Blues aus Deutschland

Andie Arbeit

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Aktuell beschäftige ich mich etwas intensiver mit Blues aus deutschen Landen und werde mich hierüber, auch wenn es nicht die Hauptzielrichtigung dieses Forums ist, noch etwas ausführlicher auslassen.
Mittlerweile gibt es ja eine große Menge an deutschen Bluesformationen, unterschiedlichster Ausrichtung, die wirklich hörenswert sind, doch der Ursprung ist auch der amerikanische Blues, der in Wellen zu uns kam.
Als Ende der 1950ziger Jahre der Blues allmählich auf Deutschland überschwappte, sahen Lippmann und Rau die Chance diese Musik mit einer Show, einer Tournee (American Folk Blues Festival) in unseren Landen zu etablieren. Aus dieser Zeit und von diesen Konzerten gibt es eindrucksvolle Tondokumente, sowohl auf LP als auch CD.
Die Musik erfreute sich immer größerer Beliebtheit, was dazu führte, dass auch die britischen Imitatoren ihrer US-amerikanischen Vorbilder, als da sind und waren Eric Clapton, John Mayall, Peter Green etc., einen immer größeren Bekanntheitsgrad erreichten.
Der nächste Schritt ließ nicht lange auf sich warten. In Deutschland formierten sich Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre eigenständige Bluesformationen, deren Anzahl sich schnell erweiterten. Zu den ersten Bands, die hier erwähnt werden müssen zählen die Hildesheimer Band „Das Dritte Ohr“, aber auch die Osnabrücker „Blues Company“, die „Rainer Baumann Band“ und um nicht zu vergessen die „Charly Schreckschuss Band“. Später dann die „Hamburg Blues Band“ (die heute noch Jahr für Jahr durch die Republik tourt), Sunnyland Bluesband, City Blues Connection und Andreas Diehlmann Band (um nur einige zu nennen).
Wie vielschichtig sich der Blues präsentieren kann, zeigt die Band „Schwarzbrenner“, die ich in diesem Forum schon einmal vorstellte.
Meinen, mittlerweile immer umfangreicher werdende Bestand an deutschen Bluesformationen habe ich in der Mehrzahl direkt über die einzelnen Bands bezogen.
 

Andie Arbeit

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Blues aus deutschen Landen.jpg
Wer sich einen kleinen ersten Einblick über deutschen Blues verschaffen möchte, ist mit dieser CD bestens bedient. Die gibt es übrigens fast nur noch gebraucht, dafür aber für wirklich kleines Geld...
 

Andie Arbeit

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Hier mal ein Live-Dokument der "hamburg Blues Band" mit Chris Farlowe und Krissy Mathews. Tontechnisch ist dieses Dokument gerade nicht der Hit, doch insgesamt ein sehr schöner Einblick in die Live-Performance der Band und deren Gäste (Ich weiß wovon ich hier schreibe, ich habe dieses Konzert 2020 an anderer Stelle miterleben dürfen):
 

The Wombat

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Andreas Diehlmann Band tönt gut. Ich habe mich bisher nicht wirklich mit Blues aus deutschen Landen beschäftigt oder mich dafür interessiert, obwohl es in etlichen Fällen (siehe Andreas Diehlmann) keinen rationalen Grund gibt, es nicht zu tun.
Bei der Hamburg Blues Band ist das mit der Ratio schon zweimal nicht zu erklären....:rolleyes:
Krissy Mathews ist mir ein Begriff, Chris Farlowe natürlich ebenfalls. Was ich allerdings nicht sehr mag: Blues in deutscher Sprache. Das hört sich sicher etwas seltsam an, aber für mein Gefühl ist die deutsche Sprache nicht für den Blues gemacht....und umgekehrt. Von daher kann ich mit "Das dritte Ohr" nicht viel anfangen....eine reine Bauchgefühlgeschichte.
 

