1971 ... Legenden werden 50

Alexboy

Aktives Mitglied
11. Januar 1971 - Chicago - Chicago III
Januar 1971 - Uriah Heep - Salisbury
Januar 1971 - Mountain - Nantucket Sleighride

Januar 1971 - Tangerine Dream - Alpha Centauri

5. Februar 1971 - Barclay James Harvest - Once again
19. Februar 1971 - Yes - The Yes Album
22. Februar 1971 - David Crosby - If I could only remember my Name
28. Februar 1971 - Argent - Ring of hands
Februar 1971 - Egg - The polite Force

Februar 1971 - Can - Tago Mago

1. März 1971 - Witthüser & Westrupp - Trips + Träume
8. März 1971 - Kingdom Come - Galactic Zoo Dossier
8. März 1971 - Alice Cooper - Love it to Death
19. März 1971 - Jethro Tull - Aqualung
März 1971 - Amon Düül II - Tanz der Lemminge
März 1971 - Quintessence - Dive Deep

5. April 1971 - Flower Travellin' Band - Satori
8. April 1971 - Caravan - In the Land of Grey & Pink
19. April 1971 - the Doors - L.A. Woman
April 1971 - Grand Funk Railroad - Survival
April 1971 - the Nice - Elegy

1. Mai 1971 - Witthüser & Westrupp - Der Jesuspilz / Musik vom Evangelium
14. Mai 1971 - Pink Floyd - Relics
Mai 1971 - Rod Stewart - Every Picture tells a Story
Mai 1971 - Audience - The House on the Hill
Mai 1971 - Edgar Broughton Band - Edgar Broughton Band
Mai 1971 - Roy Harper - Stormcock

14. Juni 1971 - Dies Irae - First
14. Juni 1971 - Emerson, Lake & Palmer - Tarkus
25. Juni 1971 - Supertramp - Indelibly Stamped
Juni 1971 - Fairport Convention - Angel Delight
Juni 1971 - Ash Ra Tempel - Ash Ra Tempel
Juni 1971 - Colosseum live

1. Juli 1971 - Jack Bruce - Harmony Row
1. Juli 1971 - the Allman Brothers Band - at Fillmore East
9. Juli 1971 - Deep Purple - Fireball

10. Juli 1971 - Steppenwolf - For Ladies only
16. Juli 1971 - Gentle Giant - Acquiring the Taste
21. Juli 1971 - Black Sabbath - Master of Reality
23. Juli 1971 - the Moody Blues - Every good Boy deserves Favour
Juli 1971 - Daevid Allen - Banana Moon
Juli 1971 - Peter Hammill - Fool's Mate
Juli 1971 - The Strawbs - From the Witchwood

2. August 1971 - the Mothers of Invention - Fillmore East, June 1971
14. August 1971 - the Who - Who’s next
August 1971 - Atomic Rooster - In Hearing of ...
August 1971 - Frumpy 2


3. September 1971 - Fleetwood Mac - Future Games
9. September 1971 - Curved Air - Second Album
September 1971 - Free - Free live!
September 1971 - Jefferson Airplane - Bark
September 1971 - Santana III
September 1971 - Golden Earring - Seven Tears
September 1971 - Wishbone Ash - Pilgrimage
September 1971 - Le Orme - Collage

1. Oktober 1971 - van der Graaf Generator - Pawn Hearts
4. Oktober 1971 - the Mothers of Invention - 200 Motels
5. Oktober 1971 - Guru Guru - Hinten
8. Oktober 1971 - Hawkwind - X In Search of Space
29. Oktober 1971 - Family - Fearless
31. Oktober 1971 - Pink Floyd - Meddle
Oktober 1971 - Gong - Camembert Electrique
Oktober 1971 - UFO - Flying
Oktober 1971 - Earth & Fire - Song of the marching Children

Oktober 1971 - Pentangle - Reflection

1. November 1971 - Traffic - The low Spark of High Heeled Boys
3. November 1971 - Mahavishnu Orchestra - The inner mounting Flame
5. November 1971 - Elton John - Madman across the Water
8. November 1971 - Led Zeppelin IV
8. November 1971 - Uriah Heep - Look at yourself

