Chanson (...pour les amoureux)

Marifloyd

Inventar
Dieses Multitalent (Chansonier, Schriftsteller, Jazztrompeter, Bühnenautor, Schauspieler...) war jahrelang, selbst in Frankreich, vom Radar verschwunden. Gebürtiger Rand-Pariser, machte er sich bei den Nationalisten unbeliebt, da er sich, als überzeugter Pazifist, gegen den Kolonialkrieg der Franzosen in Indochina und Algerien wandte. Dieses Chanson wurde deshalb 1955 auch verboten (!).

BORIS VIAN - Le déserteur (1954)


https://lyricstranslate.com/de/le-déserteur-der-deserteur.html

Herr Präsident, ich schreibe Ihnen diesen Brief
Den Sie vielleicht lesen werden
Falls Sie die Zeit dazu haben
Gerade erhielt ich
Meine Einberufung
Und soll vor Mittwoch Abend
In den Krieg ziehen
Herr Präsident
Ich werde das nicht machen
Ich bin nicht hier auf der Erde
Um die armen Leute zu töten
Ich will Sie nicht verärgern
Aber ich muss Ihnen sagen
Mein Entschluss steht fest
Ich werde desertieren

Seit meiner Geburt habe ich
Meinen Vater sterben sehen,
Meine Brüder in den Krieg ziehen
Meine Kinder weinen.
Meine Mutter hat so gelitten
Dass sie in ihrem Grab liegt
Und über die Bomben und
Über die Würmer lachen kann
Als ich in Gefangenschaft war
Hat man mir meine Frau gestohlen
Man hat mir die Seele gestohlen
Und meine schöne Vergangenheit
Morgen in aller Frühe
Werde ich meine Tür abschließen
Die toten Jahr aussperren
Und auf Wanderschaft gehen

Ich werde mir mein Leben auf
Frankreichs Straßen erbetteln
Von der Bretagne bis in die Provence
Ich werde den Leuten sagen
Weigert euch zu gehorchen
Weigert euch mitzumachen
Zieht nicht in den Krieg
Brecht nicht auf
Wenn man sein Blut hingeben muss
Geben Sie doch Ihres hin
Sie sind dafür der richtige Apostel
Herr Präsident
Wenn Sie mich verfolgen lassen
Sagen Sie Ihren Polizisten
Dass ich unbewaffnet bin
Und dass sie also schießen können.

Klasse Text! Musikalisch wunderbar!
 

Marifloyd

Inventar
Charles Trenet wäre heute 106 Jahre alt geworden. Deshalb...


Heut Abend klopft der Wind an meine Türe,
erinnert mich an Liebesschwüre
vor dem Feuer, das erlischt.
Heut Abend erklingt ein Lied von Lieb und Leid,
im Haus, des Kälte uns erfrischt
und ich denk an ferne Zeit.
Was bleibt denn noch von unseren Lieben?
Wo sind die schönen Tage geblieben?
Nur noch ein Bild, ein altes Bild,
aus meiner Jugend.
Was bleibt denn noch an Liebesbriefen,
vom Monat Mai, vom Stelldichein,
eine Erinnerung, die holt mich ein,
zeitlebens.
Verblühtes Glück, Haare zerzaust,
erregte Träume, Küsse, geraubt.
Von alledem, was bleibt denn noch?
Sag es mir doch.
Ein kleines Dorf, ein Kirchturm so alt,
ein kleines Tal, versteckt im Wald,
in einer Wolke deine Gestalt,
aus früherer Zeit.
Die Worte, Worte, die man zärtlich flüstert,
Streicheleinheiten, so rein,
und Schwüre am Waldesrain,
die Blumen, im Buch wiedergefunden,
ihr Duft hat dir den Geist geschunden,
all das ist dahin. Warum?
Was bleibt denn noch von unseren Lieben?
Wo sind die schönen Tage geblieben?
Nur noch ein Bild, ein altes Bild,
aus meiner Jugend.
Was bleibt denn noch an Liebesbriefen,
vom Monat Mai, vom Stelldichein,
eine Erinnerung, die holt mich ein,
zeitlebens.
Verblühtes Glück, Haare zerzaust,
erregte Träume, Küsse, geraubt.
Von alledem, was bleibt denn noch?
Sag es mir doch.
Ein kleines Dorf, ein Kirchturm so alt,
ein kleines Tal, versteckt im Wald,
in einer Wolke deine Gestalt,
aus früherer Zeit.
 

Marifloyd

Inventar
Charles Aznavour wäre heute 95 Jahre alt geworden. Deshalb...


Ich erzähle euch von einer zeit
Die die unter zwanzig jährigen
Nicht kennen können
Montmartre zu dieser zeit
Hängte seine flieder
Bis zu unseren fenstern
Und wenn die bescheidene unterkunft
Die uns als nest diente
Nach nichts aussah
Dort lernten wir uns kennen
Ich der über hunger klagte
Und du die nackt model standst

La bohème, la bohème
Das wollte sagen wir sind glücklich
La bohème, la bohème
Wir assen nur ein Tag auf zwei

In den benachbarten Cafés
Waren wir einige
Die auf den ruhm warteten
Und obwohl mittellos
Mit dem hohlen bauch
Wir hörten nicht auf, daran zu glauben
Und wenn einige bistros
Gegen einem guten warmen essen
Uns eine leinwand abnahmen
Wir zitierten verse
Um den ofen versammelt
Den winter vergessend