The Wombat

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Nachtrag: es gibt wohl wesentlich mehr auch regionale Blueser und Bands aus oder in Deutschland, als man gemeinhin annehmen mag.
Wer sich da mal durchklickt, kann sicher die eine oder andere Überraschung erleben. Ich habe mal das "Glücksrad" gedreht und bin bei SEÑOR BLUES hängen geblieben.
Ein Duo, dass mich jetzt nicht unbedingt zu begeistern vermag. Ich weiß auch nicht, was "Modern hoodoo downhome blues" wirklich bedeuten mag. Ich bin zwar sicher kein totaler Experte, aber das English, welches die beiden da von sich geben, klingt schon recht....ähhh...interessant. :rolleyes:
 

Music is Live

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Franz de Byl - Berlin
ich weis nicht gernau, welchen Bekanntheitsgrad er hat....
regional (Berlin - West-Berlin) war er schon eine bekanntere Nummer, u.a. weil er selber jahrelang einen eigenen Laden hatte, das Flöz, wo Musik spielte... er selbst aber auch andere Musiker traten dort auf....
eine schmalle Treppe führte in einen Keller, welcher recht gemütlich zum kleinen Konzertsaal umgebaut war...
ich lernte ihn über meine Musikfreunde kennen, die dort damals spielten...
war dann auch mal zu seiner OpenStage dort und wurde in ein Ohrgenuss allererste Sahne gedrückt...
ein unbekannter Saxofonist kam auf die Bühne und Franz duellierte sich mit ihm, was eine wahre Pracht war....
später sah/hörte ich Franz, nachdem sein Laden Pleite (leider) war in einem anderen bekannten Kellerclub, die Junction Bar, wo er eine saubere Show spielte, auf seiner Telecaster mit hoher Fingerfertigkeit ...
sein Steckenpferd ist der Blues, doch auch im Jazz bewegte er sich und war/ist teils sehr ein wenig abgedreht....
heute gibt er Gitarrenuntericht und macht weiter Musik, aktuell wohl ein Tom Waits Tribute...

in der Tube gibt es nicht allzuviel von ihm.... ich habe mal zwei Stücke rausgesucht..
ein altes, I got Trouble (´72), und eine neuere Aufnahme von Ain't No Sunshine, welche ganz gut ist


 

Okzitane

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@Andie Arbeit
Ich könnte hier einige Sachen aus den 80ern hervorkramen, als ich ein paar Jährchen als Kunde durch die DDR gewackelt bin. Die Blueser-Szene hatte hier ja ihre ganz eigene Ausprägung, und viel kam dabei mit deutschen Texten zum Ausdruck. Mal eine kostprobe (wenn es dazu paßt kann ich ja noch mal tiefer in Erinnerungen kramen)

HANSI BIEBL (BAND) kamen aus Berlin

 

Andie Arbeit

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B.B. & The Blues Shacks.jpg
Hildesheim scheint ein gutes Pflaster deutscher Bluesformationen zu sein. Ich erinnere an „Das Dritte Ohr“ sowie „PeeWee Bluesgang“ und hier also „B.B. & The Blues Shacks“.
Blues Musik aus deutschen Landen ist schon lange keine Seltenheit mehr und das Stigma des Außergewöhnlichen dürfte ebenfalls der Vergangenheit angehören. Die deutsche Bluesszene ist mittlerweile beachtlich und B. B. & The Blues Shacks sind eine feste Größe. Die Hildesheimer feierten gerade ihr 30jähriges und als kleines Schmankerl zu diesem Fest veröffentlichten sie ihr neues Studioalbum „Dirty Thirty“. Doch dieses neue Werk ist verpackt in einer feinen Dreierbox mit insgesamt 49 Songs. CD Nummer eins „ Come along“ erschien bereits im Jahre 2912 enthält 17 Songs und endet mit einem tollen Johnny „Guitar“ Watson-Cover „She Moves Me“. CD 2 erschien bereits 2014, ist mit 16 Songs gefüllt und überzeugt insgesamt durch die stilistische Vielfalt. Und dann haben wir da noch das wirklich neue Werk, 16 Eigenkompositionen im absoluten Retrostil. Die Anfänge des Blues in Deutschland aus den 1950ziger und 1960ziger Jahren sind wunderbar heraus zu hören.
Musikalisch überzeugen die drei CDs auf ganzer Linie und darüber hinaus gefällt mir die Klappbox (Digisleeve) hervorragend. Das Beste daran, dieses Paket ist für einen absolut fairen Preis zu bekommen (übersteigt nicht die Kosten für eine CD). „Dirty Thirty“ ist allerdings nicht allein zu bekommen. Wer nur dieses Werk möchte, sollte auf die LP zurück greifen. Die ist genauso lohnenswert und ebenfalls zu einem äußerst fairen Preis zu bekommen.
Insgesamt überzeugt die neue Veröffentlichung von B. B. & The Blues Shacks auf ganzer Linie.
 

