An die Mitglieder

Marifloyd

Inventar
Es gibt einen Trend zurück zum guten alten Brief bzw. der Postkarte. In Zeiten von E-Mail, Social Media aller Art ist es recht angenehm innerhalb kürzester Zeit eine Antwort zu bekommen. Aber der Reiz, die Spannung, ob der oder die angeschriebene den Brief oder die Postkarte bekommen, das war damals schon ein wenig Adrenalin pur. Gerade wenn man auf Verkaufslisten antwortete, vor allen Dingen dann wenn die Anfragen in die USA gingen.
Einschränkend muss ich aus meiner beruflichen Erfahrung heraus sagen, dass der oben aufgeführte Trend eher minimal ist. 99% meiner täglichen Auslieferungen sind Amtsbriefe, Rechnungen oder unsinniges Werbematerial.
Kurioses evtl. am Rande. Neben den Vielschreibern gibt es die, die anscheinend schon lange nicht mehr in Deutschland leben. Postalisch Anschriften die vor 60(eher + als-)Jahren üblich waren werden trotzdem irgendwie zugeordnet.
Das mit den wackeligen Filmkopien war ein Scherz der leider nach hinten losgegangen ist. Entschuldigung dafür.
Also ich versende noch sehr gerne Postkarten. Einen privaten Brief habe ich allerdings auch schon lange nicht mehr geschrieben.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Heimmusik wie früher. Meine älteren Töchter spielen Geige und Gitarre, mein Frau und ich sind Experten für Blockflöte. Meine jüngste Tochter singt und tanzt dazu. Das ganze dann mit einer Uralten Schmalfilmkamera aufgenommen und als wacklige Kopien per Post an alle Musikfreunde, die sich per Brief austauschen verschickt. Wäre das die Alternative?
Nun mal ernsthaft: Die gegenwärtige Ödnis im Pop-Mainstream aus DAW-Autotune-Pop einerseits und Hip-Hop mit oft grenzwertigen Texten andererseits schreit doch nach einer Gegenbewegung! Und da denke ich, es ist nicht unwahrscheinlich, dass da irgendwann irgendeine Form von "Qualitätsmusik" wieder aufgegriffen und weiter entwickelt wird. Ich denke da etwa an die viel beschworene "Generation Greta", die vielleicht nach einem Soundtrack für ihre Proteste oder ganz allgemein nach einer Musik sucht, mit der sie ihre Empfindungen zum Ausdruck bringen kann.

Ich fürchte zwar, dass ein Großteil davon sich mit Hip-Hop mit "grünen" Texten zufrieden geben wird, aber andererseits gerät der Hip-Hop gerade durch die Flut nicht nur dummer, sondern handfest rassistischer, antisemitischer, sexistischer, homophober etc. Texte in progressiven Kreisen zunehmend in Verruf, so dass es ein Bedürfnis geben wird, sich auch musikalisch davon abzusetzen. Und was ist dafür besser geeignet als der gute alte ROCK in all seinen Spielarten? Das ist doch eine Musik, die ewig jung ist! Vielleicht denkt sich da der eine oder andere, "Was unsere Großeltern Ende der 60er Jahre konnten, das können wir auch!"? Mancher wird neugierig in Opas alter Plattenkiste graben und finden, dass da viel cooleres Zeug drin ist, als im Radio läuft oder im Skaterpark aus den Bluetooth-Boxen plärrt...
 

Georg

Alter Hase
Nun mal ernsthaft: Die gegenwärtige Ödnis im Pop-Mainstream aus DAW-Autotune-Pop einerseits und Hip-Hop mit oft grenzwertigen Texten andererseits schreit doch nach einer Gegenbewegung! Und da denke ich, es ist nicht unwahrscheinlich, dass da irgendwann irgendeine Form von "Qualitätsmusik" wieder aufgegriffen und weiter entwickelt wird. Ich denke da etwa an die viel beschworene "Generation Greta", die vielleicht nach einem Soundtrack für ihre Proteste oder ganz allgemein nach einer Musik sucht, mit der sie ihre Empfindungen zum Ausdruck bringen kann.

