Deep Purple

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Deep Purple

Dieser Artikel behandelt die Band. Zum Musikalbum siehe Deep Purple (Album).
Deep Purple

Deep Purple live auf dem Wacken Open Air 2013, hier in der Besetzung mit Ian Paice, Roger Glover, Ian Gillan, Steve Morse und Don Airey (v.l.n.r.)
Allgemeine Informationen
Genre(s)
Hard Rock
Gründung 1967 als Roundabout
1968 Deep Purple, 1984
Auflösung 1976
Website www.deep-purple.com
Gründungsmitglieder
Gesang
Rod Evans (bis 1969)
Gitarre
Ritchie Blackmore (bis 1975,
1984–1993)
Bass
Nick Simper (bis 1969)
Hammond-Orgel,
Keyboard
Jon Lord † (bis 2002)
Schlagzeug
Ian Paice
Aktuelle Besetzung
Gesang, Mundharmonika
Ian Gillan (1969–1973, 1984–1989, seit 1992)
Gitarre
Steve Morse (seit 1994)
Bass
Roger Glover (1969–1973, seit 1984)
Hammond-Orgel, Keyboard
Don Airey (seit 2002)
Schlagzeug
Ian Paice
Ehemalige Mitglieder
Gesang
David Coverdale (1973–1976)
Bass, Gesang
Glenn Hughes (1973–1976)
Gitarre, Gesang
Tommy Bolin (1975–1976)
Gesang
Joe Lynn Turner (1989–1992)
Live-Unterstützung und Session-Musiker
Gitarre
Joe Satriani (Tournee-Gitarre: 1993–1994)
 
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Inventar
Deep Purple [ˌdiːpˈpɜːpl̩] ist eine im April 1968 gegründete englische Rockband. Mit ihrem Stil, der vom Klang der Hammond-Orgel, markanten Gitarrenriffs, Improvisation, treibender Rhythmusarbeit und markantem Gesang geprägt ist, zählt sie zu den ersten und einflussreichsten Vertretern des Hard Rock[1] und des aufkeimenden Heavy Metal.[2] Das Guinness-Buch der Rekorde verzeichnete Deep Purple 1975 dank ihrer 10.000 Watt starken Marshall-PA-Anlage, die bis zu 117 dB erreichte, als „lauteste Popgruppe der Welt“ (Loudest Pop Group).[3] Deep Purple gehört mit über 130 Millionen verkauften Alben[4] – nach manchen Schätzungen sind es 150 Millionen[5][6] – zu den weltweit kommerziell erfolgreichsten Rockbands.

Im Verlauf der von zahlreichen Besetzungswechseln geprägten Bandgeschichte erfolgten dabei auch musikalische Neuausrichtungen. Im Frühwerk der Band stehen Hard Rock, Psychedelic Rock, Progressive Rock[7] und Bluesrock (Hush) neben Annäherungsversuchen zwischen Rockmusik und Klassik (Concerto for Group and Orchestra, April). Stilprägenden Einfluss hinterließen dann jedoch vor allem die klassische Mark-II-Besetzungder 1970er Jahre, deren Schaffen stilbildende Alben wie Deep Purple in Rock, Machine Head und Made in Japan und prägnante Hard-Rock-Songs mit eingängigen Riffs wie Black Night, Smoke on the Water und Highway Star, einschließt, aber auch von besonderer Improvisationsfreude geprägt ist. Diese äußert sich einerseits in Titeln von ungewöhnlich langer Spieldauer wie Child in Time, andererseits bei den Live-Darbietungen der Songs, wie Space Truckin’, die gegenüber den Studioversionen wesentlich in ihrer Länge ausgedehnt wurden. Deep Purple gelten durch Songs wie Fireball als Vorreiter des Genres Speed Metal[8] und mittels der Einflüsse des Gitarristen Ritchie Blackmore auf Songs wie Burn als Begründer des Neoklassischen Metal.[9] Die musikalische Bandbreite umfasst neben weiteren Einflüssen aus Jazz, Funk und Soul auch Balladen wie Soldier of Fortune. Die Band zählte von Anfang an[10] zu den bekanntesten und am meisten tourenden Liveacts der Rockgeschichte.[11][12]

Deep Purple löste sich nach zahlreichen Querelen 1976 auf. Die Mitglieder formierten Nachfolgebands wie Rainbow, Whitesnake und Gillan, in denen ihre Musik ein musikalisches Erbe fand. Die Besetzungen seit der Wiedervereinigung von 1984 orientieren sich musikalisch an dieser erfolgreichsten Phase der Band, wenn auch seit den frühen 1990er Jahren verstärkt unter Hinzunahme poppiger und jazziger Elemente.