Andie Arbeit

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Im Eingangstext zu diesem Thread erwähnte ich bereits "Schwarzbrenner". Ich hatte die Band und zwei ihrer Veröffentlichungen bereits schon einmal an anderer Stelle präsentiert, möchte den Text hier aber nochmals rein stellen, da er hier hin gehört und um es auch nochmals zum Ausdruck zu bringen; was Wolfgang Becker und seine Mitstreiter da auf die Beine stellen, ist für mich ganz großes Kino und kann somit gar nicht hoch genug gepriesen werden.
Schwarzbrenner, eine seit 1995 bestehende Band, deren Name auf eine alte Tradition am Niederrhein zurück geht, hatte es sich zunächst zur Aufgabe gemacht, die Texte des deutschen Schriftstellers Georg Heym zu vertonen und hierdurch in eigene, neue, bluesgeschwängerte Erlebniswelten zu übertragen.
Diese Serie wurde mit dem 2018ner Werk „Reiseleben“ abgeschlossen. Gleichzeitig wurden Texte von Andreas Gryphius (1616 – 1664) und Paul Fleming (1609 -1640) mit einbezogen. Insoweit kann „Reiseleben“ in gewisser Weise auch als ein Übergangswerk angesehen werden, denn die neue, die zehnte Veröffentlichung beinhaltet ausschließlich Texte dieser beiden Schriftsteller/Dichter.
Bis zu „Reiseleben“ bestand „Schwarzbrenner aus Wolfgang Becker (Gesang, Gitarre, Mandoline), Christoph Keisers (Schlagzeug, Percussions) sowie Rolf Menzen (Bass). Mit der ausschließlichen Hinwendung zu den Texten von Andreas Gryphius (1616-1664) und Paul Fleming (1609-1640) kam es bei der neuen Veröffentlichung auch zu einem Wechsel der Protagonisten. Als feste Größe blieb Wolfgang Becker. Fortan bedient Theofilos Fotiadis den Bass und Björn Krüger zeichnet für das Schlagwerk verantwortlich. Da die Kompositionen durchgängig von Wolfgang Becker stammen, ist zwischen „Reiseleben“ und „Bestürmte Schiffe“ kein musikalisch, stilistischer Bruch erkennbar. Nein, die Werke präsentieren sich als konsequente Fortsetzung auf gleichbleibend hohen Niveau. Worin liegen nun die Schwierigkeiten? Wir haben es hier mit einer Sprache, einer längst vergangenen Epoche zu tun, einer Sprache, die im ersten Moment sperrig, schwierig und unwirklich erscheint. Becker gelingt es perfekt, diese Texte in ein klangliches Gewand zu stecken, die eine perfekte Symbiose in der Klangwelt der Gegenwart darstellt.
An dieser Stelle darf kein falscher Eindruck entstehen, die Veröffentlichungen von Schwarzbrenner haben nichts aber auch wirklich nichts mit dem partyverseuchten mittelalterlichen Rock zu tun. Mir fällt es schwer, Schwarzbrenner in eine Schublade zu stecken. Hier bewegen sich zwei gänzlich unterschiedliche künstlerische Richtungen aufeinander zu, treffen sich und gehen einen gemeinsamen, einen harmonischen Weg miteinander.
Nun die Frage, wie funktioniert diese CD für den Konsumenten? Für mich funktionierte sie für´s Erste so, dass ich mich mit Gryphius und Fleming beschäftigte, mich in die Texte rein hörte, um dann die Verbindung zwischen Text und Musik zu verstehen. Allerdings ist dieser mühsame Weg nicht zwingend erforderlich, denn die Stimme von Wolfgang Becker ist klasse, absolut blues- und rocktauglich. Die Instrumentierung ausgezeichnet, teilweise sogar sehr eingängig. Als Anspieltipp empfehle ich hier „ Ich bin nicht, der ich war“. Für mich persönlich ist „Der Nebel ist vorbei“ eine Song, der Gänsehaut verursacht. Dies ist aber auch der balladeske Track „Der schnelle Tag ist hin“.
Es gäbe bestimmt noch sehr viel über das 2019ner Werk „Bestürmte Schiffe“ zu sagen respektive schreiben, doch die Auseinandersetzung mit Schwarzbrenner, ihrer Musik und den Texten von Gryphius und Fleming muss jeder Hörer/Hörerin mit sich selbst führen. Für mich kann ich nur sagen, dass sich diese Auseinandersetzung lohnt und höchst interessant ist.
Ich besitze die beiden CDs nun seit einigen Stunden, hinter mir liegt/liegen ein Hördurchgang von „Reiseleben“ und mehrere Hördurchgänge von „Bestürmte Schiffe“ und ich komme nicht los von diesem Werk, was mich irgendwie auch „ärgert“, denn neben mir lächelt mich Van Morrison`s neue Veröffentlichung „Three Chords & the Truth“ an und dennoch lässt mich „Bestürmte Zeiten“ nicht los.
Es würde mich freuen, wenn ich bei dem einen oder der anderen Lust auf dieses Werk geweckt habe. Wenn ihr dann im Internet schaut werdet ihr allerdings schnell feststellen, dass dieses Werk physikalisch am Besten direkt über die Internetseite „Schwarzbrenner Band“ zu bekommen ist.
Habt ihr die CD in Händen, stellt ihr fest, sie steckt in einem geschmackvoll gestaltetem Digisleeve mit einem schönen Booklet als Beigabe. Insoweit passt sich Optik und Ausstattung dem künstlerischen Inhalt an.
Insgesamt bin ich von diesem Werk schwer angetan, hebt es sich doch deutlich von vielem anderen ab und bewegt sich somit in einer Liga, die ich selbst nicht genau definieren kann und auch nicht mag.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
@Andie Arbeit
Ich könnte hier einige Sachen aus den 80ern hervorkramen, als ich ein paar Jährchen als Kunde durch die DDR gewackelt bin. Die Blueser-Szene hatte hier ja ihre ganz eigene Ausprägung, und viel kam dabei mit deutschen Texten zum Ausdruck. Mal eine kostprobe (wenn es dazu paßt kann ich ja noch mal tiefer in Erinnerungen kramen)

