Country & Western

Jester.D

Aktives Mitglied
Da möchte ich ja glatt ein Dutzend Daumen hochschmeißen - ja ja ja. Genau mein Ding - Maddie & Tae und die Caroline natürlich auch.

 

Waldmeister

Alter Hase
mein dickes lob an frau jones, für ihr sehr natürliches aussehen. leider sind sehr viele countrysternchen da ganz anders unterwegs. das war mir früher zwar auch schon irgendwo bekannt, wurde in diesem forum hier dann durch viele jester-wombat'sche cover noch mehr bestätigt... :cool:
 

The Wombat

Mitglied
Country-Music wird ja recht oft und ganz gerne entweder als seicht angesehen oder auch der (auch in den USA vorhandenen) sog. volkstümlichen bis volkstümelnden Musik zugerechnet und entsprechend auch durch den Kakao gezogen.
Andere Leute bezeichnen so etliches innerhalb Country-Music als reaktionäre Kacke, die sich kein vernünftiger Mensch anhören sollte. Das mag sogar in dem einen oder anderen Fall stimmen, aber es gilt sicher nicht für all die verschiedenen Spielarten der Country-Music.
Der Country-Pop z.B. ist natürlich durchaus kommerziell geprägt, aber ich halte das nicht per se für schlecht oder übel. Denn mir ist im Grunde noch kein Musiker, keine Musikerin, keine Band (egal, aus welchem Bereich) untergekommen, die es verabscheuen würden, ein wenig die Kasse klingeln zu lassen oder zumindest halbwegs gescheit von ihrer Musik leben zu können. :rolleyes:
Und was diese gewisse Natürlichkeit, Authentizität oder von mir aus auch die (mehr oder weniger) gute Optik angeht: wenn ich mir so etliche Königinnen des Country aus den vergangenen Jahrzehnten ohne ihre gesamte Spachtelmasse diverser Couleur auf Gesicht und Body vorstelle.....nun ja, den Rest erspare ich mir besser.
Nix gegen diese weiblichen Koryphäen der Country-Music, manche hatten ihre Meriten durchaus verdient. Wenn sie aber mit gestelzt-gekünsteltem Gehabe und 3 Wetter Taft-Frisur die Bühne stürmten, ist das nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Und das unabhängig davon, daß die eine oder andere "Grande Dame" massig tolle Songs geschrieben oder interpretiert haben mag.
Ein Beispiel dafür ist für mich Dolly Parton. Normalerweise erlaubt es sich niemand, an einem solchen Denkmal zu kratzen. Aber ich kann sie einfach nicht hören. Und ich mag sie nicht sehen. Ich mag ihre gesamte "Attitude" nicht.....egal, wie viele Nr. 1-Songs sie in ihrem Leben schon hatte.
 

Waldmeister

Alter Hase
also wenn ich die klischeekönigin dolly parton und ähnliches per se ansehnlich finden würde, eben weil die musik ja alt ist, dann könnte ich mir wohl die nächstgelegene klippe suchen.
genau diese art country mag ich sowieso nicht, diese glatten entertainer die sich dann im laufe der 70er immer mehr etablierten. da starb doch vor kurzem auch einer aus der sparte, ein ganz bekannter, den namen habe ich jetzt aber nicht parat. und noch zu dolly... die heutige ausgabe von ihr wäre wirklich für einen horrorfilm gut...

es gibt schon viele schönheitsklischees und zwänge, die ich schlimm finde. in vergangenen UND heutigen zeiten. ab und zu, wenn´s mich überkommt, äussere ich mich auch mal dazu. ;)

und jetzt noch etwas balsam für die seele mit einem wirklich schönen bild: https://images02.military.com/sites...music/2013/08/lindaronstadt.jpg?itok=9keDUHMJ
 

Jester.D

Aktives Mitglied


Apropos - die Platte kennt vielleicht jemnd, aber auch die kleine Story zum Cover-Pic?