2016 wurde Deep Purple mit den ersten drei Bandbesetzungen - Mark I, Mark II sowie Mark III - in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[13]
 

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Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Bandgeschichte war von häufigem Personalwechsel geprägt, sodass sie in den bisher knapp fünfzig aktiven Jahren zumeist nur wenige Jahre aus denselben Mitgliedern bestand. Die verschiedenen Besetzungen werden häufig mit der vorangestellten englischen Bezeichnung „Mark“ (Mk) durchnummeriert.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Deep Purple entstand, als die Londoner Geschäftsleute Tony Edwards und John Coletta 1967 beschlossen, in eine Rockband zu investieren, und Jon Lord mit der Gründung einer Rockgruppe beauftragten. Aus der Band „Roundabout“, die sich damals aus Ritchie Blackmore, Jon Lord von den Flowerpot Men, dem Ex-Searchers-Schlagzeuger und Sänger Chris Curtis (Gesang), Dave Curtiss (Bass) und Bobby Woodman (Schlagzeug) zusammensetzte, bildete sich im April 1968 nach dem Ausscheiden von Curtis, Woodman und Curtiss Deep Purple. Die Besetzung war vorher durch Rod Evans (Gesang), Ian Paice (Schlagzeug) (beide Ex-The Maze) sowie Nick Simper (Bass) vervollständigt worden.[14] Für ihren neuen Namen entschied sich die Band nach einer kurzen Tour durch Skandinavien. Der Name lässt sich zwar aus dem Englischen als „tiefes Purpur“ übersetzen und gilt dort als Slangbegriff für LSD,[15] tatsächlich bezieht er sich aber auf den Jazzstandard When the Deep Purple Falls von Peter DeRose. In einem Interview mit dem New Musical Expressim Jahr 1973 brachte Lord zum Ausdruck, dass die Band Deep Purple für ihn von Beginn an „kein Vehikel für gesellschaftliche Rebellion, sondern für musikalische Perfektion war“.[16]

Erste Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Deep Purple spielte in der sogenannten Mark-I-Besetzung drei Alben ein.

Das Debütalbum Shades of Deep Purple aus dem Jahr 1968 zeigte eine Mischung verschiedener musikalischer Ansätze, die mit der typischen Deep-Purple-Musik der 1970er Jahre noch wenig Verwandtschaft zeigt. Das Album selbst wurde innerhalb von nur drei Tagen aufgenommen. Der noch an der Popmusik der Beatles orientierte Sound war in seiner Härte für die damalige Zeit teilweise ungewöhnlich. Er wird daher von Kritikern als Grundlage für die Entwicklung des Hard Rocks und späteren Heavy Metals angesehen.[17] Das Album enthält neben eigenen Songs wie Mandrake Root, das lange Zeit die Basis für die ausufernden Live-Duelle der Band war, auch einige Coverversionen, unter anderem Help! von den Beatles, Jimi HendrixHey Joe und das von Joe South geschriebene Hush. Mit Letzterem hatte die Band ihren Durchbruch in den USA und Kanada, wo die Single Platz 4 resp. Platz 2 der Charts erreichte. Am 6. Juli trat die Band im Vorprogramm der Byrds erstmals auf britischem Boden auf.

Noch im gleichen Jahr wurde das zweite Album The Book of Taliesyn veröffentlicht, das teilweise auch Merkmale des Progressive Rock sowie die später oft verwendeten klassischen Zitate aufweist (hier in einer Kurzversion von Beethovens zweitem Satz seiner siebten Sinfonie in Exposition). Ein Beispiel für die Verwendung klassischer Instrumente und Formen ist der Mittelteil von Anthem, in dem ein vierstimmiges Fugato eines Streichquartetts erklingt. Das Album beinhaltet neben eigenen Kompositionen Coverversionen von Klassikern wie We Can Work It Out (The Beatles) und Kentucky Woman (Neil Diamond). Kritiker wie die Zeitschrift Disc & Music Echo lobten, obwohl sie auf dem „leicht enttäuschenden Album“ den wirklichen ‚Kick‘ vermissten, den „Sinn der Band für Dynamik sowie die Verbindung instrumentaler Passagen mit bekannten Themen“.[18] Nach der Veröffentlichung tourte Deep Purple als Vorgruppe von Cream und danach auf eigene Faust durch die USA.


