Der Weltraum... unendliche Weiten...

Interessante Sache?


  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    12
Victory – As time goes passing by
Zunächst einmal „Sorry, dass ich mich nicht gerührt habe“, habe es schlicht verpeilt.
Die Musik war nicht der Grund, denn die Nummer machte gleich von Beginn an wieder richtig Spaß. Anscheinend bin ich der, der hier die Teile mit den interessanten Intros erwischt. Dies war beim letzte Mal und jetzt wieder so. Der Einstieg ist super gewählt und ein tolles Beispiel dafür, dass Musik langsam aus der Stille kommt und der/die geneigte ZuhörerIn in die Sphäre der Klänge geleitet und geführt werden muss. Das Schnippen gleicht einem Anzählen, es folgt der rhythmische Bass und nach gut 20 Sekunden eine dreckig/rotzige (sorry) klingende Stimme, die mir für den Moment etwas zu cool, etwas zu aufgesetzt klingt. Doch dieser Eindruck wird schnell revidiert, wenn die Band nach 41 Sekunden in die Vollen geht und die Gehörgänge in bester Hardrock-Manier durch pustet.
An dieser Stelle ein kleiner Cut, denn @Alexboy kündete Band und Titel mit der Attitüde „Bluesrock“ an. Als ich dann als ergänzende Information las, dass die Protagonisten aus Hannover kommen, war ich etwas verdutzt, habe ich mich in den zurückliegenden Monaten wirklich intensiv mit deutschen Bluesformationen beschäftigt. Victory war nicht dabei. Macht aber nix, liegt aber wohl mit daran, dass Victory ihre Zelte mehr im Genre des Hard-Rock und Heavy-Metal aufgeschlagen hat. Allerdings, dies ist nicht abzustreiten, hat dieser Song „As time goes passing by“ richtig klasse Blues-Rock-Elemente, wobei die Band ihren eigentlichen Ursprung nie unterdrückt. Habe ich den Gesang in der ersten Minute noch falsch interpretiert, so passt er im gesamten Verlauf der Interpretation allerbest zur ungestümen Gewalt der Gitarren. Überragend in meinen Augen, respektive Ohren, das kurze Wechselspiel zwischen Gitarren und Gesang, welches dem gesamten Werk kurz vor der Zielgeraden noch einmal eine andere Variante, eine besondere Finesse gibt.
Um den Song richtig einordnen zu können, ist es für mich immer wichtig, mir einen Eindruck vom Gesamtwerk der LP zu machen. „You bought it – you name it“ ist insgesamt eine Hammerteil, in meinen Augen richtig knackiger Hard-Rock mit einem perfekt rhythmischen Gitarrensound, der es von Beginn an erforderlich macht, den Volume-Regler ganz nach rechts zu drehen und die Ohren einmal richtig durchpusten zu lassen. Der Opener „Rebell Ready“ lässt Erinnerung an das Headbanging vergangener Tage wach werden. Irgendwie bin ich da wieder ganz am Anfang, in der Zeit als die LP noch 22 Mark kostete, ich lange dafür sparen musste und genau diese Musik in meinen Ohren und Kopf knallte. Auch das folgende „Rock-O-Matic“ ist eine klasse Nummer, über die es viel zu sagen gäbe. Gut, dass „As time goes passing by“ an dritter Position folgt, denn dieser Song gönnt uns eine gewisse Verschnaufpause.
Doch diese Titelfolge (und auch die weitere Zusammenstellung der LP) macht aus einzelnen guten Stücken ein richtig tolles Gesamtwerk und in dieses fügt sich „As time goes passing by“ an der richtigen Stelle perfekt ein. Klasse gemacht. Ich bekomme richtig Appetit auf diese LP (dazu gleich mehr).
Fazit, die Hannoveraner Musiker haben mit ihrer siebten Veröffentlichung ein richtiges Brett geschaffen. Ist jetzt „As time goes passing by“ der Kracher der LP oder sind es die bereits zitierten beiden Songs oder gar „God of Sound“, wer will das entscheiden, wer will das festlegen. Die Mischung ist brillant und ich werde die genannten Songs noch bei einigen frühherbstlichen Open-Air-Rock-Party´s und vorweihnachtlichen Musikabenden über die Boxen jagen, allerdings im MP3-Format, denn die LP ist aktuell fast kauf zu bekommen. Bei discogs müssen schon knapp 50 € für diese Scheibe gezahlt werden. Bei Ebay ist sogar das Doppelte fällig. Also wird dies für mich eine LP, die ich in meine Liste aufnehme, die mich bei meiner wöchentlichen „Jagd“ begleitet.
Gesagt habe ich an dieser Stelle jetzt nichts über die Band, die ihre Anfänge in den 80er Jahren hat und aus der Band „Fargo“ hervor ging, doch dies ist ja auch alles nachlesbar und am Ende zählt sowieso nur die Musik und die macht, wenn die Stimmung passt, richtig Laune, Musik, die unter der Überschrift einzuordnen ist: Meine Nachbarn hör´n richtig gute Musik – ob sie wollen oder nicht!
Wunderschöner Beitrag über eine meiner immer noch gern gehörten HardRock Gruppen aus heimatlichen Gefilden! Schön dass es Dir gefallen hat.:)
 