Das Cover-Shooting soll, um es kurz zusammenzufassen, ziemlich nervig für Linda gewesen sein und der Fotograf war nie wirklich mit ihrer Mimik zufrieden gewesen. Bis dann der richtig Moment kam und er das Foto machte. Just in diesem Moment ritt ein Unbekannter im Hintergrund durchs Bild.
Man war sich einig - das bleibt so! :)
 

Waldmeister

Alter Hase
ein schönes cover, ja. bei linda haben mich immer die ganz frühen aufnahmen mit den stone poneys interessiert, richtig reingehört hab ich aber nie. keine ahnung ob mich die dann richtig überzeugen würden. etwas abwechslung ist ja bei jedem musikstil gut, und wenn da gar keine upbeat stücke vorkommen, würde es schon schwierig werden.

https://www.discogs.com/artist/393117-The-Stone-Poneys

achja, dieses schöne bild hab ich zufällig gefunden, echt keine überraschung welche von den drei sofort negativ auffällt... :D

 

The Wombat

Mitglied
:D....es ist natürlich immer etwas gefährlich, Ikonen "aus der Zeit" ob ihrer Optik zu bewerten oder auch mal durch den Kakao zu ziehen.
In dieser Zeit war es nun mal modisch sehr angesagt, sich 3 Millimeter Spachtelmasse ins Gesicht zu kleben, falsche Augenbrauen anzukleben und die mehr oder weniger lockige Haarpracht gülden hochzutoupieren.
Und diesen entrückt-verschleierten Blick konnte man mit dem einen oder anderen Augenwässerchen zaubern.
Heute schaut sowas schon ziemlich anachronistisch aus, es waren eben Country-Barbiepuppen mit Gipsgesichtern. Besagte Dolly Parton kokettierte zeit ihres Lebens mit ihren Dutzenden von "Schönheitsoperationen", sie fand das ganz offenbar wunderbar, stand und steht dazu und verteidigt solche Dinge sehr offensiv.
Okay, jetzt höre ich mit dem Denkmal-Bashing auf.....bevor mich noch jemand teeren und federn möchte. ;)
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied


Apropos - die Platte kennt vielleicht jemnd, aber auch die kleine Story zum Cover-Pic?

Das Cover-Shooting soll, um es kurz zusammenzufassen, ziemlich nervig für Linda gewesen sein und der Fotograf war nie wirklich mit ihrer Mimik zufrieden gewesen. Bis dann der richtig Moment kam und er das Foto machte. Just in diesem Moment ritt ein Unbekannter im Hintergrund durchs Bild.
Man war sich einig - das bleibt so! :)
Mein "Verhältnis" zu Linda Ronstadt war immer sehr gespalten. Einige Sachen finde ich richtig gut, darunter zähle ich ihre LP "Canciones de mi padre" und einige Sachen, da komme ich einfach nicht ran (Living in the USA). Trotzdem sind im Verlauf der Jahre 13 LPs zusammen gekommen und gerade läuft Seite 2 dieses Albums. War über den Start (Rivers of Babylon) etwas überrascht, aber gut gemacht...
 
Zuletzt bearbeitet:

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Während der ersten 50 Coronatage führte ich per Mail und Facebook einen "Musikalischen Kalender der Hoffnung und Zuversicht" mit Geschichten, Anekdoten und Musik die uns in dieser Zeit beschäftigten und berührten. U.a. war ein Musikwunsch, den ich zuvor nie auf der Rechnung hatte, den ich aber richtig klasse fand und mir gleich zwei Tonträger zugelegt habe. Hier mal eine Hörprobe:
 

Marifloyd

Inventar
CCR in diesem Thread. Oh ja, ich denke, dass das mit diesem Song durchaus geht.


Im Original ist der Song von dem Bluesmusiker Huddie Ledbetter. Johnny Cash und viele andere coverten den Song erfolgreich. Sogar Udo Jürgens brachte den Song heraus.

Hier noch eine Fassung von Johnny Cash.

 

Marifloyd

Inventar
Während der ersten 50 Coronatage führte ich per Mail und Facebook einen "Musikalischen Kalender der Hoffnung und Zuversicht" mit Geschichten, Anekdoten und Musik die uns in dieser Zeit beschäftigten und berührten. U.a. war ein Musikwunsch, den ich zuvor nie auf der Rechnung hatte, den ich aber richtig klasse fand und mir gleich zwei Tonträger zugelegt habe. Hier mal eine Hörprobe:
Kannte den Interpreten zuvor auch nicht. Gefällt mir sehr.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
etzt höre ich mit dem Denkmal-Bashing auf.....bevor mich noch jemand teeren und federn möchte.
...ach verstehen kann ich es, doch mir hat Trio, Trio II gefallen. Irgendwie ist mir das drum herum auch egal solange es keine Züge annimmt, die gegen meine Grundeinstellungen und -prinzipen verstoßen und so höre ich mir von Zeit zu Zeit mal Titel wie diese an:
 