Ich fürchte zwar, dass ein Großteil davon sich mit Hip-Hop mit "grünen" Texten zufrieden geben wird, aber andererseits gerät der Hip-Hop gerade durch die Flut nicht nur dummer, sondern handfest rassistischer, antisemitischer, sexistischer, homophober etc. Texte in progressiven Kreisen zunehmend in Verruf, so dass es ein Bedürfnis geben wird, sich auch musikalisch davon abzusetzen. Und was ist dafür besser geeignet als der gute alte ROCK in all seinen Spielarten? Das ist doch eine Musik, die ewig jung ist! Vielleicht denkt sich da der eine oder andere, "Was unsere Großeltern Ende der 60er Jahre konnten, das können wir auch!"? Mancher wird neugierig in Opas alter Plattenkiste graben und finden, dass da viel cooleres Zeug drin ist, als im Radio läuft oder im Skaterpark aus den Bluetooth-Boxen plärrt...
...aber hoffentlich nicht in Opas Plattenkiste stecken bleibt; aktuell gibts doch immer noch schöne Sachen auf die Ohren, wie aktuell Jordsö oder auch Grobis Empfehlung, die ich gerade im Hintergrund höre, ANCASTES - A Source Of Light...
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Hip Hop war in seiner Anfangszeit eine Sammlung Afroamerikanischer Kunst, also Literatur, Malerei, auch Sport und Musik als eigenständige Ausdrucksform gegenüber dem weissen Mainstream. Rap im übrigen auch. Aber was ist daraus geworden? Tiefergelegte Hosen, spastische Bewegungen, Goldkettchen, verbale Legasthenie die Benutzin6g von Verbalinjurien, die Gewalt,Sexismus und latenten Rassismus beinhalten. Ein Sammelbecken von Gehirnerweichung und Verblödung.
Nein, ich bin nicht zu alt und lebe am liebsten in der Zeit von "Deep Purple in Rock".
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
@Georg - So eine alte Plattenkiste kann einem aber den Weg zu guter neuer Musik weisen, besser jedenfalls als Plastikpop oder Hip-Hop. Bei mir selbst war es jedenfalls so. Eines Tages in den späten 80er Jahren kam ein jüngerer Bruder meines Vaters, der noch bei uns im Haus (ländlicher 3-Generationen-Haushalt) wohnte, in mein Zimmer und fragte mich, ob er dort eine Plattenkiste deponieren dürfte, dafür dürfte ich mir die Platten auch mal anhören. Da ich in meinem Zimmer genug Platz hatte, willigte ich ein - und hörte dann auch die ganze Kiste von vorn bis hinten durch und zog alles, was mir gefiel, auf Cassetten. Und das war eine ganze Menge!

Das war aber nur der Startpunkt für meine große musikalische Reise. Denn ich wollte wissen, ob es auch heute noch Leute gibt, die solche Musik machen - und so entdeckte ich eben den modernen Prog, der bis heute meine Lieblingsmusik ist.

@DerGrobeWestfale - Ganz genau! Hip-Hop war mal eine emanzipatorische Kultur einer sozial benachteiligten ethnischen Gruppe, aber das ist schon seit langem nicht mehr so. Heute hätte Hrungnir daran seine Freude, und sehr viele (nicht alle) Texte strotzen von Kriminalitätsverherrlichung, Sexismus, Antisemitismus und anderem reaktionären Gedankengut.

Ich denke, das wird sich auf Dauer so ähnlich wie mit der Skinhead-Subkultur entwickeln, das war auch mal eine Protestkultur der desillusionierten englischen Arbeiterjugend und hatte ursprünglich nichts mit Faschismus zu tun, aber seitdem einige davon sich von der extremen Rechten vor den Karren spannen ließen, hat die ganze Szene ein Nazi-Image, und progressiv eingestellte junge Menschen meiden diese Subkultur zumeist wie der Teufel das Weihwasser.