10. November 1971 - Frank Zappa - 200 Motels
12. November 1971 - Yes - Fragile
12. November 1971 - Genesis - Nursery Cryme

15. November 1971 - Grand Funk Railroad - E Pluribus Funk
27. November 1971 - Alice Cooper - Killer
November 1971 - Humble Pie - Performance rockin' the Fillmore
November 1971 - Stone the Crows - Teenage Licks
November 1971 - Emerson, Lake & Palmer - Pictures at an Exhibition (live)
November 1971 - Kevin Ayers - Whatevershebringswesing
November 1971 - Man - Do you like it here now, are you settling in?

3. Dezember 1971 - King Crimson - Islands
12. Dezember 1971 - Xhol (Caravan) - Hau-RUK
17. Dezember 1971 - David Bowie - Hunky Dory
Dezember 1971 - Rare Earth - in Concert
Dezember 1971 - Wigwam - Fairyport

1971 - Supersister - To the Highest Bidder
1971 - Black Widow - Black Widow
1971 - Dust - Dust
1971 - Rufus Zuphall - Phallobst
1971 - Clark-Hutchinson - Gestalt
1971 - Birth Control - Operation
1971 - Beggar’s Opera - Waters of Change
1971 - Ekseption - 00.04
1971 - Embryo - Rache
1971 - Magma - 1001° Centigrades
1971 - Juicy Lucy - Get a Whiff a This
1971 - Popol Vuh - In den Gärten Pharaos
1971 - May Blitz - 2nd of May
1971 - A.R. & Machines - Die grüne Reise
1971 - Abacus - Abacus
1971 - Beaver & Krause - Gandharva
1971 - Jeff Beck Group - Rough and Ready
1971 - Between - Einstieg
1971 - Blast Furnace - Blast Furnace
1971 - Blood, Sweat & Tears - B,S & T; 4
1971 - Chillum - Chillum
1971 - Climax Blues Band - Tightly Knit
1971 - Cluster - Cluster
1971 - Dr. Z - Three Parts to my Soul
1971 - Eiliff - Eiliff
1971 - Eloy - Eloy
1971 - Epsilon - Epsilon
1971 - et cetera - et cetera
1971 - Faust - Faust
1971 - Rory Gallagher - Rory Gallagher
1971 - Rory Gallagher - Deuce

1971 - Gracious! - This is...Gracious!!
1971 - Groundhogs - Split
1971 - Jade Warrior - Jade Warrior
1971 - Jan Dukes de Grey - Mice & Rats in the Loft
1971 - Kluster - Zwei Osterei
1971 - Little Feat - Little Feat
1971 - Livin' Blues - Bamboozle

1971 - Jon Lord - Gemini Suite
1971 - Mammut - Mammut
1971 - My Solid Ground - My Solid Ground
1971 - Nirvana - Local Anaesthetic
1971 - Osibisa - Osibisa
1971 - Out of Focus - Out of Focus
1971 - Parzival - Legend
1971 - Passport - Passport
1971 - Patto - Hold your Fire
1971 - Renaissance - Illusion
1971 - Weather Report - Weather Report

1971 - Wonderland - Wonderland Band N°1
Argent: Ring of hands 1971 - "Ex-Zombie" Rod Argent mit seiner Folge-Band und anspruchsvoller Rock-Musik.

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Jester.D

Aktives Mitglied
Den ollen AMIGA-Krempel hab ich teilweise noch auf Vinyl, die Loco ist aber nicht mehr dabei. Die ungarischen Sachen hab ich vor langer Zeit mal bei einer Plattenbörse abgesetzt. Konnte das irgendwie einfach nicht mehr hören...
 