HANSI BIEBL (BAND) kamen aus Berlin

@Okzitane
Es wäre toll, wenn Du die Zeit hättest, mehr zu präsentieren. Ich würde mich darüber sehr freuen und sage jetzt schon mal "Danke"!
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Franz de Byl - Berlin
ich weis nicht gernau, welchen Bekanntheitsgrad er hat....
regional (Berlin - West-Berlin) war er schon eine bekanntere Nummer, u.a. weil er selber jahrelang einen eigenen Laden hatte, das Flöz, wo Musik spielte... er selbst aber auch andere Musiker traten dort auf....
eine schmalle Treppe führte in einen Keller, welcher recht gemütlich zum kleinen Konzertsaal umgebaut war...
ich lernte ihn über meine Musikfreunde kennen, die dort damals spielten...
war dann auch mal zu seiner OpenStage dort und wurde in ein Ohrgenuss allererste Sahne gedrückt...
ein unbekannter Saxofonist kam auf die Bühne und Franz duellierte sich mit ihm, was eine wahre Pracht war....
später sah/hörte ich Franz, nachdem sein Laden Pleite (leider) war in einem anderen bekannten Kellerclub, die Junction Bar, wo er eine saubere Show spielte, auf seiner Telecaster mit hoher Fingerfertigkeit ...
sein Steckenpferd ist der Blues, doch auch im Jazz bewegte er sich und war/ist teils sehr ein wenig abgedreht....
heute gibt er Gitarrenuntericht und macht weiter Musik, aktuell wohl ein Tom Waits Tribute...

in der Tube gibt es nicht allzuviel von ihm.... ich habe mal zwei Stücke rausgesucht..
ein altes, I got Trouble (´72), und eine neuere Aufnahme von Ain't No Sunshine, welche ganz gut ist


Klingt klasse, sehr interessant, leider ist von ihm auf Vinyl oder CD schwer etwas zu bekommen (wie es scheint). Werde etwas tiefer einsteigen müssen. Interessant auf jeden Fall auch seine Waits Interpretationen:
 