auweia, schon wieder ich. als erstes: ich kenne lediglich zwei versionen dieses klassikers, eben diese von fm und dann die von der butterfield blues band. die dazugehörenden alben befinden sich beide in der sammlung, also sind die songs auch einigermassen verinnerlicht. in sachen tempo sind sich beide songs recht ähnlich, beides sind schnell gespielte, sehr rasante bluesnummern im chicago stil (hab ich mir sagen lassen). die fm version ist aufgrund der tollen slide einwürfe definitiv mein favorit. dasselbe gilt auch für den vergleich der beiden debüts, auf denen die songs zu finden sind - auch hier wären fm vorne. früher hätte ich den gesang nicht eindeutig benennen können, nach einigen jahren hörens der frühen mac kann ich aber sagen dass das jeremy spencer ist. :) eine tolle stimme, keine frage, eigentlich FAST auf augenhöhe mit der von green...

grundsätzlich ist das ein sehr guter song mit viel dynamik, aber die band hat auf ihrem erstwerk einige hämmer auf ähnlichem niveau rausgehauen. auch wenn sie sich später noch weiterentwickelten und eigenständiger wurden, waren die mac 1968 schon eine besondere blues-gruppe die mit einem starken album debütierte.

äh, vielleicht noch ein einwurf zu fm vs. bbb: interessant ist, wenn ich die zweiten alben beider vergleiche, denn hier ist die bbb weit vorne. east west ist ein grosser meilenstein, während ich mr. wonderful nie so besonders fand, das teil hat einfach auch einen komischen, etwas dünnen sound, nicht so schön basslastig und erdig wie das debüt.

unterm strich habe ich nun gar nicht so viel über den song selbst geschrieben, aber ich konnte dann doch recht sinnvoll ausschweifen, wie ich finde - und der vergleich mit der bbb gefällt mir einfach. waren ja beide sehr prägende bands des frühen bluesrocks der 60er.

ach, genau, morgen bin ich vermutlich länger unterwegs und da schau ich natürlich immer, dass genügend musik dabei ist. das geschreibsel jetzt hat mich dazu inspiriert, mir east west einzupacken, freue mich schon darauf.
smiley_grin.gif
 
der nächste song geht an unseren düsteren rugby-lord... @Okzitane

bitteschön, eine von waldmeisters liebsten bänds.

Jaaa... die Band habe ich schon des öfteren bei dir gesehen, und vor einer Ewigkeit hatten wir da glaub ich schon mal drüber gesprochen.
Jedenfalls liegst du damit bei mir richtig. Bands aus Frankreich (hier besteht wohl die Nähe zur Bretagne), französischer Gesang, erst ein mal alles richtig gemacht. Das Stück kam 1977 auf dem Album "Malicorne" heraus und bringt in den gut 9 min. wohl beide Einflüsse der Band in gelungener Weise zueinander. Die von mittelaterlichem Liedgut beeinflußten; von Akkustikgitarre, Piano und Violine getragen; überwiegen zu anfang und Ende des Songs. Sie haben schon fast eine Attitüde, das man sie als Vorläufer der romantischen Neo-Folk/-Classic Bands in der schwarzen Szene bezeichnen kann.
Der mittlere Teil zeigt die rockige Seite der Band, hält sich aber glücklicherweise von Klischees selbiger fern, und so fügen sich alles in ein wirklich gelungenes Stück Musik.
Textlich verarbeitet die Band hier, passend zum Klang, ebenfalls ein mittelalterliches Thema.

https://songtext-ubersetzung.com/l/z/5368632/malicorne/le-jardinier-du-couvent/

Folk im besten Sinne, weit weg von nerviger Americana...

Hast du gut gemacht @Waldmeister. Die Band werde ich mir wohl mal mit auf meine CHANSON-Liste setzen...
 
Oh shit, da darf ich ja garnicht sagen, das Du so alt aussahst?
Ich hatte Dich ja damals aus den GuckemaDingern verloren, als Du diese zwei Latein Threads eingestellt hast, hast mich sogar noch namentlich erwähnt! Aber trotzdem konnte ich rein garnix damit anfangen!
Do you remember?
hhhmmmm.... fällt mir momentan nicht ein... :( ...doch alt. :D
 
Und ich habe hier was für "olle" @Georg. Einer meiner Lieblingssongs aus anarchischen Tagen.... so um 1989 rum. Mit herzlichen Grüßen aus DD, was von daheeme...