DerGrobeWestfale

Alter Hase
Den ollen AMIGA-Krempel hab ich teilweise noch auf Vinyl, die Loco ist aber nicht mehr dabei. Die ungarischen Sachen hab ich vor langer Zeit mal bei einer Plattenbörse abgesetzt. Konnte das irgendwie einfach nicht mehr hören...
Warum, weshalb, wieso, ich Interesse an der ungarischen Musikszene habe, würde zu weit führen. Knackpunkt ist sicherlich die Sprache, weniger der musikalische Anspruch.
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Sticky Fingers.JPG
Rolling Stones – „Sticky Fingers"
Wir schreiben das Jahr 1971. Am 16. April veröffentlichten die Rolling Stones als Appetitanreger einen Song namens „Brown Sugar“; einen Song, komponiert von Mick Jagger, der sich aufgrund seines Eingangsriffs in den Köpfen der Zuhörer*Innen festsetzen sollte. Und wie er das tat, er schlug ein, wie eine Bombe und diese Wirkung hat der Song bis heute nicht verloren. Eine Woche später dann, gab's die ganze LP, eine LP mit zehn starken Songs.
Wenn ich vor einigen Wochen Pink Floyds „Meddle“ als mein ersten „Inselalbum“ vorstellte, dann ist klar, dass dieses Album der Stones gleich mit ins Gepäck muss. Dies sage ich, obwohl ich wirklich kein ausgesprochener Rolling Stones-Fan bin und auch nie war (voraussichtlich auch nicht mehr werde), doch wenn ich nur an „Wild Horses“, „Can't you hear me knocking“, „I got the Blues“, „Sister Morphine“ oder „Dead Flowers“ denke, bekomme ich schon eine Gänsehaut.
Ganz unverhofft wurden die Stones nicht vom Erfolg dieser LP überrannt. Sie spielten zwischen den Aufnahmen zu dieser LP einige Konzert, erstmals auch mit einer Bläsersektion, und bauten bereits in die Setlist dieser Konzerte die unveröffentlichten Songs „Brown Sugar“, „You gotta move“, „Bitch“, „I got the Blues“ und „Dead Flowers“ ein. Ein Konzert dieser Reihe wurde damals aufgenommen und 2015 veröffentlicht (The Marquee Club: Live 1971). Dieses Konzert ist als CD, DVD und BluRay noch zu bekommen, als LP-Set schon schwieriger.
Im April 1971 kaufte ich mir die LP „Sticky Fingers“. Als ich diese in Händen hielt störte mich der eingesetzte Reißverschluss , weil ich der Meinung war, der Druck würde im Regal andere LPs beschädigen und so entfernte ich das Teil kurzerhand. Was ich da angerichtet hatte, wurde mir erst Wochen später bewusst und so biss ich in den sauren Apfel und kaufte die Platte gleich noch einmal. Seitdem steht die bei Rolling Stones Records erschienene LP 1C 064-63152 bei mir ziemlich unversehrt im Regal. Die LP, die für´s eigene unabhängige Label veröffentlicht wurde, wurde von Ahmed Ertegün, dem damaligen Chef von Atlantic Records vertrieben.