Die ersten beiden Stimmeinsätze des Fugatos aus dem Titel Anthem ( Hörbeispiel?/i)
Das dritte, schlicht Deep Purple betitelte Album erschien 1969. Manche Songs, wie das zwölfminütige April, das eine Dreiteilung (Band – Orchester – Band) aufweist, verweisen wieder auf klassische Modelle und Ästhetik. Der Titel war einer der ersten der bald darauf beliebten Rocksuiten von Progressive-Rock-Bands wie The Nice, Emerson, Lake and Palmer oder Genesis. Zudem zeigt sich auf diesem Album erstmals auch vermehrt der Hard Rock, durch den die Band zu weltweiter Bekanntheit gelangte. So zum Beispiel in Bird Has Flown oder The Painter. Mit Lalena von Donovan ist auch nur noch eine Coverversion vertreten.[19]
 

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Rod Evans

Rod Evans (* 19. Januar 1947 in Slough) ist ein britischer Rock-Sänger und Gründungsmitglied von Deep Purple.

Inhaltsverzeichnis
[1Leben
Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mit 13 Jahren sang Rod Evans bereits in der ersten Band, einer Schulband namens The Horizons. Über die Stationen Jumping Jimmy Band und MI5 kam er 1967 zu The Maze, wo er Ian Paice kennenlernte, der zuvor ebenfalls bei MI5 getrommelt hatte. Die Freundschaft zu Paice sollte sich für Rod Evans 1968 positiv auswirken. Als Ian Paice zur Band Roundabout wechselte und diese keinen Sänger hatten, holte Ian seinen Freund Rod herüber. Kurz darauf wurde die Band in Deep Purple umbenannt.

Die Geschichte von Rod Evans bei Deep Purple liest sich genauso wie die von Bassist Nick Simper. Nach den ersten drei LPs, Shades Of Deep Purple, The Book Of Taliesyn und Deep Purple und Achtungserfolgen in den USA wurden die beiden durch Ian Gillan und Roger Glover ersetzt. Evans und Simper passten nicht mehr ins Konzept von Deep Purple, als Gitarrist Ritchie Blackmore kompromisslosen Hardrock zu favorisieren begann.

Fast drei Jahre war Rod Evans wie vom Erdboden verschluckt, bis 1972 unter dem Namen Captain Beyond die gleichnamige LP erschien. Nach einem weiteren nicht unbedingt positiv aufgenommenen Album Sufficiently Breathless zog sich Rod Evans 1973 ganz aus dem Business zurück.

1980 ging Rod Evans mit unbekannten Begleitmusikern als Deep Purple in den USA auf Tournee. Nach wenigen Auftritten, bei denen die Zuschauer sauer waren und sich betrogen fühlten, erwirkten John Coletta und Tony Edwards eine gerichtliche Verfügung, die es Evans untersagte, unter dem Namen Deep Purple zu firmieren. Daraufhin nannte er die Band New Deep Purple. Nun gaben Coletta und Edwards eine Anzeige in der Los Angeles Times auf: „Beim morgigen Auftritt von Deep Purple in der Long Beach Arena werden folgende Mitglieder nicht dabei sein: Blackmore, Coverdale, Gillan, Glover, Hughes, Lord und Paice.“

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Deep Purple[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Solo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hard To Be Without You / You Can't Love A Child Like A Woman (1971)

Captain Beyond[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Captain Beyond (1972)
  • Sufficiently Breathless (1973)
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Ingo Jansen, "A Life In Purple" – Die ultimative DEEP PURPLE – Bibel (auch Quelle dieser Biographie)
 
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Nick Simper


Nick Simper & Nasty Habits; Nick Simper (links), "Reigen", Wien (2015)
Nicholas Simper (* 3. November 1945 in Nordwood Green, Southall) ist ein britischer Bassist. Simper war Gründungsmitglied von Deep Purple im Jahr 1968. Bereits 1969 wurde er durch Roger Glover ersetzt.

