"Alte Säcke" oder neuer Prog? - Zur Ausrichtung der Eclipsed

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

WeepingElf

Aktives Mitglied
Weil diese Diskussion regelmäßig wieder in den Themen zu den einzelnen Heften aufploppt, da aber nicht wirklich hingehört und manche Leute nervt, mache ich hier ein neues Thema dafür auf.

Viele Leute hier bekakeln immer wieder, dass die Eclipsed vor allem über Musik und Musiker von vor 30, 40, 50 Jahren schreibt, aber aktuelle Musik, vor allem aktueller Prog, zu kurz käme. Immer wieder fallen dabei auch Vergleiche mit den Zeitschriften Classic Rock, Rocks und vor allem Good Times, die keinen Hehl daraus machen, dass sie vorrangig über "alte Säcke" schreiben. Als Beispiel, wie man das anders machen könnte, wird immer wieder die englische Prog genannt, wobei aber die Situation in Großbritannien wohl für solche Zeitschriften günstiger sein soll (kann ich selbst nicht beurteilen) und die Prog wohl auch durch andere, profitablere Produkte des gleichen Verlagshauses querfinanziert werde (weiß ich jetzt auch nicht so recht drum Bescheid).

Aber anscheinend ist es so: Plattensammler und Alt-68er bringen mehr Auflage als Fans aktueller Prog-Musik. Wir reden hier (ich überzeichne mal stark) von Akademikern, die nach einer langen Karriere im öffentlichen Dienst eine fürstliche Pension genießen, eine Stereoanlage im Wohnzimmer stehen haben, die teurer war als das Auto in der Garage (und wir reden hier nicht von Fahrern alter Rostlauben), und jeden Monat ein paar hundert Euro für neue alte Platten sowie Boxsets und andere Pseudoraritäten übrig haben. Da kommen solche armen Schlucker wie ich (Stereoanlage im unteren 4stelligen Bereich, monatlich max. ca. 100 Euro für neue Tonträger) nicht mit ;) Das ist der Grund, warum sich noch niemand gefunden hat, eine deutschsprachige Prog zu lizenzieren, und die Empire Music so kleine Brötchen backt und kaum über Fanzine-Niveau hinauskommt. "Wir" sind trotz viel beschworenen Prog-Booms eben immer noch eine zu kleine Szene, jedenfalls hier in Deutschland, als dass davon eine gute professionell gemachte Zeitschrift leben könnte. Und so lange es so ist, wird die Eclipsed wohl das bleiben, was sie ist.
 

Fenimore

Aktives Mitglied
Der Thread ist eine gute Idee für eine anhaltende Diskussion unter uns. Auch wenn die Argumente ausgetauscht sind. Ich gebe in meiner grenzenlosen Naivität den Glauben nicht auf, dass die Redaktion hier auch mal reinschaut.

Grundsätzlich finde ich schon, dass Eclipsed eine gut gemachte, professionelle Zeitschrift ist. Die Themen entzünden sich ja meist am Cover und an den Inhalten.

Cover: das Deep Purple-Cover hat m.M.nach so viel Zustimmung nicht wegen der Band erhalten. Es war schlicht und einfach das schönste der letzten Jahre, vielleicht auch das schönste überhaupt.

@WeepingElf‘s Beschreibung der Zielgruppe ist natürlich extrem. Ich zähle mich weder zu der einen noch zu der anderen. Ich bin ein ganz normaler Angestellter, dessen größtes Hobby Musikhören und HiFi ist. Dafür geht auch einiges an Geld drauf. Pro Album gebe ich mehr aus, da ich eben zu 90-95% neues Vinyl kaufe.
Meine bevorzugte Richtung ist klar Prog in allen Schattierungen, danach kommt Jazz der neueren Bands.

Als Irrtum empfinde ich, dass alte Bands mehr verkaufen. Bin mir sicher, dass ein Cover im „Deep Purple“-Stil auch mit z.B. LDC drauf ebenso erfolgreich wäre.

Inhaltlich denke ich auch so. Aus meinem Umfeld erkenne ich, dass die Leute einfach keine Infos über neue Bands haben. Woher auch. Und hier sehe ich die Chance für Eclipsed. Einer Arbeitskollegin, mitsamt des Ehemanns Rockfans, habe ich etliche Beilagen-CDs meiner Schallplatten geschenkt. Haken, Caligula’s Horse, Leprous... von den Bands hatten sie noch nie was gehört. Jetzt fangen sie an diese für sich zu entdecken.

