der Hälfte der TeilnehmerInnen weiter und es wurden immer weniger :(
Die Zukunft des progressive Rock wird nicht mehr von meiner Generation beeinflusst, die gehen wahrscheinlich dann höchstens mal zu einem Pink Floyd- oder Genesis- Coverbandkonzert....

Das überrascht mich jetzt wenig, das hätte ich fast erwartet. Bröselmaschine und Lazuli sind in der Tat keine optimale Kombination. Da gibt es jetzt nicht so viele, die beide Acts interessieren. Anscheinend kamen da vor allem Veteranen aus der Krautrockära, um die Helden ihrer Jugend wieder zu sehen, und die konnten mit den viel jüngeren Franzosen, die einen ganz anderen Stil drauf haben und dazu noch in einer unverständlichen fremden Sprache singen, nicht viel anfangen ;) Da nimmt es bei Lichte betrachtet kaum noch Wunder, dass Lazuli den Saal leer spielten.

Die Zukunft lag noch nie in den Händen der Alten - wo die Alten das Heft in der Hand haben, geht nichts voran, man hat das ja beispielsweise bei den Gerontokratien in Moskau und Ost-Berlin gesehen. Damit was Neues passiert, müssen jüngere Leute das Ruder in die Hand nehmen. Denn von sich aus merken die Alten in den seltensten Fällen, dass der von ihnen beharrlich gefahrene Kurs falsch war und das Schiff auf Grund liegt...

Aber das ist nicht allein eine Frage des Alters. Es gibt geistig rege 70-Jährige ebenso wie Altersstarrsinn bei 50-Jährigen. Der von mir kürzlich erwähnte Retro-Heini, der Rush und Dream Theater nicht mehr als Prog gelten ließ (aber im Gegensatz zu mir mit den Hervorbringungen der gegenwärtigen Yes-Inkarnation was anfangen konnte), war nur 2-3 Jahre älter als ich, und lebte trotzdem in einer ganz anderen Zeit ;) Aber ich mit so vielen Kerzen auf der Torte wie das Jahr Wochen hat bin vielleicht auch nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit, weil ich dem Nu Prog (wie ich den bislang von mir schwerfällig benannten "Prog-Rock im Sinne des Alternative Rock" von jetzt an kurz und knapp nennen möchte) nicht mehr folgen kann. Zwar meine ich, dass das daran liegt, dass da zu viele der von mir so geschätzten definierenden Eigenschaften des Progressive Rock verloren gegangen sind, aber vielleicht bin ich einfach selbst zu sehr "alter Knacker", um so viel Modernität zu würdigen ;) Dabei fühle ich mich doch noch bedeutend jünger, als was der Kalender mir sagt.

Ja..nur mal wieder als zwei unterschiedliche Beispiele, warum Progressive Rock anscheinend keine Zukunft hat:
- Es wird nur das angeboten und angenommen, was vor langer Zeit bereits verinnerlicht ist
-Die Gewohnheiten haben sich geändert, die Leute ziehen "Sitzkonzerte", wenn überhaupt noch Konzerte angesagt sind, vor und da spielen, in der Regel, keine kleinen, aber innovative, allerdings No-Name-Progressive-Rock-Bands.
(Winfried Völkleins NotP ist da sicherlich die Ausnahme, da haben kleine Bands gegen Mittag oder am frühen Nachmittag immer eine Chance, die will jedoch nur eine Minderheit sehen, richtig voll wird da Amphi-Theater doch nur Abends/Nachts bei den sogenannten Hauptacts...)

Ja, das habe ich gesehen. Bei den Hauptacts von früher war die Arena gut gefüllt, bei den jungen Bands am Nachmittag weit weniger. Das lag sicher nicht nur am Wetter (das ja am Abend, weil nicht mehr so heiß, in der Tat angenehmer war), sondern einfach daran, dass die vielen Classic-Prog-Veteranen wenig Interesse an zeitgenössischem Prog oder gar Nu Prog hatten, während die Freunde neuerer Prog-Musik da blieben, um die alten Acts auch noch "mitzunehmen".