„Sticky Fingers“ ist in vielerlei Hinsicht ein Meisterwerk, ja ein Juwel. Das Album ist gespickt mit zahlreichen Höhepunkten. Musikalischen kombinierten die Stones Rock 'n' Roll, Blues, Latin und Country-Elemente, Mick Taylor spielt zwei herausragende Gitarrensolos (bei alternativen Versionen übernimmt diesen Part Eric Clapton). „Brown Sugar“ wurde so etwas wie das Markenzeichen der rollenden Steine.
Neben der Musik haben wir das von Andy Warhol gestaltete, mit einer eindeutigen sexuellen Attitüde versehenem Cover. Um dieses Album ranken sich heute viele Gerüchte und Anekdoten, insbesondere darum, wer für die Fotos posierte. Fest steht auf jeden Fall, dass es ein Mitarbeiter aus dem engsten Warhol-Umfeld war. Dem spanischen Markt war das Cover doch etwas zu frivol und so gab es dort ein paar schmierige Finger, die aus einer geöffneten Dose mit schwarzen Sirup heraus schauten. Schön ist das nicht, doch diese LP, dieses Cover hätte ich gerne in meiner Sammlung. Und dann haben wir erstmals die Lippe mit den Zähnen und der Zunge, entworfen vom britischen Grafikstudenten John Pasche, der die Rechte au diesem Logo später an die Stones abtrat.
Insgesamt schlugen die Rolling Stones hier viele neue Wege ein.
Im Verlauf der Jahre habe ich mir die „Sticky Fingers“ immer mal wieder als Vinyl neu zugelegt. Ein höchst interessante Ausgabe ist dabei das 2015 erschienene Doppelalbum (376 482-6). Auf der zweiten LP (Seite 1) befinden sich interessante alternative Versionen, z. B. „Brown Sugar“ mit Eric Clapton an der Gitarre.
Ein ebenfalls sehr interessantes Album ist das am 05. Juni 2015 aufgezeichnete Konzert, welches 2017 auf drei LPs veröffentlicht wurde „Sticky Fingers live at the Fonda Theatre“. Die Stones präsentierten sich an diesem Abend in einer bestechenden Spiellaune.
All dies zeigt, dass „Sticky Fingers“ nach einem halben Jahrhundert immer noch ein tolles Werk ist und die Musik nichts an Frische und Vitalität verloren hat.
Die 1971 erschienene Original-LP ist aktuell zu erschwinglichen Preisen in Internet-Auktionen oder auf Flohmärkten zu bekommen. Wer auf eine, vor knapp einem Jahr erschienene LP in überragender Half Speed Technik zurück greifen möchte, muss dann dafür schon etwas tiefer in die Tasche greifen.
Übrigens:
Wikipedia stellt fest, dass der Großteil der zehn Songs heute Rockklassiker sind. Ich finde, hier irrt die Online-Enzyklopädie. Richtig ist, dass sämtliche zehn Songs dazu gehören. Wenn von einem Album fast sämtliche Songs von anderen Künstlern gecovert werden, dann ist ein solches Album ein ganz besonders Juwel. Dies wird „Sticky Fingers“ auch immer für mich bleiben.
 