Auch Black Metal und Industrial haben ein ähnliches Imageproblem. Diese Musikrichtungen sind nicht per se rechts, aber es gibt da ein paar ultrarechte Schreihälse, die das heute in ähnlicher Weise in den Dreck treten wie einst Skrewdriver und Konsorten den Oi!-Punk der Skinheads, und es gibt bekanntlich viele Leute, die Bands wie Laibach oder Rammstein für rechts halten, was sie aber nicht sind. Und ******* in der Black-Metal-Szene, die NS-Black Metal ablehnen, weil der eine "lebensbejahende" Ideologie transportiere! Wie bitte, Faschismus soll lebensbejahend sein? Da hat doch jemand den Schuss nicht gehört!

Dagegen ist mir bislang keine Vereinnahmung des Progressive Rock durch rechte Ideologen bekannt. Ich habe lange diesbezüglich recherchiert, um diese Hypothese zu überprüfen, und nichts gefunden. Zugegeben, es gibt ein paar idiotische Interviewäußerungen von John Petrucci, weshalb ich auch Probleme mit ihm habe, aber das scheint mir mehr politische Naivität als ein geschlossenes rechtes Weltbild zu sein. Wer also eine "saubere" Alternative zu Hip-Hop, extremem Metal und rechtem Dumpfbacken-Rock à la Frei.Wild sucht, wird hier fündig!
 

Okzitane

Aktives Mitglied
@Georg - So eine alte Plattenkiste kann einem aber den Weg zu guter neuer Musik weisen, besser jedenfalls als Plastikpop oder Hip-Hop. Bei mir selbst war es jedenfalls so. Eines Tages in den späten 80er Jahren kam ein jüngerer Bruder meines Vaters, der noch bei uns im Haus (ländlicher 3-Generationen-Haushalt) wohnte, in mein Zimmer und fragte mich, ob er dort eine Plattenkiste deponieren dürfte, dafür dürfte ich mir die Platten auch mal anhören. Da ich in meinem Zimmer genug Platz hatte, willigte ich ein - und hörte dann auch die ganze Kiste von vorn bis hinten durch und zog alles, was mir gefiel, auf Cassetten. Und das war eine ganze Menge!

Das war aber nur der Startpunkt für meine große musikalische Reise. Denn ich wollte wissen, ob es auch heute noch Leute gibt, die solche Musik machen - und so entdeckte ich eben den modernen Prog, der bis heute meine Lieblingsmusik ist.

@DerGrobeWestfale - Ganz genau! Hip-Hop war mal eine emanzipatorische Kultur einer sozial benachteiligten ethnischen Gruppe, aber das ist schon seit langem nicht mehr so. Heute hätte Hrungnir daran seine Freude, und sehr viele (nicht alle) Texte strotzen von Kriminalitätsverherrlichung, Sexismus, Antisemitismus und anderem reaktionären Gedankengut.

Ich denke, das wird sich auf Dauer so ähnlich wie mit der Skinhead-Subkultur entwickeln, das war auch mal eine Protestkultur der desillusionierten englischen Arbeiterjugend und hatte ursprünglich nichts mit Faschismus zu tun, aber seitdem einige davon sich von der extremen Rechten vor den Karren spannen ließen, hat die ganze Szene ein Nazi-Image, und progressiv eingestellte junge Menschen meiden diese Subkultur zumeist wie der Teufel das Weihwasser.

Auch Black Metal und Industrial haben ein ähnliches Imageproblem. Diese Musikrichtungen sind nicht per se rechts, aber es gibt da ein paar ultrarechte Schreihälse, die das heute in ähnlicher Weise in den Dreck treten wie einst Skrewdriver und Konsorten den Oi!-Punk der Skinheads, und es gibt bekanntlich viele Leute, die Bands wie Laibach oder Rammstein für rechts halten, was sie aber nicht sind. Und ******* in der Black-Metal-Szene, die NS-Black Metal ablehnen, weil der eine "lebensbejahende" Ideologie transportiere! Wie bitte, Faschismus soll lebensbejahend sein? Da hat doch jemand den Schuss nicht gehört!

