Blues aus Deutschland

Okzitane

Aktives Mitglied
Ganz offen; da bin ich überfragt. Habe ich mich nie so direkt mit beschäftigt. Meine Tochter spielt zwar in ihrer Band u.a. Mundharmonika, doch sie hatte sich frühzeitig auf "Seydel" festgelegt und so sind diese Instrumente tiefer in meinem Focus.
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Das bezog sich auf das handwerkliche Spiel BERND KLEINOWS bei der DIESTELMANN FOLK BLUES BAND, da du als Blues-Fan, viel eher wie ich, Vergleiche zu internationalen Musikern ziehen kannst.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Als nächstes stelle ich jetzt mal einen Berliner Jungen und seine Band vor. Ich hatte leider nie das Glück ihn noch spielen zu sehen da auch er, bereits 1984, den Osten verließ. 1996 gründete die Band sich wohl neu, aber da war ich musikalisch schon ganz anders unterwegs.
Seine beiden AMIGA Alben laufen heute wieder viel öfters, da ich ihn für einen der Besten Musiker und der ehemaligen Ost-Blueser halte.

HANSI BIEBL BAND

DDR-Veröffentlichungen

1979 - Hansi Biebl Band



1981 - Der lange Weg



Auch hier ein paar Hörproben...



 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Der Münchner Rusty Stone blick auf seinem neuesten Werk (veröffentlicht im Dezember 2019) auf all die zurück, die ihn in seinem Leben musikalisch beeinflusst haben. Logisch, dieser Stones-Titel ist natürlich auch dabei. Ebenso wie "Walkin´ Blues" (Robert Johnson) und "Spoonful" (Willie Dixon). Dazu gibt es auch noch einige Eigenkompositionen.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Wie hier schon wiederholt erwähnt, lagen die Ansätze des Blues in Deutschland eindeutig in den American Folk Blues Festivals der 60ziger und 70ziger Jahre, doch bereits früher gab es bluesige Ansätze im deutschen Schlager.
Galt afroamerikanische Musik noch unter den Faschisten als entartete Musik, so hatten die Deutschen nach Kriegsende ein Problem damit die Musik der Besatzer zu hören. Hinzu kam, dass nach den Wirren des Krieges der gute-heile-Welt-Schlager gehört werden wollte. Leichte Ansätze den Blues und Boogie in die Musik einfließen zu lassen, machte der Schlagersänger Bully Buhlan. Seine Stimme war zwar keine typische Bluesstimme, doch sie war auch weit entfernt von der allgemein gewünschten kotzbrockenmäßigen Schlagerschnulzenstimme.
Sein Hit "Heut liegt was in der Luft", gemeinsam gesungen mit der aus Trinidad stammenden Blues- und Popsängerin Mona Baptiste hat im Mittelteil bereits ein, für die damalige Zeit untypisch bluesiges Trompetensolo und war damit schon in den 1950ziger Jahren ein erster Schritt in die richtige Richtung.
 

