Alles von und über Pink Floyd!!!

[Part One] Welche Songs gefallen Euch aus dieser Liste?

  • Echoes (Meddle)

    Stimmen: 31 93,9%
  • Comfortably Numb (The Wall)

    Stimmen: 24 72,7%
  • Shine On Your Crazy Diamond, Part One And Two (Wish You Were Here)

    Stimmen: 31 93,9%
  • On The Turning Away (A Momentary Lapse Of Reason)

    Stimmen: 11 33,3%
  • Sheep (Animals)

    Stimmen: 22 66,7%
  • Atom Heart Mother Suite (Atom Heart Mother)

    Stimmen: 17 51,5%
  • High Hopes (The Division Bell)

    Stimmen: 18 54,5%
  • Wot's . . . Uh The Deal (Obscured by Clouds)

    Stimmen: 6 18,2%
  • Time (Dark Side Of The Moon)

    Stimmen: 23 69,7%
  • Wish You Were Here (Wish You Were Here

    Stimmen: 23 69,7%
  • Money (Dark Side Of The Moon)

    Stimmen: 18 54,5%
  • Fat Old Sun (Atom Heart Mother)

    Stimmen: 12 36,4%
  • One Of These Days (Meddle)

    Stimmen: 28 84,8%
  • Astronomy Domine (The Piper At The Gates Of Dawn)

    Stimmen: 21 63,6%
  • Set The Controls For The Heart Of The Sun (A Saucerful Of Secrets)

    Stimmen: 22 66,7%
  • Julia Dream (Relics)

    Stimmen: 7 21,2%
  • Run Like Hell (The Wall)

    Stimmen: 18 54,5%
  • Another Brick In The Wall (Part 2) (The Wall)

    Stimmen: 14 42,4%
  • It's What We Do (The Endless River)

    Stimmen: 3 9,1%
  • The Gnome (The Piper At The Gates Of Dawn)

    Stimmen: 7 21,2%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    33

Perfectionist

Aktives Mitglied
Unfassbar...hab mich mit der Endless River noch gar nicht beschäftigt, werd ich nun wohl auch nicht mehr tun :eek:
Als Finale der zweiten Seite (auf den Babyblauen wurde das passend als "Auflösung aller Dissonanzen", von denen es in den Minuten zuvor einige gab, bezeichnet) macht es schon Sinn, aber neben "Calling" ist es auch m.E. einer der (wenigen) schwachen Momente.
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Nachdem ich die "Endless River" das erstemal gehört hatte:

Nach so vielen schlechten Vorabmeinungen und Hinterhermeinungen und einem eigenen unguten Gefühl, musste ich mir da sehr viel Zeit lassen um da ranzugehen. Das Cover hat seines dazu beigetragen, dass das Bedürfnis die hören zu wollen weiter ausgebremst wurde.

Heut war sie dran. Fazit zuerst? Okay. Ein wunderschöner Abschluss der Bandgeschichte von Pink Floyd. Erst wenn man die Platte mal am Stück ganz gehört hat und zwar mit den Ohren und dem Herzen und nicht mit den Ohren und dem Kopf wie es Kritiker meist leider tun, dann versteht man was Gilmour und Mason hier wollten.

Es ging hier wohl nie darum ein neues Album im eigentlichen Sinn vorzulegen. Es ging darum zurückzublicken. Sie haben einen Freund verloren, sich mit einem anderen Kollegen inzwischen ausgesöhnt, sind alt geworden und spürten, das wars mit der Band Pink Floyd, jetzt ists gut. Hätten sie so einen Rückblick adäquat mit einem Album voll neuer Songs hinbekommen? Neue Songs in welchen weder Wright noch Waters dabeigewesen wären? Nein, natürlich nicht.