Marifloyd

Inventar
Franz de Byl - Berlin
ich weis nicht gernau, welchen Bekanntheitsgrad er hat....
regional (Berlin - West-Berlin) war er schon eine bekanntere Nummer, u.a. weil er selber jahrelang einen eigenen Laden hatte, das Flöz, wo Musik spielte... er selbst aber auch andere Musiker traten dort auf....
eine schmalle Treppe führte in einen Keller, welcher recht gemütlich zum kleinen Konzertsaal umgebaut war...
ich lernte ihn über meine Musikfreunde kennen, die dort damals spielten...
war dann auch mal zu seiner OpenStage dort und wurde in ein Ohrgenuss allererste Sahne gedrückt...
ein unbekannter Saxofonist kam auf die Bühne und Franz duellierte sich mit ihm, was eine wahre Pracht war....
später sah/hörte ich Franz, nachdem sein Laden Pleite (leider) war in einem anderen bekannten Kellerclub, die Junction Bar, wo er eine saubere Show spielte, auf seiner Telecaster mit hoher Fingerfertigkeit ...
sein Steckenpferd ist der Blues, doch auch im Jazz bewegte er sich und war/ist teils sehr ein wenig abgedreht....
heute gibt er Gitarrenuntericht und macht weiter Musik, aktuell wohl ein Tom Waits Tribute...

in der Tube gibt es nicht allzuviel von ihm.... ich habe mal zwei Stücke rausgesucht..
ein altes, I got Trouble (´72), und eine neuere Aufnahme von Ain't No Sunshine, welche ganz gut ist


Kannte ich bislang nicht. Schön geschrieben. Der Song aus 1972 gefällt mir.
 

Catabolic

Alter Hase
Naja, viel kenne ich da leider nicht, was mir gefällt, weil es auch viel zu wenig ist, das ich wirklich kenne an Blues aus Deutschland. Diese drei Bands hier sind glaub ich so die einzigen Vertreter aus hiesigen Landen, die mir im Laufe der Jahre immer wieder mal über den Weg gelaufen sind. Die allerdings finde ich schon stark. Gerade bei B.B. & The Blues Shacks war ich anfangs sehr überrascht, dass die überhaupt aus Deutschland sind, da dachte ich zuerst, das wären Amis. Echt.


Nicht ganz rein deutsch, aber mit deutscher Beteiligung finde auch diese Band hier sehr stark. Da habe ich zwei Alben im Regal:


Und schliesslich Gregor Hilden. Sein Stil gefällt mir ausserordentlich gut, auch, weil er sehr wandlungsfähig ist. Seine Art zu spielen vereint meiner Meinung nach auf sehr elegante Art und Weise sowohl traditionelle Blueslicks mit gefühlvoll jazzigem Einschlag. Er hat auch entsprechend wandlungsfähige Alben gemacht, die mal eher puristisch bluesig klingen, dann aber auch (wie etwa mit seinem Organ Trio) toll jazzig ausgerichtet sind. Für mich ein fabelhafter Gitarrist.


 

Okzitane

Aktives Mitglied
Na dann will ich mich mal an das Thema rantasten. Wie schon angesprochen, war ich Mitte der 80er für einige Jahre in der Kunden-Szene unterwegs. Gerade in Sachsen und Thüringen gab es viele Blueser, erkennbar an ihrem Outfit.
Blues war für uns Lebenseinstellung... malochen für nichts, ohne wirkliche Zukunft; und diese Trostlosigkeit schlug sich in den deutschen Texten nieder.
Man trampte oder fuhr per Zug am Wochenende auf irgendwelche Dörfer oder Städte wo Live-Mucke im Dorfsaal oder Kulturhaus geboten wurde. Das führte zu den lustigsten und extremsten Situationen... derbe Zeiten.
Jedenfalls bekam ich damals einen großen Teil der damaligen DDR-Bluesszene Live zu Gesicht. Ein paar werde ich so ab und an hier darbieten.

Anfangen möchte ich mit dem aus München stammenden

STEFAN DIESTELMANN (1949 - 2007)

...einem der bekanntesten Blues-Musiker des Ostens. Ich hatte mit 14 gerade noch so das Glück ihn zu sehen, bevor er 1984 wieder nach dem Westen machte. Zu seiner "Begleitband" Folk Blues Band gehörten u.a. Bernd Kleinow (mundi).
DIESTELMANN trat unter anderem auch mit MEMPHIS SLIM und ALEXIS KORNER auf.

DDR-Veröffentlichungen

1978 - Stefan Diestelmann Folk Blues Band



1980 - Hofmusik



1984 - Folk, Blues & Boogie



...und hier ein paar Hörbeispiele. welche sein Spektrum andeuten.