Marifloyd

Inventar
Anhang anzeigen 13228
Rolling Stones – „Sticky Fingers"
Wir schreiben das Jahr 1971. Am 16. April veröffentlichten die Rolling Stones als Appetitanreger einen Song namens „Brown Sugar“; einen Song, komponiert von Mick Jagger, der sich aufgrund seines Eingangsriffs in den Köpfen der Zuhörer*Innen festsetzen sollte. Und wie er das tat, er schlug ein, wie eine Bombe und diese Wirkung hat der Song bis heute nicht verloren. Eine Woche später dann, gab's die ganze LP, eine LP mit zehn starken Songs.
Wenn ich vor einigen Wochen Pink Floyds „Meddle“ als mein ersten „Inselalbum“ vorstellte, dann ist klar, dass dieses Album der Stones gleich mit ins Gepäck muss. Dies sage ich, obwohl ich wirklich kein ausgesprochener Rolling Stones-Fan bin und auch nie war (voraussichtlich auch nicht mehr werde), doch wenn ich nur an „Wild Horses“, „Can't you hear me knocking“, „I got the Blues“, „Sister Morphine“ oder „Dead Flowers“ denke, bekomme ich schon eine Gänsehaut.
Ganz unverhofft wurden die Stones nicht vom Erfolg dieser LP überrannt. Sie spielten zwischen den Aufnahmen zu dieser LP einige Konzert, erstmals auch mit einer Bläsersektion, und bauten bereits in die Setlist dieser Konzerte die unveröffentlichten Songs „Brown Sugar“, „You gotta move“, „Bitch“, „I got the Blues“ und „Dead Flowers“ ein. Ein Konzert dieser Reihe wurde damals aufgenommen und 2015 veröffentlicht (The Marquee Club: Live 1971). Dieses Konzert ist als CD, DVD und BluRay noch zu bekommen, als LP-Set schon schwieriger.
Im April 1971 kaufte ich mir die LP „Sticky Fingers“. Als ich diese in Händen hielt störte mich der eingesetzte Reißverschluss , weil ich der Meinung war, der Druck würde im Regal andere LPs beschädigen und so entfernte ich das Teil kurzerhand. Was ich da angerichtet hatte, wurde mir erst Wochen später bewusst und so biss ich in den sauren Apfel und kaufte die Platte gleich noch einmal. Seitdem steht die bei Rolling Stones Records erschienene LP 1C 064-63152 bei mir ziemlich unversehrt im Regal. Die LP, die für´s eigene unabhängige Label veröffentlicht wurde, wurde von Ahmed Ertegün, dem damaligen Chef von Atlantic Records vertrieben.
„Sticky Fingers“ ist in vielerlei Hinsicht ein Meisterwerk, ja ein Juwel. Das Album ist gespickt mit zahlreichen Höhepunkten. Musikalischen kombinierten die Stones Rock 'n' Roll, Blues, Latin und Country-Elemente, Mick Taylor spielt zwei herausragende Gitarrensolos (bei alternativen Versionen übernimmt diesen Part Eric Clapton). „Brown Sugar“ wurde so etwas wie das Markenzeichen der rollenden Steine.
Neben der Musik haben wir das von Andy Warhol gestaltete, mit einer eindeutigen sexuellen Attitüde versehenem Cover. Um dieses Album ranken sich heute viele Gerüchte und Anekdoten, insbesondere darum, wer für die Fotos posierte. Fest steht auf jeden Fall, dass es ein Mitarbeiter aus dem engsten Warhol-Umfeld war. Dem spanischen Markt war das Cover doch etwas zu frivol und so gab es dort ein paar schmierige Finger, die aus einer geöffneten Dose mit schwarzen Sirup heraus schauten. Schön ist das nicht, doch diese LP, dieses Cover hätte ich gerne in meiner Sammlung. Und dann haben wir erstmals die Lippe mit den Zähnen und der Zunge, entworfen vom britischen Grafikstudenten John Pasche, der die Rechte au diesem Logo später an die Stones abtrat.
Insgesamt schlugen die Rolling Stones hier viele neue Wege ein.
Im Verlauf der Jahre habe ich mir die „Sticky Fingers“ immer mal wieder als Vinyl neu zugelegt. Ein höchst interessante Ausgabe ist dabei das 2015 erschienene Doppelalbum (376 482-6). Auf der zweiten LP (Seite 1) befinden sich interessante alternative Versionen, z. B. „Brown Sugar“ mit Eric Clapton an der Gitarre.
Ein ebenfalls sehr interessantes Album ist das am 05. Juni 2015 aufgezeichnete Konzert, welches 2017 auf drei LPs veröffentlicht wurde „Sticky Fingers live at the Fonda Theatre“. Die Stones präsentierten sich an diesem Abend in einer bestechenden Spiellaune.
All dies zeigt, dass „Sticky Fingers“ nach einem halben Jahrhundert immer noch ein tolles Werk ist und die Musik nichts an Frische und Vitalität verloren hat.
Die 1971 erschienene Original-LP ist aktuell zu erschwinglichen Preisen in Internet-Auktionen oder auf Flohmärkten zu bekommen. Wer auf eine, vor knapp einem Jahr erschienene LP in überragender Half Speed Technik zurück greifen möchte, muss dann dafür schon etwas tiefer in die Tasche greifen.
Übrigens:
Wikipedia stellt fest, dass der Großteil der zehn Songs heute Rockklassiker sind. Ich finde, hier irrt die Online-Enzyklopädie. Richtig ist, dass sämtliche zehn Songs dazu gehören. Wenn von einem Album fast sämtliche Songs von anderen Künstlern gecovert werden, dann ist ein solches Album ein ganz besonders Juwel. Dies wird „Sticky Fingers“ auch immer für mich bleiben.
Klasse geschrieben. Auch ich liebe "Sticky Fingers". Zählt ebenso wie Meddle und Harvest auch zu meine Inselalben.
 