Hier gilt für mich: das Angebot regelt die Nachfrage. Eclipsed sollte hier den Markt machen, nicht umgekehrt.
 

phonoline

Mitglied
Also, in Teilen sehe ich das ähnlich. Was ich z.B. an 11Freunde – sicherlich ziemlich musikbranchenfremd :) – super finde, ist die Mischung aus alt und neu, aus herrlichen Anekdoten vergangener Fußballtage und rigoros aktuellen Themen. Die Sonderhefte sind legendär.

Was das Cover betrifft: 1. alles Geschmackssache. 2. Deep Purple sind in Deutschland nachwievor sehr populär, natürlich hat die enorme Zustimmung damit zu tun und nur bedingt damit, wie geil das Cover gestaltet ist. Das ist zweitrangig. Erstrangig ist das, was da vorne beworben wird. Deshalb sind die Beatles-Cover beliebt, deshalb werden Piink Floyd regelmäßig abgefeiert, deshalb landen Riverside und Opeth auf den hinteren Plätzen, weil die a) deutlich weniger Leute kennen, b) schlichtweg keine Musik für eine große Gruppe Interessierter machen. Opeth sind nicht Purple, Riverside Lichtjahre vom Status Pink Floyds entfernt.

Emerson Lake & Palmer sind definitiv nicht so populär wie DP oder Pink Floyd. Vor allem auch deshlab, weil sie seeeehr spezielle Musik gemacht haben, die für den ein oder anderen nicht besonders greifbar ist. Ganz im Gegenteil zu DP oder PF oder Genesis. Deshalb wird das Cover auch nicht so viele Likes bekommen und weniger verkaufen als die DP-Ausgabe.
 

Marifloyd

Inventar
Emerson Lake & Palmer sind definitiv nicht so populär wie DP oder Pink Floyd. Vor allem auch deshlab, weil sie seeeehr spezielle Musik gemacht haben, die für den ein oder anderen nicht besonders greifbar ist. Ganz im Gegenteil zu DP oder PF oder Genesis. Deshalb wird das Cover auch nicht so viele Likes bekommen und weniger verkaufen als die DP-Ausgabe.
Das sehe ich auch so.
 

Marifloyd

Inventar
Da meine musikalische Geschmacksrichtung eben nicht ausschließlich auf Prog Musik ausgerichtet ist, bin ich froh, dass die eclipsed mehr zu bieten hat als "nur" Prog Musik.

Auf jedem Titelbild ist folgendes zu lesen:

ROCK MAGAZIN
Art, Progressiv, Psychedelic, Blues, Classic, Hard Rock
 

Mike

Moderator
Teammitglied
Tja, @Mike , ich merke aber auch welche Meinungen du „likest“. Und das sind nur die von @phonoline. Und das ist ein Teil meiner Sorge.
Phonoline hat eine recht sachlich-nüchterne und auch realitätsnahe Darstellung der Dinge gegeben. Das fand ich gut. Das heißt ja nicht, dass ich andere Meinungen nicht schätze. Im Gegenteil.
 
Zuletzt bearbeitet:

Jester.D

Alter Hase
Das generelle Problem ist doch genre-übergreifend. Alle Printmedien kämpfen mehr oder weniger heftig schlicht ums Überleben. Da bleiben Kompromisse (Covergestaltung, Inhalt...) natürlich nicht aus, aber die halten sich für meine Begriffe bei der Eclipsed in Grenzen.

Und - jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst die niemand kann. Das wussten schon viele Generationen vor uns.
 

Cathedral Wall

Mitglied
Seien wir ehrlich: Printmagazine an sich (egal, welches "special interest") interessieren nur noch "alte Säcke" (= Menschen, die noch eine Welt vor dem Internet bewusst kannten). Die "Jungen" interessiert das nicht einfach nur nicht, das ist vollkommen jenseits des Horizonts. Ausnahmen mag es geben, aber das sind dann halt freaks und nerds.
 