Andie Arbeit

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East Blues Experience.jpg
Wer sich mit dem Blues aus deutschen Landen beschäftigt, wird sich irgendwie von den frühen 60ziger Jahren, die Zeit der American Folk Blues Festivals, ins hier und jetzt vorarbeiten und spätestens in den 90ziger Jahren auf „East Blues Experience“ stoßen, denn da wurde die Berliner Blues-Rock-Formation gegründet. (Oder er nimmt den kurzen Weg hier übers Forum, siehe @ Warren) Einige Hochs und Tiefs, wenn man es so nennen will, zeichneten den Weg der Band. Nach anfänglichen Erfolgen und die Aufnahme der Tuchfühlung zur internationalen Spitze, Festivalauftritte mit Golden Earing, Molly Hatchet, Procol Harum, folgten kreative künstlerische Pausen, die die Band auch immer wieder ein wenig zurück warf.
2019 dann das nächste Studioalbum, eine CD.
Ich sage es gleich vorweg; hinter mir liegen nun einige Hördurchgänge und ich stelle fest, dass es diese 14 Songs verdient gehabt hätten, in Vinyl gepresst zu werden. Ist aber egal, das Digipack ist schön gestaltet. Neben der CD befindet sich in der anderen Seite des Covers ein stilvoll gestaltetes Booklet mit sämtlichen Informationen.
Zur Musik; was East Blues Experience hier eingespielt haben, ist ein wirklich bunter Reigen von einer Vielfalt, die erst einmal wirken muss. Einfach ist es dann, wenn die Eigenkompositionen von Peter Schmidt (ansonsten Gitarre, Stimme und Mundharmonika) sind. Dies ist das Gros, doch es sind auch richtig gut gemachte Coverversionen dabei. Da ist zum Beispiel „For the Turnstiles“ von Neil Young, „Whorehouse Blues“ von Motörhead oder Alexis Korners „Robert Johnson“. Diese drei Coverversionen haben was, der Band gelingt es, den Songs eine neue Seele, eine EBE-Seele einzuhauchen. Die drei Songs hätten auch das Zeug, zu meinen Favorites dieser CD werden zu können, wohlgemerkt „hätten“, denn da sind noch zwei Songs, die ich persönlich noch einen kleinen Tick besser finde, also heute, morgen kann dies schon wieder ganz anders aussehen. Heute ist es aber einmal „Always on the run“ von Peter Schmidt. Der pulsierende, voluminöse Sound dieses Songs packt mich vom ersten Moment, dazu kommt der bestens passende Gesang und ein überzeugendes knackiges Gitarrensolo im zweiten Teil. Klartext, dieser Song ist Hammer. Und dann gibt es da noch „Himmelblau“ von Arnold Fritzsch und Andreas Hähle. So richtig will diese Ballade ebenso wie das folgende „Blues“, im Original von Panta Rhei, nicht zum Rest passen und dennoch, beide Songs klingen überzeugend und wurden überragend instrumentiert. Ich lasse diese Songs hier als einen deutschsprachigen Beitrag im Mittelteil stehen. Vielleicht wollen die Mannen um Peter Schmidt mit diesem beiden Songs auch nur dokumentieren, wo ihre Wurzeln liegen, denn die Songs haben absolut internationales Format und es könnte leicht zu Verwechslungen kommen...
Wei auch immer, vielleicht trennen sie aber mit den deutschen Songs den ersten Teil, den etwas ruppigeren, raueren, härten Part vom ruhigeren Teil. Wie auch immer ich hier welche Interpretationen vornehme, was bleibt ist die Tatsache, dass dieses Album schlicht überragend ist.
Fazit: Mit „Make it better“ haben die EBE-Mannen die Messlatte in Gänze ganz hoch gelegt. In der Spitze hat dieses Album einige Schmankerl zu bieten, die das Herz eines Blues-Rock-Hörers hüpfen lassen.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
...von Jimmy Cornett habe ich insgesamt insgesamt fünf Alben in meinem Regal stehen. Überragend und absolut hörenswert: Live in Roth
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Eine 1975, ursprünglich in Rostock (später Berlin), gegründete Band war bis zum Ende der DDR fester Bestandteil der Blueser-Szene. Sie widmeten sich dem sogenannten "Big-City-Blues" und traten oft im Paket mit anderen Bands auf. 1990 aufgelöst, gründete sich die Band 2016 neu...

ZENIT

DDR-Veröffentlichungen

1983 - Kleeblatt No. 10



1985 - Dr.Blues



1988 - Live



 

Andie Arbeit

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Big Daddy Wilson
Blues in Deutschland - Blues aus Deutschland - wo liegen die Grenzen, was gehört dazu.
Wie bei vielen Dingen im Leben sind die Grenzen und Übergänge fließend. Big Daddy Wilsons Wurzeln liegen zweifellos in North Carolina, doch seine Liebe zum Blues entdeckte er während seines Militärdienstes in Bremerhaven. Mittlerweile ist er seit mehr als einem Vierteljahrhundert fester Bestandteil der deutschen Bluesszene. Er sieht sich selbst als Soulman mit fest verankerten Wurzeln im Blues.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Auf meiner Reise durch den Blues aus deutschen Landen ist heut Chris Kramer dran...
Mit "Hiot Summer Day" stimme ich mich schon mal etwas auf wärmere Tage ein, nachdem ich heute bei meinen Hundespaziergängen fast durchgängig einen nassen A... bekommen habe.
 