Aber ich würde die Zukunft des Prog noch nicht verloren geben. Alter und neuer Prog sprechen eben unterschiedliche Hörerkreise an, auch wenn es da sicher Überschneidungen gibt, zumal die meisten Anhänger des neuen Prog auch den alten Prog zu würdigen wissen. Aber die Jungen sind eben eher bereit, sich auf neue Entwicklungen im Genre einzulassen als die Alten, das sollte niemanden verwundern. Es ist nur so, dass die Alten nicht nur zahlreicher (Baby-Boom-Generation!), sondern auch zahlungskräftiger (gute Pensionen nach 40 Jahren Karriere im Staatsdienst oder im mittleren Management) sind als diejenigen unter den Jungen, die überhaupt noch für Musik mit so altmodischen Gerätschaften wie E-Gitarren zu haben sind - Prog bietet eben weder fette Beats noch krasse Reime ;)

Nachtrag: Ich denke, das liegt letzten Endes daran, das Prog in gewisser Weise "zwischen den Stühlen sitzt". Er ist einerseits für leichte Unterhaltung zu anspruchsvoll, andererseits als anspruchsvolle Musik gesellschaftlich (noch) nicht anerkannt, wie das Klassik nun mal schon immer war und heutzutage auch Jazz ist. Die hohen Erwartungen, die in den frühen 70er Jahren in Prog gesetzt wurden, haben sich nicht erfüllt. Wenn man auf die Frage "Warum hörst Du Prog?" antwortet, "Weil das anspruchsvolle Musik ist, die nie langweilig wird", kommt meistens die Gegenfrage, "Und warum hörst Du dann nicht Klassik oder Jazz?". Wie ich schon erwähnt habe, spielt Prog selbst dort, wo es um Verbindungen zwischen Rock und Kunst bzw. Rock und Avantgarde geht, im Diskurs so gut wie gar keine Rolle. Da werden dann eher solche Acts wie Velvet Underground oder Sonic Youth genannt. So kann es kaum verwundern, dass das unter dem Strich nur noch eine Spielwiese für Nerds ist. Belanglose Texte über Einhörner und große Raumschiffe sind auch nicht geeignet, daran etwas zu ändern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Noch'n Nachtrag:

Nach dem diesjährigen Night of the Prog Festival hatte ich ja den Vorschlag gemacht, die verschiedenen Untergenres zeitlich zu trennen, also 1 Tag klasssischer und Retro-Prog, 1 Tag Neoprog, Progmetal & Co., 1 Tag Nu Prog/New Artrock. Aber angesichts der oben genannten Beobachtungen denke ich, das würde wohl zu einem sehr ungleichgewichtigen Ticketabsatz führen: der Klassiker-Tag wäre fast ausverkauft, der Nu-Tag deutlich schwächer, und am Neoprog/Progmetal-Tag würde gähnende Leere herrschen ;) Winfried hat schon seine Gründe, das nicht so zu machen.
 
Belanglose Texte über Einhörner und große Raumschiffe sind auch nicht geeignet, daran etwas zu ändern.

Also, dieser Darstellung muss ich als künstlerischer Leiter eines Prog-Labels widersprechen.
Wir haben, von den Alben, die mindestens auf einem losen Konzept basieren, soweit ich mich erinnere, kein einziges herausgebracht, das sich mit Fantasy, Partys, schnellen Autos oder ähnlichen Belanglosigkeiten (zumindest in meinen Ohren) beschäftigt. Aber sehr viele, die sich mit Philosophie, Psychologie, Politik, Religion auseinandersetzen. Und unser erstes Album über das Thema "Liebe" haben unsere Jungspunde Sammary vor kurzem veröffentlicht und darin geht es um dunkle Triebe. Kann ich Freunden des "modernen Prog" übrigens sehr empfehlen.
Was ich von anderen Releases in diesem Bereich mitbekomme kann ich nur sagen, kontemporärer Prog mag seine Probleme haben, belanglose Texte sind es meiner Meinung nach nicht.
 
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Du hast natürlich Recht, die meisten Prog-Texte sind sehr intelligent und gehaltvoll. Ich weiß jetzt nicht, woher das Klischee von den "belanglosen Texten über Einhörner und große Raumschiffe", das bei den Gegnern unseres Genres so beliebt ist, kommt - wahrscheinlich von einfach gestrickten Hipstern, die sich nur für Frauen, Autos und Parties interessieren und mit Philosophie, progressiver Politik und dergleichen nichts anfangen können.