Jester.D

Alter Hase
Ich habe vor ca. 4 Jahren im Unterricht der 10. Klasse (16/17Jährige) mal ein Stück von Pink Floyd gespielt was zum Stundeninhalt passte. High Hopes glaub ich. Knapp der Hälfte der 22 Schüler hat der Song ganz gut gefallen. Wer kannte Pink Floyd?
 

Cathedral Wall

Mitglied
Wobei das ist dann nicht eine Sache print vs. online, sondern von Interesse.

Oder ich war in den 1990ern ein Deep Purple hörender, atypischer Schüler, freak, nerd, zukünftiger alter Sack...
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Wer selber aktiv an einem Magazin mitgearbeitet hat, in meinem Fall lange Jahre im Fanzine Bereich, weiss das die jeweilige Ausgabe irgendwo immer mit Kompromissen und Unzufriedenheit gepaart ist. Das und das sollte noch ins Heft, die Deadline spricht dagegen. Ist die Ausgewogenheit berücksichtigt? Kaum möglich. Wie weit darf über den Tellerrand geschaut werden, ohne einen riesigen Shitstorm zu haben? Und, und,und. So gesehen kann jede Ausgabe des Eclipsed oder andere Magazine nur das bestmögliche aber nie jeden zufrieden stellende Ergebnis sein. Alternativ gibt es noch das Forum, das meiner Meinung nach eine gute Ausweichmöglichkeit ist
 

WeepingElf

Aktives Mitglied
Der Thread ist eine gute Idee für eine anhaltende Diskussion unter uns. Auch wenn die Argumente ausgetauscht sind. Ich gebe in meiner grenzenlosen Naivität den Glauben nicht auf, dass die Redaktion hier auch mal reinschaut.

Grundsätzlich finde ich schon, dass Eclipsed eine gut gemachte, professionelle Zeitschrift ist. Die Themen entzünden sich ja meist am Cover und an den Inhalten.
Genau so ist es. An der Aufmachung der Eclipsed gibt es nichts zu mäkeln. An der journalistischen Qualität auch nicht. Es geht mehr darum, wo sie ihre inhaltlichen Schwerpunkte setzt, und was sie auf ihr Cover bringt.

Cover: das Deep Purple-Cover hat m.M.nach so viel Zustimmung nicht wegen der Band erhalten. Es war schlicht und einfach das schönste der letzten Jahre, vielleicht auch das schönste überhaupt.
Ja, das war einfach edel gemacht. Das fand ich schön, obwohl mich das, was Deep Purple heute machen, kaum weniger interessieren könnte. So ein schickes Cover hätte man aber auch mit einer aktuellen Prog-Band machen können! Und das Cover der folgenden Ausgabe fand ich nicht deswegen hässlich, weil es das Jahr 1970 zum Thema hatte, sondern weil es in diesen vergilbt aussehenden Erdfarben gehalten war. Das Cover der aktuellen Nummer gehört zu den mittelschönen: kein Meisterwerk, aber auch nicht ausgesprochen hässlich. Schwarzweiß kann schon mal besser sein als Farbe!

@WeepingElf‘s Beschreibung der Zielgruppe ist natürlich extrem. Ich zähle mich weder zu der einen noch zu der anderen. Ich bin ein ganz normaler Angestellter, dessen größtes Hobby Musikhören und HiFi ist. Dafür geht auch einiges an Geld drauf. Pro Album gebe ich mehr aus, da ich eben zu 90-95% neues Vinyl kaufe.
Meine bevorzugte Richtung ist klar Prog in allen Schattierungen, danach kommt Jazz der neueren Bands.
Ich habe ganz bewusst übertrieben! Ich denke mal, der durchschnittliche Eclipsed-Leser steht im Beruf, verdient so mittelprächtig, hat eine gute, aber nicht exorbitant teure Stereoanlage, und kauft sowohl neue als auch mal neue alte Platten (sei es als Vinyl oder CD). Und für die von mir überzeichnet dargestellte Zielgruppe gibt es genug andere Zeitschriften, von Good Times bis Record Collector ;)