Andie Arbeit

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Das Dritte Ohr II.jpg Das Dritte Ohr.jpg
Das Dritte Ohr
Der Blues in Deutschland hatte seine Ursprünge in den American Folk Blues Festivals in Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Hierdurch inspiriert schwappte der Blues von den US-amerikanischen Baumwollfeldern über Groß Britannien nach Deutschland über.
Als eine Band, die hierzulande als der Vorreiter deutscher Bluesmusik schlechthin angesehen werden muss, ist „Das Dritte Ohr“.
Gegründet wurde die Formation von Udo Wolff, 1947 in Hildesheim geboren, Sänger, mit einer höchst markanten Reibeisenstimme, die perfekt zu den Texten und zur Musik des Dritten Ohrs passt, 1968.
Mit Fug und Recht wird immer wieder herausgestellt, dass „Das Dritte Ohr“, für den Blues in Deutschland ist, was Udo Lindenberg für die deutsche rockmusikalische Entwicklung ist.
Die Findungsphase der Band dauerte nicht lange. Ihre erste Veröffentlichung „Blues & Boogie PUR ohne Disco-Politur“ waren noch englischsprachige Songs. Danach fanden sie ihren Weg, indem sie den Sound aus den Sümpfen des Mississippi-Delta mit deutschen Texten in Einklang brachten. Dies gelang perfekt. Markenzeichen; die bereits erwähnte Reibeisenstimme von Udo Wolff. 1981 brachte diese Kombination der Band den Preis der deutschen Schallplattenkritik ein.
Fazit:
Das Dritte Ohr hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Blues nach Deutschland kam und hier heimisch wurde.
Wer sich intensiver mit der Entwicklung des Blues in Deutschland auseinandersetzen möchte, kommt um die Veröffentlichungen „Pur“ (2008 neu als CD), „Zahltag“ (1980, neu 1997, auch auf „Original Album Series, German Rock Classics) und „Das elfte Gebot“ (1997) nicht vorbei.
(Ein Songbeispiel hatte ich bereits eingestellt.)
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Ramsey Ballads Streets Blues.jpg Paul Kuhn & Bill Ramsey.jpg
Bill Ramsey „Ballads and Blues“ - „Ballads, Streets & Blues“
Meine Spurensuche nach den Ursprüngen des deutschen Blues macht heute eine kleine Stippvisite bei einem Interpreten, der eigentlich mehr durch den deutschen Schlager bekannt wurde. Doch auch in diesem Genre vermittelte er mit seiner exzentrischen Art und der Tatsache, dass er als Ex-GI irgendwie in Good-Old-Germany hängen geblieben ist und ein gewisses Bluesfeeling ohne überhaupt die Schublade des Blues-Genre aufgezogen zu haben, sowieso im Blut hat. So war sein „Pigalle“ mehr ein Marsch, die „Zuckerpuppe“ irgendwie ein Fox und doch, daran war ja auch Kurt Edelhagen beteiligt und der hatte irgendwie den Swing (schon damals) in sich aufgesogen.
Wenn ich Ramsey´s Exzentrik ansprach, dann war dies einerseits sein Outfit und auf der anderen Seite seine Stimme, sein Gesangsstil, seine Phrasierungen. Ramsey scherte sich nicht um die damals eigentlich gewünschte Klangestetik. Ramsey machte sein Ding und sein Ding war der Blues und vom Blues kam seine Intonation. Auch andere Sänger hatten ein musikalisches Gefühl für den Swing, doch bei Ramsey klang es wirklich so, als sei er gerade dem Delta des Mississippi entsprungen, als habe er in den Ghettos von Chicago oder New Orleans gelebt. Sehe ich mal als Gegensatz Peter Alexander, der musikalisch ebenfalls einiges zu bieten hatte, doch Peter Alexander war stets der brave Schwiegersohn, den man sich für die eigene Tochter wünschte.
Verschaffte sich Ramsey mit seinen Schlagern 1961 einen gewissen Bekanntheitsgrad, so folgte dann 1965 in der Zusammenarbeit mit Paul Kuhn ein erstes englischsprachiges Album. Auf „Ballads and Blues“ sind einige richtige Hämmer, die noch heute angenehm im Ohr liegen, wenngleich sie im Arrangement und Aufnahmetechnik den Zeitgeist der 60er Jahre vermitteln. Mittlerweile hat es sich rum gesprochen und jeder weiß, dass der Mann Blues kann, doch 1965...?
„Tobacco Road“ ist einer dieser Songs, die noch heute gnadenlos gut klingen. Ebenfalls 1965 gab es auch das Album „Songs from Home“mit amerikanischen Folk-Standards. Bear Family Records, bekannt für schöne Neuauflagen, brachte 1992 beide LPs auf einer CD heraus.
Diese CD ist absolut empfehlens- und hörenswert.
Zeitsprung: Den Titel „Ballads & Blues“ ergänzte Ramsey im Jahr 2000 um das Wort „Street“ und veröffentlichte gemeinsam mit Peter Weniger und dem Achim Kück Trio die CD „Ballads, Streets & Blues“. Für mich ist dieses Werk ebenfalls ein Meilenstein und zeigt einmal mehr, dass gute Songs nicht immer neu erfunden werden müssen, es reicht, wenn ihr gekonnt der aktuelle Zeitgeist eingepflanzt und neu interpretiert werden. 14 Songs, zum Teil wunderbare Neuinterpretation und einige klasse Eigenkompositionen.
Überragend wieder einmal „Tobacco Road“ und das längste Stück des Albums „All Blues“, im Original von Miles Davis.
Zwei Ramsey Alben, die ich als Blues Standards nur empfehlen kann und die als Secondhand-Ware durchaus zu einem fairen Preis zu bekommen sind.
Schön wäre natürlich, wenn die beiden Alben „Ballads and Blues“ und „Ballads, Streets und Blues“ im kommenden Jahr zum 90zigsten Geburtstag eines überragenden Künstlers als LP neu (oder erstmalig) aufgelegt würden.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Grundsätzlich würde ich Stefan Stoppok nicht zwingend als Blues einstufen, doch solo oder mit Reggie Worthy (oder auch live mit Hamburg Blues Band) hat er immer wieder tolle Sachen parat. Daher sind seine beiden CDs "Grundvergnügen" und "Grundblues" richtig schöne Mucken...
 