DEKAdance - Alex Goes To Hollywood

 
Und ich habe hier was für "olle" @Georg. Einer meiner Lieblingssongs aus anarchischen Tagen.... so um 1989 rum. Mit herzlichen Grüßen aus DD, was von daheeme...

DEKAdance - Alex Goes To Hollywood

Die Anarchie beginnt heute nacht!
Bisschen zu früh, das Album heißt "Happy Birthday", meiner ist erst am Donnerstag. ;)allerdings nicht der vierzigste, den die Band meinte (40 Jahre DDR)
Band und Album kenne ich nicht.
Tja, anarchische Tage...ich hatte den Untergang der DDR mit Gästen aus der DDR im DKP-Ortsverband erlebt und werde die bitteren Tränen der Gäste nicht mehr vergessen...
"Alex Goes To Hollywood" ist ein schöner, melodischer Song, der Optimismus und Hoffnung transportiert. Das Gequatsche ab ca. Minute 4 bis Minute 7 nervt mich, ich habe allerdings noch nichts verstanden, außer dem Schlusssatz:
"und die Moral von der Geschicht, verlasse deine Heimat nicht"
Tja, da weiß ich nicht, in welchem Monat in 1989 das Album raus kam. Noch im Februar 1989 wurde mit Chris Gueffroy (Märtyrer in der BRD) der letzte Republikflüchtling an der Berliner Mauer erschossen. Im Sommer 1989 kam es zu diesen Botschaftsflüchtlingen und Fluchtbewegungen über die ungarisch-österreichische Grenze und niemand wusste, wie der Staat zukünftig reagieren würde....
Na gut, Alex überwindet alle Hindernisse, auch mit weißen phobischen amerikanischen Kommunistenhassern (Cowboys) hat er keine Probleme....ausgerechnet von einem amerikanischen Ureinwohner (Indianer) wird er getötet...Hmmm, erklärs mir, Sir Henry! Herzliche Grüße zurück nach Dresden nach Striesen und Strehlen (Paul Gerhard Str, Lockwitzer Str, Defregger Str.) da liegen meine Heimatwurzeln begraben...
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Anarchie beginnt heute nacht!
Bisschen zu früh, das Album heißt "Happy Birthday", meiner ist erst am Donnerstag. ;)allerdings nicht der vierzigste, den die Band meinte (40 Jahre DDR)
Band und Album kenne ich nicht.
Tja, anarchische Tage...ich hatte den Untergang der DDR mit Gästen aus der DDR im DKP-Ortsverband erlebt und werde die bitteren Tränen der Gäste nicht mehr vergessen...
"Alex Goes To Hollywood" ist ein schöner, melodischer Song, der Optimismus und Hoffnung transportiert. Das Gequatsche ab ca. Minute 4 bis Minute 7 nervt mich, ich habe allerdings noch nichts verstanden, außer dem Schlusssatz:
"und die Moral von der Geschicht, verlasse deine Heimat nicht"
Tja, da weiß ich nicht, in welchem Monat in 1989 das Album raus kam. Noch im Februar 1989 wurde mit Chris Gueffroy (Märtyrer in der BRD) der letzte Republikflüchtling an der Berliner Mauer erschossen. Im Sommer 1989 kam es zu diesen Botschaftsflüchtlingen und Fluchtbewegungen über die ungarisch-österreichische Grenze und niemand wusste, wie der Staat zukünftig reagieren würde....
Na gut, Alex überwindet alle Hindernisse, auch mit weißen phobischen amerikanischen Kommunistenhassern (Cowboys) hat er keine Probleme....ausgerechnet von einem amerikanischen Ureinwohner (Indianer) wird er getötet...Hmmm, erklärs mir, Sir Henry! Herzliche Grüße zurück nach Dresden nach Striesen und Strehlen (Paul Gerhard Str, Lockwitzer Str, Defregger Str.) da liegen meine Heimatwurzeln begraben...

Der Song sagte mir nichts. Gefällt mir durchaus und mit dem "Gequatsche" kann auch ich nichts anfangen. @Georg , prima und interessant bewertet. Da man vorzeitig ja nicht zum Geburtstag gratulieren soll, wünsche ich Dir für Donnerstag einen schönen Tag.
 