Als Irrtum empfinde ich, dass alte Bands mehr verkaufen. Bin mir sicher, dass ein Cover im „Deep Purple“-Stil auch mit z.B. LDC drauf ebenso erfolgreich wäre.
Was sollen Fans alter Bands auch mehr kaufen als Fans neuer Bands? Von den alten kommen ja entweder gar keine neuen Sachen mehr, oder aber zweitrangige Aufgüsse, die an ihre alten Klassiker in keinster Weise heranreichen. (Das ging ja bei vielen Bands schon Mitte der 70er Jahre los.) Deshalb produziert die Industrie doch diese ganzen Pseudo-Raritäten, damit die, die eigentlich schon alles von ihrer Lieblingsband haben, plötzlich "doch nicht alles" haben und diesen Quas auch noch kaufen "müssen", damit ihre Sammlung "vollständig" bleibt. Dagegen haben diejenigen, die sich für neue Musik interessieren, einen wahren Grund, neue Platten zu kaufen, weil sie eben neu sind und von daher noch gar nicht in ihrem Plattenschrank stehen können. Die brauchen natürlich keine teuren Boxsets und keine künstlich fabrizierten "Raritäten".

Inhaltlich denke ich auch so. Aus meinem Umfeld erkenne ich, dass die Leute einfach keine Infos über neue Bands haben. Woher auch. Und hier sehe ich die Chance für Eclipsed. Einer Arbeitskollegin, mitsamt des Ehemanns Rockfans, habe ich etliche Beilagen-CDs meiner Schallplatten geschenkt. Haken, Caligula’s Horse, Leprous... von den Bands hatten sie noch nie was gehört. Jetzt fangen sie an diese für sich zu entdecken.
Solche Erlebnisse kenne ich auch. Die meisten meiner Freunde und Bekannten haben (oder hatten, bevor ich ihnen davon erzählte) gar keine Vorstellung davon, dass das Genre "Prog" überhaupt existiert! Die kennen allenfalls drei oder vier Songs von Pink Floyd (und natürlich die "Bohemian Rhapsody"). Und dabei handelt es sich durchaus zumeist um Leute, die sich grundsätzlich für Musik interessieren (etwa die Leute in dem Jazz- und Popchor, in dem ich singe) und meiner Einschätzung nach auch für Prog empfänglich wären, wenn sie denn wüssten, dass es dieses Genre gibt!

Ich würde die meisten aktuellen Prog-Bands auch nicht kennen, wenn ich nicht regelmäßig Eclipsed und Empire Music lesen würde. Man hört sie ja nie im Radio (einer der Gründe, warum ich kaum noch Radio höre ...), und Mainstream-Blätter wie Musikexpress und Rolling Stone oder auch die Alternative-Rock-Presse wie z. B. Visions ignorieren sie ebenfalls. Ab und an mal wird was in der Metal-Presse erwähnt, oder in der Classic Rock, aber das war's dann.

Ich möchte an dieser Stelle ein Schlüsselereignis nennen, was ich 1992 auf einem Rush-Konzert in Hannover hatte. Dort wurden Flyer verteilt, von einer Firma namens "SI Music", wodurch ich überhaupt erst der Tatsache gewahr wurde, dass Prog ein lebendiges, blühendes Genre war, was weit über die Big Six sowie Rush und Marillion hinausging!

Und ich war schon früh (Mitte der 90er) in Internet-Foren zum Thema Prog unterwegs, auch wenn es damals noch nicht die Möglichkeit gab, in Musik online hineinzuhören, aber es reichte, um von Bands zu erfahren, die es sich zu entdecken lohnte. Auf diesem Weg hatte ich beispielsweise von Dream Theater erfahren.

Hier gilt für mich: das Angebot regelt die Nachfrage. Eclipsed sollte hier den Markt machen, nicht umgekehrt.
Anscheinend ist das gar nicht so einfach. Das Angebot regelt die Nachfrage eben nicht allein, und wie @phonoline und @Mike gesagt haben, ist das ein schwieriges Geschäft. Ich denke, das ist nicht so einfach dahingesagt. Und wie ich schon geschrieben habe, scheint (neuer) Prog in Deutschland nicht so gut zu laufen wie in manchen anderen Ländern. Ich habe hier in meiner Stadt schon den Untergang von drei Prog-Bands (meine eigene nicht mitgezählt) miterlebt, eine davon erst vor wenigen Jahren, als es angeblich schon wieder besser lief, und eine vierte steckt derzeit in einer tiefen Krise. Die sind alle auseinandergegangen, so scheint es, weil sie einfach keine Gigs an Land bekommen haben. Ich habe auch von Bands wie Vanden Plas gelesen, dass die in Frankreich mehr CDs verkaufen als in Deutschland.