Lamneth

Aktives Mitglied
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Rolling Stones – „Sticky Fingers"
Wir schreiben das Jahr 1971. Am 16. April veröffentlichten die Rolling Stones als Appetitanreger einen Song namens „Brown Sugar“; einen Song, komponiert von Mick Jagger, der sich aufgrund seines Eingangsriffs in den Köpfen der Zuhörer*Innen festsetzen sollte. Und wie er das tat, er schlug ein, wie eine Bombe und diese Wirkung hat der Song bis heute nicht verloren. Eine Woche später dann, gab's die ganze LP, eine LP mit zehn starken Songs.
Wenn ich vor einigen Wochen Pink Floyds „Meddle“ als mein ersten „Inselalbum“ vorstellte, dann ist klar, dass dieses Album der Stones gleich mit ins Gepäck muss. Dies sage ich, obwohl ich wirklich kein ausgesprochener Rolling Stones-Fan bin und auch nie war (voraussichtlich auch nicht mehr werde), doch wenn ich nur an „Wild Horses“, „Can't you hear me knocking“, „I got the Blues“, „Sister Morphine“ oder „Dead Flowers“ denke, bekomme ich schon eine Gänsehaut.
Ganz unverhofft wurden die Stones nicht vom Erfolg dieser LP überrannt. Sie spielten zwischen den Aufnahmen zu dieser LP einige Konzert, erstmals auch mit einer Bläsersektion, und bauten bereits in die Setlist dieser Konzerte die unveröffentlichten Songs „Brown Sugar“, „You gotta move“, „Bitch“, „I got the Blues“ und „Dead Flowers“ ein. Ein Konzert dieser Reihe wurde damals aufgenommen und 2015 veröffentlicht (The Marquee Club: Live 1971). Dieses Konzert ist als CD, DVD und BluRay noch zu bekommen, als LP-Set schon schwieriger.
Im April 1971 kaufte ich mir die LP „Sticky Fingers“. Als ich diese in Händen hielt störte mich der eingesetzte Reißverschluss , weil ich der Meinung war, der Druck würde im Regal andere LPs beschädigen und so entfernte ich das Teil kurzerhand. Was ich da angerichtet hatte, wurde mir erst Wochen später bewusst und so biss ich in den sauren Apfel und kaufte die Platte gleich noch einmal. Seitdem steht die bei Rolling Stones Records erschienene LP 1C 064-63152 bei mir ziemlich unversehrt im Regal. Die LP, die für´s eigene unabhängige Label veröffentlicht wurde, wurde von Ahmed Ertegün, dem damaligen Chef von Atlantic Records vertrieben.
„Sticky Fingers“ ist in vielerlei Hinsicht ein Meisterwerk, ja ein Juwel. Das Album ist gespickt mit zahlreichen Höhepunkten. Musikalischen kombinierten die Stones Rock 'n' Roll, Blues, Latin und Country-Elemente, Mick Taylor spielt zwei herausragende Gitarrensolos (bei alternativen Versionen übernimmt diesen Part Eric Clapton). „Brown Sugar“ wurde so etwas wie das Markenzeichen der rollenden Steine.
Neben der Musik haben wir das von Andy Warhol gestaltete, mit einer eindeutigen sexuellen Attitüde versehenem Cover. Um dieses Album ranken sich heute viele Gerüchte und Anekdoten, insbesondere darum, wer für die Fotos posierte. Fest steht auf jeden Fall, dass es ein Mitarbeiter aus dem engsten Warhol-Umfeld war. Dem spanischen Markt war das Cover doch etwas zu frivol und so gab es dort ein paar schmierige Finger, die aus einer geöffneten Dose mit schwarzen Sirup heraus schauten. Schön ist das nicht, doch diese LP, dieses Cover hätte ich gerne in meiner Sammlung. Und dann haben wir erstmals die Lippe mit den Zähnen und der Zunge, entworfen vom britischen Grafikstudenten John Pasche, der die Rechte au diesem Logo später an die Stones abtrat.
Insgesamt schlugen die Rolling Stones hier viele neue Wege ein.
Im Verlauf der Jahre habe ich mir die „Sticky Fingers“ immer mal wieder als Vinyl neu zugelegt. Ein höchst interessante Ausgabe ist dabei das 2015 erschienene Doppelalbum (376 482-6). Auf der zweiten LP (Seite 1) befinden sich interessante alternative Versionen, z. B. „Brown Sugar“ mit Eric Clapton an der Gitarre.
Ein ebenfalls sehr interessantes Album ist das am 05. Juni 2015 aufgezeichnete Konzert, welches 2017 auf drei LPs veröffentlicht wurde „Sticky Fingers live at the Fonda Theatre“. Die Stones präsentierten sich an diesem Abend in einer bestechenden Spiellaune.
All dies zeigt, dass „Sticky Fingers“ nach einem halben Jahrhundert immer noch ein tolles Werk ist und die Musik nichts an Frische und Vitalität verloren hat.
Die 1971 erschienene Original-LP ist aktuell zu erschwinglichen Preisen in Internet-Auktionen oder auf Flohmärkten zu bekommen. Wer auf eine, vor knapp einem Jahr erschienene LP in überragender Half Speed Technik zurück greifen möchte, muss dann dafür schon etwas tiefer in die Tasche greifen.
Übrigens:
Wikipedia stellt fest, dass der Großteil der zehn Songs heute Rockklassiker sind. Ich finde, hier irrt die Online-Enzyklopädie. Richtig ist, dass sämtliche zehn Songs dazu gehören. Wenn von einem Album fast sämtliche Songs von anderen Künstlern gecovert werden, dann ist ein solches Album ein ganz besonders Juwel. Dies wird „Sticky Fingers“ auch immer für mich bleiben.
Ja, wie alles, was du schreibst, einfach klasse und immer wieder lesenswert. Ich habe es gelesen , obwohl mich die Rolling Stones so gut wie gar nicht interessieren, eben weil du es geschrieben hast.
Auch wenn der Text von Brown Sugar es nicht explizit wiedergibt , ist Brown Sugar ein Synonym für Heroin. Es hat mich immer gewundert, dass ausgerechnet dieser Song so populär ist.
 