Andie Arbeit

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Kai Strauss.jpg
Kai Strauss „In My Prime“
Irgendwo las ich: 'Kai Strauss ist zurück'. War er je weg? 2018: „The Blues is Handmade“, 2019: „Live in Concert“ und 2020 „In My Prime“, die LP, die heute bei mir Einzug ankam. In einem Fachmagazin war nachzulesen: Kai Strauss und die Electric Blues Allstars sind das Maß der Dinge der deutschen Blueslandschaft.
Ob es da nicht auch noch ein paar andere gibt? Andreas Diehlmann Band zum Beispiel? Ist ja auch egal. Fakt ist, dass das, was Strauss hier raus gehauen hat, US-amerikanischer Blues allererster Güte ist. Wie immer lässt er sich Zeit, seine Songs zu entwickeln. So präsentiert er sein überragendes Gitarrenspiel auf eindrucksvolle Art und Weise. Nicht unerwähnt sollte die Tatsache bleiben, dass Strauss gesanglich zu überzeugen weiß. Dies ist umso bemerkenswerter, da er, wie erwähnt, einen Faible für den US-Blues hat und sich somit mit den Besten der Besten auf der Weltbühne vergleichen lassen muss.
Wenn sich der 50jährige dann auch noch namhafte Unterstützung zur Seite holt, wie z.B. den Saxofonisten Sax Gordon, der Strauss bei sechs der acht LP-Songs in der Bläsersektion zur Seite steht, kann eigentlich nicht mehr viel daneben gehen. Geht auch nicht! Die LP ist ein richtiges Blues-Brett.
Einziges Manko: Auf der CD gibt es elf Songs. Gerne hätte ich für die anderen drei Songs, dann vielleicht als DLP ein paar Euro mehr hin geblättert, so bleibt irgendwie das Gefühl: Irgendwas fehlt.
 

Jester.D

Alter Hase
Als nächstes stelle ich jetzt mal einen Berliner Jungen und seine Band vor. Ich hatte leider nie das Glück ihn noch spielen zu sehen da auch er, bereits 1984, den Osten verließ. 1996 gründete die Band sich wohl neu, aber da war ich musikalisch schon ganz anders unterwegs.
Seine beiden AMIGA Alben laufen heute wieder viel öfters, da ich ihn für einen der Besten Musiker und der ehemaligen Ost-Blueser halte.

HANSI BIEBL BAND

DDR-Veröffentlichungen

1979 - Hansi Biebl Band

Mit den Songs dieser LP und ein paar mehr hab ich ihn damals in der Garde im Konzert gesehen.
Vorband waren... ah verdammt, so eine DDR-Truppe* u.a. Richtung Blood, Sweat & Tears (Name fällt mir gerade nicht ein) mit der damals noch relativ unbekannten Angelika Weiz.

edit: Es waren *ergo, Bluesband aus Erfurt.
 

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