Insofern mag es schwierig sein, hier in Deutschland eine Zeitschrift mit dem Schwerpunkt auf aktuellen Prog am Markt zu etablieren. Aber andererseits denke ich, dass hier eine Marktlücke besteht, die von der Empire Music - die wie schon gesagt kaum mehr als ein Fanzine ist - nicht wirklich geschlossen wird. Ist die Situation in England wirklich so viel besser, dass sich da so was wie die Prog behaupten kann, während das hier "nicht geht"?

Ich denke aber, es wird umgekehrt ein Schuh draus: Prog läuft in Deutschland so schlecht, weil er kaum in den Medien vorkommt, weil etwa eine am Markt gut präsente Zeitschrift fehlt (die Empire Music gibt's nicht am Kiosk, sondern nur im Abo), die schwerpunktmäßig darüber berichtet! Was lesen die Leute, die in England Prog lesen, in Deutschland? Sie lesen entweder Eclipsed - und ärgern sich über die vielen "Alte-Säcke"-Geschichten und vieles mehr, was sie nicht interessiert - oder lassen sich die Prog aus England kommen, oder sie gehören zu den wenigen, die den Weg zur Empire Music gefunden haben. Oder eine beliebige Kombination von allen dreien. Wovon niemand weiß, dass es das gibt, kauft niemand was, so war das schon immer!
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Vereinfacht ausgedrückt, es gibt nur Spartenmagazine. Egal ob Blues, Jazz, Heavy Metal, Progressive, Folk, um nur ein paar zu nennen. Jedes hat seine Stammleser*innen zusätzlich noch eine online Präsentation. Rock Hard marschiert auf die 40 Jahre zu, der Metal Hammer auch, einige schaffen 15 Jahre, andere kapitulieren irgendwann. Ein neues Magazin erfolgreich zu etablieren ist zuletzt den Machern vom Deaf Forever gelungen. Monat für Monat oder über einen längeren Zeitraum ein Printmagazin an die Kioske oder Abonnenten*innen zu liefern ist in Zeiten der Fast Food Information ein Kunststück. Deswegen nicht immer meckern, Kritik ist was anderes, sondern unterstützen. Ich bin keiner der in der Vergangenheit lebt, aber in den siebzigern war der monatliche Kauf von Musik Express oder Sounds ein Highlight. Wenn beide zusammen auf 80 Seiten kamen, war das viel! Aber da wurde jeder Buchstabe so lange gelesen bis die Druckerschwärze blass war.
 

Okzitane

Aktives Mitglied
Die ECLIPSED hat die Zeichen der Zeit erkannt. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es vollkommen in Ordnung sich auf Oldies zu konzentrieren. Die überwiegende Menge der Rock-Hörer (altersunabhängig) bevorzugt die Musik, welche älter als 40 Jahre ist. Das Forum ist dafür ein Spiegel der dies recht gut wiedergibt. Auch Live zieht jede Cover-Band von Led Zeppelin etc. und Schlagerevents von SWEET & Co. mehr Zuschauer als aktuelle Acts.
Das liegt jetzt nicht an der geringeren Qualität aktueller Bands (ganz im Gegenteil), sondern am Konservatismus der Rock-Gemeinde, welche darin mittlerweile die Klassik-Fans übertrifft. Der "Aufruhr gegen alte Strukturen" und das "bürgerliche Establishment" ist nun genau dort angekommen, wovon er sich eigentlich abheben wollte, in der Nachbetrachtung allerdings nicht wirklich erfolgreich. (...von ein paar Subgenren wie Black_Metal mal abgesehen...). Die "harten Rocker" wurden wie das was sie ablehnten.... so viel gemeinen Humor traut man der Geschichte des Menschen nicht immer zu...

Ich wünsche dem Magazin zumindest alles Gute und bedanke mich für ein paar nette Jahre und Anregungen. Man wird sich bestimmt gelegentlich wiedersehen...
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Das aktuelle Magazin

Neueste Beiträge

Oben