Und so muss die Idee wohl gekommen sein, wir nehmen was da ist an Sessionmaterial auf dem Rick Wright zu hören war und spielen dazu drumrum allerlei Dinge die auf sehr geschickte, augenzwinkernde Art Selbstzitate am laufenden Band sind. Wer den Floyd-Backkatalog sehr gut kennt kommt da aus dem seligen Grinsen nimmer raus. Dauernd hat man das Gefühl, das kennt man doch. Aber eben doch nie 1:1 sondern ähnlich. Man ahnt, und manchmal weiß mans, auf welchen Song, auf welche Stelle die beiden Herren grad anspielen und schon isses wieder vorbei und bald kommt ein anderes Zitat. Dazu gibts drumrum ein bisserl was neues eingespielt um das alles in einen Rahmen zu packen.

Die Unterteilung der CD in vier Teile die dann "Side 1", "Side 2" usw. benannt sind unterstreichts nur nochmal. Wir gucken zurück in Kapiteln auf unser musikalisches Leben. Natürlich wurden diese "Side" benannt, denn Floyd waren immer eine LP-Band. Keine i-pod-Häppchen Band für die Shuffle-Einstellung. Das geht nur am Stück um zu verstehen was gemeint ist.

Einmal gehört nun und schon Hunger drauf die wieder und wieder zu hören um diesen Musikfluss zu genießen und nach und nach, und dann auch mal mit dem Kopf, zu versuchen zuzuordnen wo sie sich wie zitieren.

Und dann kommt der einzige Song am Schluss. Musikalisch klar ein Track aus der "Division Bell" Zeit und der steht da richtig, denn das war das letzte gemeinsame echte Pink Floyd Album, also kommt logischerweise am Ende des Endless Rivers das Zitat zu diesem Album. Musikalisch wär der Song nicht so bedeutungsvoll, aber da ist der Text von Polly Samson, Gilmours Schriftsteller-Ehefrau. Und der bringt in wunderschön versöhnlichen Worten alles zum Ende. "We bitch and we fight, diss each other on sight, but this thing that we do is louder than words". Und ich hab Tränen in den Augen.

Am Ende ist Frieden. Mit allem. Wünschen wir uns das nicht alle, wenns für uns persönlich mal Zeit ist zurückzublicken?

Das Album ist ein einziges „Weißt du noch?-Spiel“, wie man es selber auch kennt wenn man sich mit Leuten unterhält mit denen man schon einiges erlebt hat, dass aber doch lang zurückliegt. Die Erinnerungen sind natürlich nicht exakt und jeder erinnert sich an was anders, aber das ist auch ganz egal, es macht Spaß und es erzeugt ein Gemeinsamkeitsgefühl, ein wohliges Wir.

Ein wunderbar warmes Wir-Album ist das also. Wir die Band und Wir die Fans. Ohne diesen Zusammenschluss hätte es dieses Wir nie gegeben. Wir die Band erinnern uns, ihr die Fans tut es ebenso. Ein Album, das einen ganz besonderen Platz in der Floyd-Diskographie für mich hat.

Nur das Cover und das muss ich loswerden, gerade weil’s ein so schönes Album geworden ist. Das ist blödsinniger Computer-Kitsch. Die Idee dahinter ist toll. Auf dem endlosen Fluss des Lebens und der dahintreibenden Wolken rudern wir in das, was kommen mag. Rick Wright ist schon unterwegs dahin. Tolle, berührende und nachvollziehbare Idee.

Aber dann bitte auch floydgemäß umsetzen. Sie erwähnen natürlich im Booklet kurz auch Storm Thorgerson. Thorgerson und Floyd, das gehört zusammen. Ohne seine ikonographischen Cover wäre Floyd nicht über Musikkreise hinaus bekannt geworden. Also entweder hätten sie eine übriggebliebene Thorgerson Arbeit genommen oder, was mir am liebsten gewesen wäre, sie hätten von seinen engsten Mitarbeitern ein Cover zu dem Thema mit der Idee erstellen lassen sollen, so wie es Thorgerson immer gemacht hat. Ein echtes Bild. Echt arrangiert mit einer echten Person, echten Trockeneis-Wolken in einem echten Setting, echt fotografiert. Das, genau DAS war es immer was Floyds-Cover, resp. Thorgersons Arbeiten ausgemacht hat. Er hat seine verrückten surrealen Ideen nie billig umgesetzt. Mein Gott, diese Kuh, die hätte man auch malen können, oder? Oder das Ohr auf der Meddle. Den brennenden Mann, das fliegende Schwein, die Betten am Strand, den Typ mit den Glühbirnen usw. all das, das hätte man auch malen können. Billiger und einfacher umzusetzen. Aber nicht halb so eindrucks- und wirkungsvoll wie es dann durch Thorgerson gemacht wurde.

