Bob Seger

phonoline

Mitglied
Irgendjemand hier Seger-Fan? Wer hätte Interesse an einer Story zum frühen Seger im Heft, also die Phase, bevor er zum US-Mainstream-Rocker aufstieg?
 

Catabolic

Alter Hase
Irgendjemand hier Seger-Fan? Wer hätte Interesse an einer Story zum frühen Seger im Heft, also die Phase, bevor er zum US-Mainstream-Rocker aufstieg?
Bob Seger ist für mich einer jener herzhaften Rocker, der leider seine ganze Urgewalt irgendwann dem Pop opferte, was ich immer irgendwie schade fand, vor allem wegen seiner herrlich rauhen Stimmfarbe. Bis zur "Live Bullet" fand ich ihn klasse, alle seine Studioalben davor erstklassig, insbesondere *Seven", mein Lieblingsalbum mit dem wundervollen Rock'n'Roll "Get Out Of Denver", das Dave Edmunds seinerzeit genauso genial coverte - das war damals für mich der schnellstgesungene Songtext überhaupt. Find ich heute noch sehr stark.

Dann habe ich auch noch eine CD mit ganz frühen Beat- und Garage Rock-Aufnahmen von Mitte der 60er Jahre, die er damals nur lokal in und um Detroit als Singles veröffentlicht hatte. Auch da konnte man schon seinen unbedingten Drang zum härteren Rock erahnen. Leider kennen diese Aufnahmen nur die Wenigsten. Schon im Jahre 1967 veröffentlichte er das Stück "Heavy Music" auf Cameo als Single. Später wurde der Titel zu einem seiner bekanntesten Songs, spätestens seit der Live-Version auf "Live Bullet". Diese frühen Singles wurden 2016 kompiliert auf der CD "Bob Seger And The Last Heard - Heavy Music: The Complete Cameo Recordings 1966-1967".

Als er zu Capitol kam, veröffentlichte er ein tolles Album nach dem anderen: "Ramblin' Gamblin' Man", "Noah", "Mongrel" und "Brand New Morning". Es folgten die nicht minder tollen Alben auf Palladium: "Smokin' O.P.'s", "Back In '72" und die "Seven", bevor er ab 1975 wieder bei Capitol unterschrieb und fortan eher den gedeckten Poprock spielte, der ihm zu Weltruhm verhalf. Da klang er zwar längst nicht mehr so Rock betont, wurde aber mit seinem Stil so etwas wie ein typisch amerikanischer Singer/Songwriter, und da hat er natürlich auch den einen oder anderen tollen Song gemacht, "Shame On The Moon" fällt mir da etwa ein, oder vielleicht auch sein erst letztes Jahr veröffentlichtes Album "I Knew You When", das so schwelgerisch schöne Musik präsentiert, wie man sie von einem in Würde gealterten Rockmusiker erwartet, aber nur selten geliefert bekommt.

Zweimal Bob Seger, wie er mir gefällt, einmal ganz alt und einmal ganz neu:


 

Marifloyd

Inventar
Bob Seger ist für mich einer jener herzhaften Rocker, der leider seine ganze Urgewalt irgendwann dem Pop opferte, was ich immer irgendwie schade fand, vor allem wegen seiner herrlich rauhen Stimmfarbe. Bis zur "Live Bullet" fand ich ihn klasse, alle seine Studioalben davor erstklassig, insbesondere *Seven", mein Lieblingsalbum mit dem wundervollen Rock'n'Roll "Get Out Of Denver", das Dave Edmunds seinerzeit genauso genial coverte - das war damals für mich der schnellstgesungene Songtext überhaupt. Find ich heute noch sehr stark.

Dann habe ich auch noch eine CD mit ganz frühen Beat- und Garage Rock-Aufnahmen von Mitte der 60er Jahre, die er damals nur lokal in und um Detroit als Singles veröffentlicht hatte. Auch da konnte man schon seinen unbedingten Drang zum härteren Rock erahnen. Leider kennen diese Aufnahmen nur die Wenigsten. Schon im Jahre 1967 veröffentlichte er das Stück "Heavy Music" auf Cameo als Single. Später wurde der Titel zu einem seiner bekanntesten Songs, spätestens seit der Live-Version auf "Live Bullet". Diese frühen Singles wurden 2016 kompiliert auf der CD "Bob Seger And The Last Heard - Heavy Music: The Complete Cameo Recordings 1966-1967".