 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Na dann will ich mich mal an das Thema rantasten. Wie schon angesprochen, war ich Mitte der 80er für einige Jahre in der Kunden-Szene unterwegs. Gerade in Sachsen und Thüringen gab es viele Blueser, erkennbar an ihrem Outfit.
Blues war für uns Lebenseinstellung... malochen für nichts, ohne wirkliche Zukunft; und diese Trostlosigkeit schlug sich in den deutschen Texten nieder.
Man trampte oder fuhr per Zug am Wochenende auf irgendwelche Dörfer oder Städte wo Live-Mucke im Dorfsaal oder Kulturhaus geboten wurde. Das führte zu den lustigsten und extremsten Situationen... derbe Zeiten.
Jedenfalls bekam ich damals einen großen Teil der damaligen DDR-Bluesszene Live zu Gesicht. Ein paar werde ich so ab und an hier darbieten.

Anfangen möchte ich mit dem aus München stammenden

STEFAN DIESTELMANN (1949 - 2007)

...einem der bekanntesten Blues-Musiker des Ostens. Ich hatte mit 14 gerade noch so das Glück ihn zu sehen, bevor er 1984 wieder nach dem Westen machte. Zu seiner "Begleitband" Folk Blues Band gehörten u.a. Bernd Kleinow (mundi).
DIESTELMANN trat unter anderem auch mit MEMPHIS SLIM und ALEXIS KORNER auf.

DDR-Veröffentlichungen

1978 - Stefan Diestelmann Folk Blues Band



1980 - Hofmusik



1984 - Folk, Blues & Boogie



...und hier ein paar Hörbeispiele. welche sein Spektrum andeuten.




Im Dezember erschien von Stefan Diestelmann eine neue/weitere Zusammenstellung "The Real Blues". Fünf Stücke, die bislang unveröffentlicht sind. Ich besitze diese CD (bislang) noch nicht, stehe ihr auch irgendwie ein wenig ambivalent gegenüber. Mein Wissen über Stefan Diestelmann beziehe ich aus der Box "Original Album Classics". Auf diesen CDs sind allerdings einige Songs, von denen ich richtig begeistert bin.
 

Okzitane

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Im Dezember erschien von Stefan Diestelmann eine neue/weitere Zusammenstellung "The Real Blues". Fünf Stücke, die bislang unveröffentlicht sind. Ich besitze diese CD (bislang) noch nicht, stehe ihr auch irgendwie ein wenig ambivalent gegenüber. Mein Wissen über Stefan Diestelmann beziehe ich aus der Box "Original Album Classics". Auf diesen CDs sind allerdings einige Songs, von denen ich richtig begeistert bin.
Ich denke auch nicht das es Sinn macht, jedes Fitzelchen von ihm zu haben. Seine AMIGA Veröffentlichungen habe ich jeweils als LP oder MC. Nach seiner Rückkehr in die BRD hatte er auch nichts relevantes an Blues mehr veröffentlicht. Es fehlte der Kontrast zur DDR-Realität, welche ihm mit seinen Texten Kultstatus verschaffte.
Wie gefällt dir eigentlich die Blues-Mundi von Bernd Kleinow? Wegen ihm hatten sich damals viele von uns eine gekauft und versuchten sich selbst... ich bin dabei ziemlich kläglich gescheitert.

Hatte damals so ein Teilchen...


 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Ich denke auch nicht das es Sinn macht, jedes Fitzelchen von ihm zu haben. Seine AMIGA Veröffentlichungen habe ich jeweils als LP oder MC. Nach seiner Rückkehr in die BRD hatte er auch nichts relevantes an Blues mehr veröffentlicht. Es fehlte der Kontrast zur DDR-Realität, welche ihm mit seinen Texten Kultstatus verschaffte.
Wie gefällt dir eigentlich die Blues-Mundi von Bernd Kleinow? Wegen ihm hatten sich damals viele von uns eine gekauft und versuchten sich selbst... ich bin dabei ziemlich kläglich gescheitert.

Hatte damals so ein Teilchen...


Ganz offen; da bin ich überfragt. Habe ich mich nie so direkt mit beschäftigt. Meine Tochter spielt zwar in ihrer Band u.a. Mundharmonika, doch sie hatte sich frühzeitig auf "Seydel" festgelegt und so sind diese Instrumente tiefer in meinem Focus.
Sydel.jpg
 

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