The Wombat

Mitglied
Während der ersten 50 Coronatage führte ich per Mail und Facebook einen "Musikalischen Kalender der Hoffnung und Zuversicht" mit Geschichten, Anekdoten und Musik die uns in dieser Zeit beschäftigten und berührten. U.a. war ein Musikwunsch, den ich zuvor nie auf der Rechnung hatte, den ich aber richtig klasse fand und mir gleich zwei Tonträger zugelegt habe. Hier mal eine Hörprobe:
Nicht schlecht der Junge. Hat ne leicht rauchige Reibeisenstimme. Würde man ein wenig rumkritteln, könnte man sagen: ab und an ein bissel weniger Pathos würde es auch tun. Aber ich will ja gar nicht kritteln.... ;)
Kannst Du vielleicht mal posten, wie man an Tonträger (möglichst CD) von ihm rankommt? Bei den großen Onlinern konnte ich leider nix finden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Ronstadt Hasten down the wind.jpg
Linda Ronstadt – Hasten down the wind
Eigentlich habe ich so richtig nicht viel mit Linda Ronstadt zu tun – oder doch, da gibt’s doch die beiden Trio – LPs, 1987 erschien Trio I, wie ich damals und heute fand, ein Hammerteil. Zwölf Jahre später erschien dann Trio II, genauso erfolgreich, doch mich packte es damals nicht so. 2016 erschien dann „The Complete Trio Collection“, also Trio I und II plus bislang unveröffentlichte und alternative Aufnahmen. Ach so, Trio sind respektive waren Emmylou Harris, Dolly Parton und eben Linda Ronstadt.
Gestern holte ich mal die Ronstadt-Scheiben aus dem Regal, weil ich über Entstehung und Hintergründe des Covers zu „Hasten down the wind“ gelesen habe und schon lag das Teil auf dem Plattenteller. Ohne große Erwartung ging ich an dieses Werk und war gleich überrascht; versehentlich begann ich mit der zweiten LP-Seite und somit startete ich mit „Rivers of Babylon“, tolle Interpretation ließ mich gleich aufhorchen. Schade, nur 52 Sekunden, aber egal, denn der Übergang zu „Give one heart“ war nahtlos und gut gemacht. Der Song stark, Country, mit einem leichten Reggaetouch. Ganz stark die Willie Nelson-Ballade „Crazy“. Auf der ersten LP-Seite war es natürlich „Lo siento mi vida“, gerade die spanisch gesungenen Ronstadt-Stücke gefallen mir. Zwölf Jahre später, also 1987 sollte dann ja auch mit „Conciones de mi padre“ ein komplett spanisch eingesungenes Album folgen. Ronstadt schließt die erste LP-Seite mit dem Titelsong, geschrieben von Warren Zevon“ gekonnt ab. Damit habe ich dann auch gleich den Interpreten, dessen LP als nächste Vinylscheibe auf dem Plattenteller landen wird. Doch bevor mit „Excitable Boy“ los geht, muss noch festgestellt werden, dass dieses Ronstadt-Album mit insgesamt elf kompletten Tracks und einem kleinen Appetithappen (Rivers of Babylon) noch heute ein absolut überragendes Album ist und 1977 zu Recht mit einem Grammy Award für die beste Pop-Gesangsdarbietung ausgezeichnete wurde. Übrigens, es war Ronstadts zweiter von insgesamt 13 Grammys.
Bevor Warren Zevon auf den Plattenteller kommt, gibt’s doch erst mal noch mit „Live in Hollywood“ noch eine kleine Ronstadt-Zugabe (dazu müsste auch noch einiges gesagt werden, doch dies ist dann auch schon wieder eine ganz andere Geschichte).
Ach so, da ist ja noch die Story zum Coverfoto, steht etwas weiter oben. (ich hätte noch ganz anders geschaut, wenn ich einen solchen Fummel angezogen hätte...)
 

Catabolic

Alter Hase
Mein "Verhältnis" zu Linda Ronstadt war immer sehr gespalten. Einige Sachen finde ich richtig gut, darunter zähle ich ihre LP "Canciones de mi padre" und einige Sachen, da komme ich einfach nicht ran (Living in the USA). Trotzdem sind im Verlauf der Jahre 13 LPs zusammen gekommen und gerade läuft Seite 2 dieses Albums. War über den Start (Rivers of Babylon) etwas überrascht, aber gut gemacht...
Ja, das ging mir auch immer so. Leider hatte ihr Gitarrist Waddy Wachtel mal zwischen zwei Tourneen mit Linda Ronstadt selber eine Band ins Leben gerufen, mit dieser (Ronin) auch ein Album eingespielt, das aber völlig unbeachtet blieb. Ich frag mich heute noch, warum. Dabei war das so ein tolles Americana Roots Rock Album. Gibt es inzwischen auch auf CD (aus Japan, steht hier im Regal).