Alexboy

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Rolling Stones – „Sticky Fingers"
Wir schreiben das Jahr 1971. Am 16. April veröffentlichten die Rolling Stones als Appetitanreger einen Song namens „Brown Sugar“; einen Song, komponiert von Mick Jagger, der sich aufgrund seines Eingangsriffs in den Köpfen der Zuhörer*Innen festsetzen sollte. Und wie er das tat, er schlug ein, wie eine Bombe und diese Wirkung hat der Song bis heute nicht verloren. Eine Woche später dann, gab's die ganze LP, eine LP mit zehn starken Songs.
Wenn ich vor einigen Wochen Pink Floyds „Meddle“ als mein ersten „Inselalbum“ vorstellte, dann ist klar, dass dieses Album der Stones gleich mit ins Gepäck muss. Dies sage ich, obwohl ich wirklich kein ausgesprochener Rolling Stones-Fan bin und auch nie war (voraussichtlich auch nicht mehr werde), doch wenn ich nur an „Wild Horses“, „Can't you hear me knocking“, „I got the Blues“, „Sister Morphine“ oder „Dead Flowers“ denke, bekomme ich schon eine Gänsehaut.
Ganz unverhofft wurden die Stones nicht vom Erfolg dieser LP überrannt. Sie spielten zwischen den Aufnahmen zu dieser LP einige Konzert, erstmals auch mit einer Bläsersektion, und bauten bereits in die Setlist dieser Konzerte die unveröffentlichten Songs „Brown Sugar“, „You gotta move“, „Bitch“, „I got the Blues“ und „Dead Flowers“ ein. Ein Konzert dieser Reihe wurde damals aufgenommen und 2015 veröffentlicht (The Marquee Club: Live 1971). Dieses Konzert ist als CD, DVD und BluRay noch zu bekommen, als LP-Set schon schwieriger.
Im April 1971 kaufte ich mir die LP „Sticky Fingers“. Als ich diese in Händen hielt störte mich der eingesetzte Reißverschluss , weil ich der Meinung war, der Druck würde im Regal andere LPs beschädigen und so entfernte ich das Teil kurzerhand. Was ich da angerichtet hatte, wurde mir erst Wochen später bewusst und so biss ich in den sauren Apfel und kaufte die Platte gleich noch einmal. Seitdem steht die bei Rolling Stones Records erschienene LP 1C 064-63152 bei mir ziemlich unversehrt im Regal. Die LP, die für´s eigene unabhängige Label veröffentlicht wurde, wurde von Ahmed Ertegün, dem damaligen Chef von Atlantic Records vertrieben.
„Sticky Fingers“ ist in vielerlei Hinsicht ein Meisterwerk, ja ein Juwel. Das Album ist gespickt mit zahlreichen Höhepunkten. Musikalischen kombinierten die Stones Rock 'n' Roll, Blues, Latin und Country-Elemente, Mick Taylor spielt zwei herausragende Gitarrensolos (bei alternativen Versionen übernimmt diesen Part Eric Clapton). „Brown Sugar“ wurde so etwas wie das Markenzeichen der rollenden Steine.