Dagegen ist mir bislang keine Vereinnahmung des Progressive Rock durch rechte Ideologen bekannt. Ich habe lange diesbezüglich recherchiert, um diese Hypothese zu überprüfen, und nichts gefunden. Zugegeben, es gibt ein paar idiotische Interviewäußerungen von John Petrucci, weshalb ich auch Probleme mit ihm habe, aber das scheint mir mehr politische Naivität als ein geschlossenes rechtes Weltbild zu sein. Wer also eine "saubere" Alternative zu Hip-Hop, extremem Metal und rechtem Dumpfbacken-Rock à la Frei.Wild sucht, wird hier fündig!
Mit der von dir so hoch gelobten, humanistischen Rock-Musik sind GI's in den Vietnamkrieg gezogen was über 1 Million Menschen das Leben kostete; Propagandastreifen des US-Militärs werden hauptsächlich mit Rockmucke unterlegt und sie wird eingesetzt um Menschen zu foltern.... etc.
Und daraus willst du einen Soundtrack der Zukunft machen? Lass sie mal schön auf dem Level wo sie sich momentan befindet, als ein Teil einer weltweiten Musikindustrie.
Also nicht zu sehr über den grünen Klee loben (...fast eine Ökothema...), das könnte nach hinten losgehen und ist nicht unbedingt objektiv. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:

Georg

Alter Hase
Mit der von dir so hoch gelobten, humanistischen Rock-Musik sind GI's in den Vietnamkrieg gezogen was über 1 Million Menschen das Leben kostete; Propagandastreifen des US-Militärs werden hauptsächlich mit Rockmucke unterlegt und sie wird eingesetzt um Menschen zu foltern.... etc.
Und daraus willst du einen Soundtrack der Zukunft machen? Lass sie mal schön auf dem Level wo sie sich momentan befindet, als ein Teil einer weltweiten Musikindustrie.

Um ehrlich zu sein, habe ich immer noch erhebliche Schwierigkeiten mit den "outfits" von Laibach und Lemmy Kilmaster
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Um ehrlich zu sein, habe ich immer noch erhebliche Schwierigkeiten mit den "outfits" von Laibach und Lemmy Kilmaster
Kilminster ist korrekt. Aber das nur am Rande! Wer einen Text wie "1916" schreibt, dürfte seinen Standpunkt klar gemacht haben. Natürlich ist d die Faszination des Sammelns von Dritte Reich Devotionalien anrüchig und auch fragwürdig, aber darüber stand eine Persönlichkeit wie Lemmy. Laibach eckt an und provoziert. Man denke nur an deren Auftritt in Nordkorea.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Um ehrlich zu sein, habe ich immer noch erhebliche Schwierigkeiten mit den "outfits" von Laibach und Lemmy Kilmaster
LAIBACH ist so überzeichnet das man das Ansinnen von Kunst durchaus dahinter erkennen kann... zumal sie ja Uniform-Teile der Ostblockstaaten (zumindest abgewandelt) nutzen und trotzdem aussehen wie der SS-Mann von 1940. Das ist Teil des Konzepts und löst sich eigentlich erst auf wenn man sich näher mit der dahinterstehenden NSK beschäfftigt. Sie waren ja quasi nur deren Aushängeschild.
LEMMY kann ich nicht einschätzen, da kenn ich mich zu wenig mit seinen persönlichen Attitüden aus.
Auch wenn gerade in Rocker-Kreisen diese Symbolik ja stark Verwendung findet. Ich sag nur ALTAMONT...
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Was ist mit Rammstein? OK, mittlerweile wie die Toten Hosen oder Broilers im hoffähigen Mainstream angekommen. Aber zu Anfang war da auch die stark polarisierende Attitüde.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Was ist mit Rammstein? OK, mittlerweile wie die Toten Hosen oder Broilers im hoffähigen Mainstream angekommen. Aber zu Anfang war da auch die stark polarisierende Attitüde.
Unverdächtig wenn man ihren Werdegang von FEELING B aus der DDR-Untergrund Szene kennt.
RAMMSTEIN ist perfekt gestyltes Marketing (ihr erstes Album mal ausgenommen). Biete der Welt was sie von Deutschland erwartet. Hat funktioniert... ihr Konzert in Nizza ist unglaublich wenn man sieht wie die Franzosen abfeiern.
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
@Georg - So eine alte Plattenkiste kann einem aber den Weg zu guter neuer Musik weisen, besser jedenfalls als Plastikpop oder Hip-Hop. Bei mir selbst war es jedenfalls so. Eines Tages in den späten 80er Jahren kam ein jüngerer Bruder meines Vaters, der noch bei uns im Haus (ländlicher 3-Generationen-Haushalt) wohnte, in mein Zimmer und fragte mich, ob er dort eine Plattenkiste deponieren dürfte, dafür dürfte ich mir die Platten auch mal anhören. Da ich in meinem Zimmer genug Platz hatte, willigte ich ein - und hörte dann auch die ganze Kiste von vorn bis hinten durch und zog alles, was mir gefiel, auf Cassetten. Und das war eine ganze Menge!