Als er zu Capitol kam, veröffentlichte er ein tolles Album nach dem anderen: "Ramblin' Gamblin' Man", "Noah", "Mongrel" und "Brand New Morning". Es folgten die nicht minder tollen Alben auf Palladium: "Smokin' O.P.'s", "Back In '72" und die "Seven", bevor er ab 1975 wieder bei Capitol unterschrieb und fortan eher den gedeckten Poprock spielte, der ihm zu Weltruhm verhalf. Da klang er zwar längst nicht mehr so Rock betont, wurde aber mit seinem Stil so etwas wie ein typisch amerikanischer Singer/Songwriter, und da hat er natürlich auch den einen oder anderen tollen Song gemacht, "Shame On The Moon" fällt mir da etwa ein, oder vielleicht auch sein erst letztes Jahr veröffentlichtes Album "I Knew You When", das so schwelgerisch schöne Musik präsentiert, wie man sie von einem in Würde gealterten Rockmusiker erwartet, aber nur selten geliefert bekommt.

Zweimal Bob Seger, wie er mir gefällt, einmal ganz alt und einmal ganz neu:


Sehr schönes Statement zu Bob. Das letzte Studioalbum gefällt mir auch richtig gut.

 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Bob Seger begeisterte mich seit der Live-LP "Nine tonight". Nach "The first inside" verloren wir uns ein wenig aus den Augen, wobei sich die Wege immer mal wieder kreuzten. Begeisterung kam bereits 2014 "Ride out" auf und wurde 2017 mit "I knew you when" nochmals hoch gepuscht.
Aus dem 2014ner Album "Let the rivers run"
Aus dem 20127ner Album "Glenn song"
 

phonoline

Mitglied
Ich bin seit 1991 Fan, seit "The Fire Inside", eines seiner m.E. besten Alben, musikalisch wie lyrisch. Hör da mal rein, Catabolic. Der Titelsong ist unfassbar gut, genauso wie "Sightseeing" und die Waits-Cover "New Coat Of Paint" und "Blind Love". Irgendwie schafft es dieses Album, sich von den Vorgängern abzugrenzen, wobei das Trio aus Night Moves, Stranger In Town und Against The Wind schon ziemlich großartig ist. Rock And Roll Never Forgets? Brave Strangers? Till It Shines? Fire Lake? Das - und viele weitere aus dieser Phase - sind alles ganz wunderbare Songs.
Allerdings gebe ich Dir dahingehend recht, dass seine frühen Jahre und auch seine frühen gigs (es gibt relativ viele gute Bootlegs aus der Zeit bis 76) rockiger, rauer, progressiver und verspielter waren. Seven und Beautiful Loser sind neben The Fire Inside meine Lieblings-Seger-Alben. Back In 72 ist groß und bis heute nicht wiederveröffentlicht (neben Noah und Brand New Morning). Die frühen Detroit-Singles, die es in den 90ern auf einem feinen sündhaft teuren Vinyl-Bootleg zu kaufen gab, sind durchweg Hammer und machten ihn bereits in den 60ern zu einer Legende in Michigan.
Einzig seine Spätphase will bei mir nicht so richtig zünden. Face The Promise ist zwar ein gutes Album, kam aber ungefähr 5-6 Jahre zu spät, Ride Out ist eher so mäßig und das letzte habe ich erst vor ein paar Wochen gekauft und schnell wieder beiseite gelegt.
 

phonoline

Mitglied
Was ich übrigens bei Seger nie gut fand: dass er sich von Capitol einlullen und mieseste cliché-triefende Videos bis in seine Spätphase produzieren lies, als Musikvideos begannen, den Verkausfwert von Musik zu steigern. Das, was Seger mit seiner Musik ausdrücken wollte, können diese Clips nicht im Ansatz wiedergeben.
 

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