Und ich frage mich auch, welcher Teufel mich geritten hat, mir dieses Klischee zu eigen zu machen. Vielleicht habe ich nur in der letzten Zeit zu viel Vanden Plas gehört, die zwar hammergeilen modernen Prog machen, aber auf den beiden letzten Albumpaaren Wolfgang-Hohlbein-Dark-Fantasy-Schnurren vertont haben. So sehr mir Vanden Plas musikalisch gefallen, so wenig kann ich mit diesen Schauermärchen-Texten anfangen und muss sie gedanklich ausblenden. Es ist nur so, dass ich die Sorte Texte, die ich mir wünsche und auch selbst zu schreiben versuche, noch kaum irgendwo gehört habe - Zeit für mich, eine Band zu gründen ;)
 
Ich weiß jetzt nicht, woher das Klischee von den "belanglosen Texten über Einhörner und große Raumschiffe", das bei den Gegnern unseres Genres so beliebt ist, kommt - wahrscheinlich von einfach gestrickten Hipstern, die sich nur für Frauen, Autos und Parties interessieren und mit Philosophie, progressiver Politik und dergleichen nichts anfangen können.

Vermutlich sind das die "Alternativ-Progger", die du so hasst. (Warum eigentlich? In der Schule immer gemobbt worden?) Solltest dir die Texte von zB. Tool, Mars Volta, Trail of Dead (willkürliche Auswahl an "grossen" Bands) einfach mal durchlesen.

Alternativ geht Kobaianisch natürlich immer: Kobaïa Is De Hündïn
 
Wie ich schon erwähnt habe, spielt Prog selbst dort, wo es um Verbindungen zwischen Rock und Kunst bzw. Rock und Avantgarde geht, im Diskurs so gut wie gar keine Rolle. Da werden dann eher solche Acts wie Velvet Underground oder Sonic Youth genannt. So kann es kaum verwundern, dass das unter dem Strich nur noch eine Spielwiese für Nerds ist. Belanglose Texte über Einhörner und große Raumschiffe sind auch nicht geeignet, daran etwas zu ändern.

Du hast natürlich Recht, die meisten Prog-Texte sind sehr intelligent und gehaltvoll. Ich weiß jetzt nicht, woher das Klischee von den "belanglosen Texten über Einhörner und große Raumschiffe", das bei den Gegnern unseres Genres so beliebt ist, kommt - wahrscheinlich von einfach gestrickten Hipstern, die sich nur für Frauen, Autos und Parties interessieren und mit Philosophie, progressiver Politik und dergleichen nichts anfangen können.

Merkst Du was? Irgendwas?
 
Merkst Du was? Irgendwas?
o_O :)

Ich weiß jetzt nicht, woher das Klischee von den "belanglosen Texten über Einhörner und große Raumschiffe", das bei den Gegnern unseres Genres so beliebt ist, kommt

Ich meine auch das dies „überwiegend“ ein Klischee ist, das teils von den Artworks herstammt, die als Album- Cover verwendet wurde.

Genau die „Einhörner“ – Aussage hörte ich auch schon über Marillion, wo mir kein einziger Song, außer „Grendel“, dieser an eine Heldendichtung angelegt wurde, bekannt wäre.

Mit gezieltem Nachfragen, stellte se sich dann heraus, dass man nicht „Marillion“, sondern „Magnum“ meinte, die Kobolde, Einhörner usw. auf den Covers haben – aber auch hier, in der Lyrik sehr wenig in diese Richtung gehen.

Irgendwie meine ich auch, es vor (30... und länger her) Jahren mal im Music Express gelesen zu haben, dass „Prog“ – Bands eh nur Fantasie- Geschichte erzählen… Die meisten jedenfalls nicht, so meine bisherige Erfahrung.

Gut, Ausnahmen gibt es, z.B. wie Coheed and Cambria mit der Saga um die Kilgannon’s, wenn man (Du Jörg!) dies überhaupt als „Prog“ zulässt.

Persönlich denke ich, dass dies eine veraltetet Journalisten- Aussage ist, die gerne von Prog Hassern genommen wird.
 
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