 

Jester.D

Aktives Mitglied
Apropos Linda - ich hab mir vorhin diese CD bestellt:



Die hatte ich damals als miserable Made in India-Pressung. Sämtliche "s"-Laute zischten wie Sau.
Hab die 40th anniversary edition von 2017 genommen.
 

Jester.D

Aktives Mitglied
Das weite und facettenreiche Feld des Contemporary Country ist für mich immer wieder ein wunderbarer Musikquell. Meine neueste Entdeckung ist S.G. Goodman.



Wie so oft beim Hören von MDR Kultur während einer Autofahrt aufgeschnappt. Ich hatte eigentlich gar nicht richtig zugehört, bis die Ankündigung "Supertramp" kam. Ah, dachte ich. Super, Supertramp. Dann erklang eine Frauenstimme. Was ist denn da los? Supertramp waren das bestimmt nicht. Also, schnell nach der Autofahrt nachgeforscht. Supertramp ist ein Song von ihrem Debütalbum.


Dazu kann man u.a. Folgendes lesen:

"Old Time Feeling" ist das erstaunliche Debütalbum von S.G. Goodman, der Musikerin aus Kentucky. Noch ist es ein Geheimtipp. Aber bald ganz sicher nicht mehr. Denn Goodman öffnet die Herzen vom ersten Ton an. Sie hat eine unglaublich traurige, melancholische Stimme, die aber auch positive und hoffnungsvolle Töne transportiert. Musikalisch gehört sie im weitesten Sinne dem Southern Rock an, also der Rockmusik mit den Wurzeln in Blues, Gospel, Country und Folk. Ihre große Kunst ist es, dieses Genre zu erweitern, zu personalisieren und zu erneuern.


S.G. Goodman ist auf dem Land groß geworden, ihre musikalische Erziehung fand in der Kirche statt. In ihrem 3.000-Seelenort gehörten die Kirchgänge zu den großen Ereignissen der Woche, erklärt sie: "Wenn ich nach meinen musikalischen Einflüssen gefragt werde, sage ich immer: Ich war schon als Kind dreimal die Woche auf einem Konzert. Die Art zu singen, die Melodien – da ist einiges vom Gottesdienst hängen geblieben."

Den Moment festhalten
Goodman kann einen Raum in minimaler Besetzung füllen – aber sie kann es auch rocken lassen. Manchmal hört man bei ihr Einflüsse von Sixties-Westcoast-Sound, Jefferson Airplane oder The Birds um Roger McGuinn heraus. Leicht finden sich zudem Neil-Young-Anklänge.


Gleichzeitig ist Goodman eine eigenständige Künstlerin, die keine Vergleiche zu scheuen braucht. Old Time Feeling ist eines der aufregendsten, aufwühlendsten Alben des Jahres aus den USA. Ein wunderbarer sprichwörtlich ungeschliffener Edelstein – was Goodman auch wichtig war:

Ich mag es nicht, wenn Musik zu poliert klingt. Ich will, dass man den Raum hört, in dem wir aufgenommen haben. Man hört, wie wir da rumpoltern. Es geht nicht um die Studiotechnik. Es geht darum, den Moment festzuhalten. Wenn du einen Song aufnimmst, hältst du ein Stück Zeit in einer Audio-Form fest.
S.G. Goodman
Kein Mainstream
Goodman leidet an Obsessive compulsive disorder (OCD), einer Zwangsstörung, die zu Angstzuständen führt. Kein leichtes Los. Aber vielleicht macht zumindest gerade das die spürbare Intensität ihrer Musik aus.

Ihr Debüt "Old Time Feeling" ist voller Nuancen und vielschichtig. Oft Country aber nie Mainstream. Geboren aus Folk-Traditionen aber auch elektrifiziert. Balladesk aber auch rebellisch.



Sieht für mich ganz nach Pflichtkauf aus.
 
Zuletzt bearbeitet:

Jester.D

Aktives Mitglied
PS.: Soeben bestellt. War das letzte Exemplar bei jpc. Da hab ich in den zurückliegenden Wochen schon einige "letzte Exemplare" abgefasst. Manche davon ziemlich günstig. In einem Fall hab ich statt 15,99 nur noch 7,99 bezahlt. Kann man machen. ;)
 

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