Das war aber nur der Startpunkt für meine große musikalische Reise. Denn ich wollte wissen, ob es auch heute noch Leute gibt, die solche Musik machen - und so entdeckte ich eben den modernen Prog, der bis heute meine Lieblingsmusik ist.

@DerGrobeWestfale - Ganz genau! Hip-Hop war mal eine emanzipatorische Kultur einer sozial benachteiligten ethnischen Gruppe, aber das ist schon seit langem nicht mehr so. Heute hätte Hrungnir daran seine Freude, und sehr viele (nicht alle) Texte strotzen von Kriminalitätsverherrlichung, Sexismus, Antisemitismus und anderem reaktionären Gedankengut.

Ich denke, das wird sich auf Dauer so ähnlich wie mit der Skinhead-Subkultur entwickeln, das war auch mal eine Protestkultur der desillusionierten englischen Arbeiterjugend und hatte ursprünglich nichts mit Faschismus zu tun, aber seitdem einige davon sich von der extremen Rechten vor den Karren spannen ließen, hat die ganze Szene ein Nazi-Image, und progressiv eingestellte junge Menschen meiden diese Subkultur zumeist wie der Teufel das Weihwasser.

Auch Black Metal und Industrial haben ein ähnliches Imageproblem. Diese Musikrichtungen sind nicht per se rechts, aber es gibt da ein paar ultrarechte Schreihälse, die das heute in ähnlicher Weise in den Dreck treten wie einst Skrewdriver und Konsorten den Oi!-Punk der Skinheads, und es gibt bekanntlich viele Leute, die Bands wie Laibach oder Rammstein für rechts halten, was sie aber nicht sind. Und ******* in der Black-Metal-Szene, die NS-Black Metal ablehnen, weil der eine "lebensbejahende" Ideologie transportiere! Wie bitte, Faschismus soll lebensbejahend sein? Da hat doch jemand den Schuss nicht gehört!