Inhaltsverzeichnis
[1Biographie
Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Seine erste Band „The Renegades“ gründete Simper 1960 in der Schule. Danach ging er zu den „Delta Five“ und landete Ende 1964 bei „Buddy Britten & The Regents“. Hier nahm er seine erste Single mit dem Titel „She's About a Mover“ auf. Über die Stationen „Simon Raven Cult“ (Ende 1965) und „Cyrano & The Bergeracs“ (Anfang 1966) kam Simper im Mai 1966 zur für ihn ersten professionellen Band „Johnny Kidd & The Pirates“. Der Karriere dieser Truppe um Johnny Kidd wurde aber am 7. Oktober 1966 ein jähes Ende zuteil, als Johnny Kidd bei einem Autounfall ums Leben kam. Simper saß ebenfalls im Unfallwagen, kam aber mit einem gebrochenen Arm und ein paar Schrammen davon. Ohne Johnny Kidd überlebten die „Pirates“ nur noch bis Mai 1967, dann lösten sie sich auf. Mit Johnny Kidd erschien die einzige Single unter Mitarbeit von Nick Simper „Send For That Girl“.

Auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber wurde Nick Simper bei „Screaming Lord Sutch“ fündig, dem er sich im Mai 1967 anschloss. Über die nur wenigen Wochen dauernde Station bei der Begleitband von Billie Davis landete Nick Simper schließlich im Oktober 1967 bei „The Flower Pot Men“. Dort lernte er Jon Lord kennen. Die Truppe, die vom ehemaligen „Searchers“-Drummer Chris Curtis zusammengestellt wurde, hatte großen Erfolg mit der Single „Let's Go to San Francisco“ gehabt. Als Jon Lord und Nick Simper dort einstiegen, war allerdings keiner der Musiker mehr bei der Band, die den Hit eingespielt hatten.

Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch Lord und Simper Mitglieder der Gruppe. Da sie dringend einen Gitarristen suchten und Nick bei „Screaming Lord Sutch“ einen solchen namens Ritchie Blackmore kennengelernt hatte, wurde dieser engagiert. Der Grundstein zu „Roundabout“ war gelegt.

Nachdem Ritchie Blackmore zur Komplettierung der Band noch einen ihm bekannten Drummer namens Ian Paice in die Band holte, welcher auch gleich noch einen Sänger namens Rod Evans mitbrachte, war die Grundformation von Deep Purple gebildet.

Nach den ersten drei LPs von „Deep Purple“ mussten Nick Simper und Rod Evans auf Blackmores Betreiben hin die Band verlassen und wurden durch Ian Gillan und Roger Glover ersetzt. Nick Simper bekam nach seinem Austritt bei „Deep Purple“ eine Abfindung in Höhe von 10.000 Pfund. Er schloss sich dann jeweils für kurze Zeit der „Marsha Hunt Band“ und nochmals „Screaming Lord Sutch“ an, bevor er im August 1970 seine eigene Band „Warhorse“ gründete. Diese nahm zwei LPs auf, die sich auf Grund seiner Vergangenheit als Purple-Mitglied relativ gut verkauften, aber lange nicht den erhofften Erfolg erreichten. Zwischendurch nannte man sich kurzzeitig „Iron Horse“.

Im Mai 1974 löste sich die Band jedoch auf und Nick Simper verschwand zunehmend in der Versenkung. Er verdingte sich als Session- bzw. Studiomusiker. Im gleichen Jahr tauchte noch eine Single mit dem Titel „St. Louis“ unter dem Namen Nick Simpers Dynamite auf. Im April 1978 gründete Simper seine neue Band Nick Simpers Fandango, doch auch diese Formation nahm nur zwei LPs auf.

Simper wirkte danach unter anderem auch z.B. bei Formationen wie „Rosco Gordon“, „Quatermass II“ und einigen anderen Projekten mit.

Aktuell ist Nick Simper Teil der Formation Nick Simper & Nasty Habits.
 

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Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Deep Purple[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Warhorse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Warhorse (1970)
  • Red Sea (1972)
Nick Simpers Fandango[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Slipstreaming (1979)
  • Future Times (1980)
Rosco Gordon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Rosco Rocks Again (1982)
Quatermass II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Long Road (1997)
Nick Simper & Nasty Habits[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • De La Frog Conspiracy (2015)
Andere Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • The Flowerpot Men - „Let's Go to San Francisco“ (1967)
  • Screaming Lord Sutch - „Hand of Jack the Ripper“ (1971)
  • Johnny Kidd & The Pirates - „The Best of Johnny Kidd & The Pirates“ (1978)
  • Johnny Kidd & The Pirates - „Rarities“ (1983)
  • Wee Willie Harris & the Alabama Slammers (2000)
  • Nick Simper & Marsha Hunt at Bilzen Festival (1969)
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • A Life In Purple - Die ultimative DEEP PURPLE - Bibel von Ingo Jansen
 