Ich wünsche mir eine Endless River Neuveröffentlichung in ein paar Jahren mit einem derartigen echten Cover und würde sofort losziehen mir die zu holen.

Diesen billigen Schmonzetten-Computerkack, der genauso gut einen Liebesroman aus dem Knutsch-Mich-Verlag zieren könnte, das hat das Album nicht verdient, das ist was fürs i-pod Publikum, die eh kein Cover brauchen weil sie derartige Gedanken einer künstlerischen Einheit zwischen Artwork und musikalischem Inhalt sowieso nicht nachvollziehen können in ihrem rein oberflächlich praktisch orientiertem Denken.
Das habe ich irgendwo anders doch schon mal gelesen :)
 

nixe

Inventar
Er hat sich in negativer Erinnerung geprägt, durch die GerichtsVerhandlung um die NamensRechte, sonst nix!
Außer Radio GaGa sind seine Alben besser als die von Gilmour! Leider hatte er GrößenWahn, den er bestimmt schon mehrfach bereut hat, indem Gilmour ihm mied!
 

nixe

Inventar
Da kann ich ihn aber gut verstehen. Pink Floyd wäre nix geworden ohne Waters Ideen. Dass er dann sagt, die Band ist meine Band, doch das hätte mir auch so gehen können.

Und egal ob man nun die Gilmour-Floyd toll findet oder nicht, mit den Floyds davor hats nicht mehr viel zu tun. Davor wars der Versuch Kunst zu machen, danach der Versuch Geld zu machen.
Ja klar, er hat das alte Roß am Laufen gehalten! Wright hatte man ja nie so richtig gelassen & Mason hat nur auf seine Kohle gewartet, laut DVD.
SongSchreiber war nunmal Waters & ich fands schade, das es so ei jähes Ende fand. Da hätte mehr kommen können!
 

Marifloyd

Inventar
"Shine On..." ist für jeden von uns hier sicherlich ein sehr oft gehörter Song. Hier in der Fassung von dem Gilmour - Unpluggend Konzert...

 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Mir inzwischen Havens' Version. Dieses Schwebende find ich unglaublich faszinierend. Die passende Untermalung für Gilmours - oder vermutlich Polly Samsons, wenn er da schon mit ihr zusammen war, schöne treffende Worte.
Polly und David kannten sich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Der Text ist von Gilmour und Anthony Moore.

Da kann ich ihn aber gut verstehen. Pink Floyd wäre nix geworden ohne Waters Ideen. Dass er dann sagt, die Band ist meine Band, doch das hätte mir auch so gehen können.

Und egal ob man nun die Gilmour-Floyd toll findet oder nicht, mit den Floyds davor hats nicht mehr viel zu tun. Davor wars der Versuch Kunst zu machen, danach der Versuch Geld zu machen.
Das sehe ich aber völlig anders: "The Wall" und v.a. "The Final Cut" haben mit dem ursprünglichen Floyd-Ideal weniger zu tun als z.B. "The Division Bell", das gerade soundmäßig zumindest teilweise an Alben wie "Meddle" anschließt und auch wieder mehr Beiträge von Rick Wright enthält.

Der Versuch Geld zu machen? Ich glaube kaum, dass sie es (zumindest nach der Lapse-Tour) nötig gehabt hätten. Wenn das das Hauptmotiv gewesen wäre, dann hätten sie nicht so viel Zeit in Produktion und Songauswahl gesteckt.
 