Victory – As time goes passing by
Zunächst einmal „Sorry, dass ich mich nicht gerührt habe“, habe es schlicht verpeilt.
Die Musik war nicht der Grund, denn die Nummer machte gleich von Beginn an wieder richtig Spaß. Anscheinend bin ich der, der hier die Teile mit den interessanten Intros erwischt. Dies war beim letzte Mal und jetzt wieder so. Der Einstieg ist super gewählt und ein tolles Beispiel dafür, dass Musik langsam aus der Stille kommt und der/die geneigte ZuhörerIn in die Sphäre der Klänge geleitet und geführt werden muss. Das Schnippen gleicht einem Anzählen, es folgt der rhythmische Bass und nach gut 20 Sekunden eine dreckig/rotzige (sorry) klingende Stimme, die mir für den Moment etwas zu cool, etwas zu aufgesetzt klingt. Doch dieser Eindruck wird schnell revidiert, wenn die Band nach 41 Sekunden in die Vollen geht und die Gehörgänge in bester Hardrock-Manier durch pustet.
An dieser Stelle ein kleiner Cut, denn @Alexboy kündete Band und Titel mit der Attitüde „Bluesrock“ an. Als ich dann als ergänzende Information las, dass die Protagonisten aus Hannover kommen, war ich etwas verdutzt, habe ich mich in den zurückliegenden Monaten wirklich intensiv mit deutschen Bluesformationen beschäftigt. Victory war nicht dabei. Macht aber nix, liegt aber wohl mit daran, dass Victory ihre Zelte mehr im Genre des Hard-Rock und Heavy-Metal aufgeschlagen hat. Allerdings, dies ist nicht abzustreiten, hat dieser Song „As time goes passing by“ richtig klasse Blues-Rock-Elemente, wobei die Band ihren eigentlichen Ursprung nie unterdrückt. Habe ich den Gesang in der ersten Minute noch falsch interpretiert, so passt er im gesamten Verlauf der Interpretation allerbest zur ungestümen Gewalt der Gitarren. Überragend in meinen Augen, respektive Ohren, das kurze Wechselspiel zwischen Gitarren und Gesang, welches dem gesamten Werk kurz vor der Zielgeraden noch einmal eine andere Variante, eine besondere Finesse gibt.
Um den Song richtig einordnen zu können, ist es für mich immer wichtig, mir einen Eindruck vom Gesamtwerk der LP zu machen. „You bought it – you name it“ ist insgesamt eine Hammerteil, in meinen Augen richtig knackiger Hard-Rock mit einem perfekt rhythmischen Gitarrensound, der es von Beginn an erforderlich macht, den Volume-Regler ganz nach rechts zu drehen und die Ohren einmal richtig durchpusten zu lassen. Der Opener „Rebell Ready“ lässt Erinnerung an das Headbanging vergangener Tage wach werden. Irgendwie bin ich da wieder ganz am Anfang, in der Zeit als die LP noch 22 Mark kostete, ich lange dafür sparen musste und genau diese Musik in meinen Ohren und Kopf knallte. Auch das folgende „Rock-O-Matic“ ist eine klasse Nummer, über die es viel zu sagen gäbe. Gut, dass „As time goes passing by“ an dritter Position folgt, denn dieser Song gönnt uns eine gewisse Verschnaufpause.
Doch diese Titelfolge (und auch die weitere Zusammenstellung der LP) macht aus einzelnen guten Stücken ein richtig tolles Gesamtwerk und in dieses fügt sich „As time goes passing by“ an der richtigen Stelle perfekt ein. Klasse gemacht. Ich bekomme richtig Appetit auf diese LP (dazu gleich mehr).
Fazit, die Hannoveraner Musiker haben mit ihrer siebten Veröffentlichung ein richtiges Brett geschaffen. Ist jetzt „As time goes passing by“ der Kracher der LP oder sind es die bereits zitierten beiden Songs oder gar „God of Sound“, wer will das entscheiden, wer will das festlegen. Die Mischung ist brillant und ich werde die genannten Songs noch bei einigen frühherbstlichen Open-Air-Rock-Party´s und vorweihnachtlichen Musikabenden über die Boxen jagen, allerdings im MP3-Format, denn die LP ist aktuell fast kauf zu bekommen. Bei discogs müssen schon knapp 50 € für diese Scheibe gezahlt werden. Bei Ebay ist sogar das Doppelte fällig. Also wird dies für mich eine LP, die ich in meine Liste aufnehme, die mich bei meiner wöchentlichen „Jagd“ begleitet.
Gesagt habe ich an dieser Stelle jetzt nichts über die Band, die ihre Anfänge in den 80er Jahren hat und aus der Band „Fargo“ hervor ging, doch dies ist ja auch alles nachlesbar und am Ende zählt sowieso nur die Musik und die macht, wenn die Stimmung passt, richtig Laune, Musik, die unter der Überschrift einzuordnen ist: Meine Nachbarn hör´n richtig gute Musik – ob sie wollen oder nicht!
Super geschrieben. Vielleicht noch die Anmerkung das Fargos damals letzte LP die erste von Victory war. Das Management war der Meinung das einer griffiger Name die Marktchancen erhöht.
 

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