Dagegen ist mir bislang keine Vereinnahmung des Progressive Rock durch rechte Ideologen bekannt. Ich habe lange diesbezüglich recherchiert, um diese Hypothese zu überprüfen, und nichts gefunden. Zugegeben, es gibt ein paar idiotische Interviewäußerungen von John Petrucci, weshalb ich auch Probleme mit ihm habe, aber das scheint mir mehr politische Naivität als ein geschlossenes rechtes Weltbild zu sein. Wer also eine "saubere" Alternative zu Hip-Hop, extremem Metal und rechtem Dumpfbacken-Rock à la Frei.Wild sucht, wird hier fündig!
Noch ist die "progresive" Szene nicht von den Braunhemden entdeckt worden. Als Transportmittel um unwisssende Jugendliche in ihren Zirkel zu holen eignen sich Hip Hop, Rap, Punk oder Black Metal um einiges besser. Xavier Naidoo, Michael Wendler und vermutungsweise auch Nena sind nicht zu vergessen. Die haen zwar noch keine Lieder von Blut und Ehre, Hart wie Kruppstahl oder eine Abwandlung des Horst Wessel Lieds, was dann Bernd Hoecke Lied heißen würde eingesungen, aber manch fragwürdige Dinge verbreitet.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Noch ist die "progresive" Szene nicht von den Braunhemden entdeckt worden. Als Transportmittel um unwisssende Jugendliche in ihren Zirkel zu holen eignen sich Hip Hop, Rap, Punk oder Black Metal um einiges besser. Xavier Naidoo, Michael Wendler und vermutungsweise auch Nena sind nicht zu vergessen. Die haen zwar noch keine Lieder von Blut und Ehre, Hart wie Kruppstahl oder eine Abwandlung des Horst Wessel Lieds, was dann Bernd Hoecke Lied heißen würde eingesungen, aber manch fragwürdige Dinge verbreitet.
PROG ist ja auch "nur" ein Nischenprodukt für ein paar Jungs wie uns. :D ...das lohnt nicht.
Wobei: Prog wird hauptsächlich von weißen Männern gemacht und gehört...? Man könnte da was draus basteln... ;)

Und in NENA & Co. würde ich lediglich als nicht unbedingt die hellste Kerze auf der Torte sehen... da wird zu viel reininterpretiert. NAIDOO beschreibt eher den Weg zum religiösen Fanatiker...
MORRISSEY hat ja mittlerweile auch "leicht" die Orientierung verloren.
 

Georg

Alter Hase
Noch ist die "progresive" Szene nicht von den Braunhemden entdeckt worden. Als Transportmittel um unwisssende Jugendliche in ihren Zirkel zu holen eignen sich Hip Hop, Rap, Punk oder Black Metal um einiges besser. Xavier Naidoo, Michael Wendler und vermutungsweise auch Nena sind nicht zu vergessen. Die haen zwar noch keine Lieder von Blut und Ehre, Hart wie Kruppstahl oder eine Abwandlung des Horst Wessel Lieds, was dann Bernd Hoecke Lied heißen würde eingesungen, aber manch fragwürdige Dinge verbreitet.
off topic aber es muss raus, wenn ich den Namen schon sehe: Höcke ist immer noch beurlaubter (verbeamteter Lehrer, hier in der Nachbarschaft in Stadt Allendorf, wenn ich mich an früher erinnere, der Kommunistenhatz gegen fortschrittliche engagierte Lehrer in der BRD mit Berufsverboten da wird heute (früher auch, ich habe noch unter einem Nazi-Lehrer leiden müssen!) mit zweierlei Maß gemessen. off topic Ende
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
off topic aber es muss raus, wenn ich den Namen schon sehe: Höcke ist immer noch beurlaubter (verbeamteter Lehrer, hier in der Nachbarschaft in Stadt Allendorf, wenn ich mich an früher erinnere, der Kommunistenhatz gegen fortschrittliche engagierte Lehrer in der BRD mit Berufsverboten da wird heute (früher auch, ich habe noch unter einem Nazi-Lehrer leiden müssen!) mit zweierlei Maß gemessen. off topic Ende
Ruhig bleiben. Ich wollte keine Schnappatmung hervorrufen.
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Wow, hier geht aber ganz gehörig die Post ab!

@Okzitane - Derartiges ist mir wohl bekannt. Das zeigt, dass sich so gut wie jede Musik zu allen möglichen Schandtaten missbrauchen lässt. Manche Leute halten da ganz große kognitive Dissonanzen aus, wie etwa Beate Zschäpe, die U2 im Plattenschrank stehen hatte. Man kann einer Band nicht so recht zum Vorwurf machen, dass ihre Musik von rechten und anderen Extremisten gewürdigt oder als Soundtrack für Kriegsverbrechen missbraucht wird.