Perfectionist

Aktives Mitglied
Danke dir


Gibt es ein ursprüngliches Floyd-Ideal? Davon hab ich noch bei keiner Aussage eines der Musiker was gelesen. Das entspricht eher dem was Fans so reininterpretieren und was bei den Fans dann als Musik/Album "erlaubt" ist und was eben nicht.

Nichtmal der Sound ist bei den verschiedenen Floyd-Alben gleich. Pink Floyd war für mich z.B. immer Wandel und in diese Reihe des andauernden Wandels passen "The Wall" und "The Final Cut" wunderbar rein. "A Momentary Lapse Of Reason" ist sicher auch wieder ein Wandel gewesen, jedoch musikalisch flach wie nie zuvor, darum meine Geld-Bemerkung. Ob Gilmour sich bewusst am Mainstream der 80er orientiert hat weiß nur er selber, klingen tut das Album jedenfalls danach. "The Divison Bell" ist dann im Vergleich mit "Lapse.." kein Wandel mehr, vielleicht der Versuch einer Verfeinerung dieser Formel. Das ist sicher auch das was mich daran (und ich hör das Album auch gern, so ists nicht) am meisten stört, es wirkte zum erstenmal formelhaft auf mich. Floyd machten wieder das was die inzwischen enorm gewachsene (VW)Fangemeinde von ihnen erwartete. Darum taugt mir "The Endless River" auch um viele viele Längen besser als die beiden Vorgänger-Alben. Das war wieder Wandel. Das hat die Fangemeinde nun überhaupt nicht erwartet. Eine späte Kurve die Gilmour da gekriegt hat.

Auch Waters ist übrigens inzwischen formelhaft. Die auf "The Wall" und "The Final Cut" entwickelte Formel führt er seitdem andauernd weiter.
Für mich (!) ist das Sound-Ideal der post-Syd-Floyd der Stil, den man ugf. von "Meddle" bis "Animals" hören kann. Das sieht natürlich jeder Fan anders, aber die Bandmitglieder haben oft zugegeben, dass sie nach Syds Ausstieg auf der Suche waren und ihren neuen Sound dann (nach Andeutungen wie "The Narrow Way, Part III" oder "Funky Dung") auf "Meddle" gefunden und auf "Dark Side" verfeinert bzw. perfektioniert haben. Die Einzigartigkeit dieses Sounds liegt zu großen Stücken in der Interaktion zwischen Gilmour und Wright - siehe Gilmours Solotour 2006. Waters hat damals zwar bereits viele Songs geschrieben, aber wenn man die Demos von "Time" oder "Money" hört, wird ganz deutlich, wie sehr sich die Songs noch weiterentwickeln durften. Auf "The Wall" und "The Final Cut" ist das weniger der Fall, weshalb mir da zu wenig Floyd (und zuviel Solo-Roger) drin ist. Und wenn Waters schon den Sound der Band so dermaßen in die von ihm gewünschte Richtung (und damit nebenbei Wright aus der Band) gedrückt hat, dann sehe ich nicht, warum Gilmour dasselbe nicht auch machen durfte.

"A Momentary Lapse of Reason" gehört im Übrigen zu meinen Lieblingsalben. Ich kann natürlich verstehen, warum manche mit dem Soundgewand Probleme haben. Aber ich halte die Songs für sehr stark: Gute Melodien und einfallsreiche Akkordsequenzen zuhauf. Wie hat Karl Bartos so schön gesagt: Eine Melodie kann nicht veraltet klingen - Arrangements natürlich schon. Bob Ezrin war übrigens derjenige, der den Sound entscheidend in Richtung "Zeitgeist" gepusht hat.

Sicher ist "The Division Bell" musikalisch nicht so weit davon entfernt, aber es hat halt ein weniger zeitgemäßes Klangbild und wirkt irgendwie runder und wärmer.

"The Endless River" ist auf jeden Fall das späte Werk, das am stärksten an die Mittsiebziger erinnert und in seinem Ansatz deutlich radikal-experimenteller wirkt. Ironischerweise hat es das am wenigsten floydhafte Albumcover...
 

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