Neben der Musik haben wir das von Andy Warhol gestaltete, mit einer eindeutigen sexuellen Attitüde versehenem Cover. Um dieses Album ranken sich heute viele Gerüchte und Anekdoten, insbesondere darum, wer für die Fotos posierte. Fest steht auf jeden Fall, dass es ein Mitarbeiter aus dem engsten Warhol-Umfeld war. Dem spanischen Markt war das Cover doch etwas zu frivol und so gab es dort ein paar schmierige Finger, die aus einer geöffneten Dose mit schwarzen Sirup heraus schauten. Schön ist das nicht, doch diese LP, dieses Cover hätte ich gerne in meiner Sammlung. Und dann haben wir erstmals die Lippe mit den Zähnen und der Zunge, entworfen vom britischen Grafikstudenten John Pasche, der die Rechte au diesem Logo später an die Stones abtrat.
Insgesamt schlugen die Rolling Stones hier viele neue Wege ein.
Im Verlauf der Jahre habe ich mir die „Sticky Fingers“ immer mal wieder als Vinyl neu zugelegt. Ein höchst interessante Ausgabe ist dabei das 2015 erschienene Doppelalbum (376 482-6). Auf der zweiten LP (Seite 1) befinden sich interessante alternative Versionen, z. B. „Brown Sugar“ mit Eric Clapton an der Gitarre.
Ein ebenfalls sehr interessantes Album ist das am 05. Juni 2015 aufgezeichnete Konzert, welches 2017 auf drei LPs veröffentlicht wurde „Sticky Fingers live at the Fonda Theatre“. Die Stones präsentierten sich an diesem Abend in einer bestechenden Spiellaune.
All dies zeigt, dass „Sticky Fingers“ nach einem halben Jahrhundert immer noch ein tolles Werk ist und die Musik nichts an Frische und Vitalität verloren hat.
Die 1971 erschienene Original-LP ist aktuell zu erschwinglichen Preisen in Internet-Auktionen oder auf Flohmärkten zu bekommen. Wer auf eine, vor knapp einem Jahr erschienene LP in überragender Half Speed Technik zurück greifen möchte, muss dann dafür schon etwas tiefer in die Tasche greifen.
Übrigens:
Wikipedia stellt fest, dass der Großteil der zehn Songs heute Rockklassiker sind. Ich finde, hier irrt die Online-Enzyklopädie. Richtig ist, dass sämtliche zehn Songs dazu gehören. Wenn von einem Album fast sämtliche Songs von anderen Künstlern gecovert werden, dann ist ein solches Album ein ganz besonders Juwel. Dies wird „Sticky Fingers“ auch immer für mich bleiben.
Dein großartiger Text macht Appetit auf das Album. ;)
 

Andie Arbeit

Aktives Mitglied
Ja, wie alles, was du schreibst, einfach klasse und immer wieder lesenswert. Ich habe es gelesen , obwohl mich die Rolling Stones so gut wie gar nicht interessieren, eben weil du es geschrieben hast.
Auch wenn der Text von Brown Sugar es nicht explizit wiedergibt , ist Brown Sugar ein Synonym für Heroin. Es hat mich immer gewundert, dass ausgerechnet dieser Song so populär ist.
D A N K E, für Deine Rückmeldung!
 

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