Was ich meinte, war aber was anderes, nämlich Musik, die selbst reaktionäres Gedankengut zum Ausdruck bringt. Und das ist mir aus dem Bereich "Prog" (und von diesem Genre sprach ich im Speziellen, nicht von Rock allgemein) bislang eben nicht bekannt. Ich habe zwar mal jemanden gekannt, der ein "staatlich zertifizierter" (sprich: die Polizei stand mit Post vom Generalbundesanwalt auf der Matte) Rechtsextremist war, und der Dream Theater als eine "geile Band" bezeichnete (ich habe selbstredend den Kontakt mit ihm abgebrochen), und in einem vorwiegend von US-Amerikanern frequentierten Rush-Internetforum hatte ich auch einige rechte Wirrköpfe angetroffen, die in Neil Pearts Texte Sachen reininterpretierten, die der gute Mann sicher nie gemeint hat (ich würde Peart nicht als "links" einordnen, sondern als eine Art radikalen Individualisten, aber "rechts" war er für mich auch nicht wirklich, wenn man von der Anfangszeit absieht, als er von Ayn Rand fasziniert war - später hörte man bei ihm so manche Kapitalismuskritik, und er hat sich auch schon mal für solche sozialstaatlichen Institutionen wie ein öffentliches Gesundheitswesen ausgesprochen - alles Dinge, die Ayn Rand vehement abgelehnt hätte).

@Georg u.a. - Wer in einer Naziuniform oder mit Teilen davon auf die Bühne geht, der ist eine Erklärung schuldig. Laibach sind schon selbst dafür verantwortlich, dass manche Leute sie des Faschismus verdächtigten; Rammstein übrigens auch. In beiden Fällen ist aber, denke ich mal, glaubwürdig nachgewiesen, dass dieser martialische Mummenschanz nur Provokation ist. (Bei Laibach ging es wohl darum, aufzuzeigen, dass Faschismus und Kommunismus vieles gemeinsam hatten.) Und Lemmy hatte meiner Meinung nach einen an der Mütze, jeder, der Nazi-Devotionalien sammelt, sollte sich fragen lassen, was er da tut, aber ich glaube nicht, dass er ein Nazi war.

@DerGrobeWestfale - "Noch" stimmt schon. Noch wurde der Progressive Rock nicht von Rechtsextremisten vor den Karren gespannt. Sicher ausschließen, dass sich daran mal etwas ändern wird, kann man natürlich nicht. Aber bei meinen Recherchen zur rechten Musikszene ist mir zweierlei aufgefallen:

1. Es gibt in der rechten Musikszene keine Freiheit der Kunst, sondern einen festen Kanon von "erlaubten" Musikrichtungen. Der hat sich im Lauf der Zeit zwar immer mehr erweitert (vor 1980 waren nur Marschmusik und Fahrtenlieder "zulässig", heute gibt es daneben Liedermacher (z. B. Frank Rennicke), Stumpfrock (nach wie vor der größte Anteil), Hardcore, Black Metal, Neofolk und Industrial), und jede dieser Erweiterungen war Gegenstand heftigster Kontroversen (wie derzeit um rechten Hip-Hop).

2. Die meisten von der extremen Rechten instrumentalisierten Musikrichtungen (die rechte Szene scheint außerstande, eigene Musikformen hervorzubringen) waren von daher für solche Vereinnahmungen geeignet, dass sie ein eher zynisch-nihilistisches Welt- und Menschenbild kultivierten, und zwar bevor sie von den Rechten "entdeckt" wurden. Ich denke, der Progressive Rock ist auch heute noch zu sehr mit positiven, progressiven Assoziationen aufgeladen, die ihn für die rechte Szene nicht anschlussfähig machen. Aber vielleicht ist er auch einfach, wie @Okzitane schreibt, einfach zu klein und nerdig, um den Rechten aufzufallen.
 

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