La bohème, la bohème
Das wollte sagen, du bist hübsch
La bohème, la bohème
Und wir hatten alle génie

Oft passierte es mir
vor meiner stafelei
durchwachte nächte zu verbringen
die zeichnung überarbeitend
die linie einer brust
die gerundete form einer hüfte
und es ist nur im morgen
das man sich endlich hinsetzte
vor einem milchkaffee
erschöpft, aber hochbeglückt
musste man sich lieben
und dass man das leben liebt

La bohème, la bohème
das wollte sagen, man ist zwanzig jahre alt
la bohème, la bohème
und wir lebten von der luft der zeit
wenn an dem Zufall der tage

Ich gehe weg spazieren
an meiner ehemaligen anschrift
ich erkenne nicht mehr
weder die mauern noch die straßen
die meine jugend gesehen haben
am oberen teil einer treppe
suche ich das Atelier
wovon nichts mehr besteht
in seinem neuen Dekor
scheint Montmartre traurig
und der flieder ist tot

La bohème, la bohème
man war jung, man war irre
la bohème, la bohème
das will überhaupt nichts mehr sagen

... und als Zugabe in deutscher Sprache...

 

Marifloyd

Inventar
Ob das nun ein Chanson ist vermag ich nicht zu beurteilen, da das Lied schon sehr popig daherkommt. Ich mag das Lied jedoch sehr. France Gall wäre heute 72 Jahre alt geworden. Deshalb...



ELLA, ELLE L'A

Es ist wie eine Art Fröhlichkeit, wie ein Lächeln
Irgendwas liegt in dieser Stimme,
Das uns zu sagen scheint: "Komm!"
Das uns ein seltsames Wohlgefühl verschafft
Es ist wie die ganze Geschichte der Schwarzen,
Die immer zwischen Liebe und Verzweiflung schwankt.
Wie etwas, das in dir drin tanzt
Wenn du es hast, dann hast du’s.



Ella hat es.
Dieses gewisse Etwas,
Das andere nicht haben
Das uns in diesen seltsamen Zustand versetzt.
Ella hat es.
Ella hat es.
Dieses seltsame Etwas in ihrer Stimme
Diese Wonne darin
Diese Himmelsgabe,
Die sie so schön macht.
Ella hat es.
Ella hat es.

Sie hat dieses winzige mehr an Seele.
Diesen undefinierbaren Charme,
Dieses kleine Feuer.

Schlag auf Fässer, oder
Hau in die Klaviertasten,
Einfach auf alles, was Gott dir in die Hände geraten lässt.
Zeig’ dein Lachen oder deinen Kummer.
Auch wenn du nichts hast, bist du ein König,
Solange du immer noch nach den verborgenen Fähigkeiten suchst,
Die in dir schlummern.
Du siehst, das kann man nicht kaufen!
Wenn du es hast, dann hast du's!

Ella hat es.
Dieses gewisse Etwas,
Das andere nicht haben.
Das uns in diesen seltsamen Zustand versetzt.
Ella , sie hat es.
Ella, sie hat es.
Dieses seltsame in ihrer Stimme
Diese Wonne darin
Diese Himmelsgabe,
Die sie so schön macht.
Ella, sie hat es.
Ella, sie hat es.
 

Marifloyd

Inventar
Michel Sardou wird heute 73 Jahre alt. Deshalb und weil mir dieses Lied prima gefällt...


LA MALADIE D’AMOUR SONGTEXT ÜBERSETZUNG

Sie grassiert, sie grassiert
die Liebeskrankheit
im Herzen der Kinder
von sieben bis siebenundsiebzig Jahren

Er plätschert dahin, er plätschert dahin
der unverschämte Fluss
der in seinem Bett

die blonden und die grauen Haare vereint.
Sie bringt die Menschen zum Singen und macht die Erde größer
Sie macht bisweilen ein langes Leben erträglich
Sie bringt die Frauen zum Weinen, sie lässt uns im Dunkeln schreien

Aber am schmerzlichsten ist es, wenn man von ihr geheilt wird.
Sie grassiert, sie grassiert
die Liebeskrankheit
im Herzen der Kinder
von sieben bis siebenundsiebzig Jahren
 

Fenimore

Aktives Mitglied

Diesen Song (aus dem Jahr 1994!) würde ich zur Pflichtlektüre in der 6.Klasse machen:


Unter Brüdern
Element of Crime

Ein Schlag auf die Schulter, ein Zwinkern, ein du bist dabei.
Ein Wort unter Brüdern, heimlich, freundlich und still.
Ein Ort der Besinnung und Stimmung, so viel wie do willst.
Und ganz umsonst, sicherlich! Das ist alles für dich!
Eine Fahne, ein Waschzwang, ein Lied, ein Gemüt und ein Schwur.
Ein uralter Käse, ein stures Altherrengebet.
Ein Platz in der Herde, verpackt als Identität.
Und ganz umsonst, sicherlich! Das ist alles für dich!
Ein dumpfes Knirschen, ein Stiefel, der Knochen zerbricht.
Ein Messer, das sticht, ein Gesicht, das in Schmerzen zer-fließt.
Einer, der lacht, und einer, der schreit wie am Spieß.
Und ganz umsonst, sicherlich! Das ist alles für dich!
Hängende Schultern, ein Jammern, ein Habs nicht gewollt.
Ein Wicht unter Brüdern, kläglich, dämlich und still.
Ein heulendes Elend, ein Wühlen im seelischen Müll.
Meine Verachtung, das ist alles für dich!
 

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