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Wechsel zur klassischen Mark-II-Besetzung und wachsende Popularität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mitte 1969 wurden Evans und Simper auf das Betreiben Blackmores hin durch den Sänger Ian Gillan und den Bassisten Roger Glover ersetzt. Die beiden hatten zuvor schon mehrere Jahre lang in der Band „Episode Six“ zusammen gespielt. Mit der Verpflichtung dieser Musiker entstand die klassische Mk-II-Besetzung.
Episode Six - Morning Dew & I hear Trumpets blow
 

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Zunächst stand für die neue Besetzung primär Jon Lord und seine Musikvorstellungen im Rampenlicht. Der klassisch ausgebildete Musiker hatte ein Werk für Rockband und Orchester geschrieben, Concerto for Group and Orchestra, das gemeinsam mit dem „Royal Philharmonic Orchestra“ in der Royal Albert Hall unter der Leitung von Malcolm Arnold uraufgeführt wurde. Es war einer der ersten Versuche, klassische und Rockmusik zu kombinieren, und die erste Aufführung einer Rockband mit einem kompletten Orchester. Obwohl das Projekt vom Publikum und Teilen der Kritiker wohlwollend aufgenommen wurde, waren einige Bandmitglieder, vor allem Blackmore, damit nicht zufrieden. Unter anderem aufgrund der Angst vor einem Imageverlust der Band wurde beschlossen, einen neuen, musikalisch härteren, Weg einzuschlagen.[20]

Deep Purple & the Royal Philarmonic Orchestra - Concerto for Group & Orchestra 1969 Full Concert
 

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Dialog zwischen Orgel und Gitarre im Titel Speed King ( Hörbeispiel?/i)
Weltweiter Erfolg der Mark-II-Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Deep Purple in Rock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1970 veröffentlichte Album Deep Purple in Rock kann als ein Wendepunkt in der Geschichte der Band wie auch in der Geschichte der Rockmusik gesehen werden. Das erste auch in Europa erfolgreiche Album bedeutete den weltweiten Durchbruch der Band und fokussierte internationale Aufmerksamkeit,[21] was zahlreiche Goldene Schallplatten und Spitzenchartplatzierungen belegen. In Großbritannien erreichte es die Chartposition vier und verbrachte in Deutschland gar zwölf Wochen auf Platz eins. Das Werk vereint die für die Folgezeit typischen musikalischen Merkmale: Markante Heavy-Metal- und Hard-Rock-Riffs Blackmores, Lords klassische Kadenzen und Figuren, Gillans ekstatischen Gesang sowie die in Titeln wie Speed King, Child in Time und anderen Songs besonders live offen ausgetragene Konkurrenz zwischen Lords Orgel und Blackmores Gitarre.[22] Diese Konkurrenz ist allerdings, häufig in der Form eines Call and Response (wie im Notenbeispiel zu Speed King), musikalisch durchaus fruchtbar. Child in Time ist ein Protestsong gegen den Vietnamkrieg[23] und zählt zu den wohl bekanntesten und wichtigsten Liedern der Rockmusik überhaupt.[16] Werner Faulstich stellt in seinem Buch Die Kultur der siebziger Jahre das Lied Speed King als Paradebeispiel des Hard Rock vor: „Das Stück beginnt mit einer instrumentalen Einleitung, in der zwei Kontrahenten vorgestellt werden: eine wilde Rockgitarre und ein sanfte Orgel. Zwei Grundlinien und ihr Kontrast deuten sich somit an, von denen die gesamte Rockmusik der siebziger Jahre geprägt war: hart versus weich.“[24] Die harten Rockriffs von Blackmore haben sich nun definitiv durchgesetzt. Die klassischen Elemente erscheinen zunehmend als notfalls auch verzichtbare Zutat einer primär Hard-Rock-orientierten Musik. Auf der sicheren Basis von Paice und Glover entwickelte sich der Stil zu einer sehr rhythmusbetonten, geradlinigen Musik weiter. Das im Anschluss an das Album produzierte Lied Black Night wurde die erfolgreichste Single der Band seit Hush. Black Night gelangte auf Platz 2 der britischen Charts und als bisher einziges Lied von Deep Purple auf Platz 1 europäischer Single-Charts (in der Schweiz für vier Wochen im Herbst 1970).[25]
 

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